Freitag, 21. Juli 2017

Erika Johansen: Die Königin der Schatten

Inhaltsangabe des Verlages:
Neunzehn Jahre lang führte die junge Prinzessin Kelsea Glynn ein abgeschiedenes Leben in der Obhut ihrer Pflegeeltern. Nun ist der Tag gekommen, an dem sie von der Leibwache ihrer verstorbenen Mutter an den Königshof zurückeskortiert wird, um die Herrschaft über das magische Königreich Tearling anzutreten. Doch Tearling ist ein armes Land, ständig bedroht von seinem mächtigen Nachbarn Mortmesne. Um ihre Herrschaft zu sichern, schloss Kelseas Mutter einst einen verhängnisvollen Pakt. Einen Pakt, dessen Konsequenzen Kelsea nun zu spüren bekommt, denn es trachtet ihr nicht nur die Rote Königin von Mortmesne nach dem Leben, auch ihr Hofstaat, schlimmer noch, ihr eigenes Volk misstraut ihr. Nur wenn sie einen Weg zu ihrem magischen Erbe findet, kann Kelsea ihre Untertanen vor Mortmesne schützen. Falls sie lange genug auf dem Thron sitzt. Falls sie lange genug überlebt ...

"Die Königin der Schatten" von Autorin Erika Johansen hat mir richtig gut gefallen. Ich kann gar nicht verstehen, warum ich dieses Buch zu seinem Erscheinungsdatum vor ca. 2 Jahren nicht bemerkt habe. Einen Vorteil hat es nun aber, dass ich erst so spät auf diese Geschichte gestoßen bin, denn es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie und inzwischen sind auch die beiden Folgebände bereits erschienen. Band 2 ist unter dem Titel "Die Königin der Schatten - Verflucht" und Band 3 unter "Die Königin der Schatten - Verbannt" verfügbar.
Aber kommen wir nun zurück zum vorliegenden Buch. Besonders überzeugend fand ich hier die Figuren und die Welt in der die Geschichte spielt. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die 19jährige Thronerbin Kelsea. Zu ihrer Sicherheit wurde sie von einem der Krone treuen Ehepaar in einer Hütte im Wald aufgezogen. Barty und Carlin hatten es sich zur Aufgabe gemacht ihr alles beizubringen, was sie zur Erfüllung ihrer Bestimmung als Königin von Tearling benötigt. Es war eine strenge Erziehung die ihr zuteil wurde, jedoch auch voller Geborgenheit und dem Gefühl ein Zuhause zu haben. Kelsea wusste immer, dass sie dazu bestimmt ist den Thron zu übernehmen und so war es keine Überraschung für sie, als sie pünktlich zu ihrem 19. Geburtstag von den Gardisten der Königin abgeholt wurde. Doch schon nach kurzer Zeit muss Kelsea feststellen, dass sie kaum etwas über die jüngste Vergangenheit ihres Landes, das Nachbarreich mit seiner Königin oder den von ihrer Mutter geschlossenen Pakt weiß. Nun ist es an ihr erst einmal herauszufinden wem sie vertrauen kann und wie sie ihrem Volk bedingungslosen Frieden bringen kann. Im Großen und Ganzen fand ich die Figur der Kelsea glaubhaft. Erstaunlich war jedoch, dass ein Mädchen das in solcher Insolation aufgewachsen ist und auch deswegen zunächst Zweifel hat, dann ohne Problem ein ganzes Volk wuppt und auf sehr persönlicher Ebene interagieren kann. Dies hätte ich erst als eine spätere Entwicklung erwartet. Eine große Rolle spielen auch eine Vielzahl an Nebenfiguren, über deren Vergangenheit und Motivation man als Leser mal mehr und mal weniger erfährt. Da es so viele unterschiedliche Personen sind, musste ich mir manchmal in Erinnerung rufen, wer das denn noch mal war, doch zum Glück ging das meistens recht schnell aus dem Kontext hervor. An den Nebenfiguren habe ich nur auszusetzen, dass mir einige davon zu stereotyp oder konstruiert sind. Gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur aus der Perspektive von Kelsea erzählt wird. Auch die Königin von Mortmesne tritt so kurzzeitig in den Mittelpunkt der Ereignisse und man erhält einen kleinen Einblick in ihre Gedankenwelt.
Besonders gut gefällt mir auch, dass es vorne im Buch eine Karte gibt, die eine grobe Skizze vom Königreich Tearling und seinen Grenznachbarn zeigt. Es hat mich zunächst erstaunt zu lesen, dass es sich hier nicht um eine reine Fantasy-Welt handelt. Im Verlauf der Handlung wird immer deutlicher, dass die Ausgangslage unsere heutige Welt ist, jedoch etwas schlimmes passiert sein muss, so dass sich die Gründer der heute bekannten Königreiche mit der "Überfahrt" auf den Weg zu ihrer neuen Heimat gemacht haben. Vorher oder erst auf der Reise sind Menschenleben, Wissen und Technologie verloren gegangen und es erscheint mir bisher auch so, als wäre das Land auf dem sie nun leben vorher nicht besiedelt gewesen. Ich bin sehr neugierig, wie sich dies noch aufklären wird, denn noch fehlen viele Puzzlestücke zu einem vollständigen Bild.
Ein wenig vernachlässigt finde ich bisher den Magie-Aspekt in der Handlung. Mir ist noch nicht wirklich klar, wo die denn her kommt oder wer und wie viele Menschen eine Affinität zu Magie in dieser Welt haben. Hier fehlt definitiv eine Fortsetzung.
Insgesamt gesehen kann mich "Die Königin der Schatten" überzeugen und macht neugierig auf die Fortsetzungen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Erika Johansen: Die Königin der Schatten

Weitere Informationen zum Buch, zur Reihe und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Heyne Verlages.

