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Donnerstag, 17. April 2014
Jessica Brockmole: Eine Liebe über dem Meer
Es ist das Jahr 1912 als Student David einen Fanbrief an die eher unbekannte Dichterin Elspeth schickt. Es ist der Beginn einer Jahre überdauernden Brieffreundschaft, bei der die Briefe die lange Distanz zwischen Illinois in den USA und der Isle of Sky in Schottland zurücklegen müssen. Elspeth und David fühlen eine tiefe Verbundenheit und gestehen sich schließlich ein, dass sie sich ineinander verliebt haben. Als sich für David die Gelegenheit ergibt als Kriegsteilnehmer nach Europa zu kommen nutzt er die Gelegenheit Elspeth zu treffen. Aber ein Krieg ist immer schrecklich und die Auswirkungen bekommen auch die beiden Liebenden zu spüren.
"Eine Liebe über dem Meer" von Autorin Jessica Brockmole ist ein Roman in sehr ungewöhnlichem Stil. Ich wusste zuvor schon, dass Briefe hier eine Rolle spielen, doch mir war nicht klar, dass dieser Roman wirklich vollständig aus Briefen besteht. Heutzutage ist es eher selten geworden einen echten Brief zu schreiben und man ist es gar nicht mehr gewöhnt womöglich wochenlang auf eine Antwort warten zu müssen.
Zur Zeit von Elspeth und David ist dies jedoch die einzge verlässliche Kommunikationsmöglichkeit und beide sind eifrige Briefeschreiber. Ergänzt wird die Geschichte jedoch noch durch eine weitere Erzählebene die im Jahr 1940 beginnt, als Elspeth Tochter Margaret einen Brief von David findet, der an eine ihre unbekannte Frau namens Sue gerichtet ist. Sie berichtet wiederum in Briefen an ihren Freund und Verwandte von den Ereignissen und weiteres wird durch Briefe die Elspeth in dieser Zeit schreibt offenbart.
Insgesamt ergibt sich daraus ein schlüssiges Bild und das einzige was erstaunt ist, dass anscheinend nie ein Brief verloren gegangen ist oder seinen Empfänger trotz ungenauer Adressangaben nicht erreichen konnte.
Mir hat dieses Stilelement der Briefe sehr gut gefallen und obwohl man die Figuren dadurch etwas aus der Distanz erlebt konnte ich sie mir sehr gut vorstellen. Man lernt Elspeth und David so auf die gleiche Art und Weise kennen wie sie einander erleben und muss auf die Gefühle und den Humor achten, die zwischen den Zeilen mitschwingen.
Dennoch konnte mich die Geschichte jedoch nicht so sehr bewegen, wie andere die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Insgesamt gesehen kann ich daher "Eine Liebe über dem Meer" inbesondere an alle Leser empfehlen, die es gerne einmal mit einem Briefroman versuchen wollen und/oder die ungewöhnliche Stilmittel mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Jessica Brockmole: Eine Liebe über dem Meer
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Diana Verlages.
Dienstag, 1. April 2014
Nina Blazon: Der dunkle Kuss der Sterne
Die junge Canda gehört zur Oberschicht
von Ghan und gemeinsam mit dem ihr zugeteilten Gefährten Tian ist
ihr eine große Zukunft bestimmt. Doch an ihrem Hochzeitsmorgen
erwacht Canda und nichts ist mehr wie zuvor. Tian ist spurlos
verschwunden und es gibt Gründe zur Annahme, das er entführt worden
ist. Aber auch an Canda ist die Nacht nicht spurlos vorüber
gegangen. Von Geburt an ist sie mit vier Gaben gesegnet, doch eine
davon, ihr ganz besonderer Glanzm, der die Menschen an ihr fasziniert
hat ist plötzlich verschwunden. Ohne Gefährten und ohne ihre Gabe
ist Canda nicht mehr geeignet eine hohe Position in der Gesellschaft
einzunehmen und wird daher in die niederen Ränge verstoßen. Doch so
schnell gibt Canda nicht auf. Sie will sich ihr altes Leben
zurückerobern und Tian befreien, auch wenn sie selber dafür einiges
riskieren muss.
"Der dunkle Kuss der Sterne" von Nina Blazon hat mich sehr fasziniert. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die jedoch gerade zu Anfang auch sehr verwirrend und undurchsichtig ist. Erst nach und nach erfährt der Leser mehr über die Welt in der Canda lebt und viele Geheimnisse sind auch Canda unbekannt und klären sich erst im weiteren Verlauf.
