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Donnerstag, 17. April 2014

Jessica Brockmole: Eine Liebe über dem Meer


Es ist das Jahr 1912 als Student David einen Fanbrief an die eher unbekannte Dichterin Elspeth schickt. Es ist der Beginn einer Jahre überdauernden Brieffreundschaft, bei der die Briefe die lange Distanz zwischen Illinois in den USA und der Isle of Sky in Schottland zurücklegen müssen. Elspeth und David fühlen eine tiefe Verbundenheit und gestehen sich schließlich ein, dass sie sich ineinander verliebt haben. Als sich für David die Gelegenheit ergibt als Kriegsteilnehmer nach Europa zu kommen nutzt er die Gelegenheit Elspeth zu treffen. Aber ein Krieg ist immer schrecklich und die Auswirkungen bekommen auch die beiden Liebenden zu spüren.

"Eine Liebe über dem Meer" von Autorin Jessica Brockmole ist ein Roman in sehr ungewöhnlichem Stil. Ich wusste zuvor schon, dass Briefe hier eine Rolle spielen, doch mir war nicht klar, dass dieser Roman wirklich vollständig aus Briefen besteht. Heutzutage ist es eher selten geworden einen echten Brief zu schreiben und man ist es gar nicht mehr gewöhnt womöglich wochenlang auf eine Antwort warten zu müssen.
Zur Zeit von Elspeth und David ist dies jedoch die einzge verlässliche Kommunikationsmöglichkeit und beide sind eifrige Briefeschreiber. Ergänzt wird die Geschichte jedoch noch durch eine weitere Erzählebene die im Jahr 1940 beginnt, als Elspeth Tochter Margaret einen Brief von David findet, der an eine ihre unbekannte Frau namens Sue gerichtet ist. Sie berichtet wiederum in Briefen an ihren Freund und Verwandte von den Ereignissen und weiteres wird durch Briefe die Elspeth in dieser Zeit schreibt offenbart.
Insgesamt ergibt sich daraus ein schlüssiges Bild und das einzige was erstaunt ist, dass anscheinend nie ein Brief verloren gegangen ist oder seinen Empfänger trotz ungenauer Adressangaben nicht erreichen konnte.
Mir hat dieses Stilelement der Briefe sehr gut gefallen und obwohl man die Figuren dadurch etwas aus der Distanz erlebt konnte ich sie mir sehr gut vorstellen. Man lernt Elspeth und David so auf die gleiche Art und Weise kennen wie sie einander erleben und muss auf die Gefühle und den Humor achten, die zwischen den Zeilen mitschwingen.
Dennoch konnte mich die Geschichte jedoch nicht so sehr bewegen, wie andere die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Insgesamt gesehen kann ich daher "Eine Liebe über dem Meer" inbesondere an alle Leser empfehlen, die es gerne einmal mit einem Briefroman versuchen wollen und/oder die ungewöhnliche Stilmittel mögen.

So habe ich bewertet:





Und hier kann man das Buch kaufen: Jessica Brockmole: Eine Liebe über dem Meer

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Diana Verlages.

Dienstag, 1. April 2014

Nina Blazon: Der dunkle Kuss der Sterne

Die junge Canda gehört zur Oberschicht von Ghan und gemeinsam mit dem ihr zugeteilten Gefährten Tian ist ihr eine große Zukunft bestimmt. Doch an ihrem Hochzeitsmorgen erwacht Canda und nichts ist mehr wie zuvor. Tian ist spurlos verschwunden und es gibt Gründe zur Annahme, das er entführt worden ist. Aber auch an Canda ist die Nacht nicht spurlos vorüber gegangen. Von Geburt an ist sie mit vier Gaben gesegnet, doch eine davon, ihr ganz besonderer Glanzm, der die Menschen an ihr fasziniert hat ist plötzlich verschwunden. Ohne Gefährten und ohne ihre Gabe ist Canda nicht mehr geeignet eine hohe Position in der Gesellschaft einzunehmen und wird daher in die niederen Ränge verstoßen. Doch so schnell gibt Canda nicht auf. Sie will sich ihr altes Leben zurückerobern und Tian befreien, auch wenn sie selber dafür einiges riskieren muss.

