Amanda Obermann ist Schülerin an der Peel Academy, die vielversprechende Kandidaten als Nachwuchs für die Geheimdienste ausbildet. Jedes Jahr wird die Auswahl am Testtag getroffen, an dem die letzten beiden Schuljahrgänge sich über 1,5 Tage hinweg schwierigen Aufgaben stellen müssen und sich so den Scouts der zukünftigen Arbeitgeber präsentieren. Da Amanda erst im vorletzten Jahrgang ist, gilt dies eigentlich nur als Probe, denn es kommt so gut wie nie vor, dass ein Schüler die Schule vorzeitig verlässt. Umso überraschender ist es, als bei der Abschlussfeier verkündet wird, dass es auch für Amanda der letzte Abend an der Schule ist und sie ausgewählt wurde. Doch es ist nicht die CIA oder das FBI wie Amanda erwartet hätte, sondern eine Organisation mit Namen Annum Guard, von der sie noch nie zuvor gehört hat. Die Existenz von Annum Guard wird streng geheim gehalten, denn diese Organisation nimmt Eingriffe in die Vergangenheit vor und ändert so den Verlauf der Geschichte. Es gibt nur einen ausgewählten Personenkreis der Einfluss nehmen kann und nun soll Amanda das neueste und achte Mitglied unter den Zeitspringern werden. Amanda muss nun alles hinter sich lassen, ihre Familie, ihren Freund und ihren Namen – sie ist nun Iris, die achte Wächterin.
"Die achte Wächterin" von Autorin Meredith McCardle ist der erste Band der Zeitenspringer-Saga, die voraussichtlich aus drei Bänden bestehen wird.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die 17jährige Amanda, die als Mitglied der Annum Guard rekrutiert wird und nun den Namen Iris trägt. Obwohl man anfangs den Eindruck hat, dass hier wieder einmal ein unfehlbares Übermädchen die Hauptfigur ist, relativiert sich das zum Glück schon bald und Amanda/Iris ist vielmehr ein recht normales Mädchen mit Problemen und Fehlern wie jeder andere. Über das Thema Zeitreisen gibt es natürlich schon sehr viele Bücher mit sehr unterschiedlichen Ansätzen. In "Die achte Wächterin" gibt es eine technische Lösung, indem mit einer Art Taschenuhr ein Wurmloch erschaffen wird. Dies ist sicherlich etwas das man nicht allzu logisch hinterfragen sollte, aber in einem Fantasyroman für Jugendliche erwarte ich auch keine physikalisch wasserdichte Theorie. Mehr als die Technik dreht es sich auch vielmehr darum, welche Auswirkungen Eingriffe in der Vergangenheit auf die Gegenwart haben und was als kleine Verbesserung und was als großer Eingriff zu rechnen ist. Das ist eine Fragestellung mit der sich Amanda/Iris durchaus schwer tut und die auch gar nicht abschließend beantwortet werden kann. Ich fand es dennoch interessant, dass sich die Hauptfigur hier damit auseinandersetzen muss. Ich fand "Was wäre wenn" Überlegungen schon immer sehr interessant und gerade bei Ereignissen in der Geschichte fragt man sich doch manchmal was eine einzelne kleine Änderung für Auswirkungen haben könnte. Die Schilderung der historischen Ereignisse hat mir so auch ganz gut gefallen, wobei ich jedoch fand, dass die Zeitspringer erstaunlich schlecht auf das vorbereitet sind was sie erwartet. So erhält Amanda/Iris z.B. keine richtige Einweisung in ihre Aufträge und die Besonderheiten der Epoche in die sie reist, was ich doch ziemlich merkwürdig fand in Anbetracht dessen, dass ein Fehlverhalten von ihr schließlich den Verlauf der Geschichte ändern kann.
Sosehr mir jedoch die Hauptfigur gefallen hat, so blass sind für mich leider die meisten Nebenfiguren geblieben. Amandas/Iris Generation von Zeitspringern ist nach Farben benannt und ich kann zwar jetzt die unterschiedlichen Namen/Farben aufzählen, aber bis auf wenige Ausnahmen könnte ich nicht benennen was diese sieben Personen ausmacht oder auch nur wie sie aussehen. Ich hoffe das diese Lücke im Folgeband geschlossen wird, der auf Englisch bereits erschienen ist und in der deutschen Version für Ende 2015 angekündigt.