Die Grundidee der Autorin war mir absolut neu und hat in vielem überrascht. Ich habe zwar auch zuvor schon einige Bücher von Nina Blazon gelesen, doch so richtig abholen konnten mich die Geschichten leider nie. Mal waren es die Figuren, mal die Schauplätze und mal einfach die Handlung die mich nicht überzeugen konnten. In "Der dunkle Kuss der Sterne" stimmt für mich nun zum ersten mal alles was zu einer überzeugenden All-Age-Fantasy gehört.
Besonders wichtig sind mir hier auch die vielen Details, die eine stimmige Geschichte ausmachen und die bildhaft beschriebenen Orte und Situationen. Ich fühlte mich mitten hinein in die Handlung versetzt und sah manche Szenen wie einen Film in meinem Kopf beim Lesen.
Besonders gut gefallen hat mir hier auch die Entwicklung der Charaktere, da besonders bei Canda zu erkennen ist, wie sie die Ereignisse prägen und ihr neues Wissen Spuren hinterlässt. Alle Figuren sind vielschichtig und nachvollziehbar in ihren Motiven, unabhängig davon auf welcher Seite sie stehen.
An manchen Stellen überschlugen sich die Ereignisse jedoch für mich ein wenig, so dass ich erst im Nachhinein wirklich verstanden habe, was ich da zuvor gelesen habe. Meinen Lesegenuss hat das nicht getrübt, aber doch für kurzzeitige Verwirrung gesorgt.
Insgesamt gesehen kann ich "Der dunkle Kuss der Sterne" an alle Leser empfehlen, die Fantasybücher mit einer überzeugenden Heldin, einer spannenden Handlung und einer tollen Grundidee mögen.
So habe ich bewertet:
"Der dunkle Kuss der Sterne" von Nina Blazon hat mich sehr fasziniert. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die jedoch gerade zu Anfang auch sehr verwirrend und undurchsichtig ist. Erst nach und nach erfährt der Leser mehr über die Welt in der Canda lebt und viele Geheimnisse sind auch Canda unbekannt und klären sich erst im weiteren Verlauf.
Die Grundidee der Autorin war mir absolut neu und hat in vielem überrascht. Ich habe zwar auch zuvor schon einige Bücher von Nina Blazon gelesen, doch so richtig abholen konnten mich die Geschichten leider nie. Mal waren es die Figuren, mal die Schauplätze und mal einfach die Handlung die mich nicht überzeugen konnten. In "Der dunkle Kuss der Sterne" stimmt für mich nun zum ersten mal alles was zu einer überzeugenden All-Age-Fantasy gehört.
Besonders wichtig sind mir hier auch die vielen Details, die eine stimmige Geschichte ausmachen und die bildhaft beschriebenen Orte und Situationen. Ich fühlte mich mitten hinein in die Handlung versetzt und sah manche Szenen wie einen Film in meinem Kopf beim Lesen.
Besonders gut gefallen hat mir hier auch die Entwicklung der Charaktere, da besonders bei Canda zu erkennen ist, wie sie die Ereignisse prägen und ihr neues Wissen Spuren hinterlässt. Alle Figuren sind vielschichtig und nachvollziehbar in ihren Motiven, unabhängig davon auf welcher Seite sie stehen.
An manchen Stellen überschlugen sich die Ereignisse jedoch für mich ein wenig, so dass ich erst im Nachhinein wirklich verstanden habe, was ich da zuvor gelesen habe. Meinen Lesegenuss hat das nicht getrübt, aber doch für kurzzeitige Verwirrung gesorgt.
Insgesamt gesehen kann ich "Der dunkle Kuss der Sterne" an alle Leser empfehlen, die Fantasybücher mit einer überzeugenden Heldin, einer spannenden Handlung und einer tollen Grundidee mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Nina Blazon: Der dunkle Kuss der Sterne
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des cbt Verlages.
