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Montag, 3. März 2014

Jo Nesbø: Koma

Ein Mörder ist in Oslo unterwegs. Er kehrt zurück an die Schauplätze unaufgeklärter Mordfälle und tötet dort Polizeibeamte. Der Druck der Öffentlichkeit die Fälle aufzuklären ist groß und das bekommt auch der neue Polizeipräsident zu spüren.
Aber ausgerechnet Oslos erfolgreichster Ermittler Harry Hole steht nun nicht mehr zur Verfügung.
Wer kann den Mörder stoppen`

"Koma" von Autor Jo Nesbø ist bereits das zehnte Buch in der Reihe rund um den exzentrischen Ermittler Harry Hole. Die Bücher sind in sich abgeschlossen und können auch unabhängig voneinander gelesen werden, doch die Entwicklung der Figuren baut aufeinander auf. Es ist daher ratsam zumindest die letzten Bücher der Reihe in der richtigen Reihenfolge gelesen zu haben.
Der letzte Band der Reihe mit dem Titel "Die Larve" lag jedoch schon wieder soweit zurück, dass ich mich nicht mehr wirklich an die Ereignisse erinnern konnte und daher gerade am Anfang dieses Buches ziemlich in der Luft hing was die aktuelle Lebenssituation der Figuren betraf.war Nach und nach kehrte dann meine Erinnerung zurück und Andeutungen auf zurückliegende Ereignisse im Buch haben ebenfalls geholfen.
Vom Spannungsgrad her war für mich nun wieder eine deutliche Steigerung zum Vorgängerband zu erkennen, da es sich hier um einen richtigen Kriminalfall und keine Milieustudie handelt.
Ihren großen Auftritt haben nun einige aus den vorherigen Büchern bekannte Nebenfiguren, die mehr als sonst in den Vordergrund rücken und mir in dieser Funktion auch richtig gut gefallen haben. Durch die vielen Figuren ist es manchmal nicht ganz einfach den Überblick zu behalten, aber dadurch wirkt die Geschichte auch ganz besonders lebendig.
Bedingt durch den abwesenden Harry Hole und die Unwissenheit des Lesers zu Beginn braucht die Handlung jedoch einige Zeit um Spannung zu entwickeln. Wie gewohnt versteht es der Autor sehr gut Verdächtige ins Bild zu rücken, aber dennoch wirkte mir die Suche nach dem Mörder teilweise ein wenig zu konstruiert, da die Verdächtigen schön brav nacheinander abgefertigt werden und immer wenn sich ein Verdacht als falsch heraus gestellt hat, zufällig schon der nächste auf der Matte steht, an den vorher aus unerklärlichen Gründen noch gar nicht gedacht wurde.
Dennoch kann ich "Koma" uneingeschränkt an alle Fans der Bücher von Jo Nesbø und auch Neueinsteigern die generell nordische Krimis mögen empfehlen.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Jo Nesbø: Koma

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Ullstein Verlages.

Montag, 3. Dezember 2012

Jo Nesbø: Die Larve


Ein neuer Fall für Harry Hole.
Eigentlich hatte Harry sich aus seinem Ermittlerleben zurückgezogen und nicht geplant in der nächsten Zeit nach Norwegen zurückzukehren. Doch als er erfährt, dass sein Ziehsohn Oleg wegen Mordverdacht im Gefängnis sitzt, will er die Beweise vor Ort entkräften. Parallel taucht eine neue Droge in Oslo auf, deren Suchtpotenzial gefährlich ist. Gibt es hier einen Zusammenhang zum Mordfall?