"Der dunkle Kuss der Sterne" von Nina Blazon hat mich sehr fasziniert. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die jedoch gerade zu Anfang auch sehr verwirrend und undurchsichtig ist. Erst nach und nach erfährt der Leser mehr über die Welt in der Canda lebt und viele Geheimnisse sind auch Canda unbekannt und klären sich erst im weiteren Verlauf.
Die Grundidee der Autorin war mir absolut neu und hat in vielem überrascht. Ich habe zwar auch zuvor schon einige Bücher von Nina Blazon gelesen, doch so richtig abholen konnten mich die Geschichten leider nie. Mal waren es die Figuren, mal die Schauplätze und mal einfach die Handlung die mich nicht überzeugen konnten. In "Der dunkle Kuss der Sterne" stimmt für mich nun zum ersten mal alles was zu einer überzeugenden All-Age-Fantasy gehört.
Besonders wichtig sind mir hier auch die vielen Details, die eine stimmige Geschichte ausmachen und die bildhaft beschriebenen Orte und Situationen. Ich fühlte mich mitten hinein in die Handlung versetzt und sah manche Szenen wie einen Film in meinem Kopf beim Lesen.
Besonders gut gefallen hat mir hier auch die Entwicklung der Charaktere, da besonders bei Canda zu erkennen ist, wie sie die Ereignisse prägen und ihr neues Wissen Spuren hinterlässt. Alle Figuren sind vielschichtig und nachvollziehbar in ihren Motiven, unabhängig davon auf welcher Seite sie stehen.
An manchen Stellen überschlugen sich die Ereignisse jedoch für mich ein wenig, so dass ich erst im Nachhinein wirklich verstanden habe, was ich da zuvor gelesen habe. Meinen Lesegenuss hat das nicht getrübt, aber doch für kurzzeitige Verwirrung gesorgt.
Insgesamt gesehen kann ich "Der dunkle Kuss der Sterne" an alle Leser empfehlen, die Fantasybücher mit einer überzeugenden Heldin, einer spannenden Handlung und einer tollen Grundidee mögen. 

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Nina Blazon: Der dunkle Kuss der Sterne

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des cbt Verlages.

Dienstag, 4. Februar 2014

Sarah Benedict: Das Haus der blauen Schmetterlinge


Elsa Fa’alua ist eine samoanische Prinzessin, aber da ihr Vater ein deutscher Kapitän war, wurde sie nie vollständig von der Königsfamilie akzeptiert. Elsa beschließt daher, einen Deutschen zu heiraten und so im Land ihres Vaters eine neue Heimat zu finden. Anfänglich scheint die Ehe mit Henning Matthes die Erfüllung ihrer Träume zu sein, doch schon bald folgt die Ernüchterung. Die Kolonisten aus Europa akzeptieren Elsa nicht als eine der ihren und Henning häuft mit seiner Spielsucht immer mehr Schulden an. Auch der aufkommende Nationalsozialismus in Deutschland trägt seinen Teil dazu bei, dass an ein dauerhaftes Glück nicht zu denken ist. Doch Elsa hätte nie geglaubt, dass sie einmal so tief fallen wird ...

