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Samstag, 19. Februar 2022

Cassandra Clare: Lady Midnight - Die dunklen Mächte 1

 


Inhaltsangabe des Verlages:

Als ihre Eltern starben, war Emma Carstairs noch ein Kind, und um sie herum tobte der Dunkle Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute, dass ihre Eltern aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und zusammen mit ihrem engen Freund und Seelenverwandten Julian Blackthorn hat die 17-jährige Emma Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Dort sorgt eine mysteriöse Mordserie für große Unruhe. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen – Zeichen, wie sie auch bei Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie Julian dadurch in große Gefahr bringt …


Meine Meinung:

Ich bin wahrscheinlich eine der wenigen Leser dieser neuen Reihe, die nicht die "Chroniken der Schattenwelt" von Cassandra Clare gelesen hat, sondern nur den Film und einige Hörbücher hierzu kennt.
Ich weiß auch gar nicht so recht, warum es mich nie gereizt hat die Bücher zu lesen.
Auch für dieses Buch hier habe ich zwei Anläufe gebraucht, denn nach den ersten Seiten war ich irgendwie noch nicht so richtig "drin" und habe es dann lange Zeit wieder auf den Stapel der ungelesenen Bücher zurückgelegt. Nun kann ich sagen, dass das definitiv ein Fehler war, denn das Buch hat mich noch richtig mitgerissen.
"Lady Midnight" ist der Auftaktband der Reihe "Die dunklen Mächte", die im gleichen Universum spielt und auch zum Teil beliebte Figuren aus der Schattenwelt Chronik aufgreift. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man die andere Reihe gelesen hat, aber nicht notwendig, da "Die dunklen Mächte" eigene Figuren einführt und auch ohne großes Vorwissen gut lesbar ist.
Hauptfigur ist hier die 17-jährige Emma Carstairs, die bei der Familie Blackthorn im Institut der Schattenjäger in Los Angeles lebt. Julian und seine Geschwister haben ebenso wie Emma ihre Eltern verloren und sind sich nun gegenseitig Familie. Julian und Emma sind Parabatai und dadurch auf ewig aneinandergebundene Seelenverwandte.
Für Emma ist Julian der wichtigste Mensch in ihrem Leben und so ist er auch an ihrer Seite als es darum geht die mysteriösen Mordfälle zu untersuchen, die in vielen Punkten dem Tod von Emmas Eltern während des dunklen Krieges vor fünf Jahren erinnern.
Besonders gut gefallen an "Lady Midnight" hat mir die Verbindung zwischen Emma und Julian. Sehr gut gelungen fand ich auch die strategisch gesetzten Perspektivwechsel, die die Spannung erhalten haben, aber auch zum richtigen Zeitpunkt Einblick in die Seele des jeweils anderen gewährt haben.
Sehr liebevoll gestaltet sind aber auch alle weiteren Figuren, wie z. B. Johnny Rook (ein Junge vom Schattenmarkt) oder die weiteren Blackthorn Geschwister.
Positiv ist mir hier auch der Humor in der Geschichte aufgefallen, denn so manche Szene ist echt witzig geschrieben. Gefallen hat mir auch, dass die Charaktere nicht perfekt sind. Klar ist Emma super mächtig, schön und schlau, aber sie ist auch manchmal ziemlich ungeschickt und was Gefühle betrifft auch nicht gerade der Experte.
Insgesamt gesehen bin ich wirklich froh "Lady Midnight" nun doch noch gelesen zu haben und freue mich nun, dass die Fortsetzungen "Lord of Shadows" und "Queen of Air and Darkness" bereits erschienen sind.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Cassandra Clare: Lady Midnight - Die dunklen Mächte 1



Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherinnen finden sich auf der Homepage des Goldmann Verlages.

Samstag, 12. Februar 2022

Anna Vocino: Das Happiness Kochbuch

Heute möchte ich Euch ein Kochbuch vorstellen.

"Das Happiness Kochbuch - glücklich genießen bei Nahrungsmittelintoleranz - glutenfrei und ohne raffinierten Zucker" von Autorin Anna Vocino hat mir schon so einige leckere Ideen nahe gebracht.





So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Anna Vocino: Das Happiness Kochbuch

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Narayana Verlages.

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Lilly Bernstein: Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück

 


Inhaltsangabe des Verlages:

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.


„Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Autorin Lilly Bernstein konzentriert sich auf die Jahre 1941 bis 1948 und dabei auf die Perspektive von Anna, die zu Anfang 11 Jahre alt ist.
1930 ist auch genau der Jahrgang meiner Oma, die in der Kölner Altstadt-Süd aufgewachsen ist und so hatte ich hier auch einen direkten Vergleich mit diesen Erzählungen eines Augenzeugen aus Köln.
Anna wächst zunächst in einem gut gestellten Bäckerhaushalt auf und selbst in den Kriegsjahren, bevor in der „Nacht der 1000 Bomben“ ihr Haus mit der Bäckerei zerstört wird, geht es ihr noch gut, denn zumindest an Essen und Wärme mangelt es ihr nicht. In den Kriegsjahren ahnten die Menschen in Köln nicht, dass ihnen die richtig harte Zeit erst nach dem Krieg bevorstand. Der Winter 1946/47 ist als „Hungerwinter“ in die Geschichtsbücher eingegangen. Neben extrem kalten Temperaturen von bis zu -20° C, nur unzureichend vorhandenem Wohnraum nach dem Krieg und der Versorgung mit Notrationen nachdem Landwirtschaft und Handwerk noch nicht wieder Leistungsfähig waren, sorgten auch die Jahre der Kriegsentbehrungen dafür, dass viel Menschen diesen Winter nicht überlebten.
Der Untertitel lautet hier zwar „Annas Traum vom Glück“, aber wenn man ehrlich ist, dann hatte Anna hier schon viel Glück im Vergleich zu vielen anderen in Köln. Die Familie meiner Oma kehrte 1945 aus dem Arbeitseinsatz auf einem Landgut in Oberschlesien zu Fuß nach Köln zurück. Der älteste Sohn ging voraus und hatte sich mit einem Freund ein Zimmerchen in einem ausgebombten Haus ausgebaut. Dort zog dann die Mutter mit den vier Kindern ein.
Meine Oma war dann tatsächlich als „Trümmermädchen“ unterwegs, denn sie klopfte den ganzen Tag Steine aus dem Schutt, da es da dann eine warme Suppe zu essen gab. Anna in diesem Buch geht weiterhin zur Schule, was auch nicht untypisch war, allerdings nicht ganz so einfach wie hier beschrieben. Hier wird nur geschildert, dass der Schulweg wegen der Trümmer beschwerlich ist. Allerdings finde ich es schon ungewöhnlich, dass Anna noch in der gleichen Schule und mit der gleichen Lehrerin - nur mit ein paar Schülern mehr im Klassenzimmer - ist als 1941. Da hat mir meine Oma anderes erzählt, denn durch die Bombenangriffe wurden sie ständig anderen Schulen zugewiesen und damit auch anderen Klassenverbänden. Mein Opa ist übrigens erst 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, was bei vielen Männern aus der Region der Fall war. Soviel also zum historischen Kontext des Romans.
Anna als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Ich konnte ihre Gefühle und Gedanken gut nachverfolgen. Marie, die Tante von Anna, ist hier die zweite Hauptfigur, deren Perspektive geteilt wird. Bei ihr konnte ich aber nicht immer alles so gut nachverfolgen. Einerseits ist sie sehr strikt und stark, aber dann wieder fragt man sich warum sie so handelt oder eben nicht handelt. Aber vielleicht ist es auch gerade das Besondere an dieser Figur, dass sie sich Unfähig einer Situation gegenübersieht und es dann einfach so hinnimmt.
Mir haben hier die Nebenfiguren besonders gut gefallen und von einigen hätte ich daher auch gerne noch mehr gelesen.
Ich kann jetzt insgesamt gesehen nicht sagen, dass mich die Geschichte total in ihren Bann gezogen hätte und eins meiner Highlights wäre, aber interessiert hat es mich schon und flüssig zu lesen ist das Buch auf jeden Fall.

So habe ich bewertet: 


Und hier kann man das Buch kaufen: Lilly Bernstein: Trümmermädchen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Ullstein Verlages.

Montag, 30. November 2020

Ellin Carsta: Das Unrecht der Väter

 



