Posts mit dem Label D werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label D werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 2. November 2013

Rachel DeWoskin: Kleine Frau, was nun?

Judy Lohden ist 16 Jahre alt und beschließt in ihrem Junior Jahr ihr Leben zu ändern, indem sie auf die Darcy Arts, eine Highschool für darstellende Künste, wechselt. Aber Judy hat nicht nur eine große Stimme, sondern dazu einen ungewöhnlich kleinen Körper, denn sie ist nur 1,15 m groß.
In Rückblicken erzählt Judy nun, wie es kommt, dass sie statt in der Schule und bei ihrer Familie in einem heruntergekommenen Motelzimmer sitzt und glaubt ihr Leben wäre vorbei und sie könnte sich niemals wieder in die Öffentlichkeit wagen. Ob das Ganze etwas mit ihrer Schwärmerei für den Schulstar Kyle zu tun hat?

"Kleine Frau, was nun?" von Autorin Rachel DeWoskin wird beworben als "beißend komischer Roman". Ich frage mich jedoch ernsthaft was für einen merkwürdigen Humor man haben muss um dieses Buch hier beißend komisch zu finden.
Es ist eine tragische Geschichte, die für mich auch nicht dadurch komischer wird, dass die Hauptfigur kleinwüchsig ist.
Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich mir nach der Inhaltsbeschreibung das Buch auch niemals gekauft hätte. Aber da ich es nun mal geschenkt bekommen habe, wollte es nun auch gelesen werden. Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass die Kleinwüchsigkeit von Judy tatsächlich nur hier eingebaut wurde, um für Komik zu sorgen, denn zur Handlung trägt dies nur wenig bei. Die Geschichte wäre genauso tragisch, wenn es sich bei Judy um ein Mädchen durchschnittlicher Körpergröße handeln würde.
"Kleine Frau, was nun?" könnte eine interessante Geschichte über das Erwachsenwerden sein, wenn man denn den Eindruck hätte, dass die Hauptfigur auch mit der Handlung wächst und eine Entwicklung zu beobachten ist. Aber stattdessen wird hier nur die Meinung vertreten, dass Gehirne von unter 20jährigen gar nichts dafür könnten, dass sie alles so wirr wahrnehmen.
Judy hat mir leider als Hauptfigur nicht gefallen. Einerseits will sie wie eine Große behandelt werden, nicht angestarrt werden und gleichberechtigt sein. Andererseits jedoch baut sie auf die Diskrepanz zwischen ihrer Erscheinung und großen Stimme und dass sie automatisch bevorzugt wird, weil sie ja so benachteiligt ist. Sie ist darauf bedacht coole Freunde zu finden und lässt ihre nicht so coolen Freunde gerne mal zu Gunsten von anderen zurückstehen. Das führte dazu das sie mir nicht ganz so sympathisch war und ich eher ihre Familie und Freunde bewundert habe, weil sie immer zu ihr stehen.
Insgesamt gesehen fand ich "Kleine Frau, was nun?" wenig lehrreich und eher langweilig. Zum Thema Erwachsenwerden gibt es auch wirklich bessere Bücher, so dass ich mir auch nicht richtig vorstellen kann, wem ich dieses Buch empfehlen soll, auch wenn ich es nicht schlecht geschrieben fand. Für jüngere Leser halte ich es auch noch nicht so geeignet.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Rachel DeWoskin: Kleine Frau, was nun?

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Piper Verlages.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Petra Durst-Benning: Die Champagnerkönigin

Berlin im Jahr 1898
Fabrikantentochter Isabelle hat sich ihren Eltern widersetzt und den Radrennfahrer Leon Feininger geheiratet. Gemeinsam mit ihm reist sie auf den Hof seiner Eltern in der Pfalz um fortan dort zu lesen. Doch das Leben dort ist sehr viel einfacher als es Isabelle gewöhnt ist und auch mit ihrer Rolle als Schwiegertochter kommt sie nur schwer zurecht. Als Leon ein Weingut in der Champagne von seinem Onkel erbt kommt das wie gerufen. Isabelle sieht es schon genau vor sich, wie sie in Zukunft die repräsentativen Aufgaben wahrnimmt und der gut betuchten Kundschaft den Champagner kredenzt. Doch ganz so gut hat es das Schicksal noch nicht mit ihr gemeint und so warten viele Hindernisse auf Leon und Isabelle auf dem Weg zu ihrem Traum.