Insgesamt gesehen fand ich "Die achte Wächterin" sehr unterhaltsam und fesselnd, was ich auch daran gemerkt habe, dass ich es fast an einem Stück gelesen habe. Die Spannung kommt nicht zu kurz und wenn man nicht zu sehr an die Logik des Ganzen denkt, dann kann ich das Buch auf jeden Fall an alle Leser ab ca. 14 Jahren empfehlen, die actionreiche und spannende Romane mit Fantasyanteilen mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Meredith McCardle: Die achte Wächterin (Die Zeitenspringer-Saga Band 1)
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des ivi Verlages.
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Samstag, 6. Juni 2015
Montag, 5. Mai 2014
Dan Wells: Partials 02 - Fragmente
Kira hat in "Aufbruch" herausgefunden, was das Heilmittel der Seuche RM ist. Doch das Überleben der Menschheit ist dadurch noch nicht gesichert, denn nun droht auch das Heilmittel in unmittelbarer Zukunft unerreichbar zu sein. Auch Kiras Entdeckung über ihr eigenes Wesen könnte eine Rolle spielen, denn nun ist auch die Gegenseite hinter ihr her. Es scheint nur eine Möglichkeit zu geben den Geheimnissen auf die Spur zu kommen: Kira muss sich auf den Weg in die feindlichen und verseuchten Gebiete machen und nach Unterlagen suchen, die beweisen wer hinter allem steckt und wie eine Lösung erreicht werden kann. Doch die einzige Unterstützung auf die Kira hier zählen kann, liegt ausgerechnet bei zwei Partials.
"Fragmente" ist der zweite Teil der als Trilogie angelegten Partials Reihe von Autor Dan Wells. Schon in "Aufbruch" hat mich die Welt von Kira und die interessanten Figuren begeistert. Was mich hier jedoch nicht fesseln konnte war der Handlungsstrang. In "Fragmente" empfand ich die Handlung als spannender und teilweise überraschender als noch im ersten Teil. Ich fand es außerdem toll, wie viel über die Hintergründe der Geschichte bekannt wurde und was alles über die Partials und die Entwicklung der Welt in der Kira lebt zu erfahren war. Der Aufbau der Welt wirkt stimmig und die Ereignisse nachvollziehbar und erschreckend zugleich. Interessant fand ich außerdem, welche unterschiedlichen Lebensmodelle in dieser Fortsetzung aufeinander treffen und wie eine Annäherung nach vielen Jahres des Krieges und der Ignoranz aussehen kann. Die Figuren wirkten vielschichtig auf mich und besonders die ungewöhnlichen Nebenfiguren haben es mir angetan. Mir gefällt auch, dass es sich bei den Hauptfiguren nicht um unfehlbare Überwesen handelt. Sie sind empfindsam, machen Fehler, empfinden Reue und durchleiden Verlust.
Leider endet "Fragmente" mit einem fiesen Cliffhanger und lässt die Leser in mehreren Handlungssträngen wortwörtlich in der Luft hängen. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird bis der abschließende dritte Band erscheinen soll, aber es wird auf jeden Fall zu lange sein. Ich möchte jedenfalls sofort wissen wie es weiter geht und auch das ist für mich ein Zeichen, dass diese Buchreihe eine Empfehlung wert ist.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Dan Wells: Partials 2 - Fragmente
Weitere Informationen zum Buch, zur Reihe und zum Autor finden sich auf der Homepage des ivi Verlages.
Dienstag, 22. Oktober 2013
Kristen Simmons: Gesetz der Rache
Nachdem Ember und Chase entkommen
konnten, gelten sie als tot. Doch die Hoffnung auf ein neues Leben
ohne ständig auf der Flucht zu sein währt nicht lange. Jemand muss
sie verraten haben, denn Embers Name und Gesicht wird zur Fahndung
ausgeschrieben und sie steht im Verdacht der Heckenschütze zu sein,
der schon viele Soldaten auf dem Gewissen hat. Nun wir Amber nichgt
mehr nur wegen Verstoß gegen Artikel 5 gesucht, sondern sie darf auf
den bloßen Verdacht hin getötet werden. Wer ist der Verräter und
hat er Ember immer noch im Visier? Nun muss sie entscheiden, ob sie
sich weiter versteckt, oder für eine selbstbestimmte Zukunft kämpft.