Mittwoch, 19. Juli 2017

KW29/2017 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Ebtisam al-Saegh aus Bahrain


Diese Woche möchte ich Euch auf Ebtisam al-Saegh aufmerksam machen:

Die gewaltlose politische Gefangene Ebtisam al-Saegh

Die bahrainische Menschenrechtsverteidigerin Ebtisam al-Saegh wird seit ihrer Festnahme am 3. Juli immer wieder langwierig verhört. Seit diesem Tag befindet sie sich auch im Hungerstreik. Sie ist unmittelbar von Folter und anderen Misshandlungen bedroht und benötigt dringend medizinische Behandlung. Sie ist eine gewaltlose politische Gefangene, die umgehend und bedingungslos freigelassen werden muss.
Wie Amnesty International erfahren hat, ist die inhaftierte Menschenrechtsverteidigerin Ebtisam al-Saegh am 12. Juli 18 Stunden lang verhört worden. An diesem Tag wurde sie um 9 Uhr morgens von mutmaßlichen Angehörigen des Nationalen Geheimdienstes NSA zum Verhör an einen unbekannten Ort gebracht. Erst um 3 Uhr nachts wurde sie in ihre Einzelzelle zurückgebracht. Am Nachmittag des 13. Juli wurde sie erneut zur Vernehmung abgeholt.
Am 11. Juli rief Ebtisam al-Saegh ihre Familie an. Sie tätigte den Anruf von der Frauenhaftanstalt aus, in der sie zwischen den Verhören inhaftiert ist. Diese liegt in Madinat Isa, einem Vorort der Hauptstadt Manama. Informationen zufolge scheint sie zwischen 12 und 13 Stunden am Tag vernommen zu werden. Über die Inhalte der Befragungen kann sie nicht sprechen.
Am 3. Juli trat Ebtisam al-Saegh aus Protest gegen ihre Festnahme und den mangelnden Zugang zu ihrer Familie und rechtlicher Vertretung in den Hungerstreik. Ihrem Rechtsbeistand wurde trotz ihrer wiederholten Bitten die Teilnahme an den Verhören nicht gestattet. Ebtisam al-Saegh wehrt sich außerdem gegen die Gefängniskost, die im Hinblick auf ihr Reizdarmsyndrom (RDS) für sie ungeeignet ist. Am Abend des 10. Juli verschlechterte sich während eines Verhörs der Gesundheitszustand von Ebtisam al-Saegh drastisch. Die Symptome waren Herzrhythmusstörungen, ein Taubheitsgefühl in der linken Hand, niedriger Blutzuckerspiegel, niedriger Blutdruck und ein angeschwollener Magen infolge ihres Reizdarmsyndroms. Man brachte sie zur Behandlung ins Krankenhaus des Innenministeriums in al‑Qalaa, wo das medizinische Personal ein EKG (Elektrokardiogramm) durchführte und ihr eine glukosehaltige Infusion legte, um den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Dann wurde sie wieder entlassen und zur Fortsetzung ihres Verhörs gebracht.

Es gibt eine Urgent Action, die sich für Ebtisam al-Saegh einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: info(at)bahrain-embassy.de

Betreff: Ebtisam al-Saegh

Text:
Mit Bitte um Weiterleitung an den König



Majestät,


ich mache mir große Sorgen um die inhaftierte Menschenrechtlerin Ebtisam al-Saegh, die bereits vor einiger Zeit im Gewahrsam gefoltert und vergewaltigt wurde. Derzeit ist sie erneut in Gewahrsam und muss lange Verhöre erdulden, während derer ihr Rechtsbeistand nicht anwesend sein darf. Außerdem hat sie gesundheitliche Probleme und benötigt umgehend medizinische Behandlung. Ich fordere Sie deshalb dringend auf:


Bitte lassen Sie Ebtisam al-Saegh unverzüglich und bedingungslos frei, da sie eine gewaltlose politische Gefangene ist, die nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit und ihrer Menschenrechtsarbeit festgehalten wird.
Stellen Sie bitte sicher, dass Ebtisam al-Saegh nicht Opfer von Folter und anderweitiger Misshandlung wird und umgehend Zugang zu einem Rechtsbeistand, ihrer Familie und jeglicher nötigen medizinischen Versorgung erhält.
Bitte leiten Sie umgehend eine unparteiische, unabhängige und wirksame Untersuchung der von Ebtisam al-Saegh nach ihrer Inhaftierung im Mai erhobenen Foltervorwürfe ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse der Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen in Verfahren vor Gericht, die den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen.



Mit freundlichen Grüßen





(Dein Name)




Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: 18 Stunden lang verhört

Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!


Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.






"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 18. Juli 2017

Laura Walden: Das Geheimnis des letzten Moa



Inhaltsangabe des Verlages:
Voller Vorfreude tritt Grace die lang geplante Neuseelandreise an. Doch das Wiedersehen mit ihrer Urlaubsliebe entpuppt sich als herbe Enttäuschung. Da kommt der Biologin die Zusammenarbeit mit der Professorin Suzan Almond sehr gelegen. Sie forscht über die Moas, die ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands. Ein dramatisches Ereignis scheint es in Suzans Leben gegeben zu haben. Sollte dieses Ereignis etwas mit Graces Vergangenheit zu tun haben? Auf der Suche nach ihren Wurzeln stößt sie auf ein lang gehegtes Familiengeheimnis, dessen Folgen bis heute zu spüren sind.


