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Donnerstag, 7. Juni 2018

Kelly Doust: Aimées geheimer Wunsch




Inhaltsangabe des Verlages:
Maggie ist Auktionatorin und lebt mit ihrer Familie in London. Eines Tages stößt sie auf einen aufwändig gearbeiteten Kragen und ist wie elektrisiert: Wer hat diese Kostbarkeit gefertigt, und wie kam sie nach London? Die Geschichte des Kragens beginnt in der Normandie 1891, wo Aimée ihn als Schmuck für ihr Hochzeitskleid anfertigt. Er gelangt dann in die Hände der Pariser Trapezartistin Lexi, von dort an die Tänzerin Zephyr in Shanghai, und über Rom und Istanbul schließlich nach London.

„Aimées geheimer Wunsch“ von Autorin Kelly Doust ist ein Roman der aus verschiedenen Episoden in unterschiedlichen Zeitebenen zusammengesetzt ist.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Maggie im London der Gegenwart. Sie muss sich mit den Problemen einer berufstätigen Ehefrau und Mutter auseinandersetzen, die zwischen den Erwartungen den Bedürfnissen Ihrer Familie und den Erwartungen Ihres Arbeitgebers hin und her gerissen wird. Verbindendes Element der Episoden ist ein Spitzenkragen, der Maggie beruflich in die Hände fällt. Sie wird neugierig woher dieses Stück stammt und versucht den letzten Eigentümer ausfindig zu machen. Rückwirkend wird so beleuchtet, wie der Kragen von seiner ersten Besitzerin (und Titelgeberin des Romans) Aimée gegen Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt wird und schließlich über Umwege nach England gelangt. Hierbei sind die Geschichten aber nur lose miteinander verbunden und nicht lückenlos. Erzählt wird aus einer allwissenden Perspektive, denn Maggie hat keinen Zugang zu den Informationen die der Leser erhält.
Wie bei fast jedem Buch das aus Episoden, unterschiedlichen Figuren und Zeitebenen besteht, haben mir nicht alle Abschnitte gleich gut gefallen. Manche Figuren haben mir sehr gut gefallen, andere blieben eher oberflächlich. Von den interessanten Geschichten hätte ich gerne mehr gehört, während ich auf anderes hätte verzichten können. Das macht die Bewertung hier insgesamt schwierig, denn Stellenweise fand ich das Buch gut und andererseits dann wieder etwas langweilig.
Insgesamt gesehen ist „Aimées geheimer Wunsch“ eine nette Geschichte für zwischendurch, aber nichts was mir länger im Gedächtnis bleiben wird.

So habe ich bewertet: 




Und hier kann man das Buch kaufen: Kelly Doust: Aimées geheimer Wunsch

Freitag, 13. April 2018

Nora Berger: Sturmwind über Auprèsmont



Inhaltsangabe des Verlages:
Sophie genießt ihr Studium in Paris. Das Leben ist leicht und der Zweite Weltkrieg weit weg. Noch. Doch plötzlich stirbt ihre Mutter und was vorher sicher schien, wird auf einmal ungewiss.
Was hat ihre Mutter Sophie verschwiegen? Welches Geheimnis liegt über der Familie? Sophie macht sich auf nach München. Auf die Suche nach ihrem eigenen Leben und mitten in die Wirren des bevorstehenden Krieges. Es wird eine Reise, begleitet von Liebe, Tod und Freundschaft. Eine Reise, die Sophies Leben verändert, vor allem als sie den jüdischen Maler David trifft und eine atemberaubende Flucht beginnt.


„Sturmwind über Auprèsmont“ von Autorin Nora Berger hat mich leider nicht überzeugen können.
Erzählt wird hier in chronologischer Reihenfolge, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven. Hauptfiguren sind die drei Geschwister Sophie, Marguerite und Philippe, die einen sehr unterschiedlichen Lebenswandelt führen. Philippe, der Älteste, vergnügt sich hauptsächlich mit seinem Lebensgefährten und greift zur Bestreitung des Lebensunterhaltes auch gerne mal in die Firmenkasse. Marguerite versucht sich als Sängerin und Schauspielerin, hat aber ein Problem mit Tabletten und Alkohol. Sophie, die Jüngste, studiert in Paris um einmal Journalistin zu werden und ist die Einzige, die einen emotionalen Bezug zum Familienschloss Auprèsmont hat. Schauplätze der Geschichte sind Paris, die Picardie und München. Angesiedelt ist Handlung ab kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges und spielt hauptsächlich im Jahr 1939.
Enttäuscht hat mich die Sprache, die die Autorin hier verwendet. Sie ist sehr bildhaft und es werden viele Ausdrücke und Beschreibungen verwendet, die es so zu dieser Zeit nicht gab.
Leider bin ich auch mit den Figuren nicht richtig warm geworden. Es gibt nur sehr wenige Sympathieträger und viele Protagonisten sind stereotyp und erfüllen Klischees. Zudem haben sich die Figuren nicht weiterentwickelt, sondern blieben bis zuletzt ziemlich oberflächlich. Die Handlung ist natürlich um historische Daten herum gebaut, wie zum Beispiel die Reichspogromnacht. Diese Episoden fand ich teilweise auch interessant zu lesen. Anderes fand ich jedoch zu unrealistisch oder auch zu langatmig erzählt. Gerade im Mittelteil des Buches hatte ich den Eindruck gar nicht richtig voran zu kommen. Gegen Ende hingegen, als klar war das nur noch wenige Seiten übrig sind, fragte ich mich wie denn die Geschichte noch zu einem Abschluss kommen soll. Die Frage war dann jedoch auch schnell beantwortet, denn es gibt kein richtiges Ende. Die Geschichte endet mit einem Cliffhanger und ich hatte fest damit gerechnet, dass die Autorin schon eine Fortsetzung veröffentlicht hat. Für mich ist das ganz klar der erste Teil einer Reihe (allerdings keine die ich gerne weiterlesen würde). Bisher ist jedoch noch kein Folgeband erschienen.
Insgesamt gesehen kann mich „Sturmwind über Auprèsmont“ als historischer Roman nicht überzeugen. So zwischendurch kann man das Buch aber lesen.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Nora Berger: Sturmwind über Auprèsmont

