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Samstag, 19. Februar 2022

Cassandra Clare: Lady Midnight - Die dunklen Mächte 1

 


Inhaltsangabe des Verlages:

Als ihre Eltern starben, war Emma Carstairs noch ein Kind, und um sie herum tobte der Dunkle Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute, dass ihre Eltern aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und zusammen mit ihrem engen Freund und Seelenverwandten Julian Blackthorn hat die 17-jährige Emma Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Dort sorgt eine mysteriöse Mordserie für große Unruhe. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen – Zeichen, wie sie auch bei Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie Julian dadurch in große Gefahr bringt …


Meine Meinung:

Ich bin wahrscheinlich eine der wenigen Leser dieser neuen Reihe, die nicht die "Chroniken der Schattenwelt" von Cassandra Clare gelesen hat, sondern nur den Film und einige Hörbücher hierzu kennt.
Ich weiß auch gar nicht so recht, warum es mich nie gereizt hat die Bücher zu lesen.
Auch für dieses Buch hier habe ich zwei Anläufe gebraucht, denn nach den ersten Seiten war ich irgendwie noch nicht so richtig "drin" und habe es dann lange Zeit wieder auf den Stapel der ungelesenen Bücher zurückgelegt. Nun kann ich sagen, dass das definitiv ein Fehler war, denn das Buch hat mich noch richtig mitgerissen.
"Lady Midnight" ist der Auftaktband der Reihe "Die dunklen Mächte", die im gleichen Universum spielt und auch zum Teil beliebte Figuren aus der Schattenwelt Chronik aufgreift. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man die andere Reihe gelesen hat, aber nicht notwendig, da "Die dunklen Mächte" eigene Figuren einführt und auch ohne großes Vorwissen gut lesbar ist.
Hauptfigur ist hier die 17-jährige Emma Carstairs, die bei der Familie Blackthorn im Institut der Schattenjäger in Los Angeles lebt. Julian und seine Geschwister haben ebenso wie Emma ihre Eltern verloren und sind sich nun gegenseitig Familie. Julian und Emma sind Parabatai und dadurch auf ewig aneinandergebundene Seelenverwandte.
Für Emma ist Julian der wichtigste Mensch in ihrem Leben und so ist er auch an ihrer Seite als es darum geht die mysteriösen Mordfälle zu untersuchen, die in vielen Punkten dem Tod von Emmas Eltern während des dunklen Krieges vor fünf Jahren erinnern.
Besonders gut gefallen an "Lady Midnight" hat mir die Verbindung zwischen Emma und Julian. Sehr gut gelungen fand ich auch die strategisch gesetzten Perspektivwechsel, die die Spannung erhalten haben, aber auch zum richtigen Zeitpunkt Einblick in die Seele des jeweils anderen gewährt haben.
Sehr liebevoll gestaltet sind aber auch alle weiteren Figuren, wie z. B. Johnny Rook (ein Junge vom Schattenmarkt) oder die weiteren Blackthorn Geschwister.
Positiv ist mir hier auch der Humor in der Geschichte aufgefallen, denn so manche Szene ist echt witzig geschrieben. Gefallen hat mir auch, dass die Charaktere nicht perfekt sind. Klar ist Emma super mächtig, schön und schlau, aber sie ist auch manchmal ziemlich ungeschickt und was Gefühle betrifft auch nicht gerade der Experte.
Insgesamt gesehen bin ich wirklich froh "Lady Midnight" nun doch noch gelesen zu haben und freue mich nun, dass die Fortsetzungen "Lord of Shadows" und "Queen of Air and Darkness" bereits erschienen sind.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Cassandra Clare: Lady Midnight - Die dunklen Mächte 1



Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherinnen finden sich auf der Homepage des Goldmann Verlages.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Marc-Uwe Kling: QualityLand (dunkle Edition)





Inhaltsangabe des Verlages
Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
 
Gut, dass es in unserer Gegenwart noch nicht so ist wie in QualityLand, denn dann hätte ich jetzt ganz große Probleme. Bewertet man etwas mit einem anderen Wert als der vollen Punktzahl, dann hat das nämlich ziemliche Auswirkungen und benötigt langer Rechtfertigungen und Erklärungen.
Rechtfertigen und erklären will ich mich natürlich auch, aber der Unterschied ist eben, dass ich das freiwillig mache und nicht aus Zwang handle.
Zunächst einmal sollte man zu "QualityLand" von Autor Marc-Uwe Kling wissen, dass es zwei unterschiedliche Ausgaben gibt, die in Online-Shops einfach nur als "helle" und "dunkle" Ausgabe bezeichnet werden. Was dort jedoch nirgendwo steht ist, dass sich die Bücher nicht nur nach der Vorliebe des Einbandes unterscheiden, sondern auch inhaltlich voneinander abweichen. Die Grundhandlung ist zwar die gleiche, es gibt jedoch Unterbrechungen in der Art von Werbeblöcken, Artikeln und Kommentaren, die in den Versionen unterschiedlich ausfallen. "Hell" ist dabei die Ausfertigung für Optimisten und "dunkel" die für Apokalyptiker. In der Realität und ohne diese Unterscheidung zu wissen hätte ich mich für "dunkel" entschieden und da es in QualityLand keinen Irrtum gibt, ist das natürlich auch genau richtig so. Wer doch in die andere Version Einblick haben will, der kann das über einen QR-Code am Ende des Buches tun. Die Aufmachung des Buches mit abschließenden Kanten und Leineneinband gefällt mir sehr gut, wobei der schwarze Einband jedoch beim Lesen ein bisschen an die Fingerkuppen abgefärbt hat.
Das Wort, das in "QualityLand" am häufigsten vorkommt, dürfte wohl "OK" sein, denn das ist die Antwort auf alle Fragen und die einzige Option die einem vom System angeboten wird.
Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven, die gleichzeitig Einblick in unterschiedliche Gesellschaftsschichten bieten. Wir beginnen mit Peter Arbeitsloser, Sohn eines Arbeitslosen und ständig in Gefahr zu einem Nutzlosen für die Gesellschaft zu werden. Wir begleiten auch Martyn Vorstand, Sohn eines Vorstandsmitgliedes und daher von Geburt an erfolgreich. Und schließlich gibt es da noch John of Us, ein Androide mit der Ambition der nächste Präsident von QualityLand zu werden, denn Maschinen machen keine Fehler.
Am Anfang ist noch nicht klar, was diese Figuren miteinander zu tun haben und ihre Episoden bewegen sich nebeneinander her. Für Unterhaltung sorge bei mir insbesondere der Weltenaufbau, indem man durch viele kleine Anspielungen entdeckt, wie unsere bekannte Welt in "QualityLand" gewandelt wurde. Vieles davon entstammt einer noch weit entfernten Zukunft, aber manches ist auch schon in unserer Realität angekommen oder auf dem Sprung zu der in "QualityLand". Manches regt auch zum Nachdenken an, wenn beispielsweise der elektronische Fahrer des selbstfahrenden Autos erzählt, dass die Autos doch früher tatsächlich 96 % ihrer Zeit nur geparkt wurden und wie langweilig das doch für diese Autos gewesen sein muss. Beim Hormonchip für Kleinkinder mit dem diese über eine App ruhig gestellt werden, musste ich dann schon echt schlucken und hoffe das wird nicht Realität.
Marc-Uwe Kling ist hier vor allem eines: konsequent in der Umsetzung. Und das macht die Handlung für mich unterhaltsam, interessant und als Satire lesenswert.
Was mir hier jedoch fehlte um die schon oben erwähnte Höchstbewertung zu geben ist ein roter Faden in der Handlung der über den Weltenaufbau hinausgeht und den Leser auch so etwas wie ein Ziel erreichen lässt, sowie Figuren mit denen mich etwas verbindet. Leider war hier der Androide John of Us noch die Figur, die mich am meisten interessierte und das zeigt, dass die Menschen in diesem Buch Maschinen ähnlicher sind als die Maschinen selber und das trägt eben nicht unbedingt dazu bei, dass sie Sympathiefiguren sind.
Insgesamt gesehen hat mir "QualityLand" zwar als Satire und "erhobener Zeigefinger" unserer heutigen Gesellschaft gefallen, aber nicht vollständig als Roman mit lesenswerten Figuren überzeugt.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Marc-Uwe Kling: QualityLand (dunkle Edition)