"Gesetz
der Rache" von Autorin Kristen Simmons ist die Fortsetzung von "Artikel
5" und das mittlere Buch einer als Trilogie geplanten dystopischen
Reihe.
Am
ersten Band habe ich insbesondere die Hauptfigur Ember kritisiert,
sowie die fehlenden Informationen über die Welt in der sie lebt.
In
dieser Hinsicht stellt "Gesetz der Rache" eine deutliche Steigerung für
mich dar, da besonders Ember sich gut weiter entwickelt hat und nun
weniger weinerlich, impulsiv und egoistisch auf mich wirkt. Auch die
anderen Figuren wirken gereift nach den Ereignissen in "Artikel 5" was
die Geschichte glaubhafter für mich macht. Besonders gut gefallen haben
mir hier die Rückblenden aus der gemeinsamen Vergangenheit von Ember und
Chase, was nun auch ihre Beziehung für mich nachvollziehbarer macht.
Auch über die Welt in der sie leben erfährt man nun schon etwas mehr, wobei jedoch weiterhin viele Fragen offen sind.
Inhaltlich
passiert nicht so besonders viel, was jedoch typisch für ein mittleres
Buch einer Trilogie ist. Autorin Kristen Simmons hat es jedoch geschafft
die Ereignisse ohne Längen zu schildern und dem Leser trotz allem das
Gefühl zu geben an einer Entwicklung teilzunehmen, die zum Wohl der
Reihe und der Figuren ist.
Empfehlen kann ich "Gesetz der Rache" daher uneingeschränkt an alle Leser die auch bereits "Artikel 5" gelesen habe.
Lesern
die sich für Dystopien und den Zerfall einer Gesellschaft im Konflikt
mit religiösen Statuten interessieren, empfehle ich zunächst mit dem
ersten Band der Reihe zu beginnen. Die Fortsetzung beeinhaltet weniger
Gewaltszenen, aber die Reihe empfehle ich insgesamt Lesern ab ca. 15
Jahren.
So habe ich bewertet:
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Kristen Simmons: Gesetz der Rache
Samstag, 21. September 2013
Nicholas Lake: Nummer Drei
Amy hat
eine turbulente Zeit hinter sich, als ihr Vater beschließt eine
Yacht zu kaufen und mit ihr und ihrer Stiefmutter eine Weltreise zu
unternehmen. Amy ist alles andere als begeistert bei der Aussicht auf
eine langweilige Seereise, aber was dann geschieht hätte sie sich
dann doch nicht gewünscht. Die Yacht wird von Piraten vor der
somalischen Küste überfallen und die Familie mit den
Besatzungsmitgliedern als Geisel genommen. Ein Lösegeld in
Millionenhöhe soll gezahlt werden, andernfalls wird mit dem Tod der
Geiseln gedroht. Amy findet sich in einem wahr gewordenen Alptraum
wieder und hier ist sie nicht mehr Amy, sondern nur noch Geisel
Nummer drei.
"Nummer
Drei" von Autor Nicholas Lake wird als Thriller für jugendliche
Leser ab 14 Jahren beschrieben. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher
ob sowohl die Bezeichnungen als Thriller, als auch als Jugendbuch
wirklich zutreffend sind. Es ist ganz sicher keines von beidem im
herkömmlichen Stil, aber dennoch sehr interessant.
Erzählt
wird aus der Perspektive der 17jährigen Amy im Rückblick und in
nicht chronologischer Reihenfolge. Ihre Ansprache richtet sich
hierbei an einen fiktiven Leser oder Zuhörer.
Das noch
jugendliche Alter der Hauptfigur wird wahrscheinlich auch der Grund
für die Einstufung als Jugendbuch sein, ich würde es jedoch auch
für ältere Leser empfehlen. Inhaltlich geht es hier eigentlich eher
um Politik und Wirtschaft und die Hintergründe die Menschen in ein
kriminelles Leben (hier Geiselnehmer und Pirat) treiben können.
