In unserer Welt zählen Werwölfe zu den Legenden, doch in der Welt von Patrick ist ihre Existenz schon lange bekannt. Sie leben oft unerkannt unter den Menschen, doch ihr Wunsch nach einem eigenen Land ist groß. Lupos soll die Heimat der Lykaner werden, doch immer wieder wird versucht ihnen dieses Land streitig zu machen und so ist die amerikanische Besatzung und deren Interesse an ihren Uranvorkommen gleichzeitig Segen und Fluch. In Lupos gekämpft hat auch Senator Chase Williams als junger Mann. Er ist gegen eine gemischte Gesellschaft aus Lykanern und Menschen.
Claire muss am eigenen Leib erfahren, wie sehr Lykaner nach einigen Terroranschlägen ausgegrenzt und bedroht werden. Sie ist auf der Flucht, nachdem ihre Familie überfallen wurde.
Patrick ist der einzige Überlebende eines dieser Anschläge, aber er hat noch lange nicht entschieden, ob wirklich alle Lykaner der Feind sind.
"Roter Mond" von Autor Benjamin Percy hat mich fasziniert mit der Aussagekraft der Geschichte, die trotz Fantasyelementen ein ziemlich deutliches Abbild unserer Gesellschaft zeigt. Hier sind es Werwölfe, Lykaner genannt, aber sie stehen auch für die Ausgegrenzten und Minderheiten in unserer Welt. Es ist eine neue Art von Rassismus die hier entsteht und die in Verbindung mit Terrorakten als Alibi einer "reinen" Welt und als Rechtfertigung für Gräueltaten herhalten muss.
Leider hat es die Geschichte jedoch nicht vermocht mich wirklich zu fesseln. Ab dem zweiten von drei Teilen wird es zunehmend kriegerischer und Gewaltakte stehen im Vordergrund. Eine wirkliche Persönlichkeit konnte ich nur in einer der erzählenden Hauptfiguren erkennen und auch nur bei ihr eine Charakterentwicklung die aus den Ereignissen resultierte. Andere Figuren blieben für mich blass und ihr Handlungsstrang hat mich zunehmend gelangweilt. Die letzten Kapitel habe ich mich nur noch durch das Buch gekämpft, weil ich es nicht abbrechen wollte. Ein Lesegenuss war das jedoch nicht mehr.
Für meinen Geschmack lag mir da ein wenig zu viel Aggressivität in der Luft und es ist mir negativ aufgefallen, dass sich im Nirgendwo plötzlich genau die Personen treffen, die sich gesucht haben.
Auch wenn "Roter Mond" eher eine Parabel zu nennen ist, fand ich die Konzentration an Feindbildern in den Lykanern auch etwas zu aufgebauscht. Hier trifft die Angst vor Seuchen auf die vor Terrorakten, Gangs, Weltkrieg und fast allem anderen was man sich so vorstellen kann. So ziemlich jede uns bekannte Minderheit oder Aktion für einen Freiheitskampf wurde in diesem Buch durch die Lykaner ersetzt. Und da bin ich der Meinung man kann es auch übertreiben und durch Überzeichnung lächerlich machen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass "Roter Mond" trotz meiner Kritik seine Fans hat und begeistert. So ging es mir auch mit „Der Übergang“ von Justin Cronin, dem ich leider wenig abgewinnen konnte, das jedoch andere begeistert hat. Meine Leseempfehlung geht daher an Leser, denen vielleicht auch dieses vergleichbare Buch gefallen hat. Wer genau wie ich damit seine Probleme hatte, der sollte auch von "Roter Mond" die Finger lassen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Benjamin Percy: Roter Mond
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
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Montag, 7. April 2014
Mittwoch, 4. Dezember 2013
Philip Pullman: Das magische Messer
Will ist
eigentlich ein ganz normaler Junge, aber er macht sich große Sorgen
um seine Mutter, die der Meinung ist verfolgt zu werden und die seit
dem Verschwinden des Vaters vor über 10 Jahren immer labiler
geworden ist. Doch als auch Will eines Tages bemerkt, dass Männer
hinter ihm her sind, ist klar, dass dies nicht nur der Phantasie
seiner Mutter entsprungen ist. Als er dann noch einer Katze durch ein
Fenster in eine andere Welt folgt, ist nicht mehr wie er es bisher
kannte. In dieser Welt werden die Erwachsenen von Geistern verfolgt
und nur die Kinder sind sicher. Hier trifft er auch auf Lyra, die
ebenfalls aus einer anderen Welt stammt, die sich jedoch ebenso von
Wills Welt unterscheidet. Der Übergang zwischen den Welten soll
möglich sein mit einem geheimnisvollen Gegenstand: dem magischen
Messer.
Ich habe
"Das magische Messer" von Autor Philip Pullman als Hörbuch
gehört. Gelesen wird es von Rufus Beck, der hier wieder einmal
seinem Ruf als hervorragender Hörbuchsprecher gerecht wird. "Das
magische Messer" ist der zweite Band der Trilogie die mit "Der
goldene Kompass" ihren Anfang genommen hat und mit "Das
Bernstein Teleskop" ihren Abschluss findet.
Inhaltlich
wird nun mit Will eine Figur aus der realen Welt eingeführt, die
keinen Dämon hat und von ganz alltäglichen Problemen geplagt wird.
Gerade
im Zusammenspiel mit Lyra ist das sehr interessant, da dem Leser
dadurch noch einmal bewusst wird, wie anders das Leben ist, dass Lyra
bisher geführt hat.
Die
neuen Figuren haben mir ausnahmslos gut gefallen und vieles, das im
ersten Band nur am Rande erwähnt wurde, ist nun klarer. Für alle,
denen "Der magische Kompass" gefallen hat, ist "Das
magische Messer" ein absolutes Muss und uneingeschränkt
empfehlenswert. Allen anderen empfehle ich, zunächst mit dem ersten
Band zu beginnen, da die Handlung aufeinander aufbaut, auch wenn die
Bücher in sich abgeschlossen sind.
