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Donnerstag, 22. März 2018

Vivian Vande Velde: Nie mehr zurück

Inhaltsangabe des Verlages:
Zoe ist anders als alle anderen. Sie hat die besondere Fähigkeit, die Zeit zurückdrehen und dadurch das Geschehene verändern zu können. Als sie bei einem Bankraub miterleben muss, dass ein Mann erschossen wird – ausgerechnet der gut aussehende junge Mann, der ihr nur wenige Minuten zuvor in einer schwierigen Situation beigestanden hat – entschließt sie sich dazu, ihn zu retten. Doch ihre Gabe kommt nicht ohne Einschränkungen. Zoe kann nur 23 Minuten in der Zeit zurückspringen, und oft verschlimmert sich die Situation durch ihr Eingreifen. Zoes Entschluss könnte in einer Katastrophe enden. Und er bringt sie in große Gefahr. Denn er lenkt die Aufmerksamkeit des Bankräubers auf sie ...


Mir hat an "Nie mehr zurück" von Autorin Vivian Vande Velde gut gefallen, dass es mal ein Buch ist, das sich wirklich nur wenigen Personen in einem kurzen Zeitfenster widmet und trotzdem in sich abgeschlossen ist. Gerade im Jugendbuch Bereich gibt es immer häufiger umfangreiche Buchreihen, bei denen alle Bücher dick sind und die Handlung aufeinander aufbaut. "Nie mehr zurück" ist dagegen ein Buch, das man einfach mal so zwischendurch lesen kann. Es ist sehr kurzweilig und der Leser weiß sehr schnell woran er hier ist. Indem die Hauptfigur Zoe anderen etwas über sich erzählt, erfährt auch der Leser mehr und ebenso ist es auch mit anderen Figuren. Natürlich ist das Buch mit knapp 200 Seiten nicht gerade dick und man hätte die Geschichte durchaus umfangreicher erzählen können. Doch mir hat gerade das gut gefallen und ich könnte mir vorstellen, dass man mit diesem Buch auch Leser motivieren kann, die von dicken Büchern eher abgeschreckt werden.
Inhaltlich fand ich die Kombination aus Thriller und Jugendfantasy gelungen. Es geht einerseits darum einen Bankraub zu verhindern, andererseits jedoch auch um Zoes ungewöhnliche Gabe und die Schwierigkeiten die dies mit sich bringt. Dabei spielt auch Zoes persönliche Situation eine Rolle und jugendliche Leser haben trotz der Fantasyelemente die Möglichkeit sich mit ihr zu identifizieren. Ich denke, dass dieses Buch auch Potenzial für eine Fortsetzung hat, denn Zoes Gabe kann sie natürlich auch noch in ganz andere Situationen bringen.
Insgesamt gesehen bietet das Buch zwar wenige Überraschungen, aber dafür kurzweilige Unterhaltung, die auch gut als Urlaubslektüre geeignet ist – und das nicht nur für Jugendliche, sondern auch erwachsene Leser.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Vivian Vande Velde: Nie mehr zurück

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des ivi Verlages.


Sonntag, 18. Februar 2018

Daniela Arnold: Totenstille




Inhaltsangabe des Verlages:
Eine unheimliche Mordserie erschüttert Augsburg und versetzt die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Die Opfer des brutalen Killers sind Frauen, welche allesamt über Monate hinweg gefangen gehalten und gefoltert wurden.
Als wieder eine junge Frau entführt wird, beginnt für Larissa Bartels von der Kripo Augsburg ein erbitterter Wettlauf gegen die Zeit.
Parallel dazu bricht für die junge Notärztin Andrea die Welt zusammen: Was tun, wenn der Ehemann, die eigene Tochter und sogar Freunde behaupten, man sei nicht real? Als schließlich erneut eine Leiche gefunden wird und alle Spuren zu Andrea führen, ist sie gezwungen zu kämpfen. Um ihre Familie, ihr Leben und ihre Identität.

„Totenstille“ von Daniela Arnold ist das erste Buch das ich von dieser Autorin gelesen habe. Für mich fällt das Buch in die Kategorie Psychothriller, denn die Psyche der Figuren spielt eine größere Rolle als der eigentliche Kriminalfall eines Serienmörders.
Ich mag es wenn ein Buch gut strukturiert ist und fand daher die Orts- und Zeitangaben über den Kapiteln sehr gut zur Orientierung. Erzählt wird hier in wechselnden Perspektiven, wobei mich die Handlung rund um Andrea, die nach einem Unfall im Krankenhaus ist und dort erfahren muss, dass niemand glaubt wer sie ist, besonders interessiert hat.
Die Krimihandlung fand ich eher durchschnittlich und aus Ermittlersicht auch nicht sonderlich beeindruckend. Langweilig fand ich das Buch nicht, aber die Geschichte um Andrea hat mich mehr gefesselt als die Krimielemente um den Serienmörder. Die Figuren wie z. B. die Ermittler sind mir auch nicht gut in Erinnerung geblieben und hatten für mich nichts Besonderes.
Dennoch hat mir „Totenstille“ ganz gut gefallen, weil ich den psychologischen Aspekt sehr geschätzt habe und das Buch mich hier auch überraschen konnte.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Daniela Arnold: Totenstille

