Mittwoch, 28. November 2012

Nele Neuhaus: Schneewittchen muss sterben


10 Jahre lang hat Tobias Sartorius eine Haftstrafe verbüßt. Verurteilt wurde er in einem Indizienprozess für den Mord an zwei Mitschülerinnen, die gleichzeitig seine Ex-Freundinnen waren. Aus der Haft entlassen kehrt Tobias in sein Heimatdorf Altenhain zurück. Doch als verurteilter Mörder ist er dort nicht gerne gesehen. Seine Eltern sind inzwischen wirtschaftlich ruiniert, die Ehe zerbrochen. Das Ganze Dort ist gegen Tobais und seine Familie. Als Tobias Mutter Rita Cramer von einer Brücke auf eine Straße gestoßen wird, werden die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff hinzugezogen. Sie sehen die Verbindung zu den alten Mordfällen und entdecken immer mehr Ungereimtheiten. Dann wird auch noch die Leiche eines der Mädchen gefunden. Ist Tobias damals zu Unrecht verurteilt worden? Aber wer ist dann der Mörder und was haben die Dorfbewohner zu verheimlichen?

Insgesamt hat mir "Schneewittchen muss sterben" von Nele Neuhaus sehr gut gefallen. Ich hatte bisher noch keine anderen Bücher der Autorin gelesen, fand aber, dass sich dieses Buch gut losgelöst von anderen der Reihe lesen lässt.
Die Grundidee der zehn Jahre zurückliegenden Mordfälle und dem verurteilten Mörder der selber nicht genau weiß, ob er die Taten begangen hat, fand ich sehr interessant.
Durch die vielen Figuren ist noch nicht von Anfang an klar wer nun wie in die Geschichte verwickelt ist und ich wurde zunächst aufs Glatteis geführt.
Das Ermittler-Duo wirkt auf mich sehr sympathisch, menschlich und nicht zu abgehoben. Es sind weder Langweiler, noch extreme Charaktere wie sie leider zu häufig in der Position des Ermittlers auftauchen. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, weitere Bücher aus der Reihe zu lesen.
Auch der Schauplatz im Taunus nahe Frankfurt hat mir gut gefallen. Die Atmosphäre im Buch wirkt ausgeglichen und stimmig, wobei die regionalen Besonderheiten nicht zu sehr ausgereizt oder ins lächerliche gezogen wurden. So lässt sich das Buch auch für alle gut lesen, die keine Verbundenheit zur Region haben.
Sehr schön ist auch das Cover mit den eingearbeiteten Blutstropfen.
Negativ aufgefallen ist mir, dass der Krimi zu konstruiert wirkt. Es treten zu viele unerwartete Wendungen und Zufälle auf und so ziemlich jeder Dorfbewohner hat Dreck am Stecken. Das war dann doch etwas zu viel des Guten, auch wenn es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt. Dies ist auch der Grund, warum "Schneewittchen muss sterben" nicht die volle Punktzahl von mir erhält, obwohl es mich gut unterhalten hat.

So habe ich bewertet:

 


Und hier kann man das Buch kaufen: Nele Neuhaus: Schneewittchen muss sterben

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