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Ullstein Buchverlages.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

P.C. Cast: Moon Chosen - Gefährten einer neuen Welt

Mari ist eine Erdwanderin und Erbin der Begabungen und Heilkräfte ihrer Vorfahrinnen als Mondfrauen ihres Stammes. Aber sie sieht sich nicht in der Lage dieses Erbe anzunehmen, da ihre väterliche Abstammung ein Geheimnis ist, das sie zu einer Außenseiterin macht. Mari hat nicht nur die Macht den Mond zu beschwören wie es bei den Erdwanderinnen üblich ist, sondern fühlt sich auch zur Sonne hingezogen. Andere Clans stellen eine Gefahr für den Stamm dar und drohen alles zu zerstören. Doch auch der verfeindete Clan der sonnenanbetenden Gefährten hat mit Problemen zu kämpfen und Nik, der Sohn des Anführers muss sich in gefährliches Gebiet vorwagen. Mari muss sich nun entscheiden, ob sie bereit ist ihren Stamm zu retten oder ob es der Feind ist dem sie hilft.

„Moon Chosen – Gefährten einer neuen Welt“ von Autorin P.C. Cast ist ein außergewöhnlicher Auftakt einer neuen Reihe. Schauplatz ist eine dystopische oder postapokalyptische Welt, in der verschiedene miteinander verfeindete Clans ein isoliertes Leben führen. Die Erdwanderer sind ein Volk von Handwerkern, das sich in der Art von Gilden in Stämme aufteilt. Sie führen ein autarkes Leben und sind nicht auf den Handel mit anderen Clans oder Beutezüge angewiesen. Doch sie werden vom geheimnisvollen Nachtfieber befallen und verlieren den Lebenswillen (Frauen) oder die Selbstkontrolle (Männer) wenn sie nicht durch ihre Mondfrau alle paar Nächte gereinigt werden. Die Mondfrau des Weberstammes ist Leda, die mit ihrer 18jährigen Tochter Mari außerhalb lebt.
Auf der anderen Seite des angrenzenden Baches beginnt das Gebiet des Clans der Gefährten, in dem Menschen und Hunde ein lebenslanges Band miteinander eingehen und Energie von der Sonne beziehen. Hier lebt Nik, den bisher noch kein Hund zum Gefährten erwählt hat. Der Bach entstammt einem Fluss, an dem eine Stadt aus der Vorzeit liegt. Von hier beschaffen sich die Gefährten Metall und Glas zur Erweiterung ihrer eigenen Stadt im Wald. Doch hier lebt auch ein dritter Clan, der eine grausame Göttin anbetet und menschliche Opfer zu Linderung ihrer Qualen benötigt, hier liegt der Fokus auf einem Mann mit Namen Fahlauge.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Mari, doch auch Nik nimmt einen großen Anteil ein und auch aus der Perspektive von Fahlauge und anderen wird erzählt.
Es ist eine komplexe Welt die die Autorin hier erschaffen hat und als Leser erhält man zunächst nur einen sehr kleinen Einblick. Erst nach und nach öffnen sich Türen und man erahnt wie hier die Zusammenhänge zu sehen sind. Es gibt unterschiedliche Erzählperspektiven, Clans, Orte und vor allem viele Namen. Man braucht daher am Anfang ein bisschen Zeit, bis man sich in dieser Welt orientieren und alle Personen richtig zuordnen kann. Gerade diese Komplexität hat mir jedoch gut gefallen und auch die unterschiedlichen Blickwinkel haben die Geschichte meiner Meinung nach sinnvoll ergänzt. Es mag noch nicht direkt alles offensichtlich sein, doch mit fortschreitender Handlung verknüpfen sich die Fäden miteinander und ergeben ein stimmiges Bild.
Mit den Figuren habe ich zu Beginn etwas schwer getan. Mari ist 18 Jahre alt, erweckt aber oft den Eindruck eines sehr viel jüngeren Mädchens. Auch Nik war mir am Anfang nicht ganz so sympathisch, da er doch sehr auf eine Sache fokussiert wirkte und dadurch wenig Raum für anderes blieb. Hier ist jedoch nicht nur ein langsamer Weltenaufbau zu beobachten, sondern auch eine allmähliche Entwicklung der Figuren, so dass ich mich zum Ende hin immer mehr mit der Geschichte anfreunden konnte und gespannt wartete wie es weiter geht. Dazu haben auch einige interessante Nebenfiguren beigetragen, die ebenfalls Tiefe erhalten und gerne begleitet werden.
Insgesamt gesehen hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn vielleicht die eine oder andere grausame Szene schockiert. Ich bin nun schon gespannt auf die Fortsetzung und hoffe wir müssen nicht allzu lange darauf warten. Empfehlen kann ich „Moon Chosen – Gefährten einer neuen Welt“ an alle Leser die Fantasygeschichten mit umfangreichem Weltenaufbau, unterschiedlichen Erzählperspektiven und vielen Figuren mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: P.C. Cast: Moon Chosen - Gefährten einer neuen Welt

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Fischer Verlages.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Mara Lang: Almost a Fairy Tale - Verwunschen


Inhaltsangabe des Verlages:
Es war einmal ...
Aeromobile, Sicherheitsdrohnen und »Tischlein Deck Dich«-Fastfoodketten:
Die junge Magische Natalie lebt in einer modernen Märchenwelt, die nach höchstem technischen Standard funktioniert. Und auch wenn es Schlösser, Einhörner, Riesen – und Prinzen – gibt, ist alles Magische festen Regeln unterworfen.
Als Natalie ihr Herz an Prinz Kilian verliert und ihm in einer brenzligen Situation helfen will, benutzt sie verbotenerweise Magie. Damit bringt sie einen Stein ins Rollen, der nicht nur ihr Leben aus den Fugen geraten, sondern auch die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern lässt …

