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Mittwoch, 5. Februar 2014

Lauren Oliver: Requiem




Nahtlos führt "Requiem" die Ereignisse aus "Delirium" und "Pandemonium" fort.
Lena ist nicht mehr das gleiche unbedarfte Mädchen, das in Portland gelebt hat. Das Leben in der Wildnis und der aktive Widerstand haben sie geprägt und gezeigt zu welcher Härte die Regierung fähig ist. Aber die Gruppe ist nicht alleine, überall im Land bilden sich Gruppierungen von Invaliden. Aber Lena hat nicht nur ums Überleben zu kämpfen, sondern auch mit ihren Widersprüchlichen Gefühlen für Julian und Alex. Währenddessen lebt Hana in Portland das Leben einer Geheilten. Aber wer ist hier besser dran?

Ich habe "Delirium" wirklich geliebt und fieberhaft auf die Fortsetzung "Pandemonium" gewartet. Den zweiten Band empfand ich schon nicht mehr als so stark wie den Auftakt der Reihe, aber dennoch war ich schon gespannt, wie die Amor-Trilogie beendet wird. "Requiem" ist nun der Abschlussband und ich bin leider enttäuscht von diesem Ende.
Was für mich das Buch dennoch lesenswert machte und die Gesamtbewertung rettete ist nicht Lena, sondern ihre frühere Freundin Hana. Erzählt wird hier abwechseln aus den Perspektiven von Lena und Hana, wobei Lena als Invalidin in der Wildnis lebt und Hana als Geheilte in der Stadt.
Hanas Sichtweise ist neu und sehr viel vielschichtiger als vermutet und ich habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet.
Lenas Abschnitte haben mich hingegen durchweg enttäuscht, sowohl mit der reinen Handlung, als auch mit den Figuren. Lena war mir ein wenig zu langweilig und die fehlende Auseinandersetzung mit Julian und Alex und die Antriebslosigkeit von Lena haben mich gestört. Es wird zwar über Liebe geredet, aber sie war für mich leider nicht spürbar.
Als Abschluss der Reihe ist "Requiem" dennoch für Fans ein Muss, auch wenn das Ende ziemlich abrupt ausfällt und viele Fragen offen lässt. 

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Lauren Oliver: Requiem 

Weitere Informationen zum Buch, zur Autorin und zur Reihe finden sich auf der Homepage des Carlsen Verlages.

Montag, 14. Januar 2013

Lauren Oliver: Pandemonium


Nach dem Zwischenfall am großen Zaun ist Lena nun auf sich alleine gestellt in der Wildnis. Krank und erschöpft wird sie schließlich von einer Gruppe Widerständler gefunden und schließt sich ihnen an. Lena bekommt die Aufgabe übertragen unter einer falschen Identität in New York Informationen über die VDFA (Vereinigung für ein Deliria freies Amerika) zu sammeln. Doch Lena gerät nun selber in Gefahr und muss sich neuen Herausforderungen stellen.

"Pandemonium" ist die Fortsetzung von "Delirium" und Teil der Amor-Trilogie von Autorin Lauren Oliver. Im Mittelpunkt stehen nun die Widerstandsbewegung und die Entbehrungen in der Wildnis. Lena muss sich vielen neuen Aufgaben stellen und sich an ein Leben gewöhnen, das so gar nichts mit ihrer Vergangenheit in Portland zu tun hat. "Pandemonium" ist hierbei sehr viel actionreicher und mehr Abenteuer als noch der Vorgänger. Der Spannungsbogen wird gut gehalten und die Neugier dadurch geweckt, dass hier in zwei Zeitsträngen erzählt wird. Im ersten Zeitstrang wird von dem Moment an weitererzählt, an dem „Delirium“ aufhörte und Lena sich in der Wildnis wieder findet. Abwechselnd folgen dann Kapitel, die ca. sechs Monate später aufsetzen und bereits in New York spielen.
Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt verraten, aber in diesem Band gibt es leider eine Entwicklung in der Liebesgeschichte, die mir nicht ganz so gut gefallen hat. Zudem ist die Unterscheidung zu anderen Dystopien in der Fortsetzung nicht mehr ganz so groß wie zu Beginn der Reihe als die Ideen von Autorin Lauren Oliver sehr neu waren.
Insgesamt hat mir jedoch auch diese Fortsetzung sehr gut gefallen und ich habe gerne mehr von Lena gelesen und die neuen Figuren kennengelernt.
Ebenso wie der erste Band endet das Buch mit einem Cliffhanger, was ich persönlich nicht so mag. Das dritte Buch der Reihe wird unter dem Namen "Requiem" im März 2013 auf Englisch erscheinen. Ich hoffe, dass es dann nicht allzu lange dauert, bis die deutsche Übersetzung folgt.
Empfehlen kann ich "Pandemonium" an alle Leser, die auch "Delirium" gelesen haben. Wer die Reihe bisher noch nicht kennt, aber gerne Dystopien liest, dem rate ich auf jeden Fall mit "Delirium" zu beginnen. Diesen zweiten Band würde ich erst ab ca. 15 Jahren empfehlen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Lauren Oliver: Pandemonium