So habe ich bewertet:
Samstag, 19. Oktober 2013
Susan Beth Pfeffer: Die Welt, wie wir sie kannten
Die 16jährige
Miranda lebt mit mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder Jonny
zusammen, seit ihr älterer Bruder Matt auf dem College ist und der Vater
nach der Trennung der Eltern in eine andere Stadt gezogen ist. Alle
sind ganz gespannt auf das einmalige Erlebnis zu sehen, wie ein Asteroid
den Mond treffen wird. Doch die Berechnungen waren falsch und der Mond
wird aus seiner Umlaufbahn geschleudert. Massive Umweltreaktionen auf
der Erde sind die Folge und die Menschen werden von den Ereignissen, die
sie alle technischen Errungenschaften kosten, überrumpelt. Nun ist der
Zusammenhalt der Familie besonders wichtig und Miranda hält alles in
ihrem Tagebuch fest ...
Geschrieben ist "Die Welt, wie wir sie kannten" von Autorin Susan Beth Pfeffer aus der Perspektive von Miranda, die in ihrem Tagebuch die Ereignisse eines knappen Jahres erzählt.
Die Ich-Perspektive eignet sich besonders gut für ein Hörbuch, das hier von Stefanie Stappenbeck gelesen wird. Ich muss ehrlich sagen, dass ich kein Fan dieser Sprecherin bin und sie mich zuletzt in "Das Erwachen der Senorita Prim" ziemlich enttäuscht hat. Auch hier liest sie relativ distanziert, doch irgendwie passte das zur nüchternen Betrachtungsweise von Miranda und die Emotionen lassen sich aus diesem Text auch nicht wegsprechen. Die Leistung der Sprecherin war daher für mich hier in Ordnung.
Inhaltlich hat mich die Geschichte von Miranda und ihrer Familie sehr bewegt, da sie schon irgendwie einen wahrgewordenen Albtraum beschreibt. Es ist keine Dystopie, denn dafür fehlen die typischen Merkmale, sondern eher ein postapokalyptischer Roman. Es zeigt eine Variante dessen, was am Beispiel einer einzelnen Familie passieren könnte, wenn von einem auf den anderen Tag unsere Technik nicht mehr brauchbar ist und die größte Sorge darin besteht jeden Tag eine Mahlzeit zu bekommen, sauberes Wasser zu haben und nicht zu erfrieren. Dabei ist Nächstenliebe ein Luxus den sich niemand mehr leisten kann und alles was zählt ist das Überleben der eigenen Familie.
Sicherlich wird man hier mit wissenschaftlichem Ansatz einige logische Lücken entdecken, aber es handelt sich hier schließlich auch nur um einen Roman.
Autorin Susan Beth Pfeffer hat die Geschichte noch mit anderen Personen und an anderen Handlungsorten weiter erzählt. So gehören auch die Bücher "Die Verlorenen von New York" und "Das Leben das uns bleibt" mit zu der Reihe. Auf Englisch ist auch gerade noch ein vierter Band erschienen.
Empfehlen kann ich "Die Welt, wie wir sie kannten" an alle Leser und Hörer die Geschichten über mögliche Zukunfsszenarien und die Apokalypse mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Susan Beth Pfeffer: Die Welt, wie wir sie kannten
Geschrieben ist "Die Welt, wie wir sie kannten" von Autorin Susan Beth Pfeffer aus der Perspektive von Miranda, die in ihrem Tagebuch die Ereignisse eines knappen Jahres erzählt.
Die Ich-Perspektive eignet sich besonders gut für ein Hörbuch, das hier von Stefanie Stappenbeck gelesen wird. Ich muss ehrlich sagen, dass ich kein Fan dieser Sprecherin bin und sie mich zuletzt in "Das Erwachen der Senorita Prim" ziemlich enttäuscht hat. Auch hier liest sie relativ distanziert, doch irgendwie passte das zur nüchternen Betrachtungsweise von Miranda und die Emotionen lassen sich aus diesem Text auch nicht wegsprechen. Die Leistung der Sprecherin war daher für mich hier in Ordnung.
Inhaltlich hat mich die Geschichte von Miranda und ihrer Familie sehr bewegt, da sie schon irgendwie einen wahrgewordenen Albtraum beschreibt. Es ist keine Dystopie, denn dafür fehlen die typischen Merkmale, sondern eher ein postapokalyptischer Roman. Es zeigt eine Variante dessen, was am Beispiel einer einzelnen Familie passieren könnte, wenn von einem auf den anderen Tag unsere Technik nicht mehr brauchbar ist und die größte Sorge darin besteht jeden Tag eine Mahlzeit zu bekommen, sauberes Wasser zu haben und nicht zu erfrieren. Dabei ist Nächstenliebe ein Luxus den sich niemand mehr leisten kann und alles was zählt ist das Überleben der eigenen Familie.
Sicherlich wird man hier mit wissenschaftlichem Ansatz einige logische Lücken entdecken, aber es handelt sich hier schließlich auch nur um einen Roman.
Autorin Susan Beth Pfeffer hat die Geschichte noch mit anderen Personen und an anderen Handlungsorten weiter erzählt. So gehören auch die Bücher "Die Verlorenen von New York" und "Das Leben das uns bleibt" mit zu der Reihe. Auf Englisch ist auch gerade noch ein vierter Band erschienen.
Empfehlen kann ich "Die Welt, wie wir sie kannten" an alle Leser und Hörer die Geschichten über mögliche Zukunfsszenarien und die Apokalypse mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Susan Beth Pfeffer: Die Welt, wie wir sie kannten
Dienstag, 10. September 2013
Aprilynne Pike: Der Kuss der Göttin
Die 18jährige
Tavia Michaels ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes der über 200
Menschen - darunter ihre Eltern - das Leben gekostet hat.