"Almost a Fairy Tale - Verwunschen" von Autorin Mara Lang ist keine typische Mädchen-trifft-Junge-Love-Story. Vielmehr ist es so, dass der Leser erst einsteigt, als Natalie und Kilian sich bereits ineinander verliebt haben und ein Paar sind. Doch Natalie hat da vergessen eine Kleinigkeit zu erwähnen. Auch wenn sie wie ein Mensch aussieht und ihre Familie sich als solche betrachtet, so ist sie doch eine Magische – wenn auch mit A-Klassifizierung, was ihrer Familie einige Privilegien einbringt. Bisher dachte Natalie auch, dass sie keine besonderen Talente für Magie hätte und wäre sowieso nicht auf die Idee gekommen Magie zu praktizieren, denn das ist strengstens verboten. Prinz Kilian arbeitet als Agent genau für die Behörde, die sich dem Schutz der Menschen vor allem Magischen verschrieben hat und deren oberster Anführer Der Mächtige ist, die einzige Person die in die Magienetze eingreifen darf. Doch als Natalie zur falschen Zeit am falschen Ort ist, versucht sie ein defektes Magienetz zu stabilisieren und macht dabei alles noch viel schlimmer. Ein Riese entkommt aus dem Zoo und hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Natalie wird von der Unschuldigen zur Gejagten und macht so auch andere auf ihre offensichtliche Affinität zur Magie aufmerksam. Von nun an ist nichts mehr wie es war.
Der Leser begleitet abwechselnd Natalie, Kilian und die weitere Hauptfigur Paige, die noch mal eine ganz anderen Hintergrund und eine neue Sichtweise mitbringt.
Besonders Paige hat mir hier sehr gut gefallen und ist mit ihrer Schwester Jolly einer meiner Lieblinge. Ich fand es auch sehr schön, wie hier Verbindungen zu bekannten Märchen in der Geschichte untergebrachte wurden und welche (ein paar Jahre in der Zukunft liegende) Welt die Autorin als Alternative zu unserer Gegenwart entworfen hat. Die Magie hat neben aus Märchen bekannten Wesen auch neue Technologien und Geschäftsideen hervorgebracht, die mich beim Lesen immer wieder fasziniert haben. Natalie ist keine unfehlbare Heldin, sondern wird vor sehr große Herausforderungen gestellt, an denen sie zu zerbrechen droht. Ich finde es zwar auch nicht sehr glaubhaft, wenn der Prinz sofort die Prinzessin rettet und sich alles in Wohlgefallen auflöst, aber hier war mir das schon fast etwas zu negativ gestaltet, vor allem, da der Mittelteil der Geschichte für mich deutliche Längen aufwies und ich erst wieder gegen Ende so richtig von der Handlung eingenommen wurde.
Für mich sind noch einige Fragen offengeblieben, die den Weltenaufbau betreffen. Denn so gibt es zwar die uns bekannten Länder, jedoch nicht die Städte und mir fehlte es daher etwas an der räumlichen Orientierung.
Denkt man daran, dass hier Märchen adaptiert wurden, so sollte man eher die ursprünglichen Versionen (die um einiges brutaler waren, als das was in unseren Kinderbüchern gelandet ist) als Vorbild sehen und weniger an romantische Prinz-liebt-Aschenbrödel Varianten glauben. Denn auch wenn es sich hier um ein Jugendbuch handelt soll, so gibt es doch ziemlich viele Gewalt- und Actionszenen, die dann doch eher einem beliebigen Abenteuerbuch entsprungen sein können und weniger einem romantischen Schmöker. Gefallen hat mir jedoch auch, dass die Autorin hier auch Kritikpunkte an der Gesellschaft mit einbringt, die durchaus auch in unserer Welt zum Nachdenken anregen. Natalie muss sich ihre eigene Meinung bilden und so wie sie einige Missstände aufdeckt, so kann auch der Leser mit ihr zusammen lernen.
Insgesamt gesehen hat mir "Almost a Fairy Tale - Verwunschen" gut gefallen, besonders such die Einbeziehung der Märchenelemente, und ich bin gespannt was sich die Autorin für die Fortsetzung überlegt hat.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Mara Lang: Almost a Fairy Tale - Verwunschen 

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Ueberreuter Verlages.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Caroline Brinkmann: Die Perfekten


Inhaltsangabe des Verlages:
Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!


"Die Perfekten" von Autorin Caroline Brinkmann ist der Auftaktband einer mit zwei Bänden geplanten Reihe. Es handelt sich hier um eine dystopische Welt, in der alleine die Gene über die Position der Menschen in der Gesellschaft entscheiden. Die Welt Hope ist unterteilt in Zirkel, die jeweils auf einen Bereich wie z. B. Landwirtschaft, Wissenschaft oder Industrie spezialisiert sind. Die Hauptfigur Rain lebt im Zirkel Grey, der leider wie der Name schon sagt recht farblos ist und durch seine vielen Fabrikschlote giftige Dämpfe in die Luft abgibt. Das Leben in Grey ist daher schon dann nicht einfach, wenn man zur privilegierten Gruppen der G1 gehört. Ist man nur eine G2, so hat man schon kaum Chancen in einen anderen Zirkel wechseln zu dürfen und als G3 wird man nur als Belastung für die Gesellschaft angesehen. Doch Rain würde selbst alles dafür tun nur eine G3 zu sein, denn sie ist eine Ghost. Ein Kind, das illegal geboren und damit nicht als G registriert wurde. Ghosts haben kein Recht auf Schulbildung oder auch nur auf einen Wohnort, sie werden gejagt und gelten als Ursprung von Seuchen. Gemeinsam mit ihrer Mutter Storm ist Rain daher ständig auf der Flucht.
Mir hat die Figur der Rain sehr gut gefallen. Sie ist ein starker Charakter, der jedoch seinen eigenen Kopf hat und wenig darauf gibt was andere denken. Besonders wichtig fand ich hier jedoch auch die Nebenfiguren, die Wichtiges zu Geschichte beitragen und noch einmal andere Aspekte abdecken. Unter ihnen habe ich auch zwei Figuren gefunden, die ich besonders gerne mochte.
Mir hat auch gefallen, dass sich die Figuren mit echten Gewissensfragen auseinander setzten müssen und man sich so auch als Leser fragt, ob man in dieser Situation ebenfalls so entschieden hätte. Es geht dabei um Themen, die durchaus auch in unserer heutigen Gesellschaft eine Rolle spielen und so fand ich diesen Aspekt gerade mit Blick auf eine jugendliche Leserschaft sehr gut. In diesem Zusammenhang spielen Gewalt und Tod durchaus eine Rolle und darauf sollte man daher beim Lesen vorbereitet sein. Wer allerdings „Panem“ mochte und wen es da nicht gestört hat der wird auch hier nicht geschockt sein.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es mir zum Ende hin fast etwas zu schnell ging, aber da es noch einen zweiten Teil geben wird, hoffe ich, dass dort noch auf einiges eingegangen wird.
Insgesamt gesehen kann ich "Die Perfekten" an alle Leser empfehlen, die Dystopien  mögen und davon einfach nicht genug bekommen können.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Caroline Brinkmann: Die Perfekten

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Lübbe Verlages.

