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Sonntag, 10. August 2014

Klaus-Peter Wolf: Mord am Leuchtturm

Autor Klaus-Peter Wolf ist bekannt durch seine Ostfriesen-Krimi-Reihe rund um die Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen. Ich habe auch schon mal eins dieser Bücher gelesen, musste aber feststellen das ich nicht ganz überzeugt werden konnte.
Nun habe ich es mit "Mord am Leuchtturm" einmal mit einem Hörbuch von Klaus-Peter Wolf versucht und ich bin wirklich sehr positiv überrascht. Es handelt sich hier um eine Reihe von Kurz-Krimis, was eigentlich auch nicht wirklich mein Fall ist und bisher konnte ich Kurzgeschichten generell wenig abgewinnen. Aber als Hörbuch fand ich es richtig kurzweilig und unterhaltsam.
Jede der Geschichten wird von einem anderen Sprecher gelesen, so dass hier auch eine ganz klare Unterscheidung möglich ist und man den Geschichtenwechsel nicht durch Unachtsamkeit verpassen kann.
Die Kurz-Krimis selber sind dabei sehr unterschiedlich, sowohl was die Länge als auch den Inhalt betrifft. Dazu komme ich nun im Detail:
1. Tod am Leuchtturm - gelesen von Stefan Kaminski - Dauer: 10:23 Minuten
Wer einmal ein Hörbuch mit Stefan Kaminski gehört hat, der wird festgestellt haben, dass man von seiner Stimme einfach nur fasziniert sein kann. Er versteht es einfach vortrefflich die Inhalte und Stimmungen zu transportieren und das kann ein Hörbuch auch ganz deutlich aufwerten. Inhaltlich ist diese Kurzgeschichte ansonsten eher unauffällig, aber ein guter Einstieg in das Gesamtwerk "Mord am Leuchtturm".
2. Die Internethexe - gelesen von Julia Nachtmann - Dauer: 41:43 Minuten
Wenn ich es nicht genau wüsste, dann wäre ich niemals darauf gekommen, dass hier Klaus-Peter Wolf der Autor ist. Die Geschichte ist kein richtiger Krimi, sondern macht eher den Eindruck einer Jugendfantasygeschichte mit Thriller-Elementen, was mir gerade in der Verbindung mit der jugendlichen Stimme der Sprecherin sehr gut gefallen hat.
3. Mamis Held - gelesen von Jacob Weigert - Dauer: 14:27 Minuten
Gesprochen wird diese Geschichte ganz ausgezeichnet von Jacob Weigert. Inhaltlich bin ich ein wenig gemischter Meinung, da die Hauptfigur und die problematische Geschichte es nicht ganz einfach machen diese Geschichte zu mögen.
4. Das mörderische Krimidinner - gelesen von Claudia Michelsen - Dauer: 89:06 Minuten
Dies ist meine Lieblingsgeschichte unter den verschiedenen Kurz-Krimis. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich auch das ganz normale "Perfekte Dinner" gerne mag und diese Adaption für einen Krimi ist wirklich sehr gelungen. Das fängt bei der ausgewogen Teilnehmermischung am Krimi-Dinner (die Kriminalkommissarin Ann-Kathrin Klaassen, ein Krimi-Autor, ein Krimi-TV-Regisseur, ein ehemaliger Häftling und eine Schauspielerin die auf Leichen spezialisiert ist) an und wird durch viele Kleinigkeiten die man aus dem TV Programm kennt fortgeführt. Auch der Kriminalfall an sich ist nachvollziehbar und glaubwürdig aufgebaut und es hat einfach Spaß gemacht dieser Geschichte zu lauschen.
5. Sandra und Anna - gelesen von Bernd Stephan - Dauer: 35:28 Minuten
Diese Geschichte hat sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als ich es erwartet hatte und konnte dadurch überraschen. Obwohl der Titel zwei Frauennamen beinhaltet, ist der Erzähler ein Mann und seine Perspektive gibt hier auch einen ganz anderen Blickwinkel auf das Gesamtgeschehen. Der Sprecher hat mir ebenfalls gut gefallen.
6. Der Nylonstrumpfmörder - gelesen von Dietmar Wunder - Dauer: 17:55 Minuten
Mit diesem Kurz-Krimi hatte ich insofern Probleme, dass ich es nicht so mag, wenn Mörder die Erzähler sind und aus ihrer Perspektive die Morde erzählt werden. Genau dies geschieht hier jedoch und das ist etwas dem ich einfach nicht gerne zuhöre. Dennoch hat der Sprecher hier eine sehr gute Leistung abgeliefert.

Insgesamt gesehen ist es ganz besonders die bunte Mischung an unterschiedlichen Kurz-Krimis die hier überraschen kann und kaum glauben lässt, dass hinter allen der gleiche Autor steckt.
Davon würde ich gerne noch mehr hören und kann "Mord am Leuchtturm" ausdrücklich an alle Hörer empfehlen, die kurzweilige Geschichten mögen und auch etwas für regionale Krimis übrig haben.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch direkt beim Verlag kaufen: Klaus-Peter Wolf: Mord am Leuchtturm oder bei amazon.

Weiter Informationen zum Hörbuch finden sich ebenfalls direkt beim Jumbo Verlag.

Erhalten habe ich das Hörbuch über Blogg dein Buch.

Donnerstag, 28. März 2013

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor


Im Moor wird ein Präparat aus menschlicher Haut gefunden. Schnell ist klar, dass es sich hier um die Haut eines vermissten Mädchens handelt und die Polizei beginnt nach den anderen Körperteilen zu suchen. Parallel wird ein Baby aus dem Kinderwagen entführt, während Mutter und große Schwester sich ganz in der Nähe befanden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Fällen? Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen werden mit den Ermittlungen betraut.

