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Dienstag, 11. März 2014

Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Alex Woods wurde von einem Meteoriten getroffen als er 10 Jahre alt war. Er hat überlebt und neben einer markanten Narbe am Kopf nun auch noch epileptische Anfälle.
Eigentlich wäre Alex Leben auch ohne das Ganze nicht ganz einfach verlaufen, denn mit einer esoterisch veranlagten Mutter, ohne Vater und mit einer Vorliebe fürs Lesen und Lernen hat es kaum ein Jugendlicher leicht. Freunde finden gehört daher nicht zu Alex Stärken, doch als ihn eine weitere Kurve auf seinem Lebensweg in den Garten des einsiedlerischen Mr. Peterson treibt, ist dies tatsächlich der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Aber wie es nun dazu kommt, dass Alex einige Jahre später mit 17 Jahren an der Grenze zu England mit einer Urne und einem Handschuhfach voll Marihuana aufgegriffen wird, dass muss er uns selber erzählen ...

"Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat" von Autor Gavin Extence ist ein sehr ungewöhnliches Buch über die Steine die einem das Leben manchmal in dem Weg wirft und dem guten und schlechten das daraus resultieren kann.
Dieses Buch beginnt wie so viele Bücher mit Kapitel 1. Doch dieses Kapitel ist eher als eine Art Prolog zu verstehen, da es zeitlich nach den ab Kapitel 2 erzählten Ereignissen liegt. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nach diesem Einführungskapitel noch keinen besonders guten Eindruck vom Buch hatte und ein wenig durcheinander war. Ich habe Alex nicht verstanden, ich habe nicht verstanden wie er in diese Situation geraten konnte und was das Ganze mir überhaupt sagen soll. Aber zum Glück gibt es da ja noch die Kapitel 2 - 22 die all das erklären und dafür gesorgt haben, dass mir Alex richtig sympathisch ist und ich seine Motive und Handlungen so gut nachvollziehen kann. Ab Kapitel 23 befinden wir uns dann zeitlich nach Kapitel 1 und erfahren wie es von dort aus weiter ging.
Eigentlich ist "Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat" eine fiktive Autobiographie des Ich-Erzählers Alex Woods, denn aus seiner Perspektive wird hier dem Leser alles geschildert. Aufgelockert werden die Kapitel noch zusätzlich durch Briefe und Zitate und einiges fand ich so interessant, dass ich nachdem ich das Buch beendet hatte noch ein wenig recherchiert habe.
Die Figuren die Autor Gavin Extence hier erschaffen hat wirken sehr realistisch und facettenreich, allen voran natürlich Alex und Mr. Peterson. Ich hatte beim Lesen zeitweise den Eindruck einen Film in meinem Kopf zu sehen, so bildhaft konnte man sich die Geschichte vorstellen.
Was mir aus persönlichem Interesse außerdem gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Menschenrechtsorganisation (oder wie Alex es nennt: Mr. Petersons Briefclub) Amnesty International in diesem Buch eine Rolle spielt. Wer regelmäßig in meinem Blog liest, der weiß, dass mir dieses Thema ebenfalls sehr wichtig ist.
Empfehlen kann ich "Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat" uneingeschränkt an alle Leser, die ungewöhnliche Geschichten mögen die es schaffen den Leser trotz aller Traurigkeit mit einem guten Gefühl zurückzulassen.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Limes Verlages.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Elisabeth Elo: Die Frau, die nie fror



Pirio Kasparov hilft einem Freund auf seinem Hummerboot aus, als es gerammt wird und im Atlantik versinkt. Ned kommt dabei ums Leben und hinterlässt seine Ex-Freundin Thomasina und ihren Sohn Noah. Pirio überlebt wie durch ein Wunder vier Stunden im kalten Wasser uns wird schließlich gerettet. Unauffindbar bleibt jedoch das große Schiff, das das Boot gerammt hat. Pirio möchte ihrem Patensohn Noah Antworten auf die Frage geben, wer den Tod seines Vaters verursacht hat und beginnt selber nachzuforschen. Doch ihre Ermittlungen sind wie ein Stich ins Wespennest und Verbindungen treten zu Tage, mit denen niemand gerechnet hat. Nun ist mehr als nur ein Leben in Gefahr.

