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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Yves Grevet: Méto - Das Haus


Méto ist ca. 14-15 Jahre alt, aber so genau weiß er das nicht. Er weiß nur, dass er ein „Roter“ ist und damit einer der Ältesten Jungen, die im „Haus“ leben.
Im Haus leben 64 Jungen, unterteilt in vier Farbgruppen (hellblau, dunkelblau, violett und rot), dazu noch gebrechliche Lehrer, Aufseher die Cäsar genannt werden und Soldaten die man nicht ansehen darf.
Was mit den Jungen passiert, die zu alt sind um weiter „Rote“ zu bleiben, weiß Méto auch nicht, aber eines weiß er genau: Wer sich nicht an die Regeln hält, den erwarten drastische Strafen ...

"Méto - Das Haus" stellt den ersten Band einer Trilogie des französischen Autors Yves Grevet dar. Leider endet dieses Buch auch mitten in der Handlung und verweist auf die Fortsetzung.
Hätte ich nicht gewusst, dass dieses Buch aus Frankreich kommt, so wäre ich nicht darauf gekommen. Die Namen entstammen größtenteils der römischen Geschichte und auch sonst gibt es keine Merkmale, die eine genaue Eingrenzung möglich machen. Ich empfand das als sehr angenehm.
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier um eine Dystopie handelt, oder vielleicht eher um ein großangelegtes Experiment, vielleicht in der Art von "Die Insel des Dr. Moreau". Aufklärung darüber wird sicherlich in den Folgebänden "Die Insel" und "Die Welt" erfolgen.
Ich fand es jedenfalls sehr gut, dass der Leser hier ebenso im Dunkeln gelassen wird, wie es auch Méto ist und man erst nach und nach mit den Jungen gemeinsam einige Geheimnisse aufdeckt. Noch besser hätte ich es allerdings gefunden, wenn alle Bände in einem Buch erschienen wären, statt hier nur so Häppchen von knapp über 200 Seiten zu liefern.
Sehr schön finde ich die Buchausstattung mit der Karte im Buchdeckel und dem schwarzen Seitenschnitt.
Empfehlen kann ich „Méto – Das Haus“ an alle Leser ab ca. 13 Jahren die geheimnisvolle Geschichten mögen und genug Geduld aufbringen auf die Fortsetzungen zu warten.

So habe ich bewertet:



 
Und hier kann man das Buch kaufen: Yves Grevet: Méto - Das Haus

Dienstag, 4. Dezember 2012

Michael Römling: Schattenspieler


Die Alliierten stehen vor den Toren von Berlin, als sich der Krieg im Frühling 1945 dem Ende zuneigt. Dem jüdischen Jungen Leo ist es gelungen sich während der Kriegsjahre zu verstecken, zuletzt in der Wohnung von Wilhelm, einem Kunsthistoriker. Doch während einem der letzten Gefechte verschwindet Wilhelm und Leos Versteck ist nicht mehr sicher. Er flüchtet aus Berlin und gerät in die Hände der Roten Armee. Doch nachdem sich Leo als Jude zu erkennen gibt, nehmen ihn die Soldaten freundlich auf und gemeinsam mit ihnen kann er in die Stadt zurückkehren. Ein neues Zuhause erhält Leo beim gleichaltrigen Friedrich, seiner Schwester Marlene und ihrer Mutter. Aber da ist immer noch die Frage, was aus Wilhelm geworden ist und auch ein paar andere Verbindungen wollen noch gelöst werden ...

"Schattenspieler" von Michael Römling ist ein Buch, das sich mit dem dunklen Kapitel Kunstraub in der Nazi-Zeit beschäftigt. Gerade für jugendliche Leser, die die eigentliche Zielgruppe dieses Buches darstellen, halte ich das für sehr interessant, denn dieses Thema dürfte kaum Beachtung im Geschichtsunterricht finden, wenn denn überhaupt dieses Jahrzehnt Erwähnung findet.
Das es sich hier um ein Kinderbuch handelt merkt man ein wenig daran, dass es doch sehr viel eitel Sonnenschein nach dem Krieg gibt. Leo ist ein jüdischer Junge, aber kaum ist der Krieg vorbei gibt es scheinbar keine Repressionen mehr und jeder beteuert nur noch er "hätte ja nichts gewusst" oder "schon immer geahnt das über die Juden Lügen verbreitet wurden". Aber so sind Leo und Friedrich eben das Sinnbild von Toleranz und Freundschaft über alle Schützengräben hinweg. Die Handlung wird weitestgehend von Zufällen gesteuert, was aber auch Leo und Friedrich mehrfach selber erkennen und aussprechen. Jugendliche Leser wird das wahrscheinlich nicht stören und auch mir hat es nichts vom Lesegenuss genommen. Aber da es mir insgesamt eben doch etwas zu konstruiert wirkte, gibt es einen kleinen Abzug in der B-Note. Ein großes Lob verdient der Verlag für die schöne Buchgestaltung mit Lesebändchen, als Stadtplan bedrucktem Bucheinband und dem durchsichtigen Schutzumschlag.
Empfehlen kann ich "Schattenspieler" an alle Leser die sich für (Nach-)kriegsgeschichte interessieren und generell an Geschichte interessierte Jugendliche ab ca. 13 Jahren.

So habe ich bewertet:



 
Und hier kann man das Buch kaufen: Michael Römling: Schattenspieler

Ursula Poznanski: Die Verratenen


Ich habe "Die Verratenen" von Ursula Poznanski als Hörbuch gehört.
Entscheidend ist hier für mich nicht nur der Inhalt (den ich hier jetzt nicht wiedergeben werde), sondern auch die Umsetzung und wie gut die Stimme des Sprechers passt.
Gelesen wird das Hörbuch von Julia Nachtmann, was ich für eine sehr gute Wahl halte. Die Hauptfigur ist ein 17jähriges Mädchen und aus ihrer Perspektive wird auch erzählt. Die Sprecherin schafft es gut, Rias Empfindungen durch die Stimme zu übertragen und auch Dialoge sehr stimmig wiederzugeben.

Auch inhaltlich kann mich "Die Verratenen" überzeugen. Ich kenne bereits die anderen Bücher der Autorin, wobei ich sie zum Teil gelesen und zum Teil gehört habe. Während die Bücher bisher eher Jugendthriller in unserer Gegenwart waren, legt Ursula Poznanzki hier nun einen Dystopie-Thriller vor und das ist es auch was dieses Buch besonders macht. Die Autorin bleibt ihrer Linie treu und baut eher auf psychologische Spannung als auf Gewalt, bietet aber mit der Verlagerung der Handlung in die Zukunft auch ganz neue Perspektiven. Sicherlich ist die Idee von Kapselstädten und "Primitiven" außerhalb der Städte nicht neu. Ich habe in der letzten Zeit einige Bücher gelesen, die in diese Richtung gingen (z.B. Renegade oder Gebannt), aber keines davon war so spannend wie "Die Verratenen".
Wenn ich mich über jeden Stau freue (ich höre Hörbücher im Auto), dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Autorin hier alles richtig gemacht hat.
Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, so kann ich mir doch gut vorstellen, dass die Handlung fortgesetzt wird und wir noch mehr von Ria und ihrer Welt hören werden. Ich freue mich darauf!
Empfehlen kann ich dieses (Hör)-Buch an alle Leser, die Spaß an einer Mischung aus Jugendthriller und Dystopie haben und sich gerne erneut von der Autorin überraschen lassen möchten.

