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Donnerstag, 31. Januar 2013

Phil Rickman: Merrily Watkins 03 - Die fünfte Kirche


Eine ehemalige Kirche wird von dem jungen Paar Betty und Robin gekauft, die hier ihren Wicca-Glauben ausleben wollen. Doch mit dem ruhigen Leben ist es schnell vorbei, als in einem Zeitungsartikel von den "Heiden" berichtet wird die eine Kirche schänden wollen. Der örtliche und erst vor kurzem zugezogene Prediger Nick Ellis nutzt die Gunst der Stunde um gegen die Andersgläubigen zu hetzen und seine fundamentalistische Haltung durchzusetzen. Währenddessen muss Merrily Watkins als „Beraterin für spirituelle Grenzfragen“ versuchen die Wogen zu glätten, dabei gerät sie aber selber in die Schusslinie beider Seiten.

"Die fünfte Kirche" ist bereits der dritte Band der Reihe rund um die Pfarrerin Merrily Watkins von Phil Rickman. Ich muss sagen, dass mir die ersten Bücher besser gefallen haben. Von den Figuren bin ich weiterhin überzeugt. Merrily ist ein sehr interessanter Charakter und ihre Aufgabe als „Beraterin für spirituelle Grenzfragen“, was der neue Begriff für Exorzistin ist, bietet viel Potenzial für die Krimi-Reihe. In "Die fünfte Kirche" war mir jedoch alles zu ausschweifend erzählt. Es wurde viel Wert auf Erläuterungen und Hintergründe gelegt, der eigentliche Kriminalfall aber mit Mutmaßungen auf wenigen Seiten abgehandelt.
Auch einige der neuen Nebenfiguren und ihre Sichtweise haben mir gut gefallen. Erzählt wird nicht nur aus der Perspektive von Merrily, sondern auch von den Wicca-Anhängern, was der Geschichte mehr Authentizität verleiht. Aber eine strikte Kürzung hätte dem Spannungsbogen meiner Meinung nach gut getan, denn die wesentlichen Aspekte gingen so in vielen Details unter.
Auf Englisch sind inzwischen elf Bücher der Reihe erschienen, aber ich denke, dass ich die Bücher nun nicht weiter verfolgen werde, da mir das Ganze einfach zu verworren wird.
Empfehlen kann die Reihe an alle Leser, die ruhig erzählte Kriminalgeschichten mit spirituellem Einschlag mögen. Man sollte allerdings vorher "Frucht der Sünde" und "Mittwinternacht" gelesen haben, bevor man mit dem dritten Band beginnt.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Phil Rickman: Merrily Watkins 03 - Die fünfte Kirche

Mittwoch, 28. November 2012

Phil Rickman: Frucht der Sünde

Bewertung: *****

"Frucht der Sünde" ist der erste Band der Reihe rund um die Pfarramtsvertreterin Merrily Watkins des englischen Autors Phil Rickman. Nachdem die Reihe schon seit einigen Jahren überaus erfolgreich in England verlegt wird, können wir uns nun ebenfalls mit Merrily bekannt machen.
Als eine der ersten Frauen, wird Merrily Watkins in der Church of England ordiniert. Nach einigen Jahren in städtischen Pfarreien erhält Merrily nun das Angebot, als Pfarramtsvertreterin im beschaulichen Örtchen Ledwardine tätig zu sein. Gemeinsam mit ihrer 15jährigen Tochter Jane zieht sie in das Dorf und sieht sich schon bald mit den Prototypen aller möglichen Dorfbewohner konfrontiert. Vom ehemaligen Gutsbesitzer, über die exzentrische Ladenbesitzerin, bis zum Zugezogenen aus der Stadt der Anonymität sucht, ist hier alles vertreten.
Das unheimliche Pfarrhaus in direkter Nachbarschaft zum Friedhof und einem alten Apfelgarten, trägt nicht unbedingt dazu bei, dass sich Merrily und ihre Tochter schnell heimisch fühlen. Als die Dorfgemeinschaft zur Förderung des Tourismus nun ein Festival plant, dass neben Aufführungen und der Belebung alter Traditionen auch die Herstellung eines Cider vorsieht, bekommt auch der Apfelgarten wieder neue Bedeutung. Wieso steht ein Pfarrhaus inmitten eines Apfelgartens, wo doch der Apfel als "Frucht der Sünde" bekannt ist? Der Cider als "Engelswein" verwirrt so manchen Kopf und als nun auch noch ein junges Mädchen im Apfelgarten verschwindet und ein Schauspieler ein für den Ort kompromittierendes Stück aufführen will, ist das Chaos perfekt. Nun muss Merrily beweisen, wie gut sie Ledwardine und seine Bewohner inzwischen kennen gelernt hat.