"Das Haus der blauen Schmetterlinge" von Sarah Benedict (wobei sich hinter diesem Pseudonym ein Mann verbergen soll) ist eine Liebestragödie vor historischer Kulisse.
Für einen historischen Roman fehlen mir hier grundlegende Zugaben wie eine Übersicht über die historischen Ereignisse, eine Landkarte und ein Nachwort in dem erläutert wird was Fakt und was Fiktion ist. Einen reinen Liebesroman würde ich es auch nicht nennen, weil dieses Buch dafür zu wenig „heile Welt“ bietet und einfach auch keine schöne Liebesgeschichte. 
Stattdessen erlebt man hier die Hauptfigur Elsa Fa’alua auf ihrem Weg durch lauter falsche Entscheidungen.
"Das Haus der blauen Schmetterlinge" ist nicht uninteressant zu lesen und gerade die unterschiedlichen Frauenfiguren haben mir auch gut gefallen. Aber die Geschichte ist einfach nicht schön und bei vielen Ereignissen dachte ich mir nur wie sinnlos das doch ist und wie besser alles verlaufen wäre, wenn Elsa andere Entscheidungen getroffen hätte. Es sind zu viele Schicksalsschläge die hier aufeinander treffen und daher in ihrer Gesamtheit für eine unglaubwürdige Handlung sorgen.
Wer tragische Geschichten mag und sich gerne in die Südsee entführen lassen mag, für den kann "Das Haus der blauen Schmetterlinge" aber dennoch eine lesenswerte Geschichte sein.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Sarah Benedict: Das Haus der blauen Schmetterlinge 

Weitere Informationen zum Buch finden sich auf der Homepage von Blanvalet

Dienstag, 3. Dezember 2013

John Boyne: Der freundliche Mr Crippen




London im Jahr 1910:
Inspektor Walter Dew von Scotland Yard macht eine grausige Entdeckung im Keller eines Wohnhauses in dem er einen Mann zum Verschwinden seiner Frau befragen wollte. Unter den Steinplatten findet er verwesende Leichenteile. Im Rahmen einer Ermittlung sollte man mit solchen Entdeckungen rechnen, doch Dr. Crippen war für Inspektor Dew nicht verdächtig. Der freundliche und ruhige Crippen wirkte alles andere als wie ein blutrünstiger Mörder.
Crippen selber und seine Geliebte Ethel haben London überstürzt verlassen, das muss doch ein Schuleingeständnis sein.
Einige Wochen später legt die SS Montrose von Antwerpen aus ab in Richtung Kanada. An Bord befindet sich eine illustre Mischung erster Klasse Passagiere, von der allein reisenden zurückhaltenden Frau, zu einer schrillen Dame mit ihrer auf Männerfang befindlichen Tochter, bis zum Mann mittleren Alters mit seinem 17jährigen Sohn oder einem jugendlichen Kriminellen in Begleitung seines Vormunds ist alles vertreten.
Doch wo ist der Zusammenhang zum Fall Dr. Crippen?

"Der freundliche Mr Crippen" ist also das neueste Buch von Autor John Boyne - zumindest dachte ich das. Tatsächlich stammt dieses Buch jedoch bereits aus dem Jahr 2004 und wurde lediglich jetzt erst auf Deutsch veröffentlicht. So ist das eben, wenn sich ein Autor mit späteren Werken als erfolgreich erwiesen hat, dann finden auch die Erstlingswerke einen späten Wegs in die Übersetzung und zum Kunden.
Mir hat auch dieses Buch gefallen, aber im Vergleich zu anderen Büchern des Autors wie z.B. "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" oder "Das Haus zur besonderen Verwendung" ist es eben doch etwas schwächer.
Inhaltlich kann es mich nicht so sehr überzeugen, wobei es vom Stil her jedoch wieder etwas Besonderes darstellt. Als Vorlage und Inspiration für den Roman diente hier eine echte Mordermittlung aus dem Jahr 1910, die in mehrfacher Hinsicht Aufsehen zu dieser Zeit erregt hat. Gut wiedergegeben fand ich daher auch die Transatlantikreise von Antwerpen nach Kanada inklusive der Figuren an Bord, die zwar leicht überzeichnet wirkten, dadurch jedoch auch besonders bildhaft und lebendig.
Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit der Person des Dr. Crippen, seinem Werdegang, seiner Ehe und dem Mord an seiner Frau. Im Rückblick kann mich auch dies überzeugen, aber zwischenzeitlich hatte ich doch den Eindruck, dass sich der Autor hier zu sehr auf eine Seite schlägt und mir so Figuren schmackhaft gemacht werden sollen, die ich als Leser aber gar nicht so sehen will.
In dieser Hinsicht bin ich daher ein wenig unschlüssig was den Roman betrifft.
Sehr gut beherrscht hier der Autor jedoch die beiden Geschichten schlussendlich miteinander zu verweben und Klarheit ins Dunkel zu bringen. Da habe ich dann auch den späteren John Boyne wiedererkannt.
Insgesamt gesehen muss ich leider davor warnen an "Der freundliche Mr Crippen" mit der Erwartungshaltung heranzugehen, die die späteren Bücher des Autors zwangsläufig wecken. Für sich gesehen hat mich dieses Buch jedoch gut unterhalten und ich kann es daher an alle Leser empfehlen die Geschichte mögen, die auf wahren Tatsachen beruhen, jedoch auf eine eigene Weise als Roman umgesetzt wurden.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: John Boyne: Der freundliche Mr Crippen