So habe ich bewertet:



 
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Ursula Poznanski: Die Verratenen

Thomas Thiemeyer: Das verbotene Eden 01 - David und Juna


Dystopien sind die neuen Vampirbücher, daher überschwemmen sie in der letzten Zeit auch geradezu den Buchmarkt. Aber auch ich kann dem Sog nicht wiederstehen und so freue ich mich immer wieder über neue Ideen der Autoren.

Thomas Thiemeyer hat dabei einen sehr interessanten Ansatz geschaffen, der auch für die Fortsetzungen noch viel Potenzial bietet, denn "Das verbotene Eden: David und Juna" ist nur der erste Band einer Trilogie. Ausgangspunkt ist unsere Gegenwart und ein mutierter Grippevirus, der dazu führt, dass die Infizierten eine Abneigung gegen das andere Geschlecht entwickeln. Ein Zusammenleben ist nicht mehr möglich, die Weltbevölkerung wird innerhalb kürzester Zeit stark dezimiert.
Die eigentliche Handlung von "Das verbotene Eden" setzt jedoch erst 65 Jahre später ein.
Die Männer leben in den ehemaligen Städten und nutzen Benzinvorräte und Motoren, die Frauen haben sich neue Ortschaften aufgebaut und leben sehr naturverbunden. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ganz ohne, denn dann würde die Menschheit aussterben. Es ist daher zur Normalität geworden, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu führen, praktisch eine umgekehrte Welt aus unserer Perspektive und durchaus geeignet dem einen oder anderen Leser die Augen zu öffnen.

"David und Juna" erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die einander begegnen, lernen sich zu respektieren und auf sich selber zu hören, statt nur auf das was ihnen erzählt wird. Es ist daher das was man im englischen Sprachraum eine "coming of age" Geschichte nennen würde, eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Thomas Thiemeyers Ideen konnten mich dabei überzeugen, auch wenn ich vieles sehr vorhersehbar fand. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass ich mir gerne noch ein paar zusätzliche Kapitel gewünscht hätte, denn das Ende ist doch ziemlich abrupt.
Als Ortskundige fand ich es besonders interessant, in der alten Stadt in der die Männer leben, Köln wiederzuerkennen. Der Inquisitor wohnt übrigens im Römisch-germanischen Museum. ;-) Hilfreich fand ich hier auch die schöne Karte im Buchdeckel.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie der Autor die Geschichte in "Logan und Gwen" fortsetzt und wer im dritten Band in den Mittelpunkt rückt.
Empfehlen kann ich "Das verbotene Eden: David und Juna" an alle Leser die gerne Dystopien lesen und für die eine angedeutete Liebesgeschichte ausreichend ist.

So habe ich bewertet: 



 
Und hier kann man das Buch kaufen: Thomas Thiemeyer: Das verbotene Eden 01 - David und Juna

Patricia Schröder: Meeresflüstern

Elodie Saller wird nach dem Tod ihres Vaters zu ihrer Großtante Grace auf die Insel Guernsey geschickt. Die Veränderung soll ihr helfen, besser mit ihrer Trauer zurechtzukommen. Schnell findet Elodie Anschluss an die Jugend der Insel, freundet sich mit Ruby und Ashton an und lässt sich von Cyril sogar überreden sich dem Wasser zu nähern, das seit ihrer Kindheit Ängste bei Elodie auslöst. Als jedoch schon kurz nach ihrer Ankunft die verrückte Cecily verkündet, dass Elodie Unglück über die Inseln bringt und dann ein Mädchen tot aufgefunden wird, ist sie sich nicht mehr so sicher, ob ihr Aufenthalt wirklich eine gute Idee ist ...

"Meeresflüstern" von Patricia Schröder hat mich sehr enttäuscht. Ich muss dazu sagen, dass ich es mir gekauft habe, weil ich den zweiten Teil der Reihe bekommen habe und diesen nicht lesen wollte, ohne die gesamte Geschichte zu kennen. Ich habe diese Ausgabe wirklich bereut.
Eigentlich hat "Meeresflüstern" sehr vielversprechend angefangen. Mir hat die Idee der Meeresgeschöpfe und die Verbindung mit den Legenden der Kanalinseln sehr gut gefallen. Elodie war mir sympathisch und ihr Schmerz und ihre Empfindungen wurden realistisch beschrieben. Der Schreibstil von Patricia Schröder wirkte locker und unverkrampft und Elodies Chats und Facebook Einträge mit aufzunehmen fand ich passend. Auch die Nebenfiguren konnten direkt bei mir punkten, insbesondere Ruby, Ashton und Cyril. Zwischen Cyril und Elodie war von Anfang an die Sympathie zu spüren und ich dachte mir, dass aus den beiden ein echtes Traumpaar werden könnte. Und dann ist mit einem Knall plötzlich alles anders. Elodie mutiert zur hirnlosen Zicke, sympathische Nebenfiguren sind plötzlich der Erzfeind und ich war einfach nur entsetzt. Wer die Liebesgeschichte zwischen Bella und Edward (Bis(s)) schon für unrealistisch und überstürzt hielt, der sollte bloß die Finger von "Meeresflüstern" lassen! Ich habe nichts gegen Romantik, oder eine etwas überspitzte Liebesgeschichte, aber da gibt es für mich durchaus Grenzen.
Das Geschmalze und Gesülze von Elodie ist kaum zum Aushalten, der Tod ihres Vaters wird zur Nebensache beim Gedanken eine Nacht ohne ihren Liebsten zu verbringen und mehr Oberflächlichkeit und Abhängigkeit als in dieser Beziehung geht schon gar nicht mehr.
Leider passiert auch inhaltlich nicht mehr sonderlich viel in der zweiten Hälfte des Buches. Wer hier die Auflösung einiger Geheimnisse erwartet, der wird unbefriedigt zurückgelassen. Da ich inzwischen jedoch auch den zweiten Teil "Meeresrauschen" gelesen habe, kann ich damit vertrösten, dass dort deutlich mehr Informationen enthalten sind.
Empfehlen kann ich "Meeresflüstern" nur an absolute Verfechter von "Liebe auf den ersten Blick" Geschichten, denen die Logik drum herum nicht so wichtig ist und die gerne eine fantastische Geschichte rund um das Meer lesen wollen.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Patricia Schröder: Meeresflüstern

Laurence Gonzales: Lucy


Jenny Lowe ist Anthropologin und auf die Erforschung von Bonobos spezialisiert. Als ein Bürgerkrieg im Kongo ausbricht, muss sie ihr Camp überstürzt verlassen und schlägt sich zunächst zur Forschungsstation eines Kollegen durch. Doch die Rebellen waren bereits hier und haben den Forscher Donald Stone, sowie einige Bonobos erschossen. Jenny findet jedoch Donalds 15jährige Tochter Lucy und beschließt mit ihr gemeinsam zu fliehen. Lucy hat keine Familie mehr und so nimmt Jenny sie mit in ihr Elternhaus in den USA. Nun muss Lucy plötzlich das Leben eines amerikanischen Teenagers führen, was gar nicht so einfach ist, wenn man im Dschungel aufgewachsen ist ...