Ich habe "Die Frau, die nie fror" von Autorin Elisabeth Elo als Hörbuch gehört. Gelesen wird das Hörbuch von Luise Helm, die mir als Sprecherin sehr gut gefallen hat. Ihre Stimme passt gut zur eigenwilligen Pirio. Ich hatte nach der Inhaltsangabe nicht erwartet, dass es sich hier um einen richtig spannenden Thriller handelt, der die Leser/Hörer in eine ganz unerwartete Richtung entführt und auch Teile eines Abenteuerromans mit vereint.
Besonders gut gefallen haben mir aber die Figuren, allen voran die Erzählerin Pirio und ihre Freundin Thomasina mit ihrem Sohn Noah. Hier wurde ein privates schwieriges Schicksal sehr gut in die Handlung integriert, so dass Pirios schwierige Suche nach der Wahrheit auch ein wenig zur Suche dessen wird was ihr wichtig ist und was sie für ihre Zukunft will.
Aber auch die zahlreichen Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet und bleiben beim Hören im Gedächtnis.
Während der ersten Hälfte des Hörbuchs hatte ich keine Idee, wohin die Handlung führen soll und wie sich alles aufklären könnte. Doch die weitere Entwicklung empfand ich als schlüssig und interessant. Mein einziger Kritikpunkt ist der,  dass ich die Beweggründe der "Bösen" nicht nachvollziehen konnte, sondern als Begründung eher dieses stereotype "weil sie eben böse sind" herhalten musste.
Hilfreich fand ich die kleine Karte im inneren des Booklet, auch der die Schauplätze der Handlung noch einmal aufgezeichnet sind. So fällt die Orientierung und Vorstellung der Entfernungen doch noch ein wenig leichter.
Empfehlen kann ich "Die Frau, die nie fror" an alle Leser/Hörer die Thriller mit ungewöhnlicher Handlung und vielschichtigen Figuren mögen. Ich selber würde mir eine Fortsetzung mit Pirio wünschen.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Elisabeth Elo: Die Frau, die nie fror

Weitere Informationen zum Hörbuch und zur Autorin finden sich auf der Homepage von Hörbuch Hamburg.

Dienstag, 7. Januar 2014

Marc Elsberg: Blackout - Morgen ist es zu spät



Plötzlich geht das Licht aus - und zeitgleich endet das Leben wie es die Menschen in Europa bisher kannten. Einige Stunden ohne Strom lassen sich überbrücken, doch mehrere Tage ohne Strom im Februar stellen die Menschen vor ungeahnte Probleme. Weder Heizung noch Wasser funktionieren, Supermärkte, Banken und Tankstellen sind ebenfalls ohne Strom kaum nutzbar und Lebensmittel nur begrenzt vorhanden. Handelt es sich hier um eine Verkettung unglücklicher Umstände, oder wurde ein Anschlag auf die westliche Welt verübt. Der Einzige, der einen Zusammenhang erkennt ist der italienische Informatiker Piero Manzano, doch zuhören will ihm keiner - zu abenteuerlich klingt das was er herausgefunden hat. Aber so schnell gibt Manzano noch nicht auf.

"Blackout - Morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg ist erschreckend realistisch. Im Nachwort erläutert der Autor, wie er während der Entstehung des Romans von seiner eigenen Fiktion in der Realität eingeholt wurde und sich Dinge ereigneten die er zuvor für weit entfernt hielt.
Der Leser sieht sich plötzlich damit konfrontiert, wie er selber handeln würde, wenn er der Situation eines totalen Blackout gegenüber steht. Wie lange ist man selber in der Lage sich seine Menschlichkeit zu bewahren und Mitgefühl gegenüber anderen zu zeigen?
Wirtschaft, Politik, soziale Strukturen, Infrastruktur und der reine Kampf ums Überleben, das sind die Kernthemen die hier aufeinanderprallen und "Blackout" bilden, während hier aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und mit gegensätzlichen Hintergründen und Motivationen erzählt wird.
Wer Thriller mit wissenschaftlichen Hintergründen mag, der wird in "Blackout - Morgen ist es zu spät" ganz sicher eine gute Unterhaltung finden. Aber auch als Gedankenanstoß bietet dieses Buch viel Potenzial.
Empfehlen kann ich es daher an alle interessierten Leser die komplexe Erzählformen und gut recherchierte Hintergründe mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Marc Elsberg: Blackout - Morgen ist es zu spät

