Samstag, 21. Oktober 2017

KW42/2017 - Buchverlosung der Woche - Totenrausch von Bernhard Aichner

Es ist wieder soweit:
Ich starte eine neue Buchverlosung.




Ich verlose das Buch "Totenrausch" von Bernhard Aichner.

"Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist ..."


Das Buch ist neu und ungelesen (noch in Folie).

Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört). Einsendeschluss ist am Samstag, den 04.11.2017 um 20 Uhr. Der Gewinner wird erst ab dem 11.11.2017 bekannt gegeben! Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.


Viel Erfolg! :-)

Freitag, 20. Oktober 2017

Jennifer Ryan: Der Frauenchor von Chilbury

Inhaltsangabe des Verlages:
Wer singt, gibt niemals auf
England, 1940: Der Krieg hat die Insel erreicht. Als immer mehr Männer eingezogen werden, beschließt der Pfarrer von Chilbury, den Chor der Gemeinde aufzulösen. Die Frauen des Dorfes sind zutiefst enttäuscht. Was bleibt ihnen im schwierigen Kriegsalltag noch? doch dann kommt die Musikprofessorin Primrose Trent aus London im Ort unter. Sie ist der Überzeugung, dass Musik gerade in schwierigen Zeiten wichtig ist und schlägt die Gründung eines reinen Frauenchors vor. Die Idee trifft auf Skepsis. Ein Chor ganz ohne Bässe und Tenöre? Aber Primrose gibt nicht auf: Der rein weibliche Chor beginnt zu proben - und hilft den Frauen, ihre eigene Stimme zu finden.
Vier grundverschiedene Frauen und Mädchen berichten in ihren Briefen und Tagebucheinträgen von ihrem Leben in Chilbury.

"Der Frauenchor von Chilbury" von Autorin Jennifer Ryan ist nicht ganz die Geschichte die ich erwartet habe. Nach der Inhaltsbeschreibung ging ich davon aus, dass es hauptsächlich um den Chor und seinen Werdegang geht. Der Chor selber steht jedoch eher im Hintergrund der Handlung und im Mittelpunkt stehen einzelne Chormitglieder, die hier auch als Erzählerinnen in Form von Briefen und Tagebucheinträgen auftreten. Als Hörbuch wurde dies sehr gut umgesetzt, indem für jede dieser Erzählerinnen eine andere Sprecherin gewählt wurde. So wird die intrigierende Hebamme Edwina von Andrea Sawatzki gesprochen, was sehr gut passt und die Rollen der Schwestern Winthrop und der örtlichen Krankenschwester von Elena Wilms, Jasna Fritzi Bauer und Monika Oschek. Unterstützt wird dies noch von Ulrich Noethen, der als Nachrichtensprecher auftritt.
Ein Highlight dieses Hörbuches sind die Choraufnahmen mit dem Frauenensemble Encantada, die für Gänsehautstimmung sorgen und leider nur viel zu kurz ausfallen. Ich hätte gerne bei jeder Erwähnung eines Chorstückes in der Handlung die musikalische Umsetzung gehört, aber immerhin vier Stücke wurden so in unterschiedlicher Länge integriert.
Inhaltlich ist die Handlung deutlich dramatischer als zunächst vermutet. Es sind kriminalistische Elemente enthalten und in Kriegszeiten spielen natürlich auch immer Spionage, Bombenangriffe, Tod und neue Liebschaften eine Rolle. Zu Anfang können die vielen Namen und Figuren sehr verwirrend sein und man braucht die erste CD um sich zu orientieren und die Verbindung der Figuren untereinander zu verinnerlichen. Anders als bei einem Buch kann man ja auch schlecht zurückblättern und noch mal nachlesen. Hat man das aber erst mal für sich sortiert, so macht es Spaß der Geschichte zu lauschen und durch die unterschiedlichen Sprecherinnen sind auch die Perspektivenwechsel immer gut erkennbar. Mir hat dieser Einblick in die Epoche aus rein weiblicher Perspektive gut gefallen und gerade durch die Verschiedenheit der Figuren und ihrer Herkunft wird ein breites Spektrum abgedeckt. Das Einzige was alle Frauen miteinander verbindet ist der Chor und die Freude an der Musik und daher finde ich es auch sehr gut, dass hier ein echter Chor in die Umsetzung mit einbezogen wurde.
Insgesamt gesehen kann ich "Der Frauenchor von Chilbury" insbesondere als Hörbuch empfehlen, da der musikalische Aspekt in Buchform nicht so wiedergegeben werden kann wie es hier der Fall ist.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Jennifer Ryan: Der Frauenchor von Chilbury


Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherinnen finden sich auf der Homepage des Argon Verlages.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Limes trifft ... Autoren auf der Frankfurter Buchmesse 2017





Und wieder ist ein Jahr vorbei und die Frankfurter Buchmesse 2017 gehört bereits der Vergangenheit an. Auch wenn Limes dieses Jahr nicht viel Zeit hatte, so hat er doch einen kleinen Abstecher in die Messehallen gemacht und Glück gehabt einige Autorinnen und Autorin live zu sehen.


Vor einiger Zeit wurde hier im Blog "So klingt Dein Herz" von Cecelia Ahern vorgestellt.
Die Autorin hat das Buch auch auf der Buchmesse vorgestellt und sich dort Zeit für ihre Leser genommen.





"Vintage" des französischen Autor Grégoire Hervier war eine echte Überraschung. Die Rezension war kürzlich hier im Blog zu lesen.
Limes hat sich sehr gefreut den Autor am Stand des Ehrengastes Frankreich anzutreffen.





Ein besonderes Vergnügen war die Lesung mit Emily Bold, die von vorablesen.de organisiert wurde. Die Autorin las aus ihrem neuesten Buch "Der Duft von Pinienkernen" und erzählte einige lustige Anekdoten.
Wer noch nicht bei einer Lesung mit ihr war, der kann ich es wärmstens empfehlen.











Natürlich hat sich auch Limes gefreut Emily Bold zu treffen.





Fast nur auf der Bühne zu erahnen war die Thrillerautorin Paula Hawkins, die über ihr Buch "Into the Water" gesprochen hat.






Auch Harald Glööckler ist nun unter die Autoren gegangen und war auf der Buchmesse um sein Buch "Fuck you, Brain" zu bewerben.
Limes fand diese Begegnung sehr ungewöhnlich.




Autorin Nicole Gozdek hat aus "Die Magie der Lüge" gelesen, ein Buch ebenfalls zuletzt hier im Blog vorgestellt wurde.





Limes hat sich gefreut Nicole Gozdek persönlich zu treffen.




Etwas voller wurde es dann beim Gespräch zwischen Autor Nicholas Sparks und Margarete von Schwarzkopf bei dem es um das neueste Buch des Autors "Seit du bei mir bist" ging.




Die Hölle los war dann schließlich bei der Veranstaltung mit Cassandra Clare, die den zweiten Band "Lord of Shadows" ihrer neuesten Reihe vorstellte.
Moderiert wurde hier von Mona Kasten und gelesen von Bastian Hagen.



Das Gastgeberland Frankreich war auch auf der Agora präsent in Form einer riesigen Asterix-Figur.







Eine besondere Überraschung erwartete Autor Tad Williams bei der Ideentanke, die den Autor eingeladen hatte ohne das dieser wusste worum es geht.



Der Autor erzählt auch ein bisschen über seine letzten Aufenthalte in Deutschland.


Und schließlich bekam er die Überraschung überreicht in Form eines originalen Drachenbeinthrones aus dem 3D-Drucker.


Da der Drachenbeinthron genau die richtige Größe hat für Limes, durfte er direkt mal Probesitzen. Tad Williams schreibt gerade an einer Fortsetzung der Saga, vielleicht gibt es da auch noch eine Rolle für Limes?



Und schließlich ging es noch zu den nächsten Sternen am "Thriller-Firmament". :-)

Elke Bergsma stellte ihr Buch "Zornesbrut" vor.



Martin Krüger war mit "Der Engel des Bösen" vertreten.



Daniela Frenken mit "Blutiges Erbe".




Und Katrin Rodeit mit "Lauernde Schatten".





So ging mal wieder ein langer Buchmessetag zu Ende.
Wir freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr!