Dienstag, 17. Oktober 2017

Julia Corbin: Die Bestimmung des Bösen



Inhaltsangabe des Verlages:
"Schließ die Augen und zähl bis hundert." Dies sind die letzten Worte, die Alexis von ihrem Vater hört. Kurz darauf sind ihre Eltern tot, und das kleine Mädchen bleibt als Waise zurück, verfolgt von traumatischen Erinnerungen.
Dreiundzwanzig Jahre später ist Alexis Hall Kommissarin bei der Mannheimer Kripo. Die wahren Gründe, warum sie zur Polizei ging, kennt niemand. Als mehrere brutal entstellte Frauenleichen in einem Wald entdeckt werden und sie die Ermittlungen leiten soll, holt sie ihre Vergangenheit ein. Denn die weißen Anemonen, mit denen die Toten geschmückt sind, kennt Alexis nur zu gut - aus ihrer Kindheit ...



"Die Bestimmung des Bösen" von Julia Corbin ist ein echter Forensik-Thriller. Neben Kommissarin Alexis Hall, spielt auch die Gerichtsmedizinerin Karen (befreundet mit Alexis) eine große Rolle, so dass wir hier eine Art deutsches "Rizzoli & Isles" haben. Wirft jedoch schon Maura Isles (aus der Buchreihe und Fernsehserie von Tess Gerritsen) gerne mit forensischen Fachbegriffen um sich, so ist es bei Karen noch eine Stufe mehr, denn sie ist als Kriminalbiologin spezialisiert auf Insekten. Die verschiedenen Entwicklungsstadien dieser Krabbelviecher werden daher noch detaillierter beschrieben als man es von Simon Beckett kennt. Das war manchmal nicht ganz so appetitlich, aber durchaus interessant zu lesen, auch wenn es manchmal zu sehr in Abhandlungen abschweifte. Zu verdanken hat der Leser dies sicherlich dem eigenen Werdegang der Autorin als Biologin und so kann man auch davon ausgehen, dass die hier vermittelten Informationen der Wahrheit entsprechen.
Die eigentliche Kriminalhandlung fand ich spannend erzählt und so aufgebaut, dass man nicht sofort wusste worauf es hinaus läuft – für eine Debutautorin besonders beachtlich. Durch wechselnde Erzählperspektiven und Rückblicke in die Vergangenheit wird die Neugier des Lesers geweckt und auch die Grundidee der Autorin hat mir gefallen.
Insgesamt gesehen ist dies zwar kein Thriller der mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, aber "Die Bestimmung des Bösen" kann durchaus unterhalten. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass die Autorin mit ihren Hauptfiguren Alexis und Karen eine Fortsetzung schreibt, auch wenn dann natürlich die persönliche Geschichte der Kommissarin nicht mehr so ein Geheimnis ist.
Insgesamt gesehen kann ich "Die Bestimmung des Bösen" an die Leser empfehlen, die sich auch sehr für Forensik interessieren und denen es nichts ausmacht, wenn Tatorte und Opfer sehr detailliert beschrieben werden.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Julia Corbin: Die Bestimmung des Bösen


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Diana Verlages.

Dienstag, 26. September 2017

Joakim Zander: Der Freund


Inhaltsangabe des Verlages:
Als Klara Walldéen ihre beste Freundin Gabriella in Schweden wiedertrifft, verhält sich die bekannte Menschenrechtsanwältin merkwürdig. Kurz darauf wird sie in Stockholm verhaftet. Der Vorwurf: Beteiligung an terroristischen Aktivitäten. Wo sie festgehalten wird, erfährt Klara nicht. Doch Gabriella hat ihr eine Nachricht hinterlassen: Klara soll an ihrer Stelle zu einem geheimen Treffen nach Brüssel reisen. Jacob arbeitet unterdessen in der schwedischen Botschaft in Beirut. Auf einer Party lernt er den arabischen Kriegsfotografen Yassim kennen beide sind fasziniert voneinander. Aber immer wieder verschwindet Yassim tagelang, verstrickt sich in Widersprüche. Obwohl Jacob nicht weiß, ob er Yassim vertrauen kann, erklärt er sich bereit, für ihn einen brisanten Auftrag zu übernehmen. In Brüssel kreuzen sich Klaras und Jacobs Wege. Gemeinsam versuchen sie, die beiden Menschen zu retten, die ihnen am nächsten stehen. 

