Posts mit dem Label Hörbuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hörbuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Oktober 2017

Jennifer Ryan: Der Frauenchor von Chilbury

Inhaltsangabe des Verlages:
Wer singt, gibt niemals auf
England, 1940: Der Krieg hat die Insel erreicht. Als immer mehr Männer eingezogen werden, beschließt der Pfarrer von Chilbury, den Chor der Gemeinde aufzulösen. Die Frauen des Dorfes sind zutiefst enttäuscht. Was bleibt ihnen im schwierigen Kriegsalltag noch? doch dann kommt die Musikprofessorin Primrose Trent aus London im Ort unter. Sie ist der Überzeugung, dass Musik gerade in schwierigen Zeiten wichtig ist und schlägt die Gründung eines reinen Frauenchors vor. Die Idee trifft auf Skepsis. Ein Chor ganz ohne Bässe und Tenöre? Aber Primrose gibt nicht auf: Der rein weibliche Chor beginnt zu proben - und hilft den Frauen, ihre eigene Stimme zu finden.
Vier grundverschiedene Frauen und Mädchen berichten in ihren Briefen und Tagebucheinträgen von ihrem Leben in Chilbury.

"Der Frauenchor von Chilbury" von Autorin Jennifer Ryan ist nicht ganz die Geschichte die ich erwartet habe. Nach der Inhaltsbeschreibung ging ich davon aus, dass es hauptsächlich um den Chor und seinen Werdegang geht. Der Chor selber steht jedoch eher im Hintergrund der Handlung und im Mittelpunkt stehen einzelne Chormitglieder, die hier auch als Erzählerinnen in Form von Briefen und Tagebucheinträgen auftreten. Als Hörbuch wurde dies sehr gut umgesetzt, indem für jede dieser Erzählerinnen eine andere Sprecherin gewählt wurde. So wird die intrigierende Hebamme Edwina von Andrea Sawatzki gesprochen, was sehr gut passt und die Rollen der Schwestern Winthrop und der örtlichen Krankenschwester von Elena Wilms, Jasna Fritzi Bauer und Monika Oschek. Unterstützt wird dies noch von Ulrich Noethen, der als Nachrichtensprecher auftritt.
Ein Highlight dieses Hörbuches sind die Choraufnahmen mit dem Frauenensemble Encantada, die für Gänsehautstimmung sorgen und leider nur viel zu kurz ausfallen. Ich hätte gerne bei jeder Erwähnung eines Chorstückes in der Handlung die musikalische Umsetzung gehört, aber immerhin vier Stücke wurden so in unterschiedlicher Länge integriert.
Inhaltlich ist die Handlung deutlich dramatischer als zunächst vermutet. Es sind kriminalistische Elemente enthalten und in Kriegszeiten spielen natürlich auch immer Spionage, Bombenangriffe, Tod und neue Liebschaften eine Rolle. Zu Anfang können die vielen Namen und Figuren sehr verwirrend sein und man braucht die erste CD um sich zu orientieren und die Verbindung der Figuren untereinander zu verinnerlichen. Anders als bei einem Buch kann man ja auch schlecht zurückblättern und noch mal nachlesen. Hat man das aber erst mal für sich sortiert, so macht es Spaß der Geschichte zu lauschen und durch die unterschiedlichen Sprecherinnen sind auch die Perspektivenwechsel immer gut erkennbar. Mir hat dieser Einblick in die Epoche aus rein weiblicher Perspektive gut gefallen und gerade durch die Verschiedenheit der Figuren und ihrer Herkunft wird ein breites Spektrum abgedeckt. Das Einzige was alle Frauen miteinander verbindet ist der Chor und die Freude an der Musik und daher finde ich es auch sehr gut, dass hier ein echter Chor in die Umsetzung mit einbezogen wurde.
Insgesamt gesehen kann ich "Der Frauenchor von Chilbury" insbesondere als Hörbuch empfehlen, da der musikalische Aspekt in Buchform nicht so wiedergegeben werden kann wie es hier der Fall ist.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Jennifer Ryan: Der Frauenchor von Chilbury


Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherinnen finden sich auf der Homepage des Argon Verlages.

Montag, 16. Oktober 2017

Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Inhaltsangabe des Verlages:
Ruth Jefferson ist eine ausgezeichnete und erfahrene Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital in Connecticut. Als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, verbietet es ihr die Klinikleitung. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an, und Ruth ist schwarz. Doch der kleine Junge bekommt Atemnot, während Ruth als Einzige auf der Station Schicht hat. Was soll sie nun tun? Sie zögert nur kurz und folgt ihrem Gewissen doch der Säugling stirbt. Der Vater, Turk, zieht Ruth vor Gericht und beschuldigt sie, verantwortlich für den Tod seines Sohnes zu sein. Ihre Pflichtverteidigerin Kennedy verfolgt eine rationale Strategie, doch das Thema ist emotional so aufgeladen, dass sie damit nicht weiterkommt. Aber Ruth will nicht aufgeben und für ihren Freispruch kämpfen.



Ich habe "Kleine große Schritte" von Autorin Jodi Picoult als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von drei Sprechern (Beate Rysopp, Frank Stieren und Svenja Pages) die für die Figuren Ruth, Turk und Kennedy stehen. Mir haben alle drei Sprecher sehr gut gefallen, sie verkörpern ausgezeichnet ihre jeweiligen Figuren und harmonieren gut miteinander.
Die Autorin hat sich hier dem Thema Alltagsrassismus angenommen. Es ist ein wichtiges Thema und sicherlich eines, dass noch mehr Beachtung in der Literatur finden müsste. Hier geht es zwar speziell um Afro-Amerikaner, aber zu großen Teilen, lässt sich dies auch auf jedes andere Land, jede Kultur und Gesellschaft übertragen. Die Hauptfigur Ruth Jefferson hat sich Jahrzehnte lang bemüht unauffällig zu sein und sich möglichst gut zu integrieren und in einer Welt in der die Weißen in der Überzahl sind, nicht aufzufallen. Sie hat es zu beruflichem Erfolg gebracht, ein Haus in einer guten Gegend gekauft und einen Sohn großgezogen der zu den Jahrgangsbesten seiner Schule zählt. Doch all das ist nicht genug an dem Tag, als die Eltern eines neugeborenen Babys bestimmen, dass keine Person afro-amerikanischer Abstammung ihren Sohn berühren darf und Ruths Vorgesetzte beschließt sich dem zu beugen. Von diesem Moment an, kann es Ruth nicht mehr richtig machen, denn als das Kind in Not gerät, hat sie die Wahl sich ihrer Vorgesetzten zu widersetzen oder gegen ihren beruflichen Ethos zu handeln.
Was mich an "Kleine große Schritte" fasziniert hat, ist weniger die Schilderung des Alltagsrassismus den Ruth durchlebt, sondern vielmehr wie es die Autorin schafft dem vermeintlich unvoreingenommenen Leser vor Augen zu führen, wie sehr Rassismus verwurzelt ist, selbst wenn man selber meint "keine Farben zu sehen". Man mag vielleicht keinen Unterschied machen, ob die Person vor einem nun Vorfahren aus Afrika, Asien oder Südamerika hat, aber schon wenn man daran denkt, dass man da keinen Unterschied macht, hat man genau das schon gemacht. Ebenso ist es auch, dass man als blonde, weiße Frau durchaus auch einen "positiven" Rassismus bemerken kann, indem man z. B. bei Polizeikontrollen durchgewunken wird, während Personen mit anderem Aussehen grundsätzlich kontrolliert werden.
Manches was in diesem Buch beschrieben wird, mag man einfach nicht glauben und es trägt nicht gerade dazu bei, dass ich einen positiveren Eindruck des amerikanischen Rechtssystems erhalte. Aber leider ist es nach all dem was man im Zusammenhang mit der "black lives matters" Bewegung gehört hat nur allzu glaubhaft.
Nicht passend fand ich hier jedoch wie die Autorin das Buch beendet hat. Nachdem sie sich so ernsthaft mit diesem wichtigen Thema beschäftigt hat, hätte "Kleine große Schritte" einfach mehr verdient gehabt als ein kitschiges Hollywood-Happy-End und das hat mich in dieser schmalzigen Süße doch etwas enttäuscht zurück gelassen.
Aber bis dahin kann ich nur sagen, dass ich dieses Hörbuch absolut empfehlen kann und mir auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen könnte, nachdem ich beim Hören schon immer Octavia Spencer in der Rolle der Ruth Jefferson vor Augen hatte.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Jodi Picoult: Kleine große Schritte