Freitag, 10. November 2017

Lilli Beck: Wie der Wind und das Meer



Inhaltsangabe des Verlages:
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen … 


„Wie der Wind und das Meer“ von Autorin Lilli Beck hat mich anhand der Inhaltsbeschreibung sehr angesprochen. Zudem hat mir das Cover total gut gefallen. Enttäuscht bin ich jedoch von der „seichten“ Umsetzung, da doch eindeutig die Liebesgeschichte im Vordergrund steht.
Zu Anfang hat mich die Geschichte noch sehr für sich eingenommen. Inmitten der Irrungen und Wirrungen zum Ende des 2. Weltkrieges begegnen sich Paul und Sarah und beschließen fortan eine Familie zu sein. Gerade die erste Zeit ihres Beisammenseins und der Beginn von Normalität bei einer alten Frau die sie bei sich aufnimmt hat mir gut gefallen. Auch die Schilderung der Adoption und Schwierigkeiten aus Fremden eine Familie zu bilden fand ich gelungen. Doch je älter Paul und Sarah (Rosalie) wurden, desto fremder wurden sie mir. Sie verlieben sich und da niemand weiß, dass sie nicht wirklich Geschwister sind, ist dies natürlich zum Scheitern verurteilt. Ab diesem Zeitpunkt wurde es dann für mich zur Seifenoper. Ich konnte auch nicht unbedingt die Entscheidungen und Entwicklungen der Figuren nachvollziehen und habe sie begleitet ohne wirklich mit Sympathie dabei zu sein. Zudem zieht sich die ganze Handlung über rund 40 Jahre hinweg, so dass nicht nur der Krieg eine Rolle spielt, sondern auch noch gleich das Wirtschaftswunder, der Mauerbau und die Hausbesetzerszene etc. Das war mir einfach zu viel auf einmal, vor allem da ich auch keine emotionale Verbindung zwischen den Figuren gespürt habe. Insgesamt gesehen konnte mich „Wie der Wind und das Meer“ nicht überzeugen, hat aber trotzdem -besonders zu Beginn- auch einige gute Momente.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Lilli Beck: Wie der Wind und das Meer

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Blanvalet Verlages.


Freitag, 22. September 2017

Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens



Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden …


"Die Melodie meines Lebens" von Antoine Laurain hat leider meine Erwartungen an den Roman nicht erfüllt. Leider hat die Inhaltsangabe des Verlages nicht viel mit dem gemein, was dann in der Geschichte erzählt wird. Den Beginn fand ich richtig zäh. Zwar beginnt die Handlung tatsächlich mit einem Brief der Plattenfirma der mit über 30 Jahren Verspätung eintrifft, aber ab dann war es für mich eher ein Episodenroman. Es wird nicht etwa eine Odyssee von Alain erzählt oder besonders viel auf das eingegangen was im Jahr 1983 war. Vielmehr wird unabhängig von einem Besuch Alains das Leben mehrerer ehemaliger Bandmitglieder aufgegriffen und erzählt wo sie nun im Leben stehen. Auffällig ist dabei, dass es erstaunlich viele aus diesem kleinen Personenkreis in die Öffentlichkeit oder zu Erfolg gebracht haben. Das dürfte sicherlich nicht typisch für eine Band dieser Zeit sein. Leider fand ich die meisten dieser Figuren nicht sympathisch und habe mich daher auch nur wenig für die Ereignisse in ihrem Leben interessiert. Oft verlor sich die Erzählung hier auch in Nebensächlichkeiten die ich gänzlich uninteressant fand. Erst zum Ende hin gab es dann noch zwei Wendungen in der Geschichte die mir gefallen haben und das Buch dann noch mal deutlich aufwerteten. Auf dem Weg dorthin fehlte mir jedoch das verbindende Element zwischen den Episoden, das ich eigentlich in der Form von Alain und dem schwelgen in nostalgischen Erinnerungen erwartet hätte. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Autor mit diesem Buch bezweckt hat, einige Missstände in unserer Gesellschaft aufzudecken und anzuprangern, aber für mich war dann ganz klar das Thema verfehlt.
Insgesamt gesehen bin ich jedoch ziemlich enttäuscht von "Die Melodie meines Lebens" und kann es nur sehr eingeschränkt weiter empfehlen. In Anbetracht der überschaubaren Seitenzahl finde ich den Buchpreis auch recht stattlich.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens


Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich im Moment leider noch nicht auf der Homepage des Atlantik Verlages.