Dienstag, 4. Februar 2014
Sarah Benedict: Das Haus der blauen Schmetterlinge
Elsa Fa’alua ist
eine samoanische Prinzessin, aber da ihr Vater ein deutscher Kapitän war, wurde
sie nie vollständig von der Königsfamilie akzeptiert. Elsa beschließt daher,
einen Deutschen zu heiraten und so im Land ihres Vaters eine neue Heimat zu
finden. Anfänglich scheint die Ehe mit Henning Matthes die Erfüllung ihrer
Träume zu sein, doch schon bald folgt die Ernüchterung. Die Kolonisten aus
Europa akzeptieren Elsa nicht als eine der ihren und Henning häuft mit seiner
Spielsucht immer mehr Schulden an. Auch der aufkommende Nationalsozialismus in
Deutschland trägt seinen Teil dazu bei, dass an ein dauerhaftes Glück nicht zu
denken ist. Doch Elsa hätte nie geglaubt, dass sie einmal so tief fallen wird ...
"Das Haus der blauen Schmetterlinge" von Sarah Benedict (wobei sich hinter diesem Pseudonym ein Mann verbergen soll) ist eine Liebestragödie vor historischer Kulisse.
Für einen historischen Roman fehlen mir hier grundlegende Zugaben wie eine Übersicht über die historischen Ereignisse, eine Landkarte und ein Nachwort in dem erläutert wird was Fakt und was Fiktion ist. Einen reinen Liebesroman würde ich es auch nicht nennen, weil dieses Buch dafür zu wenig „heile Welt“ bietet und einfach auch keine schöne Liebesgeschichte.
Stattdessen erlebt man hier die Hauptfigur Elsa Fa’alua auf ihrem Weg durch lauter falsche Entscheidungen.
"Das Haus der blauen Schmetterlinge" von Sarah Benedict (wobei sich hinter diesem Pseudonym ein Mann verbergen soll) ist eine Liebestragödie vor historischer Kulisse.
Für einen historischen Roman fehlen mir hier grundlegende Zugaben wie eine Übersicht über die historischen Ereignisse, eine Landkarte und ein Nachwort in dem erläutert wird was Fakt und was Fiktion ist. Einen reinen Liebesroman würde ich es auch nicht nennen, weil dieses Buch dafür zu wenig „heile Welt“ bietet und einfach auch keine schöne Liebesgeschichte.
Stattdessen erlebt man hier die Hauptfigur Elsa Fa’alua auf ihrem Weg durch lauter falsche Entscheidungen.
"Das Haus der
blauen Schmetterlinge" ist nicht uninteressant zu lesen und gerade die
unterschiedlichen Frauenfiguren haben mir auch gut gefallen. Aber die
Geschichte ist einfach nicht schön und bei vielen Ereignissen dachte ich mir nur
wie sinnlos das doch ist und wie besser alles verlaufen wäre, wenn Elsa andere
Entscheidungen getroffen hätte. Es sind zu viele Schicksalsschläge die hier
aufeinander treffen und daher in ihrer Gesamtheit für eine unglaubwürdige
Handlung sorgen.
Wer tragische Geschichten mag und sich gerne in die Südsee entführen lassen mag, für den kann "Das Haus der blauen Schmetterlinge" aber dennoch eine lesenswerte Geschichte sein.
So habe ich bewertet:
Wer tragische Geschichten mag und sich gerne in die Südsee entführen lassen mag, für den kann "Das Haus der blauen Schmetterlinge" aber dennoch eine lesenswerte Geschichte sein.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Sarah Benedict: Das Haus der blauen Schmetterlinge
Weitere Informationen zum Buch finden sich auf der Homepage von Blanvalet.
Dienstag, 3. Dezember 2013
John Boyne: Der freundliche Mr Crippen
London im Jahr 1910:
Inspektor Walter Dew von Scotland Yard macht eine grausige
Entdeckung im Keller eines Wohnhauses in dem er einen Mann zum Verschwinden
seiner Frau befragen wollte. Unter den Steinplatten findet er verwesende
Leichenteile. Im Rahmen einer Ermittlung sollte man mit solchen Entdeckungen
rechnen, doch Dr. Crippen war für Inspektor Dew nicht verdächtig. Der
freundliche und ruhige Crippen wirkte alles andere als wie ein blutrünstiger
Mörder.
Crippen selber und seine Geliebte Ethel haben London
überstürzt verlassen, das muss doch ein Schuleingeständnis sein.
Einige Wochen später legt die SS Montrose von Antwerpen aus
ab in Richtung Kanada. An Bord befindet sich eine illustre Mischung erster
Klasse Passagiere, von der allein reisenden zurückhaltenden Frau, zu einer
schrillen Dame mit ihrer auf Männerfang befindlichen Tochter, bis zum Mann
mittleren Alters mit seinem 17jährigen Sohn oder einem jugendlichen Kriminellen
in Begleitung seines Vormunds ist alles vertreten.
