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Montag, 20. Januar 2014

Inez Corbi: Im Herzen der Koralleninsel


Isabel Maritz gilt in Deutschland als nicht gerade begehrte Heiratskandidatin, da sie nach einer Erkrankung an Kinderlähmung ein schwächeres Bein zurückbehalten hat. Über Briefe knüpft sie im Jahr 1890 Kontakt zu einer Missionsstation in der noch recht jungen Kolonie Kaiser-Wilhelms-Land, dem nordöstlichen Teil von Neuguinea. Aus der Korrespondenz entsteht schon bald ein Heiratsversprechen mit dem Missionar Conrad und Isabel beschließt nach Simbang zu reisen. Doch schon bei ihrer Ankunft in Finschhafen wird sie von der schrecklichen Nachricht überrascht, dass Conrad nur wenige Tage zuvor am Schwarzwasserfieber verstorben ist. Isabels Zukunft ist nun ungewiss. Soll Sie zurück nach Deutschland reisen, oder vielleicht auf andere Weise versuchen in Deutsch-Neuguinea Fuß zu fassen? Eine Reise zur Missionsstation soll Klarheit bringen und hier trifft Isabel auf Menschen, die von nun an ihr Leben beeinflussen könnten.

"Im Herzen der Koralleninsel" von Inez Corbi ist nicht der erste Roman den ich von der Autorin gelesen habe. Ich kenne bereits ihre Australien-Romane und im direkten Vergleich kann ich sagen, dass mir der Südseeroman doch deutlich besser gefallen hat.
Dem Leser sollte natürlich vorher klar sein, dass es sich hier nicht um einen tiefgründigen historischen Roman handelt, der sich im Detail mit der Kolonisation und den Problemen der Zeit auseinandersetzt. Es sind vielmehr Liebesromane vor historischer Kulisse, die Frau Corbi schreibt und als solcher kann "Im Herzen der Koralleninsel" auch sehr gut unterhalten.
Dennoch ist hier zumindest auch die Andeutung eines historischen Romans zu erkennen, denn die Autorin setzt sich im Nachwort mit den historischen Fakten auseinander und liefert noch die wichtigsten Daten in einer Zeittafel.
Ansonsten bietet "Im Herzen der Koralleninsel" genug Drama und Emotionen für einen klassischen Liebesroman, der zwar insgesamt recht vorhersehbar ausfällt, aber dafür mit interessanten Figuren angereichert ist.
Die Protagonisten und der flüssige Schreibstil sind auch der Grund, warum ich dieses Buch an alle Leser empfehlen kann, die Liebesromane vor historischer Kulisse mögen.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Inez Corbi: Im Herzen der Koralleninsel 

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage von List/Ullstein.


Montag, 3. Dezember 2012

Inez Corbi: Im Tal des wilden Eukalyptus


"Im Tal des wilden Eukalyptus" fängt dort an, wo "Das Lied der roten Erde" aufgehört hat. Moira hat ihren viel älteren Ehemann verlassen und lebt nun mit dem ehemaligen Sträfling Duncan gemeinsam in einer Hütte. Sie bewirtschaften das Land, haben Freunde in der Nachbarschaft und erwarten nun ihr erstes gemeinsames Kind. Doch zum Leben benötigen sie immer noch das Geld von Moiras Ehemann und eine Scheidung der Ehe ist kaum durchzusetzen. Aber Moira und Duncan wollen sich und allen anderen beweisen, dass sie es gemeinsam schaffen können.

