Bewertung: *****
Wir schreiben das Jahr 1798. Napoleon hat sich noch nicht zum Kaiser der Franzosen ausrufen lassen, sondern ist "Bürger General". Nachdem er sich gegen die Engländer auf See keine Siege erhoffen konnte, macht er den Vorschlag die Engländer in ihren Kolonien zu schlagen und zu einem Eroberungsfeldzug nach Ägypten aufzubrechen. Gemeinsam mit über 150 Wissenschaftlern, tritt Napoleon mit seinem Heer an Land und erobert schnell Alexandria und Kairo. Doch was ist mit den Wissenschaftlern die ihn begleitet haben? Diesen Personen widmet sich "Das wahre Kreuz", ist es doch aus der Perspektive eines von ihnen erzählt. Bastien Topart ist Zeichner und eigentlich auf dieser Expedition nur dabei, weil sein Onkel Jean, ein bekannter Archäologe die Partei für ihn ergriffen hat.
Als sie in der Wüste einen Tempel erkunden, stoßen sie auf einen Trupp in Rittergewänder gekleideter Personen, die französisch sprechen und eine junge Frau gefangen genommen hatten. Es gelingt Bastien und seinen Begleitern, die Frau, die nicht mehr als ihren Namen Ourida offenbart, mit nach Kairo zu nehmen.
Aber wer sind die geheimnisvollen Ritter und was wollten sie von der jungen Frau, die nicht mit ihren Rettern redet?
"Das wahre Kreuz" ist das erste Buch, das ich über Napoleons Feldzug nach Ägypten gelesen habe. Über Napoleons Kaiserzeit habe ich schon häufiger gelesen, doch was hat ihn eigentlich dazu getrieben, ausgerechnet in Ägypten einzuziehen?
Jörg Kastner gibt hier die Antwort auf einige Fragen, verbunden mit einer fiktiven Geschichte, die sich der Suche nach dem "wahren Kreuz" - dem Kreuz an dem Jesus starb - widmet. Doch es geht nicht nur um Napoleons Feldzug, sondern auch um den Kreuzzug Ende des 12. Jahrhunderts, auf dem das Kreuz in der Geschichtsschreibung zuletzt Erwähnung fand. Was ist damals mit dem Kreuz geschehen?
Der Autor verbindet diese Elemente der Geschichte in dem Zeichner Bastien Topart und dem Mädchen Ourida. Dabei sind die Epochen klar getrennt, so dass ich als Leser immer den Überblick hatte, wo und wann wir uns befinden.
Jörg Kastner bedient sich hier einiger mystischer Elemente und nicht alles erscheint wahrscheinlich. Doch ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und habe dieses wichtige Kapitel der Geschichte aus einer neuen Perspektive kennen gelernt. Für alle geschichtsinteressierten Personen, die auch kein Problem damit haben, wenn Fakten durch eine große Portion Fiktion angereichert werden, ist dies genau das richtige Buch!
Und hier kann man das Buch kaufen: Jörg Kastner: Das Wahre Kreuz

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