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Montag, 16. Oktober 2017

Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Inhaltsangabe des Verlages:
Ruth Jefferson ist eine ausgezeichnete und erfahrene Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital in Connecticut. Als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, verbietet es ihr die Klinikleitung. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an, und Ruth ist schwarz. Doch der kleine Junge bekommt Atemnot, während Ruth als Einzige auf der Station Schicht hat. Was soll sie nun tun? Sie zögert nur kurz und folgt ihrem Gewissen doch der Säugling stirbt. Der Vater, Turk, zieht Ruth vor Gericht und beschuldigt sie, verantwortlich für den Tod seines Sohnes zu sein. Ihre Pflichtverteidigerin Kennedy verfolgt eine rationale Strategie, doch das Thema ist emotional so aufgeladen, dass sie damit nicht weiterkommt. Aber Ruth will nicht aufgeben und für ihren Freispruch kämpfen.



Ich habe "Kleine große Schritte" von Autorin Jodi Picoult als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von drei Sprechern (Beate Rysopp, Frank Stieren und Svenja Pages) die für die Figuren Ruth, Turk und Kennedy stehen. Mir haben alle drei Sprecher sehr gut gefallen, sie verkörpern ausgezeichnet ihre jeweiligen Figuren und harmonieren gut miteinander.
Die Autorin hat sich hier dem Thema Alltagsrassismus angenommen. Es ist ein wichtiges Thema und sicherlich eines, dass noch mehr Beachtung in der Literatur finden müsste. Hier geht es zwar speziell um Afro-Amerikaner, aber zu großen Teilen, lässt sich dies auch auf jedes andere Land, jede Kultur und Gesellschaft übertragen. Die Hauptfigur Ruth Jefferson hat sich Jahrzehnte lang bemüht unauffällig zu sein und sich möglichst gut zu integrieren und in einer Welt in der die Weißen in der Überzahl sind, nicht aufzufallen. Sie hat es zu beruflichem Erfolg gebracht, ein Haus in einer guten Gegend gekauft und einen Sohn großgezogen der zu den Jahrgangsbesten seiner Schule zählt. Doch all das ist nicht genug an dem Tag, als die Eltern eines neugeborenen Babys bestimmen, dass keine Person afro-amerikanischer Abstammung ihren Sohn berühren darf und Ruths Vorgesetzte beschließt sich dem zu beugen. Von diesem Moment an, kann es Ruth nicht mehr richtig machen, denn als das Kind in Not gerät, hat sie die Wahl sich ihrer Vorgesetzten zu widersetzen oder gegen ihren beruflichen Ethos zu handeln.
Was mich an "Kleine große Schritte" fasziniert hat, ist weniger die Schilderung des Alltagsrassismus den Ruth durchlebt, sondern vielmehr wie es die Autorin schafft dem vermeintlich unvoreingenommenen Leser vor Augen zu führen, wie sehr Rassismus verwurzelt ist, selbst wenn man selber meint "keine Farben zu sehen". Man mag vielleicht keinen Unterschied machen, ob die Person vor einem nun Vorfahren aus Afrika, Asien oder Südamerika hat, aber schon wenn man daran denkt, dass man da keinen Unterschied macht, hat man genau das schon gemacht. Ebenso ist es auch, dass man als blonde, weiße Frau durchaus auch einen "positiven" Rassismus bemerken kann, indem man z. B. bei Polizeikontrollen durchgewunken wird, während Personen mit anderem Aussehen grundsätzlich kontrolliert werden.
Manches was in diesem Buch beschrieben wird, mag man einfach nicht glauben und es trägt nicht gerade dazu bei, dass ich einen positiveren Eindruck des amerikanischen Rechtssystems erhalte. Aber leider ist es nach all dem was man im Zusammenhang mit der "black lives matters" Bewegung gehört hat nur allzu glaubhaft.
Nicht passend fand ich hier jedoch wie die Autorin das Buch beendet hat. Nachdem sie sich so ernsthaft mit diesem wichtigen Thema beschäftigt hat, hätte "Kleine große Schritte" einfach mehr verdient gehabt als ein kitschiges Hollywood-Happy-End und das hat mich in dieser schmalzigen Süße doch etwas enttäuscht zurück gelassen.
Aber bis dahin kann ich nur sagen, dass ich dieses Hörbuch absolut empfehlen kann und mir auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen könnte, nachdem ich beim Hören schon immer Octavia Spencer in der Rolle der Ruth Jefferson vor Augen hatte.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Jodi Picoult: Kleine große Schritte


Weitere Informationen zum Hörbuch, den Sprechern und der Autorin finden sich auf der Homepage des Audiobuch Verlages.