Samstag, 14. September 2013

Susan Ee: Angelfall




Die Engel sind auf die Erde zurückgekehrt, doch sie bringen Tod und Zerstörung mit sich. Die großen Städte wurden fast vollständig dem Erdboden gleich gemacht, Straßengangs sorgen für Angst und Schrecken, die Menschen haben keinen Zugriff mehr auf die Grundversorgung.
Die 17jährige Penryn versucht sich mit ihrer geisteskranken Mutter und ihrer kleinen Schwester durchzuschlagen. Doch als die kleine Paige von einem Engel entführt wird, muss Penryn alles daran setzten sie wieder zu finden, dafür geht sie auch einen Pakt mit dem verwundeten Engel Raffe ein. Sie haben eine lange Reise vor sich bis zum Horst der Engel und es ist nicht sicher, dass sie Paige dort lebend finden werden. Aber die Hoffnung treibt Penryn voran und lässt sie mehr überstehen als sie für möglich gehalten hätte ...

"Angelfall - Fürchtet euch nicht" von Autorin Susan Ee ist der erste Band einer Reihe, die wahrscheinlich fünf Bände umfassen wird.
Wer sich jetzt denkt, "Och ne, nicht schon wieder Engel, die hatten wir doch schon und ich kann diese Überwesen langsam echt nicht mehr sehen.", den kann ich direkt beruhigen. Ich persönlich mag Engelgeschichten nicht sonderlich gerne und trotzdem kann mich "Angelfall" absolut überzeugen! Wir haben es hier nicht mit überirdischen Gutwesen zu tun, sondern mit facettenreichen, tiefgründigen, sarkastischen und dabei trotzdem gut aussehenden Figuren und ich kann es kaum erwarten noch mehr von Raffe zu lesen. Auch Penryn hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen. Sie ist nicht hilflos und musste schon häufiger mehr durchmachen als für eine 17jährige üblich ist, aber dennoch blitzt immer wieder ihre Unsicherheit durch und ihr Wunsch einfach nur von ihrer Mutter umsorgt zu werden, was Träumerei ist, wenn diese Schizophren ist und sich in dieser neuen Welt inmitten ihrer Ängste sieht. Damit sind wir auch direkt bei den Nebenfiguren und da haben wir mit Penryns Mutter ein wirklich außergewöhnliches Exemplar. Ich fand sie wirklich faszinierend, dabei aber auch ziemlich angsteinflößend und abstoßend, aber davon solltet ihr Euch selber ein Bild machen.
"Angelfall" bietet eine umfangreiche Genremischung, die neben Apokalyptischem Roman, Fantasy, Jugendbuch, einer Prise Romantik und Abenteuer auch eine gute Portion Horror enthält. Ich würde es daher erst Lesern ab ca. 15 Jahren empfehlen. Gut gefallen hat mir aber auch der reine Unterhaltungswert der Geschichte, denn trotz der abschreckenden Szenarien musste ich doch das eine oder andere mal schmunzeln und habe mich über die kleinen Kabbeleien und vielleicht auch ungewollte komischen Momente amüsiert.
Spannend ist hier, dass viele Fragen noch nicht beantwortet werden können und auch Penryn noch auf der Suche ist, das bietet viel Potenzial für die Folgebände und meine Neugier ist geweckt. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung, die aber Ende des Jahres erst auf Englisch erscheinen wird.
Empfehlen kann ich "Angelfall" an alle Leser die sich für apokalyptische Geschichten interessieren und besonderen Wert auf die Figuren legen.

So habe ich bewertet:


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Mittwoch, 11. September 2013

Lissa Evans: Stuart Horten - Acht Münzen und eine magische Werkstatt


Stuart Horten ist 10 Jahre alt, als seine Eltern beschließen mit ihm aufs Land zu ziehen in die kleine Stadt aus der sein Vater stammt. Schon kurz nach ihrer Ankunft in Beeton entdeckt Stuart eine Dose, die einst sein Vater von seinem Großonkel geschenkt bekam. Großonkel Kenny war Zauberer und soll viele Erfindungen gemacht haben, die nachdem er auf geheimnisvolle Weise verschwunden ist, ebenfalls nicht mehr aufgetaucht sind. In der Dose findet Stuart jedoch eine an seinen Vater gerichtete Nachricht von Onkel Kenny, dass die Werkstatt mit allen Erfindungen ihm gehört, wenn er sie finden kann. Für Stuart beginnt nun eine aufregende Suche nach der Werkstatt, wobei ihm die Nachbarsdrillinge April, May und June mal mehr und mal weniger behilflich sind.

