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Mittwoch, 15. April 2015
Joelle Charbonneau: Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben
Im Auftaktband der Reihe wurde die 16jährige Malencia Vale auserwählt an der Auslese teilzunehmen – einem Programm das die besten und talentiertesten Nachwuchskräfte aus den Kolonien ermitteln soll, die zukünftig eine Führungsposition in der Verwaltung einnehmen. Cia hat nun die Auslese überstanden und wird als Studentin an der Universität in Tosu Stadt zugelassen. Eigentlich sollten alle ihre Erinnerungen an die brutale Auswahl eliminiert sein, doch Cia hat sich einiges bewahrt und auch ihr Freund Tomas, der wie sie aus der Five Lakes Kolonie stammt, scheint sich an einiges zu erinnern. Mit diesem Wissen gibt es für Cia nur ein Ziel: Die Auslese muss abgeschafft werden und die Generationen nach ihr dürfen nie wieder diesem tödlichen Programm ausgesetzt werden. Doch Cia braucht Verbündete um auch nur selber zu überleben und sie muss mehr Informationen beschaffen, bevor sie ihrem Ziel auch nur einen Schritt näher ist ...
"Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" ist der zweite Band der Trilogie die mit "Die Auslese – Nur die besten überleben" ihren Anfang genommen hat. Autorin Joelle Charbonneau hat hier eine Welt in der Zukunft erschaffen, die leider gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass man sie komplett ins Reich der Phantasie abschieben könnte. Nach verheerenden Umweltkatastrophen und Kriegen sind die alten Strukturen zerstört. Gebraucht werden starke Führungspersönlichkeiten, die nicht zögern und auch bereits sind unangenehme Entscheidungen zu fällen – doch die Auswahl dieser Personen erfolgt äußerst grausam.
"Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" widmet sich nun dem Zeitabschnitt nach der eigentlichen Auslese, doch in Sicherheit ist Cia noch lange nicht. Neben ihren Mitstreitern aus der Auslese die nur die Kandidaten aus den Kolonien durchlaufen mussten, studiert Cia nun gemeinsam mit Studenten aus Tosu Stadt, die bisher ein sehr viel privilegierteres Leben führten.
Aber auch an der Universität droht mit jeder falschen Antwort oder Entscheidung das der betreffende Student abgezogen wird – offiziell bedeutet dies die Versetzung in eine der Kolonien, doch Cia befürchtet auch hier Schlimmeres, denn die Verantwortlichen können es sich nicht leisten das kluge Köpfe anfangen Fragen zu stellen. Für Cia steht nun fest, dass nur der Weg des Widerstandes bleibt, aber wem kann sie wirklich vertrauen?
Neben Cia rücken nun eine Reihe neuer Nebenfiguren in den Fokus, wobei dafür jedoch Tomas deutlich weniger Präsenz zeigt. Noch weiß man sehr wenig über die Hintergründe dieser Personen und daher fällt auch die Einschätzung schwer auf welcher Seite sie wirklich stehen.
Ein wenig Probleme hatte ich mit Cias Entwicklung zum "Überflieger". Natürlich wusste man auch schon aus dem ersten Band dass sie sehr schlau, fleißig und ehrgeizig ist, aber nun ist sie immer und überall die Beste und das fand ich dann schon ein wenig auffällig.
Dennoch konnte mich das Buch auch überraschen und obwohl nun eigentlich das ruhige Studentenleben beginnen sollte, kommen auch die Actionmomente nicht zur kurz. Ich fand es auch sehr interessant, dass man hier mehr über die Führungsebene von Cias Welt und die politischen Hintergründe erfährt. Als mittleres Buch einer Trilogie merkt man hier, dass einiges auf den Weg gebracht wird für das große Finale und so ist das Buch auch nicht in sich abgeschlossen, sondern endet praktisch mitten in der Handlung und man würde nur allzu gerne sofort weiter lesen. Da der dritte Band bereits auf Englisch erschienen ist, hoffe ich, dass sich auch die deutschen Leser nicht allzu lange gedulden müssen bis sie endlich erfahren wie es mit Cia weiter geht.
Insgesamt gesehen konnte mich "Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" zwar nicht ganz so sehr mitreißen wie der erste Band, aber es geht spannend weiter und macht definitiv Lust auf den dritten Band der Reihe. Empfehlen kann ich die Reihe daher weiterhin an alle Leser die spannende und actionreiche Dystopien mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Joelle Charbonneau: Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben
Weiter Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Samstag, 20. September 2014
George R.R. Martin: Wild Cards - Das Spiel der Spiele
Im Jahr 1946 wurde ein außerirdischer
Virus freigesetzt, der bei den infizierten körperliche Mutationen
ausgelöst hat. Diese Menschen nennt man heute Joker. Doch ein
Prozent der infizierten hat Superkräfte entwickelt und die Asse
waren geboren.