Um der Presse
zu entkommen und weil dies ihre einzigen lebenden Verwandten sind, beginnt
Tavia ein neues Leben bei ihrer Stieftante Reese und deren Mann Jay. Tavia muss
sich nicht nur von ihren lebensbedrohlichen Verletzungen erholen, sondern auch
psychisch den Verlust verkraften. Sie geht daher nicht mehr auf eine
öffentlichen Schule, sondern lernt alleine in der Bibliothek. Dort lernt sie
College-Student Benson kennen, der zwar ein Nerd ist, aber zu dem sich Tavia
von Anfang an hingezogen fühlt. Aber irgendetwas an ihr ist ganz anders als vor
dem Unglück. Tavia sieht immer häufiger einen Jungen auf der Straße und in
ihren Träumen, zu dem sie ebenfalls eine starke Verbindung zu haben scheint.
Richtig kurios wird es aber, als Tavia entdeckt, dass sie Dinge aus dem Nichts
erschaffen kann, diese aber nach wenigen Minuten mit allen Spuren verschwinden.
Als dann auch noch Verfolger auftauchen und sie Gespräche belauscht in der es
um ihren Tod geht bleibt Tavia nur noch die Flucht ...
"Der Kuss der
Göttin" von Autorin Aprilynne Pike hat mich überrascht mit seiner
ungewöhnlichen Geschichte.
Es gibt
wenig, was mir hier nicht gefallen hat, aber eins davon ist der deutsche Titel.
Im englischen Original heißt das Buch "Earthbound", was hier mit "Erdgebunden"
übersetzt wird und das ist meiner Meinung nach auch neutraler und besser als
Reihentitel zu verwenden. Das deutsche Cover hingegen finde ich wunderschön,
auch wenn das Original ein wenig besser die Figuren wiedergibt und etwas
einzigartiger ist.
Im
Mittelpunkt der Ereignisse steht Tavia, die ein wirklich toller und starker
Charakter ist. Sie ist absolut glaubhaft in ihrem Schmerz, ihrer Trauer und
ihrer wachsenden Stärke und Entschlossenheit und ich freue mich schon darauf in
den weiteren Bänden mehr von ihr zu lesen, denn natürlich ist "Der Kuss der
Göttin" der Auftakt einer Reihe.
Gefallen hat
mir hier auch die Liebesgeschichte, obwohl es eine Dreiecksbeziehung ist, was
ich normalerweise überhaupt nicht mag. Wir haben hier keine oberflächlichen
Beziehungen in denen es eher darum geht, ob unsere Protagonistin nun lieber den
Softie mit blondem Haar oder den Draufgänger mit dunklem Haar mag, sondern das
ganze ist tatsächlich etwas tiefgründiger und komplizierter. Mehr möchte ich
dazu auch gar nicht verraten.
Überzeugen
kann auch der übersinnliche Anteil der Geschichte, denn obwohl schon viel über
Götter geschrieben wurde fand ich die Handlung dennoch überraschend und den
Aufbau nachvollziehbar.
Insgesamt
gesehen sind aber bei mir noch sehr viele Fragen offen und im Nachhinein sind
auch noch zusätzliche Fragezeichen entstanden. Zwischendurch war es schon ganz
schön verwirrend wenn man nicht weiß wer denn jetzt zu den "Guten" und wer zu
den "Bösen" gehört und dann vielleicht auch noch die Grenzen zu verschwimmen scheinen und sowohl Tavia als auch der Leser nicht mehr richtig durchblickt. Hier
wünsche ich mir noch mehr Klarheit in der Fortsetzung, bin aber bis dahin schon
gespannt wie die Geschichte weiter erzählt wird.
Empfehlen
kann ich "Der Kuss der Göttin" an alle Leser die spannende, actionreiche,
mysteriöse, magische und romantische Bücher mögen, denn all das findet sich
hier wieder.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Aprilynne Pike: Der Kuss der Göttin
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des cbj Verlages.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Lissa Price: Enders
Kriege haben die Welt erschüttert, als Waffe wurden tödliche Sporen eingesetzt. Zwar gab es einen Impfstoff, doch dieser wurde zunächst nur Senioren und Kindern und Jugendlichen verabreicht. Nun sind nur noch diese übrig und die Senioren, genannt Enders, haben die Herrschaft in allen Bereichen an sich gerissen. Allen Minderjährigen, Starters genannt, ist es verboten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und wenn sie keine Verwandten mehr haben ist es ihnen nur erlaubt in Heimen zu leben. Eine dieser Jugendlichen ist die 16jährige Callie. Sie schlägt sich mit ihrem kleinen Bruder und einem Freund auf der Straße durch. Doch als ihr Bruder krank wird und dringend ein Zuhause benötigt entschließt sich Callie ein dubioses Angebot anzunehmen: sie vermietet ihren Körper auf Zeit an Enders die wieder jung sein wollen.
"Enders" setzt nun nahtlos nach dem Ende von "Starters" ein. Callies Feinde sind noch nicht besiegt und der Old Man immer noch hinter ihr her. Aber Callie hat auch neue Freunde, die ihr zur Seite stehen.
"Enders" bildet nicht nur den zweiten Teil, sondern auch den Abschluss der Reihe von Lissa Price. Nachdem inzwischen fast alle Reihen aus mindestens drei Teilen bestehen, empfand ich es als sehr angenehm auch mal wieder eine kürzere Reihe zu lesen. Während mich in "Starters" besonders die Idee der Körpervermietung interessiert hatte, ist es in "Enders" eher die Spannung und Aufklärung der Hintergründe die faszinieren.
Besonders gut gefallen haben mir hier die Figuren, wobei sich nicht mehr nur auf Callie konzentriert wird, sondern auch Michael und einige andere Figuren eine größere Rolle einnehmen. Auch wenn das Buch "Enders" heißt, so sind es hier doch eher die "Starters" die einen Chip implantiert haben, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen.
Sehr temporeich erzählt und mit einigen Wendungen kann Lissa Price die Leser gut fesseln und neugierig auf den Ausgang der Geschichte machen. Zwar sind es hier nicht viele neue Ideen, die präsentiert werden, aber das wird durch die rasanten Ereignisse ausgeglichen.
Lediglich zum Ende hin wurde es mir ein wenig überstürzt und es hätte noch wenig mehr Informationen geben können. Aber für alle Leser von "Starters" ist diese Fortsetzung ein Muss und bietet darüber hinaus auch schöne Lesestunden mit einem befriedigenden Ende.