Die "Jahrhundertwind-Trilogie" von Autorin Petra Durst-Benning widmet sich den Frauen zur Zeit des Jahrhundertwechsels. Das erste Buch "Solang die Welt noch schläft" zeigte auf beeindruckende Weise, welche Auswirkung das Radfahren auf die Emanzipation der Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert hatte. Der zweite Band "Die Champagnerkönigin" widmet sich nun dem Thema Frauen in der Geschäftswelt und legt seinen Schwerpunkt auf die Champagnerherstellung.
Ich liebe historische Romane generell, aber bei diesen Büchern gefällt mir noch zugleich, wie lehrreich sie sind. Ich wusste vorher weder besonders viel über die Geschichte des Fahrrads, noch über die Besonderheiten von Champagner gegenüber Sekt oder Wein (mal abgesehen vom Herstellungsort). Petra Durst-Benning verpackt diese Fülle an Informationen dabei so leicht und inmitten der Geschichte, dass man sich hier aber überhaupt nicht belehrt vorkommt.
Im Mittelpunkt der Trilogie stehen drei junge Frauen, die trotz unterschiedlicher Abstammung auf eine gemeinsame Jugendzeit in Berlin zurückblicken, sich jedoch dann wieder in ganz unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Im ersten Band war Josefine und ihre Leidenschaft für das Radfahren die Hauptkomponente. Nun im zweiten Band ist es Fabrikantentochter Isabelle und ihre unkonventionelle Heirat mit Leon, die im Fokus steht. Zu Anfang und eigentlich auch im ersten Buch, war mir Isabelle recht unsympathisch. Mir hat jedoch die Entwicklung der Figur, ihre Selbsterkenntnis und die Neuordnung ihrer Prioritäten gut gefallen. Auch die Nebenfiguren können hier überzeugen und die Dramatik in der Handlung gibt noch ihr übriges mit dazu, dass ich dieses Buch mit Begeisterung gelesen habe.
Empfehlen kann ich "Die Champagnerkönigin" selbstverständlich an alle Leser die bereits "Solang die Welt noch schläft" gelesen haben, aber auch an alle anderen, die sich für historische Romane rund um den Jahrhundertwechsel und die Rolle der Frau in der Gesellschaft interessieren. Der abschließende dritte Band ist leider erst für Anfang 2015 angekündigt.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Petra Durst-Benning: Die Champagnerkönigin

Samstag, 28. September 2013

C.J. Daugherty: Night School 03 - Denn Wahrheit musst du suchen


Jo ist tot und ihr Mörder läuft irgendwo in Cimmeria frei herum. Allie kann es nicht fassen, dass ihre Freundin nicht gerächt werden kann und anscheinend niemand außer ihr bereit ist, etwas zu unternehmen. Sie schottet sich von allen ab und will nur noch eins: weg von diesem schrecklichen Ort an dem ihre Freundin starb. Aber weglaufen ist auch hier keine Lösung. Nur die Wahrheit kann jetzt noch helfen Allies Kummer zu besiegen.

"Night School - Denn die Wahrheit musst du suchen" ist schon der dritte Band der Reihe von Autorin C.J. Daugherty. Die ersten beiden Bände sind "Du darfst keinem trauen" und "Der den Zweifel sät".
Ein wenig enttäuscht hat mich dieser Band dadurch, dass nicht ganz so viel passiert wie in den Bänden zuvor und wesentliche Fragen leider nicht geklärt werden. Da merkt man dann leider doch, dass die Reihe aus insgesamt fünf Büchern besteht und die Ereignisse daher nicht zu schnell abgewickelt werden sollen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir etwas schwerer gefallen, da Allie hier sehr schroff ist und neben ihren Mitmenschen auch den Leser ein wenig abprallen lässt. Später kommen jedoch einige Spannungsmomente hinzu, die mich wieder mitten in die Geschichte hinein ziehen konnten.
Endlich erfährt man mehr über die Hintergründe von Cimmeria und der Organisation und auch wie Allie und ihre Familie mit allem verbunden sind. Außerdem rücken einige Nebenfiguren etwas mehr in den Fokus, was mir ebenfalls gefallen hat. Insgesamt gesehen kann ich daher sagen, dass mir "Night School - Denn die Wahrheit musst du suchen" gut gefallen hat, aber leider nicht sehr viel Neues auf dem Weg zum großen Showdown beitragen konnte. Empfehlen kann ich es aber natürlich trotzdem an alle Leser die wissen wollen, was es denn nun mit der Cimmeria Academy und der Organisation auf sich hat.
Weiter geht es im Frühjahr 2014 mit "Um der Hoffnung willen".

So habe ich bewertet:
 

Und hier kann man das Buch kaufen: C.J. Daugherty: Night School 03 - Denn Wahrheit musst du suchen 

Weitere Informationen zum Buch, der Reihe und zur Autorin finden sich auf der Homepage von Oetinger und auf http://www.nightschool.de/.

Montag, 9. September 2013

Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Marcus Goldman war für kurze Zeit der neue Stern am amerikanischen Literaturhimmel, doch nun wächst der Druck auf ihn ein zweites Buch zu veröffentlichen. Der Abgabetermin beim Verlag rückt immer näher, aber Marcus bringt keine vernünftige Zeile mehr zustande. Er sucht Rat bei seinem ehemaligen Literaturprofessor und Bestsellerautor Harry Quebert, der ihn einlädt zu ihm in sein Haus nach Aurora zu kommen. Schon lange verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft und Aurora ist auch der Ort an dem Quebert einst seinen Erfolgsroman schrieb. Kurz nachdem Marcus wieder nach New York zurück gekehrt ist, erfährt er, dass Harry verhaftet wurde, nachdem in seinem Garten der Leichnam eines jungen Mädchens gefunden wurde, das vor 33 Jahren in Aurora verschwunden ist - im Sommer als Quebert "Der Ursprung des Übels" schrieb. Harry Quebert bestreitet den Mord, gibt aber zu eine Liebesaffaire mit dem 15jährigen Mädchen gehabt zu haben - ein Skandal der breite Wellen in der Literaturwelt schlägt. Marcus kann nicht glauben, dass sein Freund und Mentor ein Mörder ist und er beschließt auf eigene Faust zu ermitteln und die Wahrheit über den Fall Harry Quebert in Erfahrung zu bringen ...

"Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert"  von Autor Joël Dicker ist ein echt schwerer Brocken und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich mag dicke Bücher sehr und unter 400 Seiten fehlt mir fast immer was. Aber ein knapp 1 kg schwerer Schmöker ist schon echt anstrengend und eigentlich nur auf dem Sofa zu bewältigen. Das hat leider auch Einfluss auf meine Lust genommen in diesem Buch weiter zu lesen und ich hätte mir eine leichtere Variante gewünscht - durch dünneres Papier, oder eine andere Bindung oder was auch immer da möglich ist.
Inhaltlich fand ich die Geschichte rund um die Autoren Harry Quebert und Marcus Goldman jedoch sehr interessant. Am Anfang empfand ich den Roman noch eher als philosophisch, später wurde er dann zum Krimi und die Spannung stieg. Autor Joël Dicker hat es gut verstanden seine Leser auf den falschen Weg zu führen und immer wieder neue Wendungen zu präsentieren. Was bei anderen Romanen oft unglaubwürdig auf mich wirkte hat hier ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Die beiden Hauptfiguren haben mir sehr gut gefallen, denn besonders in ihren gemeinsamen Szenen können sie überzeugen.
Der Aufbau des Buches und die "Buch-im-Buch" Geschichte hat mir gefallen, auch wenn dadurch ein sehr belehrender Ton herrscht und die Handlung schon etwas sehr aufgebauscht wird. Ein wenig unglaubwürdig fand ich jedoch Marcus Ermittlungen und das er die Polizei zu allen Vernehmungen etc. begleiten darf.
Zudem hatte das Buch durchaus seine Längen für mich und das insbesondere im Mittelteil. Zu einem positiven Gesamtergebnis komme ich daher nur, da mich das letzte Viertel absolut überzeugen konnte und mich der Autor hier ziemlich überrascht hat. Ich rate daher jedem der vielleicht vorher mit dem Buch hadert es doch zu Ende zu lesen.
Empfehlen kann ich "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" an alle Leser komplexer Romane, die nicht vor Spannung überquellen müssen, aber mit schöner Sprache überzeugen können. Ich könnte mir vorstellen, dass sich auch die Leser von Carlos Ruiz Zafón mit diesem Roman anfreunden können.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Weitere Informationen zu Buch und Autor finden sich auf der Homepage des Piper Verlages.

Dienstag, 13. August 2013

Federica de Cesco: Tochter des Windes




Nach einer gescheiterten Ehe sucht Rainer, ein Dozent für Kunstgeschichte aus Hamburg, Ablenkung bei einer Urlaubsreise nach Prag. In der goldenen Stadt begegnet er zufällig Mia Koga, einer Architektin aus Tokio, die in Prag die berühmten Bauwerke erkundet und die Heimatstadt eines ihrer Idole kennenlernen will.
Schon nach kurzer Zeit verspüren Rainer und Mia eine tiefe Verbundenheit und als nach einigen Tagen die Trennung ansteht, ist klar, dass dies nicht ihre letzte Begegnung sein wird. Mia ist nicht bereit ihr erfolgreiches Leben in Japan aufzugeben und so ist es Rainer der sich entschließt ein neues Wagnis einzugehen und Mia nach Japan zu folgen. Rainer stürzt sich voller Eifer in die Veränderung und lernt nicht nur das Land kennen, sondern erlebt mit allen Sinnen ...

Ich habe schon viele Bücher von Autorin Federica de Cesco gelesen. "Tochter des Windes" ist nicht das erste Buch das in Japan spielt, aber es ist das einzige an das ich mich erinnern kann, dessen Erzählerin keine Frau ist. Erzählt wird hier aus der Perspektive des Deutschen Rainer, der im Jahr 2010 Mia kennenlernt und beschließt sein altes Leben zugunsten eines Neuanfangs in Japan aufzugeben.
Diese Sichtweise fand ich interessant und gut geschrieben, so dass mich Federica de Cesco damit nicht enttäuscht hat. Aber dennoch ist die Autorin hinter meinen Erwartungen zurück geblieben, da ich bisher auch ihre differenzierte Auseinandersetzung mit Kulturen, Religionen und anderen wichtigen Themen geschätzt habe.
Davon ist in "Tochter des Windes" jedoch leider nichts zu spüren. Der Roman glorifiziert die japanische Lebensweise und selbst bekannte negative Aspekte wie die Stellung der Frau in der japanischen Arbeitswelt, das Begrapschen in der U-Bahn und die lange Junggesellenzeit mit den Love-Hotels werden noch positiv dargestellt oder verharmlos. Auf andere Themen wird gar nicht erst eingegangen und ein Ereignis das weltweit für Entsetzen gesorgt hat, ebenfalls nur positiv dargestellt. Dazu wird oft betont wie frei man in Japan leben könnte, da ja alles als "Privatsache" angesehen wird. Da ich Bekannte habe, die in Japan gelebt haben, weiß ich, dass das Leben gerade für Frauen dort leider nicht so einfach ist.
Meine Kritik beziehe ich allerdings nur auf das moderne Japan, denn der historische Anteil ist wiederum sehr anschaulich und detailliert beschrieben. Auch was den kulturellen Hintergrund betrifft, fühlte ich mich hier gut informiert und Einzelheiten wie das Haus der Familie Koga waren ganz besondere Lichtblicke.
Auch die Liebesgeschichte hat mir gefallen, wobei Rainer und Mia ein recht gegensätzliches Paar bilden. Aber insgesamt gesehen hat mich dies mit der Geschichte die Mias 108jährige Tante Azai zu erzählen hat doch sehr versöhnt, so dass ich "Tochter des Windes" an alle Leser (diesmal ausdrücklich auch männliche!) empfehlen kann, die sich für ungewöhnliche Liebesgeschichten und japanische Geschichte interessieren.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen:  Federica de Cesco: Tochter des Windes