Freitag, 15. September 2017

Nicole Gozdek: Die Magie der Lüge

Inhaltsangabe des Verlages
Anderta Passario führt ein Doppelleben. Tagsüber ist sie eine harmlose Wahrsagerin, nachts eine gerissene Diebin. Sie ist glücklich. Doch eines Tages verändert ein Zauber die Wirklichkeit und Anderta scheint die Einzige zu sein, die sich an ihre Vergangenheit erinnert. War ihr ganzes Leben nur eine Lüge? Anderta ist wild entschlossen, ihr altes Leben mit allen Mitteln von dem schuldigen Magier zurückzufordern: Tirasan Passario. Dieser ahnt zwar nichts von Andertas Plänen, aber auch ihn schmerzt der Verlust seiner Vergangenheit. Gerade die Beziehung zu seinem Freund Rustan ist komplizierter denn je, denn Tirasan weiß genau, was dieser heimlich für ihn empfindet – nur hat Rustan sein Liebesgeständnis von einst vergessen. Dabei war Tir ihm noch eine Antwort schuldig! Doch sowohl Anderta als auch Tirasan müssen feststellen, dass es nichts bringt, der Vergangenheit nachzutrauern, wenn man die Gefahren der Gegenwart nicht erkennt.



"Die Magie der Lüge" von Autorin Nicole Gozdek ist die Fortsetzung von "Die Magie der Namen". Der erste Teil hatte mir sehr gut gefallen und ich habe mich daher sehr auf die Fortsetzung gefreut. Während im ersten Buch Tirasan Passario im Mittelpunkt der Ereignisse steht, ist es in der Fortsetzung seine ihm noch unbekannte Schwester Anderta Passario. Beide verfügen über die Wahrheitsmagie der Familie Passario, weshalb sich Anderta an das Leben erinnert wie es war, bevor Tirasan die Wirklichkeit veränderte.
Mein Hauptproblem mit "Die Magie der Lüge" ist jedoch, dass mir Anderta von Anfang an nicht sympathisch war. Zwar revidiert sich dies im weiteren Verlauf der Handlung etwas, doch es ist immer schwer einem Buch aufmerksam zu folgen, wenn man keine echte Sympathiefigur hat. Im ersten Band mochte ich Tirasan sehr und ich habe mich daher gefreut, dass er auch hier bald wieder auftaucht. Doch auch mit ihm wurde ich nicht mehr so recht warm. Er war zwar auch vorher schon eher der softe Typ, der mit seiner Art schon mal nervte, aber jetzt fand ich die Jammerei und dieses Selbstbemitleiden und Schuldanerkennen schon echt anstrengend und wenig sympathisch.
Die übrigen neuen Nebenfiguren fand ich zwar interessant, aber ich konnte sie mir nur schwer bildhaft vorstellen und im Vergleich zur Gruppe aus dem ersten Buch wirkten sie regelrecht blass. Hinzu kommt, dass für mich die Emotionen in der Geschichte nicht ausreichend vermittelt wurden. Dies betrifft sowohl Freundschaft, Liebe als auch Eltern und Kinder. Die Grundidee die hinter allem steckt gefällt mir jedoch weiterhin gut und auch die Weiterentwicklung dieser Welt im zweiten Band ist durchaus durchdacht.
Insgesamt gesehen ist die Fortsetzung jedoch deutlich schwächer und ich kann "Die Magie der Lüge" daher nur eingeschränkt weiter empfehlen an die Leser, die gerne noch mehr von dieser faszinierenden Welt erfahren wollen.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Nicole Gozdek: Die Magie der Lüge


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Piper Verlages.





Donnerstag, 14. September 2017

Emma Garnier: Grandhotel Angst

Inhaltsangabe des Verlages:
Italien, März 1899. Die junge Nell reist mit ihrem Mann Oliver an die ligurische Küste, um in Bordighera ihre Flitterwochen zu verbringen. Das Paar logiert im luxuriösen Grandhotel Angst. Nell ist von dem großartigen Gebäude, dem exotischen Hotelpark und dem Blick aufs funkelnde Meer fasziniert. Doch zu ihrer Überraschung kennt Oliver nicht nur bereits das Personal und einige Gäste, sie scheinen auch Geheimnisse zu teilen. Als ein Hotelgast überraschend verstirbt, beginnt Nell, nachzuforschen. Und stößt auf eine Geschichte von Schuld und Verrat – und auf eine unheimliche Legende, die sie in ihren Bann zieht. Bis sie plötzlich selbst im Verdacht steht, ein Verbrechen begangen zu haben ...