Freitag, 15. September 2017

Nicole Gozdek: Die Magie der Lüge

Inhaltsangabe des Verlages
Anderta Passario führt ein Doppelleben. Tagsüber ist sie eine harmlose Wahrsagerin, nachts eine gerissene Diebin. Sie ist glücklich. Doch eines Tages verändert ein Zauber die Wirklichkeit und Anderta scheint die Einzige zu sein, die sich an ihre Vergangenheit erinnert. War ihr ganzes Leben nur eine Lüge? Anderta ist wild entschlossen, ihr altes Leben mit allen Mitteln von dem schuldigen Magier zurückzufordern: Tirasan Passario. Dieser ahnt zwar nichts von Andertas Plänen, aber auch ihn schmerzt der Verlust seiner Vergangenheit. Gerade die Beziehung zu seinem Freund Rustan ist komplizierter denn je, denn Tirasan weiß genau, was dieser heimlich für ihn empfindet – nur hat Rustan sein Liebesgeständnis von einst vergessen. Dabei war Tir ihm noch eine Antwort schuldig! Doch sowohl Anderta als auch Tirasan müssen feststellen, dass es nichts bringt, der Vergangenheit nachzutrauern, wenn man die Gefahren der Gegenwart nicht erkennt.



"Die Magie der Lüge" von Autorin Nicole Gozdek ist die Fortsetzung von "Die Magie der Namen". Der erste Teil hatte mir sehr gut gefallen und ich habe mich daher sehr auf die Fortsetzung gefreut. Während im ersten Buch Tirasan Passario im Mittelpunkt der Ereignisse steht, ist es in der Fortsetzung seine ihm noch unbekannte Schwester Anderta Passario. Beide verfügen über die Wahrheitsmagie der Familie Passario, weshalb sich Anderta an das Leben erinnert wie es war, bevor Tirasan die Wirklichkeit veränderte.
Mein Hauptproblem mit "Die Magie der Lüge" ist jedoch, dass mir Anderta von Anfang an nicht sympathisch war. Zwar revidiert sich dies im weiteren Verlauf der Handlung etwas, doch es ist immer schwer einem Buch aufmerksam zu folgen, wenn man keine echte Sympathiefigur hat. Im ersten Band mochte ich Tirasan sehr und ich habe mich daher gefreut, dass er auch hier bald wieder auftaucht. Doch auch mit ihm wurde ich nicht mehr so recht warm. Er war zwar auch vorher schon eher der softe Typ, der mit seiner Art schon mal nervte, aber jetzt fand ich die Jammerei und dieses Selbstbemitleiden und Schuldanerkennen schon echt anstrengend und wenig sympathisch.
Die übrigen neuen Nebenfiguren fand ich zwar interessant, aber ich konnte sie mir nur schwer bildhaft vorstellen und im Vergleich zur Gruppe aus dem ersten Buch wirkten sie regelrecht blass. Hinzu kommt, dass für mich die Emotionen in der Geschichte nicht ausreichend vermittelt wurden. Dies betrifft sowohl Freundschaft, Liebe als auch Eltern und Kinder. Die Grundidee die hinter allem steckt gefällt mir jedoch weiterhin gut und auch die Weiterentwicklung dieser Welt im zweiten Band ist durchaus durchdacht.
Insgesamt gesehen ist die Fortsetzung jedoch deutlich schwächer und ich kann "Die Magie der Lüge" daher nur eingeschränkt weiter empfehlen an die Leser, die gerne noch mehr von dieser faszinierenden Welt erfahren wollen.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Nicole Gozdek: Die Magie der Lüge


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Piper Verlages.





Montag, 11. September 2017

Rick Riordan: Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel

Inhaltsangabe des Verlages:
Der Gott Apollo stürzt vom Himmel direkt in ein paar Mülltonnen – er ist bei Zeus in Ungnade gefallen und wurde zur Strafe seiner Unsterblichkeit beraubt! Prompt wird er auch noch überfallen, doch zum Glück springt ihm Meg zur Seite – frech, kampflustig, höchstens zwölf und zweifelsfrei eine Halbgöttin. Zusammen machen sie sich auf nach Camp Half-Blood, doch dort lauern weitere Gefahren. Und noch dazu funktioniert das Orakel von Delphi nicht mehr, denn es ist immer noch von Apollos altem Feind Python besetzt …

Endlich geht es weiter im Percy-Jackson-Universum! "Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel" ist der Auftakt der neuen Reihe von Autor Rick Riordan.
Ich mochte die Percy-Reihe sehr und ich liebe die Helden-des-Olymp-Reihe. "Apollo" knüpft zeitlich sechs Monate nach dem letzten Band der Helden-des-Olymp-Reihe an. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht diesmal kein Halbgott, sondern Apollo, der Sohn des Zeus, der seinen Vater mal wieder verärgert hat und zur Strafe als sterblicher Jugendlicher auf die Erde verbannt wurde. Es gibt jedoch auch ein Wiedersehen mit Percy Jackson und einigen anderen Bewohnern von Camp Half-Blood und der Reise der Helden, was natürlich alle Fans freuen wird. Es tauchen natürlich auch neue Figuren auf und mit Meg McCaffrey ist darunter auch ein besonders interessantes Exemplar. Mir hat Apollos Humor gefallen. Erzählt wird aus seiner Perspektive und da es sich hier um die Persönlichkeit eines tausende Jahre alten Gottes handelt, sind die Sprache und die Themen doch etwas erwachsener als dies sonst bei einem ca. 16jährigen der Fall wäre. Der Autor hat es auch geschafft in diesem Buch noch absolut neues unterzubringen auch wenn man denkt, dass man doch so langsam alles aus der Götterwelt und dem entsprechenden Umfeld kennen müsste. Ich möchte auch gar nicht vorwegnehmen um was es hier genau geht, aber der Titel verrät ja schon, dass es um das verschwundene Orakel geht und der Horizont weitet sich auch etwas über die reine Götterwelt hinaus. Eine nette Idee sind die kleinen Einleitungen zu jedem Kapitel und die dem Gott der Dichtkunst die Ehre erweisen.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht und ob es Apollo gelingen wird seine Göttlichkeit zurückzuerlangen. Empfehlen kann ich "Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel" in jedem Fall an alle Fans von Rick Riordan, sie werden nicht enttäuscht werden. Aber auch für Einsteiger ist dieser Band geeignet, da auch im Buch immer mal wieder etwas für Meg erläutert wird und es hinten im Buch einen umfassenden Glossar gibt.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Rick Riordan: Die Abenteuer des Apollo - Das verschwundene Orakel

Weitere Informationen zum Autor, zum Buch und zur Reihe finden sich auf der Homepage des Carlsen Verlages.

Freitag, 8. September 2017

Stefan Bachmann: Palast der Finsternis

Inhaltsangabe des Verlages:
Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können.