Dienstag, 17. Oktober 2017

Julia Corbin: Die Bestimmung des Bösen



Inhaltsangabe des Verlages:
"Schließ die Augen und zähl bis hundert." Dies sind die letzten Worte, die Alexis von ihrem Vater hört. Kurz darauf sind ihre Eltern tot, und das kleine Mädchen bleibt als Waise zurück, verfolgt von traumatischen Erinnerungen.
Dreiundzwanzig Jahre später ist Alexis Hall Kommissarin bei der Mannheimer Kripo. Die wahren Gründe, warum sie zur Polizei ging, kennt niemand. Als mehrere brutal entstellte Frauenleichen in einem Wald entdeckt werden und sie die Ermittlungen leiten soll, holt sie ihre Vergangenheit ein. Denn die weißen Anemonen, mit denen die Toten geschmückt sind, kennt Alexis nur zu gut - aus ihrer Kindheit ...



"Die Bestimmung des Bösen" von Julia Corbin ist ein echter Forensik-Thriller. Neben Kommissarin Alexis Hall, spielt auch die Gerichtsmedizinerin Karen (befreundet mit Alexis) eine große Rolle, so dass wir hier eine Art deutsches "Rizzoli & Isles" haben. Wirft jedoch schon Maura Isles (aus der Buchreihe und Fernsehserie von Tess Gerritsen) gerne mit forensischen Fachbegriffen um sich, so ist es bei Karen noch eine Stufe mehr, denn sie ist als Kriminalbiologin spezialisiert auf Insekten. Die verschiedenen Entwicklungsstadien dieser Krabbelviecher werden daher noch detaillierter beschrieben als man es von Simon Beckett kennt. Das war manchmal nicht ganz so appetitlich, aber durchaus interessant zu lesen, auch wenn es manchmal zu sehr in Abhandlungen abschweifte. Zu verdanken hat der Leser dies sicherlich dem eigenen Werdegang der Autorin als Biologin und so kann man auch davon ausgehen, dass die hier vermittelten Informationen der Wahrheit entsprechen.
Die eigentliche Kriminalhandlung fand ich spannend erzählt und so aufgebaut, dass man nicht sofort wusste worauf es hinaus läuft – für eine Debutautorin besonders beachtlich. Durch wechselnde Erzählperspektiven und Rückblicke in die Vergangenheit wird die Neugier des Lesers geweckt und auch die Grundidee der Autorin hat mir gefallen.
Insgesamt gesehen ist dies zwar kein Thriller der mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, aber "Die Bestimmung des Bösen" kann durchaus unterhalten. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass die Autorin mit ihren Hauptfiguren Alexis und Karen eine Fortsetzung schreibt, auch wenn dann natürlich die persönliche Geschichte der Kommissarin nicht mehr so ein Geheimnis ist.
Insgesamt gesehen kann ich "Die Bestimmung des Bösen" an die Leser empfehlen, die sich auch sehr für Forensik interessieren und denen es nichts ausmacht, wenn Tatorte und Opfer sehr detailliert beschrieben werden.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Julia Corbin: Die Bestimmung des Bösen


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Diana Verlages.

Montag, 16. Oktober 2017

Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Inhaltsangabe des Verlages:
Ruth Jefferson ist eine ausgezeichnete und erfahrene Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital in Connecticut. Als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, verbietet es ihr die Klinikleitung. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an, und Ruth ist schwarz. Doch der kleine Junge bekommt Atemnot, während Ruth als Einzige auf der Station Schicht hat. Was soll sie nun tun? Sie zögert nur kurz und folgt ihrem Gewissen doch der Säugling stirbt. Der Vater, Turk, zieht Ruth vor Gericht und beschuldigt sie, verantwortlich für den Tod seines Sohnes zu sein. Ihre Pflichtverteidigerin Kennedy verfolgt eine rationale Strategie, doch das Thema ist emotional so aufgeladen, dass sie damit nicht weiterkommt. Aber Ruth will nicht aufgeben und für ihren Freispruch kämpfen.



