Mittwoch, 28. November 2012

Stefanie Gerstenberger: Magdalenas Garten

Bewertung: *****

Magdalena Lucia, so hat ihre Mutter Heidi sie genannt, als sie neun Monate nach einem Italien-Aufenthalt geboren wurde. Viel mehr, außer dass sie in Italien gezeugt wurde, weiß Magdalena auch nicht über ihre Herkunft, denn ihre Mutter ist schon früh gestorben und ihre Großeltern hüllten sich in Schweigen. Zwei Jahre lang hat Magdalena nun schon an allen möglichen italienischen Ferienorten nach dem Platz gesucht, der auf dem einzigen Foto zu sehen ist, das sie von ihrem vermutlichen Vater hat.
Bei einem Aufenthalt auf der Insel Elba wird sie endlich fündig. Genau hier wurde die Fotografie aufgenommen! Doch es ist gar nicht so einfach seinen Vater mit einem 30 Jahre alten Foto zu finden, wenn man sonst nichts über ihn weiß. Zum Glück findet Magdalena schnell Menschen, die bereit sind ihr zu helfen ...

"Magdalenas Garten" von Stefanie Gerstenberger hat mich doch positiv überrascht. Magdalena sucht hier nicht nur ihren Vater, sondern lernt auch ihre Mutter durch deren Tagebuch das erste Mal kennen. Die lebensfrohe Heidi, die mit goldenen Stiefeln den Strand entlang läuft ist so ganz anders als ihre Tochter 30 Jahre später. Magdalenas Leben in Deutschland ist fremdbestimmt. Sie lebt bei ihrem Großvater damit der nicht alleine ist, sie arbeitet bei einem Verlag, weil der so schön nah von zu Hause aus ist, ihr Freund lebt in einer festen Beziehung und eigene Freizeitbeschäftigungen hat sie auch nicht.
Es kann also eigentlich nur besser werden.
So ist es auch kein Wunder, dass es Magdalena nicht schwerfällt ihren Aufenthalt auf Elba für die Suche nach ihrem Vater auf unbestimmte Zeit zu verlängern.
Das Bild, das die Autorin hier von Elba und seinen Bewohnern zeichnet ist sehr detailliert und farbenfroh. Ich konnte mir Land und Leute sehr gut vorstellen und habe Lust bekommen die Insel selber zu erkunden und einen versteckten Zitronengarten zu finden. Auch die Figuren sind klar strukturiert, charakterstark und interessant. So unterschiedlich sie alle sind, ergeben sie doch zusammen ein stimmiges Bild und bilden so einen passenden Gegensatz zur anfangs farblosen Magdalena. Einen Punkt Abzug gibt es bei mir jedoch für den Kitschfaktor. Für mein Empfinden löst sich alles in allzu viel heile Welt auf und hinterlässt so doch einen etwas faden Beigeschmack. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass gerade dies einigen Lesern gut gefallen wird.


Und hier kann man das Buch kaufen: Stefanie Gerstenberger: Magdalenas Garten

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