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Freitag, 17. Oktober 2014

Limes trifft ... Autor Andreas Eschbach



Limes trifft ... Autor Andreas Eschbach

Wenn man ein neugieriges und vorwitziges Blogschweinchen ist, dann sucht man natürlich jede Gelegenheit sich anderen aufzudrängen und wenn es dann noch was Schönes zu hören und zu erzählen gibt, ist für Limes die Welt in Ordnung.

Diese Woche hatte Limes die Gelegenheit den deutschen Autor Andreas Eschbach zu treffen, der gerade zu seinem neuesten Buch auf Lesereise ist.

Im Laufe der Jahre hat Andreas Eschbach fast jedes Jahr ein neues Buch vorgelegt und die Bestsellerlisten gestürmt. Seit ich 2001 "Das Jesus-Video" gelesen habe, habe ich ebenfalls jedem neuen Eschbach gespannt entgegen gesehen und der Autor konnte immer wieder mit tollen Ideen überzeugen. Einige Rezensionen zu seinen Büchern findet ihr auch hier im Blog.

Ein paar Fragen lagen Limes auf seiner Schweinchenseele und Andreas Eschbach hat sich gerne die Zeit genommen sie zu beantworten.


Interview

Limes (L.): Herr Eschbach, vielen Dank das sie sich die Zeit nehmen ein bisschen mit mir zu plaudern. Wurden Sie schon einmal von einem Blogschweinchen interviewt und ist dies etwas mit dem sie für heute gerechnet haben?
Andreas Eschbach (A.E.): Blogschweinchen oder Blogtieren bin ich noch nicht begegnet und habe da auch nicht mit gerechnet. Aber ich bin offen für alles.

L.: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Oder gibt es ein Buch das Sie bereits seit ihrer Kindheit begleitet?
A.E.: Seit meiner Kindheit gibt es kein besonderes Buch, man entwickelt sich ja schon weiter. Aber ich habe ein Lieblingsbuch und das ist von Robert Pirsig "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten". Das ist es also was mitkäme auf die einsame Insel.
L.: Wenn sie also nur drei Dinge mit auf die einsame Insel nehmen dürften, dann wäre auf jeden Fall ein Buch dabei?
A.E.: Zwei Bücher und ein Notizbuch um Ideen festhalten zu können.

L.: Viele ihrer Themen scheinen direkt aus dem Leben oder den aktuellen Nachrichten gegriffen zu sein, z.B. die Ölkrise in „Ausgebrannt“ oder Zivilcourage in „Todesengel“. Fliegen ihnen ihre Ideen auch genau in solchen Momenten zu oder wie können sie den Moment der Entstehung eines neuen Buchprojektes beschreiben?
A.E.: Das muss man ein bisschen auseinander halten. Die Ideen kommen wann sie wollen und auch aus seltsamen Anlässen. Man liest etwas - das kann sogar eine mathematische Abhandlung sein - und hat dann eine Assoziation dazu die plötzlich zu einer Idee führt "man sollte man einen Roman schreiben über".
Das alleine reicht natürlich nicht. "Man sollte mal einen Roman schreiben über" ... da habe ich viele Ideen. Es muss dann auch ein bisschen Substanz dazu kommen im Laufe der Zeit. Der springende Punkt ist, dass man die Idee festhält und immer mal wieder darüber nachdenkt. Wenn dann eine solche Idee Substanz gewinnt - es kommen sekundäre Ideen dazu, Ideen zu diesen Ideen und das ganze wird dann immer größer und entwickelt sich zu was richtigem - dann ist erst der Moment wo man darüber entscheiden kann, ob es ein Roman werden wird und das steht dann wieder in Konkurrenz zu anderen Ideen und das ist auch immer ein relativ schwieriger Prozess, weil man entscheidet mit welchen Themen, Figuren und Krisen man das nächste Jahr seines Lebens verbringt.
L.: Entscheiden sie über ihr nächstes Projekt alleine, oder gibt es vom Verlag Vorgaben oder Vorschläge zu Themen die aktuell besonders gut laufen?
A.E.: Es ist ein Gerücht das Verlage das so machen, aber ich habe das so noch nicht erlebt. Es gibt zwar den Versuch mir hilfreich zur Seite zu stehen und die Sorge mir könnte nichts einfallen, aber der Verlag weiß sehr lange nicht woran ich schreibe. Ich habe sogenannte N.N. Verträge und da steht kein Arbeitstitel drin, sondern nur ein Abgabetermin und im Prinzip kann ich schreiben was ich will und mache davon auch Gebrauch.