In einer neuen Reality Show mit Namen
"American Hero" sollen nun 28 dieser außergewöhnlichen
Wesen gegeneinander antreten und ihren Helden küren. Doch die
Wettkämpfe gleichen immer mehr einer Hollywoodinszenierung und die
Teilnehmer stellen sich immer mehr die Frage ob das was sie hier tun
wirklich Heldentum ist. Währenddessen werden im Mittleren Osten
Joker und Asse vertrieben und getötet. Hier werden echte Helden
gebraucht ...
"Wild Cards - Das Spiel der
Spiele" wurde nicht etwa von George R.R. Martin geschrieben,
sondern er hat daran mitgearbeitet und funktioniert hier als
Herausgeber. Diese Information war zunächst an mir vorbeigegangen
und als ich das Buch schließlich in den Händen hielt und sah, dass
insgesamt neun Autoren ihre Finger im Spiel haben war ich erst mal
enttäuscht. Ich dachte dann, dass "Wild Cards" in der Art
eines Episodenromans aufgebaut wäre und so was mag ich leider
überhaupt nicht. Meine Zweifel waren jedoch unbegründet, denn die
Autoren müssen hier wirklich außergewöhnlich gut
zusammengearbeitet haben. Es ist eine fließende Geschichte die der
Leser hier vor sich hat und auch die unterschiedlichen Schreibstile
der Autoren spielen kaum eine Rolle. Gelöst wurde dies, indem die
Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven der Asse und Joker
erzählt wird und die unterschiedlichen Stimmen die man wahrnimmt, so
sehr bewusst verteilt wirken. Es gibt meiner Meinung nach zwei
Hauptfiguren. Zum einen Jonathan Hive, ein Ass das an der Reality
Show teilnimmt, aber eigentlich Journalist ist und über die
Hintergründe der Show in seinem Blog berichten will. Er hat die
Fähigkeit seinen Körper in einen Wespenschwarm aufzulösen. Zum
anderen ist da John Fortune, Sohn zweier Asse und selber ein
ehemaliges Ass das seine Kraft verloren hat. Ihm wurde eine große
Aufgabe prophezeit. Besonders gut gefallen haben mir die vielen
unterschiedlichen Eigenschaften der Figuren und die klar zu
unterscheidenden Charaktere, trotz ihrer Vielzahl. Es ist jedoch auch
ein typisch amerikanisches Buch in dem der klassische Kampf Gut gegen
Böse aufgegriffen wird ohne dem Leser groß eine Wahl zu lassen mit
wem er sympathisieren will. Dennoch greift das Buch aktuelle Themen
auf und versteht es trotz Fantasywelt zum Nachdenken anzuregen. Dies
liegt vor allem auch an der Figur des Jonathan Hive der auch mal
gegen den Strom schwimmt. Besonders die ersten beiden Drittel der
Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Gegen Ende hin wurde es mir
persönlich dann ein wenig zu kampflastig, was dazu verleitet quer zu
lesen. Die Originalausgabe von "Wild Cards - Das Spiel der
Spiele" stammt aus dem Jahr 2008, ist bereits das achtzehnte
Buch in diesem Fantasyuniversum und der erste Band einer Trilogie
innerhalb dieser Welt. Empfehlen kann ich dieses Buch insbesondere an
Leser die Lust auf eine neue Fantasywelt haben und auch gerne
actionlastige Abenteuerromane mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: George R.R. Martin: Wild Cards - Das Spiel der Spiele
Weitere Informationen zum Buch und den Autoren finden sich auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Montag, 21. Juli 2014
David Hair: Die Brücke der Gezeiten 02 - Am Ende des Friedens
Inhaltsangabe des Verlages:
Die Mondflut wirft ihre Schatten voraus, als drei Menschen verzweifelt mit ihrem Schicksal ringen: Ein gescheiterter Magier auf der Suche nach der Wahrheit, eine junge Frau, die sich zwischen ihrem mächtigen Ehemann und ihrem Liebhaber stellt, und eine einstige Attentäterin, die ihr Leben riskiert, als sie sich gegen ihren Auftraggeber wendet. Ohne es zu wissen, lenken diese drei Menschen die Geschicke ihrer Welt. Und als sich die Mondflutbrücke schließlich aus den Fluten erhebt, wird ihr Leben nie mehr sein wie zuvor …
"Die Brücke der Gezeiten - Am Ende des Friedens" von Autor David Hair ist die Fortsetzung von "Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf". Mir hat dieser Teil besser gefallen als der erste, da mir dort einfach die Handlung fehlte und das Ganze eher wie eine langgezogene Einführung wirkte. Inzwischen weiß ich, dass diese beiden Bücher im Original eigentlich nur ein Buch darstellen und der deutsche Verlag aus mir unbekannten Gründen die Geschichte auseinander gerissen hatte. Das erklärt natürlich, warum ich nach dem ersten Band das Gefühl hatte noch gar nicht richtig im Buch angekommen zu sein und auch, warum mir dieses zweite Buch nun deutlich besser gefallen hat. Auch wenn es nun schon ein paar Monate her war, dass ich den ersten Teil gelesen hatte, habe ich sehr gut in die Geschichte zurück gefunden, wobei eine kurze Zusammenfassung am Buchanfang ebenfalls geholfen hat. Man verfolgt weiterhin die Schicksale ganz unterschiedlicher Figuren, wobei langsam jedoch immer mehr Verbindungen zu Tage treten, die einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Handlungsfäden zeigen. Auch "Am Ende des Friedens" bricht leider wieder mitten in der Handlung ab, da die Geschichte in weiteren Büchern fortgesetzt wird. Auf Englisch ist bereits ein weiteres Buch erschienen, das jedoch einen ähnlichen Umfang hat wie das erste Buch und daher bestimmt wieder in Deutschland auf zwei Bände aufgeteilt wird. Es bleibt nur die Hoffnung, dass dies zumindest nicht allzu lange dauern wird, denn ich würde nun doch gerne wissen, wie es mit Elena, Alaron, Ramita und allen anderen weiter geht. Was mich hier weiterhin etwas stört, sind die Stereotypen und Vorurteile bestimmten Volksgruppen und Religionen gegenübern, die nur allzu viele Ähnlichkeiten zu unserer Welt aufweisen, anstatt klar in eine Fantasywelt zu gehören.