Ich habe "Kleine große Schritte" von Autorin Jodi Picoult als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von drei Sprechern (Beate Rysopp, Frank Stieren und Svenja Pages) die für die Figuren Ruth, Turk und Kennedy stehen. Mir haben alle drei Sprecher sehr gut gefallen, sie verkörpern ausgezeichnet ihre jeweiligen Figuren und harmonieren gut miteinander.
Die Autorin hat sich hier dem Thema Alltagsrassismus angenommen. Es ist ein wichtiges Thema und sicherlich eines, dass noch mehr Beachtung in der Literatur finden müsste. Hier geht es zwar speziell um Afro-Amerikaner, aber zu großen Teilen, lässt sich dies auch auf jedes andere Land, jede Kultur und Gesellschaft übertragen. Die Hauptfigur Ruth Jefferson hat sich Jahrzehnte lang bemüht unauffällig zu sein und sich möglichst gut zu integrieren und in einer Welt in der die Weißen in der Überzahl sind, nicht aufzufallen. Sie hat es zu beruflichem Erfolg gebracht, ein Haus in einer guten Gegend gekauft und einen Sohn großgezogen der zu den Jahrgangsbesten seiner Schule zählt. Doch all das ist nicht genug an dem Tag, als die Eltern eines neugeborenen Babys bestimmen, dass keine Person afro-amerikanischer Abstammung ihren Sohn berühren darf und Ruths Vorgesetzte beschließt sich dem zu beugen. Von diesem Moment an, kann es Ruth nicht mehr richtig machen, denn als das Kind in Not gerät, hat sie die Wahl sich ihrer Vorgesetzten zu widersetzen oder gegen ihren beruflichen Ethos zu handeln.
Was mich an "Kleine große Schritte" fasziniert hat, ist weniger die Schilderung des Alltagsrassismus den Ruth durchlebt, sondern vielmehr wie es die Autorin schafft dem vermeintlich unvoreingenommenen Leser vor Augen zu führen, wie sehr Rassismus verwurzelt ist, selbst wenn man selber meint "keine Farben zu sehen". Man mag vielleicht keinen Unterschied machen, ob die Person vor einem nun Vorfahren aus Afrika, Asien oder Südamerika hat, aber schon wenn man daran denkt, dass man da keinen Unterschied macht, hat man genau das schon gemacht. Ebenso ist es auch, dass man als blonde, weiße Frau durchaus auch einen "positiven" Rassismus bemerken kann, indem man z. B. bei Polizeikontrollen durchgewunken wird, während Personen mit anderem Aussehen grundsätzlich kontrolliert werden.
Manches was in diesem Buch beschrieben wird, mag man einfach nicht glauben und es trägt nicht gerade dazu bei, dass ich einen positiveren Eindruck des amerikanischen Rechtssystems erhalte. Aber leider ist es nach all dem was man im Zusammenhang mit der "black lives matters" Bewegung gehört hat nur allzu glaubhaft.
Nicht passend fand ich hier jedoch wie die Autorin das Buch beendet hat. Nachdem sie sich so ernsthaft mit diesem wichtigen Thema beschäftigt hat, hätte "Kleine große Schritte" einfach mehr verdient gehabt als ein kitschiges Hollywood-Happy-End und das hat mich in dieser schmalzigen Süße doch etwas enttäuscht zurück gelassen.
Aber bis dahin kann ich nur sagen, dass ich dieses Hörbuch absolut empfehlen kann und mir auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen könnte, nachdem ich beim Hören schon immer Octavia Spencer in der Rolle der Ruth Jefferson vor Augen hatte.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Jodi Picoult: Kleine große Schritte


Weitere Informationen zum Hörbuch, den Sprechern und der Autorin finden sich auf der Homepage des Audiobuch Verlages.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Der Gewinner der Verlosung zu Bad for you: Krit und Blythe von Abbi Glines

Der Gewinner zur Verlosung des Exemplares von "Bad for you: Krit und Blythe" von Autorin Abbi Glines steht fest!


3 Lose wurden geschrieben.


Limes schaut sich die Lose genau an.

Ein Los hat Limes ausgewählt.


