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Samstag, 19. Februar 2022

Cassandra Clare: Lady Midnight - Die dunklen Mächte 1

 


Inhaltsangabe des Verlages:

Als ihre Eltern starben, war Emma Carstairs noch ein Kind, und um sie herum tobte der Dunkle Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute, dass ihre Eltern aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und zusammen mit ihrem engen Freund und Seelenverwandten Julian Blackthorn hat die 17-jährige Emma Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Dort sorgt eine mysteriöse Mordserie für große Unruhe. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen – Zeichen, wie sie auch bei Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie Julian dadurch in große Gefahr bringt …


Meine Meinung:

Ich bin wahrscheinlich eine der wenigen Leser dieser neuen Reihe, die nicht die "Chroniken der Schattenwelt" von Cassandra Clare gelesen hat, sondern nur den Film und einige Hörbücher hierzu kennt.
Ich weiß auch gar nicht so recht, warum es mich nie gereizt hat die Bücher zu lesen.
Auch für dieses Buch hier habe ich zwei Anläufe gebraucht, denn nach den ersten Seiten war ich irgendwie noch nicht so richtig "drin" und habe es dann lange Zeit wieder auf den Stapel der ungelesenen Bücher zurückgelegt. Nun kann ich sagen, dass das definitiv ein Fehler war, denn das Buch hat mich noch richtig mitgerissen.
"Lady Midnight" ist der Auftaktband der Reihe "Die dunklen Mächte", die im gleichen Universum spielt und auch zum Teil beliebte Figuren aus der Schattenwelt Chronik aufgreift. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man die andere Reihe gelesen hat, aber nicht notwendig, da "Die dunklen Mächte" eigene Figuren einführt und auch ohne großes Vorwissen gut lesbar ist.
Hauptfigur ist hier die 17-jährige Emma Carstairs, die bei der Familie Blackthorn im Institut der Schattenjäger in Los Angeles lebt. Julian und seine Geschwister haben ebenso wie Emma ihre Eltern verloren und sind sich nun gegenseitig Familie. Julian und Emma sind Parabatai und dadurch auf ewig aneinandergebundene Seelenverwandte.
Für Emma ist Julian der wichtigste Mensch in ihrem Leben und so ist er auch an ihrer Seite als es darum geht die mysteriösen Mordfälle zu untersuchen, die in vielen Punkten dem Tod von Emmas Eltern während des dunklen Krieges vor fünf Jahren erinnern.
Besonders gut gefallen an "Lady Midnight" hat mir die Verbindung zwischen Emma und Julian. Sehr gut gelungen fand ich auch die strategisch gesetzten Perspektivwechsel, die die Spannung erhalten haben, aber auch zum richtigen Zeitpunkt Einblick in die Seele des jeweils anderen gewährt haben.
Sehr liebevoll gestaltet sind aber auch alle weiteren Figuren, wie z. B. Johnny Rook (ein Junge vom Schattenmarkt) oder die weiteren Blackthorn Geschwister.
Positiv ist mir hier auch der Humor in der Geschichte aufgefallen, denn so manche Szene ist echt witzig geschrieben. Gefallen hat mir auch, dass die Charaktere nicht perfekt sind. Klar ist Emma super mächtig, schön und schlau, aber sie ist auch manchmal ziemlich ungeschickt und was Gefühle betrifft auch nicht gerade der Experte.
Insgesamt gesehen bin ich wirklich froh "Lady Midnight" nun doch noch gelesen zu haben und freue mich nun, dass die Fortsetzungen "Lord of Shadows" und "Queen of Air and Darkness" bereits erschienen sind.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Cassandra Clare: Lady Midnight - Die dunklen Mächte 1



Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherinnen finden sich auf der Homepage des Goldmann Verlages.

Samstag, 22. September 2018

Kayla Ancrum: Wicker King




Inhaltsangabe des Verlages:
Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon (der vermutliche Brandstifter) mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden. Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der »Wicker King«, und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein: Er begibt sich gemeinsam mit Jack in dessen Fantasiewelt hinein und steuert sie beide damit genau auf die Katastrophe zu, die er verhindern wollte.