Ich habe "Der Freund" von Joakim Zander als Hörbuch gehört. Mir hat sehr gut gefallen, dass die unterschiedlichen Erzählperspektiven hier auch von zwei Sprechern verkörpert werden. Die Figur der Klara wird gelesen von Ulrike Hübschmann und Jacob von Roland Wolf. Beide Sprecher passen gut zu ihren Rollen und liefern gute Arbeit ab. Besonders gefallen hat mir auch, dass die Namen und Orte schwedisch ausgesprochen werden. Man hatte daher immer vor Augen, dass ein Teil der Handlung in Schweden spielt.
"Der Freund" ist der dritte Teil der Reihe rund um Klara ("Der Schwimmer", "Der Bruder"), wobei ich die anderen beiden Bücher jedoch nicht kenne und auch nicht sonderlich als Vorwissen vermisst habe. Die Bücher sind jeweils in sich abgeschlossen und man kann auch ohne weiteres mit diesem dritten Buch in die Reihe starten.
Man merkt dem Buch an, dass der Autor die Schauplätze durch persönliche Erfahrungen kennt, denn er hat selber in Syrien und Brüssel gelebt. Der Handlungsstrang mit Klara beginnt in Schweden, während ein Großteil der Handlung mit Jacob in Beirut spielt. Im späteren Verlauf setzen sich die Ereignisse dann in Belgien fort. Mir haben die Figuren gut gefallen. Jacob wird über einen Zeitraum von mehreren Monaten begleitet und man erfährt viel von seiner Motivation, seinen Wünschen, Gedanken und Gefühlen. Mir hat auch gefallen, dass sich der Autor hier mit der Homosexualität von Jacob einem der Tabuthemen der arabischen Welt annimmt. Bezüge zum realen Zeitgeschehen werden in der Handlung aufgegriffen und so auf spannende Weise Fakt und Fiktion miteinander verwoben. Durch die beiden Sprecher kann man auch bei schnellen Wechseln in der Erzählperspektive gut folgen und gerät nicht in Gefahr den Überblick zu verlieren. Auch die Figur von Klara fand ich interessant und kann mir gut vorstellen noch mehr von ihr als Hauptfigur zu hören.
Meine einzige Kritik bezieht sich darauf, dass mir die Handlung dann doch an einigen Stellen zu unrealistisch wurde und die Figuren einmal zu oft dem knappen Tod entkommen konnten.
Insgesamt gesehen ist "Der Freund" jedoch ein spannender Thriller, der aktuelle Themen wie Terrorismus und Geheimdienste in eine ansprechende Geschichte verpackt und mit seinen Figuren überzeugen kann.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Joakim Zander: Der Freund

Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und den Sprechern finden sich auf der Homepages des Audiobuch Verlages.

Dienstag, 12. September 2017

Liane Moriarty: Tausend kleine Lügen


Inhaltsangabe des Verlages:
Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren hat sie es nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und scheint endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der schönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen.



"Tausend kleine Lügen" ist das erste Buch, das ich von Autorin Liane Moriarty gelesen habe. Mir hat die Geschichte rund um Geheimnisse, Tod und Entscheidungen sehr gut gefallen.
Leider verrät die Inhaltsangabe des Verlages ein bisschen zu viel, weshalb ich selber sie nur gekürzt wieder geben werde.
Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen drei sehr unterschiedliche Frauen.
Jane ist sehr jung Mutter geworden und zieht nun neu mit ihrem fünfjährigen Sohn Ziggy nach Pirriwee. Bei der Einschulung lernt sie Madeline kennen, deren jüngere Tochter Chloe in eine Klasse mit Ziggy kommt. Aus einer früheren Beziehung hat Madeline noch eine ältere Tochter Abigail, deren leiblicher Vater wiederum mit seiner neuen Frau eine Tochter hat, die gemeinsam mit den anderen Kindern eingeschult wird.
Schon länger befreundet ist Madeline mit Celeste, die mit ihrem Mann Perry Zwillingssöhne im gleichen Alter wie die anderen Kinder hat.
Einfach grandios gelungen ist hier das Zusammenspiel zwischen den Figuren, die Verbindungen untereinander, die spritzigen Dialoge und die Beschreibung der Vorstufe zur Hölle die anscheinend Vorschuleltern darstellen. Erzählerisch ist das Buch nicht rein chronologisch aufgebaut. Es beginnt vielmehr mit dem Ende der Geschichte, an dem bei einer Schulveranstaltung eine Person ums Leben kommt und die Handlung davon ausgehend einige Wochen früher einsetzt (und auf den unvermeidlichen Klimax zusteuert), während zwischen den Kapiteln Befragungen der Beteiligten aus der Zeit kurz nach der Tat beigesteuert werden. Diesen Aufbau fand ich sehr gut für den Spannungsbogen.
Die Probleme die hier angesprochen werden haben eine sehr große Bandbreite und reichen von Mobbing in der Schule über häusliche Gewalt bis zu Patchwork-Familien und Selbstverwirklichung.
Die unterschiedlichen Figuren bieten eine große Bandbreite zur Selbstreflexion und dabei noch mehrere mögliche Sympathieträger. Im Grunde genommen ist "Tausend kleine Lügen" ein Highschoolroman voller Intrigen, Liebe und Geheimnisse, nur dass die Mädchen von einst nun erwachsen sind. Doch an der Cliquenbildung hat sich im Grunde nichts geändert und in die Probleme werden nun auch noch die Kinder mit hinein gezogen. Aber auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz, denn neben der Frage wer hier gestorben ist, gibt es auch noch einige andere Geheimnisse und Probleme zu lösen.
Wer Serien wie "Desperate Housewifes" oder "Pretty Little Liar" mag, der ist auch hier bestimmt richtig. Für alle Serienjunkies nun auch noch der Hinweis, dass das Buch inzwischen unter dem Titel "Big little lies" als Serien verfilmt wurde. Die Hauptrollen wurden von bekannten Darstellern wie Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodley und Alexander Skarsgard übernommen.
Insgesamt gesehen kann ich "Tausend kleine Lügen" an alle Leser empfehlen, die spannende Bücher mögen, in denen Wert auf vielseitige Figuren gelegt wird.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Liane Moriarty: Tausend kleine Lügen