L.: Gibt es ein Genre, eine historische Persönlichkeit oder ein Thema zu dem sie bisher noch nicht geschrieben haben, aber jetzt schon wissen dass sie es machen werden?
A.E.: Ich habe lauter so Projekte die ich unbedingt angehen will, aber es sind so viele das es fraglich ist, ob ich die auch wirklich alle angehen kann. Das ist immer in der Warteschlange so ein Gerangel. Da gibt es eine Idee von der ich sicher bin das sie als nächstes dran kommt, die fällt dann zurück weil sich eine andere vor drängelt. Deshalb wage ich da keine Prognose. Im Moment weiß ich nicht was ich als nächstes schreiben werde, weil es gerade einige Kandidaten gibt und das alles Sachen sind wo man noch ein bisschen nachdenken muss, ein wenig recherchieren ob das so funktioniert wie ich mir das vorstelle. Da ist gerade alles offen und das ist auch wieder interessant.


L.: „Der Jesus-Deal“ soll gleichzeitig die Vorgeschichte und die Fortsetzung von „Das Jesus-Video“ erzählen. In welcher Reihenfolge haben sie die Ereignisse geschrieben, um hier nicht durcheinander zu geraten?
A.E.: In diesem Fall war es so, dass es "Das Jesus-Video" schon lange gibt und ich ursprünglich auch nicht vorhatte eine Fortsetzung zu schreiben. Obwohl man mir damals natürlich dazu geraten hat, also zu Jesus-Video 2, 3, 4, 5 wie man das eben so macht. Aber da hatte ich keine Lust zu. Die hatte ich erst als die Idee kam, wie man es auf eine ungewöhnliche Weise machen könnte und das ist noch nicht so lange her, vielleicht vor 4-5 Jahren. Dann muss diese Idee natürlich zu dem was schon da ist passen. Denn das schon gedruckte und in die Welt verteilte Buch kann ich schließlich nicht mehr ändern. Also habe ich sehr ausgiebige Zeitleisten gezeichnet und darüber nachgedacht wie jetzt was zusammen passen kann und es hat sich herausgestellt, dass es so funktioniert wie ich es mir vorstelle. Vom Schreiberischen her ist natürlich klar - durch die zeitliche Abfolge der Entstehung - dass das zweite Buch sozusagen um erste herum geschrieben ist, was aber nicht heißt, dass das man das andere gelesen haben muss. Im Gegenteil, ich stelle es mir sogar ganz interessant vor, wenn man "Das Jesus-Video" noch nicht kennt dann erst den "Jesus-Deal" zu lesen und dann zu denken man weiß was im "Jesus-Video" passiert und dann liest man das "Jesus-Video" und stellt fest das ist doch noch mal ganz anders.

L.: Nachdem ich Ihnen nun einige Fragen gestellt habe möchte ich Ihnen Gelegenheit geben auch etwas mehr über mich zu erfahren. Gibt es etwas das Sie mich fragen wollen? A.E.: Ja, natürlich dein Lieblingsbuch.
L.: Mein Lieblingsbuch ist "Die Säulen der Erde", weil ich dicke Bücher liebe und das war das erste richtig dicke Buch das mir in Erinnerung geblieben ist.
Vielen Dank für das Gespräch!

Natürlich hat Limes auch noch ein kleines Erinnerungsfoto mit Andreas Eschbach gemacht.


Limes hat die Begegnung mit Andreas Eschbach sehr genossen und ist von ihm sehr beeindruckt.
Im Anschluss an das Interview fand auch noch eine Lesung zu "Der Jesus-Deal" statt.
Vielen Dank an die Mitarbeiter des Lübbe Verlages, die dieses Treffen ermöglicht haben.