Ich habe "Das Geheimnis des letzten Moa" von Autorin Laura Walden als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Dana Geissler, die ihre Aufgabe wie immer souverän meistert.
Leider hat sie es für mich aber auch nicht geschafft diese Geschichte zu retten. Die Frauenfiguren sind einfach schrecklich! Über fünf Generationen hinweg trifft man hier unsympathische Frauen an, die zickig, nervend, naiv oder verblendet sind, ihren Töchtern in den meisten Fällen nur wenig Beachtung schenken, beim ersten Versuch gleich ungewollt schwanger geworden sind, noch dazu natürlich alle blendend aussehen und die Männerwelt bezirzen.
Nicht viel besser sieht hier aber das männliche Pendant aus, denn alle Männer sehen so fantastisch aus, dass unseren Protagonistinnen gar nichts anderes übrig bleibt als ihnen sofort zu Füßen zu fallen, sich hinzugeben und sich unsterblich zu verlieben. Klar, so ist das schließlich auch immer im richtigen Leben.
Schauplatz von "Das Geheimnis des letzten Moa" ist Neuseeland und dort insbesondere die Stadt Dunedin. Da ich dort auch einmal hin möchte, hatte ich eigentlich gehofft auch ein bisschen mehr über Land und Leute zu erfahren. Die Maori spielen jedoch so gut wie keine Rolle und von ihren Bräuchen und ihrer Kultur wird demnach auch fast nichts erwähnt. Die früheren Generationen schienen sich auch für die Landschaften nicht sonderlich zu interessieren, denn beschrieben werden eigentlich nur die im schottischen Stil erbauten Herrenhäuser etc. Grace, die Protagonistin in der Gegenwart ist leider auch nur ein ignoranter Trampel. Sie ist das erste Mal in Neuseeland und schaut sich überhaupt nichts an. Dass man zum Ende hin wenigstens noch einen Sound beschrieben bekommt, ist auch weniger ihrem Interesse geschuldet, als mehr aus der Not heraus.
Auch der namensgebende Moa kommt hier leider nur kaum vor, denn es wird zwar ein Buchprojekt über diesen Riesenvogel geplant, über dessen Inhalt aber leider überhaupt nichts verraten oder auch nur recherchiert. Ich hatte mir wirklich mehr von "Das Geheimnis des letzten Moa" erhofft.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Laura Walden: Das Geheimnis des letzten Moa

Weitere Informationen zum Hörbuch, zur Sprecherin und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Lübbe Audio Verlages.

Montag, 17. Juli 2017

Der Gewinner der Verlosung zu Das Leben fällt, wohin es will von Petra Hülsmann

Der Gewinner zur Verlosung des signierten Exemplares von "Das Leben fällt, wohin es will" von Autorin Petra Hülsmann steht fest!

10 Lose wurden geschrieben.
 
Limes schaut sich die Lose genau an.

Ein Los hat Limes ausgewählt.




Herzlichen Glückwunsch, Margareta alias Stern44!
Du bekommst eine E-Mail von mir zum Buchversand.

Samstag, 15. Juli 2017

KW28/2017 - Buchverlosung der Woche - Jake Djones in der Arena des Todes von Damian Dibben

Es ist wieder soweit:
Ich starte eine neue Buchverlosung.
Es gibt ein Buch mit zugehörigem Poster zu gewinnen.

Ich verlose das Buch "Jake Djones - In der Arena des Todes" von Damian Dibben. Dazu gibt es noch ein Poster zum Buch als Extra.

"
Die Geschichtshüter geraten in große Gefahr, denn ihre Vorräte an Atomium sind beunruhigend geschrumpft. Ohne zu zögern begeben sich Jake Djones und seine Gefährten auf eine riskante Mission, um jenes geheimnisvolle Elixir zu beschaffen, ohne das sie nicht durch die Zeit reisen können. Da erfahren die Agenten von den jüngsten Plänen ihrer Erzfeinde: Die Familie Zeldt versucht mit aller Macht, die antike römische Welt unter ihre Kontrolle zu bringen. Und so müssen die Geschichtshüter weiter als jemals zuvor in der Vergangenheit zurückreisen, um die Gegenwart und die Zukunft unserer Welt zu retten ..."


Das Buch ist neu und ungelesen, es handelt sich allerdings um ein Mängelexemplar, das im unteren Seitenschnitt einen blassen Stempel hat

Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört). Einsendeschluss ist am Samstag, den 29.07.2017 um 20 Uhr. Der Gewinner wird ab dem 30.07.2017 bekannt gegeben. Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.

Viel Erfolg! :-)

Freitag, 14. Juli 2017

Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden



Inhaltsangabe des Verlages:
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind - die Zeit ...

Für mich ist "Vierundzwanzig Stunden" von Autor Guillaume Musso nicht eines seiner besten Bücher. Wie häufig in seinen Büchern verschwimmen hier die Grenzen zwischen Phantasie und Realität. Diesmal steht das Thema Zeitreise im Mittelpunkt. Unglücklich finde ich auch die Inhaltsangabe des Verlages, denn sie implementiert, dass es Lisa ist die hier Hauptfigur ist und aus deren Perspektive erzählt wird. Das ist jedoch nicht so, da Lisa eigentlich eher als Nebenfigur auftritt und es vielmehr Arthur Costello ist um den sich die Ereignisse drehen.
Die Grundidee des Geheimnisses im Leuchtturm und eines Fluches der sich durch die Generationen zieht fand ich sehr gut. Zu Anfang erfährt man auch einiges über die schwierige Beziehung zwischen Arthur und seinem Vater und auch Großvater Sullivan kann viel zur Klärung beitragen. Diese Figuren fand ich allesamt überzeugend. Nicht so gut gefallen hat mir jedoch Lisa, die nicht wirklich sympathisch rüber kommt und bei der ich gar nicht so viel Lust hatte mehr über eine Liebesbeziehung mit Arthur zu lesen. Letztendlich gab es auch hier einige schöne Szenen, aber die Romanze ist in diesem Buch nicht das tragende Element.
Bleibt also die Thriller-ähnliche Handlung. Zu Anfang hat mir das ganz gut gefallen, auch wenn ich jetzt nicht sagen kann, dass ich voller Spannung war wie es mir schon mit anderen Geschichten von Guillaume Musso ging. Was mir hier aber überhaupt nicht gefallen hat war die Auflösung. Ich habe mich da schon gefragt ob das eine Notlösung des Autors war, weil er beim Schreiben festgestellt hat, dass er einfach keine logische Lösung hinbekommt. Insgesamt gesehen war "Vierundzwanzig Stunden" zwar nett zu lesen, hat mir aber bei weitem nicht so gut gefallen, wie ich es erwartet hatte. Ich kann daher nur empfehlen zu anderen Büchern des Autors zu greifen, z. B. "Nachricht von Dir".

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden


Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Pendo Verlages.