"Die Larve" ist bereits der neunte Band der Reihe rund um Harry Hole. Leider konnte mich Autor Jo Nesbø hier nicht so überzeugen wie noch in den Büchern zuvor. Mit über 500 Seiten widmet sich der Autor hier dem Drogenmarkt in Oslo, einem Mordopfer, einem Jungen unter Mordverdacht und natürlich Harry selbst. Meiner Meinung nach wäre es jedoch gut gewesen hier ein wenig zu straffen und dem Buch so ein wenig von seiner Langatmigkeit zu nehmen. Ich habe jedenfalls recht lange gebraucht um wirklich "rein“ zu kommen in die Geschichte. Sehr interessant ist hier jedoch der Perspektivenwechsel, den der Autor immer wieder einfließen lässt. Auf diese Art und Weise werden die Erinnerungen eines Sterbenden wiedergegeben und sogar eine Ratte kommt zu Wort. Schlecht gewählt ist hier mal wieder der deutsche Titel, der keinen Zusammenhang zum Inhalt erkennen lässt. Insgesamt gesehen kann ich nur hoffen, dass es einen weiteren Band geben wird und dieser wieder an die alten Erfolge anknüpft. Empfehlenswert ist "Die Larve" natürlich für alle, die gerne wissen möchten wie es rund um Harry Hole weiter geht. 

So habe ich bewertet:






Und hier kann man das Buch kaufen: Jo Nesbø: Die Larve

Donnerstag, 29. November 2012

Jo Nesbø: Headhunter

Bewertung: *****

Roger Brown ist der führende Headhunter bei einer angesagten Firma. Also solcher verdient er viel Geld, doch noch lange nicht genug für seinen ausschweifenden Lebensstil. So kommt es, dass er nicht nur Köpfe jagt, sondern auch das Geld in Form eines florierenden Kunstdiebgewerbes.
Mit einem neuen Klienten wittert Roger auch endlich den großen Coup im Kunstgewerbe. Doch dann kommt es ganz anders als erwartet und plötzlich steht Roger zwischen den Fronten und muss zusehen, dass er seinen eigenen Kopf rettet.
Wer bisher nur die "Harry Hole Reihe" von Jo Nesbo gelesen hat, der wird hier erstaunt sein. Ganz anders kommt "Headhunter", ohne kauzigen Ermittler und eher ein Wirtschaftsthriller als ein Kriminalfall.
Doch auch hiermit kann der Autor überzeugen, Spannung ohne viel drum herum aufbauen und so eine andere Seite von sich zeigen.
Flüssig lesbar, lässt sich dieses Buch an einem Wochenende verschlingen.
Leider konnte mich jedoch die Hauptfigur Roger Brown und auch einige andere Figuren nicht überzeugen. Dieser Charakter wirkte auf mich nicht glaubhaft und seine Handlungen nicht immer nachvollziehbar. Dennoch hat mir dieses Buch einige nette Stunden bereitet und ist daher für alle Fans der eher ruhigen Thriller zu empfehlen.

(abweichendes Cover)

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Mittwoch, 28. November 2012

Jo Nesbø: Leopard

Bewertung: *****

"Leopard" ist der achte Fall aus der Reihe rund um den Ermittler Harry Hole.
Wieder einmal konnte mich Autor Jo Nesbø überzeugen. "Leopard" ist genauso spannend wie es auch schon der Vorgänger "Schneemann" war und Harry Hole noch immer der gleiche alte Stinkstiefel. Ein Ermittler mit menschlichen Schwächen, der in wachen Momenten mit seinem Geist glänzt und in dessen schwächeren Augenblicken man kaum glauben kann, dass so jemand bei der Polizei arbeitet.
Besonders ist in diesem Fall die Mordmethode mit den Leopoldsäpfeln. Die Beschreibungen dazu fand ich sehr interessant und für Harry Hole hatte dies den angenehmen Nebeneffekt einer Reise nach Afrika. Überhaupt ist Hole in "Leopard" außergewöhnlich viel unterwegs. Sicherlich entspricht dies nicht im Entferntesten der Realität eines Polizisten, doch dies schreibe ich der künstlerischen Freiheit des Autors zu. Faszinierend finde ich es, wie sich nach und nach alle Fäden zusammensetzen und so ein Netz an Verknüpfungen erkennbar wird.
Wieder einmal hat Jo Nesbø es geschafft, den Leser längst möglich an der Nase herumzuführen und zu überraschen. Lediglich der Titel des Buchs konnte mich diesmal nicht überzeugen. Passender wäre es gewesen, wie beim "Schneemann" den Namen zu wählen, mit dem der Mörder von der Polizei versehen wird. Das wäre in diesem Fall "Kavalier" gewesen.
Aber auch das nächste Buch wird sicherlich in meinen Händen landen und angenehme Lesestunden bereiten.


