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Mittwoch, 11. November 2015

Jeffery Deaver: Der Giftzeichner



Ein neuer Serienmörder treibt sein Unwesen in New York. Sein Merkmal ist, dass er seine Opfer tätowiert, aber er verwendet hierzu keine Tinte, sondern Gift. Zu den Mordermittlungen werden Berater Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs hinzugezogen. Am Tatort finden sich jedoch nicht nur die üblichen Indizien, sondern auch eine Verbindung zum sogenannten Knochenjäger-Fall. Handelt es sich hier um einen Nachahmungstäter?

"Der Giftzeichner" ist bereits der 11.Fall für Lincoln Rhyme und Amelia Sachs von Autor Jeffery Deaver.
Die bisherige Reihenfolge der Bücher lautet:
- Der Knochenjäger
- Letzter Tanz
- Der Insektenjäger
- Das Gesicht des Drachen
- Der faule Henker
- Das Teufelsspiel
- Der gehetzte Uhrmacher
- Der Täuscher
- Opferlämmer
- Todeszimmer
- Der Giftzeichner
Die Bücher bauen inhaltlich nicht stark aufeinander auf, aber die Charaktere haben sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt und so ist es schon sinnvoll die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Die eigentliche Thrillerhandlung ist in den Büchern jeweils in sich abgeschlossen. In "Der Giftzeichner" gibt es jedoch sehr viele Anspielungen auf "Der Knochenjäger" (Band 1) und "Der gehetzte Uhrmacher" (Band 7), so dass zumindest diese beiden Bände vorher gelesen werden sollten.
In vielerlei Hinsicht ist dies ein typischer Deaver. Es gibt Wendungen über Wendungen und Wendungen. Eine Auflösung ist grundsätzlich nie so wie sie auf den ersten oder zweiten Blick erscheint. Nur gerade weil das so typisch für einen Deaver ist, merke ich auch, dass mich das nicht mehr so überraschen kann und ich zumindest einen Teil der letztendlichen Auflösungen auch so erraten habe. Dennoch gefällt mir dieser Schreibstil einfach sehr gut und was ich hier ganz besonders liebe sind die Figuren. Mir sind Lincoln Rhyme und Amelia Sachs über die Jahre wirklich ans Herz gewachsen und ich freue mich nicht nur über ihre Ermittlungen und die kuriosen Kriminalfälle, sondern auch auf Neuigkeiten aus ihrem Privatleben. So wie es einem eben auch gehen würde, wenn man mal ab und zu erfährt wie es guten Bekannten geht die weit weg leben.
Die Verbindung zum alten Fall des Knochenjägers hätte ich hier ebenfalls nicht unbedingt gebraucht, aber ich fand es interessant zu den Anfängen dieses Ermittlerduos zurückgeführt zu werden. Die Eigenheiten dieses Giftzeichners fand ich teilweise sehr interessant, aber auch überzogen. Es ist erstaunlich, dass Jeffery Deaver immer noch neue Ideen hat, die noch mal so ganz anders sind als das was er vorher geschrieben hat. Aber dennoch bekommt man bei einem Deaver eben genau das was man erwartet: Ein sympathisches Ermittlerteam mit kuriosen Fällen und vielen vielen Wendungen.
Wer damit rechnet, der wird auch nicht enttäuscht werden und ich kann "Der Giftzeichner" daher auch wieder an alle Thriller-Liebhaber empfehlen.


So habe ich das Buch bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jeffery Deaver: Der Giftzeichner

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Montag, 29. April 2013

Jeffery Deaver: Die Angebetete


Kayleigh Towne ist eine erfolgreiche Country-Musikerin. Sie hat treue Fans, die alle ihre Liedtexte kennen und zahlreich zu ihren Konzerten kommen. Doch der Ruhm bringt manchmal auch unerwünschte Aufmerksamkeit, so wie die von Edwin Sharp, der glaubt eine Beziehung mit Kayleigh zu führen. Alle Versuche von Anwälten und Management den Mann auf Abstand zu halten sind ergebnislos und Edwin taucht immer wieder in der Nähe von Kayleigh auf und macht ihr Angst. Als Kayleigh Besuch von ihrer Freundin Kathryn Dance bekommt, geschieht das ungeheuerliche: Ein Mann aus Kayleighs Crew kommt ums Leben und alles deutet auf ein Verbrechen hin. Der Mord wurde angekündigt durch eine Strophe aus Kayleighs aktuellem Song "Your Shadow". Steckt der Stalker hinter dem Verbrechen, oder hatte jemand andere Gründe den Tontechniker zu töten?