Dienstag, 26. September 2017

Joakim Zander: Der Freund


Inhaltsangabe des Verlages:
Als Klara Walldéen ihre beste Freundin Gabriella in Schweden wiedertrifft, verhält sich die bekannte Menschenrechtsanwältin merkwürdig. Kurz darauf wird sie in Stockholm verhaftet. Der Vorwurf: Beteiligung an terroristischen Aktivitäten. Wo sie festgehalten wird, erfährt Klara nicht. Doch Gabriella hat ihr eine Nachricht hinterlassen: Klara soll an ihrer Stelle zu einem geheimen Treffen nach Brüssel reisen. Jacob arbeitet unterdessen in der schwedischen Botschaft in Beirut. Auf einer Party lernt er den arabischen Kriegsfotografen Yassim kennen beide sind fasziniert voneinander. Aber immer wieder verschwindet Yassim tagelang, verstrickt sich in Widersprüche. Obwohl Jacob nicht weiß, ob er Yassim vertrauen kann, erklärt er sich bereit, für ihn einen brisanten Auftrag zu übernehmen. In Brüssel kreuzen sich Klaras und Jacobs Wege. Gemeinsam versuchen sie, die beiden Menschen zu retten, die ihnen am nächsten stehen. 

Ich habe "Der Freund" von Joakim Zander als Hörbuch gehört. Mir hat sehr gut gefallen, dass die unterschiedlichen Erzählperspektiven hier auch von zwei Sprechern verkörpert werden. Die Figur der Klara wird gelesen von Ulrike Hübschmann und Jacob von Roland Wolf. Beide Sprecher passen gut zu ihren Rollen und liefern gute Arbeit ab. Besonders gefallen hat mir auch, dass die Namen und Orte schwedisch ausgesprochen werden. Man hatte daher immer vor Augen, dass ein Teil der Handlung in Schweden spielt.
"Der Freund" ist der dritte Teil der Reihe rund um Klara ("Der Schwimmer", "Der Bruder"), wobei ich die anderen beiden Bücher jedoch nicht kenne und auch nicht sonderlich als Vorwissen vermisst habe. Die Bücher sind jeweils in sich abgeschlossen und man kann auch ohne weiteres mit diesem dritten Buch in die Reihe starten.
Man merkt dem Buch an, dass der Autor die Schauplätze durch persönliche Erfahrungen kennt, denn er hat selber in Syrien und Brüssel gelebt. Der Handlungsstrang mit Klara beginnt in Schweden, während ein Großteil der Handlung mit Jacob in Beirut spielt. Im späteren Verlauf setzen sich die Ereignisse dann in Belgien fort. Mir haben die Figuren gut gefallen. Jacob wird über einen Zeitraum von mehreren Monaten begleitet und man erfährt viel von seiner Motivation, seinen Wünschen, Gedanken und Gefühlen. Mir hat auch gefallen, dass sich der Autor hier mit der Homosexualität von Jacob einem der Tabuthemen der arabischen Welt annimmt. Bezüge zum realen Zeitgeschehen werden in der Handlung aufgegriffen und so auf spannende Weise Fakt und Fiktion miteinander verwoben. Durch die beiden Sprecher kann man auch bei schnellen Wechseln in der Erzählperspektive gut folgen und gerät nicht in Gefahr den Überblick zu verlieren. Auch die Figur von Klara fand ich interessant und kann mir gut vorstellen noch mehr von ihr als Hauptfigur zu hören.
Meine einzige Kritik bezieht sich darauf, dass mir die Handlung dann doch an einigen Stellen zu unrealistisch wurde und die Figuren einmal zu oft dem knappen Tod entkommen konnten.
Insgesamt gesehen ist "Der Freund" jedoch ein spannender Thriller, der aktuelle Themen wie Terrorismus und Geheimdienste in eine ansprechende Geschichte verpackt und mit seinen Figuren überzeugen kann.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Joakim Zander: Der Freund

Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und den Sprechern finden sich auf der Homepages des Audiobuch Verlages.

Montag, 26. Mai 2014

Bernard Cornwell: 1356


Inhaltsangabe des Verlages:
Thomas von Hookton, Bernard Cornwells Held aus den Gralsromanen, erlebt im Jahr 1356 ein neues Abenteuer. In den Wirren des Hundertjährigen Krieges dreht sich das Schlachtenglück zwischen Engländern und Franzosen schnell wie der Wind.
Thomas erhält den Auftrag, ein mystisches Schwert zu finden, das der Legende nach seinem Besitzer den sicheren Sieg bescheren wird - eine Aufgabe voller Gefahren und Herausforderungen. Cornwell zeichnet wie schon in "Das Zeichen des Sieges" ein präzises und spannungsgeladenes Bild der spätmittelalterlichen Schlachtenwelt und macht seinem inoffiziellen Titel als "König des Historienromans" einmal mehr alle Ehre. Gelesen von Reinhard Kuhnert.