Weitere Informationen zum Hörbuch, den Sprechern und der Autorin finden sich auf der Homepage des Audiobuch Verlages.

Montag, 2. Oktober 2017

Mark Billingham: Love like blood

Inhaltsangabe des Verlages:
London. In einem friedlichen Wohnviertel wird eine Frau in ihrem eigenen Haus mit Säure begossen und brutal ermordet. Der Polizei fehlt jede Spur. Niemand scheint einen Grund gehabt zu haben, der Lehrerin etwas anzutun. Ihre Lebensgefährtin hingegen war Polizistin und ermittelte in einer Reihe ungelöster Fälle, die alle auf organisierte Ehrenmorde hindeuteten. War sie das eigentliche Ziel der Täter? DI Tom Thorne übernimmt die Ermittlungen und betritt eine gefährliche Welt, in der Familien ihre eigenen Gesetze haben. Thorne setzt alles daran, zu verhindern, dass Eltern im Namen der Ehre zu Mördern ihrer eigenen KInder werden - und muss erfahren, was es bedeutet, wenn Liebe zu Blut gerinnt.

Ich habe "Love like Blood" von Autor Mark Billingham als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Uve Teschner, dessen ungewöhnliche Stimme sehr gut zu diesem Kriminalfall passt.
Ich habe zuvor noch kein Buch des Autors gelesen oder gehört, aber wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist "Love like Blood" bereits das 14. Buch rund um den Ermittler Tom Thorne. Alle die sich nun vielleicht abgeschreckt fühlen, kann ich jedoch direkt beruhigen, denn ich hatte den Eindruck, dass man das Buch/Hörbuch auch sehr gut ohne Vorwissen aus den vorherigen Bänden genießen kann. Zwar hat man dann nicht detaillierte Informationen über die Entwicklung der Figuren (z. B. über Tom und seine Lebensgefährtin), aber es wird genug an Hintergrundinformationen mitgegeben, dass man nicht als verwirrter Leser dasteht.
Thematisch widmet sich die Handlung einem Thema, das besonders in den letzten Jahren immer mal wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Es geht um sogenannte „Ehrenmorde“ in den Gemeinden der Hindus, Sikhs und Muslime. Angehöriger dieser Glaubensgemeinschaften, die einen vermeintlichen lockeren Lebenswandel führten, sich zu westlich verhielten oder einfach nun nicht gemäß den Wünschen ihrer Gemeinschaft, wurden tot aufgefunden. Familienangehörige stehen im Verdacht die Morde beauftragt zu haben, doch dies zu beweisen ist nahezu unmöglich.
Die Polizistin Nicola Tanner ermittelte in solchen Fällen und hat nun den Verdacht, dass sie zum Schweigen gebracht werden sollte und irrtümlich ihre Lebensgefährtin an ihrer Stelle sterben musste. Sie bittet DI Thorne um Mithilfe, da sie auch einen seiner alten Fälle unter den Ehrenmorden vermutet.
Mir hat hier gut gefallen, dass nicht viel Zeit mit Vorgeplänkel vertan wird, sondern man direkt mitten im Fall startet. Das Erzähltempo wird hoch gehalten und so kommt auch beim Hören keine Langweile auf. Da hier auch aus einer Täterperspektive erzählt wird, ist man als Leser den Ermittlern teilweise voraus, doch der Autor versteht es dennoch seine Leser noch mit einer Wendung zu überraschen.
Schade ist nur, dass hier doch ziemlich viele Stereotypen herhalten müssen und daher dem Thema nicht so eine Tiefe gegeben wird, wie ich es mir noch gewünscht hätte.
Insgesamt gesehen vermag "Love like Blood" jedoch gut zu unterhalten und kann daher an alle empfohlen werden, die moderne englische Krimis mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Mark Billingham: Love like blood

Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und Sprecher finden sich auf der Homepage des Jumbo Verlages.

Dienstag, 26. September 2017

Joakim Zander: Der Freund


Inhaltsangabe des Verlages:
Als Klara Walldéen ihre beste Freundin Gabriella in Schweden wiedertrifft, verhält sich die bekannte Menschenrechtsanwältin merkwürdig. Kurz darauf wird sie in Stockholm verhaftet. Der Vorwurf: Beteiligung an terroristischen Aktivitäten. Wo sie festgehalten wird, erfährt Klara nicht. Doch Gabriella hat ihr eine Nachricht hinterlassen: Klara soll an ihrer Stelle zu einem geheimen Treffen nach Brüssel reisen. Jacob arbeitet unterdessen in der schwedischen Botschaft in Beirut. Auf einer Party lernt er den arabischen Kriegsfotografen Yassim kennen beide sind fasziniert voneinander. Aber immer wieder verschwindet Yassim tagelang, verstrickt sich in Widersprüche. Obwohl Jacob nicht weiß, ob er Yassim vertrauen kann, erklärt er sich bereit, für ihn einen brisanten Auftrag zu übernehmen. In Brüssel kreuzen sich Klaras und Jacobs Wege. Gemeinsam versuchen sie, die beiden Menschen zu retten, die ihnen am nächsten stehen. 