Herzlichen Glückwunsch, FALKO!
Du bekommt eine E-Mail von mir zum Buchversand.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis





Inhaltsangabe des Verlages
Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …
 
"Marlenes Geheimnis" von Autorin Brigitte Riebe widmet sich hauptsächlich der Zeit des Nationalsozialismus ab ca. 1942 bis nach Kriegsende und wird in Form von schriftlichen Hinterlassenschaften von Eva Auberlin an ihre Enkelin Nane aufbereitet.
Die namensgebende Marlene tritt hierbei nicht als Erzählerin auf, sondern ist Bestandteil der Erzählung in der Vergangenheit und einzige aus dieser Zeit noch lebende Figur in der Gegenwart. Ich persönlich fand den Titel nicht gut gewählt, denn so ist dem Leser direkt klar, bei wem hier ein Geheimnis zu suchen ist und die Zusammenhänge können schon lange vor der eigentlichen Auflösung hergeleitet werden. Ich hätte daher ein neutraleren Titel in der Art von "Evas Erinnerungen" oder "Das tschechische Geheimnis" für besser befunden.
Mir hat der Teil in der Vergangenheit ausgesprochen gut gefallen, was besonders an der Figur der Eva liegt, die von Kindheit an begleitet wird und mit der man so sehr vertraut wird.
Den Anteil in der Gegenwart fand ich nicht ganz so gelungen, was hauptsächlich an den Figuren liegt. Marlene fand ich nur unzureichend beschrieben und irgendwie wird dies ihr nicht gerecht. Es gibt so viele andere Personen die sie mögen und schätzen, aber leider geht das aus den Szenen mit ihr überhaupt nicht hervor, im Gegenteil wirkt sie eher verschroben und unnahbar.
Ebenfalls nicht warm wurde ich mit Christiane Auberlin, genannt Nane, die in der Gegenwart die Hauptfigur ist und die auf die Reise in den Ort des Familienbetriebes begleitet wird. Hier wurde versucht das aktuell sehr angesagte Thema „burn out“ unterzubringen, was ich nur als misslungen bezeichnen kann. Einerseits betont Nane sich selber gegenüber immer wieder wie krank sie doch wäre und das sie dies erzählen müsste, aber andererseits hat sie nur eine Woche Urlaub genommen und scheint sich nicht mal in ärztlicher Behandlung zu befinden. Das fand ich nicht glaubhaft und auch nicht denen gegenüber fair, die ebenfalls damit kämpfen ernst genommen zu werden mit ihrer Erkrankung.
"Marlenes Geheimnis" widmet sich einem Kapitel der Geschichte, das auch gut zur heutigen Zeit passt. Denn nach Kriegsende waren die Deutschen und alle die auch nur entfernt damit zu tun hatten alles andere als gerne gesehen und so kam es zu großflächiger Vertreibung und Flüchtlingsströmen von Ost nach West die wenig gastlich willkommen geheißen wurden. Es wird auch ein sehr dunkles Kapitel der Kriegsgeschichte aufgegriffen und weitestgehend historisch korrekt wieder gegeben, der Rest ist dann der künstlerischen Freiheit geschuldet, aber wen die Details interessieren, der kann die Ortsnamen einfach mal nachschlagen. Nett wäre es natürlich gewesen, wenn die Autorin in einem Nachwort selber zu den historischen Fakten und der literarischen Fiktion Auskunft gegeben hätte, denn gerade bei historischen Romanen ist mir dies immer sehr wichtig.
Insgesamt gesehen fand ich "Marlenes Geheimnis" interessant, aber wenig überraschend.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Diana Verlages.

 

Dienstag, 10. Oktober 2017

Marc-Uwe Kling: QualityLand (dunkle Edition)