Mir hat "Stuart Horten - Acht Münzen und eine magische Werkstatt" von Autorin Lissa Evans sehr gut gefallen.
Die Geschichte ist einfach nur zauberhaft und wunderschön erzählt und lässt den Leser glauben, dass es sich genauso zugetragen haben könnte. Obwohl es sich hier eigentlich um ein Kinderbuch handelt, hat mich Stuart für sich eingenommen und mit Magie, Humor und rätselhaften Ereignissen gefesselt. Stuart begibt sich mitten in ein Abenteuer als er beginnt nach der Werkstatt seines Großonkels zu suchen und den Hinweisen nachgeht die nach all den Jahren nur noch schwer zu verfolgen sind.
Aber er gibt nicht auf und findet schließlich mehr als er sich erhofft hatte: Freundschaft.
Die Nebenfiguren sind skurril und phantasievoll, angefangen bei den Drillingsmädchen April, May und Junge, über Stuarts Eltern, bis zu den "Bösen" in der Geschichte.
Ob man dieses Buch nun als Erwachsener, oder gemeinsam mit Kindern oder auch alleine im Alter ab ca. 10 Jahren liest, es findet sich für jeden ein kleines Juwel in der Geschichte und Lust auch die Fortsetzung zu lesen die unter dem Titel "Stuart Horten - Sieben Rätsel und ein magischer Stern" erschienen ist.
Empfehlen kann ich "Stuart Horten - Acht Münzen und eine magische Werkstatt" an alle die magische Geschichten lieben.

So habe ich bewertet:




Donnerstag, 22. August 2013

Janet Edwards: Earth Girl - Die Prüfung



Seit der Zeit des großen Aufbruchs sind mehrere hundert Jahre vergangen und viele Planeten wurden besiedelt. Die Erde hat sich derweil mit einer dezimierten Bevölkerung auf die Themen Geschichte und Medizin spezialisiert. Hier leben die Menschen die eine Behinderung haben und deren Immunsystem mit keiner anderen Atmosphäre als der auf der Erde zurechtkommt. Die 18jährige Jarra gehört zu diesen Menschen und ist ohne ihre leiblichen Eltern auf der Erde aufgewachsen. Nun ist die Zeit des Studiums gekommen und Jarra beschließt ihren persönlichen Hintergrund zu verheimlichen und sich an einer Universität eines anderen Planeten zu bewerben. Da das Grundstudium für Geschichte immer auf der Erde stattfinden muss hat ihre Behinderung hier keine direkte Auswirkung. Jarra erfindet ihre eigene Vergangenheit neu und arbeitet auf den Tag hin, an dem sie ihren Kommilitonen offenbaren will, dass sie mit einem "Affen", einer "Zurückgebliebenen", zusammen studiert haben. Doch Jarra hat nicht damit gerechnet Freunde zu finden und Zusammenhalt zu erleben.

"Earth Girl - Die Prüfung" von Autorin Janet Edwards ist ein Science-Fiction Roman der auf der Erde spielt. Mir hat die Grundidee sehr gut gefallen und ich fand es richtig spannend gemeinsam mit dem Geschichtskurs die Ruinen der verlassenen Städte auf der Erde zu erforschen. Diese Art von Zukunft wirkt detailliert und realistisch.
Ich habe Jarra und ihre Studienkollegen sehr gerne kennengelernt, denn die Figuren wirken facettenreich und es wird nicht einfach nur unterteilt in Gut und Böse. Die Planeten haben unterschiedliche Gesellschaftsstrukturen entwickelt und so geht es hier auch darum Respekt voreinander zu erlernen und Vorurteile abzubauen. Die Geschichte hat ansonsten wenig von einem Science-Fiction Roman, denn ob es hier nun um unterschiedliche Länder, Kulturen oder Planeten geht spielt eigentlich keine große Rolle.
Es gab jedoch auch einen Moment in der Handlung, in der die Geschichte ein wenig unglaubwürdig für mich wurde und sich dann etwas zu einfach für mich auflöste. Das hat mir nicht ganz so gut gefallen wie das übrige Buch und ist der einzige Grund, warum ich nicht die volle Punktzahl vergebe.
Mit "Earth Girl - Die Begegnung" wird im September 2013 die Fortsetzung auf Deutsch erscheinen.
Insgesamt gesehen kann ich "Earth Girl - Die Prüfung" an alle Leser ab ca. 14 Jahren empfehlen, die Romane mögen die in die Zukunft spielen.