Ich habe "Der Freund" von Joakim Zander als Hörbuch gehört. Mir hat sehr gut gefallen, dass die unterschiedlichen Erzählperspektiven hier auch von zwei Sprechern verkörpert werden. Die Figur der Klara wird gelesen von Ulrike Hübschmann und Jacob von Roland Wolf. Beide Sprecher passen gut zu ihren Rollen und liefern gute Arbeit ab. Besonders gefallen hat mir auch, dass die Namen und Orte schwedisch ausgesprochen werden. Man hatte daher immer vor Augen, dass ein Teil der Handlung in Schweden spielt.
"Der Freund" ist der dritte Teil der Reihe rund um Klara ("Der Schwimmer", "Der Bruder"), wobei ich die anderen beiden Bücher jedoch nicht kenne und auch nicht sonderlich als Vorwissen vermisst habe. Die Bücher sind jeweils in sich abgeschlossen und man kann auch ohne weiteres mit diesem dritten Buch in die Reihe starten.
Man merkt dem Buch an, dass der Autor die Schauplätze durch persönliche Erfahrungen kennt, denn er hat selber in Syrien und Brüssel gelebt. Der Handlungsstrang mit Klara beginnt in Schweden, während ein Großteil der Handlung mit Jacob in Beirut spielt. Im späteren Verlauf setzen sich die Ereignisse dann in Belgien fort. Mir haben die Figuren gut gefallen. Jacob wird über einen Zeitraum von mehreren Monaten begleitet und man erfährt viel von seiner Motivation, seinen Wünschen, Gedanken und Gefühlen. Mir hat auch gefallen, dass sich der Autor hier mit der Homosexualität von Jacob einem der Tabuthemen der arabischen Welt annimmt. Bezüge zum realen Zeitgeschehen werden in der Handlung aufgegriffen und so auf spannende Weise Fakt und Fiktion miteinander verwoben. Durch die beiden Sprecher kann man auch bei schnellen Wechseln in der Erzählperspektive gut folgen und gerät nicht in Gefahr den Überblick zu verlieren. Auch die Figur von Klara fand ich interessant und kann mir gut vorstellen noch mehr von ihr als Hauptfigur zu hören.
Meine einzige Kritik bezieht sich darauf, dass mir die Handlung dann doch an einigen Stellen zu unrealistisch wurde und die Figuren einmal zu oft dem knappen Tod entkommen konnten.
Insgesamt gesehen ist "Der Freund" jedoch ein spannender Thriller, der aktuelle Themen wie Terrorismus und Geheimdienste in eine ansprechende Geschichte verpackt und mit seinen Figuren überzeugen kann.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Joakim Zander: Der Freund

Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und den Sprechern finden sich auf der Homepages des Audiobuch Verlages.

Donnerstag, 7. September 2017

Cristina Caboni: Die Oleanderschwestern


Iris Donati liebt Blumen über alles. Menschen sind schon ein wenig schwieriger, denn da sie in ihrer Kindheit mit ihrem Vater kaum je ein Jahr an einem Ort blieb, fällt es ihr schwer Freundschaften zu schließen. Als Iris bei der Chelsea Flower Show eine Frau sieht die ihr bis aufs Haar gleicht kann sie es kaum glauben. Doch bevor sie ein Gespräch beginnen kann ist die Frau verschwunden. Iris geht diese Begegnung nicht mehr aus dem Kopf und sie spricht ihren Vater darauf an, auch wenn dieser immer behauptet hat es gäbe keine anderen Verwandten. So erfährt Iris, dass ihre Mutter nicht tot ist und sie eine Zwillingsschwester mit Namen Viola hat, die bei ihrer Mutter aufgewachsen ist und die ebenfalls nichts von ihr weiß. Aber damit ist die Familie noch nicht vollständig, denn nun erfährt Iris auch noch, dass ihre Großmutter auf dem Familiensitz in der Toskana lebt und sich wünscht, dass ihr Sohn und ihre Enkelinnen zu ihr kommen. So kommt es zwar zur Familienzusammenführung, doch die Geheimnisse nehmen damit nicht ab …

Ich habe "Die Oleanderschwestern" von Autorin Cristina Caboni als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Nicole Engeln, die hier eine gute Sprecherleistung abliefert und insbesondere versucht die Zwillinge unterschiedlich zu lesen. Für mich klangen die Figuren dadurch jedoch teilweise etwas einseitig, so dass ich nicht vollends überzeugt bin.
Inhaltlich beginnt die Geschichte ein wenig so wie es wäre, wenn sich "Das doppelte Lottchen" von Erich Kästner erst als Erwachsene begegnet wären.
Iris und Viola ähneln sich äußerlich sehr, sind jedoch vom Wesen und Temperament her sehr unterschiedlich. Iris ist ein Sonnenschein, der jedoch nur wenige Kontakte zu anderen hat. Viola ist recht grantig, aber dabei sehr selbstbewusst. Beide junge Frauen lieben Blumen und Pflanzen und haben über die väterliche Seite Generationen von Gärtnern in der Familie. Natürlich dreht sich die Handlung um einige Familiengeheimnisse, die es nach und nach aufzudecken gilt. So steht der Familienlandsitz zwar inmitten riesiger Ländereien, doch es blühen dort keine Blumen und die Pflanzen sind verdorrt.
Da die Handlung zu großen Teilen nur auf dem Landsitz spielt fällt es recht leicht den Überblick zu behalten und auch bei den Figuren recht schnell zurecht zu kommen.
Ein wenig irritiert mich der deutsche Titel des Buches, da ich im ganzen Buch keinen Oleander entdecken konnte. Ich hätte einige andere Pflanzenarten für naheliegender gehalten oder hätte einen Titel ohne Pflanze gewählt.
Leider gibt es in diesem Buch auch nicht besonders viel an Handlung, denn letztendlich sind so ein paar Geheimnisse ohne Orts- und Zeitwechsel eben doch recht schnell erzählt. Mir hat jedoch die Grundidee hinter dem Buch gut gefallen und auch die Liebe zu den Pflanzen ist hier spürbar, weshalb ich der Geschichte sehr gerne gelauscht habe.
Insgesamt gesehen gehört "Die Oleanderschwestern" zwar nicht zu meinen Highlights der letzten Zeit, ich kann es aber dennoch empfehlen als leichte Sommerlektüre oder Hörgeschichte für Zwischendurch.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Cristina Caboni: Die Oleanderschwestern

Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherin findet man auf der Homepage von RandomHouseAudio

Freitag, 1. September 2017

Donato Carrisi: Der Nebelmann


 


In einer eisigen Winternacht irrt der Star-Ermittler Vogel mit blutverschmiertem Hemd durch die Wälder am Rand eines Bergdorfs. Er war vor Wochen angereist, um den Fall eines vermissten Mädchens zu klären. Bereits dreißig Jahre zuvor waren hier unter ungeklärten Umständen Kinder verschwunden. Im Dorf glaubt man schnell, dass der Mörder, »Nebelmann« genannt, zurückgekommen ist. Vogel gibt an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Als ein Psychiater gerufen wird, um ihn zu befragen, beginnt Vogel zu erzählen. Sein Bericht ist ungeheuerlich…