Empfehlen kann ich "Am Ende des Friedens" nur an Leser die auch "Ein Sturm zieht auf" gelesen haben und Lust auf ein komplexes Fantasyepos haben, das sicherlich einige Fortsetzungen nach sich ziehen wird.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: David Hair: Die Brücke der Gezeiten 02 - Am Ende des Friedens
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Die Mondflut wirft ihre Schatten voraus, als drei Menschen verzweifelt mit ihrem Schicksal ringen: Ein gescheiterter Magier auf der Suche nach der Wahrheit, eine junge Frau, die sich zwischen ihrem mächtigen Ehemann und ihrem Liebhaber stellt, und eine einstige Attentäterin, die ihr Leben riskiert, als sie sich gegen ihren Auftraggeber wendet. Ohne es zu wissen, lenken diese drei Menschen die Geschicke ihrer Welt. Und als sich die Mondflutbrücke schließlich aus den Fluten erhebt, wird ihr Leben nie mehr sein wie zuvor …
"Die Brücke der Gezeiten - Am Ende des Friedens" von Autor David Hair ist die Fortsetzung von "Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf". Mir hat dieser Teil besser gefallen als der erste, da mir dort einfach die Handlung fehlte und das Ganze eher wie eine langgezogene Einführung wirkte. Inzwischen weiß ich, dass diese beiden Bücher im Original eigentlich nur ein Buch darstellen und der deutsche Verlag aus mir unbekannten Gründen die Geschichte auseinander gerissen hatte. Das erklärt natürlich, warum ich nach dem ersten Band das Gefühl hatte noch gar nicht richtig im Buch angekommen zu sein und auch, warum mir dieses zweite Buch nun deutlich besser gefallen hat. Auch wenn es nun schon ein paar Monate her war, dass ich den ersten Teil gelesen hatte, habe ich sehr gut in die Geschichte zurück gefunden, wobei eine kurze Zusammenfassung am Buchanfang ebenfalls geholfen hat. Man verfolgt weiterhin die Schicksale ganz unterschiedlicher Figuren, wobei langsam jedoch immer mehr Verbindungen zu Tage treten, die einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Handlungsfäden zeigen. Auch "Am Ende des Friedens" bricht leider wieder mitten in der Handlung ab, da die Geschichte in weiteren Büchern fortgesetzt wird. Auf Englisch ist bereits ein weiteres Buch erschienen, das jedoch einen ähnlichen Umfang hat wie das erste Buch und daher bestimmt wieder in Deutschland auf zwei Bände aufgeteilt wird. Es bleibt nur die Hoffnung, dass dies zumindest nicht allzu lange dauern wird, denn ich würde nun doch gerne wissen, wie es mit Elena, Alaron, Ramita und allen anderen weiter geht. Was mich hier weiterhin etwas stört, sind die Stereotypen und Vorurteile bestimmten Volksgruppen und Religionen gegenübern, die nur allzu viele Ähnlichkeiten zu unserer Welt aufweisen, anstatt klar in eine Fantasywelt zu gehören.
Empfehlen kann ich "Am Ende des Friedens" nur an Leser die auch "Ein Sturm zieht auf" gelesen haben und Lust auf ein komplexes Fantasyepos haben, das sicherlich einige Fortsetzungen nach sich ziehen wird.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: David Hair: Die Brücke der Gezeiten 02 - Am Ende des Friedens
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Donnerstag, 5. Juni 2014
Catherine Fisher: Sapphique - Fliehen heißt leben
Inhaltsangabe des Verlages:
Er ist endlich frei, doch sein Herz bleibt gefangen
Finn ist aus Incarceron entkommen, doch seine Freunde Keiro und Attia sind noch immer hinter dessen Mauern gefangen. In der so genannten Freiheit ist nichts so, wie Finn es erwartet hat – und beinahe zu spät wird ihm bewusst, dass sein Leben noch immer ebenso sehr in Gefahr ist wie während seiner Haft. Keiro und Attia suchen derweil nach Sapphiques Handschuh, der die Flucht aus Incarceron ermöglichen soll. Das Gefängnis selbst hat währenddessen für sich einen Körper erschaffen. Denn auch Incarceron will in die Freiheit gelangen, genau wie einst Sapphique – der einzige Gefangene, den Incarceron je geliebt hat.