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Lübbe Verlages.

Freitag, 1. September 2017

Donato Carrisi: Der Nebelmann


 


In einer eisigen Winternacht irrt der Star-Ermittler Vogel mit blutverschmiertem Hemd durch die Wälder am Rand eines Bergdorfs. Er war vor Wochen angereist, um den Fall eines vermissten Mädchens zu klären. Bereits dreißig Jahre zuvor waren hier unter ungeklärten Umständen Kinder verschwunden. Im Dorf glaubt man schnell, dass der Mörder, »Nebelmann« genannt, zurückgekommen ist. Vogel gibt an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Als ein Psychiater gerufen wird, um ihn zu befragen, beginnt Vogel zu erzählen. Sein Bericht ist ungeheuerlich…


Ich habe "Der Nebelmann" von Donato Carrisi als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Uve Teschner, dessen Stimme besonders gut zum merkwürdigen Sonderermittler Vogel passt. Teschner liest ihn so, dass es schwer fällt ihn als Sympathiefigur zu sehen und das trug für mich positiv zur Gesamtstimmung bei.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht das Verschwinden der 16jährigen Anna Lou, die mit ihrer Familie im Ort Avechot in einem Tal lebt und dort einer konservativen Kirchengemeinde angehört. Während die örtliche Polizei zu Anfang noch davon ausgeht, dass Anna Lou eine jugendliche Ausreißerin ist, glaubt Sonderermittler Vogel von Anfang an dass das Mädchen entführt wurde.
Auch dem Hörer ist recht schnell klar, dass es hier tatsächlich um ein Verbrechen geht, denn die Geschichte beginnt im Grunde genommen mit dem Schluss und wird dann in einem Gespräch zwischen einem Psychologen und dem Sonderermittler Vogel – der blutbeschmiert in einer Nebelnacht aufgefunden wurde – aufgerollt.
Leider empfand ich die Handlung jedoch zu großen Teilen überhaupt nicht spannend und teilweise sogar langweilig, da doch auch einige Ereignisse recht vorhersehbar waren.
Gefallen hat mir "Der Nebelmann" erst wieder ganz zum Schluss und auch die Auflösung des Thrillers kann mich überzeugen.
Aber bei über neun Stunden Hörbuch ist eine Stunde Spannung für mich einfach nicht genug. Ich kann nicht beurteilen, ob dies nun ein besonders typischer Thriller von Donato Carrisi ist, aber ich fand ihn insgesamt eher ein bisschen merkwürdig, eine gewöhnungsbedürftige Mischung an Orts- und Personennamen und nicht unbedingt das was ich unter einem Spannungsroman verstehe. Vor einigen Jahren hatte ich schon mal ein Buch des Autors gelesen und das hat mir insgesamt besser gefallen. Dennoch ist klar erkennbar, dass im Autor ein großes Potenzial steckt und so kann man noch auf weitere gute Ideen von ihm hoffen. Insgesamt gesehen habe ich mich von "Der Nebelmann" jedoch nicht so gut unterhalten gefühlt wie erhofft.

Negativ ist mir hier aufgefallen, dass die mp3 CD keine funktionierenden Tags hatte. Sollte man noch mal wieder neu einsteigen wollen ist es daher fast unmöglich den richtigen Track zu finden.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Donato Carrisi: Der Nebelmann


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage von Der Audio Verlag (DAV).