So habe ich bewertet:


 Und hier kann man das Buch kaufen: Janet Edwards: Earth Girl - Die Prüfung

Samstag, 15. Juni 2013

Andreas Eschbach: Herr aller Dinge


Sie stammen aus verschiedenen Kulturen, aber als Kinder sind sie sofort ein Herz und eine Seele. Charlotte, Tochter des französischen Botschafters in Japan und Hiroshi, Sohn einer Hausangestellten und eines Amerikaners verbindet eine tiefe Freundschaft, die jedoch von beiden Familien nicht gern gesehen wird. Als Charlotte mit ihrer Familie Japan verlässt, bricht auch der Kontakt zwischen den Kindern ab. Charlotte wird immer zu einem Stück bei Hiroshi sein, denn sie hat ihn zu Ideen angeregt, die nun die Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeit bilden. Aber Hiroshi treibt nicht nur der Ehrgeiz voran, sondern auch der Wunsch, es Charlottes Familie zu beweisen. Doch er hätte niemals geahnt, zu was seine Forschungen führen können.

Ich habe "Herr aller Dinge" von Autor Andreas Eschbach als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Matthias Koeberlin, der seine Rolle sehr gut ausfüllt.
Es ist nicht das erste Buch und auch nicht das erste Hörbuch das ich nun von Andreas Eschbach kenne. Für mich persönlich konnte es ganz gut mit den anderen Büchern des Autors mithalten, auch wenn es mich nicht nachhaltig beeindruckt hat. Mir hat der relativ ruhige Einstieg in die Handlung gut gefallen und die Entwicklung der Geschichte konnte mich überraschen. Die ersten beiden Drittel wurde die Spannung sehr gut aufrechterhalten, doch dann flachte der Spannungsbogen für mich ab und konnte sich zum Ende hin auch nicht mehr aufbäumen. Die Geschichte hat sehr viel Potenzial, jedoch wurde mir die Handlung später doch etwas zu abwegig, als sie vom Wissenschaftsthriller in einen Science-Fiction-Roman abdriftete. Das ist sicherlich Geschmackssache und insgesamt gesehen hat mir das Hörbuch auch sehr gut gefallen und mich über Stunden hinweg gut unterhalten.
Empfehlen kann ich "Herr aller Dinge" auf jeden Fall an alle Leser, die auch die übrigen Bücher von Andreas Eschbach mochten und die Science-Fiction gegenüber aufgeschlossen sind.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Andreas Eschbach: Herr aller Dinge

Montag, 11. Februar 2013

Thomas Enger: Vergiftet


Henning Juul ist Redakteur bei der Osloer Onlinezeitung 123nyheter. Aufgrund einer privaten Tragödie, bei der er selber verletzt wurde und sein kleiner Sohn Jonas ums Leben gekommen ist, hat Henning einige Zeit nicht gearbeitet. Doch schon kurz nachdem er an den Schreibtisch zurück gekehrt ist, erreicht ihn ein ungewöhnlicher Anruf. Tore Pulli, ein verurteilter Mörder der zur Zeit in Oslo im Gefängnis sitzt, bietet ihm Hintergrundinformationen zum Brand an, bei dem Hennings Sohn getötet wurde. Im Austausch soll Henning ermitteln, wer Tore eine Falle gestellt und so dafür gesorgt hat, das dieser ins Gefängnis musste. Hennings Neugier und sein Instinkt für Zusammenhänge ist geweckt. Er will endlich wissen, wem er die Schuld an Jonas Tod geben kann.