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Arche Verlages.

Montag, 11. November 2013

Niel Bushnell: Jack Morrow und das Grab der Zeit


Jack Morrow ist 12 Jahre alt, als sein Vater ihm am Grab der Mutter offenbart, dass er für lange Zeit ins Gefängnis muss und Jack nun bei einer Tante leben soll. All das wäre bestimmt nicht passiert, wenn Jacks Mutter nicht vor fünf Jahren getötet worden wäre.
Jack würde nichts lieber tun als die Vergangenheit zu ändern, aber das ist natürlich unmöglich. Doch diesmal ist etwas anders auf dem Friedhof. Jack spürt etwas das vorher nicht da war und als er den Grabstein seiner Mutter berührt, wird er plötzlich in das Jahr ihres Todes zurück katapultiert. Hier warten nicht nur merkwürdige "Müllmänner" auf ihn, die es auf ihn abgesehen haben, sondern er trifft auch noch auf einen alten Mann der behauptet sein Großvater zu sein. 
Als weitere Erklärung sagt dieser ihm nur, dass er einen Grabstein aus dem Jahr 1940 suchen und durch den "Tränentunnel" zu seinem jungen Ich reisen soll, Davey würde ihm schon alles erklären. Für Jack beginnt ein Abenteuer das er sich vorher noch nicht einmal so erträumt hätte.

"Jack Morrow und das Grab der Zeit" von Autor Niel Bushnell ist der Auftakt einer Buchreihe. 
Eigentlich vereint das Buch eine Menge Zutaten die für ein erfolgreiches Jugendbuch sprechen: ein jugendlicher Held, ein böser Gegenspieler, eine fantastische Welt, Zeitreise, ungewöhnliche Nebenfiguren und eine tragische Geschichte.
Aber leider konnten mich weder die Figuren, noch die Handlung, wirklich für sich einnehmen. Stellenweise fühle ich mich gelangweilt und dann überschlugen sich wieder die Ereignisse und man hatte Mühe zu folgen.
Jack blieb für mich über das ganze Buch hinweg eine blasse Figur. Er hat viel durchgemacht, wirkt sehr vernünftig und rational, aber dadurch hatten auch die Emotionen keine echte Chance zum Vorschein zu kommen.
Die Hintergründe des Gegenspielers Rouland blieben für mich zu undurchsichtig und auch seine Handlanger haben mich nicht überzeugt.
Insgesamt gesehen ist "Jack Morrow und das Grab der Zeit" daher sicherlich interessant für Jungen ab ca. elf Jahren, für ältere Leser aber nur bedingt zu empfehlen.
So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Niel Bushnell: Jack Morrow und das Grab der Zeit 

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage vom Heyne Verlag.


Samstag, 9. November 2013

Anna Banks: Blue Secrets - Der Kuss des Meeres

Emma ist in den Ferien in Florida, als sie Galen das erste Mal sieht. Bisher dachte sie immer, ihre violetten Augen wären einzigartig, doch die Augen von Galen und seiner Schwester haben den gleichen ungewöhnlichen Farbton. Aber Emma weiß nicht, dass Galen kein Mensch ist. Er ist ein Syrena und noch dazu ein Prinz dieses Wasservolkes, der sich als Botschafter an Land befindet. Er ist auf der Suche nach einem Mädchen mit der außergewöhnlichen Fähigkeit mit Fischen sprechen zu können, von der ihm berichtet wurde. Zwischen Emma und Galen scheint es eine größere Verbindung zu geben als nur die Augenfarbe - könnte sie die Gesuchte sein? Emma fühlt sich ebenso zu Galen hingezogen wie er zu ihr, doch es steht mehr auf dem Spiel.