Ich habe "Der Nebelmann" von Donato Carrisi als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Uve Teschner, dessen Stimme besonders gut zum merkwürdigen Sonderermittler Vogel passt. Teschner liest ihn so, dass es schwer fällt ihn als Sympathiefigur zu sehen und das trug für mich positiv zur Gesamtstimmung bei.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht das Verschwinden der 16jährigen Anna Lou, die mit ihrer Familie im Ort Avechot in einem Tal lebt und dort einer konservativen Kirchengemeinde angehört. Während die örtliche Polizei zu Anfang noch davon ausgeht, dass Anna Lou eine jugendliche Ausreißerin ist, glaubt Sonderermittler Vogel von Anfang an dass das Mädchen entführt wurde.
Auch dem Hörer ist recht schnell klar, dass es hier tatsächlich um ein Verbrechen geht, denn die Geschichte beginnt im Grunde genommen mit dem Schluss und wird dann in einem Gespräch zwischen einem Psychologen und dem Sonderermittler Vogel – der blutbeschmiert in einer Nebelnacht aufgefunden wurde – aufgerollt.
Leider empfand ich die Handlung jedoch zu großen Teilen überhaupt nicht spannend und teilweise sogar langweilig, da doch auch einige Ereignisse recht vorhersehbar waren.
Gefallen hat mir "Der Nebelmann" erst wieder ganz zum Schluss und auch die Auflösung des Thrillers kann mich überzeugen.
Aber bei über neun Stunden Hörbuch ist eine Stunde Spannung für mich einfach nicht genug. Ich kann nicht beurteilen, ob dies nun ein besonders typischer Thriller von Donato Carrisi ist, aber ich fand ihn insgesamt eher ein bisschen merkwürdig, eine gewöhnungsbedürftige Mischung an Orts- und Personennamen und nicht unbedingt das was ich unter einem Spannungsroman verstehe. Vor einigen Jahren hatte ich schon mal ein Buch des Autors gelesen und das hat mir insgesamt besser gefallen. Dennoch ist klar erkennbar, dass im Autor ein großes Potenzial steckt und so kann man noch auf weitere gute Ideen von ihm hoffen. Insgesamt gesehen habe ich mich von "Der Nebelmann" jedoch nicht so gut unterhalten gefühlt wie erhofft.

Negativ ist mir hier aufgefallen, dass die mp3 CD keine funktionierenden Tags hatte. Sollte man noch mal wieder neu einsteigen wollen ist es daher fast unmöglich den richtigen Track zu finden.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Donato Carrisi: Der Nebelmann


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage von Der Audio Verlag (DAV).

Dienstag, 15. August 2017

Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Inhaltsangabe des Verlages:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, der nie gestellt wurde. Eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Ich habe "Das Porzellanmädchen" von Autor Max Bentow als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Axel Milberg, der es geschafft hat mir mit seiner Interpretation richtige Schauer über den Rücken zu jagen und Angst zu machen.
Hauptfigur ist hier die "Thrillerprinzessin" Luna Moor, wie sie von der Presse genannt wird. Trotz ihres jungen Alters kann die 29jährige Luna schon auf mehrere Thriller-Bestseller zurückblicken und befindet sich gerade mitten in der Arbeit zu ihrem neuesten Buch. Für Luna ist dies ein ganz besonderes Werk, denn sie lässt hier Ereignisse einfließen, die ihr selber als 16jähriges Mädchen geschehen sind. Damals war sie von einem Mann entführt worden, der sich hinter einer Gasmaske versteckte und sie mit einer Porzellanpuppe verglich, die er im Versteck bei sich hatte. Luna gelang es, ihm zu entkommen, doch Täter und Tatort konnten nie ermittelt werden.
Besonders ist in "Das Porzellanmädchen", dass nicht nur die aktuellen Ereignisse eine Rolle spielen, sondern auch das Buch an dem Luna schreibt und das der Leser hier als ein Buch im Buch mitlesen kann. Dabei ist jedoch nicht Luna die Erzählerin, so dass der Leser auch nicht weiß, was von der Handlung Fakt und was Fiktion ist (im Romanuniversum natürlich).
Besonders spannend fand ich dabei die Handlungsorte, die sehr realistisch beschrieben sind und perfekt zur Situation passen.
Da es sich hier nicht um eine Polizeiermittlung handelt, gibt es auch keine typische Ermittlungsarbeit oder Spurenverfolgung. Luna steht im Mittelpunkt der Ereignisse und nur von ihr kann es daher Hinweise zum Täter geben. Als "Gehilfen" hat sie noch den 15jährigen Leon an ihrer Seite, was ich jedoch nicht so passend fand. Zum einen finde ich es generell sehr fragwürdig einen 15jährigen in diese Rolle zu bringen und zum anderen fand ich das was Leon sagt und tut auch nicht altersgerecht. Die Hintergrundgeschichte hätte doch auch gepasst wenn Leon bereits 17 gewesen wäre, warum also ein 15jähriger?
Die Geschichte endet mit einem Epilog, was ich ganz gut gelöst fand. Die Auflösung ist nicht die riesige Überraschung, da vorher schon einiges darauf hindeutet, aber dennoch bleibt auch hier die gruselige Gesamtstimmung des Thrillers erhalten.
Insgesamt gesehen fand ich "Das Porzellanmädchen" unheimlich und spannend und genau das soll ein Thriller schließlich sein. Empfehlen kann ich das Hörbuch daher an alle, die sich gerne gruseln und auch mal gerne einen Thriller ohne Ermittlerteam mögen.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Max Bentow: Das Porzellanmädchen


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage von derHörverlag.

Donnerstag, 3. August 2017

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann



Inhaltsangabe des Verlages:
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen, verschwinden lassen oder in Ordnung bringen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman – und natürlich noch viel mehr. Was man von hier aus sehen kann ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe im Modus der Abwesenheit.



Ich habe "Was man von hier aus sehen kann" von Autorin Mariana Leky als Hörbuch gehört. Ich bin ganz erstaunt, wie sehr mich die Geschichte in ihren Bann gezogen hat. Gelesen wird das Hörbuch von Sandra Hüller, die hier ohne große Maskerade und eher nüchtern liest, was jedoch für die Geschichte ganz genau passend ist.
Nach der Inhaltsangabe des Verlages dachte ich, dass sich die Handlung über einen sehr kurzen Zeitraum erstreckt und hauptsächlich mit dem Tag beschäftigt nachdem Selma vom Okapi geträumt hat. Ich war daher erstaunt, dass sich die Geschichte auf über 20 Jahre erstreckt. In dem Jahr als Selma das Okapi sieht, um das es in der Inhaltsangabe geht, ist ihre Enkelin Luise zehn Jahre alt. Erzählt wird hier auch aus Luises Perspektive und so begleitet der Hörer sie durch die verschiedenen Etappen ihres Lebens, wobei jedoch die Jugendzeit in einem Zeitsprung übergangen wird. Nach dem längeren Abschnitt in Luises Kindheit, widmet sich die Handlung dann hauptsächlich dem Lebensabschnitt von Anfang 20 bis Anfang 30.
Mich hat die Geschichte sehr bewegt. Es gab einige Stellen an denen ich mehr als nur den Tränen nahe war (was mir schon ein bisschen peinlich war, weil ich das Hörbuch beim Autofahren gehört habe). Die Figuren sind zwar allesamt ziemlich überzeichnet, aber dadurch auch interessante Persönlichkeiten und echte Typen. Ich fand die Sprache wunderschön zu hören, diese bildhaften Vergleiche, die Überlegungen zum Buddhismus, der Aberglauben einer der Figuren und die Wort mit denen Luise sich und ihre Mitmenschen beschreibt. Für mich war auch die Wahl des Hörbuchs genau richtig. Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Geschichte nicht zu langweilig gewesen wäre, wenn ich sie gelesen hätte, aber mit Luise als Erzählerin in Form von Sprecherin Sandra Hüller habe ich mich bestens unterhalten gefühlt. Ich habe überlegt womit sich dieses Hörbuch vergleichen lässt, aber das ist nur sehr schwer möglich. Ähnlich erstaunt und mit Worten berührt hat mich jedoch das Hörbuch zu "Die Eleganz des Igels" und auch das ist eine Geschichte, die mich als Printausgabe wahrscheinlich nicht so erreicht hätte. "Was man von hier aus sehen kann" könnte die deutsche Antwort darauf sein.
Insgesamt gesehen ist "Was man von hier aus sehen kann" eine eher ruhige Geschichte, die zum Nachdenken anregt und so für Leser/Hörer geeignet, die nicht nur auf der Suche nach dem nächsten Thrill sind.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann


Weitere Informationen zur Autorin, zum Hörbuch und zur Sprecherin finden sich auf der Homepage von Roof Music.

Freitag, 28. Juli 2017

Ingar Johnsrud: Der Hirte

Inhaltsangabe des Verlages:
Die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise Wetre wird vermisst – ein Routinefall für Hauptkommissar Fredrik Beier. Doch kurz darauf wird Beier nach Solro beordert, einem alten Hof vor den Toren Oslos. Fünf Männer wurden auf dem Sitz der christlichen Sekte »Gottes Licht« grausam abgeschlachtet. Das Gelände des Hofs ist ausgestattet wie ein Hochsicherheitstrakt, und im Keller des Gebäudes stoßen die Ermittler auf ein Labor, das auf monströse Experimente hinweist. Von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur, unter ihnen die vermisste Annette Wetre ...



Ich habe "Der Hirte" von Autor Ingar Johnsrud als Hörbuch gehört. Gesprochen wird es vom wunderbaren Dietmar Wunder und der hat das Hörbuch für mich auch noch in eine durchschnittliche Bewertung gerettet.
Für mich wurden hier inhaltlich einfach zu viele unterschiedliche Themen vermischt. Besonders störend fand ich dabei, dass hier bis in den zweiten Weltkrieg zurückgegangen wird und der Fall mit den Nazis verknüpft wird. Als der erste Zeitsprung in das Jahr 1937 erfolgte, war das für mich erst mal aus dem Zusammenhang gerissen und ich fand diesen Erzählstrang auch unnötig. Man hätte die Geschichte auch gut erzählen können, ohne mal wieder das Thema Naziideologie anzufassen, denn ehrlich gesagt finde ich das inzwischen ziemlich überstrapaziert. Wie viele geheime Gruppierungen und Verschwörungen soll es denn da noch alles gegeben haben? Man kann doch einen Thriller auch ohne weiteres mit Themen aus der Gegenwart füllen und hat damit (besonders beim hier vorliegenden Buch) immer noch genug unterschiedliche Bereiche. Für mich wurden hier auch die einzelnen Fäden nicht wirklich zu einer Geschichte verknüpft. Ich kann rückblickend gar nicht sicher sagen, dass ich alles verstanden habe und das Hauptmotiv des Mörders ist mir ehrlich gesagt auch nicht klar geworden. Schwierig fand ich beim Hörbuch auch die norwegischen Namen. Ich habe schon einige Bücher gehört und gelesen die in Skandinavien spielen, aber bei diesen Namen hier weiß ich teilweise noch nicht mal wie man die schreiben soll. Die Hauptfigur Fredrik Beier (der sagt am Anfang zum Glück genau wie man seinen Namen schreibt) fand ich ganz ok. Aber wie so oft, handelt es sich hier auch wieder um eine durch Ereignisse in der Vergangenheit gebrochene Person. Die Nebenfiguren bleiben ein wenig blass, denn von ihren Hintergründen erfährt man so gut wie gar nichts. Sprecher Dietmar Wunder versteht es jedoch ausgezeichnet die unterschiedlichen Charaktere darzustellen, ohne dass dies lächerlich wirkt.
Die Ermittlungstätigkeit beläuft sich über weite Strecken in der Befragung von Personen und der zufälligen Entdeckung von Spuren. Ab der zweiten Hälfte gibt es dann auch einige dramatische Szenen, die vom Autor sehr detailliert beschrieben sind und bei denen kein Blutspritzer, Schmerzensschrei oder Faustschlag ausgelassen wird. Dietmar Wunder sorgt dann dafür dass dies einem Action-Hör-Film gleicht und mir das teilweise schon etwas zu intensiv wurde. Allzu zartbesaitet sollte man daher nicht sein.
Insgesamt gesehen kann mich "Der Hirte" leider nicht überzeugen. Lediglich die tolle Sprecherleistung sorgt dafür, dass es sich hier dennoch lohnt die fast 12 Stunden durchzuhalten.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Ingar Johnsrud: Der Hirte


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage vom Random House Audio Verlag.



Dienstag, 18. Juli 2017

Laura Walden: Das Geheimnis des letzten Moa



Inhaltsangabe des Verlages:
Voller Vorfreude tritt Grace die lang geplante Neuseelandreise an. Doch das Wiedersehen mit ihrer Urlaubsliebe entpuppt sich als herbe Enttäuschung. Da kommt der Biologin die Zusammenarbeit mit der Professorin Suzan Almond sehr gelegen. Sie forscht über die Moas, die ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands. Ein dramatisches Ereignis scheint es in Suzans Leben gegeben zu haben. Sollte dieses Ereignis etwas mit Graces Vergangenheit zu tun haben? Auf der Suche nach ihren Wurzeln stößt sie auf ein lang gehegtes Familiengeheimnis, dessen Folgen bis heute zu spüren sind.


Ich habe "Das Geheimnis des letzten Moa" von Autorin Laura Walden als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Dana Geissler, die ihre Aufgabe wie immer souverän meistert.
Leider hat sie es für mich aber auch nicht geschafft diese Geschichte zu retten. Die Frauenfiguren sind einfach schrecklich! Über fünf Generationen hinweg trifft man hier unsympathische Frauen an, die zickig, nervend, naiv oder verblendet sind, ihren Töchtern in den meisten Fällen nur wenig Beachtung schenken, beim ersten Versuch gleich ungewollt schwanger geworden sind, noch dazu natürlich alle blendend aussehen und die Männerwelt bezirzen.
Nicht viel besser sieht hier aber das männliche Pendant aus, denn alle Männer sehen so fantastisch aus, dass unseren Protagonistinnen gar nichts anderes übrig bleibt als ihnen sofort zu Füßen zu fallen, sich hinzugeben und sich unsterblich zu verlieben. Klar, so ist das schließlich auch immer im richtigen Leben.
Schauplatz von "Das Geheimnis des letzten Moa" ist Neuseeland und dort insbesondere die Stadt Dunedin. Da ich dort auch einmal hin möchte, hatte ich eigentlich gehofft auch ein bisschen mehr über Land und Leute zu erfahren. Die Maori spielen jedoch so gut wie keine Rolle und von ihren Bräuchen und ihrer Kultur wird demnach auch fast nichts erwähnt. Die früheren Generationen schienen sich auch für die Landschaften nicht sonderlich zu interessieren, denn beschrieben werden eigentlich nur die im schottischen Stil erbauten Herrenhäuser etc. Grace, die Protagonistin in der Gegenwart ist leider auch nur ein ignoranter Trampel. Sie ist das erste Mal in Neuseeland und schaut sich überhaupt nichts an. Dass man zum Ende hin wenigstens noch einen Sound beschrieben bekommt, ist auch weniger ihrem Interesse geschuldet, als mehr aus der Not heraus.
Auch der namensgebende Moa kommt hier leider nur kaum vor, denn es wird zwar ein Buchprojekt über diesen Riesenvogel geplant, über dessen Inhalt aber leider überhaupt nichts verraten oder auch nur recherchiert. Ich hatte mir wirklich mehr von "Das Geheimnis des letzten Moa" erhofft.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Laura Walden: Das Geheimnis des letzten Moa