„Wicker King“ von Autorin Kayla Ancrum ist ein Roman der mit seiner Aufmachung und dem Detailreichtum in der Gestaltung beeindruckt, mich jedoch inhaltlich nicht überzeugen kann.
Das Buch sieht wirklich super aus, der Umschlag ist schön gestaltet und innen im Buch überzeugen ergänzende Details wie Polizeiberichte und Fotos. Zudem wurde der Seitenverlauf eingefärbt. Zu Anfang sind die Seiten noch weiß und werden im weiteren Verlauf der Handlung –parallel zu Jacks Geisteszustand – immer dunkler bis sie schließlich schwarz sind. Diese Idee hat mir gut gefallen.
Aber leider kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass mich das Buch inhaltlich sehr enttäuscht hat. Zum einen sind da diese extrem kurzen Kapitel. Bei mir kam dadurch kein richtiger Lesefluss zustände. Zum anderen haben mich auch die Kapitelüberschriften verwirrt, da diese nicht die Erzählperspektive wiedergeben, sondern manchmal über wen hier geschrieben wird oder auch gar nicht richtig gedeutet werden können. Nach dem Lesen des ersten Viertels stellte sich bei mir auch eine gewisse Langeweile ein, denn man weiß ja nun wie es um Jack steht und welche Figuren es sonst noch so gibt und die weitere Handlung beschreibt dann eigentlich nur noch wie Jack immer mehr abdriftet und August ihn dabei unterstützt anstatt professionelle Hilfe zu organisieren. Abbrechen wollte ich das Buch nicht, aber ich habe dann doch immer mehr quer gelesen und hatte auch nicht den Eindruck dabei viel zu verpassen.
Schwierig finde ich hier auch die Klassifizierung als Jugendbuch. Nur weil ein Buch jugendliche Hauptfiguren hat, ist es noch lange nicht auch für diese Altersgruppe geeignet. Die Autorin gibt im Nachwort an, dass sie denen eine Stimme geben will, die als Jugendliche schwere Zeiten durchmachen und es sich hier aus Ihrer Sicht hauptsächlich um die Themen Vernachlässigung und Co-Abhängigkeit dreht. Nun, ich finde, dass die psychische Erkrankung von Jack, und August verantwortungsloser Umgang damit, doch ziemlich cool dargestellt werden und bezweifle ehrlich gesagt, dass dies das richtige Signal an Jugendliche mit Problemen sendet. Letztendlich wird die Botschaft vermittelt, dass die Erwachsenen doch eh nicht helfen und man alleine klar kommen muss. Es gibt auch keinen wirklichen Wendepunkt oder einen Moment an dem man den Eindruck hat, dass den Jungen wirklich geholfen wird.
Insgesamt gesehen kann ich daher keine Empfehlung für „Wicker King“ aussprechen, außer um es sich als hübschen Bucheinband ins Regal zu stellen.

So habe ich bewertet: 


Und hier kann man das Buch kaufen: Kayla Ancrum: Wicker King

Donnerstag, 22. März 2018

Vivian Vande Velde: Nie mehr zurück

Inhaltsangabe des Verlages:
Zoe ist anders als alle anderen. Sie hat die besondere Fähigkeit, die Zeit zurückdrehen und dadurch das Geschehene verändern zu können. Als sie bei einem Bankraub miterleben muss, dass ein Mann erschossen wird – ausgerechnet der gut aussehende junge Mann, der ihr nur wenige Minuten zuvor in einer schwierigen Situation beigestanden hat – entschließt sie sich dazu, ihn zu retten. Doch ihre Gabe kommt nicht ohne Einschränkungen. Zoe kann nur 23 Minuten in der Zeit zurückspringen, und oft verschlimmert sich die Situation durch ihr Eingreifen. Zoes Entschluss könnte in einer Katastrophe enden. Und er bringt sie in große Gefahr. Denn er lenkt die Aufmerksamkeit des Bankräubers auf sie ...


Mir hat an "Nie mehr zurück" von Autorin Vivian Vande Velde gut gefallen, dass es mal ein Buch ist, das sich wirklich nur wenigen Personen in einem kurzen Zeitfenster widmet und trotzdem in sich abgeschlossen ist. Gerade im Jugendbuch Bereich gibt es immer häufiger umfangreiche Buchreihen, bei denen alle Bücher dick sind und die Handlung aufeinander aufbaut. "Nie mehr zurück" ist dagegen ein Buch, das man einfach mal so zwischendurch lesen kann. Es ist sehr kurzweilig und der Leser weiß sehr schnell woran er hier ist. Indem die Hauptfigur Zoe anderen etwas über sich erzählt, erfährt auch der Leser mehr und ebenso ist es auch mit anderen Figuren. Natürlich ist das Buch mit knapp 200 Seiten nicht gerade dick und man hätte die Geschichte durchaus umfangreicher erzählen können. Doch mir hat gerade das gut gefallen und ich könnte mir vorstellen, dass man mit diesem Buch auch Leser motivieren kann, die von dicken Büchern eher abgeschreckt werden.
Inhaltlich fand ich die Kombination aus Thriller und Jugendfantasy gelungen. Es geht einerseits darum einen Bankraub zu verhindern, andererseits jedoch auch um Zoes ungewöhnliche Gabe und die Schwierigkeiten die dies mit sich bringt. Dabei spielt auch Zoes persönliche Situation eine Rolle und jugendliche Leser haben trotz der Fantasyelemente die Möglichkeit sich mit ihr zu identifizieren. Ich denke, dass dieses Buch auch Potenzial für eine Fortsetzung hat, denn Zoes Gabe kann sie natürlich auch noch in ganz andere Situationen bringen.
Insgesamt gesehen bietet das Buch zwar wenige Überraschungen, aber dafür kurzweilige Unterhaltung, die auch gut als Urlaubslektüre geeignet ist – und das nicht nur für Jugendliche, sondern auch erwachsene Leser.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Vivian Vande Velde: Nie mehr zurück

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des ivi Verlages.


Montag, 30. Oktober 2017

Krystal Sutherland: Unsere verlorenen Herzen

Inhaltsangabe des Verlages:
Der 17-jährige Henry war noch nie verliebt. Kein Herzklopfen, keine Schlaflosigkeit, keine großen Gefühle. Bis seine neue Mitschülerin Grace vor ihm steht: in schlabbrige Jungsklamotten gehüllt, mit einem kaputten Bein und einer kaputten Seele. Ihre Zerbrechlichkeit macht sie in Henrys Augen nur noch schöner. Aber Grace lässt Henry kaum an sich heran – bis sie ihn eines Tages völlig unvermittelt küsst. Henry wagt es, zu hoffen. Doch irgendein ungreifbares Geheimnis scheint zwischen ihnen zu stehen ...