"Grandhotel Angst" von Autorin Emma Garnier hat mich mit seiner Inhaltsangabe und seinem Cover fasziniert.
Ich habe das Buch daher voller Vorfreude begonnen und war gespannt auf diesen besonderen Schauplatz eines alten (damals noch neuen) Grandhotels (ich liebe auch die spanische Serie Grand Hotel).
Schon nach wenigen Seiten merkte ich jedoch, dass ich Schwierigkeiten hatte mich in den Text einzufinden. Das lag wohl auch daran, dass nicht rein chronologisch, sondern mit wechselnden Zeiten jeweils ein paar Tage früher oder später erzählt wird. Ich habe mich dann schließlich dazu entschieden, dass Buch erst einmal bei Seite zu legen und mich anderen Büchern zu widmen. Mit einigen Tagen Abstand habe ich mich dann noch mal neu an das Buch herangewagt und konnte dann zumindest auch dran bleiben. Die Grundidee und das Setting gefallen mir sehr gut. Besonders das Grandhotel selber und seine Gäste, sowie der kleine Ort Bordighera können überzeugen. Tatsächlich passiert hier jedoch nicht viel mehr, als auch schon in der Inhaltsangabe wiedergegeben wird.
Leider war mir Nell als Hauptfigur nicht sympathisch und ich fand ihre Handlungsweise nicht überzeugend. Einerseits ist sie extrem empfindlich und leicht zu beeinflussen (was aber vielleicht typisch für diese Epoche ist), aber andererseits hat sie dann kein Problem damit alleine unterwegs zu sein und sich auf fremde Menschen einzulassen. Das fand ich weder konsequent, noch logisch und wenn man Nells Erziehung bedenkt auch nicht glaubhaft.
Eigentlich mag ich auch Liebesgeschichten in Büchern, aber auch das wirkte hier auf mich nicht stimmig. Natürlich war es um 1900 herum absolut typisch, dass sich Eheleute vor ihrer Ehe nicht gut kannten. Aber warum weiß Nell nicht, was ihr Mann beruflich macht? Welcher (vorher extrem besorgte) Vater verheiratet seine Tochter ohne solche Dinge vorher zu klären? Dazu kommt noch, dass die Geschichte in dieser Hinsicht eine Wendung nimmt, die ich der Epoche nicht angemessen finde und die ich ebenfalls nicht für glaubhaft halte.
Insgesamt gesehen fand ich "Grandhotel Angst" leider kaum spannend und bis auf einige rasante Entwicklungen zum Ende hin auch nicht überraschend. Dazu kommt noch, dass ich die Zeitsprünge als unnötig und störend empfand. Ich kann das Buch daher nur eingeschränkt weiter empfehlen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Emma Garnier: Grandhotel Angst

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Penguin Verlages.

Freitag, 8. September 2017

Stefan Bachmann: Palast der Finsternis

Inhaltsangabe des Verlages:
Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können.



"Palast der Finsternis" von Autor Stefan Bachmann ist ein wirklich verrücktes Buch. Nach der Inhaltsangabe dachte ich eigentlich genau zu wissen was ich da bekomme, denn es klang doch alles sehr nach einem Abenteuerroman mit historischem Bezug. Ganz so einfach lässt sich dieses Buch jedoch nicht beschreiben. Die Handlung ist für mich eher eine Mischung aus Fantasy, Schauerroman und Soft-Horror und dabei auch noch in den Bereich Young Adult einzusortieren. Für mich ist die Zielgruppe hier daher auch eine jüngere Leserschar zwischen 14 und 17 Jahren, die sicherlich ihren Spaß an der Geschichte, ihren Figuren und der Sprache haben wird.
Absolut überzeugen können mich die Ideen des Autors zur Ausgestaltung des unterirdischen Palastes. Seine Beschreibungen lassen die Räume vor den Augen des Lesers entstehen und das Ganze sehr plastisch wirken. Mir fehlte jedoch leider die Orientierung und da die Protagonisten auch noch häufig ihren Standort wechseln, hätte ich ein ergänzendes Kartenmaterial sehr hilfreich gefunden.
Zu Beginn hat mich die Handlung sehr gefesselt und ich war neugierig, warum Anouk und die vier anderen Jugendlichen zu diesem Abenteuer ausgewählt wurden und was sie wohl dort alles erwartet. Mit Fortschreiten der Handlung wächst jedoch der Fantasy-Anteil immer mehr an und "Palast der Finsternis" wird daher von einem Abenteuer zu einer absolut unglaubwürdigen Geschichte. Nun mag sich der eine oder andere denken, dass Fantasy gerade eben nicht glaubwürdig sein muss und es genau darum geht unglaubliche Ereignisse einzubinden. Dem stimme ich auch grundsätzlich zu, doch in diesem Fall hier blieben für mich zu viele Lücken in der Geschichte. Ich kann ein Buch einfach nicht richtig genießen, wenn ich mich dauern fragen muss, warum denn nun dies plötzlich so sein soll und das nicht anders gemacht wurde. Vielleicht bin ich einfach der falsche Leser für dieses Buch, denn ich kann mir schon vorstellen, dass es seine Fans finden wird. Insgesamt gesehen kann ich "Palast der Finsternis" an fantasybegeisterte Leser empfehlen, denen auch vorher bewusst ist, dass es sich hier um einen Roman mit hohem Fantasyanteil handelt.
Positiv hervorheben möchte ich auch noch das wunderschöne Bild auf dem Cover. Leider spiegelt die Qualität des Bucheinbandes aber nicht den für ein Taschenbuch recht hohen Preis wieder.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Stefan Bachmann: Palast der Finsternis


Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Diogenes Verlages.