1936: Paul-Friedrich von Falkenbach besitzt ein Anwesen am Starnberger See. Als er nach dem ersten Weltkrieg versehrt zurückkehrt, beschließt er, sich geschäftlich mit seinen Kriegskameraden Heinrich und Wilhelm Lehmann zusammenzutun und Ihnen anzubieten Ihre Firmensitze von Leipzig auf sein Grundstück zu verlegen. Die Zusammenarbeit wird zu einem großen Erfolg und die drei Männer gelten in der ganzen Umgebung als wohlhabende Geschäftsleute. Auch die Familien sind eng verbunden, haben doch alle drei einen Sohn im gleichen Alter.
Gustav von Falkenbach studiert in Berlin Medizin und plant erst später mit seiner Frau Clara an den Starnberger See zurückzukehren.
Leopold Lehmann, der Sohn von Wilhelm, ist verheiratet mit Irma und bereits Vater einer Tochter.
Ferdinand Lehmann, der Sohn von Heinrich, ist seit kurzem verheiratet mit Elisabeth und hat eigentlich eher künstlerische Ambitionen als geschäftliche.
Wilhelmine von Falkenbach ist die Tochter des Hauses und kann sich nur schwer den Anforderungen beugen, die die Gesellschaft an eine junge Frau aus gutem Hause in dieser Zeit stellt.
Die drei Väter verbindet ein Geheimnis, können Sie die Familie vor Unheil bewahren, oder droht das Unrecht der Väter auch auf die nächste Generation Einfluss zu nehmen?


Bei „Das Unrecht der Väter“ von Autorin Ellin Carsta handelt es sich um den ersten von zwei Bänden der Falkenbach Saga.
Ich habe schon andere Bücher der Autorin gelesen und mag ihren Schreibstil sehr gerne. Auch dieses Buch lässt sich sehr flüssig lesen.
Erzählt wird hier in wechselnden Perspektiven, was dadurch vereinfacht wird, dass jedes Kapitel mit einem Zitat der Person beginnt, die hier zum Erzähler wird. Mir war daher zu jeder Zeit klar, welche Perspektive man erlebt, was bei so vielen Personen nicht selbstverständlich ist.
Schön gefunden hätte ich es allerdings, wenn auch noch ein kleiner Personen-Glossar, oder ein Stammbaum das Buch ergänzt hätte, da es doch eine ganze Reihe von Personen sind, die auch noch teilweise miteinander verwandt sind.
Inhaltlich wird hier die Zeit thematisiert als man im Deutschen Reich glaubte, dass Hitler keinen Krieg beginnen wird und das Land auf einem guten Weg ist nach dem ersten Weltkrieg wieder zu alter Stärke zu finden und den Menschen Arbeit und Wohlstand zu bringen. Die kritischen Stimmen halten sich hier sehr zurück und auch wenn es Zweifel an der Parteizugehörigkeit gibt oder an dem Umgang mit jüdischen Mitmenschen, so gibt es doch keine am „Führer“. Da dies aber absolut dem Zeitgeist entspricht, finde ich dies hier passend geschildert. Die Figuren sind einerseits recht stereotyp, lassen aber an anderen Stellen auch Ecken und Kanten hervorblitzen. Vieles war für mich vorhersehbar und nach „Schema F“ gestaltet, aber an einigen Stellen konnte mich die Autorin auch tatsächlich überraschen. Da das Buch offen endet, bin ich schon gespannt auf die Fortsetzung und erhoffe mir noch mehr Fokus auf die weiblichen Hauptfiguren, da der Titel des zweiten Bandes „Die Stärke der Töchter“ lauten wird. 

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Ellin Carsta: Das Unrecht der Väter

Dienstag, 25. September 2018

Emily Bleeker: Aus den Trümmern




Inhaltsangabe des Verlages:
Lillian Linden ist eine Lügnerin. Auf den ersten Blick wirkt sie wie die tapfere Überlebende eines Flugzeugabsturzes, aber sie hat ihre Familie und die ganze Welt angelogen, seitdem Rettungshubschrauber sie und einen anderen Überlebenden namens Dave Hall von einer einsamen Insel im Südpazifik geborgen haben. Die Schiffbrüchigen waren fast zwei Jahre lang verschollen und stehen nach ihrer Rettung im Rampenlicht. Auf einmal werden sie von den Medien hofiert, aber sie können ihre wahre Geschichte nicht erzählen. Doch Genevieve Randall, die knallharte Enthüllungsjournalistin eines TV-Nachrichtenmagazins, kauft ihnen ihre Story nicht ab. Sie vermutet, dass Lillian und Dave in Bezug auf das Schicksal der anderen Überlebenden des Flugzeugabsturzes lügen, und ist entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, auch wenn sie dabei unzählige Leben zerstört.


