Bewertung: *****
John ist 15 Jahre alt und lebt bei seiner Mutter. Die Eltern haben sich vor einigen Jahren getrennt, die ältere Schwester ist bereits ausgezogen.
John ist nicht wie andere Jungen, er hat ein "Monster" in sich und kämpft täglich damit es nicht heraus zu lassen. Die Diagnose seines Psychiaters lautet auf Soziopathie. John kann keine emotionale Bindung zu anderen Menschen aufbauen, für ihn sind Menschen wenig mehr als Dinge. Für John steht die wirkliche Diagnose schon lange fest, er ist ein potenzieller Serienkiller und es liegt an ihm allein, ob er das Monster heraus lässt. Um seinen Alltag zu bewältigen, stellt er sich selber strenge Regeln auf, doch das Gerüst bröckelt immer mehr, als ein Mörder im Clayton County umgeht. John entdeckt zufällig wer hinter den Morden steckt und macht es sich selber zur Aufgabe, den Täter daran zu hindern weitere Morde zu begehen. Doch dazu muss er seine Regeln lockern und das Monster rüttelt bereits an den Gittern seines Käfigs ...
Das Hörbuch zu "Ich bin kein Serienkiller" hat mir gut gefallen. Der Sprecher Stefan Kaminski liefert hier wieder mal eine ganz hervorragende Arbeit ab, die es leicht macht dem Text zu folgen.
Da die Geschichte aus der Perspektive von John erzählt wird, lebt das Buch besonders von der Beschreibung seiner Gedanken und Sichtweisen. John ist nicht empfindungslos, auch wenn er keine emotionale Bindung zu anderen Menschen herstellen kann, und so lässt er uns auch an seiner Gefühlswelt teilhaben. Innerlich ist er zerrissen zwischen seinem Wunsch ein guter Mensch zu sein und dem Trieb, dem Monster in sich nachzugeben. Man hat beim hören nicht den Eindruck, dass es sich bei John um einen schlechten Menschen handelt auch wenn er zu wirklich schlechtem fähig ist. Sicherlich soll dieses Buch kein Plädoyer für die Akzeptanz von Serienkillern sein, doch es wird klar, dass John einem eigentlich nur leid tun kann und unter einer schlimmen Krankheit leidet. Er macht es sich selbst nicht einfach und das ist es, was ihn trotz seiner Gelüste und bösen Gedanken zu einem Sympathieträger macht.
Dan Wells hat es sehr gut geschafft die Balance zu halten zwischen dem Jungen, der schon genug Probleme durch Familie und Pubertät hat und dem Jungen, der sich selber als zukünftigen Serienkiller sieht, wenn er es nicht zu verhindern weiß.
Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, sind die Episoden über den Clayton Killer. Das war mir etwas zu abgehoben und auch Johns "Endlösung", bzw. der Weg dorthin hat mir nicht ganz so gut gefallen. Mehr möchte ich von der Geschichte hier auch nicht verraten.
Der Autor Dan Wells hat auf jeden Fall bewiesen, dass er ein kreativer Schreiber ist, der nicht dem mainstream folgt und neue Wege wagt. Sicherlich kann man da für die Zukunft noch einiges erwarten.
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller

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