Wer sich vorher über das Buch "Lucy" informiert hat und die Gedankenwelt von Lucy genau verfolgt, für den ist es keine Offenbarung, dass es sich bei Lucy um einen Bonobo-Mensch Hybriden handelt. Ihr Vater ist der Forscher Donald Stone, doch ihre Mutter war Leda, ein Bonobo. Lucy wurde von ihrem Vater sehr gefördert, hat eine umfangreiche Bildung erhalten, aber wurde auch von ihrer Mutter mit dem Leben in einer Bonobo-Gemeinschaft vertraut gemacht. Bonobos sind dabei besonders friedliebende Primaten.
Was zunächst als Roman beginnt, entwickelt sich im weiteren Verlauf immer mehr zum Thriller. Lucy muss nicht nur lernen in der modernen Welt zurechtzukommen, wobei ihr ihre Freundin Amanda sehr hilft, sondern muss auch ihre Abstammung geheim halten.
Der Autor Laurence Gonzales greift dabei das Thema Ethik auf und beschäftigt sich damit, was einen Menschen definiert. Religiöser Wahn, Tierversuche und Forschung um jeden Preis sind es, dem sich Lucy erwehren muss. Wüsste man genau, dass hier alles Fiktion ist, dann wäre mir bedeutend wohler. Aber wer weiß schon, welche Experimente bereits hinter verschlossenen Türen durchgeführt wurden?
Natürlich handelt es sich hier nur um einen Roman und ein Teil der Handlung ist auch typisch amerikanisch, aber dennoch erschienen mir große Abschnitte glaubhaft und regten zum Nachdenken an.
Einen Abzug in der Wertung gibt es von mir dennoch, denn das letzte Viertel wurde mir dann doch etwas zu konstruiert.
Empfehlen kann ich "Lucy" an alle Leser, die sich gerne mit den Themen Ethik, Moral und Wissenschaft auseinandersetzen.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Laurence Gonzales: Lucy

Montag, 3. Dezember 2012

Benjamin Stein: Replay


Ich glaube ich habe noch nie für ein so dünnes Buch so lange gebraucht bis ich es endlich gelesen hatte.
"Replay" von Benjamin Stein hat mir einiges abverlangt, aber ich hatte auch den Ehrgeiz es vollständig zu lesen um mir ein abschließendes Urteil zu bilden.
Erwartet hatte ich eine Mischung aus Dystopie und Kafkas „Die Verwandlung“. Nicht erwartet hatte ich die wahnsinnig vielen Sex- und Fesselspielchen. Erotik sieht für mich persönlich anders aus, aber das ist sicherlich Geschmackssache.
"Replay" nimmt sehr viel Bezug auf das aktuelle (zum Entstehungszeitpunkt) Zeitgeschehen, so zum Beispiel Social Networks und Assange.
Dieses Buch hat unglaubliches Potenzial, doch der Schreibstil des Autors sprach mich leider überhaupt nicht an. Einige Ideen und Zukunftsvisionen fand ich sehr interessant, andere jedoch eher abschrecken. "Replay" regt daher durchaus zum Nachdenken an. Doch insgesamt gesehen, kann ich hier einfach kein positives Gesamturteil fällen, da ich mich so mit dem Buch gequält habe.
Für Liebhaber zeitgenössischer Literatur, die vielleicht auch schon andere Bücher des Autors gelesen haben und mochten, kann ich eine Empfehlung aussprechen. Wer bisher eher Dystopien in komplexer Romanform mochte, dem rate ich ab. 


So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen: Benjamin Stein: Replay

Lynn Raven: Blutbraut


Lucinda Moreira wurde von klein auf beigebracht, dass sie sich vor Vampiren in Acht nehmen muss. Denn sie ist eine „Blutbraut“ und damit der Wesentliche Bestandteil damit der mächtige Vampir Joaquin de Alvaro nicht zum Nosferatu wird. Doch von ihrer Tante weiß Lucinda, wie schmerzhaft und schrecklich dieses Schicksal ist und dass ihr nur der Weg in den Untergrund und die Flucht bleibt. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, als sie den attraktiven Cris kennenlernt. Aber ist er wirklich der, der er vorgibt zu sein?

"Blutbraut" war nicht ganz das, was ich erwartet habe. Ich habe auch fast alle anderen Bücher von Lynn Raven gelesen und würde "Blutbraut" ungefähr auf eine Stufe mit den späteren Dämon-Büchern stellen.
Besonders schwach fand ich hier die Hauptfigur Lucinda Moreira, genannt Luz. Sie ist von ihrer Art her etwa vergleichbar mit Bella aus der Twilight Reihe, also ein eher naives Mädchen, das ständig gerettet werden muss und auf dumme Ideen kommt. Natürlich ist sie unglaublich schön und wird von einem Vampir vergöttert. Bei Twilight sorgen viele andere Dinge dafür, dass ich die Reihe trotzdem sehr mochte, aber das hat Lynn Raven hier leider nicht geschafft. Auch die anderen Figuren waren für mich nicht wirklich sympathisch und die "Beziehungen" hier können auch nicht als romantisch bezeichnet werden.
Die Vampire in "Blutbraut" sind ein wenig anders als gewohnt. Eigentlich sind es Magier, die nur durch einen Fluch zu Vampiren wurden und die auch erst in späteren Lebensjahren blutdurstig werden.
Wirklich interessant fand ich nur die Episoden, in denen Lucinda ihre Vergangenheit erforscht und langsam einiges zu begreifen beginnt.
Insgesamt gesehen fand ich das Buch zu dick, obwohl ich eigentlich dicke Bücher sehr mag. Aber hier hätten 200 Seiten weniger (das Buch hat über 700 Seiten) auch gereicht und der Spannungsbogen wäre dadurch etwas stabiler verlaufen.
Empfehlen kann ich das Buch an alle, die noch eine weitere Vampirgeschichte lesen wollen.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen:  Lynn Raven: Blutbraut

Cat Patrick: Die fünf Leben der Daisy West


Auf den ersten Blick erscheint Daisy West wie jedes andere 15jährige Mädchen. Doch sie hat ein Geheimnis: Dies ist bereits ihr fünftes Leben, denn sie starb viermal und konnte mit dem geheimen Medikament Revive ins Leben zurückgeholt werden. Das Medikament befindet sich in einer Versuchsreihe der Regierung und so muss Daisy jedes Mal mit ihren Betreuern umziehen, wenn ihr wieder einmal das Leben gerettet wurde. An ihrer neuen Schule findet sie schnell eine Freundin und deren Bruder Matt ist besonders attraktiv. Jetzt hat Daisy ein neues Ziel: sie möchte nicht wieder sterben.