Doch wo ist der Zusammenhang zum Fall Dr. Crippen?
"Der freundliche Mr Crippen" ist also das neueste Buch von
Autor John Boyne - zumindest dachte ich das. Tatsächlich stammt dieses Buch
jedoch bereits aus dem Jahr 2004 und wurde lediglich jetzt erst auf Deutsch
veröffentlicht. So ist das eben, wenn sich ein Autor mit späteren Werken als
erfolgreich erwiesen hat, dann finden auch die Erstlingswerke einen späten Wegs
in die Übersetzung und zum Kunden.
Mir hat auch dieses Buch gefallen, aber im Vergleich zu
anderen Büchern des Autors wie z.B. "Das späte Geständnis des Tristan Sadler"
oder "Das Haus zur besonderen Verwendung" ist es eben doch etwas schwächer.
Inhaltlich kann es mich nicht so sehr überzeugen, wobei es
vom Stil her jedoch wieder etwas Besonderes darstellt. Als Vorlage und
Inspiration für den Roman diente hier eine echte Mordermittlung aus dem Jahr 1910,
die in mehrfacher Hinsicht Aufsehen zu dieser Zeit erregt hat. Gut
wiedergegeben fand ich daher auch die Transatlantikreise von Antwerpen nach
Kanada inklusive der Figuren an Bord, die zwar leicht überzeichnet wirkten,
dadurch jedoch auch besonders bildhaft und lebendig.
Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit der Person des
Dr. Crippen, seinem Werdegang, seiner Ehe und dem Mord an seiner Frau. Im
Rückblick kann mich auch dies überzeugen, aber zwischenzeitlich hatte ich doch
den Eindruck, dass sich der Autor hier zu sehr auf eine Seite schlägt und mir
so Figuren schmackhaft gemacht werden sollen, die ich als Leser aber gar nicht
so sehen will.
In dieser Hinsicht bin ich daher ein wenig unschlüssig was
den Roman betrifft.
Sehr gut beherrscht hier der Autor jedoch die beiden
Geschichten schlussendlich miteinander zu verweben und Klarheit ins Dunkel zu
bringen. Da habe ich dann auch den späteren John Boyne wiedererkannt.
Insgesamt gesehen muss ich leider davor warnen an "Der
freundliche Mr Crippen" mit der Erwartungshaltung heranzugehen, die die
späteren Bücher des Autors zwangsläufig wecken. Für sich gesehen hat mich
dieses Buch jedoch gut unterhalten und ich kann es daher an alle Leser
empfehlen die Geschichte mögen, die auf wahren Tatsachen beruhen, jedoch auf
eine eigene Weise als Roman umgesetzt wurden.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: John Boyne: Der freundliche Mr Crippen
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Arche Verlages.
Montag, 11. November 2013
Niel Bushnell: Jack Morrow und das Grab der Zeit
Jack
Morrow ist 12 Jahre alt, als sein Vater ihm am Grab der Mutter offenbart, dass
er für lange Zeit ins Gefängnis muss und Jack nun bei einer Tante leben soll.
All das wäre bestimmt nicht passiert, wenn Jacks Mutter nicht vor fünf Jahren
getötet worden wäre.
Jack würde nichts lieber tun als die Vergangenheit zu ändern, aber das ist natürlich unmöglich. Doch diesmal ist etwas anders auf dem Friedhof. Jack spürt etwas das vorher nicht da war und als er den Grabstein seiner Mutter berührt, wird er plötzlich in das Jahr ihres Todes zurück katapultiert. Hier warten nicht nur merkwürdige "Müllmänner" auf ihn, die es auf ihn abgesehen haben, sondern er trifft auch noch auf einen alten Mann der behauptet sein Großvater zu sein.
Als weitere Erklärung sagt dieser ihm nur, dass er einen Grabstein aus dem Jahr 1940 suchen und durch den "Tränentunnel" zu seinem jungen Ich reisen soll, Davey würde ihm schon alles erklären. Für Jack beginnt ein Abenteuer das er sich vorher noch nicht einmal so erträumt hätte.
"Jack Morrow und das Grab der Zeit" von Autor Niel Bushnell ist der Auftakt einer Buchreihe.