"Palast der Finsternis" von Autor Stefan Bachmann ist ein wirklich verrücktes Buch. Nach der Inhaltsangabe dachte ich eigentlich genau zu wissen was ich da bekomme, denn es klang doch alles sehr nach einem Abenteuerroman mit historischem Bezug. Ganz so einfach lässt sich dieses Buch jedoch nicht beschreiben. Die Handlung ist für mich eher eine Mischung aus Fantasy, Schauerroman und Soft-Horror und dabei auch noch in den Bereich Young Adult einzusortieren. Für mich ist die Zielgruppe hier daher auch eine jüngere Leserschar zwischen 14 und 17 Jahren, die sicherlich ihren Spaß an der Geschichte, ihren Figuren und der Sprache haben wird.
Absolut überzeugen können mich die Ideen des Autors zur Ausgestaltung des unterirdischen Palastes. Seine Beschreibungen lassen die Räume vor den Augen des Lesers entstehen und das Ganze sehr plastisch wirken. Mir fehlte jedoch leider die Orientierung und da die Protagonisten auch noch häufig ihren Standort wechseln, hätte ich ein ergänzendes Kartenmaterial sehr hilfreich gefunden.
Zu Beginn hat mich die Handlung sehr gefesselt und ich war neugierig, warum Anouk und die vier anderen Jugendlichen zu diesem Abenteuer ausgewählt wurden und was sie wohl dort alles erwartet. Mit Fortschreiten der Handlung wächst jedoch der Fantasy-Anteil immer mehr an und "Palast der Finsternis" wird daher von einem Abenteuer zu einer absolut unglaubwürdigen Geschichte. Nun mag sich der eine oder andere denken, dass Fantasy gerade eben nicht glaubwürdig sein muss und es genau darum geht unglaubliche Ereignisse einzubinden. Dem stimme ich auch grundsätzlich zu, doch in diesem Fall hier blieben für mich zu viele Lücken in der Geschichte. Ich kann ein Buch einfach nicht richtig genießen, wenn ich mich dauern fragen muss, warum denn nun dies plötzlich so sein soll und das nicht anders gemacht wurde. Vielleicht bin ich einfach der falsche Leser für dieses Buch, denn ich kann mir schon vorstellen, dass es seine Fans finden wird. Insgesamt gesehen kann ich "Palast der Finsternis" an fantasybegeisterte Leser empfehlen, denen auch vorher bewusst ist, dass es sich hier um einen Roman mit hohem Fantasyanteil handelt.
Positiv hervorheben möchte ich auch noch das wunderschöne Bild auf dem Cover. Leider spiegelt die Qualität des Bucheinbandes aber nicht den für ein Taschenbuch recht hohen Preis wieder.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Stefan Bachmann: Palast der Finsternis


Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Diogenes Verlages.

Dienstag, 5. September 2017

Erika Johansen: Die Königin der Schatten - Verbannt

Inhaltsangabe des Verlages:
Kelsea Glynn hat sich als wahre Herrscherin erwiesen. Um ihr Land vor einer schrecklichen Invasion durch das Nachbarreich Mortmesne zu schützen, hat sie sich in die Hände ihrer größten Feindin begeben: der Roten Königin. Doch damit nicht genug, die Rote Königin ist inzwischen auch im Besitz von Kelseas wertvollen Saphiren. Sollte es ihr gelingen, sich deren Magie zu bemächtigen, ist ganz Tearling dem Untergang geweiht. Während Mace als Regent auf dem Thron von Tearling fieberhaft an einem Plan arbeitet, um Kelsea aus den Kerkern der Roten Königin zu befreien, kommt es im finsteren Mortmesne zum finalen Showdown zwischen den beiden Königinnen …



"Die Königin der Schatten - Verbannt" ist der dritte und letzte Teil der Reihe rund um Kelsea, die Königin von Tearling. Autorin Erika Johansen konnte mich mit "Die Königin der Schatten" und noch mehr mit der Fortsetzung "Die Königin der Schatten - Verflucht" begeistern und so habe ich mich sehr auf den Abschluss gefreut.
Im zweiten Teil gab es eine Figur die ich sehr ins Herz geschlossen hatte und ich habe nun schon etwas bedauert, dass es in einem der Erzählstränge einen Zeitsprung gibt, so dass nun eine andere Figur dort im Mittelpunkt steht. Ich mochte Katie zwar auch, aber trotzdem fehlte für mich da etwas und ich wurde mit ihr nicht so warm wie zuvor mit Lily.
Die Ereignisse in der Vergangenheit werden nun immer mehr aufgedeckt und es entsteht ein Gesamtbild, das endlich so einiges überblicken lässt. Ich habe alle drei Bände der Reihe in recht kurzem Abstand hintereinander gelesen und ich bin wirklich froh darüber. Es gibt so viele unterschiedliche Figuren, von denen viele auch wichtige Aufgaben wahrnehmen und bei denen das Verhältnis zueinander wichtig ist. Wäre zwischen den Büchern ein Jahr vergangen, so hätte ich wahrscheinlich große Probleme gehabt wieder in die Geschichte hineinzufinden. Der zweite Band endete mit der Einleitung des großen Showdown und zeigte eine geschwächte Kelsea. Dementsprechend nimmt Kelsea zu Beginn des dritten Bandes auch eine eher untergeordnete Rolle ein. Das fand ich zwar nicht schlimm, aber doch sehr gewöhnungsbedürftig und dadurch fand ich das Buch auch erst nicht so spannend. Gerade das Aufeinandertreffen der beiden Königinnen und die Austragung des Kampfes zwischen ihnen hatte ich mir gänzlich anders vorgestellt. Um ehrlich zu sein, fand ich diese Abschnitte sogar ziemlich langweilig und es war für mich der schwierigste Teil dieses Buches. Anderes wiederum hat mir gefallen und auch das einige Nebenfiguren hier mehr im Fokus standen. Nicht alle meine Fragen wurden beantwortet, aber doch zumindest der größte Teil. Rückblickend gesehen ist "Die Königin der Schatten - Verbannt" für mich der schwächste der drei Bände. Mir hat jedoch insgesamt gesehen gefallen wie die Autorin die Reihe beendet hat und das führt dann doch wieder zu einer sehr guten Bewertung. Wer die ersten beiden Bücher mochte, der muss natürlich auch den Abschluss lesen und allen die noch kein Buch der Reihe gelesen haben, kann ich auch empfehlen das noch unbedingt nachzuholen.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Erika Johansen: Die Königin der Schatten - Verbannt


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Heyne Verlages.





Samstag, 19. August 2017

Nicole Gozdek: Die Magie der Namen

Inhaltsangabe des Verlages:
In Mirabortas bestimmt allein dein Name, wer du bist. Er entscheidet, welchen Beruf du ausübst, ob du Vermögen hast, ja, sogar wie du aussiehst. Denn jedem Namen wohnt eine einzigartige, unsterbliche Magie inne. Der 16-jährige Nummer 19 wünscht sich nichts sehnlicher, als einen großen Namen zu erhalten, der sein Leben als Außenseiter beendet. Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, lösen sich seine Hoffnungen in Unglauben auf. Sein Name, Tirasan Passario, ist den Gelehrten gänzlich unbekannt. Nur das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor kann ihm jetzt noch Auskunft über seine Identität geben. Gemeinsam mit dem Krieger Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf in die weit entfernte Stadt. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als erwartet. Namenlose und dunkle Verfolger trachten der Gruppe nach dem Leben. Und auch sein eigener Name hält noch einige Überraschungen für Tirasan bereit ...