Spannung wird dadurch aufgebaut, dass der Leser noch nicht weiß, wie
sich die Situation aufklären wird. Allerdings war mir davon nicht
genug vorhanden, um das Buch wirklich einen Thriller zu nennen,
insbesondere da auch noch Romantik mit einfließt. Insgesamt gesehen
war mir das daher etwas zu verwaschen und zu viel auf einmal gewollt
um mich wirklich überzeugen zu können. Das gleiche trifft auch auf
die Figur der Amy zu, die so rebellisch, empfindsam, musikalisch,
trauernd, wütend, gutherzig etc. ist, dass ich gar nicht weiß, wer
dieses Mädchen wirklich ist.
Unabhängig
ist die Sichtweise auf die Situation in Somalia und die Hintergründe
der Piratenübergriffe aber sehr interessant und einleuchtend und
macht auch irgendwie Lust sich noch ein wenig mehr mit diesem Thema
zu beschäftigen.
"Nummer
Drei" ist übrigens nicht das Debüt des Autors. Er hat auf
englisch bereits einige Bücher veröffentlicht, die jedoch alle
unter dem Namen Nick Lake erschienen sind.
Empfehlen
kann ich "Nummer Drei" an politisch interessierte Leser,
die Bücher mögen die nicht nur auf ein Genre festgelegt sind.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Nicholas Lake: Nummer Drei
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage vom Piper/ivi Verlag.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Lissa Price: Enders
Kriege haben die Welt erschüttert, als Waffe wurden tödliche Sporen eingesetzt. Zwar gab es einen Impfstoff, doch dieser wurde zunächst nur Senioren und Kindern und Jugendlichen verabreicht. Nun sind nur noch diese übrig und die Senioren, genannt Enders, haben die Herrschaft in allen Bereichen an sich gerissen. Allen Minderjährigen, Starters genannt, ist es verboten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und wenn sie keine Verwandten mehr haben ist es ihnen nur erlaubt in Heimen zu leben. Eine dieser Jugendlichen ist die 16jährige Callie. Sie schlägt sich mit ihrem kleinen Bruder und einem Freund auf der Straße durch. Doch als ihr Bruder krank wird und dringend ein Zuhause benötigt entschließt sich Callie ein dubioses Angebot anzunehmen: sie vermietet ihren Körper auf Zeit an Enders die wieder jung sein wollen.
"Enders" setzt nun nahtlos nach dem Ende von "Starters" ein. Callies Feinde sind noch nicht besiegt und der Old Man immer noch hinter ihr her. Aber Callie hat auch neue Freunde, die ihr zur Seite stehen.
"Enders" bildet nicht nur den zweiten Teil, sondern auch den Abschluss der Reihe von Lissa Price. Nachdem inzwischen fast alle Reihen aus mindestens drei Teilen bestehen, empfand ich es als sehr angenehm auch mal wieder eine kürzere Reihe zu lesen. Während mich in "Starters" besonders die Idee der Körpervermietung interessiert hatte, ist es in "Enders" eher die Spannung und Aufklärung der Hintergründe die faszinieren.
Besonders gut gefallen haben mir hier die Figuren, wobei sich nicht mehr nur auf Callie konzentriert wird, sondern auch Michael und einige andere Figuren eine größere Rolle einnehmen. Auch wenn das Buch "Enders" heißt, so sind es hier doch eher die "Starters" die einen Chip implantiert haben, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen.
Sehr temporeich erzählt und mit einigen Wendungen kann Lissa Price die Leser gut fesseln und neugierig auf den Ausgang der Geschichte machen. Zwar sind es hier nicht viele neue Ideen, die präsentiert werden, aber das wird durch die rasanten Ereignisse ausgeglichen.
Lediglich zum Ende hin wurde es mir ein wenig überstürzt und es hätte noch wenig mehr Informationen geben können. Aber für alle Leser von "Starters" ist diese Fortsetzung ein Muss und bietet darüber hinaus auch schöne Lesestunden mit einem befriedigenden Ende.
Und hier kann man das Buch kaufen: Lissa Price: Enders
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homnepage des ivi Verlages.