Eigentlich vereint das Buch eine Menge Zutaten die für ein erfolgreiches Jugendbuch sprechen: ein jugendlicher Held, ein böser Gegenspieler, eine fantastische Welt, Zeitreise, ungewöhnliche Nebenfiguren und eine tragische Geschichte.
Aber leider konnten mich weder die Figuren, noch die Handlung, wirklich für sich einnehmen. Stellenweise fühle ich mich gelangweilt und dann überschlugen sich wieder die Ereignisse und man hatte Mühe zu folgen.
Jack blieb für mich über das ganze Buch hinweg eine blasse Figur. Er hat viel durchgemacht, wirkt sehr vernünftig und rational, aber dadurch hatten auch die Emotionen keine echte Chance zum Vorschein zu kommen.
Die Hintergründe des Gegenspielers Rouland blieben für mich zu undurchsichtig und auch seine Handlanger haben mich nicht überzeugt.
Insgesamt gesehen ist "Jack Morrow und das Grab der Zeit" daher sicherlich interessant für Jungen ab ca. elf Jahren, für ältere Leser aber nur bedingt zu empfehlen.
Jack würde nichts lieber tun als die Vergangenheit zu ändern, aber das ist natürlich unmöglich. Doch diesmal ist etwas anders auf dem Friedhof. Jack spürt etwas das vorher nicht da war und als er den Grabstein seiner Mutter berührt, wird er plötzlich in das Jahr ihres Todes zurück katapultiert. Hier warten nicht nur merkwürdige "Müllmänner" auf ihn, die es auf ihn abgesehen haben, sondern er trifft auch noch auf einen alten Mann der behauptet sein Großvater zu sein.
Als weitere Erklärung sagt dieser ihm nur, dass er einen Grabstein aus dem Jahr 1940 suchen und durch den "Tränentunnel" zu seinem jungen Ich reisen soll, Davey würde ihm schon alles erklären. Für Jack beginnt ein Abenteuer das er sich vorher noch nicht einmal so erträumt hätte.
"Jack Morrow und das Grab der Zeit" von Autor Niel Bushnell ist der Auftakt einer Buchreihe.
Eigentlich vereint das Buch eine Menge Zutaten die für ein erfolgreiches Jugendbuch sprechen: ein jugendlicher Held, ein böser Gegenspieler, eine fantastische Welt, Zeitreise, ungewöhnliche Nebenfiguren und eine tragische Geschichte.
Aber leider konnten mich weder die Figuren, noch die Handlung, wirklich für sich einnehmen. Stellenweise fühle ich mich gelangweilt und dann überschlugen sich wieder die Ereignisse und man hatte Mühe zu folgen.
Jack blieb für mich über das ganze Buch hinweg eine blasse Figur. Er hat viel durchgemacht, wirkt sehr vernünftig und rational, aber dadurch hatten auch die Emotionen keine echte Chance zum Vorschein zu kommen.
Die Hintergründe des Gegenspielers Rouland blieben für mich zu undurchsichtig und auch seine Handlanger haben mich nicht überzeugt.
Insgesamt gesehen ist "Jack Morrow und das Grab der Zeit" daher sicherlich interessant für Jungen ab ca. elf Jahren, für ältere Leser aber nur bedingt zu empfehlen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Niel Bushnell: Jack Morrow und das Grab der Zeit
Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage vom Heyne Verlag.
Samstag, 9. November 2013
Anna Banks: Blue Secrets - Der Kuss des Meeres
Emma ist
in den Ferien in Florida, als sie Galen das erste Mal sieht. Bisher
dachte sie immer, ihre violetten Augen wären einzigartig, doch die
Augen von Galen und seiner Schwester haben den gleichen
ungewöhnlichen Farbton. Aber Emma weiß nicht, dass Galen kein
Mensch ist. Er ist ein Syrena und noch dazu ein Prinz dieses
Wasservolkes, der sich als Botschafter an Land befindet. Er ist auf
der Suche nach einem Mädchen mit der außergewöhnlichen Fähigkeit
mit Fischen sprechen zu können, von der ihm berichtet wurde.
Zwischen Emma und Galen scheint es eine größere Verbindung zu geben
als nur die Augenfarbe - könnte sie die Gesuchte sein? Emma fühlt
sich ebenso zu Galen hingezogen wie er zu ihr, doch es steht mehr auf
dem Spiel.