Demnächst gibt es dann eine neue Episode der Rubrik "Limes trifft ...".

Dienstag, 7. Oktober 2014

Andreas Eschbach: Todesengel

Rentner Erich Sassbeck möchte einmal in seinem Leben beweisen, dass auch er weiß was Zivilcourage ist und das man nicht weg sehen darf wenn Unrecht geschieht. Doch an diesem Abend in der U-Bahnstation wird ihm dies zum Verhängnis und die beiden zurecht gewiesenen jungen Männer gehen auf ihn los, statt sich von seinen Worten beeindruckt zu zeigen. Erich Sassbeck sieht sein Ende gekommen, doch plötzlich erscheint ein Engel, erschießt die beiden Angreifer und verschwindet spurlos. Die Polizei zweifelt an dieser Geschichte und sieht vielmehr in Erich Sassbeck den Täter, der mit den unglaubwürdigen Schilderungen seinen Kopf aus der Schlinge ziehen will. Aber es bleibt nicht bei diesem Fall und es kommt zu weiteren Aktionen des schon bald "Todesengel" getauften Rächers. Auch Journalist Ingo Praise geht dem nach und möchte ganz entgegen dem Trend auch den Opfern eine Stimme geben.

"Todesengel" von Autor Andreas Eschbach befasst sich mit den Themen Gewalt, Selbstjustiz und Opfern/Tätern.
Wirklich neutral wirkt der Standpunkt der in "Todesengel" rüber kommt nicht. Für mich stellt dieses Buch jedoch auch keine Grundsatzmeinung dar, sondern einen Ansatz für Diskussionen und einen Denkanstoß für eigene Überlegungen zum Thema.
Sehr gut gefallen hat mir die Figur des Journalisten Ingo Praise, der sich von seinem Beruf immer mehr erhofft hat als reinen Boulevardjournalismus. Er wirkt glaubwürdig und vielschichtig gezeichnet und funktioniert hier auch als Sympathieträger und Meinungsbildner in der Geschichte.
Viele Nebenfiguren und ihre Lebensgeschichten fand ich sehr interessant und fesselnd zu lesen und auch die vielen Dialoge haben mir gut gefallen. Zwar wirkten die Dialoge manchmal hölzern, aber da sie größtenteils als Interviewsituationen geschrieben sind betrachte ich das hier als stilistisches Mittel und nicht als Schreibschwäche des Autors.
Gut fand ich hierbei auch die wechselnde Erzählperspektive zu Figuren die man zunächst im Kontext nicht einordnen kann, deren Rolle jedoch mit zunehmenden Seitenzahlen immer mehr erkennbar wird und deren Verbindungen untereinander auch erst nach und nach zu Tage treten. Gerade diese Verknüpfung der Fäden empfinde ich als Stärke des Autors.
Auch wenn das Buch nach dem "Todesengel" benannt ist, so steht dieser weder bei den Figuren, noch was den eigentlichen Thriller betrifft im Vordergrund. Hauptfigur sind meiner Meinung nach die Opfer täglicher Gewalt und für Spannung sorgt hier vor allem die Realitätsnähe.
Nachdem mir jedoch die ersten 480 Seiten sehr gut gefallen haben, hat das Buch auf den letzten 60 Seiten dann doch noch eine Richtung eingeschlagen, die mir nicht ganz so gut gefallen hat. So hätte es meiner Meinung nach weder enden müssen noch sollen und es wirkte für meinen Geschmack auch zu konstruiert und nicht ganz stimmig zum Rest des Romans. In diesem Buch hätte ich auch wirklich gerne ein Nachwort des Autors gelesen in dem dieser beschreibt wie er auf dieses Thema gekommen ist und wie vielleicht auch seine persönliche Meinung dazu ist.
Empfehlen kann ich "Todesengel" an alle Leser die sich für die Themen Rechtsstaat und Selbstjustiz und kontroverse Sichtweisen interessieren, sowie alle Leser die generell den Schreibstil des Autors mögen.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Andreas Eschbach: Todesengel

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor findet man auf der Homepage des Lübbe Verlages.