Montag, 1. Juli 2013

Jérôme Delafosse: Im Blutkreis


Ein Mann erwacht in einem Krankenhaus in Norwegen ohne seine Erinnerungen. Er erfährt, dass er Teilnehmer einer Expedition war und dabei verletzt wurde. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wird, kehrt dieser Mann, dem inzwischen mitgeteilt wurde das sein Name Nathan Falh wäre, zurück in seine Wohnung in Paris. Doch dort angekommen bemerkt er die ersten Ungereimtheiten in seinem Lebenslauf und den Umständen seines Unfalls. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln …

„Im Blutkreis“ von Jérôme Delafosse habe ich als Hörbuch gehört und leider in keiner guten Erinnerung. Gelesen wird es von Simon Roden, der seine Aufgabe zwar solide erledigt, aber auch wenig markantes in der Rolle hinterlässt.
Ich fand die Geschichte zu Anfang noch ganz interessant, auch wenn ich da bereits meine Probleme mit den Namen im Buch hatte. Bis ich zum Abschluss des Hörbuchs die Inhaltsangabe durchgelesen habe, war ich der festen Überzeugung die Hauptperson würde Laton Fohl heißen, so wenig konnte ich mit der Aussprache hier anfangen.
Ab ca. der Hälfte wurde die Handlung sehr verworren. Ständig reiste die Hauptfigur durch die Welt, traf sich mit diesem oder jenem, erfuhr in Telefonaten weitere Informationen und setzte alles zu einer Geschichte zusammen, die für mich einfach nur unglaubwürdig und maßlos übertrieben klang. Spannung kam kaum auf, da ich vielmehr damit beschäftigt war nicht den Anschluss zu verlieren in welchem Land wir gerade sind.
Vielleicht ist dies einfacher und schlüssiger nachzuvollziehen, wenn man das Buch liest statt das Hörbuch zu hören.
Für das Hörbuch kann ich leider keine Empfehlung aussprechen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Jérôme Delafosse: Im Blutkreis

Dienstag, 18. Juni 2013

D'Andrea G. L.: Wunderkind - Die Silbermünze


Normalerweise beginne ich meine Texte mit einer Zusammenfassung des Inhalts. Aber das ist mir bei "Wunderkind - Die Silbermünze" von D'Andrea G. L. leider nicht möglich, denn außer dass ein Waisenjunge mit Namen Caius eine Silbermünze geschenkt bekommt und diese nicht mehr los wird, ist mir hier nichts in Erinnerung geblieben. Ich habe dieses Hörbuch schlichtweg nicht verstanden. Ich habe selten zuvor eine so verworrene und unverständliche Geschichte gehört, die mit Perspektivenwechseln zu Personen die ich nicht einordnen konnte auffiel und die irgendwie vom Kampf Gut gegen Böse handelt. Dazu spielt das Ganze auch noch in Frankreich und die französischen, bzw. unbeholfen ins deutsche übersetzten Namen haben nicht gerade zur Entwirrung beigetragen. Mir ist weder klar was es mit dem Wunderkind auf sich hat, noch wer nun zu Caius Unterstützern und wer zu seinen Feinden zählt. Wenn selbst so grundlegendes Wissen nicht transportiert wird, dann kann ich das nur der Vorlage anlasten.
Einziger Pluspunkt war für mich hier Sprecher Simon Jäger, der seine Sache sehr gut macht, aber leider die Geschichte nicht retten kann.
Mir fällt leider niemand ein, dem ich dieses Hörbuch mit gutem Gewissen empfehlen kann. Vielleicht ist es besser als Buch zu verstehen, aber ansonsten wird die Wertung nur durch den Sprecher gerettet.

So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Hörbuch kaufen: D'Andrea G. L.: Wunderkind - Die Silbermünze

Samstag, 8. Juni 2013

James Dashner: Die Auserwählten 03 - In der Todeszone

Nach den Ereignissen in der Brandwüste soll nun die Zeit der Prüfungen vorbei sein. ANGST hat alle relevanten Muster gesammelt und will von nun an mit dem Versuchspersonen zusammenarbeiten. Aber ein letzter Schritt soll noch notwendig sein auf dem Weg zum Heilmittel: In einer Operation soll das Gedächtnis aller Teilnehmer wieder hergestellt werden, dann würden sie alles verstehen und ANGST auf dem restlichen Weg unterstützen. Aber Thomas erinnert sich bereits jetzt an vieles und eines weiß er ganz sicher: Er möchte niemals wieder so sein wie früher.

"Die Auserwählten - In der Todeszone" ist der Abschluss der Trilogie von Autor James Dashner, die mit "Im Labyrinth" und "In der Brandwüste" ihren Anfang nahm.
"In der Todeszone" bietet viele Antworten, gleichzeitig aber auch viele neue Fragen.
Teil Zwei hatte mich ganz besonders fasziniert und voller Vorfreude auf den Abschluss zurückgelassen, diese Erwartungen konnte Band drei bei mir jedoch nur teilweise erfüllen.
Leider haben einige Figuren nur eine sehr untergeordnete Rolle eingenommen und sind nicht mehr in den Fokus gerückt, obwohl ich mir gewünscht hätte noch mehr von ihren Hintergründen und Motiven zu erfahren. Einige der Figuren die erst nach dem ersten Buch eingeführt wurden, sind mir leider immer noch fremd und nicht so ans Herz gewachsen, wie die Strünke die man von Anfang an kennt.
Zudem wirkte die Handlung auf mich abgehackter und nicht so einheitlich wie in den Büchern zuvor. Dies wird wahrscheinlich mit den häufigen Ortswechseln zusammenhängen, die man aus den ersten beiden Teilen so nicht kannte.
Insgesamt gesehen finde ich die Buchreihe immer noch sehr gut. Aber als Einzelbuch hatte ich mir von "In der Todeszone" doch deutlich mehr versprochen. Zu einer guten Wertung komme ich hier nur noch indem ich ein paar Bonuspunkte einfließen lasse und aufrunde. Empfehlen kann ich dieses Buch aber immer noch an alle Leser ab ca. 14 Jahren, die auch die ersten beiden Bücher gelesen haben, denn ein paar Fragen werden hier schon beantwortet.