Mittwoch, 12. Juli 2017

KW28/2017 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Idil Eser und neun weitere politische Gefangene

Diese Woche möchte ich Euch auf Idil Eser und neun weitere politische Gefangene aufmerksam machen:

Idil Eser, Direktorin der türkischen Amnesty-Sektion

Am 5. Juli wurden in Istanbul acht türkische Menschenrechtsverteidiger_innen und zwei ausländische Referenten festgenommen, die dort an einem Workshop teilnahmen. Unter ihnen befindet sich auch İdil Eser, die Direktorin der türkischen Amnesty-Sektion. Sie sind gewaltlose politische Gefangene und müssen umgehend und bedingungslos freigelassen werden.
Neben İdil Eser handelt es sich bei den inhaftierten Menschenrechtler_innen um: Günal Kurşun (Anwalt der Human Rights Agenda Association), İlknur Üstün (Mitarbeiterin der Women's Coalition), Nalan Erkem (Anwältin von Citizens’ Assembly), Nejat Taştan (Equal Rights Watch Association), Özlem Dalkıran (Citizens’ Assembly), Şeyhmuz Özbekli (Anwalt) und Veli Acu (Human Rights Agenda Association). Die beiden Referenten – ein deutscher und ein schwedischer Staatsbürger – sind Peter Steudtner und Ali Gharavi.
Sie alle wurden 28 Stunden lang ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und durften in dieser Zeit keinen Kontakt zu ihren Familien oder Rechtsbeiständen aufnehmen. Dies ist eine Verletzung türkischen Rechts, das nur einen Zeitraum von 24 Stunden erlaubt. NGOs fanden am Abend des 5. Juli heraus, wo die zehn Personen auf der Insel Büyükada festgehalten wurden. Die acht Menschenrechtsverteidiger_innen wurden noch am selben Abend in vier andere polizeiliche Hafteinrichtungen verlegt; dies wurde von den Behörden jedoch erst am 6. Juli um ca. 15 Uhr bestätigt. Dort durften sie dann Besuch von Rechtsbeiständen erhalten.
Gegen alle zehn inhaftierten Personen wird wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung“ ermittelt. Auf dieser Grundlage wurde eine siebentägige Untersuchungshaft angeordnet. Diese könnte um weitere sieben Tage verlängert werden.
Amnesty International ist der Ansicht, dass die Inhaftierung der zehn Personen willkürlich ist und der Vorwurf der „Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung“ jeder Grundlage entbehrt. Die Organisation betrachtet İdil Eser, Günal Kurşun, İlknur Üstün, Nalan Erkem, Nejat Taştan, Özlem Dalkıran, Şeyhmuz Özbekli, Veli Acu, Peter Steudtner und Ali Gharavi als gewaltlose politische Gefangene.


Es gibt eine Urgent Action, die sich für Idil Eser und die übrigen Inhaftierten einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: ozelkalem(at)adalet.gov.tr, botschaft.berlin(at)mfa.gov.tr

Betreff: 10 gewaltlose politische Gefangene

Text:
Sehr geehrter Herr Minister,


ich bin sehr bestürzt über die willkürliche Festnahme der acht türkischen Menschenrechtsverteidiger_innen und der zwei ausländischen Referenten. Gegen alle zehn inhaftierten Personen wird wegen des Vorwurfs der "Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung" ermittelt, der bisher jeder Grundlage entbehrt. Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, der von der Türkei ratifiziert wurde, schreibt in Artikel 9 ausdrücklich das Recht auf Freiheit von willkürlicher Inhaftierung fest. Ich fordere Sie deshalb sehr dringend auf:
Lassen Sie die Menschenrechtsverteidiger_innen Idil Eser, Günal Kursun, Ilknur Üstün, Nalan Erkem, Nejat Tastan, Özlem Dalkiran, Seyhmuz Özbekli, Veli Acu sowie die beiden IT-Referenten Ali Gharavi und Peter Steudtner bitte unverzüglich und bedingungslos frei.

Mit freundlichen Grüßen


(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Gewaltlose politische Gefangene

Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!


Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.






"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 11. Juli 2017

Peter Heller: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

Inhaltsangabe des Verlages:
Big Hig gehört zu den Wenigen, die eine verheerende Epidemie überlebt haben. Ebenso wie sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn - brutal, aber verlässlich - beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jasper ist sein treuer Copilot. Eines Tages empfängt er plötzlich ein Funksignal von weit her. Gibt es doch noch weitere Überlebende, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste - und seine größte Hoffnung. Hig liebt die Welt, wie sie einmal war, und wie sie hätte sein können. Und weil er zudem die Poesie liebt, wird sein Bericht aus dem Innersten der Kampfzone zu einem herzzerreißenden, anrührenden Dokument.



Ich hatte ganz klar eine falsche Vorstellung von "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" von Autor Peter Heller. Ich habe das Hörbuch gehört, das ganz großartig von Olaf Pessler gelesen wird. Der Sprecher versteht es hier ganz ausgezeichnet die Emotionen rüber zu bringen und die Figur des Hig zum Leben zu erwecken.
Meiner Meinung nach sind Titel und Cover hier eindeutig zu "niedlich" gewählt. Ich dachte auf den ersten Blick es wäre ein Kinderbuch und ich hatte mir eindeutig was Harmloseres drunter vorgestellt als es ist. So richtig jugendfrei ist "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" nämlich nicht. Es sterben doch ganz schön viele Menschen, auch wenn es natürlich meistens aus der Perspektive von Big Hig und seinem Nachbarn Bangley aus Notwehr ist und sie nur ihr Eigentum und ihr Leben verteidigen. Dann braucht natürlich der Hund auch was zu essen und da nimmt man eben das Frischfleisch das man gerade da hat. Und wenn zu den letzten Menschen auf Erden gehört, dann sollte man wohl auch für den Fortbestand der Menschheit sorgen.
Wie man auf diesen Titel gekommen ist, kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen, denn so wirklich was mit Sterndeutung oder ähnlichem hat Big Hig nicht am Hut und die Welt ist ja auch nicht untergegangen, sondern die Menschheit wurde von einer Grippe-Pandemie und ein paar anderen Krankheiten dahin gerafft.
Zu Anfang fand ich die Geschichte ein bisschen langweilig und wenn man ehrlich ist, dann passiert hier auch nicht wirklich viel. Die Handlung lässt sich auf wenige Seiten reduzieren, denn es gibt nur sehr wenige handelnde Personen (Überlebende) und einen räumlich begrenzten Radius an Schauplätzen. Diese Reduktion auf wesentliche Punkte ist es sicherlich auch, die das Buch in gewisser Weise besonders machen. Dazu kommt noch, dass die handelnden Figuren eher wortkarg sind und es an abwechselnden Ereignissen eben auch einfach mangelt. Hätte ich hier das Buch gelesen, so bin ich mir nicht sicher, ob ich bis zum Ende durchgehalten hätte. Positiv trägt hier aber ganz eindeutig der Hörbuchsprecher Olaf Pessler bei und so fühlte ich mich gut unterhalten. Wenn ich so im Nachhinein an dieses Buch denke, so muss ich aber auch sagen, dass ich für mich wenig raus ziehen konnte was mich zum Nachdenken anregt oder nachhaltig beeindruckt. Dafür blieb das Ganze für mich zu sehr an der Oberfläche, was ich umso erstaunlicher finde, da die Handlung aus der Perspektive von Hig erzählt ist. Insgesamt gesehen konnte mich "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" nicht für sich einnehmen, aber die Hörbuchfassung ist dennoch hörenswert.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Peter Heller: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte


Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und Sprecher finden sich auf der Homepage des Lübbe Audio Verlages.



Montag, 10. Juli 2017

Taylor Jenkins Reid: Das Glück und wir dazwischen

Inhaltsangabe des Verlages:
Was wäre wenn? Hannah trifft in einer Bar ihre Jugendliebe wieder. Was, wenn sie die Nacht mit Ethan verbringen würde? Ist er derjenige, nach dem sie sich schon immer sehnt? Oder sollte Hannahs Leben eigentlich ganz anders aussehen: mit Henry an ihrer Seite, der ihr nach einem schweren Unfall zeigt, was wirklich wichtig ist? Hannah befindet sich plötzlich gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Leben – aber wo wartet ihr Happy End?

Ich weiß nicht so recht, was ich von "Das Glück und wir dazwischen" von Autorin Taylor Jenkins Reid halten soll. Eigentlich handelt es sich hier um zwei unterschiedliche Geschichten, die zueinander zeitlich parallel erzählt werden. Das besondere daran ist, dass beide Geschichten den gleichen Ursprung haben. Hannah hat viele Jahre in unterschiedlichen Städten der USA gelebt und ist Jobs oder Beziehungen gefolgt. Nach einer weiteren gescheiterten Beziehung zieht es sie nun nach Los Angeles zurück, wo sie ihre Jugend verbracht hat und ihre beste Freundin mit ihrer Familie noch lebt. Hannah ist gerade einen Tag zurück, als sie mit vielen alten Freunden und Bekannten einen Abend verbringt und ihr von ihrem Jugendfreund Eric die Frage gestellt wird, ob sie noch länger bleiben möchte. Dies ist der Moment in dem sich die Geschichte in zwei Erzählebenen aufsplittet. Was für eine Auswirkung auf ihr zukünftiges Leben hat diese eine Entscheidung? Autorin Taylor Jenkins Reid stellt diese beiden Varianten wertfrei gegenüber. Es gibt keinen allwissenden Erzähler oder eine Rahmenhandlung die die beiden Ebenen miteinander verbindet. Zu Anfang kam ich damit auch noch gut zurecht. Die beiden Geschichten unterschieden sich so grundlegend, dass ich keine Probleme hatte zu unterscheiden, in welcher der beiden Wirklichkeiten ich mich gerade befinde. Ich hatte allerdings geglaubt, dass sich hier doch noch irgendeine Verbindung zwischen den Ebenen ergeben würde, vielleicht durch Koma, Traum oder eine gute Idee der Autorin. Je mehr sich die erzählten Geschichten an einander annäherten, desto weniger gefiel es mir jedoch. Teilweise gab es identische Dialoge in beiden Wirklichkeiten, die man dann doppelt las. Das war einfach nichts für mich. Grundsätzlich finde ich die Idee der Autorin zwar sehr gut und ich mochte als Kind z.B. auch diese Bücher in denen man für den Protagonisten eine Entscheidung treffen konnte und dann auf der jeweiligen Seite weiter lesen sollte. Aber so als komplett eigenständige Geschichte und mit natürlich auch zwei unterschiedlichen Ausgängen der Handlung war mir das einfach zu offen. Ich möchte das mir der Autor/ die Autorin die Entscheidung abnimmt wie die Handlung ausgeht und dann kann ich mich darüber freuen oder darüber aufregen. Aber so wie es in "Das Glück und wir dazwischen" ist, fand ich es einfach nicht befriedigend. Ich hätte es übrigens auch besser gefunden, wenn sich der Verlag am Originaltitel "Maybe in another life" orientiert hätte, denn der deutsche Titel ist doch ziemlich nichtssagend.
Empfehlen kann ich "Das Glück und wir dazwischen" an alle die sich sowieso immer nicht entscheiden können wie eine Geschichte ausgehen soll. Hier ist ihre Chance!


So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen: Taylor Jenkins Reid: Das Glück und wir dazwischen 

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Diana Verlages.

Samstag, 8. Juli 2017

Dumont Sprüche-Kalender: Typo-Kalender 2018


Das sagt der Dumont Verlag über den Kalender:
FUNI-Sprüche sind Kult! Sie sind frech, witzig und originell und typografisch kreativ gestaltet. Jedes Kalenderblatt für sich, schlicht gehalten in Schwarzweiß, ist ein Hingucker und Garant für gute Laune und ein Schmunzeln. Kein Wunder, dass FUNI-Kalender von DUMONT so viele Fans haben. Dass der Kalender alles bietet, was man für die Terminplanung braucht, versteht sich von selbst: ein Kalendarium mit Wochentagen, hervorgehobenen Sonntagen und allen wichtigen Feiertagen.