Freitag, 25. August 2017

Sebastian Fitzek: AchtNacht



Inhaltsangabe des Verlages:
Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?
Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.
Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

So langsam habe ich die Theorie, dass mir ein Buch von Sebastian Fitzek umso besser gefällt, je schlechter es bei seinem Stammpublikum ankommt. "AchtNacht" ist jedenfalls mein neuer Favorit unter den Thrillern des Autors und hat mir richtig gut gefallen.
Hauptfigur ist hier Benjamin Rühmann, der mehr schlecht als recht durchs Leben kommt, eine musikalische Laufbahn vorzuweisen hat die man nicht Karriere nennen kann und dazu noch eine gescheiterte Ehe. Ein weiterer Tiefpunkt in Bens Leben war der Autounfall, der seine Tochter fast ihr Leben, aber zumindest ihre Beine gekostet hat. Verziehen hat sich das Ben nie, aber er ist auch voller Bewunderung, wie seine Tochter Jule ihr Leben im Griff hat. Doch nun liegt Jule im Koma, sie soll sich in Suizidabsicht vom Dach ihres Wohnhauses gestürzt haben. Ben kann nicht glauben, dass sich Jule wirklich umbringen wollte und so langsam tauchen immer mehr Hinweise auf die ihn zweifeln lassen.
Die zweite Hauptfigur ist die Psychologiestudentin Arezu Herzsprung. Eigentlich haben Ben und Arezu nichts gemeinsam, doch am 8.8. um acht Uhr acht teilen sie ein Schicksal. Sie sind die AchtNachter, die männliche und weibliche Person in Deutschland die nun von den Jägern gesucht werden. Auf denjenigen der als erstes stirbt ist ein Kopfgeld ausgesetzt und die Aussicht auf zehn Millionen Euro reicht, dass so manch einer sich an der Jagd beteiligt. Für Ben und Arezu beginnt ein Rennen gegen die Zeit, denn erst am nächsten Morgen werden sie wieder sicher sein. Doch während Arezu weiß, wer ihr das eingebrockt hat und warum das ganze überhaupt stattfindet, ist Ben ahnungslos, wer ihn so hasst, dass er ihn einer Meute Jäger ausliefern will.
Sebastian Fitzek gibt in der Danksagung an, dass ihn der Horrorfilm "The Purge" zu "AchtNacht" inspiriert hat. Manch ein Leser mag da nun sagen, dass es wohl nicht mehr für eigene Ideen gereicht hat, aber ich denke, dass es auch wirklich schwierig ist das Rad noch mal neu zu erfinden und es daher ganz normal ist, wenn mal die eine oder andere Idee übernommen wird. Bei "AchtNacht" scheint mir auch genug eigene Interpretation eingebracht zu sein, denn während "The Purge" in der Zukunft spielt und eine Welt schildert, in der eine Nacht lang jede erdenkliche Straftat ungesühnt bleibt, hat Fitzek diese Geschichte in einen realistischen Rahmen gepackt. Schauplatz ist Berlin in der Gegenwart, doch der eigentliche Handlungsort sind die sozialen Medien und die Verbreitung von "fake News". Über facebook und co ist es einfach Informationen zu streuen und deren Wahrheitsgehalt wird nur selten überprüft. Zudem kann man sich dort auch einfach in einer Anonymität verstecken und sich von einer Gruppendynamik mitreißen lassen, denn was so viele mit "Daumen hoch" bewerten das kann schließlich nicht falsch sein. Im Grunde genommen ist "AchtNacht" daher für mich viel näher an einem Sozialexperiment in der Art von "Die Welle", bei dem zwar noch nicht das Internet eine Rolle spielte, aber die Verbreitung von bestimmtem Gedankengut. Für mich ist "AchtNacht" eine durch und durch spannende Geschichte, die für mich genug Realitätsbezug aufweist um beängstigend zu sein. So mögen zwar manche Kapitel etwas überzeichnet wirken, etwa wenn es darum geht Ben zu Handlungen zu zwingen, doch die straffe Schreibweise mit den kurzen Kapiteln hat mich auch darüber hinweg gezogen. Zum Ende hin spielt dann auch die Psychologie wieder eine stärkere Rolle und da erkennt man dann auch wieder, dass es sich hier nicht um einen x-beliebigen Thrillerautor handelt, sondern um Sebastian Fitzek. Interessant fand ich hier auf jeden Fall die Figuren und da ich "Passagier 23" sehr mochte, habe ich mich auch gefreut noch einen Bekannten von dort wieder zu treffen.
Insgesamt gesehen ist "AchtNacht" für mich nahe an der Höchstbewertung und es waren nur Kleinigkeiten im Bezug darauf was ich selber noch für Glaubhaft halte, die am Ende für den fehlenden Punkt gesorgt haben.
Empfehlen kann ich dieses Buch in jedem Fall auch an Leser, die noch nichts von Sebastian Fitzek gelesen haben und einfach Lust auf einen spannenden Thriller mit Gegenwartsbezug haben.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Sebastian Fitzek: AchtNacht

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Droemer Knaur Verlages.