Ich habe "1356" von Autor Bernard Cornwell als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Reinhard Kuhnert, dessen Stimme sehr gut zu einem historischen Roman passt. Mir hat der Sprecher gut gefallen, denn er hat sachlich mit Emotion an den richtigen Stellen gelesen.
Ich hatte schon länger keinen richtigen historischen Roman mehr gelesen und habe doch wieder festgestellt, dass das zwischendurch für mich genau das richtge ist.
Zwar lese ich häufig Romane, die in der Vergangenheit spielen, aber das sind mehr Liebesromane, Krimis oder Gesellschaftsromane, in denen die Vergangenheit nur die Rahmenhandlung stellt, nicht jedoch im Mittelpunkt steht.
Inhaltlich steht hier weder ein Kriminalfall, noch eine Liebesgeschichte im Vordergrund. Der Hörer findet sich mitten im Hundertjährigen Krieg wieder und zwischen den Fronten der Engländer und Franzosen.
Hauptfigur ist Thomas von Hookton, der sich nicht nur in Schlachten behaupten muss, sondern auch das Geheimnis rund um einen mystischen Gegenstand klären muss.
Geeignet ist "1356" für alle Leser und Hörer, die sich für komplexe historische Romane interessieren und detailierte Bilder einer Mittelalterlichen Welt mögen.


So habe ich bewertet:

**** (4/5 Sterne, Bild hochladen funktioniert gerade nicht)


Und hier kann man das Buch kaufen: Bernard Cornwell: 1354

Weitere Informationen zum Hörbuch gibt es auf der Homepage des Audiobuch Verlages.



Donnerstag, 2. Januar 2014

Lauren Willig: Ashford Park


Clementine steht ihrer Grannie Addie sehr nahe. Als Addie ihren 99. Geburtstag feiert und Clemmie dort mit dem Namen Bea anspricht ist diese zunächst verwirrt, denn eine Person mit diesem Namen ist ihr nicht bekannt.
Doch Clemmie macht es sich von diesem Tag an zur Aufgabe mehr über ihre Familie und ihre Grannie in Erfahrung zu bringen und so auch herauszufinden, wer Bea ist.

"Ashford Park" von Autorin Lauren Willig wird auf zwei Zeitebenen aus den Perspektiven von Addie und Clemmie erzählt.
Ich habe es als Hörbuch gehört, das von Ulrike Hübschmann gelesen wird. Zu Anfang hat mir die Sprecherin nicht ganz so gut gefallen, da ich den Eindruck hatte sie würde zu affektiert lesen. Nachdem ich mich jedoch an diesen Tonfall gewöhnt hatte und auch mehr Einblicke in die Figuren erhalten hatte zu denen das durchaus passt, hat mich auch die Sprecherin überzeugen können.
Inhaltlich ist "Ashford Park" als Hörbuch kurzweilig, hätte mir jedoch in der gedruckten Version wahrscheinlich zu wenige Spannungsbögen geboten, da die Geschichte doch eher vor sich hin plätschert. Die Schauplätze und die Epoche haben mir jedoch gut gefallen und auch die meisten Figuren wirken stimmig. Meine Probleme hatte ich nur mit Clementine, die ich zunächst vom Alter her nicht einordnen konnte und für viel jünger gehalten hätte, als sie laut Handlung sein soll. Ein wirklich großes Familiengeheimnis gibt es hier nicht zu entdecken, denn auch wenn Clemmie dieses aufzuspüren versucht, ist dem Leser doch schon recht früh klar, worauf es hier hinaus läuft. So ganz kann Autorin Lauren Willig daher noch nicht mit anderen Autoren wie Katherine Webb, Kate Morton oder Lucinda Riley mithalten.
Wer Bücher mag die aus wechselnden Perspektiven und Zeitsträngen erzählt werden, dem kann ich auch "Ashford Park" empfehlen. Jedoch würde ich hier auf jeden Fall zum Hörbuch statt zum Buch raten und man sollte keinen Spannungsroman erwarten.

So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Lauren Willig: Ashford Park 

Weitere Informationen zum Hörbuch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des  Audiobuch Verlages.