Und hier kann man das Buch kaufen: Lissa Price: Enders
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homnepage des ivi Verlages.
Mittwoch, 1. Mai 2013
Oliver Plaschka: Das Licht hinter den Wolken
Wir befinden uns in einer Welt, die einst von Magie durchzogen war, doch nun ist sie aus dem Alltag der Bewohner verdrängt und echte Magie selten geworden.
Die junge April wächst in einem kleinen Dorf nur mit ihrem Vater auf und da sie auf die Dorfbewohner merkwürdig wirkt, ist sie schon immer eine Außenseiterin. Doch April weiß, dass es Magie gibt, seit sie als Kind den Zauberer Sarik traf. Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit schließt sie sich mit dem Halb-Fealv Janner zusammen und schließlich auch mit Sarik, der sich jedoch nicht mehr an April erinnert. Aber eins weiß er genau: Es gibt eine Aufgabe, die April für ihn erfüllen muss ...
Die Bewertung von "Das Licht hinter den Wolken" von Autor Oliver Plaschka fällt mir nicht leicht. Einerseits hat mir das Buch schon ganz gut gefallen, aber andererseits fand ich vieles sehr schwer verständlich und nicht offensichtlich genug. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und ohne die Hilfestellung der anderen Leser und des Autors hätte ich große Teile von diesem Buch einfach nicht verstanden oder die wichtigen Informationen überlesen, weil sie mir nicht genug ins Auge stachen.
Ich lese durchaus auch anspruchsvolle Literatur, aber eingebettet in diese Fantasywelt, mit ungewöhnlichen Namen der Figuren und einer starken Anlehnung an die klassischen Rollenspiele die mir persönlich nicht so geläufig sind, war das dann doch nahe an der Überforderung für mich.
Besonders gut gelungen finde ich in "Das Licht hinter den Wolken" die Figuren und Schauplätze. Ich konnte mir alles sehr gut bildhaft vorstellen und ließ mich gerne in diese Welt voller Magie und ungewöhnlicher Wesen entführen.
Erzählt wird in mehreren Erzählsträngen, aber zeitlich parallel. Hat man erst mal alle Perspektiven verinnerlicht, so fällt es auch einfach den Handlungsabläufen zu folgen. Ich hatte jedoch meine "Lieblingserzähler" auf die ich mich immer wieder gefreut habe und von denen ich gerne mehr erfahren wollte. Wären da nicht die vielen Zusammenhänge, Namenswechsel und lange zurückliegenden Ereignisse mit Auswirkung auf die Gegenwart gewesen, so hätte ich mich sicherlich leichter zurechtgefunden. Dank der Hilfe meiner Mitleser meine ich nun auch alles verstanden zu haben.
Sehr positiv ist mir hier die Sprache des Autors aufgefallen. Er beschreibt hier teilweise so bildhaft und lebendig, dass ich Sätze erneut gelesen habe, einfach weil sie so schön klingen.
Empfehlen kann ich "Das Licht hinter den Wolken" aber aus den geschilderten Gründen heraus nur für Leser, die großen Gefallen an komplexen Geschichten in ausschweifenden Welten finden und die auch dicke Bücher sehr intensiv und genau lesen können und wollen.
Und hier kann man das Buch kaufen: Oliver Plaschka: Das Licht hinter den Wolken
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Klett-Cotta Verlages. Hier gibt es auch noch Zusatzmaterial.
Montag, 4. Februar 2013
Ivo Pala: Die Lazarus-Formel
Eve Sinclair forscht nach einem Heilmittel gegen Krebs. Dabei stößt sie auf die besonderen Eigenschaften der Eibe, die es einem Organismus ermöglichen, das Zellsterben zu verhindern und auf diese Art und Weise Unsterblichkeit zu erlangen. Doch bei den Recherchen, ob schon andere Wissenschaftler zu diesem Thema veröffentlicht haben, fällt auf, dass fast jeder der dazu geforscht hat einem mysteriösen Laborbrand zum Opfer gefallen ist. Mehr Informationen erhofft Eve sich von Arthur Feldmann, dem Sohn von Melchior Feldmann, der bereits vor 60 Jahren in diese Richtung geforscht hat. Doch dieser Besuch ist der Auftakt einer Reihe von Todesfällen und der Verfolgung durch rivalisierende Gruppen. Aber immer wenn es ganz brenzlig wird, taucht ein Mann auf, der behauptet Eve schützen zu wollen.
Ich liebe Wissenschaftsthriller, muss aber gestehen, dass ich nicht genug Wissen in diesem Bereich habe, um die dargestellten Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Wenn es für mich einigermaßen logisch klingt, dann schaue ich daher gerne über dahingehende Schwächen hinweg.
"Die Lazarus-Formel" von Ivo Pala verdient für mich den Begriff des "Pageturner". Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und war immer weiter gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt. Wenn ich bei einem Thriller die Zeit vergesse und richtig abtauche in die Handlung, dann ist das ganz gewiss ein Zeichen dafür, wie spannend das Buch ist.
Die Hauptfigur der Eve Sinclair hat mir gut gefallen. Man konnte mit ihr mitfiebern und wurde genauso wie sie von den Ereignissen überrascht. Zudem gab es einige sehr faszinierende Nebenfiguren, die für mich ein Highlight bildeten.
Sehr schön fand ich, dass hier unterschiedliche Mythologien in die Geschichte integriert wurden und die Handlung so auch ein fantastisches Element erhielt.
Ebenfalls eine Rolle spielen Rätsel und Verschlüsselungen. Dies ist natürlich auch aus den bekannten "Verschwörungs-Thrillern" der letzten Jahre bekannt, aber der Roman wirkte eigenständig genug auf mich, so dass mich das nicht störte, sondern nur in der besonderen Darstellungsform faszinierte. Auch wer noch nicht viel Erfahrung mit Chiffre etc. hat, wird hier gut herangeführt und alles verständlich erläutert.