Donnerstag, 25. April 2013
Kristen Simmons: Artikel 5
Amerika ist nach dem Krieg nicht mehr wie zuvor. Nachdem zunächst Hunger und Entbehrungen die Hauptprobleme waren, wird das Leben nun noch durch die neuen Moralstatuten reguliert. Die Bill of Rights hat keine Gültigkeit mehr und Willkür durch die Soldaten des FBR gehört zur Tagesordnung.
Die 17jährige Ember Miller lebt mit ihrer Mutter vom Nötigsten und versucht sich im Hintergrund zu halten und möglichst wenig aufzufallen. Aber ihre Mutter rebelliert immer wieder und als uneheliches Kind ist Embers Stand sowieso schon schwer.
Artikel 5 der Moralstatuten sieht vor, dass nur Kinder die ehelich geboren werden als vollwertige Bürger gelten. Als nun das FBR beschließt diese Regelung auch auf alle aktuell unter 18jährigen anzuwenden, wird Embers Mutter verhaftet und Ember selber der Obhut der Regierung unterstellt und zur Resozialisation geschickt. Doch für Ember ist das Schlimmste daran, dass auch ihr Jugendfreund Chase an der Verhaftung beteiligt ist und sie nur noch mit kalten Augen anblickt ...
"Artikel 5" von Autorin Kristen Simmons ist eine Dystopie, die als Szenario von einem Gottesstaat in einem Nachkriegsamerika ausgeht. Die Amerikanische Kirche ist Staatsreligion und jeder andere Glauben verboten. Ebenso sind voreheliche Verbindung, Literatur und andere Medien sind verboten und die traditionellen Geschlechterrollen sind einzuhalten. Das ist keine einfache Ausgangslage für ein 17jähriges Mädchen, das seinen Vater nicht kennt und deren Mutter mit Vorliebe verbotene Liebesromane liest.
Die Grundidee von "Artikel 5" kann mich überzeugen!
Es ist beängstigend und dramatisch, dazu mit viel Action und interessanten Figuren.
Aber was mich hier sehr gestört hat ist, dass man fast überhaupt nichts über die Hintergründe erfährt, die zu dieser Situation geführt haben. Was war der Auslöser für den Krieg und wer sind die Gewinner und der "Präsident"? Hier hätte mich so viel mehr interessiert. Aber alles was der Leser an Fakten erhält ist, dass es einen Krieg gab und nun die Moralisten an der Macht sind. Dies fand ich z.B. in "Vollendet" von Neal Shusterman besser (wenn auch nicht weniger beängstigend) gelöst.
Die männliche Hauptfigur hat mir gut gefallen und ich hätte gerne einen Teil der Geschichte aus seiner Perspektive erlebt. Erzählt wird hier aus Embers Sicht und das fand ich nicht immer ganz so gut. Sie ist 17 Jahre alt und teilweise gibt es Rückblenden in die Zeit als sie ungefähr 15 Jahre alt war. Ich konnte nicht so richtig nachvollziehen, warum Ember und Chase ein Paar waren (und zwar so ein Paar, dass Chase sie als das einzige Wichtige in seinem Leben empfand) bevor er Soldat wurde. Chase wirkt auf mich echt und tiefgründig, Ember leider eher impulsiv und egoistisch.
Die Fortsetzung ist bereits auf Englisch erschienen. Ausgelegt ist die Buchreihe wahrscheinlich als Trilogie. Auch wenn mich "Artikel 5" noch nicht ganz überzeugen konnte, ist die Idee und Schreibweise von Autorin Kristen Simmons doch so gut, dass ich gerne die Fortsetzungen lesen werde. Hoffentlich werden hier auch die Hintergründe geklärt und dem Leser mehr Einblick in die Welt gegeben in der Ember lebt.
Empfehlen kann ich "Artikel 5" an alle jungen Erwachsenen, die sich für Dystopien und insbesondere für den Zerfall einer bestehenden Gesellschaft und den Kampf zwischen Moral und Würde interessieren. Für jüngere Leser ist das Buch aufgrund vieler Gewaltszenen nicht geeignet.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Kristen Simmons: Artikel 5
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des ivi Verlages. Hier gibt es auch eine Leseprobe.