"Blue Secrets - Der Kuss des Meeres" von Autorin Anna Banks hat mir mit seiner ungewöhnlichen und anderen Darstellen der Sirenen/Meerjungfrauen sehr gut gefallen. Mitten im Ozean lebt das Volk der Syrena, Nachfahren von Poseidon und Triton und alles andere als Sagengestalten. Mythen werden aufgegriffen, weitererzählt oder neugeformt und zurück bleibt es erstaunlich stimmige Geschichte von einem Volk das sich von den Menschen zurückgezogen hat und über einzigartige Fähigkeiten verfügt.

Sehr schön fand ich hier die Erzählperspektiven von Emma und Galen, so dass man hier früh einen Überblick hat und die Ereignisse nicht nur einseitig geschildert werden. Dabei erzählt jedoch Emma in der ersten Person und Galen ist kein direkter Erzähler, sondern sein Erzählstrang wird von einer dritten Person geschildert. Die anfängliche Charakterisierung von Emma und Galen wirkt vertraut, denn Emma ist das ungeschickte Menschenmädchen, das nicht weiß wie hübsch es ist und Galen ist dieser unglaublich gut aussehende und noch dazu reiche Typ auf den alle abfahren. Doch bereits am Anfang hat mir der Humor an der Geschichte sehr gut gefallen und dafür gesorgt, dass ich mehr lesen wollte. Abseits der Klischees hat mich die Handlung für sich eingenommen und als modernes Märchen in seinen Bann gezogen. Einiges erscheint früh offensichtlich, doch Autorin Anna Banks hat dennoch mit einigen Wendungen dafür gesorgt, dass die Spannung erhalten bleibt - bis zum Cliffhanger am Ende. Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Cliffhangern, doch mit diesem hier kann ich leben und ich hoffe nun nur, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis die Fortsetzung auch auf Deutsch erscheinen wird, denn unter dem Namen "Of Triton" ist sie bereits auf Englisch erschienen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Anna Banks:; Blue Secrets - Der Kuss des Meeres 

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des cbt Verlages.

Mittwoch, 6. November 2013

Corina Bomann: Eine wundersame Weihnachtsreise


Anna möchte Schriftstellerin werden und studiert in Leipzig Literarisches Schreiben. Doch ihrer Familie wäre es lieber, wenn sie was „vernünftiges“ lernen würde. Aber auf die Meinung von denen legt Anna sowieso nicht viel wert, denn ihr Stiefvater ist grundsätzlich anderer Meinung als sie und ihre Mutter schließt sich ihm an. Einziger Lichtblick ist ihr kleiner Halbbruder Jonathan und er ist auch der Grund, warum Anna dieses Jahr wider besseres Wissen handelt und zum Weihnachtsfest nach Berlin kommen wird. Jonathan hat es sich so gewünscht, dass Anna über die Feiertage bei ihm ist und so macht sie sich am Tag zuvor mit dem Zug auf den Weg. Doch es läuft alles schief, was nur schief gehen kann und für Anna wird die Reise zur wahren Odyssee.