Ich bin ein wenig unschlüssig, was mein Gesamturteil für "Die Lazarus-Formel" angeht. Es gab ein paar Episoden, die mir nicht ganz in die Geschichte passten und auch zum Ende hin flaute für mich der Spannungsbogen etwas ab. Der Schluss konnte mich nicht mehr so überzeugen, wie der Weg dorthin, auch wenn mein Gesamteindruck vom Buch immer noch positiv ist.
Ich kann "Die Lazarus-Formel" auf jeden Fall an alle Leser empfehlen, die Interesse an Verschwörungen, Geheimnissen und der Verbindung mit wissenschaftlichen Theorien haben.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Ivo Pala: Die Lazarus-Formel
Weitere Informationen zum Autor Ivo Pala und den Verlag Blanvalet findet man auf der Homepage des Verlages. Hier ist auch eine Leseprobe verfügbar.
Sonntag, 27. Januar 2013
Chris Pavone: Die Frau, die niemand kannte
Kate und Dexter Moore leben mit ihren beiden Kindern in Washington D.C.. Als Dexter ein lukratives Angebot erhält für einige Zeit in Luxemburg als Experte für Internetsicherheit einer Bank zu arbeiten, beschließt die Familie ihre Zelte in den USA abzubrechen und gemeinsam nach Luxemburg zu ziehen. Für Kate ist dies ein ganz besonderer Neubeginn, denn was ihr Mann nicht wusste ist, dass sie für die CIA gearbeitet hat und nun mehr als nur einen Bürojob hinter sich lässt. Das Leben in einem europäischen Kleinstaat bringt ganz neue Herausforderungen, aber Kate findet schnell Anschluss. Nicht gewöhnen kann sich Kate jedoch daran, dass Dexter nicht wie versprochen mehr Zeit für die Familie hat und sie weder weiß welchen Arbeitgeber er hat, noch womit und wo er seine Arbeitstage genau verbringt ...
"Die Frau, die niemand kannte" ist der Debütroman von Autor Chris Pavone. Er hat hier eigene Erfahrungen nach einem Auslandsaufenthalt in Luxemburg zu einem Kriminalroman/Thriller verarbeitet.
Geschrieben ist der Roman ist zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheit, wobei Kate Moore hier die Erzählerin ist. Solange innerhalb dieser Zeitebenen chronologisch vorgegangen wurde, fand ich diesen Stil auch sehr angenehm. Etwas verwirrend wurde es jedoch, als dann noch nachträglich Ereignisse dazwischen geschoben wurden und man doch sehr genau auf die Datums- und Uhrzeitanzeige achten musste.
Woran es meiner Meinung nach bei "Die Frau, die niemand kannte" mangelt, ist die Glaubwürdigkeit der Handlung. Zu Anfang und über große Strecken des Thrillers hinweg fühlte ich mich gut unterhalten und meine Neugier auf die Lösung war geweckt. Je mehr davon an die Oberfläche kam, desto unbefriedigender empfand ich dies jedoch. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Kontakte etc. einer ehemaligen CIA Agentin so arbeiten würden wie hier beschrieben. Mehr möchte ich dazu auch gar nicht sagen, um nicht zu viel der Handlung zu verraten. Aber gegen Ende wurde es für mich immer unglaubwürdiger, wie hier die Auflösung präsentiert wurde.
Unabhängig davon, kann "Die Frau, die niemand kannte" jedoch gut unterhalten und für ein Debüt ist das auch ganz sicher eine gute Leistung des Autors. Wem konstruierte Handlungen nichts ausmachen, dem kann ich diesen Thriller auch ganz sicher empfehlen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Chris Pavone: Die Frau, die niemand kannte
Freitag, 18. Januar 2013
Alexandra Pilz: Zurück nach Hollyhill
Die Eltern der 17jährigen Emily sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als sie vier Jahre alt war. Seitdem lebt sie bei ihrer Großmutter väterlicherseits in München. Am Abend ihrer letzten Abiturprüfung überreicht die Großmutter Emily einen Brief, den ihre verstorbene Mutter bereits vor Emilys Geburt geschrieben hat mit dem Hinweis ihn Emily am Tag ihres Schulabschlusses zu geben. In diesem Brief erfährt Emily, dass ihre Mutter Esther aus dem kleinen Dorf Hollyhill im Dartmoor in England stammt. Sie bittet Emily dieses Dorf aufzusuchen, dort würde sie mehr erfahren. Neben diesem Brief wurde Emily auch ein geheimnisvolles Armband vererbt.
Emily berät sich mit ihrer besten Freundin Fee und beschließt, schon in wenigen Tagen nach England zu fliegen. Aber das Dorf Hollyhill zu finden ist gar nicht so einfach. Es ist auf keiner Karte verzeichnet und auch im Moor scheint es niemand zu kennen. Doch im strömenden Regen wird Emily von einem jungen Mann im Moor aufgelesen und er kennt tatsächlich Hollyhill. Erst mal dort angekommen, wird aber alles noch viel merkwürdiger ...
Die Ideen von Autorin Alexandra Pilz waren zum Teil neu für mich und zu einer stimmigen Geschichte zusammengesetzt.
Als nicht mehr jugendliche Leserin fühlte ich mich gut unterhalten und konnte feststellen, dass die Autorin doch auch einige meiner Interessen teilt. Die Anspielungen auf die Werke von Jane Austen und den Brontë Schwestern fand ich sehr interessant.
Natürlich gibt es hier auch eine kleine Liebesgeschichte, die jedoch in Anbetracht dessen, dass die Handlung sich lediglich über ca. eine Woche erstreckt nicht zu ausufernd ist. Ich konnte gut mit den Figuren mitfühlen und einige Episoden fand ich sehr bewegend. Ich hatte nicht erwartet, dass hier auch noch ein Kriminalfall eingebunden wird, fand das aber sehr gelungen. Es ist sicherlich noch viel Potenzial für eventuelle Fortsetzungen vorhanden, die ich sehr gerne lesen werde. Es ist ziemlich offensichtlich, dass es sich hier um den ersten Band einer Reihe handelt, da das Buch zwar in sich abgeschlossen ist, das Ende aber so gestaltet ist, dass ein zweiter Band nahtlos darin übergehen würde.