„Aus den Trümmern“ von Autorin Emily Bleeker ist nicht ganz der Roman den ich nach der Inhaltsangabe erwartet hatte. Für mich hörte sich das ein bisschen so wie „Lost“ an.
Ich dachte irgendwie durch den Titel und das Cover, dass es sich hier um einen „großen“ Flugzeugabsturz handelt und deutlich mehr Personen beteiligt wären. Schon die ersten Seiten bringen jedoch Klarheit, dass es sich hier um ein Kleinflugzeug mit fünf Personen inklusive Pilot und Stewardess an Bord gehandelt hat. Dementsprechend konzentriert sich auch die Handlung nur auf einen kleinen Personenkreis und als Erzähler treten die beiden Überlebenden Lillian und Dave auf.
Erzählt wird hier in kurzen Kapiteln in unterschiedlicher chronologischer Reihenfolge und Perspektive. Es wird jedoch durch die Kapitelüberschrift immer sehr deutlich gekennzeichnet wann, wo und bei wem man sich befindet, so dass ich keine Probleme bei der Orientierung hatte.
Dadurch, dass die Geschichte in Teilen rückwirkend erzählt wird, erhält man als Leser schon sehr früh Hinweise auf Dinge die erst später aufgeklärt werden. Das hat zwar einerseits neugierig gemacht, andererseits aber für mich auch dazu geführt, dass die Handlung recht vorhersehbar wurde.
Ich fand die Beschreibungen der Ereignisse und des Lebens auf der Insel sehr gelungen und auch die beiden Hauptfiguren haben mir gut gefallen. Den Nebenfiguren wurde leider nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet, so dass sie nur wenig Tiefgang haben.
Insgesamt gesehen habe ich „Aus den Trümmern“ (der Titel passt hier höchstens im übertragenen Sinne) gerne gelesen. Noch besser hätte ich allerdings gefunden, wenn das Ende etwas anders ausgefallen wäre.


So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen: Emily Bleeker: Aus den Trümmern

Samstag, 22. September 2018

Kayla Ancrum: Wicker King




Inhaltsangabe des Verlages:
Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon (der vermutliche Brandstifter) mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden. Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der »Wicker King«, und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein: Er begibt sich gemeinsam mit Jack in dessen Fantasiewelt hinein und steuert sie beide damit genau auf die Katastrophe zu, die er verhindern wollte.

„Wicker King“ von Autorin Kayla Ancrum ist ein Roman der mit seiner Aufmachung und dem Detailreichtum in der Gestaltung beeindruckt, mich jedoch inhaltlich nicht überzeugen kann.
Das Buch sieht wirklich super aus, der Umschlag ist schön gestaltet und innen im Buch überzeugen ergänzende Details wie Polizeiberichte und Fotos. Zudem wurde der Seitenverlauf eingefärbt. Zu Anfang sind die Seiten noch weiß und werden im weiteren Verlauf der Handlung –parallel zu Jacks Geisteszustand – immer dunkler bis sie schließlich schwarz sind. Diese Idee hat mir gut gefallen.
Aber leider kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass mich das Buch inhaltlich sehr enttäuscht hat. Zum einen sind da diese extrem kurzen Kapitel. Bei mir kam dadurch kein richtiger Lesefluss zustände. Zum anderen haben mich auch die Kapitelüberschriften verwirrt, da diese nicht die Erzählperspektive wiedergeben, sondern manchmal über wen hier geschrieben wird oder auch gar nicht richtig gedeutet werden können. Nach dem Lesen des ersten Viertels stellte sich bei mir auch eine gewisse Langeweile ein, denn man weiß ja nun wie es um Jack steht und welche Figuren es sonst noch so gibt und die weitere Handlung beschreibt dann eigentlich nur noch wie Jack immer mehr abdriftet und August ihn dabei unterstützt anstatt professionelle Hilfe zu organisieren. Abbrechen wollte ich das Buch nicht, aber ich habe dann doch immer mehr quer gelesen und hatte auch nicht den Eindruck dabei viel zu verpassen.
Schwierig finde ich hier auch die Klassifizierung als Jugendbuch. Nur weil ein Buch jugendliche Hauptfiguren hat, ist es noch lange nicht auch für diese Altersgruppe geeignet. Die Autorin gibt im Nachwort an, dass sie denen eine Stimme geben will, die als Jugendliche schwere Zeiten durchmachen und es sich hier aus Ihrer Sicht hauptsächlich um die Themen Vernachlässigung und Co-Abhängigkeit dreht. Nun, ich finde, dass die psychische Erkrankung von Jack, und August verantwortungsloser Umgang damit, doch ziemlich cool dargestellt werden und bezweifle ehrlich gesagt, dass dies das richtige Signal an Jugendliche mit Problemen sendet. Letztendlich wird die Botschaft vermittelt, dass die Erwachsenen doch eh nicht helfen und man alleine klar kommen muss. Es gibt auch keinen wirklichen Wendepunkt oder einen Moment an dem man den Eindruck hat, dass den Jungen wirklich geholfen wird.
Insgesamt gesehen kann ich daher keine Empfehlung für „Wicker King“ aussprechen, außer um es sich als hübschen Bucheinband ins Regal zu stellen.