Die Autorin Cat Patrick hat mich bereits mit ihrem Buch "Forgotten" begeistert. Jedem Leser, dem "Die fünf Leben der Daisy West" gefallen hat, kann ich es nur empfehlen! "Forgotten" hat mich fasziniert. "Die fünf Leben der Daisy West" erschien mir auf den ersten Blick ähnlich zauberhaft, mehr noch als das erste Buch der Autorin entwickelt es sich jedoch mit fortlaufender Handlung zum echten Thriller. Dabei spielen jedoch blutige Details oder Serienmörder keine Rolle, sondern nur spannende Geheimnisse. Dieses Buch ist daher auch für Jugendliche problemlos geeignet, was auch durch die Wahl eines Jugendbuchverlags deutlich wird.
Besonders gelungen sind der Autorin hier die Nebenfiguren. Megan und Audrey haben mir sehr gut gefallen und auch die Hauptfiguren können überzeugen. Daisy ist nicht so eine starke Heldin wie London in "Forgotten", aber ebenfalls sehr sympathisch und für junge Leser zur Identifikation geeignet. Ebenso wie Daisy weiß der Leser am Anfang nicht viel über die Hintergründe des Testprogramms und Daisys eigene Vergangenheit. Doch es ist sehr fesselnd mit ihr gemeinsam die Geheimnisse aufzudecken. Besonders gut ist hier das Thema Freundschaft umgesetzt und wird in den unterschiedlichsten Formen dargestellt. Natürlich spielt auch das Thema Leben und Tod eine große Rolle, was auch zu einigen sehr traurigen Episoden beiträgt, die jedoch auch zum Nachdenken anregen. Mein einziger Kritikpunkt ist hier, dass das Buch doch sehr "schwarz/weiß" ist. Es gibt nur sehr wenige Grautöne, die Bösen sind richtig böse und manches ist auch recht offensichtlich.
Besonders schön ist hier die Idee des Boje Verlags mit den Aufklebern zu Daisys vergangenen Leben auf der Titelseite. Leider kleben sie aber nicht mehr sonderlich gut, wenn man sie erst mal abgelöst hat. Nicht so toll finde ich den deutschen Buchtitel. Er ist zu lang und auch nicht wirklich treffend. Besser hätte ich es da gefunden, wenn der Originaltitel "Revived" beibehalten worden wäre, wie es auch beim ersten Buch von Cat Patrick gemacht wurde.
Empfehlen kann ich "Die fünf Leben der Daisy West" an alle Jugendlichen ab ca. 14 Jahren, die etwas Interesse an Übersinnlichem und dem Thema Leben und Tod mitbringen und an alle Erwachsenen, die Jugendbücher lieben.

So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen:  Cat Patrick: Die fünf Leben der Daisy West

Neal Shusterman: Vollendet


Erst mal vorweg:
Womit ich bei diesem Buch ein echtes Problem habe, ist die Altersempfehlung "14-17 Jahre". Nun, wir wissen ja, dass ein Buch sobald es irgendwelche sexuellen Anspielungen enthält, in den USA eine Freigabe ab 18 Jahre erhält. Mit Gewalt nehmen sie es da jedoch nicht so genau und der deutsche Verlag hat anscheinend die Altersempfehlung übernommen. Ich persönlich würde das Buch jedenfalls keiner 14-jährigen in die Hand drücken, ohne nicht zumindest über den Inhalt genauer zu sprechen. Hier wird die Vollendung aus Sicht der Person beschrieben, die vollendet wird und das ist keine leichte Kost. Empfehlen kann ich "Vollendet" eher für Leser ab 16 Jahren.


In den USA haben die Differenzen zwischen Abtreibungsgegnern und Abtreibungsbefürwortern zum zweiten Bürgerkrieg geführt. Keine Seite konnte zum Gewinner erklärt werden, stattdessen wurde eine Einigung in Form der "Charta des Lebens" erzielt. Diese Charta sieht vor, dass das Leben ab dem Moment der Empfängnis geschützt ist. Eltern können jedoch ihr Kind nachträglich im Alter von 13 – 18 Jahren "abtreiben", indem der Körper des Kindes zu 100 % weiterverwendet wird und das Leben auf diese Art und Weise "vollendet" wird. Diese Praxis ist in der Gesellschaft stark verbreitet und akzeptiert. Connor ist ein solcher Jugendlicher, der als störend gilt und daher von seinen Eltern für die Vollendung vorgesehen ist. Risa ist ein Mündel des Staates und soll als Sparmaßnahme vollendet werden und Lev ist nach seiner Religion als "Zehntopfer" zur Vollendung vorgesehen. Doch sie fügen sich nicht wehrlos in ihr Schicksal, denn für sie bedeutet die Vollendung der Tod ...

Inhaltlich hat mich "Vollendet" von Neal Shusterman an "Alles was wir geben mussten" (Orig: "Never let me go") von Kazuo Ishiguro erinnert. Auch hier "vollenden" Kinder ihr Leben als Organspender.
Neal Shusterman wirft eine Reihe von moralischen und ethischen Fragen auf. In Deutschland wird das Thema Abtreibung nicht so kontrovers diskutiert und teilweise mit Gewalt durchgesetzt, wie dies in den USA üblich ist. Die grundsätzliche Streitfrage, die zur "Charta des Lebens" geführt hat, ist daher für deutsche Jugendliche nicht direkt verständlich. Shusterman regt jedoch dazu an sich über dieses Thema mehr Gedanken zu machen und weitet dies direkt auf die Bereiche Organspende, Adoption, Religion, Politik und Gesundheitsversorgung aus.
Fesselnd ist dabei die Erzählperspektive, die ständig wechselt und so Einblicke in die Leben von Connor, Risa und Lev bietet. Die Figuren wirken sehr realistisch und facettenreich. Geschrieben ist "Vollendet" nicht in der Ich-Perspektive, aber trotzdem ist es sehr gut möglich mit den Kindern mit zu fiebern. Abgesehen von den Grundsatzthemen handelt es sich hier eher um ein klassisches Road-Movie. Drei Jugendliche, die versuchen die Zeit bis zu ihrem 18. Geburtstag zu überleben und dabei Gleichgesinnten begegnen. Empfehlen kann ich "Vollendet" daher sowohl als Sozialstudie, als auch als Abenteuerroman. Man sollte jedoch vorher wissen, dass man hier mit dem Thema Tod und insbesondere Eltern die ihre Kinder töten, konfrontiert wird. Dieses Buch ist daher für junge oder empfindsame Leser nicht geeignet.
In den USA erscheint im August 2012 mit "Unwholly" die Fortsetzung zu "Unwind". Das erste Buch ist jedoch in sich abgeschlossen.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Neal Shusterman: Vollendet

Joss Stirling: Finding Sky


Sky Bright ist 16 Jahre alt, als sie mit ihren Eltern von England in die USA zieht. An ihrer neuen Schule findet sie sich schnell zurecht, doch besonders interessiert sie der geheimnisvolle Zed Benedikt. Er gilt als Rebell und jeder rät Sky sich von ihm fern zu halten. Aber auch Zed fühlt sich zu Sky hingezogen und bald ist klar, dass sie etwas ganz besonderes verbindet. Kann Zed Sky auch dabei helfen, mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden, an die sie keine Erinnerung hat?