"Die Angebetete" von Jeffery Deaver ist nicht unbedingt das, was ich als neues Buch des Thriller-Königs erwartet habe. Es liest sich eher so, als hätte der Autor eine Möglichkeit gesucht, seine Hobbies in einem seiner Bücher unterzubringen. Wer Musik nicht mag, der hat bei "Die Angebetete" ein echtes Problem, denn hier führt kein Weg dran vorbei. Neben vielen Liedtexten, die auch als Extra hinten im Buch alle vollständig abgedruckt sind, spielen hier auch die unterschiedlichen Stilrichtungen der Country-Musik eine Rolle, sowie mehr oder weniger bekannte Vertreter des Genre.
Es handelt sich hier aber auch um den dritten Band der Reihe rund um die Kinesik-Expertin Kathryn Dance. Das erste Buch "Die Menschenleserin" bildete einen guten Auftakt für die bereits aus den Lincoln Rhyme Büchern bekannte Figur. Der zweite Band "Allwissend" hatte mich ziemlich enttäuscht, da mir hier viel zu wenig aus diesem Fachbereich vorkam. Ein wenig besser gelungen finde ich nun den aktuellen Band, der wieder mehr erläutert, wie Kathryn zu ihren Erkenntnissen kommt.
Enttäuschend empfinde ich hier den Kriminalfall, der doch wieder sehr konstruiert wirkt und nur darauf abzielt, den Leser in eine falsche Richtung zu führen. Ich kann "Die Angebetete" daher nicht unbedingt als echten Thriller und Pageturner bezeichnen, auch wenn ich die Handlung durchaus interessant und spannend fand. Gut gefallen haben mir hier jedoch die Figuren, die auf mich sehr gut gezeichnet wirkten, für einige Überraschung sorgten und mich so dann doch mit dem Buch versöhnten.
Meiner Meinung nach bietet "Die Angebetete" jedoch mehr Potenzial zur Enttäuschung der Stammleser von Jeffery Deaver, als jedes seiner Bücher zuvor. Ich kann es daher nur den Lesern empfehlen, die sich für Musik interessieren und mehr von Kathryn Dance erfahren wollen, ohne das für sie der Kriminalfall im Vordergrund steht.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jeffery Deaver: Die Angebetete

Weitere Informationen zum Autor und Buch finden sich auf der Homepage des Blanvalet Verlages. Hier gibt es auch eine Leseprobe.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Jeffery Deaver: Opferlämmer

Bewertung: *****

Ein Lichtbogen von einem elektrischen Umspannwerk in New York zu einem davor haltenden Bus fordert ein Todesopfer. Doch dies war nur der Anfang, denn der Täter stellt Bedingungen an den Netzbetreiber Algonquin, ansonsten wird es weitere Anschläge geben. Lincolm Rhyme und sein Team übernehmen die Ermittlungen vor Ort und finden erste Spuren. Parallel ist die Polizei in Mexiko Richard Logan (Der gehetzte Uhrmacher) auf der Spur. Auch hier versucht Lincoln Rhyme zu unterstützen. Worauf hat es der Hochspannungstäter wirklich abgesehen?

"Hochspannend", das kann man wirklich zu "Opferlämmer" sagen. Allerdings meine ich dies hier im wörtlichen Sinn, denn das Thema dem sich Jeffery Deaver hier zuwendet ist das Stromnetz der USA. Nach "Der gehetzte Uhrmacher" war meine Erwartungshaltung an diesen neuen Band der Lincoln Rhyme Reihe sehr hoch. So ganz konnte "Opferlämmer" dem leider nicht gerecht werden, denn ich empfand das Buch doch als deutlich schwächer als noch den Vorgänger. Ein wenig ist dies auch eine wirkliche Fortsetzung, da die Figur des Richard Logan erneut auftaucht. Das Thema Strom als Waffe und Anschläge durch Manipulation des Stromnetzes fand ich sehr interessant, wenn auch ein wenig beängstigend. Etwas langatmig fand ich hier jedoch die eigentliche Spurensuche, die Sammlung von Profildaten und die parallelen Ermittlungen in Mexiko. Die Spannung ging dadurch verloren, so dass man hier leider nicht sagen kann, dass es sich um einen wirklich hochspannenden Thriller handelt. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band der Lincoln Rhyme Reihe, denn auch hier lässt mich das Ende schon wieder spekulieren, wie es wohl weiter gehen mag. Den Sinn des deutschen Titels konnte ich leider nicht nachvollziehen.
Empfehlenswert ist "Opferlämmer" für alle, die auch schon die anderen Bücher der Reihe gelesen haben, aber mit dem Hinweis, dass es eben nicht ganz so spannend ist wie noch die Vorgänger.


Und hier kann man das Buch kaufen:  Jeffery Deaver: Opferlämmer

Donnerstag, 29. November 2012

Jeffery Deaver: Allwissend

Bewertung: *****

"Allwissend" von Jeffery Deaver ist der zweite Teil der Reihe rund um die Kinesik Expertin Kathryn Dance.
Der erste Teil "Die Menschenleserin" hatte mir sehr gut gefallen und entsprechend hohe Erwartungen an den Nachfolger gestellt. Diese konnten leider nur teilweise erfüllt werden.
"Allwissend" war mir auf großen Strecken zu langatmig und unspektakulär um dauerhaft den Leser zu fesseln. Insbesondere die langen Texte aus dem Blog bremsten die Handlung und schläferten ein. Ich bin generell kein Freund von Blogs und der Sprache die dort verwendet wird. In einem Thriller hat dies in diesem Ausmaß für mich nichts zu suchen.
Auch der faszinierende Abschnitt der Kinesik hat hier nicht die Würdigung erhalten, wie ich es gerne gehabt hätte. Durch die vielen Nebenstränge und Blogeinträge geriet dies sehr in den Hintergrund und wenn Kathryn Dance doch einmal ihre Fähigkeit einsetzte, so war dies nicht unbedingt schlüssig geschildert.
Doch trotz dieser enttäuschenden Fortsetzung würde ich gerne noch weitere Bücher aus dieser Reihe lesen, da mich das Thema und die Figuren interessiert.
Ich hoffe jedoch, dass sich Jeffery Deaver mit seinem nächsten Buch wieder steigern kann.


Und hier kann man das Buch kaufen: Jeffery Deaver: Allwissend