So habe ich bewertet:

 
Und hier kann man das Buch kaufen: James Dashner: Die Auserwählten 03 - In der Todeszone

Weitere Informationen zum Autor und zur Buchreihe gibt es auf der Homepage des Chicken House Verlages.

Montag, 3. Juni 2013

Petra Durst-Benning: Solang die Welt noch schläft


Josefine Schmied lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist die Tochter des Schmied-Schmied und wird daher als billige Arbeitskraft in Schmiede und Haushalt gebraucht. Bei einem Kuraufenthalt im Schwarzwald entdeckt Jo ihre Leidenschaft fürs Veloziped und sucht fortan jede Gelegenheit zum Fahrrad fahren. Wieder zurück in Berlin schließen sie und ihre Freundin Clara daher auch Freundschaft mit der Fabrikantentochter Isabelle, deren Vater ein Velo hat. Doch Josefines Leben verläuft plötzlich ganz anders als geplant, als sie für drei Jahre ins Gefängnis muss…

"Solang die Welt noch schläft" ist der Auftakt der Jahrhundertwind-Trilogie von Autorin Petra Durst-Benning. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei junge Frauen, die gegen Ende des 20. Jahrhunderts durch das Fahrradfahren eine neue Freiheit entdecken. Dieses erste Buch widmet sich insbesondere Josefine, die aus einfachen Verhältnissen stammt und der ihre Leidenschaft fast zum Verhängnis wird. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir vorher nie groß Gedanken darüber gemacht habe, was für einen entscheidenden Einfluss das Rad fahren auf die Emanzipation der Frau hatte. Ich habe es zwar geahnt, aber mir war es nicht wirklich bewusst, wie schwierig und skandalös es zu Anfang noch für Frauen war, überhaupt als Radfahrerinnen akzeptiert zu werden. Petra Durst-Benning hat hier akkurat recherchiert, drei unterschiedliche und interessante Frauenfiguren geschaffen und sie in einen tollen historischen Kontext gesetzt. Ich fand "Solang die Welt noch schläft" daher sehr faszinierend, auch wenn die Handlung eher ruhig und an manchen Stellen recht vorhersehbar ist. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr flüssig zu lesen, wobei hier jedoch die Ereignisse nicht immer chronologisch erzählt werden, was mir zu Anfang einige Probleme bereitet hat.
Da auch in diesem ersten Buch schon recht viel aus dem Leben der beiden anderen Freundinnen Clara und Isabelle erzählt wird, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen wie die Fortsetzungen aussehen werden. Aber auch als Einzelband gesehen, kann "Solang die Welt noch schläft" überzeugen. Empfehlen kann ich dieses Buch insbesondere an Leserinnen, die sich für das Thema Jahrhundertwende und Frauenschicksale interessieren. In der Wertung gibt es bei mir zwar leichte Abzüge, aber ich runde nach oben hin auf.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Petra Durst-Benning: Solang die Welt noch schläft

Montag, 29. April 2013

Jeffery Deaver: Die Angebetete


Kayleigh Towne ist eine erfolgreiche Country-Musikerin. Sie hat treue Fans, die alle ihre Liedtexte kennen und zahlreich zu ihren Konzerten kommen. Doch der Ruhm bringt manchmal auch unerwünschte Aufmerksamkeit, so wie die von Edwin Sharp, der glaubt eine Beziehung mit Kayleigh zu führen. Alle Versuche von Anwälten und Management den Mann auf Abstand zu halten sind ergebnislos und Edwin taucht immer wieder in der Nähe von Kayleigh auf und macht ihr Angst. Als Kayleigh Besuch von ihrer Freundin Kathryn Dance bekommt, geschieht das ungeheuerliche: Ein Mann aus Kayleighs Crew kommt ums Leben und alles deutet auf ein Verbrechen hin. Der Mord wurde angekündigt durch eine Strophe aus Kayleighs aktuellem Song "Your Shadow". Steckt der Stalker hinter dem Verbrechen, oder hatte jemand andere Gründe den Tontechniker zu töten?