"Finding Sky" ist der Auftakt einer Reihe von Büchern die den Söhnen der Familie Benedikt gewidmet sind. Jeder der Brüder ist auf der Suche nach seiner Seelengefährtin. Dieses erste Buch von Autorin Joss Stirling zeigt den jüngsten Sohn Zed und seine Suche nach Sky. Die Figuren sind ziemlich klischeehaft gezeichnet. Zed ist der typische "Badboy". Ein gut aussehender Rebell, der Motorrad fährt und vor dem jedes anständige Mädchen gewarnt wird. Aber natürlich ist das nur rein äußerlich und in Wahrheit ist er ein ganz lieber Junge. Sky ist dagegen das hilfsbedürftige neue Mädchen im Ort. Mit dem alle gerne befreundet sein wollen, deren britischen Akzent alle ganz toll finden und das man einfach nur gern haben kann. Zum Glück gibt es außer den beiden noch einige interessante Nebenfiguren und natürlich noch Zeds sechs ältere Brüder, die ihre großen Auftritte noch in den Nachfolgebänden bekommen werden.
Insgesamt gesehen hat mich "Finding Sky" zwar nicht gefesselt, aber sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist nicht ganz neu, hat aber genug Facetten um interessant zu sein. Die sieben Brüder bieten viel Potenzial für Schwärmereien und somit hat das Buch fast alles um Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren glücklich zu machen.
Der Nachfolgeband erscheint unter dem Titel "Saving Phoenix" am 01. November 2012.

So habe ich bewertet:



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Ivo Pala: Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards


Svenya lebt auf der Straße, seit sie vor dem Leiter eines Kinderheims geflohen ist, der die Mädchen gerne für seine besondere Zwecke zu sich rief. Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser und wartet darauf, dass sie endlich volljährig wird.
Doch in der Nacht zu ihrem 17. Geburtstag wird alles anders. Wolfsmenschen verfolgen Svenya und merkwürdige Männer kämpfen um sie. Nach einer rasanten Verfolgungsjagd erwacht sie schließlich in einem unterirdischen Palast. Hier erfährt sie von ihrer wahren Bestimmung: Sie ist Sven’Ya Schwanentochter, eine Elbenprinzessin und dazu bestimmt die Hüterin Midgards zu werden und die Menschen vor den Dunkelelben zu schützen. Doch bis gestern war sie doch noch ein einfaches kleines Menschenmädchen ...


"Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards" hat mich sehr positiv überrascht. Ich hatte bereits eine Leseprobe zu diesem Buch gelesen, die damit begann, dass mit Maschinengewehren bewaffnete Elben einen Angriff an einem Tor abwehren wollten. Das hatte mich ehrlich gesagt ziemlich verschreckt, da ich nun ein Buch voller Schlachten und Kampfgetümmel erwartet hatte. Nachdem ich aber doch eher Positives über dieses Buch gehört hatte, wollte ich mich auf einen Versuch einlassen. Ich habe es nicht bereut. Der Autor Ivo Palo hat sich hier eine ganz besondere Geschichte ausgedacht, die von einem schönen Bucheinband und einer im Buchdeckel befindlichen Karte noch hervorgehoben wird.
Die Figur der Svenya, die der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, fand ich sehr glaubhaft und sympathisch. Natürlich ist sie so etwas Ähnliches wie eine Superheldin und hat keine körperlichen Schwächen, doch auch ihr Charakter und ihre innere Überzeugung konnte mich für sich einnehmen. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, jedoch zu Anfang absichtlich etwas undeutlich, um dem weiteren Ablauf der Geschichte noch nicht zu viel vorweg zu nehmen. Dies revidiert sich jedoch später. Natürlich gibt es hier auch Kampfszenen, diese haben jedoch eher etwas von einem spannenden Actionfilm, als von Krieg.
Insgesamt gesehen habe ich wenig Kritikpunkte an "Die Hüterin Midgards". Einiges war mir zu übertrieben und auch etwas weniger Wendungen hätten es für eine spannende Geschichte getan. Doch empfehlen kann ich dieses Buch auf jeden Fall an alle an Fantasy interessierten Leser ab ca. 14-15 Jahren.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Ivo Pala: Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards

Lissa Price: Starters


Kriege haben die Welt erschüttert, als Waffe wurden tödliche Sporen eingesetzt. Zwar gab es einen Impfstoff, doch dieser wurde zunächst nur Senioren und Kindern und Jugendlichen verabreicht. Nun sind nur noch diese übrig und die Senioren, genannt Enders, haben die Herrschaft in allen Bereichen an sich gerissen. Allen Minderjährigen, Starters genannt, ist es verboten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und wenn sie keine Verwandten mehr haben ist es ihnen nur erlaubt in Heimen zu leben. Eine dieser Jugendlichen ist die 16jährige Callie. Sie schlägt sich mit ihrem kleinen Bruder und einem Freund auf der Straße durch. Doch als ihr Bruder krank wird und dringend ein Zuhause benötigt entschließt sich Callie ein dubioses Angebot anzunehmen: sie vermietet ihren Körper auf Zeit an Enders die wieder jung sein wollen.

Mit dem Thema Alt gegen Jung trifft Lissa Price hier einen sehr empfindlichen Nerv. Viel wird über sogenannte Generationenverträge diskutiert, die Jungen sollen für die Alten sorgen, so ist es traditionell üblich. Doch in "Starters" ermöglicht es die Medizin den Alten ein langes Leben zu führen, was zur Folge hat das lukrative Jobs und alles andere Begehrte auch dieser Generation vorbehalten ist. Es wird abgelehnt sich um Jugendliche zu kümmern, die nicht zur eigenen Familie gehören, Ethik und Moral spielen keine Rolle, sofern es den eigenen Komfort gewährleistet.
Insgesamt gesehen habe ich "Starters" sehr gerne gelesen, ebenso wie die Kurzgeschichte "Porträt eines Starters". Mit dem Aufbau der dystopischen Welt in der Callie lebt hat Autorin Lissa Price einen guten Grundstein gelegt, der mir diese Reihe sehr schmackhaft gemacht hat und sicherlich auch den nächsten Band lesen lässt. Es gab jedoch auch einiges was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. So hat sich die Regierung überhaupt nicht um das Schicksal der Kinder und Jugendliche ohne Familie gekümmert, die Enders werden unverhältnismäßig alt obwohl das Buch gar nicht so weit in der Zukunft spielt, und es ist nicht bekannt, was denn nun außerhalb von Amerika geschehen ist, denn der Krieg und die Sporen werden sicherlich nicht überall zu so einer überspitzten Gesellschaft geführt haben.
Ab der Hälfte des Buchs habe ich das Setting der Dystopie nicht mehr so wahrgenommen und es wirkte eher wie ein Thriller auf mich. Ob das nun so gewollt ist kann ich nicht sagen. "Starters" ist dadurch nicht schlecht, nur eben nicht ganz das was ich erwartet habe.
Gut gefallen haben mir auf jeden Fall die Figuren und ihr Zusammenspiel, wobei ich das Ende wieder leicht enttäuschend fand. Ich werde der Autorin jedoch mit dem Nachfolgeband "Enders" (erscheint im Dezember 2012 auf Englisch) die Chance geben diese Lücke noch zu füllen.
Empfehlen kann ich dieses Buch allen am Genre interessierten Lesern ab ca. 13 Jahren.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Lissa Price: Starters