Freitag, 1. September 2017

Donato Carrisi: Der Nebelmann


 


In einer eisigen Winternacht irrt der Star-Ermittler Vogel mit blutverschmiertem Hemd durch die Wälder am Rand eines Bergdorfs. Er war vor Wochen angereist, um den Fall eines vermissten Mädchens zu klären. Bereits dreißig Jahre zuvor waren hier unter ungeklärten Umständen Kinder verschwunden. Im Dorf glaubt man schnell, dass der Mörder, »Nebelmann« genannt, zurückgekommen ist. Vogel gibt an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Als ein Psychiater gerufen wird, um ihn zu befragen, beginnt Vogel zu erzählen. Sein Bericht ist ungeheuerlich…


Ich habe "Der Nebelmann" von Donato Carrisi als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Uve Teschner, dessen Stimme besonders gut zum merkwürdigen Sonderermittler Vogel passt. Teschner liest ihn so, dass es schwer fällt ihn als Sympathiefigur zu sehen und das trug für mich positiv zur Gesamtstimmung bei.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht das Verschwinden der 16jährigen Anna Lou, die mit ihrer Familie im Ort Avechot in einem Tal lebt und dort einer konservativen Kirchengemeinde angehört. Während die örtliche Polizei zu Anfang noch davon ausgeht, dass Anna Lou eine jugendliche Ausreißerin ist, glaubt Sonderermittler Vogel von Anfang an dass das Mädchen entführt wurde.
Auch dem Hörer ist recht schnell klar, dass es hier tatsächlich um ein Verbrechen geht, denn die Geschichte beginnt im Grunde genommen mit dem Schluss und wird dann in einem Gespräch zwischen einem Psychologen und dem Sonderermittler Vogel – der blutbeschmiert in einer Nebelnacht aufgefunden wurde – aufgerollt.
Leider empfand ich die Handlung jedoch zu großen Teilen überhaupt nicht spannend und teilweise sogar langweilig, da doch auch einige Ereignisse recht vorhersehbar waren.
Gefallen hat mir "Der Nebelmann" erst wieder ganz zum Schluss und auch die Auflösung des Thrillers kann mich überzeugen.
Aber bei über neun Stunden Hörbuch ist eine Stunde Spannung für mich einfach nicht genug. Ich kann nicht beurteilen, ob dies nun ein besonders typischer Thriller von Donato Carrisi ist, aber ich fand ihn insgesamt eher ein bisschen merkwürdig, eine gewöhnungsbedürftige Mischung an Orts- und Personennamen und nicht unbedingt das was ich unter einem Spannungsroman verstehe. Vor einigen Jahren hatte ich schon mal ein Buch des Autors gelesen und das hat mir insgesamt besser gefallen. Dennoch ist klar erkennbar, dass im Autor ein großes Potenzial steckt und so kann man noch auf weitere gute Ideen von ihm hoffen. Insgesamt gesehen habe ich mich von "Der Nebelmann" jedoch nicht so gut unterhalten gefühlt wie erhofft.

Negativ ist mir hier aufgefallen, dass die mp3 CD keine funktionierenden Tags hatte. Sollte man noch mal wieder neu einsteigen wollen ist es daher fast unmöglich den richtigen Track zu finden.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Donato Carrisi: Der Nebelmann


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage von Der Audio Verlag (DAV).

Donnerstag, 31. August 2017

Cecelia Ahern: So klingt dein Herz


Inhaltsangabe des Verlages:
Die junge Laura lebt im Verborgenen im Westen Irlands. Niemand weiß, dass sie eine ganz besondere Fähigkeit besitzt: Sie kann jede menschliche Stimme, alle Tiere und jedes Geräusch der Welt nachahmen. Als der Toningenieur Solomon im Wald auf Laura trifft, fühlt er sich sofort magisch von ihr angezogen. Doch auch Solomons Lebensgefährtin, die Regisseurin Bo, ist fasziniert: Sie möchte einen Film über die geheimnisvolle Laura drehen. Über Nacht findet sich Laura in unserer lauten, modernen Welt wieder. Kann ihre Gabe ihr dabei helfen, das Glück zu finden – und die Liebe?