Dienstag, 22. August 2017

Emma Ångström: Der Mann zwischen den Wänden

Bei diesem Buch empfehle ich, auf keinen Fall die Inhaltsangabe des Verlages und den Klappentext zu lesen, da diese einen falschen Fokus setzen und viel zu viel verraten.
Hier ist daher nun meine Zusammenfassung:
Die neunjährige Alva ist mit ihrer Mutter und ihren beiden älteren Schwestern neu nach Stockholm gezogen. Der Umzug ist eine große Umstellung für die Familie, da damit auch eine Trennung vom Vater einhergeht und sie von einem großen Haus in eine Mietwohnung ziehen. Alva ist ein sehr introvertiertes Kind und hat Schwierigkeiten Freundschaften zu schließen, doch am liebsten beschäftigt sie sich mit einem alten Lexikon zum Thema übersinnliche Phänomene. Auch im Haus scheint nicht alles ganz geheuer zu sein. Es verschwinden Dinge, es knarzt in den Wänden, die Bewohner haben manchmal den Eindruck nicht alleine zu sein. Was steckt hinter diesen Vorkommnissen und ist hier tatsächlich ein "Mann zwischen den Wänden"?

Ich war sehr gespannt auf "Der Mann zwischen den Wänden" von Autorin Emma Ångström. Die Inhaltsangabe und die ersten Kapitel klangen richtig geheimnisvoll und haben einige spannende Erzählstränge vorgestellt. Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen die neunjährige Alva und ihre Familie, wobei jedoch auch viele andere Hausbewohner ihre Auftritte haben. Die Erzählperspektive ist die eines allwissenden Erzählers, weshalb parallel viele unterschiedliche Geschichten erzählt werden. Neben Alva, ihrer Mutter und andere Hausbewohnern, wird hier auch immer wieder aus den Wänden des Hauses heraus berichtet, was zwar einerseits sehr interessant ist, andererseits aber auch wenig Zweifel an dem lässt, worin normalerweise die Geheimnisse in einem Thriller bestehen. Für mich geht dieses Buch auch mehr in Richtung Horror, als das es ein richtiger Thriller wäre. Leider bleibt die Logik ziemlich auf der Strecke und die Entwicklung der Figuren war für mich teilweise an den Haaren herbei gezogen und wenig glaubwürdig. Nicht gefallen hat mir auch, dass nicht alle begonnenen Erzählstränge zu Ende erzählt werden und somit für die Leser sehr viele offene Fragen bleiben.
Gut gelungen ist der Autorin jedoch diese düstere Stimmung und die Übertragung der unheimlichen Atmosphäre auf den Leser. Ich finde es daher einfach nur schade, dass sich "Der Mann zwischen den Wänden" in eine Richtung entwickelt die ich weder erwartet noch gemocht habe und die für mich einfach nicht stimmig wirkt. Die Autorin hat jedoch durchaus erzählerisches Potenzial, weshalb ich dieses Buch auch nicht als totalen Reinfall bezeichnen möchte. Um anderen Lesern nicht die Spannung zu verderben möchte ich auch gar nicht genauer darauf eingehen was mich hier sonst gestört hat. Aber wer allzu abstruse Entwicklungen nicht mag und auch dem Horrorgenre nicht zumindest ein bisschen abgewinnen kann, der ist wahrscheinlich nicht der richtige Leser für "Der Mann zwischen den Wänden".


So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen:  Emma Ångström: Der Mann zwischen den Wänden

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepag des Arctis Verlages, die sich allerdings noch im Aufbau befindet.

Dienstag, 15. August 2017

Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Inhaltsangabe des Verlages:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, der nie gestellt wurde. Eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Ich habe "Das Porzellanmädchen" von Autor Max Bentow als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Axel Milberg, der es geschafft hat mir mit seiner Interpretation richtige Schauer über den Rücken zu jagen und Angst zu machen.
Hauptfigur ist hier die "Thrillerprinzessin" Luna Moor, wie sie von der Presse genannt wird. Trotz ihres jungen Alters kann die 29jährige Luna schon auf mehrere Thriller-Bestseller zurückblicken und befindet sich gerade mitten in der Arbeit zu ihrem neuesten Buch. Für Luna ist dies ein ganz besonderes Werk, denn sie lässt hier Ereignisse einfließen, die ihr selber als 16jähriges Mädchen geschehen sind. Damals war sie von einem Mann entführt worden, der sich hinter einer Gasmaske versteckte und sie mit einer Porzellanpuppe verglich, die er im Versteck bei sich hatte. Luna gelang es, ihm zu entkommen, doch Täter und Tatort konnten nie ermittelt werden.
Besonders ist in "Das Porzellanmädchen", dass nicht nur die aktuellen Ereignisse eine Rolle spielen, sondern auch das Buch an dem Luna schreibt und das der Leser hier als ein Buch im Buch mitlesen kann. Dabei ist jedoch nicht Luna die Erzählerin, so dass der Leser auch nicht weiß, was von der Handlung Fakt und was Fiktion ist (im Romanuniversum natürlich).
Besonders spannend fand ich dabei die Handlungsorte, die sehr realistisch beschrieben sind und perfekt zur Situation passen.
Da es sich hier nicht um eine Polizeiermittlung handelt, gibt es auch keine typische Ermittlungsarbeit oder Spurenverfolgung. Luna steht im Mittelpunkt der Ereignisse und nur von ihr kann es daher Hinweise zum Täter geben. Als "Gehilfen" hat sie noch den 15jährigen Leon an ihrer Seite, was ich jedoch nicht so passend fand. Zum einen finde ich es generell sehr fragwürdig einen 15jährigen in diese Rolle zu bringen und zum anderen fand ich das was Leon sagt und tut auch nicht altersgerecht. Die Hintergrundgeschichte hätte doch auch gepasst wenn Leon bereits 17 gewesen wäre, warum also ein 15jähriger?
Die Geschichte endet mit einem Epilog, was ich ganz gut gelöst fand. Die Auflösung ist nicht die riesige Überraschung, da vorher schon einiges darauf hindeutet, aber dennoch bleibt auch hier die gruselige Gesamtstimmung des Thrillers erhalten.
Insgesamt gesehen fand ich "Das Porzellanmädchen" unheimlich und spannend und genau das soll ein Thriller schließlich sein. Empfehlen kann ich das Hörbuch daher an alle, die sich gerne gruseln und auch mal gerne einen Thriller ohne Ermittlerteam mögen.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Max Bentow: Das Porzellanmädchen