Für ein Weihnachtsbuch kommt in „Eine wundersame Weihnachtsreise“ von Autorin Corina Bomann erstaunlich wenig Weihnachten vor. Das wird natürlich zum größten Teil daran liegen, dass Hauptfigur Anna versucht Weihnachten so viel wie möglich aus dem Weg zu gehen. Bis auf das notorische „Last Christmas“ im Radio scheint ihr das auch ganz gut zu gelingen. Eigentlich kann ein einzelner Mensch gar nicht so viel Pech haben wie Anna hier, aber es ist ja ein Roman und da will ich das mal nicht so eng sehen. Annas Reiseerfahrungen und Begegnungen sind jedenfalls sehr erheiternd und so bietet der Roman kurzweilige Winterunterhaltung. Es steht der Gedanke an Nächstenliebe und Vergebung in der Luft und die wichtigste Aussage ist meiner Meinung nach von einer Nebenfigur, die sinngemäß sagt, dass es am Ende seines Lebens noch niemand bedauert hat, dass er zu freundlich zu seinen Mitmenschen gewesen wäre.
Es ist also ein Buch für die besinnlichen Stunden im Leben, ein Abend auf dem Sofa mit warmem Tee oder Kakao und einer Kuscheldecke erscheint mir ideal. Dann kann man auch gut abtauchen in die Geschichte und den Schreibstil von Corina Bomann genießen, die ich als Erzählerin sehr mag. Letztendlich kommt jedoch das eigentliche Weihnachtsfest ein wenig kurz in diesem Buch und beim dritten unglücklichen Zwischenfall auf der Reise fragt man sich doch auch wie verpeilt man eigentlich sein muss um in solche Situationen zu geraten.
Empfehlen kann ich „Eine wundersame Weihnachtsreise“ jedoch an alle Leser, die den Stil von Corina Bomann mögen und/oder auf der Suche nach einer leichten Wintergeschichte mit Unterhaltungswert sind.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Corina Bomann: Eine wundersame Weihnachtsreise

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Evelyn Boyd: Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen

Sofie Bachmann hat sich im Familienurlaub in Schweden immer wohl gefühlt, bis ihr Bruder dort ertrunken ist. Als 10 Jahre später auch ihre Eltern ums Leben kommen, ist die Erinnerung an die glücklichen Sommer wie ein Rettungsanker für Sofie und sie beschließt für einige Wochen zum Ferienhaus zu fahren. Vor Ort werden auch unangenehme Erinnerungen geweckt, aber dennoch ist sich Sofie sicher das es die richtige Entscheidung war nach Schweden zu reisen. Als sie am See den geheimnisvollen Kjell kennenlernt und sogar eine Freundin findet, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Aber ist Kjell wirklich der für den ihn Sofie hält?

"Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen" von Autorin Evelyn Boyd hat mir von der Grundidee her gefallen. Die Umsetzung hat mich jedoch enttäuscht und ich fand die Geschichte einfach nicht schön zu lesen. Kjell war mir von Anfang an unsympathisch und sein Verhalten gegenüber Sofie ist einfach nur unmöglich.
Ich fand die Handlung auch nicht sonderlich spannend und mir fehlte die rechte Lust um weiter zu lesen. Schwedische Mythen mit einer modernen Geschichte zu verbinden ist eigentlich ein guter Ansatz, aber dies mit einer Hauptfigur zu kombinieren die um der Liebe willen über Gewalt, Tod und Verderben hinwegsieht ist äußerst unglücklich und hat mir einfach keinen Spaß gemacht zu lesen. Dazu bot der Verlauf auch wenig Überraschungen für mich.
Ich kann "Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen" daher auf keinen Fall an Leser empfehlen die eine romantische Geschichte oder sogar ein happy-end erwarten.
Wer sich sehr für kontroverse Charaktere und Schweden interessiert und wen es nicht stört, dass "Kjell" nur als e-book verfügbar ist, kann es jedoch trotzdem einmal damit versuchen.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das e-book kaufen: Evelyn Boyd: Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage von Carlsen / Impress.

Donnerstag, 26. September 2013

John Boyne: Das späte Geständnis des Tristan Sadler

Tristan Sadler ist ein Kriegsheimkehrer, einer der wenigen jungen Männer die ihr Leben nicht im 1. Weltkrieg gelassen haben. Gemeinsam mit Will Bancroft hat er die Grundausbildung absolviert und in den Schützengräben von Frankreich gedient. Monate nach Wills Tod und dem Kriegsende beschließt Tristan Kontakt zu Wills Schwester Marian aufzunehmen und ihr die Briefe zu übergeben, die Will aufgehoben hatte. Er reist nach Norwich, aber die Briefe stellen nicht den einzigen Grund für seine Reise dar. Denn Tristan trägt schwer an einer Schuld ...
 