"Unsere verlorenen Herzen" von Autorin Krystal Sutherland ist ein Roman über die erste Liebe, aber in einer etwas anderen Art und Weise als üblich.
Es ist keine Geschichte von Junge trifft Mädchen und beide sind sofort unsterblich ineinander verliebt. Henry verliebt sich in Grace, aber was Grace wirklich für ihn empfindet weiß er nicht. Grace ist sehr distanziert und nach einem Schulwechsel noch fremd an der neuen Schule. Erzählt wird hier aus der Perspektive von Henry, was einen sehr guten Einblick in seine Gedanken und Gefühle gibt. Gut gefallen hat mir dabei auch, dass die Kapitel durch Chatprotokolle in der Art von Sprechblasen aufgelockert werden und man so unmittelbar am Geschehen teilnimmt. Weitere wichtige Figuren sind Henrys Freunde Lola und Murray, sowie seine Eltern und seine ältere Schwester. Was hier auffällt ist, dass Henry eher ein unscheinbarer und ruhiger Typ ist, alle anderen Menschen um ihn herum aber das komplette Gegenteil davon. Das ist teilweise recht witzig, wird aber zum Ende hin auch ein wenig unglaubwürdig, weil eben wirklich alle total abgedreht sind und man sich da schon fragt, wie die es denn bisher geschafft haben ihr Leben zu leben. Die Erwachsenen in diesem Buch sind zwar irgendwie "cool", aber auch ziemlich verantwortungslos und ich denke, dass sie damit nicht unbedingt zum Wohl von Henry und Grace handeln. Es ist von Anfang an klar, dass Grace ernste Probleme hat und was das für Probleme sind, kann man aus den Anmerkungen auch recht schnell schließen. Aber es kommt anscheinend niemand auf die Idee, dass Grace psychologische Hilfe brauchen könnte. Das finde ich nicht nur unrealistisch, sondern in einem Jugendbuch auch schon fast fahrlässig, wenn ein Verhalten wie das von Grace als unauffällig verkauft wird. "Unsere verlorenen Herzen" ist ein Buch das durchaus auf emotionaler Ebene erreichen kann und Henry als Hauptfigur kann überzeugen. Insgesamt gesehen ist dies aber ein eher trauriger Roman, der auf mich so wirkte, als wäre er nicht ganz rund. Dennoch kann "Unsere verlorenen Herzen" gut unterhalten und ist sicherlich interessant für Leser 15+.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Krystal Sutherland: Unsere verlorenen Herzen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des cbt Verlages.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

P.C. Cast: Moon Chosen - Gefährten einer neuen Welt

Mari ist eine Erdwanderin und Erbin der Begabungen und Heilkräfte ihrer Vorfahrinnen als Mondfrauen ihres Stammes. Aber sie sieht sich nicht in der Lage dieses Erbe anzunehmen, da ihre väterliche Abstammung ein Geheimnis ist, das sie zu einer Außenseiterin macht. Mari hat nicht nur die Macht den Mond zu beschwören wie es bei den Erdwanderinnen üblich ist, sondern fühlt sich auch zur Sonne hingezogen. Andere Clans stellen eine Gefahr für den Stamm dar und drohen alles zu zerstören. Doch auch der verfeindete Clan der sonnenanbetenden Gefährten hat mit Problemen zu kämpfen und Nik, der Sohn des Anführers muss sich in gefährliches Gebiet vorwagen. Mari muss sich nun entscheiden, ob sie bereit ist ihren Stamm zu retten oder ob es der Feind ist dem sie hilft.