"So klingt dein Herz" von Autorin Cecelia Ahern hat beim Lesen der Inhaltsangabe den Eindruck erweckt, dass wir auch hier einen typischen Ahern-Roman vor uns haben. Für mich hat sich das aber insgesamt gesehen nicht bewahrheitet. In den ersten Kapiteln war ich ganz verzaubert von Laura und ihren Fähigkeiten und die Art und Weise wie sie die Welt um sich herum wahrnimmt und erkundet. Doch recht schnell entwickelt sich die Handlung in eine Richtung die nichts mehr mit dieser magischen Stimmung gemein hat und so auch Laura nicht mehr so wirken lässt wie ich es am Anfang liebte. Vielleicht muss man sich als Leser auch einfach von dem Gedanken frei machen, dass man es hier nicht mit einer romantischen Liebesgeschichte zu tun hat, in der auch wirklich die emotionale Seite im Vordergrund steht. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass Frau Ahern auch ein wenig mit dem abrechnen möchte, was ihr selber an unserer schnelllebigen und oberflächlichen Welt nicht gefällt. Wäre dies vom Verlag anders verpackt worden, mit einem Cover das weniger romantisch-verspielt wirkt und einer Inhaltsangabe die weniger auf die Suche nach der Liebe Bezug nimmt, so hätte dies meiner Meinung nach besser funktionieren können, denn die englische Ausgabe ist deutlich sachlicher gehalten.
Die Figur der Laura und die Idee ihrer besonderen Begabung haben mir grundsätzlich gut gefallen. Auch die Nebenfiguren bieten viel Potenzial, haben mich jedoch nicht unbedingt mit ihrem Verhalten für sich einnehmen können. Irgendwie gab es für mich in diesem Buch auch keinen Spannungsaufbau. Ich hatte eine gewisse Erwartungshaltung zu Anfang, von der jedoch schon recht schnell klar war, dass es wohl in eine andere Richtung gehen würde. Dann plätscherte die Geschichte so vor sich hin und schließlich gab es einen Abschluss der zwar nicht genau dem entsprach was ich mir ausgemalt hatte, aber schon in Ordnung war. Ich kann daher weder sagen, dass ich im Buch versunken bin, noch fand ich es total blöd.
Insgesamt gesehen hat mir "So klingt dein Herz" nicht so gut gefallen wie ich zu Anfang erwartet hatte. Ich kann es daher nur eingeschränkt weiter empfehlen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Cecelia Ahern: So klingt dein Herz

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage der Fischer Verlage.


Samstag, 5. August 2017

Sara Gran: Dope

Inhaltsangabe des Verlages:
New York City, 1950. Josephine (»Joe«) hat es nie leicht gehabt. Ihr Leben war schon verpfuscht, bevor es richtig begann. Eigentlich müsste sie längst tot in irgendeinem Hinterhof liegen, von einer Kugel oder dem Heroin dahingerafft. Doch sie hat noch mal die Kurve gekriegt – und scheint plötzlich das Glück auf ihrer Seite zu haben: Ein wohlhabendes Paar bietet Joe 1000 Dollar; sie soll dessen verschwundene Tochter wiederfinden, die offenbar in die Unterwelt des Big Apple abgedriftet ist. Leicht verdientes Geld, denkt Joe. Aber so leicht ist es nun auch wieder nicht: Freund ist von Feind kaum zu unterscheiden, und nicht jede Falle erkennt man gleich ...


 "Dope" von Autorin Sara Gran hätte ich in der Buchhandlung wohl nicht für mich ausgesucht. Ich war jedoch im Urlaub und hatte nichts mehr zu lesen, weshalb ich mich unter den Büchern umgesehen habe, die andere Urlauber zurückgelassen hatten.
So bin ich nun also an "Dope" geraten und als Urlaubslektüre war es auch gar nicht mal so schlecht. Wirklich interessant ist hier die Hauptfigur Joe Flannigan. Eigentlich schlägt sie sich als Gelegenheitsdiebin durch, als sie das Angebot erhält sich als "Insider" auf die Suche der Tochter eines reichen Ehepaares zu machen. Die Tochter soll in die falschen Kreise abgerutscht sein und das ist auch genau das Milieu in dem sich Joe auskennt. Joe ist hier auch die Erzählerin der Geschichte und als solche war sie mir sympathisch. Ihre Biographie hat es in sich und als Schulabbrecherin und ehemalige Drogensüchtige erschien sie mir ehrlich gesagt manchmal etwas zu kultiviert.
Wie der Titel schon sagt, geht es hier auch viel um Drogen, Drogenbeschaffung, Drogenkriminalität und Drogenkonsum. Das muss man schon mal abkönnen, denn ansonsten ist man bei diesem Buch total falsch. Interessant fand ich, dass dieses Buch in den USA der 50er Jahre spielt, denn ehrlich gesagt war mir vorher nicht bewusst, dass es auch damals schon so viele Heroinabhängige gab und riesige Drogenscene in den Großstädten. Zu Anfang konnte ich hier nicht viel von einer Kriminalgeschichte entdecken, denn es ging hauptsächlich nur darum, dass Joe bei Kriminellen, Prostituierten und Drogensüchtigen nachforschte ob sie die junge Frau kennen. Überrascht hat mich die Autorin zum Ende dann aber doch noch mit einer Wendung der Geschichte. Die fand ich zwar nicht unbedingt vollständig logisch, aber sie hat zumindest etwas Spannung rein gebracht. Insgesamt gesehen fand ich "Dope" durchaus unterhaltsam, allerdings mit erzählerischen Schwächen.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Sara Gran: Dope

Weitere Infos zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Droemer Verlages.