Für mich ist der Typo-Kalender für das Jahr 2018 der ideale Büro-Wandschmuck.
Zuerst kam mir der Kalender sehr groß vor (49,5 x 68,5 cm), aber jetzt hängt er zwischen zwei Postern im DIN A0 Format und da wirkt er sogar richtig klein.
Ich weiß nicht, wie es bei anderen so im Büro ist, aber bei mir soll das was ich an die Wand hänge schon ein bisschen seriös sein, darf aber auch gerne die Besucher zum Schmunzeln bringen. Der Kalender mit den FUNI-Sprüchen schafft da für mich eine gute Balance. Wie bei einem Wandkalender üblich, wird hier jedem Monat ein Blatt gewidmet und darauf ist dann jeweils einer der Sprüche in schwarz-weiß und mit unterschiedlichen Typen abgedruckt. Insgesamt gibt es von FUNI mehr als 12 Sprüche, die dann in den unterschiedlichen Kalender-Formaten für jedes Jahr neu zusammengestellt werden. Ich würde mir dabei aber nicht unbedingt jede dieser Kombinationen ins Büro hängen. Die Variante als Wandkalender für 2018 in der Größe 49,5 x 68,5 cm ist für mich aus einem speziellen Grund besonders interessant: Er kommt ohne Fäkalsprache aus. Das mag jetzt vielleicht blöd klingen, aber ich kann mir im Büro nicht einen ganzen Monat lang einen Spruch an die Wand hängen in dem das Wort "Kacke" oder "Scheiße" vorkommt. Das ist bei mir im Büro einfach nicht angemessen. Eine solche Zusammenstellung ist beispielsweise im Format Notizkalender 22 cm x 49 cm der Fall, weshalb ich den nicht fürs Büro verwenden wollen würde (den kann ich mir dafür aber zum Beispiel super als Putzplan in einer WG-Küche vorstellen). Der kleine Wandkalender 24 cm x 24 cm wäre aber für 2018 ebenfalls in dieser Hinsicht in Ordnung.
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass ich später den einen oder anderen Spruch rahmen werde. Problematisch ist hier nur, dass die Typen teilweise sehr nahe an den Rand reichen und man so wenig Spielraum beim Zurechtschneiden hat.
Es vergeht nun zwar noch fast ein halbes Jahr bis 2018, aber da die Titelseite sowieso einen meiner liebsten Büro-Sprüche zeigt (Frage von Kollegen: Und, wie ist es so? Antwort: LÄUFT. [Zwar rückwärts und bergab.] Aber läuft.“), schaue ich mir den auch gerne schon ein paar Monate an.
In Anbetracht der Kalendergröße finde ich den Verkaufspreis auch absolut angemessen.


So habe ich bewertet:

Und hier kann man den Kalender kaufen: Dumont Sprüche-Kalender: Typo-Kalender 2018

Weitere Informationen zum Kalender und den Sprüchen, findet man auf der Homepage des Dumont Kalenderverlages.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Lisa Ballantyne: Wenn Du vergisst

Inhaltsangabe des Verlages:
Die Londoner Lehrerin Margaret Holloway ist auf dem Weg von der Schule nach Hause, als ihr Wagen in einen Unfall gerät. Sie ist gefangen in dem Fahrzeug, das kurz davor ist, in Flammen aufzugehen. Ein Fremder befreit sie und verschwindet sofort wieder. Anfangs kann sich Margaret kaum an etwas erinnern – wie so oft in ihrem Leben. Nur die Narben im Gesicht des Mannes sind ihr deutlich vor Augen. Doch nach und nach kehren die Erinnerungen zurück: nicht nur an den Unfall, sondern auch an Erlebnisse in ihrer Kindheit in Schottland, die sie allzu lange verdrängt hat …


"Wenn Du vergisst" von Autorin Lisa Ballantyne erweckt durch den Titel und die Covergestaltung den Eindruck, dass es sich hier um einen Thriller handelt. Aber ein Geheimnis macht noch lange keinen Kriminalfall und die Unwissenheit der Protagonistin noch keine Spannung.
Ich würde "Wenn Du vergisst" ein Familiendrama nennen und als solches kann es auch durchaus die Erwartungen eines Lesers erfüllen.
Im Mittelpunkt des Romans steht Margaret, eine Schulrektorin von 36 Jahren, gebürtig aus Schottland und glücklich verheiratet mit zwei Kindern. Erzählt wird hier jedoch in zwei Zeitebenen und Margaret ist nur die Erzählerin in der Gegenwart des Jahres 2013. In der Vergangenheit, die hier im Jahr 1985 angesiedelt ist, gibt es wechselnde Erzählperspektiven, doch die wichtigste und einprägsamste ist Big George, ein Mann von 26 Jahren, der aus Glasgow stammt. In abwechselnden Kapiteln springt die Handlung zwischen den Jahren 1985 und 2013 hin und her, beginnend mit einem Autounfall den Margaret im Jahr 2013 hat. Sie wird in ihrem Auto eingeschlossen und kann erst im letzten Moment von einem Fremden davor bewahrt werden mit dem Fahrzeug in Flammen aufzugehen. Für Margaret ist dies ein traumatisches Erlebnis, aber auch eine Schlüsselszene um vergessene Erinnerungen aus ihrer Kindheit wieder zum Leben zu erwecken.
Die Handlung von "Wenn Du vergisst" spielt über nur wenige Tage hinweg in der Gegenwart, so lange, bis Margarets vollständige Erinnerung zurückgekehrt ist. Die Kapitel im Jahr 2013, fand ich ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Doch die Erzählungen von Big George im Jahr 1985 haben mir sehr gefallen. Zum Ausgleich gab es aber auch im Zeitstrang 1985 Kapitel aus einer anderen Perspektive die mir total überzeichnet waren und nicht gefallen konnten. Ich bin daher ziemlich gemischt in meiner Meinung über dieses Buch. Es hat mich stellenweise sehr gut unterhalten, aber leider war es mir zu vorhersehbar und teilweise zu langatmig um wirklich fesseln zu können. Ich kann "Wenn Du vergisst" daher nicht an Leser empfehlen die einen spannenden Thriller erwarten, sondern nur als Familientragödie weiter empfehlen.


So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Lisa Ballantyne: Wenn Du vergisst

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des btb Verlages.