Inhaltsangabe des Verlages
Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
 
Gut, dass es in unserer Gegenwart noch nicht so ist wie in QualityLand, denn dann hätte ich jetzt ganz große Probleme. Bewertet man etwas mit einem anderen Wert als der vollen Punktzahl, dann hat das nämlich ziemliche Auswirkungen und benötigt langer Rechtfertigungen und Erklärungen.
Rechtfertigen und erklären will ich mich natürlich auch, aber der Unterschied ist eben, dass ich das freiwillig mache und nicht aus Zwang handle.
Zunächst einmal sollte man zu "QualityLand" von Autor Marc-Uwe Kling wissen, dass es zwei unterschiedliche Ausgaben gibt, die in Online-Shops einfach nur als "helle" und "dunkle" Ausgabe bezeichnet werden. Was dort jedoch nirgendwo steht ist, dass sich die Bücher nicht nur nach der Vorliebe des Einbandes unterscheiden, sondern auch inhaltlich voneinander abweichen. Die Grundhandlung ist zwar die gleiche, es gibt jedoch Unterbrechungen in der Art von Werbeblöcken, Artikeln und Kommentaren, die in den Versionen unterschiedlich ausfallen. "Hell" ist dabei die Ausfertigung für Optimisten und "dunkel" die für Apokalyptiker. In der Realität und ohne diese Unterscheidung zu wissen hätte ich mich für "dunkel" entschieden und da es in QualityLand keinen Irrtum gibt, ist das natürlich auch genau richtig so. Wer doch in die andere Version Einblick haben will, der kann das über einen QR-Code am Ende des Buches tun. Die Aufmachung des Buches mit abschließenden Kanten und Leineneinband gefällt mir sehr gut, wobei der schwarze Einband jedoch beim Lesen ein bisschen an die Fingerkuppen abgefärbt hat.
Das Wort, das in "QualityLand" am häufigsten vorkommt, dürfte wohl "OK" sein, denn das ist die Antwort auf alle Fragen und die einzige Option die einem vom System angeboten wird.
Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven, die gleichzeitig Einblick in unterschiedliche Gesellschaftsschichten bieten. Wir beginnen mit Peter Arbeitsloser, Sohn eines Arbeitslosen und ständig in Gefahr zu einem Nutzlosen für die Gesellschaft zu werden. Wir begleiten auch Martyn Vorstand, Sohn eines Vorstandsmitgliedes und daher von Geburt an erfolgreich. Und schließlich gibt es da noch John of Us, ein Androide mit der Ambition der nächste Präsident von QualityLand zu werden, denn Maschinen machen keine Fehler.
Am Anfang ist noch nicht klar, was diese Figuren miteinander zu tun haben und ihre Episoden bewegen sich nebeneinander her. Für Unterhaltung sorge bei mir insbesondere der Weltenaufbau, indem man durch viele kleine Anspielungen entdeckt, wie unsere bekannte Welt in "QualityLand" gewandelt wurde. Vieles davon entstammt einer noch weit entfernten Zukunft, aber manches ist auch schon in unserer Realität angekommen oder auf dem Sprung zu der in "QualityLand". Manches regt auch zum Nachdenken an, wenn beispielsweise der elektronische Fahrer des selbstfahrenden Autos erzählt, dass die Autos doch früher tatsächlich 96 % ihrer Zeit nur geparkt wurden und wie langweilig das doch für diese Autos gewesen sein muss. Beim Hormonchip für Kleinkinder mit dem diese über eine App ruhig gestellt werden, musste ich dann schon echt schlucken und hoffe das wird nicht Realität.
Marc-Uwe Kling ist hier vor allem eines: konsequent in der Umsetzung. Und das macht die Handlung für mich unterhaltsam, interessant und als Satire lesenswert.
Was mir hier jedoch fehlte um die schon oben erwähnte Höchstbewertung zu geben ist ein roter Faden in der Handlung der über den Weltenaufbau hinausgeht und den Leser auch so etwas wie ein Ziel erreichen lässt, sowie Figuren mit denen mich etwas verbindet. Leider war hier der Androide John of Us noch die Figur, die mich am meisten interessierte und das zeigt, dass die Menschen in diesem Buch Maschinen ähnlicher sind als die Maschinen selber und das trägt eben nicht unbedingt dazu bei, dass sie Sympathiefiguren sind.
Insgesamt gesehen hat mir "QualityLand" zwar als Satire und "erhobener Zeigefinger" unserer heutigen Gesellschaft gefallen, aber nicht vollständig als Roman mit lesenswerten Figuren überzeugt.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Marc-Uwe Kling: QualityLand (dunkle Edition)

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Ullstein Buchverlages.