Der packende Abschluss der zweibändigen dystopischen Saga!
"Sapphique - Fliehen heißt leben" ist der zweite und letzte Band der Reihe rund um das Gefängnis Incarceron von Autorin Catherine Fisher.
Ich finde diese Reihe sehr erstaunlich, denn sie ähnelt keinem anderen Buch das ich schon gelesen hätte. Die Ideen der Autorin sind faszinierend und lassen eine phantastische Welt vor dem Leser entstehen. Parallel werden hier die Ereignisse im Innerhalb und Außerhalb erzählt, wobei meistens Attia und Claudia, aber auch Keiro, Finn und Jared den perspektivischen Mittelpunkt bilden. Obwohl schon viele Geheimnisse im ersten Band aufgedeckt wurden, versteht es auch "Sapphique" noch zu überraschen.
Zu Anfang hatte ich jedoch ein wenig Probleme mich wieder in dieser komplizierten Welt zurechtzufinden und mich an alle Ereignisse aus "Incarceron" zu erinnern. Nach einigen Kapiteln hatte ich damit jedoch zum Glück keine Probleme mehr und habe dann auch festgestellt, dass mein Lesetempo deutlich angestiegen ist. Einige Kleinigkeiten blieben leider bis zum Schluss für mich undurchsichtig, doch das hat weder den Reihenabschluss, noch mein Lesevergnügen groß beeinflusst.
Empfehlen kann ich "Sapphique - Fliehen heißt leben" an alle Leser, die ungewöhnliche Fantasyromane mögen und die auch bereits den ersten Band gelesen (und gemocht) haben. Wer "Incarceron" noch nicht kennt, der sollte unbedingt mit diesem Buch beginnen, denn der Inhalt baut sehr stark aufeinander auf.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Catherine Fisher: Sapphique - Fliehen heißt leben
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Montag, 7. April 2014
Benjamin Percy: Roter Mond
In unserer Welt zählen Werwölfe zu den Legenden, doch in der Welt von Patrick ist ihre Existenz schon lange bekannt. Sie leben oft unerkannt unter den Menschen, doch ihr Wunsch nach einem eigenen Land ist groß. Lupos soll die Heimat der Lykaner werden, doch immer wieder wird versucht ihnen dieses Land streitig zu machen und so ist die amerikanische Besatzung und deren Interesse an ihren Uranvorkommen gleichzeitig Segen und Fluch. In Lupos gekämpft hat auch Senator Chase Williams als junger Mann. Er ist gegen eine gemischte Gesellschaft aus Lykanern und Menschen.
Claire muss am eigenen Leib erfahren, wie sehr Lykaner nach einigen Terroranschlägen ausgegrenzt und bedroht werden. Sie ist auf der Flucht, nachdem ihre Familie überfallen wurde.
Patrick ist der einzige Überlebende eines dieser Anschläge, aber er hat noch lange nicht entschieden, ob wirklich alle Lykaner der Feind sind.
"Roter Mond" von Autor Benjamin Percy hat mich fasziniert mit der Aussagekraft der Geschichte, die trotz Fantasyelementen ein ziemlich deutliches Abbild unserer Gesellschaft zeigt. Hier sind es Werwölfe, Lykaner genannt, aber sie stehen auch für die Ausgegrenzten und Minderheiten in unserer Welt. Es ist eine neue Art von Rassismus die hier entsteht und die in Verbindung mit Terrorakten als Alibi einer "reinen" Welt und als Rechtfertigung für Gräueltaten herhalten muss.
Leider hat es die Geschichte jedoch nicht vermocht mich wirklich zu fesseln. Ab dem zweiten von drei Teilen wird es zunehmend kriegerischer und Gewaltakte stehen im Vordergrund. Eine wirkliche Persönlichkeit konnte ich nur in einer der erzählenden Hauptfiguren erkennen und auch nur bei ihr eine Charakterentwicklung die aus den Ereignissen resultierte. Andere Figuren blieben für mich blass und ihr Handlungsstrang hat mich zunehmend gelangweilt. Die letzten Kapitel habe ich mich nur noch durch das Buch gekämpft, weil ich es nicht abbrechen wollte. Ein Lesegenuss war das jedoch nicht mehr.
Für meinen Geschmack lag mir da ein wenig zu viel Aggressivität in der Luft und es ist mir negativ aufgefallen, dass sich im Nirgendwo plötzlich genau die Personen treffen, die sich gesucht haben.