"Blue
Secrets - Der Kuss des Meeres" von Autorin Anna Banks hat mir
mit seiner ungewöhnlichen und anderen Darstellen der
Sirenen/Meerjungfrauen sehr gut gefallen. Mitten im Ozean lebt das
Volk der Syrena, Nachfahren von Poseidon und Triton und alles andere
als Sagengestalten. Mythen werden aufgegriffen, weitererzählt oder
neugeformt und zurück bleibt es erstaunlich stimmige Geschichte von
einem Volk das sich von den Menschen zurückgezogen hat und über
einzigartige Fähigkeiten verfügt.
Sehr
schön fand ich hier die Erzählperspektiven von Emma und Galen, so
dass man hier früh einen Überblick hat und die Ereignisse nicht nur
einseitig geschildert werden. Dabei erzählt jedoch Emma in der
ersten Person und Galen ist kein direkter Erzähler, sondern sein
Erzählstrang wird von einer dritten Person geschildert. Die
anfängliche Charakterisierung von Emma und Galen wirkt vertraut,
denn Emma ist das ungeschickte Menschenmädchen, das nicht weiß wie
hübsch es ist und Galen ist dieser unglaublich gut aussehende und
noch dazu reiche Typ auf den alle abfahren. Doch bereits am Anfang
hat mir der Humor an der Geschichte sehr gut gefallen und dafür
gesorgt, dass ich mehr lesen wollte. Abseits der Klischees hat mich
die Handlung für sich eingenommen und als modernes Märchen in
seinen Bann gezogen. Einiges erscheint früh offensichtlich, doch
Autorin Anna Banks hat dennoch mit einigen Wendungen dafür gesorgt,
dass die Spannung erhalten bleibt - bis zum Cliffhanger am Ende. Ich
bin nicht unbedingt ein Freund von Cliffhangern, doch mit diesem hier
kann ich leben und ich hoffe nun nur, dass es nicht allzu lange
dauern wird, bis die Fortsetzung auch auf Deutsch erscheinen wird,
denn unter dem Namen "Of Triton" ist sie bereits auf
Englisch erschienen.
Und hier kann man das Buch kaufen: Anna Banks:; Blue Secrets - Der Kuss des Meeres
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des cbt Verlages.
Mittwoch, 6. November 2013
Corina Bomann: Eine wundersame Weihnachtsreise
Anna möchte
Schriftstellerin werden und studiert in Leipzig Literarisches Schreiben. Doch
ihrer Familie wäre es lieber, wenn sie was „vernünftiges“ lernen würde. Aber
auf die Meinung von denen legt Anna sowieso nicht viel wert, denn ihr
Stiefvater ist grundsätzlich anderer Meinung als sie und ihre Mutter schließt
sich ihm an. Einziger Lichtblick ist ihr kleiner Halbbruder Jonathan und er ist
auch der Grund, warum Anna dieses Jahr wider besseres Wissen handelt und zum
Weihnachtsfest nach Berlin kommen wird. Jonathan hat es sich so gewünscht, dass
Anna über die Feiertage bei ihm ist und so macht sie sich am Tag zuvor mit dem
Zug auf den Weg. Doch es läuft alles schief, was nur schief gehen kann und für
Anna wird die Reise zur wahren Odyssee.
Für ein
Weihnachtsbuch kommt in „Eine wundersame Weihnachtsreise“ von Autorin Corina
Bomann erstaunlich wenig Weihnachten vor. Das wird natürlich zum größten Teil
daran liegen, dass Hauptfigur Anna versucht Weihnachten so viel wie möglich aus
dem Weg zu gehen. Bis auf das notorische „Last Christmas“ im Radio scheint ihr
das auch ganz gut zu gelingen. Eigentlich kann ein einzelner Mensch gar nicht
so viel Pech haben wie Anna hier, aber es ist ja ein Roman und da will ich das
mal nicht so eng sehen. Annas Reiseerfahrungen und Begegnungen sind jedenfalls
sehr erheiternd und so bietet der Roman kurzweilige Winterunterhaltung. Es
steht der Gedanke an Nächstenliebe und Vergebung in der Luft und die wichtigste
Aussage ist meiner Meinung nach von einer Nebenfigur, die sinngemäß sagt, dass
es am Ende seines Lebens noch niemand bedauert hat, dass er zu freundlich zu
seinen Mitmenschen gewesen wäre.