„Moon Chosen – Gefährten einer neuen Welt“ von Autorin P.C. Cast ist ein außergewöhnlicher Auftakt einer neuen Reihe. Schauplatz ist eine dystopische oder postapokalyptische Welt, in der verschiedene miteinander verfeindete Clans ein isoliertes Leben führen. Die Erdwanderer sind ein Volk von Handwerkern, das sich in der Art von Gilden in Stämme aufteilt. Sie führen ein autarkes Leben und sind nicht auf den Handel mit anderen Clans oder Beutezüge angewiesen. Doch sie werden vom geheimnisvollen Nachtfieber befallen und verlieren den Lebenswillen (Frauen) oder die Selbstkontrolle (Männer) wenn sie nicht durch ihre Mondfrau alle paar Nächte gereinigt werden. Die Mondfrau des Weberstammes ist Leda, die mit ihrer 18jährigen Tochter Mari außerhalb lebt.
Auf der anderen Seite des angrenzenden Baches beginnt das Gebiet des Clans der Gefährten, in dem Menschen und Hunde ein lebenslanges Band miteinander eingehen und Energie von der Sonne beziehen. Hier lebt Nik, den bisher noch kein Hund zum Gefährten erwählt hat. Der Bach entstammt einem Fluss, an dem eine Stadt aus der Vorzeit liegt. Von hier beschaffen sich die Gefährten Metall und Glas zur Erweiterung ihrer eigenen Stadt im Wald. Doch hier lebt auch ein dritter Clan, der eine grausame Göttin anbetet und menschliche Opfer zu Linderung ihrer Qualen benötigt, hier liegt der Fokus auf einem Mann mit Namen Fahlauge.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Mari, doch auch Nik nimmt einen großen Anteil ein und auch aus der Perspektive von Fahlauge und anderen wird erzählt.
Es ist eine komplexe Welt die die Autorin hier erschaffen hat und als Leser erhält man zunächst nur einen sehr kleinen Einblick. Erst nach und nach öffnen sich Türen und man erahnt wie hier die Zusammenhänge zu sehen sind. Es gibt unterschiedliche Erzählperspektiven, Clans, Orte und vor allem viele Namen. Man braucht daher am Anfang ein bisschen Zeit, bis man sich in dieser Welt orientieren und alle Personen richtig zuordnen kann. Gerade diese Komplexität hat mir jedoch gut gefallen und auch die unterschiedlichen Blickwinkel haben die Geschichte meiner Meinung nach sinnvoll ergänzt. Es mag noch nicht direkt alles offensichtlich sein, doch mit fortschreitender Handlung verknüpfen sich die Fäden miteinander und ergeben ein stimmiges Bild.
Mit den Figuren habe ich zu Beginn etwas schwer getan. Mari ist 18 Jahre alt, erweckt aber oft den Eindruck eines sehr viel jüngeren Mädchens. Auch Nik war mir am Anfang nicht ganz so sympathisch, da er doch sehr auf eine Sache fokussiert wirkte und dadurch wenig Raum für anderes blieb. Hier ist jedoch nicht nur ein langsamer Weltenaufbau zu beobachten, sondern auch eine allmähliche Entwicklung der Figuren, so dass ich mich zum Ende hin immer mehr mit der Geschichte anfreunden konnte und gespannt wartete wie es weiter geht. Dazu haben auch einige interessante Nebenfiguren beigetragen, die ebenfalls Tiefe erhalten und gerne begleitet werden.
Insgesamt gesehen hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn vielleicht die eine oder andere grausame Szene schockiert. Ich bin nun schon gespannt auf die Fortsetzung und hoffe wir müssen nicht allzu lange darauf warten. Empfehlen kann ich „Moon Chosen – Gefährten einer neuen Welt“ an alle Leser die Fantasygeschichten mit umfangreichem Weltenaufbau, unterschiedlichen Erzählperspektiven und vielen Figuren mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: P.C. Cast: Moon Chosen - Gefährten einer neuen Welt

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Fischer Verlages.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Mara Lang: Almost a Fairy Tale - Verwunschen


Inhaltsangabe des Verlages:
Es war einmal ...
Aeromobile, Sicherheitsdrohnen und »Tischlein Deck Dich«-Fastfoodketten:
Die junge Magische Natalie lebt in einer modernen Märchenwelt, die nach höchstem technischen Standard funktioniert. Und auch wenn es Schlösser, Einhörner, Riesen – und Prinzen – gibt, ist alles Magische festen Regeln unterworfen.
Als Natalie ihr Herz an Prinz Kilian verliert und ihm in einer brenzligen Situation helfen will, benutzt sie verbotenerweise Magie. Damit bringt sie einen Stein ins Rollen, der nicht nur ihr Leben aus den Fugen geraten, sondern auch die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern lässt …

"Almost a Fairy Tale - Verwunschen" von Autorin Mara Lang ist keine typische Mädchen-trifft-Junge-Love-Story. Vielmehr ist es so, dass der Leser erst einsteigt, als Natalie und Kilian sich bereits ineinander verliebt haben und ein Paar sind. Doch Natalie hat da vergessen eine Kleinigkeit zu erwähnen. Auch wenn sie wie ein Mensch aussieht und ihre Familie sich als solche betrachtet, so ist sie doch eine Magische – wenn auch mit A-Klassifizierung, was ihrer Familie einige Privilegien einbringt. Bisher dachte Natalie auch, dass sie keine besonderen Talente für Magie hätte und wäre sowieso nicht auf die Idee gekommen Magie zu praktizieren, denn das ist strengstens verboten. Prinz Kilian arbeitet als Agent genau für die Behörde, die sich dem Schutz der Menschen vor allem Magischen verschrieben hat und deren oberster Anführer Der Mächtige ist, die einzige Person die in die Magienetze eingreifen darf. Doch als Natalie zur falschen Zeit am falschen Ort ist, versucht sie ein defektes Magienetz zu stabilisieren und macht dabei alles noch viel schlimmer. Ein Riese entkommt aus dem Zoo und hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Natalie wird von der Unschuldigen zur Gejagten und macht so auch andere auf ihre offensichtliche Affinität zur Magie aufmerksam. Von nun an ist nichts mehr wie es war.
Der Leser begleitet abwechselnd Natalie, Kilian und die weitere Hauptfigur Paige, die noch mal eine ganz anderen Hintergrund und eine neue Sichtweise mitbringt.
Besonders Paige hat mir hier sehr gut gefallen und ist mit ihrer Schwester Jolly einer meiner Lieblinge. Ich fand es auch sehr schön, wie hier Verbindungen zu bekannten Märchen in der Geschichte untergebrachte wurden und welche (ein paar Jahre in der Zukunft liegende) Welt die Autorin als Alternative zu unserer Gegenwart entworfen hat. Die Magie hat neben aus Märchen bekannten Wesen auch neue Technologien und Geschäftsideen hervorgebracht, die mich beim Lesen immer wieder fasziniert haben. Natalie ist keine unfehlbare Heldin, sondern wird vor sehr große Herausforderungen gestellt, an denen sie zu zerbrechen droht. Ich finde es zwar auch nicht sehr glaubhaft, wenn der Prinz sofort die Prinzessin rettet und sich alles in Wohlgefallen auflöst, aber hier war mir das schon fast etwas zu negativ gestaltet, vor allem, da der Mittelteil der Geschichte für mich deutliche Längen aufwies und ich erst wieder gegen Ende so richtig von der Handlung eingenommen wurde.
Für mich sind noch einige Fragen offengeblieben, die den Weltenaufbau betreffen. Denn so gibt es zwar die uns bekannten Länder, jedoch nicht die Städte und mir fehlte es daher etwas an der räumlichen Orientierung.
Denkt man daran, dass hier Märchen adaptiert wurden, so sollte man eher die ursprünglichen Versionen (die um einiges brutaler waren, als das was in unseren Kinderbüchern gelandet ist) als Vorbild sehen und weniger an romantische Prinz-liebt-Aschenbrödel Varianten glauben. Denn auch wenn es sich hier um ein Jugendbuch handelt soll, so gibt es doch ziemlich viele Gewalt- und Actionszenen, die dann doch eher einem beliebigen Abenteuerbuch entsprungen sein können und weniger einem romantischen Schmöker. Gefallen hat mir jedoch auch, dass die Autorin hier auch Kritikpunkte an der Gesellschaft mit einbringt, die durchaus auch in unserer Welt zum Nachdenken anregen. Natalie muss sich ihre eigene Meinung bilden und so wie sie einige Missstände aufdeckt, so kann auch der Leser mit ihr zusammen lernen.
Insgesamt gesehen hat mir "Almost a Fairy Tale - Verwunschen" gut gefallen, besonders such die Einbeziehung der Märchenelemente, und ich bin gespannt was sich die Autorin für die Fortsetzung überlegt hat.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Mara Lang: Almost a Fairy Tale - Verwunschen 