Und hier kann man das Buch kaufen: Jo Nesbø: Leopard

Jo Nesbø: Schneemann


Harry Hole ist Kommissar bei der Polizei in Oslo. Seit er in Australien einen Serienmörder festgenommen hat und an einem Seminar des FBI teilgenommen hat, gilt er in Norwegen als Fachmann für alle Fragen rund um Serienmörder. Seither wittert er auch bei jedem Mordfall den Auftakt eines Serienmordes, kann doch Norwegen bisher noch keinen eigenen Serienmörder in der Polizeigeschichte vorweisen. Als Alkoholiker und mit einer gescheiterten Beziehung hinter sich, bietet Harry Hole auch noch weitere Angriffsflächen. Eigentlich würde man nicht erwartet, dass dieser Mann tatsächlich ein fähiger Polizist ist. Doch im richtigen Moment gelingt es ihm immer sich zusammen zu reißen und die richtigen Rückschlüsse zu ziehen. So ist er auch der Einzige, dem die Verbindung zwischen zwei Mordfällen auffällt. In beiden Fällen waren die Opfer junge Mütter und in der Nähe des Tatorts wird ein Schneemann gefunden. Dieser Schneemann scheint auch der entscheidende Hinweis zu sein, denn ein Schneemann wird auch in den Akten vieler ungelöster Vermisstenfälle erwähnt. Immer wenn der erste Schnee fällt, verschwinden junge Mütter. Doch was steckt wirklich hinter dem ganzen?

"Schneemann" von Jo Nesbø hat mir sehr gut gefallen.
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite und mit einem Kommissar, der alles andere als perfekt ist.
Ich vergebe nur deshalb nicht die volle Punktzahl, weil mir einiges einfach zu unrealistisch ist. Der Wunsch nach einem Serienmörder, weil Norwegen ja noch nie einen hatte, ein offener Alkoholiker als hochrangiger Polizist und die recht unkonventionelle und eigenmächtige Vorgehensweise von Kommissar Harry Hole war mir ein wenig zu viel.
Bei "Schneemann" handelt es sich bereits um den siebten Fall von Harry Hole. Es ist jedoch nicht erforderlich alle Bücher vorher gelesen zu haben, da sie jeweils in sich abgeschlossen sind. Wer jedoch wissen möchte, ob Harry Hole immer so wenig Respekt vor seinen Vorgesetzten hat und wie das denn eigentlich früher mit seiner Ex-Freundin Rakel war, der sollte ruhig die Reihe in der richtigen Reihenfolge durchgehen.
Besonders gut gefallen haben mir an "Schneemann" die kleinen Details. Sowohl in der Vorgehensweise des Mörders, als auch in der Ermittlung von Harry Hole gab es einige Stellen, die ich toll ausgearbeitet fand und gute Überlegungen.
Auch moralisch werden hier einige Fragen in den Raum gestellt, gerade was die Motivation des Mörders betrifft.
Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und ich konnte mich sehr gut in die Haupt- und Nebencharaktere hinein versetzen. Gerade bei den Nebenfiguren ist es sonst eher selten der Fall, dass sie so mit Leben gefüllt werden, wie es dem Autor hier gelungen ist. Harry Hole hat sich im Laufe der Reihe soweit entwickelt, dass man bei ihm selbst den Tonfall aus den Zeilen heraus zu hören glaubt. Ein echtes Unikat und wenn auch etwas unrealistisch, so doch auf jeden Fall sympathisch.
Stilistisch bedient sich Jo Nesbø einiger Zeitsprünge und Perspektivenwechsel, die bei mir dazu führten, dass ich bei der Suche nach dem Täter aufs Glatteis geführt wurde. Bis fast zum Schluss hatte ich die Geschichte noch nicht vollends durchblickt und so blieb auch die Spannung bis zum Ende erhalten.
Das Buch gefällt mir auch von seiner Aufmachung her sehr gut. Titelcover und Bucheinband sind sehr ansprechend und hochwertig.

So habe ich bewertet:








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