Auch wenn "Roter Mond" eher eine Parabel zu nennen ist, fand ich die Konzentration an Feindbildern in den Lykanern auch etwas zu aufgebauscht. Hier trifft die Angst vor Seuchen auf die vor Terrorakten, Gangs, Weltkrieg und fast allem anderen was man sich so vorstellen kann. So ziemlich jede uns bekannte Minderheit oder Aktion für einen Freiheitskampf wurde in diesem Buch durch die Lykaner ersetzt. Und da bin ich der Meinung man kann es auch übertreiben und durch Überzeichnung lächerlich machen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass "Roter Mond" trotz meiner Kritik seine Fans hat und begeistert. So ging es mir auch mit „Der Übergang“ von Justin Cronin, dem ich leider wenig abgewinnen konnte, das jedoch andere begeistert hat. Meine Leseempfehlung geht daher an Leser, denen vielleicht auch dieses vergleichbare Buch gefallen hat. Wer genau wie ich damit seine Probleme hatte, der sollte auch von "Roter Mond" die Finger lassen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Benjamin Percy: Roter Mond
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Claire muss am eigenen Leib erfahren, wie sehr Lykaner nach einigen Terroranschlägen ausgegrenzt und bedroht werden. Sie ist auf der Flucht, nachdem ihre Familie überfallen wurde.
Patrick ist der einzige Überlebende eines dieser Anschläge, aber er hat noch lange nicht entschieden, ob wirklich alle Lykaner der Feind sind.
"Roter Mond" von Autor Benjamin Percy hat mich fasziniert mit der Aussagekraft der Geschichte, die trotz Fantasyelementen ein ziemlich deutliches Abbild unserer Gesellschaft zeigt. Hier sind es Werwölfe, Lykaner genannt, aber sie stehen auch für die Ausgegrenzten und Minderheiten in unserer Welt. Es ist eine neue Art von Rassismus die hier entsteht und die in Verbindung mit Terrorakten als Alibi einer "reinen" Welt und als Rechtfertigung für Gräueltaten herhalten muss.
Leider hat es die Geschichte jedoch nicht vermocht mich wirklich zu fesseln. Ab dem zweiten von drei Teilen wird es zunehmend kriegerischer und Gewaltakte stehen im Vordergrund. Eine wirkliche Persönlichkeit konnte ich nur in einer der erzählenden Hauptfiguren erkennen und auch nur bei ihr eine Charakterentwicklung die aus den Ereignissen resultierte. Andere Figuren blieben für mich blass und ihr Handlungsstrang hat mich zunehmend gelangweilt. Die letzten Kapitel habe ich mich nur noch durch das Buch gekämpft, weil ich es nicht abbrechen wollte. Ein Lesegenuss war das jedoch nicht mehr.
Für meinen Geschmack lag mir da ein wenig zu viel Aggressivität in der Luft und es ist mir negativ aufgefallen, dass sich im Nirgendwo plötzlich genau die Personen treffen, die sich gesucht haben.
Auch wenn "Roter Mond" eher eine Parabel zu nennen ist, fand ich die Konzentration an Feindbildern in den Lykanern auch etwas zu aufgebauscht. Hier trifft die Angst vor Seuchen auf die vor Terrorakten, Gangs, Weltkrieg und fast allem anderen was man sich so vorstellen kann. So ziemlich jede uns bekannte Minderheit oder Aktion für einen Freiheitskampf wurde in diesem Buch durch die Lykaner ersetzt. Und da bin ich der Meinung man kann es auch übertreiben und durch Überzeichnung lächerlich machen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass "Roter Mond" trotz meiner Kritik seine Fans hat und begeistert. So ging es mir auch mit „Der Übergang“ von Justin Cronin, dem ich leider wenig abgewinnen konnte, das jedoch andere begeistert hat. Meine Leseempfehlung geht daher an Leser, denen vielleicht auch dieses vergleichbare Buch gefallen hat. Wer genau wie ich damit seine Probleme hatte, der sollte auch von "Roter Mond" die Finger lassen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Benjamin Percy: Roter Mond
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Penhaligon Verlages.
Montag, 6. Januar 2014
David Hair: Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf
Inhaltsangabe des Verlages:
Auf der Brücke der Gezeiten wird sich das Schicksal der Welt entscheiden ...
Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Aber alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut, und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag. Aber es sind drei unscheinbare Menschen - ein gescheiterter Magie-Schüler, eine Spionin und Mörderin, die ihr Gewissen entdeckt, und ein einfaches Marktmädchen -, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden ...
Und hier kann man das Buch kaufen: David Hair: Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf
Weitere Informationen zum Buch, zur Reihe und zum Autor finden sich auf der Homepage von Penhaligon.
Auf der Brücke der Gezeiten wird sich das Schicksal der Welt entscheiden ...
Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Aber alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut, und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag. Aber es sind drei unscheinbare Menschen - ein gescheiterter Magie-Schüler, eine Spionin und Mörderin, die ihr Gewissen entdeckt, und ein einfaches Marktmädchen -, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden ...
"Die Brücke
der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf" von Autor David Hair ist der Auftakt einer
Reihe.