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Ueberreuter Verlages.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Caroline Brinkmann: Die Perfekten


Inhaltsangabe des Verlages:
Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!


"Die Perfekten" von Autorin Caroline Brinkmann ist der Auftaktband einer mit zwei Bänden geplanten Reihe. Es handelt sich hier um eine dystopische Welt, in der alleine die Gene über die Position der Menschen in der Gesellschaft entscheiden. Die Welt Hope ist unterteilt in Zirkel, die jeweils auf einen Bereich wie z. B. Landwirtschaft, Wissenschaft oder Industrie spezialisiert sind. Die Hauptfigur Rain lebt im Zirkel Grey, der leider wie der Name schon sagt recht farblos ist und durch seine vielen Fabrikschlote giftige Dämpfe in die Luft abgibt. Das Leben in Grey ist daher schon dann nicht einfach, wenn man zur privilegierten Gruppen der G1 gehört. Ist man nur eine G2, so hat man schon kaum Chancen in einen anderen Zirkel wechseln zu dürfen und als G3 wird man nur als Belastung für die Gesellschaft angesehen. Doch Rain würde selbst alles dafür tun nur eine G3 zu sein, denn sie ist eine Ghost. Ein Kind, das illegal geboren und damit nicht als G registriert wurde. Ghosts haben kein Recht auf Schulbildung oder auch nur auf einen Wohnort, sie werden gejagt und gelten als Ursprung von Seuchen. Gemeinsam mit ihrer Mutter Storm ist Rain daher ständig auf der Flucht.
Mir hat die Figur der Rain sehr gut gefallen. Sie ist ein starker Charakter, der jedoch seinen eigenen Kopf hat und wenig darauf gibt was andere denken. Besonders wichtig fand ich hier jedoch auch die Nebenfiguren, die Wichtiges zu Geschichte beitragen und noch einmal andere Aspekte abdecken. Unter ihnen habe ich auch zwei Figuren gefunden, die ich besonders gerne mochte.
Mir hat auch gefallen, dass sich die Figuren mit echten Gewissensfragen auseinander setzten müssen und man sich so auch als Leser fragt, ob man in dieser Situation ebenfalls so entschieden hätte. Es geht dabei um Themen, die durchaus auch in unserer heutigen Gesellschaft eine Rolle spielen und so fand ich diesen Aspekt gerade mit Blick auf eine jugendliche Leserschaft sehr gut. In diesem Zusammenhang spielen Gewalt und Tod durchaus eine Rolle und darauf sollte man daher beim Lesen vorbereitet sein. Wer allerdings „Panem“ mochte und wen es da nicht gestört hat der wird auch hier nicht geschockt sein.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es mir zum Ende hin fast etwas zu schnell ging, aber da es noch einen zweiten Teil geben wird, hoffe ich, dass dort noch auf einiges eingegangen wird.
Insgesamt gesehen kann ich "Die Perfekten" an alle Leser empfehlen, die Dystopien  mögen und davon einfach nicht genug bekommen können.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Caroline Brinkmann: Die Perfekten

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Lübbe Verlages.