Samstag, 15. Juni 2013

Andreas Eschbach: Herr aller Dinge


Sie stammen aus verschiedenen Kulturen, aber als Kinder sind sie sofort ein Herz und eine Seele. Charlotte, Tochter des französischen Botschafters in Japan und Hiroshi, Sohn einer Hausangestellten und eines Amerikaners verbindet eine tiefe Freundschaft, die jedoch von beiden Familien nicht gern gesehen wird. Als Charlotte mit ihrer Familie Japan verlässt, bricht auch der Kontakt zwischen den Kindern ab. Charlotte wird immer zu einem Stück bei Hiroshi sein, denn sie hat ihn zu Ideen angeregt, die nun die Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeit bilden. Aber Hiroshi treibt nicht nur der Ehrgeiz voran, sondern auch der Wunsch, es Charlottes Familie zu beweisen. Doch er hätte niemals geahnt, zu was seine Forschungen führen können.

Ich habe "Herr aller Dinge" von Autor Andreas Eschbach als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Matthias Koeberlin, der seine Rolle sehr gut ausfüllt.
Es ist nicht das erste Buch und auch nicht das erste Hörbuch das ich nun von Andreas Eschbach kenne. Für mich persönlich konnte es ganz gut mit den anderen Büchern des Autors mithalten, auch wenn es mich nicht nachhaltig beeindruckt hat. Mir hat der relativ ruhige Einstieg in die Handlung gut gefallen und die Entwicklung der Geschichte konnte mich überraschen. Die ersten beiden Drittel wurde die Spannung sehr gut aufrechterhalten, doch dann flachte der Spannungsbogen für mich ab und konnte sich zum Ende hin auch nicht mehr aufbäumen. Die Geschichte hat sehr viel Potenzial, jedoch wurde mir die Handlung später doch etwas zu abwegig, als sie vom Wissenschaftsthriller in einen Science-Fiction-Roman abdriftete. Das ist sicherlich Geschmackssache und insgesamt gesehen hat mir das Hörbuch auch sehr gut gefallen und mich über Stunden hinweg gut unterhalten.
Empfehlen kann ich "Herr aller Dinge" auf jeden Fall an alle Leser, die auch die übrigen Bücher von Andreas Eschbach mochten und die Science-Fiction gegenüber aufgeschlossen sind.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Andreas Eschbach: Herr aller Dinge

Donnerstag, 29. November 2012

Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland


Ich habe "Ein König für Deutschland" als Hörbuch gehört.
Autor Andreas Eschbach hat sich hier dem Thema Wahlmanipulation angekommen, von dem weitläufig angenommen wird, dass es dieses Problem in Deutschland nicht gibt. In Zeiten unabhängiger Wahlbeobachter und mehrfacher Kontrollen bei der Stimmenauszählung ist man sich als Wähler doch ziemlich sicher, dass die abgegebene Stimme auch genauso gezählt wird. Doch wie sieht es aus, wenn Wahlcomputer verwendet werden? Zwar sind Wahlcomputer seit 2009 in Deutschland verfassungswidrig, doch bei der Bundestagswahl 2005 habe ich selber auch meine Stimme an einem solchen Wahlcomputer abgegeben. "Ein König für Deutschland" zeigt eine Möglichkeit der Wahlmanipulation durch entsprechende Geräte auf. Wäre der Wahlcomputer in Deutschland nicht schon verboten, so wäre ich nun spätestens nach der Lektüre dieses Buchs ein Verfechter des Verbots.
Wie auch schon in "Ausgebrannt" gelingt es dem Autor spielerisch ein ernstes Thema dem Leser transparent zu machen und in eine spannende Geschichte einzubetten.
Andreas Eschbachs Idee, die Manipulation von Wahlcomputern zu beweisen, indem ein Hintertürchen dazu verwendet wird mit einer erfundenen Partei einen Wahlsieg herbeizuführen, ist wirklich großartig. Dass diese Partei dann auch noch die Wiedereinführung der Monarchie bewirken soll, sorgt für einen besonderen Kick.
Ein wenig schade fand ich, dass der Klappentext schon ein wenig zu viel von den Entwicklungen verrät. Ich hätte mich gerne noch mehr überraschen lassen.
Die Hauptfigur Simon König war mir äußerst sympathisch. Jedoch konnte mich leider das Ende des Buchs nicht mehr überzeugen. Über große Bereiche hinweg hat mich die Geschichte gefesselt, doch wirkt der Abschluss leider nicht mehr so stimmig.
Trotz des großartigen Sprechers Ulrich Noethen kann ich dem Hörbuch daher nicht die volle Punktzahl geben. Aber ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Eschbach.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland

Mittwoch, 28. November 2012

Andreas Eschbach: Black Out

Bewertung: *****

Christopher Kidd ist der berühmteste Hacker der Welt, seit er alle Menschen kurzzeitig zu Milliardären machte, wovon die Banken gar nicht begeistert waren. Doch da er für seinen Hackerangriff das Büro seiner Mutter nutzte, verlor sie ihren Job in Frankfurt. Die Familie hat sich eine neue Existenz in England aufgebaut und Christopher arbeitet gemeinsam mit seinem Vater in der wissenschaftlichen Forschung. Ziel der Forschungen ist die Entwicklung einer Schnitstelle zwischen Computerchips und dem menschlichen Gehirn. Dies soll besonders Menschen mit Protesen helfen. Doch einer der Mitarbeiter startet den Selbstversuch und lässt sich einen Chip implantieren, mit dem er nicht nur technische Geräte steuern, sondern ins Internet gehen kann. Es dauert nicht lange, bis es ganze Gruppen von "Upgradern" gibt, technisch aufgewertete Menschen. Miteinander vernetzt agieren sie als Einheit und streben nach Macht. Die Menschheit ist in Gefahr und die Upgrader wollen Christopher.

Mir hat "Black Out" von Andreas Eschbach sehr gut gefallen. Ich habe schon einige Bücher des Autoren gelesen und bin immer wieder begeistert von seinen Ideen und der Umsetzung. Nach "Ausgebrannt" widmet sich Eschbach erneut einem sehr kritischen Thema, doch ist "Black Out" auch schon für jugendliche Leser geeignet und durch fantastische Elemente aufgepept. Es zeigt eine Gegenwart, die zwar nicht der Realität entspricht, aber durchaus genug Realitätsnähe beinhalten um Ängste zu schüren und Parallelen erkennen zu lassen. Wissenschaftliche Forschungen zur Steuerung von technischen Gerätschaften und Protesen über die Gedanken existieren tatsächlich. Ich will auch gar nicht so genau wissen, welche Experimente vielleicht schon im Zuge dieser Forschungen durchgeführt wurden. In "Black Out" geht Andreas Eschbach einen Schritt weiter. Der "Upgrader" Mensch ist bereits existent und eine Vereinigung der Individuen zu einem Gesamtwesen steht bevor. Ein wenig erinnert mich dies von der Grundidee her auch an Star Trek und die Assimilation durch die Borg. Vielleicht hat sich der Autor hier eine erste Anregung geholt. Die Umsetzung ist jedoch sehr eigenständig, mit ausgereiften Figuren und einer spannenden Handlung. Nicht nur die Hauptfigur Christopher, sondern insbesondere die Nebenfiguren wie Serenity's Vater und die übrigen Widerständler faszinieren hier und sprechen den Leser an. Für Leser ab ca. 13 Jahren ist dies genau der richtige Einstieg ins Thriller Genre und auch Erwachsene werden sich hier bestens unterhalten fühlen. Gelangweilt hat mich das Buch zu keiner Zeit, doch den einen oder anderen kurzen Hänger hatte ich leider schon. Schade finde ich, dass das Buch relativ offen endet, da es sich hier um den ersten Band einer Reihe handelt. Doch ich bin schon gespannt wie Andreas Eschbach die Geschichte fortführen wird.


Und hier kann man das Buch kaufen: Andreas Eschbach: Black Out