Weitere Informationen zum Hörbuch, zum Autor und zum Sprecher finden sich auf der Homepage von derHörverlag.

Freitag, 14. Juli 2017

Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden



Inhaltsangabe des Verlages:
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind - die Zeit ...

Für mich ist "Vierundzwanzig Stunden" von Autor Guillaume Musso nicht eines seiner besten Bücher. Wie häufig in seinen Büchern verschwimmen hier die Grenzen zwischen Phantasie und Realität. Diesmal steht das Thema Zeitreise im Mittelpunkt. Unglücklich finde ich auch die Inhaltsangabe des Verlages, denn sie implementiert, dass es Lisa ist die hier Hauptfigur ist und aus deren Perspektive erzählt wird. Das ist jedoch nicht so, da Lisa eigentlich eher als Nebenfigur auftritt und es vielmehr Arthur Costello ist um den sich die Ereignisse drehen.
Die Grundidee des Geheimnisses im Leuchtturm und eines Fluches der sich durch die Generationen zieht fand ich sehr gut. Zu Anfang erfährt man auch einiges über die schwierige Beziehung zwischen Arthur und seinem Vater und auch Großvater Sullivan kann viel zur Klärung beitragen. Diese Figuren fand ich allesamt überzeugend. Nicht so gut gefallen hat mir jedoch Lisa, die nicht wirklich sympathisch rüber kommt und bei der ich gar nicht so viel Lust hatte mehr über eine Liebesbeziehung mit Arthur zu lesen. Letztendlich gab es auch hier einige schöne Szenen, aber die Romanze ist in diesem Buch nicht das tragende Element.
Bleibt also die Thriller-ähnliche Handlung. Zu Anfang hat mir das ganz gut gefallen, auch wenn ich jetzt nicht sagen kann, dass ich voller Spannung war wie es mir schon mit anderen Geschichten von Guillaume Musso ging. Was mir hier aber überhaupt nicht gefallen hat war die Auflösung. Ich habe mich da schon gefragt ob das eine Notlösung des Autors war, weil er beim Schreiben festgestellt hat, dass er einfach keine logische Lösung hinbekommt. Insgesamt gesehen war "Vierundzwanzig Stunden" zwar nett zu lesen, hat mir aber bei weitem nicht so gut gefallen, wie ich es erwartet hatte. Ich kann daher nur empfehlen zu anderen Büchern des Autors zu greifen, z. B. "Nachricht von Dir".

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden


Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Pendo Verlages.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Mary Higgins Clark: Wenn du noch lebst




Da ich die Inhaltsangabe des Verlages nicht gut finde, hier nun meine eigene Zusammenfassung:
Lane Harmon ist die Assistentin einer erfolgreichen Innenarchitektin und darauf spezialisiert die Anwesen besonders betuchter Kunden auszustatten. Doch ihr neuester Auftrag ist eher ungewöhnlich, denn es geht darum den vor Jahren kostspielig ausgestatteten Haushalt von Anne Bennett zu verkleinern und ihr neues kleineres Haus mit den passenden Möbeln aus dem alten Bestand auszustatten. Besonders heikel daran ist, dass es sich bei Anne um die mutmaßliche Witwe von Parker Bennett handelt, der einige Jahre zuvor die fünf Milliarden Dollar veruntreut hat, die Kleinanleger in seinen Fond investiert hatten. Bis heute ist ungeklärt, ob er noch mit dem Geld untergetaucht ist, oder bei einem Segelausflug ums Leben kam. Viele geprellte Kunden und auch das FBI vermuten, dass die Ehefrau oder zumindest der Sohn Eric in die Pläne von Parker eingeweiht waren, doch Lane findet beide sympathisch und vertraut darauf, dass jeder unschuldig ist bis seine Schuld bewiesen ist. Hat besonders Eric dieses Vertrauen verdient?


