Mittwoch, 28. November 2012

François Lelord: Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens


Hector kann sich wirklich glücklich schätzen, denn er hat die besten Eltern auf der ganzen Welt. Weil sein Vater auch Hector heißt, nennen ihn alle Petit Hector und weil er es nicht anderes kennt, findet Petit Hector das auch gar nicht schlimm.
Manchmal hat Petit Hector Sorgen, doch auch hier hat er Glück, denn sein Vater ist von Beruf Psychiater und versteht sich genau darauf, den Menschen Ratschläge zu geben. Durch die Gespräche mit seinen Eltern merkt Petit Hector, dass er noch viele Lektionen des Lebens zu lernen hat und damit er sie nicht vergisst, schreibt er jeden Tag in seinem Notizbuch auf, was er an diesem Tag gelernt hat.
So erkundet Petit Hector Schritt für Schritt die Straße des Lebens …

„Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens“ hat mir sehr gut gefallen.
Anders als in den vorherigen Hector-Büchern von Francois Lelord, steht hier nicht der erwachsene Hector im Vordergrund, sondern sein Sohn Petit Hector. Aus seiner kindlichen Sicht sind alle Ereignisse geschildert und seine direkte Art die Dinge zu hinterfragen bringen auch so manchen Erwachsenen ins Grübeln.
Bisher tat ich mich mit den Büchern von Francois Lelord ein wenig schwer, da mir die Unterteilung in Lektionen und die philosophischen Ansätze einfach zu schwerfällig waren. Wer damit genau wie ich Probleme hatte, wird sich mit „Hector & Hector“ bestimmt sehr wohl fühlen. Leicht und unbeschwert ist hier der Schreibstil und erfrischend unbekümmert sind Petit Hectors Gedanken und Überlegungen. Zwar ist auch die Ansprache an den Leser eher kindlich gehalten, doch ist dies passend zum Hintergrund, dass auch der Erzähler ein Kind ist. Alles anderes hätte hier fehlplatziert und altklug gewirkt.
Petit Hectors Schlussfolgerungen und Erwartungen sind aus kindlicher Sicht absolut schlüssig und wirken dabei auf den erwachsenen Leser einfach nur niedlich. Ach wie schön war es doch, als wir selber noch solche Träume hatten! Gleichzeitig ist jedoch erkennbar, dass auch Kinder echte „Persönlichkeiten“ sind, die sich manchmal mehr Sorgen machen als gut für sie ist und auch mehr mitbekommen von allen Vorgängen um sie herum, als uns manchmal allzu bewusst ist.
Petit Hectors Lektionen greifen jedoch auch einige Probleme unserer Gesellschaft auf, wie beispielsweise die Toleranz unter den Religionen, die Akzeptanz der Verschiedenartigkeit und wie wenig es manchmal braucht glücklich zu sein, solange man Menschen hat mit denen man dies teilen kann. So kann man sich nach der Lektüre von „Hector & Hector“ doch ein wenig fragen, warum wir Erwachsenen uns alles immer so kompliziert machen, wenn doch schon ein kleiner Junge wie Petit Hector die wichtigsten Lektionen auf der Straße des Lebens so auf einen Punkt bringen kann.

So habe ich bewertet:








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