Montag, 11. September 2017

Rick Riordan: Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel

Inhaltsangabe des Verlages:
Der Gott Apollo stürzt vom Himmel direkt in ein paar Mülltonnen – er ist bei Zeus in Ungnade gefallen und wurde zur Strafe seiner Unsterblichkeit beraubt! Prompt wird er auch noch überfallen, doch zum Glück springt ihm Meg zur Seite – frech, kampflustig, höchstens zwölf und zweifelsfrei eine Halbgöttin. Zusammen machen sie sich auf nach Camp Half-Blood, doch dort lauern weitere Gefahren. Und noch dazu funktioniert das Orakel von Delphi nicht mehr, denn es ist immer noch von Apollos altem Feind Python besetzt …

Endlich geht es weiter im Percy-Jackson-Universum! "Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel" ist der Auftakt der neuen Reihe von Autor Rick Riordan.
Ich mochte die Percy-Reihe sehr und ich liebe die Helden-des-Olymp-Reihe. "Apollo" knüpft zeitlich sechs Monate nach dem letzten Band der Helden-des-Olymp-Reihe an. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht diesmal kein Halbgott, sondern Apollo, der Sohn des Zeus, der seinen Vater mal wieder verärgert hat und zur Strafe als sterblicher Jugendlicher auf die Erde verbannt wurde. Es gibt jedoch auch ein Wiedersehen mit Percy Jackson und einigen anderen Bewohnern von Camp Half-Blood und der Reise der Helden, was natürlich alle Fans freuen wird. Es tauchen natürlich auch neue Figuren auf und mit Meg McCaffrey ist darunter auch ein besonders interessantes Exemplar. Mir hat Apollos Humor gefallen. Erzählt wird aus seiner Perspektive und da es sich hier um die Persönlichkeit eines tausende Jahre alten Gottes handelt, sind die Sprache und die Themen doch etwas erwachsener als dies sonst bei einem ca. 16jährigen der Fall wäre. Der Autor hat es auch geschafft in diesem Buch noch absolut neues unterzubringen auch wenn man denkt, dass man doch so langsam alles aus der Götterwelt und dem entsprechenden Umfeld kennen müsste. Ich möchte auch gar nicht vorwegnehmen um was es hier genau geht, aber der Titel verrät ja schon, dass es um das verschwundene Orakel geht und der Horizont weitet sich auch etwas über die reine Götterwelt hinaus. Eine nette Idee sind die kleinen Einleitungen zu jedem Kapitel und die dem Gott der Dichtkunst die Ehre erweisen.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht und ob es Apollo gelingen wird seine Göttlichkeit zurückzuerlangen. Empfehlen kann ich "Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel" in jedem Fall an alle Fans von Rick Riordan, sie werden nicht enttäuscht werden. Aber auch für Einsteiger ist dieser Band geeignet, da auch im Buch immer mal wieder etwas für Meg erläutert wird und es hinten im Buch einen umfassenden Glossar gibt.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Rick Riordan: Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel

Weitere Informationen zum Autor, zum Buch und zur Reihe finden sich auf der Homepage des Carlsen Verlages.

Montag, 14. August 2017

Aditi Khorana: Amrita - Am Ende beginnt der Anfang

Inhaltsangabe des Verlages:
Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?



"Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" von Autorin Aditi Khorana hat mich auf andere Art und Weise überrascht als ich es gedacht hätte. Ich hatte zuvor schon die Leseprobe gelesen und mir eine Vorstellung davon zurecht gelegt, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird. Ich bin nicht enttäuscht von diesem Buch, aber "Amrita" ist doch ein wenig anders, als ich es erwartet hatte. Ich weiß nicht warum, aber ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass es sich hier um den ersten Band einer Reihe handelt, vielleicht deshalb, weil es einen Untertitel gibt und das auch oft bei mehreren Bänden so gemacht wird. Es handelt sich hier jedoch um einen in sich abgeschlossenen Einzelband, zu dem ich mir auch nicht wirklich eine Fortsetzung vorstellen kann. Es wäre möglich, dass die Autorin noch ein Buch im gleichen Universum ansiedelt (was mir auch gefallen würde), aber das wäre dann wahrscheinlich auch in sich abgeschlossen.
Was ich hier wirklich mochte, ist der mythologische Aspekt mit Göttern, Schicksal und nichtmenschlichen Wesen. Erfreulich finde ich auch, dass sich "Amrita" nicht nur mit typischen Jugendbuchthemen wie Liebe und Freundschaft beschäftigt, sondern auch grundlegende Fragen aus Politik und Philosophie aufgegriffen werden. Wie wird ein Despot zu einem solchen und was für Auswirkungen kann eine einzelne Entscheidung auf ein ganzes Volk haben?
Positiv finde ich auch, dass hier sehr starke Frauenfiguren im Focus stehen und Amrita als Prinzessin nicht nur schmückendes Beiwerk ist, deren Hauptprobleme Frisur und Kleidung sind. Als Hauptfigur ist mir Amrita sehr sympathisch und auch den meisten Nebenfiguren konnte ich viel abgewinnen. Ein wenig enttäuschend fand ich, dass zum Ende hin doch sehr viel damit abgehandelt wurde, dass es so vorbestimmt ist und ich dann nicht nachvollziehen konnte, ob es sich hier um echte Gefühle und bewusste Entscheidungen handelte. Das steht im kompletten Gegensatz zum Beginn der Geschichte und war daher für mich nicht ganz konsequent durchgezogen. Da das Buch nicht sonderlich dick ist, hätte man dies ruhig noch etwas ausbauen können und so auch für den Leser nachvollziehbarer gestalten.
Insgesamt gesehen ist "Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" nicht die Fantasy-Liebesgeschichte für die ich sie anfangs gehalten habe. Empfehlen kann ich das Buch daher  an Leser, die sich auch für ernsthafte Themen und politische Entwicklungen interessieren.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Aditi Khorana: Amrita - Am Ende beginnt der Anfang