Weitere Informationen zum Hörbuch, zur Sprecherin und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Lübbe Audio Verlages.

Dienstag, 11. Juli 2017

Peter Heller: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

Inhaltsangabe des Verlages:
Big Hig gehört zu den Wenigen, die eine verheerende Epidemie überlebt haben. Ebenso wie sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn - brutal, aber verlässlich - beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jasper ist sein treuer Copilot. Eines Tages empfängt er plötzlich ein Funksignal von weit her. Gibt es doch noch weitere Überlebende, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste - und seine größte Hoffnung. Hig liebt die Welt, wie sie einmal war, und wie sie hätte sein können. Und weil er zudem die Poesie liebt, wird sein Bericht aus dem Innersten der Kampfzone zu einem herzzerreißenden, anrührenden Dokument.



Ich hatte ganz klar eine falsche Vorstellung von "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" von Autor Peter Heller. Ich habe das Hörbuch gehört, das ganz großartig von Olaf Pessler gelesen wird. Der Sprecher versteht es hier ganz ausgezeichnet die Emotionen rüber zu bringen und die Figur des Hig zum Leben zu erwecken.
Meiner Meinung nach sind Titel und Cover hier eindeutig zu "niedlich" gewählt. Ich dachte auf den ersten Blick es wäre ein Kinderbuch und ich hatte mir eindeutig was Harmloseres drunter vorgestellt als es ist. So richtig jugendfrei ist "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" nämlich nicht. Es sterben doch ganz schön viele Menschen, auch wenn es natürlich meistens aus der Perspektive von Big Hig und seinem Nachbarn Bangley aus Notwehr ist und sie nur ihr Eigentum und ihr Leben verteidigen. Dann braucht natürlich der Hund auch was zu essen und da nimmt man eben das Frischfleisch das man gerade da hat. Und wenn zu den letzten Menschen auf Erden gehört, dann sollte man wohl auch für den Fortbestand der Menschheit sorgen.
Wie man auf diesen Titel gekommen ist, kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen, denn so wirklich was mit Sterndeutung oder ähnlichem hat Big Hig nicht am Hut und die Welt ist ja auch nicht untergegangen, sondern die Menschheit wurde von einer Grippe-Pandemie und ein paar anderen Krankheiten dahin gerafft.
Zu Anfang fand ich die Geschichte ein bisschen langweilig und wenn man ehrlich ist, dann passiert hier auch nicht wirklich viel. Die Handlung lässt sich auf wenige Seiten reduzieren, denn es gibt nur sehr wenige handelnde Personen (Überlebende) und einen räumlich begrenzten Radius an Schauplätzen. Diese Reduktion auf wesentliche Punkte ist es sicherlich auch, die das Buch in gewisser Weise besonders machen. Dazu kommt noch, dass die handelnden Figuren eher wortkarg sind und es an abwechselnden Ereignissen eben auch einfach mangelt. Hätte ich hier das Buch gelesen, so bin ich mir nicht sicher, ob ich bis zum Ende durchgehalten hätte. Positiv trägt hier aber ganz eindeutig der Hörbuchsprecher Olaf Pessler bei und so fühlte ich mich gut unterhalten. Wenn ich so im Nachhinein an dieses Buch denke, so muss ich aber auch sagen, dass ich für mich wenig raus ziehen konnte was mich zum Nachdenken anregt oder nachhaltig beeindruckt. Dafür blieb das Ganze für mich zu sehr an der Oberfläche, was ich umso erstaunlicher finde, da die Handlung aus der Perspektive von Hig erzählt ist. Insgesamt gesehen konnte mich "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" nicht für sich einnehmen, aber die Hörbuchfassung ist dennoch hörenswert.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Peter Heller: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte


Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und Sprecher finden sich auf der Homepage des Lübbe Audio Verlages.



Donnerstag, 29. Juni 2017

Petra Hülsmann: Das Leben fällt, wohin es will


Inhaltsangabe des Verlages:
Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du besser nicht den Kopf hängen lassen.
Party, Spaß und Freiheit - das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das - Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet - zum Beispiel die Liebe ...


Ich habe "Das Leben fällt, wohin es will" von Autorin Petra Hülsmann als Hörbuch gehört. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass ein guter Sprecher auch ein eher schwaches Buch noch retten und im Gegenzug auch ein unpassender Sprecher einen guten Roman in den Keller ziehen kann.
Im vorliegenden Fall stand ich beim Hören ständig vor der Kellertür und habe anfangs sogar ernsthaft darüber nachgedacht das Hörbuch abzubrechen. Der Grund dafür ist eindeutig Sprecherin Nana Spier. Sie ging mir ja so auf die Nerven!
Wenn ich meiner Nichte ein Buch vorgelesen habe, dann hatte sie immer besonders Spaß daran, wenn ich das mit verstellten Stimmen versucht habe. "Das Leben fällt, wohin es will" wurde mir also von einer Frau Spier vorgelesen, die dabei die Stimmen von dem kleinen Max und der kleinen Toni, dem extrem männlichen Daniel, dem schwulen Hector, der Angestellten Laura usw. imitiert hat. Ihre Imitation empfand ich aber leider nur als anstrengend und keineswegs gelungen.  Die Passagen in denen Nana Spier einfach nur die Hauptfigur Marie sprach empfand ich auch durchaus als angenehm und zum Charakter passend. Nur leider besteht dieses Buch zu großen Teilen aus Dialogen und dementsprechend oft musste dann eben kenntlich gemacht werden, dass hier eine andere Person spricht. Natürlich sollte dann auch durch die Stimme erkennbar sein, dass es ein anderer Charakter ist, aber dafür reichen meiner Meinung nach schon kleine Nuancen und es ist nicht notwendig mit extrem tiefen oder hohen Stimmen zu arbeiten, bei denen es dann einfach anstrengend ist zuzuhören. Ich weiß nicht, ob das vielleicht sogar ein Markenzeichen für die Hörbücher von Autorin Petra Hülsmann ist, da dies das erste Buch der Autorin ist das ich gehört habe. Vielleicht kann auch die Sprecherin da nicht viel für und es war eine Regieanweisung das so zu handhaben, aber ich hatte da echt keinen Spaß dran. Nicht besonders gefallen haben mir auch die musikalischen Einlagen die zu Anfang und Ende jeder CD den Text überdeckten.
Kommen wir aber nun zum Inhalt von "Das Leben fällt, wohin es will". Die Hauptfigur Marie hat mir dadurch gefallen, dass sie im Verlauf der Handlung eine Entwicklung erkennen lässt. Ihre Art kommt meistens sympathisch rüber, auch wenn sie ziemlich verpeilt ist und oft unüberlegt handelt. Maries Schwester Christine hat leider kaum Möglichkeiten ihre Persönlichkeit zu zeigen, denn ihre Erkrankung steht fast immer im Vordergrund und bestimmt ihr handeln. Es gibt recht viele Nebenfiguren, die teilweise Klischees erfüllen, aber auch unterhaltsam sind. Es ist sowieso der Humor, der diese Geschichte zu großen Teilen trägt, denn an sich ist die Handlung als romantische Komödie natürlich ziemlich vorhersehbar. Auch wenn mit der Krebserkrankung der Schwester hier ein ernstes Thema im Mittelpunkt steht, so ist der Roman doch eher leichte Lektüre, die zwar die ernsten Seiten aufgreift, aber sich ansonsten eher um Maries Liebes- und Chaosleben widmet. Insgesamt gesehen halte ich "Das Leben fällt, wohin es will" für eine gute Sommerlektüre, empfehle aber aufgrund meiner Erfahrungen hier eher zum Buch als zum Hörbuch zu greifen. 