"Die Angebetete" von Jeffery Deaver ist nicht unbedingt das, was ich als neues Buch des Thriller-Königs erwartet habe. Es liest sich eher so, als hätte der Autor eine Möglichkeit gesucht, seine Hobbies in einem seiner Bücher unterzubringen. Wer Musik nicht mag, der hat bei "Die Angebetete" ein echtes Problem, denn hier führt kein Weg dran vorbei. Neben vielen Liedtexten, die auch als Extra hinten im Buch alle vollständig abgedruckt sind, spielen hier auch die unterschiedlichen Stilrichtungen der Country-Musik eine Rolle, sowie mehr oder weniger bekannte Vertreter des Genre.
Es handelt sich hier aber auch um den dritten Band der Reihe rund um die Kinesik-Expertin Kathryn Dance. Das erste Buch "Die Menschenleserin" bildete einen guten Auftakt für die bereits aus den Lincoln Rhyme Büchern bekannte Figur. Der zweite Band "Allwissend" hatte mich ziemlich enttäuscht, da mir hier viel zu wenig aus diesem Fachbereich vorkam. Ein wenig besser gelungen finde ich nun den aktuellen Band, der wieder mehr erläutert, wie Kathryn zu ihren Erkenntnissen kommt.
Enttäuschend empfinde ich hier den Kriminalfall, der doch wieder sehr konstruiert wirkt und nur darauf abzielt, den Leser in eine falsche Richtung zu führen. Ich kann "Die Angebetete" daher nicht unbedingt als echten Thriller und Pageturner bezeichnen, auch wenn ich die Handlung durchaus interessant und spannend fand. Gut gefallen haben mir hier jedoch die Figuren, die auf mich sehr gut gezeichnet wirkten, für einige Überraschung sorgten und mich so dann doch mit dem Buch versöhnten.
Meiner Meinung nach bietet "Die Angebetete" jedoch mehr Potenzial zur Enttäuschung der Stammleser von Jeffery Deaver, als jedes seiner Bücher zuvor. Ich kann es daher nur den Lesern empfehlen, die sich für Musik interessieren und mehr von Kathryn Dance erfahren wollen, ohne das für sie der Kriminalfall im Vordergrund steht.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jeffery Deaver: Die Angebetete

Weitere Informationen zum Autor und Buch finden sich auf der Homepage des Blanvalet Verlages. Hier gibt es auch eine Leseprobe.

Donnerstag, 4. April 2013

C. J. Daugherty: Night School 02 - Der den Zweifel sät


Allie kehrt nach den Sommerferien an die Cimmeria Academy zurück. Ihre Mutter hat ihr nun endlich einige Fragen beantwortet und Allie weiß nun, warum sie ausgerechnet zu dieser Schule geschickt wurde. Zu ihrer großen Freude wird Allie nun in der Night School aufgenommen und erhält die außerschulische Ausbildung. Wegen der besonderen Ereignisse im Sommertrimester und einige Vorkommnissen in London wird nun ein Schwerpunkt auf Selbstverteidigung gelegt. Aber Allie muss nicht nur körperlich an sich arbeiten, auch das Thema Jungs macht ihr das Leben schwerer als erwartet ...

"Night School 01 - Du darfst keinem trauen" hatte mir bereits sehr gut gefallen, nachdem ich mich erst mal damit angefreundet hatte, dass es sich um einen Jugendthriller und kein Fantasybuch handelt. Ich hatte zwar große Erwartungen an die Fortsetzung, aber ich hätte nicht gedacht, dass mir "Night School 02 - Der den Zweifel sät" noch besser gefallen wird. Im ersten Buch hatte ich noch die vielen ungeklärten Fragen und geringe Entwicklung der Charaktere als Schwachpunkt gesehen. Doch der zweite Band bietet endlich ein paar Antworten (wenn auch noch lange nicht alle) und ich empfand die Figuren als sehr viel wandelbarer und vielschichtiger als noch zu Beginn der Reihe. Es ist noch lange nicht geklärt wer hier Freund und Feind ist und das macht das Ganze besonders spannend.
Für mich ist "Night School" eine tolle Mischung aus Dramatik, Romantik, Geheimnissen und Spannung. Im Vergleich zum ersten Buch ist "Der den Zweifel sät" noch ein wenig actionreicher, auch wenn es eine Prise weniger Liebesverwirrungen hätten sein können.
Empfehlen kann ich dieses Buch und die gesamte Reihe an alle Leser ab ca. 14 Jahren die gerne mysteriöse Bücher lesen, die ohne phantastische Elemente auskommen.
Weitere Titel der Reihe sind bereits in Vorbereitung und die Leser können noch in diesem Jahr mit "Night School 03 - Denn Wahrheit muss du suchen" (10/2013) rechnen. Im nächsten Jahr sollen dann noch "Night School 04 - Um der Hoffnung willen" und "Night School 05 - Und Gewissheit wirst du haben" folgen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: C. J. Daugherty: Nicht School 02 - Der den Zweifel sät

Weitere Informationen zum Buch, der Reihe und der Autorin finden sich auf der Homepage der Verlagsgruppe Oetinger, sowie auf www.nightschool.de.

Montag, 25. März 2013

Tonke Dragt: Der Goldschmied und der Dieb


Einem Schuhmacher und seiner Frau werden Zwillinge geboren. Sie gleichen einander wie zwei Wassertropfen und erhalten die Namen Jiacomo und Laurenzo. Als Jiacomo und Laurenzo sieben Jahre alt sind, beschließt ihr Vater sie in die Schule zu schicken. Doch die beiden Jungen würden viel lieber weiter mit ihren Tieren spielen. So entsteht die Idee von "Laucomo". Doch das ist nicht das einzige Schelmenstück, dass sich die beiden Kinder leisten und als es schließlich soweit ist einen Beruf zu erlernen, ist es Zeit für die Zwillinge unterschiedliche Wege einzuschlagen.