"Vergiftet" ist nach "Sterblich" der zweite Krimi von Thomas Enger rund um den Onlinejournalisten Henning Juul.
Ich habe zuvor kein Buch des Autors gelesen, kam aber bis auf einige fehlende Hintergrundinformationen gut zurecht. Was mir dagegen mehr Probleme bereitet hat, ist der Schreibstil von Thomas Enger. Geschrieben ist der Roman nicht wie oft üblich in der Vergangenheitsform, sondern in der Gegenwart, was ich ziemlich gewöhnungsbedürftig fand.
Ebenfalls Probleme bereiteten mir die vielen - für unsere Breitengrade ungewöhnlichen - Namen, die ich mir größtenteils nicht merken konnte, nicht wusste wie ich sie aussprechen soll oder sie sogar teilweise verwechselte. Dadurch hatte ich manchmal leichte Orientierungsprobleme, da ich zunächst überlegen musste, wer denn diese Person noch mal war. Zum Glück habe ich das Buch relativ zügig gelesen. Hätten längere Pausen zwischen den Leseabschnitten gelegen, dann hätte mir dies sicherlich noch größere Probleme bereitet. Die Figuren fand ich teilweise sehr interessant. Da davon jedoch so viele auftauchen, war es kaum möglich sich auf die Hintergründe zu konzentrieren und mehr als nur an der Oberfläche der Charaktere zu kratzen. Da ich das erste Buch von Thomas Enger nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob dies eine Eigenheit von "Vergiftet" ist, oder typisch für den Autor. Die Hauptfigur Henning Juul nimmt natürlich etwas mehr Raum in der Erzählung ein und zum Ende hin hatte ich auch den Eindruck einiges aus seiner Vergangenheit und den Einflüssen auf seine Persönlichkeit erfahren zu haben. Ich kann mir daher auch gut vorstellen, ein weiteres Buch aus dieser Reihe zu lesen. Eine Fortsetzung scheint klar geplant zu sein, denn der Autor hat das Ende recht offen gestaltet, so dass hier der nächste Band nahtlos übergehen könnte.
Empfehlen kann ich "Vergiftet" insbesondere an alle Leser, denen auch das erste Buch des Autors gefallen hat und alle Freunde der nordischen Krimiliteratur.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Thomas Enger: Vergiftet
Weitere Informationen zum Autor und der Reihe finden sich auf der Homepage des Blanvalet Verlages. Hier findet sich auch eine Leseprobe.

Freitag, 11. Januar 2013

Gabriella Engelmann: Küss den Wolf

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Pippa hat rote Haare und wird von ihrem Vater daher Rotkäppchen genannt. Ihre Großmutter Theodora lebt in einem Walddorf und Pippa besucht sie dort oft. Zu Pippas Hobbys gehört das Schreiben von Filmrezensionen, wozu sie auch einen Blog betreibt und ihre Beiträge bei der Schülerzeitung. Durch den Cousin ihrer Freundin lernt sie den attraktiven Gartenbaustudenten Leo kennen und in der Schule nervt sie der neue Schülerzeitungschefredakteur Mark. Und dann gibt es auch noch die merkwürdigen Vorkommnisse bei Oma Theodoras Haus und in einer anderen Wohnsiedlung. Gibt es hier einen Wolf im Schafspelz?

"Küss den Wolf" von Gabriella Engelmann ist eine moderne Adaption des Märchens von Rotkäppchen und dem bösen Wolf.
Natürlich ist die Geschichte nicht im Detail in die Neuzeit versetzt worden, aber die Grundideen des Mädchen, seiner Großmutter und dem netten Wolf, der eigentlich gar nicht so nett ist, sind vorhanden.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört, das von Josephine Preuß gelesen wird. Ich habe auch schon andere Bücher gehört, die von dieser Sprecherin gelesen wurden und finde ihre Stimme gerade für Geschichten mit jungen Mädchen sehr passend und angenehm.
Inhaltlich geht es hier insbesondere um das Thema erste Liebe, aber auch böse Machenschaften in der Immobilienbranche spielen eine Rolle. Die Geschichte ist sehr kurzweilig, dabei aber auch ein wenig spannend bis alles aufgelöst wird. Natürlich sind hier keine großen Überraschungen zu erwarten, aber für jeden der Märchen mag ist "Küss den Wolf" eigentlich ein Muss unter den modernen Adaptionen.
Ich kann das Hörbuch daher an alle empfehlen, die Märchen und verspielte Geschichten mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Gabriella Engelmann: Küss den Wolf