Montag, 9. Oktober 2017

Theresa Carle-Sanders: Outlander - Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga

Inhaltsangabe des Verlages
Claire Beauchamp Randalls unglaubliche Reise aus dem Großbritannien der Nachkriegszeit ins Schottland des achtzehnten Jahrhunderts ist ein Fest für alle Sinne, und dabei bildet der Geschmack keine Ausnahme. Von Claires erster, einsamer Schale Porridge auf Burg Leoch bis zum dekadenten Rinderbraten nach ihrer überstürzten Heirat mit dem Highland-Krieger Jamie Fraser, von Zigeunereintopf und Marmeladentörtchen über Brathühnchen bis zu Buttermilchgebäck – diese köstlichen Gerichte führen auch den anspruchsvollsten Gaumen in Versuchung.

"Outlander - Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga" von Köchin und Bloggerin Theresa Carle-Sanders und mit einem Vorwort von Diana Gabaldon (Autorin der Highland-Saga) gefällt mir super!
Hier wurden auf über 330 Seiten 108 Rezepte aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen getragen. Von Kapiteln zu den unterschiedlichen Fleischsorten, über Frühstück, zu Gebäck und Eingelegtem ist hier wirklich alles vertreten.
Dabei hat mir sehr gut gefallen, dass sich nicht nur auf eine Epoche beschränkt wird und lediglich Rezepte aus dem 18.Jahrhundert zu finden wären. Schließlich handelt es sich bei der Highlander-Saga um eine Zeitreisegeschichte und so finden sich hier auch moderne Adaptionen alter Gerichte und gänzlich moderne Kreationen oder auch ein Kapitel zu Pizza und Pasta.
Ich denke, dass ich kaum Unterweisung in der grundlegenden Küche benötige, aber wer darin noch nicht so versiert ist, findet auch dazu hier Tipps und Anleitungen. Für ein amerikanisches Kochbuch ist auch nicht selbstverständlich, dass die Mengenangaben nicht in Cups sind, sondern in Kilo und Gramm und das hilft mir persönlich auch sehr in der Umsetzung der Rezepte. Natürlich muss bei einem Kochbuch das "Outlander" im Namen trägt auch ein Bezug zur Buchreihe und Serie vorhanden sein. Unterstrichen wird das durch die schöne Buchaufmachung, die mir mit dem dicken Einband, dem Emblem auf dem Titel, den Farben und den zwei Lesebändchen sehr zusagt. 

Besonders sind jedoch auch die Namen der Gerichte, von Fionas Zimtscones, zu Fergus gerösteten Kartoffeln und Claires Brathähnchen oder Stephen Bonnets salzige Schokoladen-Brezel-Bällchen. Dabei wird auch jedes Rezept von einem umfangreichen Zitat begleitet, das inhaltlich zum Rezept passt, indem eine Variante des Gerichtes darin vorkommt oder aber die namensgebenden Personen.
Natürlich geht es bei einem Kochbuch auch immer darum, ob die Rezepte verständlich sind, die Mengenangaben stimmen und die Gerichte schmecken. Ich habe nun schon einiges ausprobiert (und noch viel mehr ist für die nächsten Wochen geplant) und mein positiver Eindruck wurde auch hier bestätigt. Mir gefällt, dass es hier Kombinationen gibt, auf die ich vorher noch gar nicht gekommen bin, z. B. bei der Würzung oder auch die Verwendung von Zutaten, an die ich mich vorher noch nicht so herangetraut habe, deren Handhabung aber mit dieser Beschreibung total einfach ist. Es gefällt mir auch sehr gut, dass unter jedem Rezept auch Abwandlungen vorgestellt werden oder Angaben zur Lagerung und Haltbarkeit zu finden sind.
Als letztes lasse ich nun noch ein paar Bilder für sich sprechen zu Gerichten die ich aus dem Buch zubereitet habe.

Shepherds's Pie:

Fionas Zimtscones:
Für Fans der Highland-Saga ist das Kochbuch eine sinnvolle Ergänzung und auch für Personen die mit der Reihe zwar nichts anfangen können, aber sich für schottisch-englisch-amerikanische Küche interessieren, ist das Kochbuch eine gute Investition.

So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen: Theresa Carle-Sanders: Outlander - Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga

Weitere Informationen zum Kochbuch finden sich auf der Homepage des Zauberfeder Verlages.