Veronica Rossi: Gebannt - Unter fremdem Himmel


Es ist gefährlich sich außerhalb der Pods genannten abgeschotteten Städte aufzuhalten, das wurde Aria von klein auf beigebracht. Ihre Heimatstadt Reverie ist komplett von der Außenwelt getrennt und die Menschen verbringen den größten Teil des Tages in den Realms, den virtuellen Welten. Hier kann man alles erleben was man sich wünscht und seine Freunde treffen, ein anderes Leben ist für Aria unvorstellbar.
Perry lebt dagegen außerhalb der Pods, lebt ein sehr naturverbundenes Leben ohne Technik und verfügt über einen ausgeprägten Geruchssinn der selbst in der Lage ist Emotionen wahrzunehmen, was ihn in seinem Stamm zu etwas besonderem macht.
Doch als Aria in die Wildnis verbannt wird und Perry sie findet, mischen sich auch ihre Welten und nur gemeinsam wird es ihnen gelingen ihr Ziel zu erreichen.

"Gebannt" war für mich eine nette Unterhaltung, aber leider kein überragendes Lesevergnügen. Sehr angenehm empfand ich den Erzählstil, der einmal nicht aus der Ich-Perspektive ist, sondern in der dritten Person. Abwechselnd rücken Aria und Perry in den Vordergrund und so erfährt der Leser nicht nur von den Ereignissen, sondern auch was sie voneinander denken.
Die Liebesgeschichte wird sehr glaubhaft aufgebaut und als Leser konnte ich die wachsenden Gefühle von Aria und Perry gut nachvollziehen.
Gut entwickelt fand ich die Nebenfiguren, die bei mir für einige Erheiterung gesorgt haben und mir sympathisch waren. Aria war mir nicht immer sympathisch, da ihr Verhalten doch auch einige Male als sehr unüberlegt und naiv auffällt. Perry kann ich noch nicht so ganz einstufen, jedoch ist er mir schon aufgrund seiner faszinierenden Fähigkeit sympathisch. Ich kann mir daher gut vorstellen, auch noch weitere Bücher mit diesen Figuren zu lesen.
Jedoch hat "Gebannt" für mich auch einige Mängel.
Mir ist die Grundkonstruktion einer Dystopie sehr wichtig. Ich möchte wissen wie sich die Welt zu dem entwickelt hat was wir hier vorfinden, wie die Gesellschaftsstruktur funktioniert und warum manche Technik erhalten oder weiterentwickelt ist und andere nicht etc. Diese Hintergrundinformationen fehlen jedoch in "Gebannt". Vielleicht wird Veronica Rossi im nächsten Band ihrer geplanten Trilogie noch auf die Strukturen ihrer Welt eingehen, doch dies gehört für mich schon in den Einführungsband. So konnte ich leider vieles nicht nachvollziehen und auch wenn ich z.B. die Entwicklung von Fähigkeiten bei den Stämmen außerhalb der Städte sehr faszinierend finde, verstehe ich doch nicht, warum es überhaupt die sehr strikte Trennung zwischen schon fast steinzeitlichem Leben außerhalb der Pods und dem technik- und virtuell-orientierten Leben innerhalb der Pods gibt.
Auch die Sache mit den Äther-Stürmen wurde mir nicht ausreichend erklärt. Sie kommen ständig vor, jeder spricht von ihnen, aber ich habe keine Ahnung was es denn eigentlich damit auf sich hat.
Unabhängig davon bietet Veronica Rossis Erstlingswerk jedoch einige unterhaltsame Lesestunden und wem die Hintergründe einer dystopischen Welt nicht wichtig sind, der wird sich sicherlich bestens unterhalten fühlen.
Empfehlen kann ich "Gebannt" daher uneingeschränkt für alle an derartigen Büchern interessierten Lesern ab ca. 14 Jahren.

So habe ich bewertet:








Und hier kann man das Buch kaufen: Veronica Rossi: Gebannt - Unter fremdem Himmel

Ursula Poznanski: Saeculum


"Saeculum" ist der Name einer mittelalterlichen Rollenspielgruppe, die sich jedes Jahr an Pfingsten zu einer fünftägigen Convention trifft. Bastian hat eigentlich mit dem Mittelalter und Rollenspielen nichts zu tun, viel lieber konzentriert er sich auf sein Medizinstudium. Doch Sandra ist Mitglied der Gruppe und für Sandra interessiert sich Bastian schon. Um sie besser kennen zu lernen, schließt sich Bastian der Gruppe an Pfingsten an und lässt alle Errungenschaften der Moderne hinter sich. Nur mit Sachen ausgestattet die es auch im Mittelalter schon gab, muss die Gruppe im Wald überleben, Aufgaben lösen und ihre Rolle wahrnehmen. Doch der Veranstaltungsort ist einigen nicht ganz geheuer. Ein Fluch soll über dem Land liegen und die Sage von zwei Brüdern sagt Unheil voraus. Als es zu den ersten merkwürdigen Vorkommnissen kommt, glauben immer mehr an ein böses Omen ...

Für die Handlung alleine hätte ich vier Sterne vergeben, doch leider muss ich beim Hörbuch einen Stern abziehen.
Gelesen wird es von Aleksandar Radenkovic, den ich bisher noch nicht als Sprecher von Hörbüchern kannte. Zu Anfang hatte ich auch noch den Eindruck, dass er sehr gut liest. Er hat sich bemüht den Figuren auch über die Stimme einen Charakter zu geben, irgendwann hat mich das jedoch nur noch genervt. Im Versuch möglichst alle Stimmen unterschiedlich darzustellen hörten sich einige doch eher nach Trollen, Kobolden oder ähnlichem an und nicht mehr wirklich menschlich. Einen nicht so netten oder merkwürdigen Menschen so ganz dem Klischee entsprechend zu sprechen, dass ich nicht nur eine Abneigung gegen die Figur, sondern wirklich auch gegen die Stimme entwickle, kann nicht Sinn des Ganzen sein. Für mich war das daher einfach übertrieben und zu viel. Die normalen Erzählteile waren dagegen weiterhin sehr angenehm zu hören.
Inhaltlich konnte mich Ursula Poznanski mal wieder überzeugen. Ich kenne auch bereits "Erebos" und "Fünf" der Autorin. "Saeculum" gilt als Jugendbuch, da es sich um einen Thriller handelt in dem nicht so viel physische Gewalt vorkommt. Aber natürlich können sich auch erwachsene Leser hervorragend in die Geschichte einfinden. Die Protagonisten sind zum größten Teil junge Erwachsene und einem Thriller der mehr auf Spannung und Geheimnissen, als auf Blutvergießen aufbaut, kann ich sowieso mehr abgewinnen.
Ethik und Moral, was ist richtig oder falsch, wer lügt oder sagt die Wahrheit, das sind die Themen mit denen sich Ursula Poznanski hier auseinandersetzt. Und wie auch schon in ihren anderen Büchern gelingt es ihr prima, den Leser auch selber zum Nachdenken zu bringen.
Es gibt einige kleine logische Lücken und so ganz glaubwürdig fand ich es zum Ende hin dann auch nicht. Aber ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann "Saeculum" an alle Leser empfehlen, die gerne Thriller mit psychologischem Aspekt lesen.