Insgesamt gesehen hat "Zurück nach Hollyhill" alles für mich, was ein gutes Jugendbuch für Leser ab ca. 14 Jahren ausmacht. Empfehlen kann ich es daher allen, die fantastische und spannende Bücher mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier lässt sich das Buch kaufen: Alexandra Pilz: Zurück nach Hollyhill
Montag, 10. Dezember 2012
Christopher Paolini: Eragon - Der Auftrag des Ältesten
Eragon und Saphira haben gerade erst den großen Kampf gegen die Urgals überstanden, doch es bleibt keine Zeit sich auszuruhen. Sie müssen ihre Ausbildung in Ellesmera, der Stadt der Elfen, fortsetzen. Währenddessen hat Roran es mit den Ra’zak zu tun, die es auf ihn abgesehen haben. Sowohl Eragon, als auch Roran sind nun Feinde des Imperiums und müssen aufpassen nicht in die Hände des Königs zu geraten. Ein neuer Kampf steht bevor und die Gegner sind keine Unbekannten …
Ich habe „Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ als Hörbuch gehört. Es ist der zweite Band der Reihe und stellte für mich eine Steigerung zum ersten Hörbuch dar.
Besonders die wechselnden Erzählperspektiven von Eragon und Roran haben dafür gesorgt, dass meine Aufmerksamkeit geweckt war und ich gerne erfahren wollte, wie es beim jeweils anderen weiter geht.
Gelesen wird auch dieses Hörbuch von Andreas Fröhlich, der es wieder hervorragend versteht die Figuren zu charakterisieren.
Diese Lesung ist ungekürzt und so erwarten den Hörer ca. 25 Stunden Hörgenuss.
Ich freue mich nun schon auf den dritten Band der Reihe.
Empfehlen kann ich dieses Hörbuch an alle, die lange Lesungen lieben und Geschichten von Drachen und Elfen mögen.
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Christopher Paolini: Eragon - Der Auftrag des ÄltestenSamstag, 8. Dezember 2012
Christopher Paolini: Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Eragon ist ein 15jähriger Bauernjunge, der mit seinem Onkel Garro und Cousin Roran bei einem Dorf im Palanka-Tal lebt.
Auf einem seiner Jagdstreifzüge durch den Buckel findet Eragon einen merkwürdigen blauen Stein, der mit einem Lichtblitz erschienen ist. Er nimmt ihn mit ins Dorf und versucht ihn gegen Essen einzutauschen, doch niemand möchte ihn haben und so nimmt er ihn mit nach Hause. Doch es ist kein gewöhnlicher Stein, den Eragon hier gefunden hat, denn mitten in der Nacht schlüpft plötzlich ein kleiner blauer Drache aus dem Stein, der eigentlich ein Drachenei ist. Die Verbindung zwischen einem Drachen und der Person bei der er schlüpft ist eine ganz besondere und Eragon ist nun ein Drachenreiter. Aber auch die Häscher des Königs haben inzwischen von Auftauchen des Eies im Buckel erfahren und schreckliche Wesen, die Ra’zak genannt werden, kommen ins Dorf. Eragon muss fliehen und um das Leben seiner Liebsten fürchten. Gemeinsam mit Drachendame Saphira ist es nun seine Aufgabe Menschen, Zwerge und Elfen vom Joch des grausamen Königs Galbatorix zu befreien.
Ich habe vor einigen Jahren "Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter" als Buch gelesen.
Nun wollte ich mein Wissen noch einmal auffrischen, bevor ich mit dem zweiten Teil fortfahre und habe mir daher das ungekürzte, knapp 20 Stunden lange, Hörbuch angehört.
Gelesen wird das Buch von Andreas Fröhlich, den ich als Sprecher sehr schätze.
Er versteht es sehr gut, die unterschiedlichen Charaktere oder auch Lebensformen darzustellen, wobei er aber wohl auch technische Unterstützung hatte.
Es war daher gut möglich, auch in Dialogen die unterschiedlichen Figuren zu erkennen und beim Hörbuch nicht die Orientierung zu verlieren.
Ich ziehe aber dennoch einen Stern in der Gesamtwertung ab, da ich das Hörbuch einfach nicht als so spannend empfunden habe, wie ich es ursprünglich in Erinnerung hatte. Das kann jedoch auch damit zusammenhängen, dass ich die grobe Handlung im Grunde genommen schon kannte.
Empfehlen kann ich das Hörbuch an alle ausdauernden Hörer, die die Lesezeit hier nicht abschreckt und die etwas für fantastische Geschichten übrig haben.
So habe ich bewertet:
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Christopher Paolini: Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Dienstag, 4. Dezember 2012
Ursula Poznanski: Die Verratenen
Ich habe "Die Verratenen" von Ursula Poznanski als Hörbuch gehört.
Entscheidend ist hier für mich nicht nur der Inhalt (den ich hier jetzt nicht wiedergeben werde), sondern auch die Umsetzung und wie gut die Stimme des Sprechers passt.
Gelesen wird das Hörbuch von Julia Nachtmann, was ich für eine sehr gute Wahl halte. Die Hauptfigur ist ein 17jähriges Mädchen und aus ihrer Perspektive wird auch erzählt. Die Sprecherin schafft es gut, Rias Empfindungen durch die Stimme zu übertragen und auch Dialoge sehr stimmig wiederzugeben.
Auch inhaltlich kann mich "Die Verratenen" überzeugen. Ich kenne bereits die anderen Bücher der Autorin, wobei ich sie zum Teil gelesen und zum Teil gehört habe. Während die Bücher bisher eher Jugendthriller in unserer Gegenwart waren, legt Ursula Poznanzki hier nun einen Dystopie-Thriller vor und das ist es auch was dieses Buch besonders macht. Die Autorin bleibt ihrer Linie treu und baut eher auf psychologische Spannung als auf Gewalt, bietet aber mit der Verlagerung der Handlung in die Zukunft auch ganz neue Perspektiven. Sicherlich ist die Idee von Kapselstädten und "Primitiven" außerhalb der Städte nicht neu. Ich habe in der letzten Zeit einige Bücher gelesen, die in diese Richtung gingen (z.B. Renegade oder Gebannt), aber keines davon war so spannend wie "Die Verratenen".