Ich habe "Wenn Du noch lebst" von Autorin Mary Higgins Clark als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Michou Friesz, deren Stimme ich als angenehm empfand, auch wenn sich die von ihr gelesenen unterschiedlichen Charaktere nicht besonders unterscheiden.
Ich kenne keine anderen Bücher der Autorin und kann daher auch nichts dazu sagen ob es nun besser oder schlechter als die Vorgänger ist. Ich finde, dass der Leser mit der Aufmachung (Cover etc.) auf die Idee gebracht wird es könnte sich hier um einen Thriller handeln und auf der Printausgabe steht auch ausdrücklich "Thriller" drauf. Für einen Thriller ist das Buch/Hörbuch aber einfach nicht spannend genug. Entscheidende Details werden sehr früh aufgedeckt und bis auf den kurz gefassten Showdown (beschränkt sich auf das letzte Kapitel der letzten CD) ist hier nicht wirklich viel an Spannung zu entdecken.
Dennoch habe ich das Hörbuch sehr gerne gehört, denn als Geschichte über Lug und Betrug, Vertrauen und Misstrauen ist es doch ganz interessant. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die alleinerziehende Hauptfigur Lane Harmon, die ich als Gesamtbild zwar naiv, aber glaubhaft fand. Auch einige Nebenfiguren fand ich interessant. Was mir nicht gefallen hat sind die "Bösen", denn die sind zum einen sehr plakativ und zum anderen erfährt man so gut wie nicht über die Beweggründe hinter den Taten. Da erwarte ich bei einem Thriller einfach mehr. Insgesamt gesehen ist "Wenn Du noch lebst" aber ganz nett zum Hören im Auto oder Urlaub, wenn es auch mal etwas seichter sein darf und man nicht erwartet von der Handlung total überrascht zu werden.




So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Mary Higgins Clark: Wenn du noch lebst



Weitere Infos zum Hörbuch, Autorin und Sprecherin finden sich auf der Homepage von Random House Audio.




Montag, 19. Juni 2017

Sebastian Fitzek: Das Paket

Inhaltsangabe des Verlages:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den "Friseur" nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der "Friseur" könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...


Ich kann es einfach nicht lassen und versuche es immer wieder mit Sebastian Fitzek.
Es klappt nun auch schon besser mit uns beiden als früher, aber harmonisch ist unsere Beziehung immer noch nicht. Mit "Passagier 23" fühlte ich mich endlich mal geborgen - wobei das bei einem Thriller doch eher unpassend ausgedrückt ist - lasst es mich also besser mal abgeholt nennen. Vielleicht war seitdem doch schon zu viel Zeit vergangen, bis ich mich mit "Das Paket" beschäftigt habe, denn wir sind uns begegnet wie zwei Fremde die sich erst aneinander gewöhnen müssen. Es hat nun auch einige Anläufe gebraucht, bis ich mit der Geschichte in "Das Paket" recht warm geworden bin. Eigentlich könnte man auch schon sagen, dass es fast zu spät war und ich schon nahe dran war das Buch wieder zurück in sein Paket (wundervolle Idee einer Buchverpackung) zu stecken und nicht wieder aufzuschlagen. Ich habe dann erst mal beschlossen das Nachwort zu lesen, welches diesmal wieder ganz wundervoll geschrieben ist und die Geschichten der Leser aufgreift die den Autor die letzten 10 Jahre über begleitet haben. Danach war ich dann schon wieder mehr für Sebastian Fitzek eingenommen. Ich habe mich also doch wieder an die Handlung herangewagt und letztendlich hat es mir dann doch noch ganz gut gefallen, denn die Auflösung ist wieder sehr interessant und voller psychologischer Finessen. Was mich diesmal jedoch am Erzählstil gestört hat ist, dass die Handlung nicht an einem Stück erzählt wird. Die Hauptfigur Emma Stein befindet sich nach den Ereignissen in Therapie und zum Teil spielt die Geschichte daher während dieser Sitzung. Dazwischen wird der Erzählfluss jedoch unterbrochen, da zu Ereignissen zurückgekehrt wird die drei Wochen zurück liegen. Dies geschieht jedoch nicht in Form von Erinnerungen, sondern als losgelöste Kapitel, weshalb ich mich im Lesefluss unterbrochen fühlte. Normalerweise habe ich kein Problem mit Büchern die auf verschiedenen Zeitebenen spielen und lese diese sogar sehr gerne, doch hier gab es für mich keinen triftigen Grund dafür und ich hätte eine chronologische Abfolge der Ereignisse bevorzugt.
Insgesamt gesehen ist "Das Paket" wieder ein typischer Fitzek bei dem immer wieder versucht wird den Leser aufs Glatteis zu führen und bei dem die Psychologie der Figuren eine große Rolle spielt.


So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Sebastian Fitzek: Das Paket

Weitere Infos zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Droemer Knaur Verlages.