"Ostfriesenmoor" ist mein erster Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf. Wahrscheinlich ist das auch mein Hauptproblem mit diesem Buch. Es handelt sich hier bereits um den siebten Band der Reihe.
Die Reihenfolge der Bände lautet:
Ostfriesenkiller
Ostfriesenblut
Ostfriesengrab
Ostfriesensünde
Ostfriesenfalle
Ostfriesenangst
Ostfriesenmoor

Bei "Ostfriesenmoor" habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass auch mal endlich richtige Ermittlungen beginnen. Die Figuren werden mehr bei ihren Freizeitaktivitäten beschrieben als bei der Arbeit und die Erkenntnisse und Auflösungen ergeben sich hier hauptsächlich durch den Zufall. Abgesehen davon waren mir die Figuren auch nicht sonderlich sympathisch, weshalb ich mich auch nicht so für ihr Privatleben interessiert habe. Verwirrend finde ich die Namensgebung, da manche Personen mit Vornamen und andere mit Nachnamen benannt werden. Vielleicht fehlen mir auch zu viele Informationen aus den Vorgängerbüchern, um die Verbindungen und Eigenarten hier richtig zu deuten. Spannung kam leider keine bei mir auf.
Ich lese eigentlich ganz gerne Regionalkrimis, aber die Ostfriesenreihe schien mir dann doch eher was für echte Fans oder Patrioten zu sein. Orte, Geschäfte, Restaurant und bekannte Ostfriesländer werden reichlich erwähnt und häufig gelobt. Das war mir doch einen Ticken zu übertrieben.
Empfehlen kann ich "Ostfriesenmoor" daher nur an die Leser, die auch die anderen Bücher der Reihe mögen oder Personen die gerne mehr über diese oft verspottete Region Deutschlands lesen möchten und dabei nicht so viel Wert auf den Kriminalfall legen. Der nächste Band der Reihe mit dem Titel "Ostfriesenfeuer" ist bereits in Vorbereitung.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor

Mittwoch, 14. November 2012

Klaus-Peter Wolf: Licht am Ende des Tunnels

Bewertung: *****

Robert Sonntag ist elf Jahre alt, als sein Großvater verstirbt. Obwohl dieser Firmengründer und Anteilseigner war, fand er immer Zeit für seinen Enkel. Für Robert ist es schwer ohne diese wichtige Bezugsperson zurechtzukommen. Nach einem Unfall liegt er für viele Wochen im Koma. Er sieht das sprichwörtliche "Licht am Ende des Tunnels". Doch sein Großvater hält ihn davon ab ins Licht zu gehen. Als er wieder aufwacht, hat sich auch seine direkte Umwelt verändert. Seine Eltern haben sich getrennt. Roberts Vater verbringt die meiste Zeit des Jahres in Amerika, seine Mutter geht eine neue Beziehung ein.
Robert ist nun 14 Jahre alt und kommt auf ein Internat in der Schweiz.
Der Kontakt zur Familie ist nur sporadisch da und so freut sich Robert zunächst, als ein Tag vor den Ferien ein Mitarbeiter seines Vaters auftaucht, um ihn zu seinem Vater zu bringen. Doch Freddy Frambach hat nichts Gutes im Sinn, er entführt Robert ...

"Licht am Ende des Tunnels" ist ein erfrischend anderes Jugendbuch, an dem auch erwachsene Leser ihre Freude haben können.
Der Titel kann hier sowohl für Roberts Nahtoderfahrung stehen, als auch als Leitsatz für alle Leser:
Gib niemals auf! Handle! Nutze die Zeit! Es gibt einen Ausweg für Dich!
Es ist hier nicht wichtig, ob Robert tatsächlich seinen toten Großvater sieht, oder ob man gläubig ist. Entscheidend ist die Sichtweise die hier vermittelt wird. Verpackt in einen möglichst unblutigen Thriller, stellt dieses Buch einen interessanten Anreiz für Leser ab ca. 12 Jahren dar. Durch die Schilderung der Ereignisse aus Roberts Perspektive ist der Leser von Anfang an in seine Gefühlswelt eingebunden. Gleichzeitig erhält man dadurch jedoch auch die beruhigende Gewissheit, dass die Entführung für Robert kein tödliches Ende nimmt.
Neben der Entführung spielen hier auch alltägliche Verlustängste von Kindern und Teenagern eine Rolle. Mit dem Tod seines Opas verlor Robert seine wichtigste Bezugsperson. Sein Vater zieht ihm das Geschäft vor, seine Mutter erkennt erst spät was sie an ihrem Sohn hat. Robert fühlt sich allein gelassen in der Welt, abgeschoben in ein Internat. Die Entführung ist somit eigentlich die erzwungene Handlungsunfähigkeit, die er psychisch schon lange fühlt. Robert muss sich seinem Entführer entgegenstellen, sich aus einer ausweglosen Situation befreien und schafft es so auch, zu sich selbst zu finden.
"Licht am Ende des Tunnels" lenkt den Blick auf die wichtigen Dinge im Leben. Die Firmenleitung mit Hauptaugenmerk auf den Interessen der Angestellten ist für Roberts Opa wichtiger, als den Profit zu erhöhen und die persönliche Zuwendung durch seinen Opa ist für Robert sehr viel wichtiger als eine teure Schule.
Dieses Buch kann auch zur Trauerbegleitung für Jugendliche dienen.
Besonders ansprechend ist die Geschenkedition im Schmuckkarton mit einleitendem (fiktiven) Zeitungsartikel und kleiner Taschenlampe die "Licht ins Dunkel bringt".


Und hier kann man das Buch kaufen: Klaus-Peter Wolf: Licht am Ende des Tunnels