Angesiedelt
in der fiktiven Welt von Urte ist die Geschichte der beiden verfeindeten
Kontinente Yuros und Antiopia, die über eine nur alle 12 Jahre passierbare
Brücke miteinander verbunden sind. Doch auch wenn es ein Fantasyroman ist, so
weisen die Völker die Urte besiedeln große Parallelen zu unserer Welt auf. Die
Namen mögen anders sein, aber dennoch sind ganz klar Stereotypen und typische
Merkmale zu erkennen, insbesondere was einige Länder in unserem Asien betrifft.
Da auch in dieser Welt große Vorurteile herrschen, was das Aussehen und den
Glauben von Menschen betrifft, fand ich das nicht die beste Idee.
In diesem
ersten Band werden insbesondere die Figuren eingeführt und die
unterschiedlichen Schauplätze und Völker vorgestellt. Inhaltlich passiert
ansonsten nicht wirklich viel und es wird sicherlich nicht ganz einfach sein,
die ganzen Informationen zu behalten bis der zweite Band der Reihe erscheint.
Eigentlich mag ich dicke Bücher und viele Figuren sehr gerne, aber hier hatte ich
den Eindruck, dass dieser Band wirklich nur als Aufwärmübung dient, bis dann
vielleicht im zweiten Band die wirklich spannenden Dinge geschehen. Wenn jedoch
ein Autor schon knapp 500 Seiten braucht um seine Figuren vorzustellen, so kann
ich das auch nicht als wirklich schönen Stil bezeichnen. Die Ereignisse lassen sich
auf wenigen Seiten zusammenfassen und wie gegensätzlich die Kontinente sind,
wird den meisten Lesern auch schon nach wenigen Kapiteln klar gewesen sein.
Die
Geschichte hat sicherlich Potenzial, denn die Figuren waren mir gerade in ihrer
Unterschiedlichkeit sympathisch und von einigen würde ich auch gerne mehr
lesen. Die Fortsetzung wird unter dem Titel "Die Brücke der Gezeiten - Am Ende
des Friedens" bereits in 2014 erscheinen und ich kann nur hoffen, dass Autor
David Hair hier die Geschichte ein wenig gestrafft hat und mehr Inhalt
vorhanden ist. Ob es noch mehr Bände in dieser Reihe geben wird, ist mir nicht
bekannt.
Empfehlen
kann ich "Die Brücke der Gezeiten " Ein Sturm zieht auf" daher nur bedingt an
Leser, die umfangreiche Einführungen in Fantasywelten mögen und noch keine
großen inhaltlichen Fortschritte erwarten.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: David Hair: Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf
Weitere Informationen zum Buch, zur Reihe und zum Autor finden sich auf der Homepage von Penhaligon.
Samstag, 31. August 2013
Joelle Charbonneau: Die Auslese - Nur die Besten überleben
Der
Schulabschluss der 16jährigen Malencia Vale ist gekommen und damit die
Entscheidung, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchte. In ihrer
Kolonie gibt es genug Arbeit, aber Cias Traum ist es, für die Auslese
ausgewählt zu werden und die Universität besuchen zu dürfen, wie es auch
ihr Vater getan hat. Aber schon seit Jahren wurde niemand aus der Five
Lakes Kolonie mehr ausgewählt an der Auslese teilzunehmen. Als es
schließlich doch so kommt ist Cia überglücklich, doch ihr Vater gibt ihr
mahnende Worte mit auf den Weg. Er hat Erinnerungen an die Auslese die
er eigentlich nicht haben sollte und die alles andere als positiv sind.
Ist die Auslese vielleicht gar nicht so toll wie Cia es sich vorgestellt
hat? Gemeinsam mit drei anderen Schulabsolventen aus Five Lakes muss
sie sich nun gegenüber dem Rest des Landes behaupten.
"Die Auslese - Nur die Besten überleben" von Autorin Joelle Charbonneau hat mich mitgerissen und begeistert. Die Welt in der Cia lebt ist so klar gezeichnet das man sich mitten hinein geworfen fühlte und dabei nach einem Krieg und verheerenden Umweltkatastrophen erschreckend realistisch. Das Prozedere der Auslese ist ein Resultat des Krieges und der Entscheidungen die dort von den führenden Persönlichkeiten getroffen wurden. "Die Auslese" soll sicherstellen, dass die zukünftigen Anführer des Landes starke Persönlichkeiten sind, die Entscheidungen schnell und ohne Rücksicht auf Verluste treffen können und auch vor Gewalt in den entscheidenden Momenten nicht zurückschrecken. Das hört sich erst mal grausam an, ist aber eigentlich eine ganz logische Schlussfolgerung wenn man zuvor erlebt hat, dass die eigenen Anführer im Krieg die Diskussion suchten während andere mit Waffengewalt über das Land herfielen.