So habe ich bewertet:








Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Ursula Poznanski: Saeculum

Maxime Chattam: Alterrra - Die Gemeinschaft der Drei


Ein Sturm fegt über New York hinweg und geheimnisvolle blaue Blitze dringen in die Gebäude ein. Die Freunde Matt und Tobias müssen erleben, wie ihre Familien verschwinden und die Stadt verlassen zurückbleibt. Doch nicht alle Menschen sind weg. Einige Erwachsene haben sich in Mutanten verwandelt, andere haben vergessen was Gut und Böse ist und einige Kinder und Jugendliche haben den Sturm unverändert überstanden. Auf ihnen lastet nun das Überleben der Menschheit und nur der Zusammenschluss macht sie stark ...

"Alterra - Die Gemeinschaft der Drei" erzählt von einer Welt, in der die Kinder nach einer Katastrophe auf sich alleine gestellt sind. Es ist irgendwie eine Mischung aus "Herr der Fliegen" und "The Tribe". Im Mittelpunkt des Geschehens stehen zunächst Matt und Tobias, wobei sich das im Verlauf des Buchs mehr zu Matt und Ambre verschiebt. Matt ist hier der strahlende Held, der sich zu Anfang selber für gewöhnlich hält, aber natürlich immer mehr über sich hinaus wächst. Tobias dagegen ist der "Assistent" und dient wohl eher dazu den Hauptcharakter zu unterstützen. Ambre ist dann wieder eine strahlende Heroine, die in allen Bereichen überzeugen kann. Wie man sieht sind die Charaktere ziemlich stereotyp und klischeehaft dargestellt. Allerdings handelt es sich hier auch um ein Buch für Kinder und Jugendliche, so dass neben einigen Seitenzahlen wohl auch ausführliche Beschreibungen und differenzierte Charakterisierungen eingespart wurden.
Unabhängig davon ist "Alterra - Die Gemeinschaft der Drei" aber sehr unterhaltsam und spiegelt eine mögliche Zukunft wieder. Es kann daher auch unter die zurzeit sehr beliebten Dystopien einsortiert werden. Bemerkenswert ist der Ideenreichtum mit dem Autor Maxime Chattam hier seine neue Buchreihe erschaffen hat. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Folgebände viele spannende Episoden bieten werden. Die Fortsetzungen heißen "Im Reich der Königin" und "Der Krieg der Kinder". In französischer Sprache ist bereits ein vierter Band erschienen, obwohl es sich hier eigentlich um eine Trilogie handeln sollte.
Empfehlen kann ich die Alterra Reihe insbesondere an Jungen und Mädchen im Alter von ca. 12 – 15 Jahren. Aber auch ältere Leser die Interesse an Literatur für junge Leser haben, werden sich hier unterhalten fühlen.

So habe ich bewertet: 




Und hier kann man das Buch kaufen: Maxime Chattam: Alterrra - Die Gemeinschaft der Drei

Karin Slaughter: Tote Augen


Sara Linton arbeitet nach dem Tod ihres Mannes in der Notaufnahme eines Krankenhauses in Atlanta, als eine schwer traumatisierte junge Frau eingeliefert wird. Sie wurde nicht nur von einem Auto angefahren, sondern augenscheinlich vorher schwer misshandelt und gefangen gehalten. Die GBI Mitarbeiter Will Trent und Faith Mitchell befinden sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls zufällig in der Klinik, so dass sie erste Ermittlungen anstellen können. Schnell steht fest: hier ist kein Einzeltäter am Werk.

Ich habe Karin Slaughters Reihe rund um die Ärztin Sara Linton und ihren Mann Chief Jeffrey Tolliver immer sehr gerne gelesen und habe mich nach einigen Enttäuschungen mit anderen Büchern der Autorin auch auf diese beschränkt.
"Tote Augen" ist nun einerseits der Nachfolger von "Zerstört" (die Reihe Linton/Tolliver), aber andererseits auch von "Entsetzen" (die Ermittler Trent/Mitchell), ein Buch das ich nicht gelesen habe.
Wer also eins dieser beiden Bücher kennt, kann als Fortsetzung hier bedenkenlos zugreifen. Wer jedoch bisher noch kein Buch von Karin Slaughter gelesen hat, für den ist ebenfalls ein Quereistieg möglich, da die Autorin viele Ereignisse der vorherigen Bücher erklärt, auch wenn dann natürlich die Figuren und ihre Beweggründe noch nicht so vertraut sind.
Zum Glück ist die Autorin in diesem Buch wieder in eine chronologische Erzählweise zurückgekehrt, die Erzählperspektive wechselt jedoch zwischen den Figuren.
Ich fand die Geschichte sehr fesselnd und auch irgendwie "anders". Auf jeden Fall hatte ich nicht das Gefühl ähnliches schon einmal gelesen zu haben. Einen Verdacht wer hier der Täter ist hatte ich schon recht früh, jedoch war mir die Verbindung der Personen nicht direkt klar, so dass hier immer noch eine Überraschung auf mich wartete. Wie in den meisten Büchern von Karin Slaughter ist auch dieses mit ziemlich vielen Gewaltszenen gespickt, darauf sollte der Leser also vorbereitet sein. Dies war für meinen Geschmack auch ein wenig viel, wobei ich diesmal auch insbesondere viel psychische Gewalt gesehen habe.
Wer Thriller mag, der sollte "Tote Augen" lesen, insbesondere wenn schon andere Bücher der Autorin gefallen haben.

So habe ich bewertet:






Und hier kann man das Buch kaufen: Karin Slaughter: Tote Augen

Corrine Jackson: Touched - Der Preis der Unsterblichkeit


Remy hat kein einfaches Leben. Seit ihre Mutter vor einigen Jahren den gewalttätigen Dean geheiratet hat, verprügelt er sie beide regelmäßig. Doch Remy hat ein Geheimnis das ihnen hilft zu überleben. Sie hat Heilkräfte und kann anderen Menschen ihre Wunden und Schmerzen nehmen. Ohne Nebenwirkungen geht das nicht einher, die Verletzungen übertragen sich auf Remy, die dann versuchen kann sich selber zu heilen. Als Dean sie eines Tages fast umbringt, erfährt auch Remys leiblicher Vater Ben was los ist. Er kommt nach New York und beschließt Remy mitzunehmen nach Maine, wo er mit seiner Frau und zweiten Tochter lebt. Anfangs ist Remy mehr als misstrauisch was ihr neues Leben betrifft, doch Familie, Freunde und ein süßer Junge können vieles verändern ...