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Petra Hülsmann: Das Leben fällt, wohin es will

Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherin finden sich auf der Homepage von Lübbe Audio.


Mittwoch, 21. Juni 2017

Mary Higgins Clark: Wenn du noch lebst




Da ich die Inhaltsangabe des Verlages nicht gut finde, hier nun meine eigene Zusammenfassung:
Lane Harmon ist die Assistentin einer erfolgreichen Innenarchitektin und darauf spezialisiert die Anwesen besonders betuchter Kunden auszustatten. Doch ihr neuester Auftrag ist eher ungewöhnlich, denn es geht darum den vor Jahren kostspielig ausgestatteten Haushalt von Anne Bennett zu verkleinern und ihr neues kleineres Haus mit den passenden Möbeln aus dem alten Bestand auszustatten. Besonders heikel daran ist, dass es sich bei Anne um die mutmaßliche Witwe von Parker Bennett handelt, der einige Jahre zuvor die fünf Milliarden Dollar veruntreut hat, die Kleinanleger in seinen Fond investiert hatten. Bis heute ist ungeklärt, ob er noch mit dem Geld untergetaucht ist, oder bei einem Segelausflug ums Leben kam. Viele geprellte Kunden und auch das FBI vermuten, dass die Ehefrau oder zumindest der Sohn Eric in die Pläne von Parker eingeweiht waren, doch Lane findet beide sympathisch und vertraut darauf, dass jeder unschuldig ist bis seine Schuld bewiesen ist. Hat besonders Eric dieses Vertrauen verdient?


Ich habe "Wenn Du noch lebst" von Autorin Mary Higgins Clark als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Michou Friesz, deren Stimme ich als angenehm empfand, auch wenn sich die von ihr gelesenen unterschiedlichen Charaktere nicht besonders unterscheiden.
Ich kenne keine anderen Bücher der Autorin und kann daher auch nichts dazu sagen ob es nun besser oder schlechter als die Vorgänger ist. Ich finde, dass der Leser mit der Aufmachung (Cover etc.) auf die Idee gebracht wird es könnte sich hier um einen Thriller handeln und auf der Printausgabe steht auch ausdrücklich "Thriller" drauf. Für einen Thriller ist das Buch/Hörbuch aber einfach nicht spannend genug. Entscheidende Details werden sehr früh aufgedeckt und bis auf den kurz gefassten Showdown (beschränkt sich auf das letzte Kapitel der letzten CD) ist hier nicht wirklich viel an Spannung zu entdecken.
Dennoch habe ich das Hörbuch sehr gerne gehört, denn als Geschichte über Lug und Betrug, Vertrauen und Misstrauen ist es doch ganz interessant. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die alleinerziehende Hauptfigur Lane Harmon, die ich als Gesamtbild zwar naiv, aber glaubhaft fand. Auch einige Nebenfiguren fand ich interessant. Was mir nicht gefallen hat sind die "Bösen", denn die sind zum einen sehr plakativ und zum anderen erfährt man so gut wie nicht über die Beweggründe hinter den Taten. Da erwarte ich bei einem Thriller einfach mehr. Insgesamt gesehen ist "Wenn Du noch lebst" aber ganz nett zum Hören im Auto oder Urlaub, wenn es auch mal etwas seichter sein darf und man nicht erwartet von der Handlung total überrascht zu werden.




So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Mary Higgins Clark: Wenn du noch lebst



Weitere Infos zum Hörbuch, Autorin und Sprecherin finden sich auf der Homepage von Random House Audio.




Freitag, 16. Juni 2017

John Irving: Die Pension Grillparzer




Inhaltsangabe des Verlages:
Dies ist die erste Geschichte, die der junge Garp im gleichnamigen Roman geschrieben hat – die Geschichte einer Familie, die beauftragt ist, österreichische Hotels zu überprüfen, um zu bestimmen, welcher Klasse sie angehören. Erste Station ist die Pension Grillparzer, die in eine höhere Kategorie aufsteigen will. Doch ob ihr das gelingt, mit all den seltsamen Gestalten, die da nachts umhergeistern?


Ich habe "Die Pension Grillparzer" von John Irving als Hörbuch gehört. Ich glaube das ist hier auch eine gute Entscheidung, denn der Sprecher Klaus Löwitsch versteht es ganz ausgezeichnet das Wienerische rüberzubringen.
John Irving hat hier eine Geschichte veröffentlich, die er in "Garp" von der Hauptfigur schreiben ließ. John Irving hat hier etwas gemacht, mit dem Jahre später Sebastian Fitzek Aufsehen erregt hat, als er das Buch das seine Romanfigur Max Rhode schrieb tatsächlich unter dessen Namen veröffentlich hat.
Nur macht John Irving hier seinen Lesern von Anfang an nichts vor und wer seine Bücher kennt, der wird "Die Pension Grillparzer" auch stilistisch und inhaltlich auch schnell seinem Schöpfer zuordnen können. Welcher andere Autor versteht es schon so gut, so viele ungewöhnliche Charaktere und noch dazu einen Bären in einer Geschichte unterzubringen und so zu beschreiben, dass der Leser sie am Ende schon gar nicht mehr so ungewöhnlich findet.
Schade ist an "Die Pension Grillparzer" jedoch das abrupte Ende. Während zu Anfang noch recht ausführlich von der Familie, dem Besuch der Pension und der Entdeckung der anderen Gäste erzählt wird, ist die Geschichte dann plötzlich schon vorbei und es wird nur noch sachlich aufgelistet, was aus wem geworden ist. Das hätte man doch etwas liebvoller und ausführlicher machen können.
Ein wenig stört mich auch der Preis, denn es handelt sich hier nicht um einen kompletten Roman, sondern eher eine Kurzgeschichte, die dann auch im vorgelesenen Zustand nur ca. 60 Minuten andauert. Der Verkaufspreis erscheint dann in Anbetracht des kurzen Hörvergnügens ein wenig unverhältnismäßig.
Insgesamt gesehen hat mich das Hörbuch jedoch gut unterhalten.