Da es sich bei "Frucht der Sünde" um den ersten Teil einer Reihe handelt, ist dies insbesondere die Gelegenheit sich mit Merrily Watkins und ihrer Geschichte bekannt zu machen. Der eigentliche Kriminalfall steht daher hier (noch) nicht im Vordergrund. Merrily ist nicht gerade die typische Pfarramtsvertreterin, sie raucht, ist allein erziehend und in ihren Ansichten schon mal etwas unkonventionell. Doch ihre weibliche Sicht der Dinge ist ihr in ihrem Beruf durchaus hilfreich, nachdem die Kirche jahrhunderte lang von Männern dominiert wurde. Ihre besondere Empfindsamkeit für die Vorgänge der Vergangenheit und die Spiritualität ihrer Umgebung stellen sie jedoch auch vor eine Bewährungsprobe. Ihre Tochter Jane, die mitten in der Pubertät steckt, ist hier noch eine zusätzliche Herausforderung. Merrily stellt sich der Tatsache, dass manchmal nicht alles durch den Verstand erklärt werden kann und macht sich mit ihrer Art sowohl im Dorf als auch im Bistum nicht nur Freunde. Der Schreibstil von Phil Rickman ist dabei sehr unauffällig und konzentriert sich ganz auf die Hauptfigur. Ein wirklicher Spannungsbogen lässt sich leider nicht erkennen, doch ich fand auch die Ereignisse im Dorf und in Merrilys Leben sehr interessant. Leider ist das Ende jedoch sehr abrupt und daher ein wenig enttäuschend. Wie es weiter geht mit Merrily Watkins, erfährt man in "Mittwinternacht", dem zweiten Band der Reihe.


Und hier kann man das Buch kaufen: Phil Rickman: Frucht der Sünde

Phil Rickman: Mittwinternacht

Bewertung: *****

Exorzismus?
Das ist doch was aus dem Mittelalter!
So denken viele Menschen. Doch nachdem Merrily Watkins und ihre Tochter Jane in „Frucht der Sünde“ bereits erste Erfahrungen der übersinnlichen Art hatten, sind sie der Meinung, dass Pfarrer in der anglikanischen Kirche viel zu wenig darüber wissen.
So ist Merrily zwar skeptisch, aber nicht abgeneigt, als der neue Bischof Michael Hunter sie zur "Beraterin für spirituelle Grenzfragen" ernennen will.
Doch die neue Position findet nicht die Akzeptanz, die sich Merrily erhofft hatte. Von ihrem Vorgänger wird sie nicht anerkannt und schließlich ins kalte Wasser geworfen.
Dazu ist auch die Gemeindearbeit als Pfarrerin noch lange nicht einfach und Janes neue Freunde tragen nicht gerade zur Beruhigung bei.
In welchem Zusammenhang stehen da noch der Tod der jungen Moon und die Kirchenschändungen in der Umgebung? Merrily muss sich nun doch mit dem Thema Exorzismus beschäftigen …

"Mittwinternacht" ist der zweite Band der Reihe rund um die Pfarrerin Merrily Watkins.
Um die Handlung und Entwicklung der Figuren vollständig nachvollziehen zu können, sollte der erste Band "Frucht der Sünde" vorher gelesen werden.
Im Vergleich zum ersten Buch, bewerte ich "Mittwinternacht" etwas schwächer. Zwar ist mit Merrily und ihrer Tochter Jane weiterhin ein sehr interessantes Figurenpaar vorhanden und auch die Nebenfiguren konnten bei mir punkten, doch fand ich dieses Buch diesmal etwas zäher und langatmiger als den Vorgänger. Die Handlung empfand ich als interessant, jedoch nicht in allen Abschnitten schlüssig. Zwar wurden die großen Ungereimtheiten alle aufgeklärt, doch einige Fragen sind bei mir dennoch zurück geblieben. Dies betrifft insbesondere die übersinnlichen Abschnitte der Handlung und den Umgang der anglikanischen Kirche mit diesen.
Dennoch kann ich mir gut vorstellen, die Buchreihe weiter zu verfolgen, da mir insbesondere die Darstellung der Beziehung zwischen Mutter und Tochter und die Konfrontation der Pfarrerin mit ihrer Gemeinde gut gefällt.


Und hier kann man das Buch kaufen: Phil Rickman: Mittwinternacht