Vermarktet wird "Touched - Der Preis der Unsterblichkeit" als reines Fantasybuch für Jugendliche. Doch meiner Meinung nach ist es sehr viel mehr. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Remy, ein 17-jähriges Mädchen, das nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mutter früh Verantwortung übernehmen musste. Gewalt in der Familie ist ein Thema, das oft verschwiegen wird. Remy muss jedoch lernen, dass ihr erst geholfen werden kann, wenn sie bereit ist sich zu öffnen und auch den Schmerz zuzulassen. Es ist paradox, dass ausgerechnet ein Mädchen das so viel Schmerz erleben muss, in der Lage ist zu heilen. Doch das ist es auch, was den Zauber von "Touched" ausmacht. Die magischen Elemente sind dabei gut integriert und dominieren die Geschichte nicht zu sehr. Die Figuren wirken auf mich sehr sympathisch, wenn auch ein wenig stereotyp. Asher wird natürlich als unglaublich gut aussehend beschrieben und Remy fragt sich was er denn nur an ihr findet. Kommt das jemandem bekannt vor? Im Vergleich zu den Nebenfiguren fand ich Asher daher auch ein wenig schwach.
Der Schreibstil von Corrine Jackson (oder auch ihrer Übersetzerin Heidi Lichtblau) lässt sich sehr gut lesen. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet. Sehr befriedigend fand ich hier, dass es zwar gut eine Fortsetzung geben könnte, das Ende des Buchs aber nicht danach schreit. Es gibt für einen Leser fast nichts schlimmeres, als jahrelang warten zu müssen, wie es nun weiter geht. Ein wenig erstaunt hat mich, dass dieses Buch noch gar nicht auf Englisch erschienen ist. Anscheinend wird in den USA zunächst ein anderes Buch der Autorin erscheinen (keine Fantasy) und "Touched" erst Ende 2012.
Etwas unpassend, wenn auch sehr schön, finde ich das deutsche Cover. Es spiegelt zu sehr eine heile Fantasywelt wieder, die es nun mal in Remys gewaltbestimmten Leben nicht gibt.
Empfehlen kann ich "Touched" insbesondere an jugendliche Leser ab ca. 14 Jahren, aber auch deutlich ältere werden hier noch ihre Freude haben.
Die Autorin hat einen eigenen Blog, in dem sie über ihre Schreibtätigkeit auf dem Laufenden hält. Durch einen Kontakt zur Autorin habe ich erfahren, dass der zweite Teil auf Deutsch wahrscheinlich noch in 2012 erscheinen wird. Der abschließende Teil drei folgt dann im Jahr 2013.

So habe ich bewertet:








Und hier kann man das Buch kaufen: Corrine Jackson: Touched - Der Preis der Unsterblichkeit

Jo Nesbø: Die Larve


Ein neuer Fall für Harry Hole.
Eigentlich hatte Harry sich aus seinem Ermittlerleben zurückgezogen und nicht geplant in der nächsten Zeit nach Norwegen zurückzukehren. Doch als er erfährt, dass sein Ziehsohn Oleg wegen Mordverdacht im Gefängnis sitzt, will er die Beweise vor Ort entkräften. Parallel taucht eine neue Droge in Oslo auf, deren Suchtpotenzial gefährlich ist. Gibt es hier einen Zusammenhang zum Mordfall?

"Die Larve" ist bereits der neunte Band der Reihe rund um Harry Hole. Leider konnte mich Autor Jo Nesbø hier nicht so überzeugen wie noch in den Büchern zuvor. Mit über 500 Seiten widmet sich der Autor hier dem Drogenmarkt in Oslo, einem Mordopfer, einem Jungen unter Mordverdacht und natürlich Harry selbst. Meiner Meinung nach wäre es jedoch gut gewesen hier ein wenig zu straffen und dem Buch so ein wenig von seiner Langatmigkeit zu nehmen. Ich habe jedenfalls recht lange gebraucht um wirklich "rein“ zu kommen in die Geschichte. Sehr interessant ist hier jedoch der Perspektivenwechsel, den der Autor immer wieder einfließen lässt. Auf diese Art und Weise werden die Erinnerungen eines Sterbenden wiedergegeben und sogar eine Ratte kommt zu Wort. Schlecht gewählt ist hier mal wieder der deutsche Titel, der keinen Zusammenhang zum Inhalt erkennen lässt. Insgesamt gesehen kann ich nur hoffen, dass es einen weiteren Band geben wird und dieser wieder an die alten Erfolge anknüpft. Empfehlenswert ist "Die Larve" natürlich für alle, die gerne wissen möchten wie es rund um Harry Hole weiter geht. 

So habe ich bewertet:






Und hier kann man das Buch kaufen: Jo Nesbø: Die Larve

Ursula Poznanski: Fünf


Auf einer Kuhweide in der Nähe von Salzburg wird die Leiche einer Frau gefunden. Ein Unfall kann ausgeschlossen werden, und die Identität der Toten steht schnell fest. Warum musste Nora sterben und warum hat ihr jemand Koordinaten in die Fußsohlen tätowiert?
Das Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von der Mordkommission übernimmt den Fall. Die Koordinaten führen sie mitten hinein in die Welt des Geocaching und dieser Cache ist keineswegs ganz normal. Der Mörder treibt ein Spielchen mit der Polizei und Beatrice muss aufpassen darüber nicht auch noch im privaten Chaos zu versinken.

Bisher konnte mich die Autorin Ursula Poznanski mit ihren Jugend-Thrillern überzeugen. Doch mit "Fünf" legt sie nun sehr überzeugend ihren ersten Thriller für erwachsene Leser vor.
Absolut fasziniert hat mich die Verbindung der Mordermittlungen mit dem Thema Geocaching. Ich hatte zwar schon davon gehört und mir von Bekannten so einiges über diese besondere Schnitzeljagd erzählen lassen, doch auf die Idee dies in einem Thriller zu verwenden wäre ich nicht gekommen. Die Figuren konnten mich überzeugen und ich kann mir gut vorstellen noch weitere Bücher mit Beatrice und Florin zu lesen. Die Autorin hat hier Wert darauf gelegt die Protagonisten auch von ihrer privaten Seite zu zeigen, wodurch sie nicht so unnahbar wirken. Als Schauplatz wurde hier Salzburg gewählt, was sicherlich mit der österreichischen Herkunft der Autorin zusammenhängen wird. Ich finde es gut, wenn man über Dinge und Orte schreibt, mit denen man sich auch auskennt. Da die Autorin im Nachwort erwähnt auch als Geocacher aktiv zu sein, passt dies hier also absolut.
Ich möchte nichts von der weiteren Handlung verraten, weshalb ich nicht genau darauf eingehen werde, warum ich dennoch einen Stern in der Wertung abgezogen habe. Es sei nur so viel gesagt, dass es doch ein paar kleine Stellen im Buch gab, wo ich mich gefragt habe warum denn die Polizei in diese Richtung nicht ermittelt und so doch schon viel schneller auf Zwischenlösungen gekommen wäre.
Dies hat jedoch mein Lesevergnügen nicht getrübt und ich kann "Fünf" uneingeschränkt an alle Liebhaber von Thrillern empfehlen, in denen der Schwerpunkt weniger auf blutigen Details, sondern auf der Ermittlungsarbeit liegt.

So habe ich bewertet:

 


Und hier kann man das Buch kaufen: Ursula Poznanski: Fünf