Montag, 18. März 2013
Dan Wells: Partials 1 - Aufbruch
In einer ca. 50 Jahre entfernten Zukunft ist die Menschheit auf eine kleine Gruppe Überlebender in New York zusammen geschrumpft. Nach dem Krieg gegen die rebellierenden Partials (künstlich erschaffene Menschen) raffte ein verheerender Virus die Menschen dahin. Die Überlebenden entwickelten eine Immunität gegen den Virus, doch seitdem wurde kein Kind mehr geboren, das den Virus überlebt hätte. Elf Jahre nach dem Krieg ist der jüngste lebende Mensch bereits 14 Jahre alt und alle Hoffnungen liegen darin, dass irgendwann ein Kind geboren wird, das ebenfalls immun ist. Erreicht werden soll dies durch das "Zukunftsgesetz", das vorschreibt, dass alle Frauen so oft wie möglich schwanger werden müssen. Die 16jährige Kira gehört zu den sogenannten "Seuchenbabys" und setzt nun mit ihrer medizinischen Ausbildung alles daran, die Krankheit zu heilen und eine Zukunft für die Menschen zu ermöglichen.
"Partials 1 - Aufbruch" ist der Auftakt einer neuen Reihe von Autor Dan Wells. Den meisten Lesern wird Dan Wells als Autor von (Jugend)-Thrillern bekannt sein, denn mit seiner Reihe (Ich bin kein Serienkiller, Mr. Monster, Ich will Dich nicht töten) über den jugendlichen Soziopathen John hat er für einiges Aufsehen gesorgt.
Mit "Aufbruch" legt der Autor nun eine Dystopie für junge Erwachsene vor und reiht sich so ein in den erfolgreichen Buchtrend, der spätestens seit den Tributen von Panem einen neuen Aufschwung erlebt.
Inhaltlich finde ich den Ansatz von Dan Wells sehr interessant. Die Menschheit wurde von ihrer eigenen Überheblichkeit zu Grunde gerichtet, die unterdrückten Partials lehnten sich auf und ein Virus sorgte für den Rest. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich und auch die Grundsätze der neuen Gesellschaft "Das Überleben der Menschheit ist wichtiger, als das Wohlbefinden des Einzelnen" sind durchaus nachvollziehbar. Da die Geschichte aber aus der Perspektive der 16jährigen Kira Walker erzählt wird, erhält der Leser einen sehr persönlichen Einblick in die Erfahrungen der Betroffenen. Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass die Handlung zu vorhersehbar sein wird, aber Dan Wells hat es durchaus verstanden mich mit "Aufbruch" zu überraschen.
Die Welt die hier erschaffen wurde ist immer noch im Kriegszustand und daher gibt es auch reichlich Konfliktpotenzial und spannende Momente. Die Figuren empfand ich als interessant und vielschichtig. Leider konnte mich die Handlung jedoch nicht so fesseln, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen konnte. In Etappen habe ich es gerne gelesen, aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte um Kira und ihre Freunde nicht.
Angelegt ist die Buchreihe als Trilogie und so ist "Aufbruch" zwar in sich abgeschlossen, aber doch so offen gestaltet, dass hier dringend die Fortsetzung her muss. Empfehlen kann ich
"Partials 1 - Aufbruch" an alle Leser von Dystopien und actionreichen Jugendbücher ab ca. 15 Jahren. In diesem Fall können sich auch ausdrücklich männliche Leser angesprochen fühlen, auch wenn die Hauptfigur ein Mädchen ist.
"Partials 1 - Aufbruch" an alle Leser von Dystopien und actionreichen Jugendbücher ab ca. 15 Jahren. In diesem Fall können sich auch ausdrücklich männliche Leser angesprochen fühlen, auch wenn die Hauptfigur ein Mädchen ist.
So habe ich bewertet:
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Weitere Informationen zum Autor und der Buchreihe gibt es auf der Homepage des ivi Verlages. Hier findet man auch eine Leseprobe.
Dienstag, 4. Dezember 2012
J.A. Souders: Renegade
Elysium könnte ein wahres Utopia sein. "Mutter" kümmert sich um alle Belange des Volkes und die 16jährige Evie wird als "Tochter des Volkes" einmal ihre Nachfolgerin werden. Elysium ist die Heimat der perfekten Menschen, alle sind blond und blauäugig und "Mutter" bestimmt, welche Genkombinationen für zukünftige Generationen am geeignetsten sind. Aber Elysium ist auch abgeschottet, niemand verlässt es, niemand kommt hinzu, die Stadt befindet sich am Grund des Meeres. Evie stellt dieses Leben nicht in Frage, denn "Mutter" sagt, dass alles so seine Richtigkeit hat. Aber was passiert, wenn doch jemand von Außerhalb in diese Idylle einbricht?