"Das späte Geständnis des Tristan Sadler" ist ein weiteres faszinierendes Buch aus der Feder von John Boyne, der mich schon mit "Das Haus zur besonderen Verwendung" überzeugen konnte. In diesem Roman widmet sich der Autor dem ersten Weltkrieg und den Themen Schuld, Leidenschaft, Eifersucht und Heldentum.
Es ist eine Geschichte wie sie sich durchaus tatsächlich in den Jahren 1916 - 1919 zugetragen haben könnte und ist so realistisch und mit überzeugenden Figuren erzählt, dass man meint hier einen Zeitzeugenbericht zu lesen.
Dabei steht in "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" aber nicht wirklich der Krieg im Vordergrund, sondern vielmehr die Emotionen und Ängste der beteiligten Personen. Dennoch sind die Schrecken des Krieges, das absolute Feindbild und die Konflikte mit Moral und Ehre ein ständiger Begleiter des Lesers.
In Etappen und Rückblenden wird immer mehr von dem aufgedeckt was Tristan Sadler beeinflusst hat und wie er die Freundschaft mit Will erlebt hat, unterbrochen von der Begegnung mit Wills Schwester Marian im Jahr 1919.
Erzählerisch ist John Boyne für mich eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre und auch wenn mich der Inhalt hier nicht so sehr faszinieren konnte wie andere Bücher von ihm, so kann ich "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" doch unbedingt an alle Leser empfehlen, die historische Roman mit echtem Realitätsbezug mögen.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: John Boyne: Das späte Geständnis des Tristan Sadler

Dienstag, 3. September 2013

Corina Bomann: Der Mondscheingarten




Lilly Kaiser betreibt in Berlin ein kleines Antiquitätengeschäft. Normalerweise hat sie sich auf Möbel spezialisiert, doch als ein Mann mit einer alten Geige ihr Geschäft betritt, schaut sie sich das Musikinstrument gerne an. Umso erstaunter ist Lilly jedoch, als der Mann den Laden ohne die Geige wieder verlässt und ihr nur sagt, dass sie ihr gehören würde.
Da Lilly nicht die Herkunft des Instrumentes kennt, beschließt sie Nachforschungen anzustellen und herauszufinden, ob es vielleicht eine Verbindung zu ihrer Familie gibt.
Ihr Weg führt sie zunächst zu ihrer Freundin nach London, die sich mit Geigen auskennt, aber eine Spur scheint auch nach Sumatra zu führen ...

"Der Mondscheingarten" von Autorin Corina Bomann entführt den Leser nach Sumatra, was ich sehr interessant fand. Ich mag an den Büchern der Autorin besonders die Schauplätze, die meistens sehr exotisch sind und von einer Welt erzählen von der ich bisher noch nicht viel gelesen habe. Die Verbindung zweier Erzählstränge die am Ende zusammengeführt werden kann mich überzeugen, auch wenn diesmal der Anteil in der Vergangenheit deutlich faszinierender ist.
In der Gegenwart steht Lilly Kaiser im Vordergrund und Kollege Zufall, der hier doch eine recht große Rolle einnimmt.  Das ist es auch, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, denn die Recherche von Lilly läuft einfach zu glatt und ohne Stolpersteine oder Sackgassen. Genau im richtigen Moment tritt ein Ereignis ein oder eine Person taucht auf, die zur Klärung beitragen kann. Das fand ich in Corina Bomanns letztem Roman "Die Schmetterlingsinsel" doch ein wenig realistischer.
Unabhängig davon hat mir aber die Geschichte der beiden vorherigen Geigenbesitzerinnen in Sumatra sehr gut gefallen.
Ich kann "Der Mondscheingarten" daher an alle Leser empfehlen, die Bücher auf mehreren Zeitebenen und mit mehreren Erzählsträngen mögen und vielleicht auch gerne die Bücher von Lucinda Riley und Katherine Webb lesen.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Corina Bomann: Der Mondscheingarten