Ich habe "Der Goldschmied und der Dieb" von Autorin Tonke Dragt als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Konstantin Graudus, der es gut versteht Witz und Ernsthaftigkeit an den passenden Stellen zu vermitteln.
Inhaltlich spielt "Der Goldschmied und der Dieb" in einer fiktiven mittelalterlichen Welt. Die Zwillinge Jiacomo und Laurenzo werden von ihrer Geburt bis zum Erwachsenenalter begleitet. Dabei gibt es sowohl die üblichen Zwillingsverwechslungsspielchen, als auch ganz neue Ideen zu dem Thema. Aufhänger der Geschichten ist meistens der unterschiedliche Werdegang der Brüder, die trotz ihrer Ähnlichkeiten doch sehr verschiedene Fähigkeiten haben.
Bei manchen Episoden muss man doch schmunzeln und es hat mir auch gut gefallen, dass jedes Kapitel mit einem Zitat versehen ist, das einen Bezug zum Inhalt hat.
Einziger Nachteil an dieser Geschichtensammlung ist, dass hier kein echter Spannungsbogen vorhanden ist. Es gibt kein mitfiebern auf das Ende hin, sondern ich hätte auch durchaus jedes der Kapitel für sich hören können.
Geeignet ist "Der Goldschmied und der Dieb" auch schon für jüngere Hörer ab ca. 10 Jahren.
Empfehlen kann ich es allen, die lustige und ruhige Geschichten mögen, die etwas moderner erzählt sind, als Wilhelm Busch oder Erich Kästner.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Tonke Dragt: Der Goldschmied und der Dieb


Montag, 11. März 2013

Federica de Cesco: Mondtänzerin


Vier Kinder lernen sich auf der Insel Malta kennen. Ihre Hintergründe sind unterschiedlich, ihre Abstammungen nicht vergleichbar, doch ihre Zuneigung zueinander steht vom ersten Moment an fest. Alessa, Peter, Viviane und Giovanni machen sich nichts aus Standesunterschieden, denn sie wissen, dass Freundschaft sie fürs Leben verbinden wird. Aber man bleibt nicht für immer Kind und auch diese vier müssen sich mit den Veränderungen auf Malta und in ihren Familien auseinander setzen.

Mir fällt die Bewertung von "Mondtänzerin" sehr schwer. Einerseits habe ich den erzählerischen Schreibstil von Federica de Cesco sehr genossen, aber andererseits war mir dieses Buch zu verworren und es schweifte zu oft von der eigentlichen Handlung ab. Ich fand dieses Buch daher sehr viel schwieriger zu lesen, als ich es von dieser Autorin gewohnt bin.
Schauplatz von "Mondtänzerin" ist die Insel Malta und ich fand es sehr interessant, hier nebenher so viel über dieses kleine Stückchen Land vermittelt zu bekommen. Dies reichte von der Geschichte der Insel in der Frühzeit und im Mittelalter bis zur Religion und der Kultur zur heutigen Zeit. Dieses Buch hat in gewisser Weise bei mir die Lust erweckt, diese Insel persönlich kennenzulernen und zwar so, wie Alessa sie sieht.
Ach ja, Alessa, sie ist die Hauptfigur und Erzählerin von "Mondtänzerin". In Rückblicken erzählt sie von ihrer Kindheit auf der Insel, kommentiert mit dem Blick der Gegenwart und weicht doch immer wieder ab und vermischt die Zeiten. Das fand ich sehr ungewöhnlich, interessant, aber auch zeitweise schwierig zu lesen. Alessa war mir von Anfang an sympathisch und ich habe gerne ihre Geschichte verfolgt. Aber eine chronologische Reihenfolge wäre mir persönlich hier wohl lieber gewesen.
Die Nebenfiguren sind sehr unterschiedlich und alle spannend auf ihre Art.
Was mir aber das Lesen von "Mondtänzerin" sehr erschwert hat und dazu führte, dass ich Passagen quer gelesen habe, ist das ganz unterschiedliche Erzähltempo. Mal reihen sich die Ereignisse aneinander und dann wird wieder über Seiten hinweg ein einziger Moment geschildert. Bis zum Ende hin konnte ich mich damit nicht anfreunden und daher dieses Buch auch nicht als solchen Genuss empfinden, wie es die wunderschöne Sprache von Frau de Cesco eigentlich wert ist.
Aber ich lese nun bereits seit fast 20 Jahren die Bücher der Autorin und ich bin mir sicher, dass ich auch in Zukunft immer wieder dazu greifen werde.
Empfehlen kann ich "Mondtänzerin" an alle Leser, die schöne Wort schätzen und die nicht nur von einem Ereignis zum nächsten hetzen wollen, sofern sie keine Probleme mit unterschiedlichen Erzähltempi in einem Buch haben.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Federica de Cesco: Mondtänzerin

Weitere Informationen zur Autorin und zum Buch findet man auf der Seite des Blanvalet Verlages.
Hier findet sich auch eine Leseprobe.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Cory Doctorow: Little Brother


In einer nahen Zukunft hat die Technik noch mehr Einzug in den Alltag der Menschen gehalten.
Marcus Yallow ist 17 Jahr alt und sieht jeden Tag in seiner Schule wie Technik zur Überwachung der Schüler eingesetzt wird. Aber mit einigen kleinen Tricks schafft er es immer wieder seine Freunde und sich aus dem Netz zu entziehen und sich unerkannt zu bewegen und zu informieren.
Doch von einem auf den anderen Tag wird alles anders. Marcus und seine Freunde sind zur falschen Zeit am falschen Ort und werden so als Verdächtige eines Terroranschlags in San Francisco festgenommen. An einem geheimen Ort werden sie tagelang verhört und ohne Wissen ihrer Eltern festgehalten. Die Heimatschutzbehörde hat erweiterte Befugnisse erhalten und so ist Marcus auch nachdem er endlich freigelassen wird, noch nicht in Sicherheit.
Jeder Bürger ist nun potenziell verdächtig und das Leben in San Francisco gleicht mehr dem in einem Überwachungsstaat.
Marcus glaubt jedoch weiterhin an die Freiheit der Bürger und wenn die Erwachsenen nichts dafür tun wollen, dann müssen sich eben die jungen Leute darum kümmern ...