"Renegade - Tiefenrausch" ist das erste Buch der Autorin J. A. Sounders, das auch entgegen der üblichen Praxis erst auf Deutsch erschienen ist und erst später in der Originalsprache folgen wird.
Elysium erscheint perfekt. Aber dem Leser wird schon nach wenigen Kapiteln klar, dass das nicht so ganz der Wahrheit entsprechen kann. Evelyn Winters, genannt Evie, wird als "Tochter des Volkes" erzogen, ausgewählt aufgrund ihrer Gene, um eines Tages die Nachfolge der Alleinherrscherin "Mutter" anzutreten. Es ist daher sehr wichtig, den richtigen Ehemann für Evie zu finden, mit dem sie dann Verpaart werden soll. Berührungen sind vorher nicht gestattet und Evies Auswahlmöglichkeiten sehr begrenzt. Als es zu einem dramatischen Zwischenfall kommt, wird Evie zu ihrem Therapeuten geschickt. Für sie selbst ist dann die Welt wieder in Ordnung, aber der Leser ist zunächst verwirrt, bis mehr Klarheit herrscht.
Den Erzählstil von J.A. Sounders fand ich außergewöhnlich und die Perspektive von Evie sehr gelungen. Ich war von der ersten Seite an fasziniert von Elysium und seinen Bewohnern. Gemeinsam mit Evie entdeckt der Leser nach und nach die Geheimnisse die "Mutter" verbirgt und die Geschichte hinter der Entstehung von Elysium. Natürlich gibt es auch hier eine Liebesgeschichte und die Figur des Gavin hat mir ebenfalls gut gefallen. Gerne hätte ich hier noch mehr aus der Perspektive von Gavin erfahren, um auch seine Beweggründe besser nachvollziehen zu können. Hilfreich ist dazu die kostenlose Kurzgeschichte "Ein dunkles Grab" für den Kindle.
"Renegade - Tiefenrausch" ist in sich abgeschlossen, wird aber sicherlich eine Fortsetzung erhalten, auf die ich mich schon sehr freue.
Optisch sehr schön ist auch das deutsche Cover. Jedoch finde ich es ein wenig merkwürdig eine dunkelhaarige Person abzubilden, wenn im gesamten Buch alle blond sind.
Empfehlen kann ich dieses Buch an alle begeisterten Leser von Dystopien und Jugendfantasyromanen ab ca. 14 Jahren.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: J.A. Souders: Renegade
"Renegade - Tiefenrausch" ist das erste Buch der Autorin J. A. Sounders, das auch entgegen der üblichen Praxis erst auf Deutsch erschienen ist und erst später in der Originalsprache folgen wird.
Elysium erscheint perfekt. Aber dem Leser wird schon nach wenigen Kapiteln klar, dass das nicht so ganz der Wahrheit entsprechen kann. Evelyn Winters, genannt Evie, wird als "Tochter des Volkes" erzogen, ausgewählt aufgrund ihrer Gene, um eines Tages die Nachfolge der Alleinherrscherin "Mutter" anzutreten. Es ist daher sehr wichtig, den richtigen Ehemann für Evie zu finden, mit dem sie dann Verpaart werden soll. Berührungen sind vorher nicht gestattet und Evies Auswahlmöglichkeiten sehr begrenzt. Als es zu einem dramatischen Zwischenfall kommt, wird Evie zu ihrem Therapeuten geschickt. Für sie selbst ist dann die Welt wieder in Ordnung, aber der Leser ist zunächst verwirrt, bis mehr Klarheit herrscht.
Den Erzählstil von J.A. Sounders fand ich außergewöhnlich und die Perspektive von Evie sehr gelungen. Ich war von der ersten Seite an fasziniert von Elysium und seinen Bewohnern. Gemeinsam mit Evie entdeckt der Leser nach und nach die Geheimnisse die "Mutter" verbirgt und die Geschichte hinter der Entstehung von Elysium. Natürlich gibt es auch hier eine Liebesgeschichte und die Figur des Gavin hat mir ebenfalls gut gefallen. Gerne hätte ich hier noch mehr aus der Perspektive von Gavin erfahren, um auch seine Beweggründe besser nachvollziehen zu können. Hilfreich ist dazu die kostenlose Kurzgeschichte "Ein dunkles Grab" für den Kindle.