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Dressler Verlages.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Melinda Salisbury: Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Inhaltsangabe frei nach dem Originalverlag:
Die 17jährige Twylla lebt in einem Schloss. Aber obwohl sie mit dem Kronprinzen verlobt ist, ist Twylla nicht gerade ein Mitglied des Hofes.
Sie ist der Henker.
Als Verkörperung der Göttin tötet Twylla sofort jeden der sie berührt. Jeden Monat wird sie in ein Verlies gebracht und gezwungen, ihre Hände auf die des Verrates Beschuldigten zu legen. Niemand wird jemals ein Mädchen mit dem Tod in den Adern lieben. Auch der Prinz, dessen königliches Blut ihn angeblich immun macht gegen Twyllas fatale Berührung, vermeidet ihre Gegenwart.
Aber dann wird Twylla eine neue Wache zugeteilt. Ein Junge, dessen leichtes Lächeln hinwegtäuscht über seine tödliche Fechtkunst. Und im Gegensatz zu den anderen ist er in der Lage über Twyllas Aufgabe als Henker hinwegzuschauen und das Mädchen zu sehen, nicht die Göttin. Doch Twylla ist schon dem Prinzen versprochen, und weiß, was Menschen droht, die der Königin im Wege stehen.
Da ist ein verborgenes Geheimnis noch das Geringste von Twyllas Problemen. Die Königin hat einen Plan ihre Feinde zu vernichten. Einen Plan, der ein magenumdrehendes, unaussprechliches Opfer erfordert. Wird Twylla tun was es benötigt um ihr Land zu schützen? Oder wird sie ihre Pflicht vernachlässigen für eine verfluchte Liebe?



Die Inhaltsangabe des Verlages zu "Goddess of Poison - Tödliche Berührung" von Autorin Melinda Salisbury hatte mich neugierig gemacht. Das klang doch genau nach der Art von Geschichte wie ich sie gerne lese.
Leider konnte mich das Buch jedoch überhaupt nicht überzeugen.
Es gibt vieles das mir hier nicht gefallen hat. Das fängt schon an beim Titel. Wenn man denn meint, dass ein Buch auch in der deutschen Ausgabe einen englischen Titel haben sollte, so sollte das wenigstens der Originaltitel sein und nicht irgendwas Neues. Im Original lautet der Titel nämlich nicht "Goddess of Poison" (frei übersetzt: Göttin des Gifts), sondern "The Sin Eeater‘s Daughter" (frei übersetzt: Die Tochter der Sündenesserin).
Das ich dieses Buch nicht mochte ärgert mich ein wenig, denn Cover und Inhalt klangen wirklich so vielversprechend. Ich mag auch die Welt, die Autorin Melinda Salisbury hier erschaffen hat. Das Land Lormere, die Sagen und magischen Elemente, das hätte alles so schön werden können.
Nur leider passiert in diesem Buch nicht sonderlich viel.
Die deutsche Inhaltsangabe gibt wieder, dass Twylla "nach und nach" eine Intrige aufdecken würde. Tatsache ist, dass ihr jemand die Wahrheit erzählt und bum weiß sie es. Ich weiß nicht, was denn daran "nach und nach" sein soll. Die übrige Zeit verbringt Twylla sehr viel im Tempel oder in ihrem Zimmer. Sie hat keine Freunde, sie ist mir auch nicht sonderlich sympathisch. Alles was ich von ihr weiß ist, dass sie die Tochter der Sündenesserin ist und sich ihre Persönlichkeit darüber definiert, was andere von ihr denken und dass sie singen kann und rote Haare hat (Ach ja, rothaarig, singen und ein Kronprinz – klingelt es da bei jemandem? Genau. Das war "Selection", nur besser als hier.). Alle Elemente die ich interessant fand (z. B. das mit dem Sündenessen) wurden leider nur am Rande erwähnt und spielen keine große Rolle für die Handlung. Das ganze hätte durch die Liebesgeschichte gerettet werden können, doch leider ist die genauso eine Seifenblase wie der Rest der Geschichte. Mein Eindruck einer unvollständigen und ziemlich platten Geschichte kann natürlich daran liegen, dass die Autorin hier einfach noch nicht zu viel in den ersten Teil einer Reihe packen wollte (Überraschung: Es folgen wahrscheinlich noch zwei weitere Bände) und sich die Handlung noch ganz toll entwickelt. Aber ich bin erst mal ernüchtert und habe vorerst genug davon.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Melinda Salisbury: Goddess of Poison - Tödliche Berührung


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Bloomoon Verlages.

Samstag, 28. Mai 2016

Jonathan Stroud: Lockwood & Co. 03 - Die raunende Maske


Inhaltsangabe des Verlages:
Die Agenten von Lockwood und Co.: Anthony Lockwood, Lucy und George, führt ihr jüngster Fall mitten ins Zentrum der Geistererscheinungen, die London unerbittlich heimsuchen. Ein traditionsreiches Londoner Kaufhaus scheint Brutstätte des grausigen Phänomens zu sein. Wurde es doch auf den Überresten einer Pestopferruhestätte und über den Ruinen eines mittelalterlichen Kerkers errichtet. Gemeinsam mit Geisterjägern aus anderen Agenturen wagen sich Lockwood und seine Freunde bei Nacht in das Gebäude. Wer hier überleben will, braucht Mut und einen kühlen Kopf. Doch Lucy und ihre neue Kollegin Holly belauern sich eifersüchtig, Lockwood kommt von einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit nicht los und die düsteren Warnungen des wispernden Schädels verheißen Fürchterliches.