Mittwoch, 5. Juli 2017

KW27/2017 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung

Diese Woche möchte ich Euch auf Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung aufmerksam machen:
Pagoden Bagan, Myanmar
© Amnesty

In Myanmar sind drei Journalisten festgenommen und angeklagt worden. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft. Die Vorwürfe beruhen ausschließlich auf ihrer friedlichen Medienarbeit im Shan‑Staat im Norden des Landes. Sie sind gewaltlose politische Gefangene und müssen umgehend und bedingungslos freigelassen werden.
Am 28. Juni wurden Lawi Weng (auch bekannt als Thein Zaw), Reporter für das Nachrichtenmagazin Irrawaddy, sowie Aye Nai und Pyae Phone Aung, beide Reporter für die Organisation Democratic Voice of Burma, unter Paragraf 17(1) des Vereinigungsgesetzes von 1908 angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, mit der Ta’ang Nationalen Befreiungsarmee (TNLA) in Kontakt zu stehen, einer bewaffneten Gruppe, die im Norden Myanmars aktiv ist. Bei einer Verurteilung drohen ihnen jeweils bis zu drei Jahre Haft.
Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung wurden am 26. Juni gemeinsam mit vier weiteren Personen an einem militärischen Kontrollpunkt in Payargyi im Township Namhsan im Shan-Staat festgenommen. Die Männer kamen gerade aus einer Gegend zurück, die von der TNLA kontrolliert wird. Dort hatten sie anlässlich des Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr über eine Drogenverbrennungszeremonie berichtet. Die Identität der anderen vier Personen ist Amnesty International bisher nicht bekannt. In den Lokalmedien wird berichtet, dass eine dieser vier Personen – ein Fahrer – mittlerweile ohne Anklage wieder freigelassen worden ist.
Der Verbleib von Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung war fast drei Tage lang unbekannt. Dann wurden sie in das Hsipaw-Gefängnis im Shan-Staat gebracht, wo sie nach wie vor festgehalten werden. Es besteht Sorge um den Gesundheitszustand von Lawi Weng und Aye Nai. Lawi Weng muss wegen einer Herzerkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen und ist in der Vergangenheit wegen Nierenversagens behandelt worden. Aye Nai leidet ebenfalls unter gesundheitlichen Beschwerden.
Die nächste Anhörung ist für den 11. Juli vor dem Gericht des Townships Hsipaw angesetzt.


Es gibt eine Urgent Action, die sich für Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: ago.h.o(at)mptmail.net.mm, info(at)meberlin.com

Betreff: Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung

Text:
Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

mit großer Sorge habe ich erfahren, dass drei Journalisten festgenommen worden sind, weil sie im Shan-Staat ihrer Arbeit nachgegangen sind.
Lassen Sie Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung sowie alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen in Myanmar umgehend und bedingungslos frei, da sie sich lediglich aufgrund der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit in Haft befinden.
Sorgen Sie bitte dafür, dass Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung bis zu ihrer Freilassung angemessen medizinisch versorgt werden, umgehend wirksamen und regelmäßigen Zugang zu ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl erhalten, und vor Folter oder anderweitigen Misshandlungen geschützt werden.
Ich bitte Sie zudem entsprechend internationaler Menschenrechtsnormen und -standards um die Aufhebung oder Abänderung aller Gesetze, die das Recht auf Vereinigungsfreiheit willkürlich oder pauschal einschränken - darunter auch das Vereinigungsgesetz von 1908.

Mit freundlichen Grüßen

(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Drei Journalisten in Haft

Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!


Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.






"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 4. Juli 2017

Dumont Fotokunst-Kalender: August Sander - KÖLN-Fotografien 2018

Informationen des Verlages zu August Sander:
August Sander (1876–1964) war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten deutschen Fotografen. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst und der Rückkehr nach Köln hatte Sander begonnen, die Stadt zu porträtieren. Diese Arbeit setzte er bis zum Beginn des nächsten Krieges fort. Er verzichtete bewusst darauf, seine Arbeiten zu datieren. Er war kein Fotojournalist, er machte keine Schnappschüsse – die Fotografien sind weder Momentaufnahmen noch reine Architekturaufnahmen. Es handelt sich um das Porträt einer Stadt in ihrer grundlegenden kulturhistorischen Bedeutung. Dass diese Vorkriegsaufnahmen eine über das rein Dokumentarische hinausgehende Bedeutung haben würden, war nicht vorauszusehen. So zeigen seine Bilder ein Häusermeer, das wenig später zu einem Trümmerfeld werden sollte. Seine Fotografien erhielten nach 1945 eine neue kulturhistorische Dimension. In den Jahren 1946 bis 1952 stellte Sander aus vorhandenem Bildmaterial sechszehn thematisch geordnete Mappen mit insgesamt 407 auf Fotokarton (43 x 34 cm) aufgeklebten schwarz-weiß-Abzügen, jeweils mit einem schwarzen Rand versehen, zusammen. Sie geben ein Bild es alten Köln wieder, eine Vorstellung von "Köln wie es war". Zwölf Bilder aus zwölf Mappen zeigt dieser Kalender.