So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Hörbuch kaufen: John Irving: Die Pension Grillparzer

Weitere Infos zum Hörbuch, Autor und Sprecher finden sich auf der Homepage des Diogenes Verlages.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Lucinda Riley: Das italienische Mädchen


Inhaltsangabe des Verlages:
Rosanna Menici ist elf, als sie zum ersten Mal dem Mann begegnet, der ihr Schicksal bestimmen wird. Der junge Tenor Roberto Rossini ist in seiner Heimat Neapel bereits ein umschwärmter Star und schenkt dem schüchternen Mädchen, das bei einer Familienfeier singen soll, kaum Beachtung. Doch als die ersten Töne den Raum erfüllen, kann er seine Augen nicht mehr von Rosanna lösen, so rein und einzigartig ist diese Stimme. Sechs Jahre später treffen Rosanna und Roberto an der Mailänder Scala wieder aufeinander. Auf der Bühne vereint, entwickeln ihre Stimmen einen Zauber, der sie einen unvergleichlichen Siegeszug durch die Opernhäuser der Welt antreten lässt. Doch ihre leidenschaftliche Liebe wird zu einer Obsession, die sie für alles um sie herum blind werden lässt …

Ich habe „Das italienische Mädchen“ von Lucinda Riley als Hörbuch gehört.
Gelesen wird es von Simone Kabst, die wohl auch schon einige andere Bücher der Autorin eingelesen hat. Als Sprecherin ist mir Frau Kabst weder besonders negativ noch positiv aufgefallen. Ich wäre nicht abgeschreckt, noch einmal ein Hörbuch mit ihr als Sprecherin zu hören, aber es wäre für mich auch kein Garant für ein besonders gutes Hörbuch. Sie bemüht sich um Betonung, was eben mal mehr und mal weniger gelingt. Generell kann man ihrer Stimme aber ganz gut zuhören ohne genervt zu sein.
Inhaltlich hat mich „Das italienische Mädchen“ enttäuscht. Ich bin natürlich auch ziemlich verwöhnt was Lucinda Riley betrifft und entsprechend hoch ist meine Erwartungshaltung. Ich wusste vorher praktisch nichts über das Buch, aber nach dem Hören war ich mir sicher, dass es sich nicht um ein neues Werk der Autorin handelt, sondern um irgendwas älteres das ausgegraben wurde nachdem sich der Erfolg eingestellt hat. Genauso ist es auch tatsächlich. Im Buch soll es dazu wohl auch ein Vorwort der Autorin geben, worauf beim Hörbuch jedoch verzichtet wurde.
Besonders enttäuscht bin ich von der Hauptfigur Rosanna. Sie soll der Sympathieträger der Geschichte sein, mit ihr soll man als Leser mitfiebern und hoffen das alles für sie gut ausgeht. Das hat sich bei mir jedoch leider nicht eingestellt. Der Funke ist sozusagen nicht übergesprungen und mir war Rosanna zumindest ab der zweiten Romanhälfte einfach nicht mehr so sympathisch. Einige der Nebenfiguren fand ich sehr interessant, aber deren Geschichte stand natürlich eher im Hintergrund. Während am Anfang alles sehr ausführlich und detailliert erzählt wurde, hatte ich am Ende eher den Eindruck, dass doch alles sehr rasant ging und dann die Jahre im Zeitraffer abgefertigt wurden. Insgesamt entspricht „Das italienische Mädchen“ daher nicht dem was ich erwartet und erhofft hatte. Empfehlen kann ich es daher eigentlich nur an Leser die das Werk von Lucinda Riley vollständig lesen wollen, oder aber noch nichts von der Autorin kennen, so dass hier keine falsche Erwartung entsteht.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Lucinda Riley: Das italienische Mädchen

Weitere Infos zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Hörverlages.


Montag, 16. November 2015

Ursula Poznanski: Layers

Inhaltsangabe des Verlages:
Dorian lebt auf der Straße und steckt so richtig in der Klemme: Er fühlt sich von der Polizei verfolgt. Unverhofft hilft ihm ein Fremder und versteckt ihn in einer Villa, wo Dorian Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben. Als Gegenleistung soll er geheimnisvolle, versiegelte Werbegeschenke verteilen. Als Dorian eines der Geschenke für sich behält, gerät sein Leben in Gefahr.

Ich habe "Layers" von Autorin Ursula Poznanski als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Jens Wawrczeck, dessen Stimme sehr gut zur Hauptfigur Dorian passt und der seine Aufgabe sehr gut gemacht hat. Es handelt sich hier um eine ungekürzte Version, die eine Laufzeit von über 12 Stunden Länge hat.
Nach "Erebos" und "Saeculum" ist dies der dritte Jugend-Thriller der Autorin. Wieder hat sie sich ein sehr modernes Thema ausgesucht, das im Fokus der Geschichte steht. 
Wie schon erwähnt handelt es sich hier um ein ungekürztes Hörbuch. Grundsätzlich finde ich das auch eine gute Sache, aber in diesem Fall hätten ein paar Kürzungen der Handlung wohl nicht geschadet. Gerade im Mittelteil gibt es viele Szenen in denen Dorian nicht viel begegnet das handlungsrelevant ist, jedoch für einige Längen sorgt, so das der Spannungsbogen recht flach gehalten wird.
Gut gefallen haben mir wie immer bei Frau Poznanski die Figuren. Dorian ist recht vielschichtig und auch die anderen Figuren sind nicht direkt zu durchschauen. Dies ist hier besonders wichtig, da es in der Geschichte auch gerade um Vertrauen, Wahrheit und Richtig oder Falsch geht. Dorian muss im Erfahrung bringen wem er wirklich trauen kann und dazu gehören nicht nur die anderen, sondern auch er selber.
Besonders interessant finde ich auch die herangehensweise der Autorin an technische Neuerungen und wie diese in die Handlung eingebunden werden. Das aktuelle Thema in "Layers" war mir nicht neu, da ich bereits ein Buch von Autor Marc Elsberg gelesen hatte in dem dies eine Rolle spielte. Hier ist der Ansatz jedoch ein anderer, so dass eine ganz andere Art von Geschichte entsteht.
Ich hoffe das noch weitere Jugend-Thriller der Autorin folgen werden, denn auch wenn ich ebenfalls ihre Thriller für Erwachsene und ihre Fantasy-Reihe mag, so finde ich diese Bücher doch besonders faszinierend.
Empfehlen kann ich "Layers" wieder an alle Leser, die Bücher mögen in denen nicht ein Kriminalfall im Vordergrund stehen muss, wobei "Layers" jedoch mehr Längen hat als z. B. "Erebos".


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Ursula Poznanski: Layers

Weitere Information zum Hörbuch und zur Autorin findet man auf der Homepage von der Hörverlag.