Wenn ich mich über jeden Stau freue (ich höre Hörbücher im Auto), dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Autorin hier alles richtig gemacht hat.
Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, so kann ich mir doch gut vorstellen, dass die Handlung fortgesetzt wird und wir noch mehr von Ria und ihrer Welt hören werden. Ich freue mich darauf!
Empfehlen kann ich dieses (Hör)-Buch an alle Leser, die Spaß an einer Mischung aus Jugendthriller und Dystopie haben und sich gerne erneut von der Autorin überraschen lassen möchten.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Ursula Poznanski: Die Verratenen
Montag, 3. Dezember 2012
Cat Patrick: Die fünf Leben der Daisy West
Auf den ersten Blick erscheint Daisy West wie jedes andere 15jährige Mädchen. Doch sie hat ein Geheimnis: Dies ist bereits ihr fünftes Leben, denn sie starb viermal und konnte mit dem geheimen Medikament Revive ins Leben zurückgeholt werden. Das Medikament befindet sich in einer Versuchsreihe der Regierung und so muss Daisy jedes Mal mit ihren Betreuern umziehen, wenn ihr wieder einmal das Leben gerettet wurde. An ihrer neuen Schule findet sie schnell eine Freundin und deren Bruder Matt ist besonders attraktiv. Jetzt hat Daisy ein neues Ziel: sie möchte nicht wieder sterben.
Die Autorin Cat Patrick hat mich bereits mit ihrem Buch "Forgotten" begeistert. Jedem Leser, dem "Die fünf Leben der Daisy West" gefallen hat, kann ich es nur empfehlen! "Forgotten" hat mich fasziniert. "Die fünf Leben der Daisy West" erschien mir auf den ersten Blick ähnlich zauberhaft, mehr noch als das erste Buch der Autorin entwickelt es sich jedoch mit fortlaufender Handlung zum echten Thriller. Dabei spielen jedoch blutige Details oder Serienmörder keine Rolle, sondern nur spannende Geheimnisse. Dieses Buch ist daher auch für Jugendliche problemlos geeignet, was auch durch die Wahl eines Jugendbuchverlags deutlich wird.
Besonders gelungen sind der Autorin hier die Nebenfiguren. Megan und Audrey haben mir sehr gut gefallen und auch die Hauptfiguren können überzeugen. Daisy ist nicht so eine starke Heldin wie London in "Forgotten", aber ebenfalls sehr sympathisch und für junge Leser zur Identifikation geeignet. Ebenso wie Daisy weiß der Leser am Anfang nicht viel über die Hintergründe des Testprogramms und Daisys eigene Vergangenheit. Doch es ist sehr fesselnd mit ihr gemeinsam die Geheimnisse aufzudecken. Besonders gut ist hier das Thema Freundschaft umgesetzt und wird in den unterschiedlichsten Formen dargestellt. Natürlich spielt auch das Thema Leben und Tod eine große Rolle, was auch zu einigen sehr traurigen Episoden beiträgt, die jedoch auch zum Nachdenken anregen. Mein einziger Kritikpunkt ist hier, dass das Buch doch sehr "schwarz/weiß" ist. Es gibt nur sehr wenige Grautöne, die Bösen sind richtig böse und manches ist auch recht offensichtlich.
Besonders schön ist hier die Idee des Boje Verlags mit den Aufklebern zu Daisys vergangenen Leben auf der Titelseite. Leider kleben sie aber nicht mehr sonderlich gut, wenn man sie erst mal abgelöst hat. Nicht so toll finde ich den deutschen Buchtitel. Er ist zu lang und auch nicht wirklich treffend. Besser hätte ich es da gefunden, wenn der Originaltitel "Revived" beibehalten worden wäre, wie es auch beim ersten Buch von Cat Patrick gemacht wurde.
Empfehlen kann ich "Die fünf Leben der Daisy West" an alle Jugendlichen ab ca. 14 Jahren, die etwas Interesse an Übersinnlichem und dem Thema Leben und Tod mitbringen und an alle Erwachsenen, die Jugendbücher lieben.
Besonders gelungen sind der Autorin hier die Nebenfiguren. Megan und Audrey haben mir sehr gut gefallen und auch die Hauptfiguren können überzeugen. Daisy ist nicht so eine starke Heldin wie London in "Forgotten", aber ebenfalls sehr sympathisch und für junge Leser zur Identifikation geeignet. Ebenso wie Daisy weiß der Leser am Anfang nicht viel über die Hintergründe des Testprogramms und Daisys eigene Vergangenheit. Doch es ist sehr fesselnd mit ihr gemeinsam die Geheimnisse aufzudecken. Besonders gut ist hier das Thema Freundschaft umgesetzt und wird in den unterschiedlichsten Formen dargestellt. Natürlich spielt auch das Thema Leben und Tod eine große Rolle, was auch zu einigen sehr traurigen Episoden beiträgt, die jedoch auch zum Nachdenken anregen. Mein einziger Kritikpunkt ist hier, dass das Buch doch sehr "schwarz/weiß" ist. Es gibt nur sehr wenige Grautöne, die Bösen sind richtig böse und manches ist auch recht offensichtlich.
Besonders schön ist hier die Idee des Boje Verlags mit den Aufklebern zu Daisys vergangenen Leben auf der Titelseite. Leider kleben sie aber nicht mehr sonderlich gut, wenn man sie erst mal abgelöst hat. Nicht so toll finde ich den deutschen Buchtitel. Er ist zu lang und auch nicht wirklich treffend. Besser hätte ich es da gefunden, wenn der Originaltitel "Revived" beibehalten worden wäre, wie es auch beim ersten Buch von Cat Patrick gemacht wurde.