Die Grundidee von "Die Magie der Namen" von Autorin Nicole Gozdek finde ich sehr faszinierend. Die Seelen der Menschen hängen an ihrem Namen und werden wiedergeboren. Um einen jungen Menschen jedoch noch nicht mit der Last des Namens und den Verpflichtungen zu zerstören, wird dieser erst im Alter von 16 Jahren bekannt gegeben. Mit der Aussprache des Namens entfaltet sich dann die Namensmagie und der Namensträger erhält die gleichen Fähigkeiten wie sein Namensvorgänger.
Was hier herrscht, treibt sozusagen das Schicksal und die Vorherbestimmung auf die Spitze. Der Namensträger hat keinerlei Selbstbestimmungsrecht. Fähigkeiten, Beruf und Vermögen hängen alleine vom Namen ab. Blutsbande gibt es in dieser Welt nicht, nur die Verbindung über die Namensdynastie. Vor dem Tag der Namensgebung sind die Kinder dagegen nur Nummern, die nicht mit einem Namen angesprochen werden dürfen.
Erzähler ist hier die Nummer 19 des Frühlingsjahrgangs aus Tummersberg. Er träumt davon ein großer Name zu werden, was bedeutet, dass es ein zweiteiliger Namen ist, der erste Namensträger es zu Ruhm gebracht hat und dies nun weiter vererbt würde. Doch bei seiner Zeremonie wird Nummer 19 enttäuscht. Zwar bekommt er den ersehnten zweiteiligen Namen, doch von einem Tirasan Passario hat noch nie jemand etwas gehört und die neue Namensmagie bewirkt bei ihm auch keine Veränderung und er ist weiterhin der schmächtige Wicht der er war.
Da alles aus der Perspektive von Tir (das ist Tirasans Spitzname) erzählt wird, ist man auch sehr nahe an seinen Gefühlen und Gedanken, was mir gut gefallen hat. Man kann sich sehr gut in ihn hinein versetzen, wobei er manchmal aber auch etwas anstrengend ist. Für sein Alter fand ich Tir manchmal auch noch etwas kindisch und sein Selbstbewusstsein ist so gut wie nicht vorhanden.
Es gibt auch einige Nebenfiguren, die eine größere Rolle einnehmen. Manche von ihnen fand ich gut beschrieben, doch andere blieben sehr blass und austauschbar für mich.
Gut gefallen hat mir, dass sich nach und nach immer mehr Informationen zusammenfügen und man gemeinsam mit Tir die Hintergründe aufdeckt. Zum Ende hin fand ich jedoch alles ziemlich überstürzt und viel schneller erzählt als noch zu Beginn und plötzlich war das Buch auch schon ausgelesen, was dann doch ziemlich abrupt war. Bei mir sind auch noch einige Fragen offen geblieben, weshalb ich mich freue, dass es mit "Die Magie der Lüge" bald noch eine Fortsetzung geben wird.
Insgesamt gesehen kann die Idee von "Die Magie der Namen" aber überzeugen und ich kann es an Leser empfehlen, die Fantasygeschichten mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Nicole Gozdek: Die Magie der Namen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Piper Verlages.

Montag, 14. August 2017

Aditi Khorana: Amrita - Am Ende beginnt der Anfang

Inhaltsangabe des Verlages:
Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?



"Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" von Autorin Aditi Khorana hat mich auf andere Art und Weise überrascht als ich es gedacht hätte. Ich hatte zuvor schon die Leseprobe gelesen und mir eine Vorstellung davon zurecht gelegt, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird. Ich bin nicht enttäuscht von diesem Buch, aber "Amrita" ist doch ein wenig anders, als ich es erwartet hatte. Ich weiß nicht warum, aber ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass es sich hier um den ersten Band einer Reihe handelt, vielleicht deshalb, weil es einen Untertitel gibt und das auch oft bei mehreren Bänden so gemacht wird. Es handelt sich hier jedoch um einen in sich abgeschlossenen Einzelband, zu dem ich mir auch nicht wirklich eine Fortsetzung vorstellen kann. Es wäre möglich, dass die Autorin noch ein Buch im gleichen Universum ansiedelt (was mir auch gefallen würde), aber das wäre dann wahrscheinlich auch in sich abgeschlossen.
Was ich hier wirklich mochte, ist der mythologische Aspekt mit Göttern, Schicksal und nichtmenschlichen Wesen. Erfreulich finde ich auch, dass sich "Amrita" nicht nur mit typischen Jugendbuchthemen wie Liebe und Freundschaft beschäftigt, sondern auch grundlegende Fragen aus Politik und Philosophie aufgegriffen werden. Wie wird ein Despot zu einem solchen und was für Auswirkungen kann eine einzelne Entscheidung auf ein ganzes Volk haben?
Positiv finde ich auch, dass hier sehr starke Frauenfiguren im Focus stehen und Amrita als Prinzessin nicht nur schmückendes Beiwerk ist, deren Hauptprobleme Frisur und Kleidung sind. Als Hauptfigur ist mir Amrita sehr sympathisch und auch den meisten Nebenfiguren konnte ich viel abgewinnen. Ein wenig enttäuschend fand ich, dass zum Ende hin doch sehr viel damit abgehandelt wurde, dass es so vorbestimmt ist und ich dann nicht nachvollziehen konnte, ob es sich hier um echte Gefühle und bewusste Entscheidungen handelte. Das steht im kompletten Gegensatz zum Beginn der Geschichte und war daher für mich nicht ganz konsequent durchgezogen. Da das Buch nicht sonderlich dick ist, hätte man dies ruhig noch etwas ausbauen können und so auch für den Leser nachvollziehbarer gestalten.
Insgesamt gesehen ist "Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" nicht die Fantasy-Liebesgeschichte für die ich sie anfangs gehalten habe. Empfehlen kann ich das Buch daher  an Leser, die sich auch für ernsthafte Themen und politische Entwicklungen interessieren.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Aditi Khorana: Amrita - Am Ende beginnt der Anfang


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Dressler Verlages.

Donnerstag, 10. August 2017

Erika Johansen: Die Königin der Schatten - Verflucht



Inhaltsangabe des Verlages:
Seit Kelsea Glynn ihr rechtmäßiges Erbe angetreten hat, ist in Tearling ein Zeitalter der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit angebrochen. Doch mit der Roten Königin des Nachbarreiches Mortmesne hat sich Kelsea eine ebenso mächtige wie gefährliche Feindin gemacht: Unaufhaltsam marschiert die gewaltige Mort-Armee auf die Grenzen Tearlings zu. Noch während Kelsea versucht, einen Krieg zu verhindern, den sie nicht gewinnen kann, kommt sie einem Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur – einem Geheimnis, das das Schicksal Tearlings für immer verändern wird . . .