Die Spannung wird über viele Seiten hinweg gehalten und man kann das Buch kaum aus der Hand legen, weil man unbedingt erfahren möchte wie es weiter geht. Die Figuren sind toll gezeichnet und konnten mich alle in ihrer Vielseitigkeit überzeugen. Es gibt hier keine klare Einteilung in Gut und Böse, sondern um die Frage wem man vertrauen kann. Cia und ihre Mitstreiter müssen Fähigkeiten in sich entdecken die bisher verborgen waren und durchschauen was von ihnen erwartet wird. Natürlich werden einige Leser argumentieren, dass "Die Auslese" viele Parallelen zu "Die Tribute von Panem" hat und das ist sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen, wenn es um das Überleben von Jugendlichen in einer dystopischen Welt geht. Doch das ist auch schon die einzige offensichtliche Parallele die ich entdecken konnte, denn Joelle Charbonneau bringt hier genug eigene Ideen mit um ein ganz neues Szenario zu erschaffen und den Leser mitzureißen in ihre Welt.
"Die Auslese" zeigt eine mögliche Entwicklung die ich niemals erleben möchte. Von einer zerstörten Umwelt, Mutationen, kontaminierten Böden und vergiftetem Wasser. Aber es ist auch eine grandiose Idee die hier von der Autorin umgesetzt wurde und die noch sehr viel Potenzial für Fortsetzungen bietet, auf die ich bereits jetzt gespannt bin. Dieser erste Band ist in sich abgeschlossen, knüpft aber bereits einen Faden zum weiteren Verlauf der Geschichte.
Empfehlen kann ich "Die Auslese - Nur die Besten überleben" an alle Leser ab ca. 15 Jahren, die gerne Dystopien und spannende Romane lesen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Joelle Charbonneau: Die Auslese
"Die Auslese - Nur die Besten überleben" von Autorin Joelle Charbonneau hat mich mitgerissen und begeistert. Die Welt in der Cia lebt ist so klar gezeichnet das man sich mitten hinein geworfen fühlte und dabei nach einem Krieg und verheerenden Umweltkatastrophen erschreckend realistisch. Das Prozedere der Auslese ist ein Resultat des Krieges und der Entscheidungen die dort von den führenden Persönlichkeiten getroffen wurden. "Die Auslese" soll sicherstellen, dass die zukünftigen Anführer des Landes starke Persönlichkeiten sind, die Entscheidungen schnell und ohne Rücksicht auf Verluste treffen können und auch vor Gewalt in den entscheidenden Momenten nicht zurückschrecken. Das hört sich erst mal grausam an, ist aber eigentlich eine ganz logische Schlussfolgerung wenn man zuvor erlebt hat, dass die eigenen Anführer im Krieg die Diskussion suchten während andere mit Waffengewalt über das Land herfielen.
Die Spannung wird über viele Seiten hinweg gehalten und man kann das Buch kaum aus der Hand legen, weil man unbedingt erfahren möchte wie es weiter geht. Die Figuren sind toll gezeichnet und konnten mich alle in ihrer Vielseitigkeit überzeugen. Es gibt hier keine klare Einteilung in Gut und Böse, sondern um die Frage wem man vertrauen kann. Cia und ihre Mitstreiter müssen Fähigkeiten in sich entdecken die bisher verborgen waren und durchschauen was von ihnen erwartet wird. Natürlich werden einige Leser argumentieren, dass "Die Auslese" viele Parallelen zu "Die Tribute von Panem" hat und das ist sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen, wenn es um das Überleben von Jugendlichen in einer dystopischen Welt geht. Doch das ist auch schon die einzige offensichtliche Parallele die ich entdecken konnte, denn Joelle Charbonneau bringt hier genug eigene Ideen mit um ein ganz neues Szenario zu erschaffen und den Leser mitzureißen in ihre Welt.
"Die Auslese" zeigt eine mögliche Entwicklung die ich niemals erleben möchte. Von einer zerstörten Umwelt, Mutationen, kontaminierten Böden und vergiftetem Wasser. Aber es ist auch eine grandiose Idee die hier von der Autorin umgesetzt wurde und die noch sehr viel Potenzial für Fortsetzungen bietet, auf die ich bereits jetzt gespannt bin. Dieser erste Band ist in sich abgeschlossen, knüpft aber bereits einen Faden zum weiteren Verlauf der Geschichte.
Empfehlen kann ich "Die Auslese - Nur die Besten überleben" an alle Leser ab ca. 15 Jahren, die gerne Dystopien und spannende Romane lesen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Joelle Charbonneau: Die Auslese
Donnerstag, 11. April 2013
Catherine Fisher: Incarceron - Fliehen heißt sterben
Inhaltsangabe
vom Verlag:
Incarceron
ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen
Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem
Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine
Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine
Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des
Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron
auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem
goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und
Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen
wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt ...
Normalerweise
schreibe ich immer lieber selber eine kurze Einleitung zum Inhalt.
Aber bei "Incarceron - Fliehen heißt sterben" von Catherine
Fisher ist die Inhaltsangabe des Verlages so passend, dass ich diese
übernehme.
Ich kann
mich nicht erinnern zuvor eine Geschichte gelesen zu haben, die
inhaltlich auch nur im Entferntesten in die Richtung von "Incarceron"
ging. Autorin Catherine Fisher überzeugt hier mit tollen Ideen und
es wundert mich ehrlich gesagt, das es sechs Jahre gedauert hat, bis
das Buch auch endlich hier in Deutschland veröffentlicht wurde.