Es ist also
ein Buch für die besinnlichen Stunden im Leben, ein Abend auf dem Sofa mit
warmem Tee oder Kakao und einer Kuscheldecke erscheint mir ideal. Dann kann man
auch gut abtauchen in die Geschichte und den Schreibstil von Corina Bomann
genießen, die ich als Erzählerin sehr mag. Letztendlich kommt jedoch das
eigentliche Weihnachtsfest ein wenig kurz in diesem Buch und beim dritten
unglücklichen Zwischenfall auf der Reise fragt man sich doch auch wie verpeilt
man eigentlich sein muss um in solche Situationen zu geraten.
Empfehlen
kann ich „Eine wundersame Weihnachtsreise“ jedoch an alle Leser, die den Stil
von Corina Bomann mögen und/oder auf der Suche nach einer leichten
Wintergeschichte mit Unterhaltungswert sind.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Corina Bomann: Eine wundersame Weihnachtsreise
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Evelyn Boyd: Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen
Sofie
Bachmann hat sich im Familienurlaub in Schweden immer wohl gefühlt,
bis ihr Bruder dort ertrunken ist. Als 10 Jahre später auch ihre
Eltern ums Leben kommen, ist die Erinnerung an die glücklichen
Sommer wie ein Rettungsanker für Sofie und sie beschließt für
einige Wochen zum Ferienhaus zu fahren. Vor Ort werden auch
unangenehme Erinnerungen geweckt, aber dennoch ist sich Sofie sicher
das es die richtige Entscheidung war nach Schweden zu reisen. Als sie
am See den geheimnisvollen Kjell kennenlernt und sogar eine Freundin
findet, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Aber ist Kjell
wirklich der für den ihn Sofie hält?
"Kjell
- Das Geheimnis der schwarzen Seerosen" von Autorin Evelyn Boyd
hat mir von der Grundidee her gefallen. Die Umsetzung hat mich jedoch
enttäuscht und ich fand die Geschichte einfach nicht schön zu
lesen. Kjell war mir von Anfang an unsympathisch und sein Verhalten
gegenüber Sofie ist einfach nur unmöglich.
Ich fand
die Handlung auch nicht sonderlich spannend und mir fehlte die rechte
Lust um weiter zu lesen. Schwedische Mythen mit einer modernen
Geschichte zu verbinden ist eigentlich ein guter Ansatz, aber dies
mit einer Hauptfigur zu kombinieren die um der Liebe willen über
Gewalt, Tod und Verderben hinwegsieht ist äußerst unglücklich und
hat mir einfach keinen Spaß gemacht zu lesen. Dazu bot der Verlauf
auch wenig Überraschungen für mich.
Ich kann
"Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen" daher auf keinen Fall
an Leser empfehlen die eine romantische Geschichte oder sogar ein
happy-end erwarten.
Wer sich
sehr für kontroverse Charaktere und Schweden interessiert und wen es
nicht stört, dass "Kjell" nur als e-book verfügbar ist,
kann es jedoch trotzdem einmal damit versuchen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das e-book kaufen: Evelyn Boyd: Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage von Carlsen / Impress.
Donnerstag, 26. September 2013
John Boyne: Das späte Geständnis des Tristan Sadler
Tristan
Sadler ist ein Kriegsheimkehrer, einer der wenigen jungen Männer die
ihr Leben nicht im 1. Weltkrieg gelassen haben. Gemeinsam mit Will
Bancroft hat er die Grundausbildung absolviert und in den
Schützengräben von Frankreich gedient. Monate nach Wills Tod und
dem Kriegsende beschließt Tristan Kontakt zu Wills Schwester Marian
aufzunehmen und ihr die Briefe zu übergeben, die Will aufgehoben
hatte. Er reist nach Norwich, aber die Briefe stellen nicht den
einzigen Grund für seine Reise dar. Denn Tristan trägt schwer an
einer Schuld ...
"Das
späte Geständnis des Tristan Sadler" ist ein weiteres
faszinierendes Buch aus der Feder von John Boyne, der mich schon mit
"Das Haus zur besonderen Verwendung" überzeugen konnte. In
diesem Roman widmet sich der Autor dem ersten Weltkrieg und den
Themen Schuld, Leidenschaft, Eifersucht und Heldentum.
Es ist eine Geschichte wie sie sich durchaus tatsächlich in den Jahren 1916 - 1919 zugetragen haben könnte und ist so realistisch und mit überzeugenden Figuren erzählt, dass man meint hier einen Zeitzeugenbericht zu lesen.