"Die Königin der Schatten - Verflucht" von Autorin Erika Johansen ist der zweite Band der dreiteiligen Reihe rund um die Königin von Tearling.
Es kommt selten bei mir vor, dass eine Fortsetzung mich mehr beeindruckt als der Auftakt einer Reihe. Meine Erwartungen sind in der Regel hoch und diese zu halten oder gar zu übertreffen daher gar nicht so einfach. "Verflucht" hat dies aber dennoch geschafft und ich bin nun schon voller Erwartung, wie die Geschichte ihren Abschluss finden wird.
Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin einen zweiten Handlungsstrang einführt und damit auch eine zweite weibliche Hauptfigur in der Person von Lily. Ich möchte nicht zu viel von der Handlung vorweg nehmen, aber ich denke ich kann so viel verraten, dass Lily eine Stimme aus der Vergangenheit ist und so über sie endlich ein wenig Licht in die Dunkelheit der Vergangenheit von Tearling und der Überfahrt gebracht wird. Gerade bei Fantasybüchern ist es mir immer sehr wichtig, dass die Hintergründe aufgeklärt werden und mir der Weltenaufbau erklärt wird. Dem kommt die Autorin nun in der Fortsetzung zu meiner vollsten Zufriedenheit nach.
Auch wenn ich sehr gerne über Kelsea und Tearling lese, hat es mir hier fast noch mehr Spaß gemacht Lilys Handlungsstrang zu verfolgen und ihre Geschichte zu erfahren. Während man zu Anfang von „Die Königin der Schatten“ noch glaubte in einer eindeutig mittelalterlich aufgebauten Fantasywelt zu sein, ist nun klar, dass wir hier ganz unterschiedliche Elemente vermischt haben. An manchen Stellen ist es eindeutig eine Dystopie, es klingt aber auch der Ansatz einer Utopie durch und dann haben wir natürlich auch noch die magischen Elemente die dies zu einer Fantasyerzählung machen. Auch wenn dieser Mix nicht ganz einfach ist, finde ich das sehr spannend und vollkommen anders als alle anderen Bücher dieser Genre die ich gelesen habe.
Interessant sind für mich auch weiterhin die Figuren, denn bei vielen ist noch nicht klar, welche Interessen sie verfolgen und wohin sie ihr Weg führen wird. Dies sind die besten Voraussetzungen für den dritten und letzten Band der Reihe, auf den ich nun schon gespannt bin.
Schade finde ich hier nur eine Sache. Kelsea war mit ihrem unscheinbaren Äußeren mal eine angenehm andere Hauptfigur. Doch in der Fortsetzung wandelt sie sich nun mit Hilfe von Magie in eine Schönheit. Das Bild das dadurch vermittelt wird, finde ich gerade für junge Leser nicht richtig.
Insgesamt gesehen ist "Die Königin der Schatten - Verflucht" eine Fortsetzung voller Überraschungen die mich fesseln konnte und die ich daher gemeinsam mit dem ersten Band allen Lesern ans Herz legen möchte, die Lust auf eine ungewöhnliche Reihe mit Fantasyelementen haben.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Erika Johansen: Die Königin der Schatten - Verflucht


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Heyne Verlages.

Dienstag, 1. August 2017

Kai Meyer: Die Krone der Sterne


Inhaltsangabe des Verlages:
Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht.
Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt.


Mir hat "Die Krone der Sterne" von Autor Kai Meyer gut gefallen, da es weder typische Fantasy ist, noch reine Science Fiction. Es ist eher eine Art Space-Fantasy, bei der mich besonders die Liebe zum Detail fasziniert hat. Schon das Cover und die ersten Innenseiten entführen den Lesen mitten hinein in das Reich von Tiamande und die detaillierten und bildhaften Beschreibungen führten dazu, dass man sich trotz Weltraum und fremder Welten recht gut alles vor Augen rufen konnte. Mir hat es dabei das mondsichelförmige Schiff "Nachtwärts" von Shara Bitterstern besonders angetan und ich bin ganz fasziniert von dieser Konstruktion.
Erzählt wird hier aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht zum einen die junge Iniza, die aus den fernen Baronien als Braut der Gottkaiserin berufen wird, und zum anderen die Händlerin Shara Bitterstern, die nach einer Zeit als Arbeitssklavin um ihr Raumschiff betrogen wurde. In den ersten Kapiteln hatte ich noch ein wenig Probleme mich in die Geschichte einzufinden, aber zum Glück war das wirklich nur am Anfang und ich habe dann gut in die Handlung hinein gefunden und ein bisschen mitgefiebert, ob und wie Iniza, Shara und ihre Begleiter den Hexen und ihren Schergen entkommen können.
Positiv ist für mich daher hervorzuheben, dass es einen echten Spannungsbogen gibt und der Leser am Anfang noch nicht direkt ahnt wie die Geschichte weiter geht.
Was mir hier eindeutig zu blass blieb - und was auch an der blassen männlichen Hauptfigur liegen kann - ist die Liebesgeschichte, die ich nicht so wirklich glaubhaft fand. Es wirkte für mich vielmehr so, als wäre das so nebenher vom Autor entworfen worden, da dieser Teil aufgrund des weiteren Verlaufs der Handlung auch nicht weg gelassen werden konnte.
Insgesamt gesehen schreit "Die Krone der Sterne" nach einer Fortsetzung. Empfehlen kann ich das Buch an alle Leser die Lust haben sich auf das Experiment Space-Fantasy einzulassen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Kai Meyer: Die Krone der Sterne


Weitere Infos zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage von TOR im Haus des Fischer Verlages.

Freitag, 21. Juli 2017

Erika Johansen: Die Königin der Schatten

Inhaltsangabe des Verlages:
Neunzehn Jahre lang führte die junge Prinzessin Kelsea Glynn ein abgeschiedenes Leben in der Obhut ihrer Pflegeeltern. Nun ist der Tag gekommen, an dem sie von der Leibwache ihrer verstorbenen Mutter an den Königshof zurückeskortiert wird, um die Herrschaft über das magische Königreich Tearling anzutreten. Doch Tearling ist ein armes Land, ständig bedroht von seinem mächtigen Nachbarn Mortmesne. Um ihre Herrschaft zu sichern, schloss Kelseas Mutter einst einen verhängnisvollen Pakt. Einen Pakt, dessen Konsequenzen Kelsea nun zu spüren bekommt, denn es trachtet ihr nicht nur die Rote Königin von Mortmesne nach dem Leben, auch ihr Hofstaat, schlimmer noch, ihr eigenes Volk misstraut ihr. Nur wenn sie einen Weg zu ihrem magischen Erbe findet, kann Kelsea ihre Untertanen vor Mortmesne schützen. Falls sie lange genug auf dem Thron sitzt. Falls sie lange genug überlebt ...