Sonntag, 2. Dezember 2012

Lauren Oliver: Delirium

Bewertung: *****

Lena Haloway zählt die Tage bis sie endlich 18 Jahre alt wird. An diesem Tag kann sie geheilt werden und sie ist nicht mehr in Gefahr von dieser schrecklichen Krankheit befallen zu werden. "Amor Deliria Nervosa" – die Liebe, ist schon seit länger Zeit als totbringende Erkrankung erkannt. Lena hat bereits ihre Mutter an die Krankheit verloren und lebt seitdem bei ihrer Tante.
95 Tage vor dem ersehnten Tag lernt sie Alex kennen. Er hat den Eingriff bereits hinter sich und weist die typische Narbe auf. Wenn Lena bei ihm ist, verspürt sie ein Kribbeln im Bauch und kann es kaum abwarten ihn wieder zu sehen. Ist Lena etwa an der Liebe erkrankt?


Ach ne, schon wieder eine Dystopie? So wird sich wohl mancher gedacht haben bei der Inhaltsbeschreibung zu "Delirium". Doch im Vergleich mit so manchen anderen Neuerscheinungen der letzten Monate braucht sich das Buch von Lauren Oliver keinesfalls zu verstecken.
Ganz im Mittelpunkt der Ereignisse steht Lena. Ihr wurde beigebracht, dass die Liebe etwas Schlechtes ist und nicht selten den Tod herbei führt wie bei ihrer eigenen Mutter. Doch als Lena Alex kennenlernt und mit ihm auch die Untergrundbewegungen erkundet, wirft dies gleichzeitig existenzielle Fragen auf. Ist wirklich alles wahr, was ihnen über die Liebe erzählt wurde? Kann etwas das sich so gut anfühlt, wirklich so bösartig sein? Lena ist schnell klar, dass sie vielleicht nicht nur in einer Hinsicht angelogen wurde und so kann der Leser hier gemeinsam mit ihr die Ungereimtheiten aufdecken und sich auf die Suche nach der Wahrheit machen. Für mich fühlte sich "Delirium" echter an, als so manche andere Dystopie die ich in der letzten Zeit gelesen habe (z.B. im Vergleich mit "Die Auswahl" von Allie Condie). Lauren Oliver baut hier auf ganz einfache Zutaten. Ihre Theorien klingen logisch und die Umsetzung gleichzeitig beängstigend.
Die Figuren wirkten dabei ebenfalls sehr authentisch und bis in die Nebencharaktere gut entwickelt.
Ich wurde von diesem Buch gefesselt und konnte kaum erwarten zu erfahren wie es weiter geht. Leider handelt es sich mal wieder um eine geplante Trilogie, so dass die Wartezeit noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Der zweite Teil soll "Pandemonium" heißen.
Empfehlen kann ich "Delirium" an alle Leser ab ca. 13 Jahren, denen auch Bücher in der Art von "Die Tribute von Panem" gefallen haben.


Und hier kann man das Buch kaufen:  Lauren Oliver: Delirium