Dabei steht in "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" aber nicht wirklich der Krieg im Vordergrund, sondern vielmehr die Emotionen und Ängste der beteiligten Personen. Dennoch sind die Schrecken des Krieges, das absolute Feindbild und die Konflikte mit Moral und Ehre ein ständiger Begleiter des Lesers.
In Etappen und Rückblenden wird immer mehr von dem aufgedeckt was Tristan Sadler beeinflusst hat und wie er die Freundschaft mit Will erlebt hat, unterbrochen von der Begegnung mit Wills Schwester Marian im Jahr 1919.
Erzählerisch ist John Boyne für mich eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre und auch wenn mich der Inhalt hier nicht so sehr faszinieren konnte wie andere Bücher von ihm, so kann ich "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" doch unbedingt an alle Leser empfehlen, die historische Roman mit echtem Realitätsbezug mögen.
So habe ich bewertet:
Es ist eine Geschichte wie sie sich durchaus tatsächlich in den Jahren 1916 - 1919 zugetragen haben könnte und ist so realistisch und mit überzeugenden Figuren erzählt, dass man meint hier einen Zeitzeugenbericht zu lesen.
Dabei steht in "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" aber nicht wirklich der Krieg im Vordergrund, sondern vielmehr die Emotionen und Ängste der beteiligten Personen. Dennoch sind die Schrecken des Krieges, das absolute Feindbild und die Konflikte mit Moral und Ehre ein ständiger Begleiter des Lesers.
In Etappen und Rückblenden wird immer mehr von dem aufgedeckt was Tristan Sadler beeinflusst hat und wie er die Freundschaft mit Will erlebt hat, unterbrochen von der Begegnung mit Wills Schwester Marian im Jahr 1919.
Erzählerisch ist John Boyne für mich eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre und auch wenn mich der Inhalt hier nicht so sehr faszinieren konnte wie andere Bücher von ihm, so kann ich "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" doch unbedingt an alle Leser empfehlen, die historische Roman mit echtem Realitätsbezug mögen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: John Boyne: Das späte Geständnis des Tristan Sadler
Dienstag, 3. September 2013
Corina Bomann: Der Mondscheingarten
Lilly Kaiser
betreibt in Berlin ein kleines Antiquitätengeschäft. Normalerweise hat sie sich
auf Möbel spezialisiert, doch als ein Mann mit einer alten Geige ihr Geschäft
betritt, schaut sie sich das Musikinstrument gerne an. Umso erstaunter ist
Lilly jedoch, als der Mann den Laden ohne die Geige wieder verlässt und ihr nur
sagt, dass sie ihr gehören würde.
Da Lilly
nicht die Herkunft des Instrumentes kennt, beschließt sie Nachforschungen
anzustellen und herauszufinden, ob es vielleicht eine Verbindung zu ihrer
Familie gibt.
Ihr Weg führt
sie zunächst zu ihrer Freundin nach London, die sich mit Geigen auskennt, aber
eine Spur scheint auch nach Sumatra zu führen ...
"Der
Mondscheingarten" von Autorin Corina Bomann entführt den Leser nach Sumatra,
was ich sehr interessant fand. Ich mag an den Büchern der Autorin besonders die
Schauplätze, die meistens sehr exotisch sind und von einer Welt erzählen von
der ich bisher noch nicht viel gelesen habe. Die Verbindung zweier Erzählstränge
die am Ende zusammengeführt werden kann mich überzeugen, auch wenn diesmal der
Anteil in der Vergangenheit deutlich faszinierender ist.
In der
Gegenwart steht Lilly Kaiser im Vordergrund und Kollege Zufall, der hier doch
eine recht große Rolle einnimmt. Das ist
es auch, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, denn die Recherche von Lilly
läuft einfach zu glatt und ohne Stolpersteine oder Sackgassen. Genau im
richtigen Moment tritt ein Ereignis ein oder eine Person taucht auf, die zur
Klärung beitragen kann. Das fand ich in Corina Bomanns letztem Roman "Die
Schmetterlingsinsel" doch ein wenig realistischer.
Unabhängig
davon hat mir aber die Geschichte der beiden vorherigen Geigenbesitzerinnen in
Sumatra sehr gut gefallen.
Ich kann "Der
Mondscheingarten" daher an alle Leser empfehlen, die Bücher auf mehreren Zeitebenen
und mit mehreren Erzählsträngen mögen und vielleicht auch gerne die Bücher von
Lucinda Riley und Katherine Webb lesen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Corina Bomann: Der Mondscheingarten
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