"Die Königin der Schatten" von Autorin Erika Johansen hat mir richtig gut gefallen. Ich kann gar nicht verstehen, warum ich dieses Buch zu seinem Erscheinungsdatum vor ca. 2 Jahren nicht bemerkt habe. Einen Vorteil hat es nun aber, dass ich erst so spät auf diese Geschichte gestoßen bin, denn es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie und inzwischen sind auch die beiden Folgebände bereits erschienen. Band 2 ist unter dem Titel "Die Königin der Schatten - Verflucht" und Band 3 unter "Die Königin der Schatten - Verbannt" verfügbar.
Aber kommen wir nun zurück zum vorliegenden Buch. Besonders überzeugend fand ich hier die Figuren und die Welt in der die Geschichte spielt. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die 19jährige Thronerbin Kelsea. Zu ihrer Sicherheit wurde sie von einem der Krone treuen Ehepaar in einer Hütte im Wald aufgezogen. Barty und Carlin hatten es sich zur Aufgabe gemacht ihr alles beizubringen, was sie zur Erfüllung ihrer Bestimmung als Königin von Tearling benötigt. Es war eine strenge Erziehung die ihr zuteil wurde, jedoch auch voller Geborgenheit und dem Gefühl ein Zuhause zu haben. Kelsea wusste immer, dass sie dazu bestimmt ist den Thron zu übernehmen und so war es keine Überraschung für sie, als sie pünktlich zu ihrem 19. Geburtstag von den Gardisten der Königin abgeholt wurde. Doch schon nach kurzer Zeit muss Kelsea feststellen, dass sie kaum etwas über die jüngste Vergangenheit ihres Landes, das Nachbarreich mit seiner Königin oder den von ihrer Mutter geschlossenen Pakt weiß. Nun ist es an ihr erst einmal herauszufinden wem sie vertrauen kann und wie sie ihrem Volk bedingungslosen Frieden bringen kann. Im Großen und Ganzen fand ich die Figur der Kelsea glaubhaft. Erstaunlich war jedoch, dass ein Mädchen das in solcher Insolation aufgewachsen ist und auch deswegen zunächst Zweifel hat, dann ohne Problem ein ganzes Volk wuppt und auf sehr persönlicher Ebene interagieren kann. Dies hätte ich erst als eine spätere Entwicklung erwartet. Eine große Rolle spielen auch eine Vielzahl an Nebenfiguren, über deren Vergangenheit und Motivation man als Leser mal mehr und mal weniger erfährt. Da es so viele unterschiedliche Personen sind, musste ich mir manchmal in Erinnerung rufen, wer das denn noch mal war, doch zum Glück ging das meistens recht schnell aus dem Kontext hervor. An den Nebenfiguren habe ich nur auszusetzen, dass mir einige davon zu stereotyp oder konstruiert sind. Gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur aus der Perspektive von Kelsea erzählt wird. Auch die Königin von Mortmesne tritt so kurzzeitig in den Mittelpunkt der Ereignisse und man erhält einen kleinen Einblick in ihre Gedankenwelt.
Besonders gut gefällt mir auch, dass es vorne im Buch eine Karte gibt, die eine grobe Skizze vom Königreich Tearling und seinen Grenznachbarn zeigt. Es hat mich zunächst erstaunt zu lesen, dass es sich hier nicht um eine reine Fantasy-Welt handelt. Im Verlauf der Handlung wird immer deutlicher, dass die Ausgangslage unsere heutige Welt ist, jedoch etwas schlimmes passiert sein muss, so dass sich die Gründer der heute bekannten Königreiche mit der "Überfahrt" auf den Weg zu ihrer neuen Heimat gemacht haben. Vorher oder erst auf der Reise sind Menschenleben, Wissen und Technologie verloren gegangen und es erscheint mir bisher auch so, als wäre das Land auf dem sie nun leben vorher nicht besiedelt gewesen. Ich bin sehr neugierig, wie sich dies noch aufklären wird, denn noch fehlen viele Puzzlestücke zu einem vollständigen Bild.
Ein wenig vernachlässigt finde ich bisher den Magie-Aspekt in der Handlung. Mir ist noch nicht wirklich klar, wo die denn her kommt oder wer und wie viele Menschen eine Affinität zu Magie in dieser Welt haben. Hier fehlt definitiv eine Fortsetzung.
Insgesamt gesehen kann mich "Die Königin der Schatten" überzeugen und macht neugierig auf die Fortsetzungen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Erika Johansen: Die Königin der Schatten

Weitere Informationen zum Buch, zur Reihe und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Heyne Verlages.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Melinda Salisbury: Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Inhaltsangabe frei nach dem Originalverlag:
Die 17jährige Twylla lebt in einem Schloss. Aber obwohl sie mit dem Kronprinzen verlobt ist, ist Twylla nicht gerade ein Mitglied des Hofes.
Sie ist der Henker.
Als Verkörperung der Göttin tötet Twylla sofort jeden der sie berührt. Jeden Monat wird sie in ein Verlies gebracht und gezwungen, ihre Hände auf die des Verrates Beschuldigten zu legen. Niemand wird jemals ein Mädchen mit dem Tod in den Adern lieben. Auch der Prinz, dessen königliches Blut ihn angeblich immun macht gegen Twyllas fatale Berührung, vermeidet ihre Gegenwart.
Aber dann wird Twylla eine neue Wache zugeteilt. Ein Junge, dessen leichtes Lächeln hinwegtäuscht über seine tödliche Fechtkunst. Und im Gegensatz zu den anderen ist er in der Lage über Twyllas Aufgabe als Henker hinwegzuschauen und das Mädchen zu sehen, nicht die Göttin. Doch Twylla ist schon dem Prinzen versprochen, und weiß, was Menschen droht, die der Königin im Wege stehen.
Da ist ein verborgenes Geheimnis noch das Geringste von Twyllas Problemen. Die Königin hat einen Plan ihre Feinde zu vernichten. Einen Plan, der ein magenumdrehendes, unaussprechliches Opfer erfordert. Wird Twylla tun was es benötigt um ihr Land zu schützen? Oder wird sie ihre Pflicht vernachlässigen für eine verfluchte Liebe?



Die Inhaltsangabe des Verlages zu "Goddess of Poison - Tödliche Berührung" von Autorin Melinda Salisbury hatte mich neugierig gemacht. Das klang doch genau nach der Art von Geschichte wie ich sie gerne lese.
Leider konnte mich das Buch jedoch überhaupt nicht überzeugen.
Es gibt vieles das mir hier nicht gefallen hat. Das fängt schon an beim Titel. Wenn man denn meint, dass ein Buch auch in der deutschen Ausgabe einen englischen Titel haben sollte, so sollte das wenigstens der Originaltitel sein und nicht irgendwas Neues. Im Original lautet der Titel nämlich nicht "Goddess of Poison" (frei übersetzt: Göttin des Gifts), sondern "The Sin Eeater‘s Daughter" (frei übersetzt: Die Tochter der Sündenesserin).
Das ich dieses Buch nicht mochte ärgert mich ein wenig, denn Cover und Inhalt klangen wirklich so vielversprechend. Ich mag auch die Welt, die Autorin Melinda Salisbury hier erschaffen hat. Das Land Lormere, die Sagen und magischen Elemente, das hätte alles so schön werden können.
Nur leider passiert in diesem Buch nicht sonderlich viel.
Die deutsche Inhaltsangabe gibt wieder, dass Twylla "nach und nach" eine Intrige aufdecken würde. Tatsache ist, dass ihr jemand die Wahrheit erzählt und bum weiß sie es. Ich weiß nicht, was denn daran "nach und nach" sein soll. Die übrige Zeit verbringt Twylla sehr viel im Tempel oder in ihrem Zimmer. Sie hat keine Freunde, sie ist mir auch nicht sonderlich sympathisch. Alles was ich von ihr weiß ist, dass sie die Tochter der Sündenesserin ist und sich ihre Persönlichkeit darüber definiert, was andere von ihr denken und dass sie singen kann und rote Haare hat (Ach ja, rothaarig, singen und ein Kronprinz – klingelt es da bei jemandem? Genau. Das war "Selection", nur besser als hier.). Alle Elemente die ich interessant fand (z. B. das mit dem Sündenessen) wurden leider nur am Rande erwähnt und spielen keine große Rolle für die Handlung. Das ganze hätte durch die Liebesgeschichte gerettet werden können, doch leider ist die genauso eine Seifenblase wie der Rest der Geschichte. Mein Eindruck einer unvollständigen und ziemlich platten Geschichte kann natürlich daran liegen, dass die Autorin hier einfach noch nicht zu viel in den ersten Teil einer Reihe packen wollte (Überraschung: Es folgen wahrscheinlich noch zwei weitere Bände) und sich die Handlung noch ganz toll entwickelt. Aber ich bin erst mal ernüchtert und habe vorerst genug davon.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Melinda Salisbury: Goddess of Poison - Tödliche Berührung


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Bloomoon Verlages.