"Lockwood und Co. - Die raunende Maske" ist die Fortsetzung der Reihe von Autor Jonathan Stroud, die mit "Die seufzende Wendeltreppe" und "Der wispernde Schädel" ihren Anfang genommen hat.
Ich habe Band drei wieder als Buch gelesen, wie auch den ersten Band, während es beim zweiten Band das Hörbuch war. In diesem Fall hat mir beides gleichermaßen gut gefallen. Ich mag es sehr die Bücher von Jonathan Stroud zu lesen, doch auch als Hörbuch funktionieren sie.
Toll ist an dieser Reihe, dass sich die Figuren immer noch weiter entwickeln. Lucys Gabe wird stärker und die Andeutungen über Lockwoods Vergangenheit machen mich immer nur noch neugieriger. Die Agentur ist nun ein florierendes Unternehmen und die Aufträge nehmen alle Kapazitäten ein. Um etwas Entlasung zu schaffen stellt Lockwood mit Holly eine Aushilfe ein. Holly mischt den Laden ordentlich auf, denn sie bezirzt die Jungs und Lucy ist eifersüchtig, das bringt noch mal eine neue Dynamik in die Geschichte. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher was ich von Holly halten soll, aber interessant ist diese Entwicklung auf jeden Fall. Nun sollte man auch eigentlich denken, dass die Geisterjagd im dritten Band langsam langweilig wird, aber das ist zum Glück nicht der Fall. Die Fälle variieren genug, dass es nicht eintönig wird und mit den ganz offenen Fäden am Ende von "Die raunende Maske" kann es im folgenden vierten Band nur spannend weiter gehen.
Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, habe die Handlung gerne verfolgt und freue mich auf das nächste Abenteuer der Agentur Lockwood und Co.!
Empfehlen kann ich die Reihe an alle, die phantasievolle Geschichten mit jugendlichen Hauptfiguren mögen.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Jonathan Stroud: Lockwood & Co. 03 - Die raunende Maske

Weitere Infos zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des cbj Verlages.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Jennifer Niven: All die verdammt perfekten Tage


Inhaltsangabe des Verlages:
Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

"All die verdammt perfekten Tage" von Autorin Jennifer Niven bringt viel mit was ein Bestseller braucht. Komplexe Figuren, eine bewegende Geschichte, ansprechende Sprache.
Violet ist eine Überlebende, aber sie kommt mit dieser Rolle im Leben nicht gut zurecht. Ein Jahr ist der Autounfall her, bei dem ihre Schwester Eleanor ums Leben kam. Ein solcher Schicksalsschlag geht an niemandem spurlos vorbei, aber bei Violet geht es soweit, dass ihr ihr eigenes Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Während ihr Umfeld glaubt, dass sie alles gut weggesteckt hätte, weiß nur sie selber wie zerbrochen alles in ihr drin ist.
Finch ist ein Freak und versteht es sehr gut niemanden in sich hinein blicken zu lassen. Er spielt im täglichen Leben immer eine Rolle und überspielt so seine Depressionen und Suizidgedanken.
Als sich beide nun auf der Balustrade des sechsten Stockwerkes vom Schulturm begegnen, geben sie sich gegenseitig Halt, obwohl beide zunächst die Absicht hatten dort ihrem Leben ein Ende zu setzen. Nun haben sie ein verbindendes Erlebnis und damit auch eine Person in ihrem Leben mit der sie über das sprechen können, was sie an diesen Punkt gebracht hat.
"All die verdammt perfekten Tage" ist ein sehr bewegender Roman. Erzählt wird hier abwechselnd aus den Perspektiven von Violet und Finch. Die beiden Hauptfiguren haben mir auch gut gefallen, na gut, Violet etwas mehr als Finch, denn manchmal konnte ich seine Sichtweise nicht so ganz nachvollziehen. Ziemlich blass bleiben für mich die Nebenfiguren. In der Schule begegnen einem sehr viele Stereotypen und Finchs Mutter, Vater und Schwester wollte man doch gerne mal zwischendurch durchschütteln und aufwecken was die Situation ihres Sohnes/Bruders betrifft.
Insgesamt gesehen habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Trotz des ernsten Themas hat es auch gut unterhalten, war teilweise amüsant und hat zum Nachdenken angeregt. Meine Vorstellung war jedoch, dass dieses Buch mehr in Richtung romantische Jugendliteratur geht und das würde ich so jetzt nach dem Lesen nicht mehr sagen. Man darf nicht vergessen, dass es hier um ernsthafte psychische Erkrankungen geht und nicht um eine heile Welt in der sich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen. Das kann ich dem Buch auch nicht zum Vorwurf machen, denn oft ist ja genau das Gegenteil der Fall und ich kritisieren es, wenn ein Buch die Situation allzu verklärt. Aber Fakt ist eben, dass es sich hier um eine traurige Geschichte handelt und das ist einfach nicht so mein Fall.
Empfehlen kann ich "All die verdammt perfekten Tage" an Leser die Gefallen an Jojo Moyes "Ein ganzes halbes Jahr" oder John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gefunden haben.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jennifer Niven: All die verdammt perfekten Tage

Weitere Infos zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Limes Verlages.