Empfehlen kann ich "Die fünf Leben der Daisy West" an alle Jugendlichen ab ca. 14 Jahren, die etwas Interesse an Übersinnlichem und dem Thema Leben und Tod mitbringen und an alle Erwachsenen, die Jugendbücher lieben.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Cat Patrick: Die fünf Leben der Daisy West
Ivo Pala: Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards
Svenya lebt auf der Straße, seit sie vor dem Leiter eines Kinderheims geflohen ist, der die Mädchen gerne für seine besondere Zwecke zu sich rief. Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser und wartet darauf, dass sie endlich volljährig wird.
Doch in der Nacht zu ihrem 17. Geburtstag wird alles anders. Wolfsmenschen verfolgen Svenya und merkwürdige Männer kämpfen um sie. Nach einer rasanten Verfolgungsjagd erwacht sie schließlich in einem unterirdischen Palast. Hier erfährt sie von ihrer wahren Bestimmung: Sie ist Sven’Ya Schwanentochter, eine Elbenprinzessin und dazu bestimmt die Hüterin Midgards zu werden und die Menschen vor den Dunkelelben zu schützen. Doch bis gestern war sie doch noch ein einfaches kleines Menschenmädchen ...
"Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards" hat mich sehr positiv überrascht. Ich hatte bereits eine Leseprobe zu diesem Buch gelesen, die damit begann, dass mit Maschinengewehren bewaffnete Elben einen Angriff an einem Tor abwehren wollten. Das hatte mich ehrlich gesagt ziemlich verschreckt, da ich nun ein Buch voller Schlachten und Kampfgetümmel erwartet hatte. Nachdem ich aber doch eher Positives über dieses Buch gehört hatte, wollte ich mich auf einen Versuch einlassen. Ich habe es nicht bereut. Der Autor Ivo Palo hat sich hier eine ganz besondere Geschichte ausgedacht, die von einem schönen Bucheinband und einer im Buchdeckel befindlichen Karte noch hervorgehoben wird.
Die Figur der Svenya, die der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, fand ich sehr glaubhaft und sympathisch. Natürlich ist sie so etwas Ähnliches wie eine Superheldin und hat keine körperlichen Schwächen, doch auch ihr Charakter und ihre innere Überzeugung konnte mich für sich einnehmen. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, jedoch zu Anfang absichtlich etwas undeutlich, um dem weiteren Ablauf der Geschichte noch nicht zu viel vorweg zu nehmen. Dies revidiert sich jedoch später. Natürlich gibt es hier auch Kampfszenen, diese haben jedoch eher etwas von einem spannenden Actionfilm, als von Krieg.
Insgesamt gesehen habe ich wenig Kritikpunkte an "Die Hüterin Midgards". Einiges war mir zu übertrieben und auch etwas weniger Wendungen hätten es für eine spannende Geschichte getan. Doch empfehlen kann ich dieses Buch auf jeden Fall an alle an Fantasy interessierten Leser ab ca. 14-15 Jahren.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Ivo Pala: Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards
Lissa Price: Starters
Kriege haben die Welt erschüttert, als Waffe wurden tödliche Sporen eingesetzt. Zwar gab es einen Impfstoff, doch dieser wurde zunächst nur Senioren und Kindern und Jugendlichen verabreicht. Nun sind nur noch diese übrig und die Senioren, genannt Enders, haben die Herrschaft in allen Bereichen an sich gerissen. Allen Minderjährigen, Starters genannt, ist es verboten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und wenn sie keine Verwandten mehr haben ist es ihnen nur erlaubt in Heimen zu leben. Eine dieser Jugendlichen ist die 16jährige Callie. Sie schlägt sich mit ihrem kleinen Bruder und einem Freund auf der Straße durch. Doch als ihr Bruder krank wird und dringend ein Zuhause benötigt entschließt sich Callie ein dubioses Angebot anzunehmen: sie vermietet ihren Körper auf Zeit an Enders die wieder jung sein wollen.
Mit dem Thema Alt gegen Jung trifft Lissa Price hier einen sehr empfindlichen Nerv. Viel wird über sogenannte Generationenverträge diskutiert, die Jungen sollen für die Alten sorgen, so ist es traditionell üblich. Doch in "Starters" ermöglicht es die Medizin den Alten ein langes Leben zu führen, was zur Folge hat das lukrative Jobs und alles andere Begehrte auch dieser Generation vorbehalten ist. Es wird abgelehnt sich um Jugendliche zu kümmern, die nicht zur eigenen Familie gehören, Ethik und Moral spielen keine Rolle, sofern es den eigenen Komfort gewährleistet.
Insgesamt gesehen habe ich "Starters" sehr gerne gelesen, ebenso wie die Kurzgeschichte "Porträt eines Starters". Mit dem Aufbau der dystopischen Welt in der Callie lebt hat Autorin Lissa Price einen guten Grundstein gelegt, der mir diese Reihe sehr schmackhaft gemacht hat und sicherlich auch den nächsten Band lesen lässt. Es gab jedoch auch einiges was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. So hat sich die Regierung überhaupt nicht um das Schicksal der Kinder und Jugendliche ohne Familie gekümmert, die Enders werden unverhältnismäßig alt obwohl das Buch gar nicht so weit in der Zukunft spielt, und es ist nicht bekannt, was denn nun außerhalb von Amerika geschehen ist, denn der Krieg und die Sporen werden sicherlich nicht überall zu so einer überspitzten Gesellschaft geführt haben.
Ab der Hälfte des Buchs habe ich das Setting der Dystopie nicht mehr so wahrgenommen und es wirkte eher wie ein Thriller auf mich. Ob das nun so gewollt ist kann ich nicht sagen. "Starters" ist dadurch nicht schlecht, nur eben nicht ganz das was ich erwartet habe.
Gut gefallen haben mir auf jeden Fall die Figuren und ihr Zusammenspiel, wobei ich das Ende wieder leicht enttäuschend fand. Ich werde der Autorin jedoch mit dem Nachfolgeband "Enders" (erscheint im Dezember 2012 auf Englisch) die Chance geben diese Lücke noch zu füllen.
Empfehlen kann ich dieses Buch allen am Genre interessierten Lesern ab ca. 13 Jahren.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Lissa Price: Starters
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