Einen historischen Roman kann man "Im Tal des wilden Eukalyptus" eigentlich nicht nennen. Ich würde das Buch eher als in der Vergangenheit angesiedelten Liebesroman bezeichnen. Die Bezeichnung "Australien-Saga" empfinde ich als etwas irreführend, denn eine "Saga" ist der Definition nach anspruchsvolle Literatur von hohem künstlerischem Wert. Ich empfehle auf jeden Fall zuvor "Das Lied der roten Erde" zu lesen, das erste Buch über Moira und Duncan der Autorin Inez Corbi. Im direkten Vergleich fand ich den ersten Band jedoch besser, obwohl auch hier schon viele Klischees bedient wurden.
Zeitlich ist "Im Tal des wilden Eukalyptus" in das frühe 19. Jahrhundert einzuordnen, als Australien noch Neu Holland hieß und vorwiegend von Sträflingen besiedelt wurde. Erzählt wird hier jedoch eine Liebesgeschichte, so dass auf historische Genauigkeit nicht allzu viel Wert gelegt werden sollte. Die Autorin versucht jedoch genau diese historische Genauigkeit zu vermitteln, indem am Ende des Buches eine Zeittafel genauer Auskunft gibt. Leider hat Inez Corbi jedoch auch versucht einige der damals vorherrschenden Ansichten mit zu transportieren, was für mich persönlich nicht besonders zur Sympathie der Personen beigetragen hat. Einerseits führen die Hauptfiguren eine damals nicht übliche "wilde Ehe" inklusive unehelichem Kind und auf der anderen Seite wird die Ansicht vertreten, dass Homosexualität und Pädophilie doch dasselbe wäre und Sodomie sowieso eine Todsünde.
Zu meinem Lesevergnügen hat das nicht beigetragen und für mich die Glaubwürdigkeit der Geschichte auch nicht erhöht. Aber vielleicht ist das Geheimnis von "Im Tal des wilden Eukalyptus" auch, dass man sich beim Lesen einfach nicht so viele Gedanken machen sollte. Ich kenne durchaus Personen, denen ich dieses Buch weiterempfehlen kann, da es doch auch eine recht kurzweilige Lektüre sein kann. Wer jedoch nach etwas mit Tiefgang sucht, dem kann ich keine Leseempfehlung aussprechen. Ich vergebe aufgerundete 2,5 Sterne.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen:  Inez Corbi: Im Tal des wilden Eukalyptus

Samstag, 1. Dezember 2012

Inez Corbi: Das Lied der roten Erde

Bewertung: *****

Die junge Moira wird gegen ihren Willen mit dem viel älteren Arzt Alistair McIntyre verheiratet. Gemeinsam mit ihm soll sie nach Australien, der noch jungen Sträflingskolonie, aufbrechen. Moira sträubt sich gegen die Ehe, ihren Mann und Australien, doch entkommen kann sie ihrem Schicksal nicht. Als sie in Australien auf Duncan trifft, der zur Strafarbeit dorthin verschifft wurde, erkennt sie was Liebe ist. Doch eine gemeinsame Zukunft erscheint unmöglich.

"Das Lied der roten Erde" von Inez Corbi fängt eigentlich noch ganz vielversprechend an. Moira ist eine sehr widerspenstige Protagonistin, die sich gegen die Konventionen stellt. Doch schon zu Anfang muss man als Leser miterleben, wie Moira in die Ehe gezwungen wird. Ebenfalls interessant fand ich die Schilderung der Anfangsjahre von Australien als Sträflingskolonie. Um das Jahr 1800 herum gab es noch kein gesellschaftliches Leben in Australien, keine großen Städte und eher fragwürdige Charaktere trieben sich im Land herum. Das ist durchaus eine Epoche über die ich gerne mehr erfahren möchte. Leider beschränkt sich Inez Corbi jedoch mehr auf die allgemeine Schilderung wie schrecklich alles für die Gefangenen ist und widmet sich dann ausführlich der Liebesgeschichte.
Eine Verbindung zwischen der Arztgattin und dem Strafgefangenen sollte eigentlich von vornherein als unmöglich erachtet werden. Doch die Autorin findet hier natürlich eine Möglichkeit die Liebenden zu vereinen. Das hier alle gängigen Klischees bedient werden, unglaubliche Zufälle zum Glück beitragen und das Happy End vorprogrammiert ist, sollte daher nicht verwundern.
Wer gerne eine Liebesgeschichte mit Schauplatz Australien lesen möchte, in der nicht allzu viel Saga und Tiefgang vorkommen muss, der findet mit "Das Lied der roten Erde" den richtigen Roman.



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