Ich muss gestehen, dass ich den Fotografen August Sander bisher gar nicht kannte und mir seine Fotografien im Kölnischen Stadtmuseum nicht in Erinnerung geblieben sind. Das liegt jedoch weniger an seinen Bildern, sondern vielmehr an der großen Anzahl von Objekten die es im KSM zu sehen gibt.
Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, welches Trümmerfeld Köln nach dem zweiten Weltkrieg war. Bis auf den Kölner Dom (der als Ortungsziel für die Angriffe aus der Luft stehen bleiben durfte) ist kaum etwas in der Kölner Altstadt und innerhalb der Ringe erhalten geblieben. Ich finde es daher sehr schön, dass mit den Aufnahmen von August Sander vermittelt wird, wie Köln früher einmal aussah, auch wenn manchmal ein wenig Schwermut aufkommen kann, wenn man beispielsweise die schönen alten Häuser am Heumarkt sieht. Bereits in den letzten Jahren sind Kalender mit den Köln-Motiven von August Sander erschienen. Einige dieser Zusammenstellungen finde ich besonders gelungen und das ist auch einer der Gründe, warum ich der Ausgabe für das Jahr 2018 einen Stern in der Wertung abziehe. Mir gefallen die Bilder in den Kalendern der Jahre 2013-2017 in ihrer Gesamtheit ein wenig besser, da dort immer ein großer Bildausschnitt zu sehen ist.
Auf den meisten Monatsblätter für das Jahr 2018 ist dies auch der Fall, aber in den Monaten Februar (Tür des Gürzenich), Juni (Brunnen) und September (Rathausturm) ist mir persönlich der Ausschnitt zu klein, auch wenn natürlich dadurch die Verzierungen besonders gut zu erkennen sind. Das ist mein persönlicher Geschmack und mir gefallen eben einfach die Panoramen und Häuserzeilen, Straßenzüge und Raumaufnahmen von August Sander am besten.
Ich persönlich hätte es auch bevorzugt, wenn die Detail-Erläuterungen zum Motiv mit auf dem Kalenderblatt untergebracht wären, statt auf einer separaten Seite hinter dem Monat Dezember. Ich habe immer lieber alles auf einen Blick, statt mich erst durchblättern zu müssen, denn die Details sind für mich schon immer sehr interessant.
Insgesamt gesehen kann mich besonders die Brillanz und Schärfe der Schwarz-Weiß-Aufnahmen beeindrucken, insbesondere wenn man bedenkt aus welcher Zeit diese stammen.
Empfehlen kann ich den Kalender "August Sander – KÖLN-Fotografien 2018" daher an alle diejenigen, die sich einen Eindruck des "alten" Köln verschaffen wollen und dafür einen qualitativ hochwertigen Kalender im kompakten Format (34,5 x 40 cm) schätzen.
Der Verkaufspreis erscheint mir hier durchaus angemessen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man den Kalender kaufen: Fotokunst-Kalender: August Sander - KÖLN-Fotografien 2018

Weitere Informationen zum Kalender und zum Fotografen finden sich auf der Homepage des Dumont Kalender Verlages.

Montag, 3. Juli 2017

Maeve Haran: Das größte Glück meines Lebens



Inhaltsangabe des Verlages:
Stella Ainsworth führt ein ruhiges Leben mit ihrem leicht pedantischen Mann, ihrer chronisch unzufriedenen Tochter und ihren drei geliebten Enkeln. Eigentlich ist sie nicht unglücklich, auch wenn es sie zunehmend stört, dass ihre Familie sie für selbstverständlich nimmt. Doch dann steht ihr Leben plötzlich Kopf, denn ihre Jugendliebe taucht wieder auf. Cameron Keene verließ England vor vielen Jahren und wurde zur Rockikone der 60er-Jahre. Zu Stellas Verwunderung erklärt er in einem Interview, dass sein berühmtester Song – der zur Liebeshymne einer ganzen Generation wurde – von ihr handelt und dass er zurückgekommen sei, um sie zu finden ...

"Das größte Glück meines Lebens" von Autorin Maeve Haran hat mich überrascht und sehr gut unterhalten. Die Inhaltsangabe des Verlages wird diesem Buch jedoch überhaupt nicht gerecht!
Es ist keinesfalls so, dass dieses Buch von der Suche des Rockstars nach seiner verlorenen Muse handelt, denn die hat er nach ca. 80 (von 460) Seiten gefunden. Vorgefunden habe ich vielmehr eine komplexe Familiengeschichte, die sich hauptsächlich mit den vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Konflikten zwischen den Generationen in Stellas Familie beschäftigt.
Vielleicht hätte sich der deutsche Verlag mal Gedanken dazu machen sollen, warum das Buch schon auf Englisch so wenige Leser anzieht und nicht die englische Inhaltsangabe wortwörtlich übersetzt übernehmen sollen.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Stella, inzwischen 64 Jahre alt, seit über 40 Jahren verheiratet, Mutter einer Tochter (Emma) und Großmutter von drei Enkeln die 16 (Jesse), 11 (Izzy) und 1 Jahr (Ruby) alt sind. Dazu gibt es dann noch ihren Ehemann Matthew, ihren Schwiegersohn Stuart und ihre beste Freundin Suze, mit der sie schon als Blumenkind in den 60er Jahren befreundet war.
Stella hat innerhalb der Familie nie viel über ihre Vergangenheit als Freundin eines Musikers gesprochen und so sind alle sehr überrascht, als sich herausstellt, dass dieser zu einem bekannten Rockstar wurde und sein berühmtestes Lied für Stella geschrieben hat. Als Cameron Keene nun samt seiner Entourage, Ex-Frau und aktueller Ehefrau auftaucht ist klar, dass dies nicht ganz unbemerkt an Stellas Leben vorüber ziehen wird. Was "Das größte Glück meines Lebens" interessant macht ist ganz klar die Personenkonstellation und das Aufeinandertreffen so unterschiedlicher Charaktere. Dabei kommt auch dem 16jährigen Jesse eine große Rolle zu und damit auch den unterschiedlichen Lebensentwürfen von Eltern und ihren Kindern.
Mir haben auch die Schauplätze der Londoner Vorstadt und Brighton gut gefallen. Brighton wirkte richtig lebendig auf mich und als Synonym für Stellas Wohnort und die Probleme mit der Infrastruktur und der städtebaulichen Entwicklung vor Ort können sicherlich viele vergleichbare Orte stehen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir zum Ende hin langsam zu viele schillernde Personen vertreten waren und ein solches Aufeinandertreffen dann doch langsam an der Glaubwürdigkeit der Geschichte knabberte.
Insgesamt gesehen habe ich "Das größte Glück meines Lebens" sehr schnell gelesen, was ein Zeichen dafür ist, wie flüssig es geschrieben ist. Empfehlen kann ich das Buch insbesondere als Sommerlektüre und als generationenübergreifendes Buch das zumindest aufzeigen kann, dass es für zweite Chancen im Leben nie zu spät ist.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Maeve Haran: Das größte Glück meines Lebens

Weitere Infos zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.