Zu
Anfang fand ich die Handlung relativ vorhersehbar, aber ich wurde
eines besseren belehrt und doch von so mancher Wendung überrascht.
Gut
gefallen haben mir die beiden Hauptfiguren Finn und Claudia, die
beide auf ganz unterschiedliche Art und Weise gefangen sind und sich
nach Freiheit und Selbstbestimmung sehnen. Ihnen zur Seite gestellt
wurden einige interessante Nebenfiguren, die ihre Facetten erst nach
und nach offenbaren und deren wirkliche Position noch lange nicht
geklärt ist. Sehr kontrastreich wirkt "Incarceron" durch die
Schauplätze Gefängnis und Außerhalb. Wobei Außerhalb einem
strengen Protokoll unterworfen ist, das vorgibt alles äragetreu wie
im Mittelalter aussehen zu lassen und durchzuführen. Jeder
Fortschritt ist verboten, Kunst darf nur kopieren und Technik nicht
sichtbar sein.
Erzählt
wird die Geschichte aus den Perspektiven von Finn und Claudia, wobei
sich diese auch schon mal innerhalb eines Kapitels abwechseln können
und diese Wechsel nicht immer deutlich markiert sind.
Das
Einzige was ich wirklich zu bemängeln habe ist, dass dem Leser doch
ziemlich die Orientierung fehlt, so das die zurückgelegten Wege
weder im Gefängnis Incarceron noch im Außerhalb richtig
nachvollziehbar sind. Auch bin ich mir nicht sicher, ob es sich hier
denn um "unsere" Welt handelt oder eine reine Fantasywelt. Karten
hätte ich hilfreich gefunden. Zudem ist das Ende doch ziemlich
plötzlich und schon fast ein Cliffhanger. Der Leser wird mit vielen
Fragen zurückgelassen, die hoffentlich in der Fortsetzung "Sapphique" beantwortet werden.
Empfehlen
kann ich "Incarceron - Fliehen heißt sterben" allen an Fantasy
interessierten Lesern ab ca. 14 Jahren.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Catherine Fisher: Incarceron - Fliehen heißt sterben
Und für alle Filmfans noch der Hinweis, das eine Verfilmung in Vorbereitung ist.
Dienstag, 4. Dezember 2012
Kathleen Duey: Die Gabe der Magie
Sadimas Geburt steht unter keinem guten Stern, denn dies ist auch der Tag an dem ihre Mutter stirbt. Eine Zauberin hat die Familie betrogen und bestohlen.
Der Vater ist seitdem verbittert, der Bruder muss sich um seine kleine Schwester kümmern und die Familie kann sich nur gerade so von ihrem Hof ernähren. Doch Sadima ist anders als andere Kinder. Sie hört die inneren Stimmen der Tiere und kann sich mit ihnen verständigen, eine Gabe die sie verbergen muss. Doch nach dem Tod ihres Vaters zieht es Sadima in die Stadt. Sie will mehr darüber erfahren, ob ihre Fähigkeiten Gabe oder Fluch sind.
Die Geschichte von Sadima ist nur ein Teil der Handlung in "Die Gabe der Magie" von Kathleen Duey. In abwechselnden Kapiteln wird eine weitere Geschichte erzählt, die zeitlich viele Jahre nach dem ersten Handlungsstrang liegt. Hier wird eine Gruppe von zehn Jungen als Schüler in einem Institut für Magier aufgenommen. Unter ihnen ist Hahp, ein Junge der sich bisher für eher unbegabt hielt. Doch aus irgendeinem Grund wurde er hier aufgenommen und es geht um mehr als nur das Erlernen von Zaubersprüchen, denn laut ihren Lehrern wird nur einer von ihnen die Ausbildung überleben.
Ich persönlich fand den Handlungsstrang rund um die Zauberschule interessanter als die Geschichte von Sadima. Dieser Teil war meiner Meinung nach auch eher dazu da die Hintergründe der Schule zu verstehen, denn schon bald wird die Verbindung von Personen klar. Kathleen Duey hat es verstanden mich zu fesseln und Neugier auf das weitere Geschehen zu wecken.
Was mir jedoch überhaupt nicht gefallen hat ist das abrupte Ende, das eigentlich alles ungeklärt lässt. Es ist noch nicht mal ein wirklicher Cliffhanger, sondern das Buch endet einfach mitten in der Geschichte, als würde es auf der nächsten Seite mit dem folgenden Kapitel weiter gehen.
In Anbetracht dessen, dass es immer noch keine deutsche Übersetzung des Folgebandes aus dem Jahr 2009 gibt, finde ich das noch viel unbefriedigender.
Empfehlen kann ich "Die Gabe der Magie" daher eigentlich erst dann, wenn die komplette Reihe erschienen ist und man die Bücher an einem Stück lesen kann.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Kathleen Duey: Die Gabe der Magie
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