Freitag, 28. Juli 2017

Ingar Johnsrud: Der Hirte

Inhaltsangabe des Verlages:
Die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise Wetre wird vermisst – ein Routinefall für Hauptkommissar Fredrik Beier. Doch kurz darauf wird Beier nach Solro beordert, einem alten Hof vor den Toren Oslos. Fünf Männer wurden auf dem Sitz der christlichen Sekte »Gottes Licht« grausam abgeschlachtet. Das Gelände des Hofs ist ausgestattet wie ein Hochsicherheitstrakt, und im Keller des Gebäudes stoßen die Ermittler auf ein Labor, das auf monströse Experimente hinweist. Von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur, unter ihnen die vermisste Annette Wetre ...



Ich habe "Der Hirte" von Autor Ingar Johnsrud als Hörbuch gehört. Gesprochen wird es vom wunderbaren Dietmar Wunder und der hat das Hörbuch für mich auch noch in eine durchschnittliche Bewertung gerettet.
Für mich wurden hier inhaltlich einfach zu viele unterschiedliche Themen vermischt. Besonders störend fand ich dabei, dass hier bis in den zweiten Weltkrieg zurückgegangen wird und der Fall mit den Nazis verknüpft wird. Als der erste Zeitsprung in das Jahr 1937 erfolgte, war das für mich erst mal aus dem Zusammenhang gerissen und ich fand diesen Erzählstrang auch unnötig. Man hätte die Geschichte auch gut erzählen können, ohne mal wieder das Thema Naziideologie anzufassen, denn ehrlich gesagt finde ich das inzwischen ziemlich überstrapaziert. Wie viele geheime Gruppierungen und Verschwörungen soll es denn da noch alles gegeben haben? Man kann doch einen Thriller auch ohne weiteres mit Themen aus der Gegenwart füllen und hat damit (besonders beim hier vorliegenden Buch) immer noch genug unterschiedliche Bereiche. Für mich wurden hier auch die einzelnen Fäden nicht wirklich zu einer Geschichte verknüpft. Ich kann rückblickend gar nicht sicher sagen, dass ich alles verstanden habe und das Hauptmotiv des Mörders ist mir ehrlich gesagt auch nicht klar geworden. Schwierig fand ich beim Hörbuch auch die norwegischen Namen. Ich habe schon einige Bücher gehört und gelesen die in Skandinavien spielen, aber bei diesen Namen hier weiß ich teilweise noch nicht mal wie man die schreiben soll. Die Hauptfigur Fredrik Beier (der sagt am Anfang zum Glück genau wie man seinen Namen schreibt) fand ich ganz ok. Aber wie so oft, handelt es sich hier auch wieder um eine durch Ereignisse in der Vergangenheit gebrochene Person. Die Nebenfiguren bleiben ein wenig blass, denn von ihren Hintergründen erfährt man so gut wie gar nichts. Sprecher Dietmar Wunder versteht es jedoch ausgezeichnet die unterschiedlichen Charaktere darzustellen, ohne dass dies lächerlich wirkt.
Die Ermittlungstätigkeit beläuft sich über weite Strecken in der Befragung von Personen und der zufälligen Entdeckung von Spuren. Ab der zweiten Hälfte gibt es dann auch einige dramatische Szenen, die vom Autor sehr detailliert beschrieben sind und bei denen kein Blutspritzer, Schmerzensschrei oder Faustschlag ausgelassen wird. Dietmar Wunder sorgt dann dafür dass dies einem Action-Hör-Film gleicht und mir das teilweise schon etwas zu intensiv wurde. Allzu zartbesaitet sollte man daher nicht sein.
Insgesamt gesehen kann mich "Der Hirte" leider nicht überzeugen. Lediglich die tolle Sprecherleistung sorgt dafür, dass es sich hier dennoch lohnt die fast 12 Stunden durchzuhalten.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Ingar Johnsrud: Der Hirte


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage vom Random House Audio Verlag.



Donnerstag, 27. Juli 2017

Laura McVeigh: Als die Träume in den Himmel stiegen

Inhaltsangabe des Verlages:
Samar muss mit ihrer Familie aus dem gelben Haus mit dem Mandelbaum in Kabul flüchten. Mit ihren Eltern und Geschwistern kommt sie in ein Dorf im Hindukusch. Doch auch dort bricht der Schrecken ein, der für Samar jetzt plötzlich ein Gesicht bekommt: Die Taliban überfallen das Dorf. Samars Familie bleibt nur ein Ausweg: über die Grenzen hinaus zu fliehen, das Land zu verlassen.
Wird Samar jemals in der Freiheit ankommen?