So habe ich bewertet: 


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Donnerstag, 6. September 2018

Ellin Carsta: Rebengold




Inhaltsangabe des Verlages:
Uerdingen 1351: Die Familie Velten will ihre von der Pest verwüstete Heimat hinter sich lassen. Sie geben den Hof auf und machen sich auf den weiten Weg zum Kloster Johannisberg. Vom Abt haben sie das Angebot bekommen, die klösterlichen Weinberge zu pachten. Auf der Reise treffen sie auf die Familie Stauber, die das gleiche Schicksal ereilt hat, und die ebenfalls zu Weinbauern werden wollen. Während der Fahrt mit dem Schiff ereignet sich ein Streit zwischen den Familien, der mit einem tragischen Unfall endet. Sowohl das Familienoberhaupt der Veltens als auch sein Bruder sterben. Die Witwe Isabel ist verzweifelt und steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Mit den Kindern auf sich allein gestellt muss sie den lange brachliegenden Weinberg bestellen. Ihre Verpächter, die Klosterbrüder, sind ihr keinesfalls alle wohlgesinnt. Und auch die ihr verhasste Familie Stauber tut alles, um ihr Steine in den Weg zu legen.

„Rebengold“ von Autorin Ellin Carsta ist ein historischer Roman, der in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Südhessen (Rheingau-Taunus-Kreis) spielt und sich, wie der Buchtitel schon andeutet, dem Weinanbau widmet.
Ich lese sehr gerne historische Romane und mag es auch zu erfahren was auf historischen Tatsachen beruht und was der künstlerischen Freiheit der Autorin entsprungen ist. Leider äußert sich die Autorin aber nicht in einem Nachwort zu diesem Thema, sondern verweist nur auf Schloss Johannisberg als real existierenden Ort. Ich habe mir aber noch selber ein paar Informationen gesucht und konnte feststellen, dass der Schauplatz des Romans im 14. Jahrhundert bereits ein bekanntes Weinanbaugebiet war und hier später eines der Hauptanbaugebiete für Riesling entstand. Schön finde ich auch, dass die zeitlich passenden Ortsbezeichnungen von der Autorin gewählt wurden.
Ein wenig gestört habe ich mich am Namen der Hauptfigur Isabel, denn der erscheint mir für diese Epoche in Deutschland nicht passend. Die übliche Namensvariante wäre meiner Meinung nach Elisabeth gewesen und Isabel für deutsche Lande zu exotisch.
Im Mittelpunkt stehen hier eindeutig die weiblichen Figuren, was auch damit zusammenhängt, dass die männlichen Figuren aufgrund einer hohen Todesrate nur zeitlich begrenzte Auftritte haben. Es ist natürlich so, dass im 14. Jahrhundert nicht viel nötig war um früh zu versterben, aber so gehäuft fand ich das dann schon ein wenig auffällig. Auch die Charakterzeichnung bei den männlichen Hauptfiguren fand ich ein wenig einseitig und stereotyp. Man hat wenig von Ihren Beweggründen und eigenen Gedanken erfahren und daher konnten sie hier auch nicht mehr als Randfiguren sein.
Von Isabel erfährt der Leser natürlich umso mehr und grundsätzlich hat mir diese Figur auch gut gefallen. Einerseits wird Isabel aber als von bäuerlicher Abstammung und ohne Schulbildung beschrieben, hat andererseits jedoch selber Einfälle die eines „Advokatus“ (Rechtsanwalt) würdig sind und kann ohne weiteres auf Anhieb einen langen ausländischen Namen unter einem Schreiben entziffern ohne lesen zu können.
Gut gefallen hat mir, dass man als Leser sehr nach bei Isabel dabei ist, ihre Emotionen und Gedanken erfährt und so auch mit ihr leiden und mitfiebern kann. Sehr gut beschrieben sind die Schauplätze und die Abläufe rund um den Weinanbau.
Mit ein paar weniger Klischees und Todesfällen hätte mir „Rebengold“ noch besser gefallen, aber auch so kann ich es als nicht allzu anspruchsvollen historischen Roman empfehlen. Inzwischen gibt es mit „Rebenblut“ auch noch eine Fortsetzung.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Ellin Carsta: Rebengold