"Renegade - Tiefenrausch" ist in sich abgeschlossen, wird aber sicherlich eine Fortsetzung erhalten, auf die ich mich schon sehr freue.
Optisch sehr schön ist auch das deutsche Cover. Jedoch finde ich es ein wenig merkwürdig eine dunkelhaarige Person abzubilden, wenn im gesamten Buch alle blond sind.
Empfehlen kann ich dieses Buch an alle begeisterten Leser von Dystopien und Jugendfantasyromanen ab ca. 14 Jahren.
So habe ich bewertet:
Montag, 3. Dezember 2012
Lissa Price: Starters
Kriege haben die Welt erschüttert, als Waffe wurden tödliche Sporen eingesetzt. Zwar gab es einen Impfstoff, doch dieser wurde zunächst nur Senioren und Kindern und Jugendlichen verabreicht. Nun sind nur noch diese übrig und die Senioren, genannt Enders, haben die Herrschaft in allen Bereichen an sich gerissen. Allen Minderjährigen, Starters genannt, ist es verboten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und wenn sie keine Verwandten mehr haben ist es ihnen nur erlaubt in Heimen zu leben. Eine dieser Jugendlichen ist die 16jährige Callie. Sie schlägt sich mit ihrem kleinen Bruder und einem Freund auf der Straße durch. Doch als ihr Bruder krank wird und dringend ein Zuhause benötigt entschließt sich Callie ein dubioses Angebot anzunehmen: sie vermietet ihren Körper auf Zeit an Enders die wieder jung sein wollen.
Mit dem Thema Alt gegen Jung trifft Lissa Price hier einen sehr empfindlichen Nerv. Viel wird über sogenannte Generationenverträge diskutiert, die Jungen sollen für die Alten sorgen, so ist es traditionell üblich. Doch in "Starters" ermöglicht es die Medizin den Alten ein langes Leben zu führen, was zur Folge hat das lukrative Jobs und alles andere Begehrte auch dieser Generation vorbehalten ist. Es wird abgelehnt sich um Jugendliche zu kümmern, die nicht zur eigenen Familie gehören, Ethik und Moral spielen keine Rolle, sofern es den eigenen Komfort gewährleistet.
Insgesamt gesehen habe ich "Starters" sehr gerne gelesen, ebenso wie die Kurzgeschichte "Porträt eines Starters". Mit dem Aufbau der dystopischen Welt in der Callie lebt hat Autorin Lissa Price einen guten Grundstein gelegt, der mir diese Reihe sehr schmackhaft gemacht hat und sicherlich auch den nächsten Band lesen lässt. Es gab jedoch auch einiges was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. So hat sich die Regierung überhaupt nicht um das Schicksal der Kinder und Jugendliche ohne Familie gekümmert, die Enders werden unverhältnismäßig alt obwohl das Buch gar nicht so weit in der Zukunft spielt, und es ist nicht bekannt, was denn nun außerhalb von Amerika geschehen ist, denn der Krieg und die Sporen werden sicherlich nicht überall zu so einer überspitzten Gesellschaft geführt haben.
Ab der Hälfte des Buchs habe ich das Setting der Dystopie nicht mehr so wahrgenommen und es wirkte eher wie ein Thriller auf mich. Ob das nun so gewollt ist kann ich nicht sagen. "Starters" ist dadurch nicht schlecht, nur eben nicht ganz das was ich erwartet habe.
Gut gefallen haben mir auf jeden Fall die Figuren und ihr Zusammenspiel, wobei ich das Ende wieder leicht enttäuschend fand. Ich werde der Autorin jedoch mit dem Nachfolgeband "Enders" (erscheint im Dezember 2012 auf Englisch) die Chance geben diese Lücke noch zu füllen.
Empfehlen kann ich dieses Buch allen am Genre interessierten Lesern ab ca. 13 Jahren.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Lissa Price: Starters
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