"Little Brother" von Cory Doctorow ist beängstigend. Beängstigend deshalb, weil es gar nicht so weit von einer möglichen Realität entfernt ist.
Gelesen wird das Hörbuch von Oliver Rohrbeck, der diese Aufgabe grandios meistert.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des 17jährigen Marcus, der ungewollt in die Aktivitäten des Heimatschutzes hineingezogen wird. Für Marcus gibt es ab diesem Ereignis ein Vorher und ein Nachher. Eine Welt in der er sich zwar überwacht fühlte, es aber einfach nur ein Spaß war dem zu entkommen und einer Welt in der er tatsächlich um sein Leben fürchten muss oder das er einfach verschwindet und niemand jemals wieder etwas von ihm erfährt.
Autor Cory Doctorow hat hier 9/11 und die darauf folgenden Aktionen wie die Gründung des Department of Homeland Security und den Patriot Act auf eine neue Stufe gehoben und zeigt so auf erschreckende Weise, wozu das was den Bürger eigentlich schützen soll, im Extremfall führen kann.
Marcus nimmt als Hauptfigur einen Großteil der Handlung ein, doch auch die Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen. Neben den anderen Jugendlichen sind dies beispielsweise auch die Eltern von Marcus, die eine andere Perspektive einbringen, oder auch eine Enthüllungsjournalistin.
Insgesamt gesehen ist vieles in dieser Geschichte unterteilt in Gut und Böse, doch der Roman bietet auch viel Potenzial für Diskussionen und regt zum Nachdenken an über sein eigenes Verhalten und dem, was ein Staat im Namen des Heimatschutzes tun darf.
Die Zielgruppe des Autors sind jugendliche Leser und neben den ganzen wichtigen politischen, wirtschaftlichen und technischen Themen bietet "Little Brother" einfach ganz viel Hörspaß und lässt die Leser so richtig mit den Figuren mitfiebern.
Empfehlen kann ich dieses Hörbuch daher an alle interessierten Leser ab ca. 15 Jahren.
Big brother is watching you - who is watching back? 

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Cory Doctorow: Little Brother

Samstag, 16. Februar 2013

C. J. Daugherty: Night School - Du darfst keinem trauen




Allie Sheridan zieht den Ärger an. Wer mit ihr abhängt, kann sicher sein, dass die Schule, die Polizei und die Eltern alles andere als begeistert sein werden.
Seit ihr älterer Bruder die Familie verlassen hat, ist Allie immer rebellischer geworden. Als sie zum zweiten Mal verhaftet wird, sehen ihre Eltern keine andere Möglichkeit mehr als sie aus London fort zu schicken. Allie soll von nun an ein Internat besuchen, aber niemand will ihr sagen, wo diese Schule überhaupt liegt.
Alle moderne Technik ist an der Cimmeria Academy verboten und selbst in den Sommerferien geht der Unterricht dort weiter. Alle tragen Schuluniform und es gibt viele merkwürdige Regeln.
Eigentlich müsste Allie diese Schule hassen, aber schon bald stellt sie fest, dass dies genau das ist was sie gebraucht hat. Sie lernt neue Freunde kennen, lernt hart für die Schule und fühlt sich wohl. Aber was hat es mit der Night School auf sich, von der keiner weiß wer sie besucht oder was dort unterrichtet wird?

"Night School - Du darfst keinem trauen" von C. J. Daugherty war so ganz anders als ich es erwartet hatte. Nach der Inhaltsangabe war ich der festen Überzeugung, dass dies ein Fantasy-Buch wäre. Die Geheimnisse auf Cimmeria und die Night School an sich hörten sich ganz so an, als ginge es hier um übernatürlich Wesen. Dem ist jedoch nicht so.
"Night School" ist ein spannendes Jugendbuch, das eher in den Bereich Thriller geht. Aber das hat meine Meinung eher zum positiven beeinflusst. Typische Schulprobleme wie neue Freunde finden, das Lernpensum bewältigen und Mobbing spielen eine Rolle. Ebenso aber auch unheimliche Vorgänge und ein Mordfall.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Zu Anfang dachte ich, dass die Figuren zu einseitig gezeichnet wären, aber die Entwicklungen und Ereignisse nehmen glaubhaft Einfluss auf alle Personen.
Insgesamt gesehen wird hier eine gelungene Mischung aus Intrigen, Geheimnissen, Dramatik und Spannung geboten. Natürlich gibt es auch ein bisschen Romantik, aber nicht übertrieben viel.
Was mich etwas gestört hat, ist jedoch, dass kaum Hintergründe aufgedeckt werden. Als Leser muss man sich daher auf den zweiten Band vertrösten, der unter dem Titel "Night School - Der den Zweifel sät" bereits erschienen ist. Ich hätte mir hier bereits mehr Auflösung erhofft.
Empfehlen kann ich "Night School" an alle Leser ab ca. 14 Jahren die mysteriöse Jugendbücher mögen.

So habe ich bewertet: