Mittwoch, 28. November 2012

Martin Millar: Kalix - Werwölfin von London

Bewertung: *****

Kalix MacRinnalch ist 17 Jahre alt und die jüngste Tochter eines mächtigen Werwolf Fürsten. Nach einem Angriff auf ihren Vater ist Kalix auf der Flucht und versteckt sich in London. Von ihrer Familie hat sie nicht viel Unterstützung zu erwarten und besonders ihre beiden älteren Brüder jagen sie.
Unerwartet werden die beiden Studenten Moonglow und Daniel in die Ereignisse hineingezogen als Kalix wieder einmal von ihren Verfolgern gestellt wird. Als nun auch noch Kalix Schwester Thrix und ihre Freundin der Feuergeist Malveria mit von der Partie sind, wird es immer komplizierter hier in Gut und Böse zu trennen. Die Ereignisse überschlagen sich, als der Fürst MacRinnalch verstirbt und seine Söhne beide die Nachfolge antreten wollen. Kalix wird zum heiß begehrten Spielball im Kampf um die Macht und ohne Freunde hat sie keine Chance dies lebend durchzustehen …

„Kalix Werwölfin von London“ ist für mich ein echter Überraschungserfolg.
Nach den ersten Seiten war ich sehr skeptisch und gelinde gesagt enttäuscht. Das erste Kapitel begann sehr holprig und die Beschreibungen erschienen mir teilweise überflüssig.
Doch so wie auch das Wissen über Kalix hier noch bruchstückhaft war, so entwickelte sich die Geschichte von diesem Zeitpunkt an stetig weiter. Mit neuen Figuren, gewann auch der Text an Intensität und spätestens nach den ersten 100 Seiten hatte mich die Geschichte voll im Griff. Anders als der Titel vermuten lässt, steht für mich hier nicht nur Kalix im Vordergrund, sondern mit ihr die ganzen Nebencharaktere, ohne die wir es hier nur mit einer blassen und formlosen Werwolfgeschichte zu tun hätten. Das Zusammenspiel von Werwölfen und Menschen, ergänzt durch die egozentrische Königin der Hiyasta bringen hier den eigentlichen Spaß beim Lesen.
Kalix selber ist ein Charakter voller Probleme. So macht sie sich durch ihre Unnahbarkeit selber das Leben schwer und ich hege echte Bewunderung, wie es Moonglow und Daniel überhaupt mit ihr aushalten und ihr auch noch ihre Freundschaft anbieten können. Doch dies ist genau eines der Geheimnisse dieses Buchs. Es gibt hier keine echten Helden. Jede der Figuren ragt auf die eine oder andere Art und Weise aus der Menge heraus und das nicht immer im positiven Sinne. Doch die Einfälle mit denen uns Martin Millar hier überrascht und alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammensetzt konnten mich überzeugen.
Loben möchte ich hier auch einmal den Fischer Verlag für das ausgesprochen ansehnliche Titelcover, das vor allem im internationalen Vergleich heraus sticht.
Wie ich auf der Homepage von Martin Millar gelesen habe, arbeitet er bereits an der Fortsetzung von „Kalix“ und wie mir ein Vögelchen gezwitschert hat, wird eine uns bekannte junge Hiyasta dort eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Ich bin gespannt und freue mich auf die Fortsetzung!


Und hier kann man das Buch kaufen: Martin Millar: Kalix - Werwölfin von London

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