Ich bin hin und her gerissen in meiner Bewertung zu "Als die Träume in den Himmel stiegen" von Autorin Laura McVeigh. Meine Erwartungen an dieses Buch und das was dieses Buch ist, drifteten einfach zu sehr auseinander. Ich dachte an eine komplexe Flüchtlingsgeschichte mit glaubhaftem Hintergrund, aber eben fiktiven Figuren. Bekommen habe ich jedoch einen Roman mit Flüchtlingshintergrund, vielen erzählerischen Elementen und effektvollen Wendungen.
Für mich stellt sich daher die Frage wie viel Mainstream in einem Flüchtlingsdrama stecken darf und soll. Ich persönlich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich es nicht mag, wenn mit dramatischen Wendungen und Effekten in so einer ernsten Geschichte hantiert wird. Es gibt daher für mich Bücher, die das Thema besser aufgreifen und dazu gehört auch das auf dem Coveraufkleber zum Vergleich herangezogene "Drachenläufer" von Khaled Hosseini.
Hauptfigur ist hier die junge Samar, mittleres Kind einer achtköpfigen Familie und Erzählerin ihrer eigenen Geschichte. Der größte Teil der Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum der nicht genau definiert wird, aber ca. 8 Jahre ausmacht. Leider gibt es weder Jahresangaben, noch genaue Angaben wie alt die Kinder in den jeweiligen Fluchtetappen sind. Ich habe dem Text entnommen, dass Samar zum Zeitpunkt als die Familie Kabul verlässt ca. 5-6 Jahre alt ist. Die Familie lebt dann für mindestens fünf Jahre in den Bergen, die späteren Ereignisse können zeitlich kaum genau eingegrenzt werden. Der Klappentext des amerikanischen Verlages beschreibt Samar als 15jährige Erzählerin, aber das kann ich nach dem Lesen eigentlich nicht glauben und gehe eher von 12-13 Jahren aus. Samar muss in dieser Geschichte wirklich viel durchmachen und das Buch gehört daher eher zu den traurigen. Aber obwohl ich die Ereignisse schrecklich fand und teilweise auch geschockt war, blieb bei mir eine emotionale Distanz. Ich konnte nicht richtig mit Samar mitfühlen und das führe ich hauptsächlich auf die "Schockelemente" der Autorin zurück, die bei mir wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem erreichten was Frau McVeigh wollte. Für mich rutschte die Geschichte dadurch ein wenig in die Effekthascherei ab und das finde ich einfach nur schade, denn Potenzial hat die Geschichte der Familie die sich nicht für ein neues Zuhause entscheiden kann durchaus.
Mit dem generellen Schreibstil kam ich jedoch gut zurecht und schreibe dies auch in Teilen der Übersetzerin Susanne Goga-Klinkenberg zu.
Insgesamt gesehen vermag "Als die Träume in den Himmel stiegen" zu unterhalten und wer wirklich nur Unterhaltungsliteratur erwartet, dem kann ich dieses Buch auch empfehlen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Laura McVeigh: Als die Träume in den Himmel stiegen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Fischer Verlages.



Freitag, 14. Juli 2017

Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden



Inhaltsangabe des Verlages:
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind - die Zeit ...

Für mich ist "Vierundzwanzig Stunden" von Autor Guillaume Musso nicht eines seiner besten Bücher. Wie häufig in seinen Büchern verschwimmen hier die Grenzen zwischen Phantasie und Realität. Diesmal steht das Thema Zeitreise im Mittelpunkt. Unglücklich finde ich auch die Inhaltsangabe des Verlages, denn sie implementiert, dass es Lisa ist die hier Hauptfigur ist und aus deren Perspektive erzählt wird. Das ist jedoch nicht so, da Lisa eigentlich eher als Nebenfigur auftritt und es vielmehr Arthur Costello ist um den sich die Ereignisse drehen.
Die Grundidee des Geheimnisses im Leuchtturm und eines Fluches der sich durch die Generationen zieht fand ich sehr gut. Zu Anfang erfährt man auch einiges über die schwierige Beziehung zwischen Arthur und seinem Vater und auch Großvater Sullivan kann viel zur Klärung beitragen. Diese Figuren fand ich allesamt überzeugend. Nicht so gut gefallen hat mir jedoch Lisa, die nicht wirklich sympathisch rüber kommt und bei der ich gar nicht so viel Lust hatte mehr über eine Liebesbeziehung mit Arthur zu lesen. Letztendlich gab es auch hier einige schöne Szenen, aber die Romanze ist in diesem Buch nicht das tragende Element.
Bleibt also die Thriller-ähnliche Handlung. Zu Anfang hat mir das ganz gut gefallen, auch wenn ich jetzt nicht sagen kann, dass ich voller Spannung war wie es mir schon mit anderen Geschichten von Guillaume Musso ging. Was mir hier aber überhaupt nicht gefallen hat war die Auflösung. Ich habe mich da schon gefragt ob das eine Notlösung des Autors war, weil er beim Schreiben festgestellt hat, dass er einfach keine logische Lösung hinbekommt. Insgesamt gesehen war "Vierundzwanzig Stunden" zwar nett zu lesen, hat mir aber bei weitem nicht so gut gefallen, wie ich es erwartet hatte. Ich kann daher nur empfehlen zu anderen Büchern des Autors zu greifen, z. B. "Nachricht von Dir".

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden


Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Pendo Verlages.