Mittwoch, 25. März 2015

KW13/2015 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Menschenrechtsverteidiger in der Demokratischen Republik Kongo

Diese Woche möchte ich Euch einige Menschenrechtsverteidiger aus der Demokratischen Republik Kongo vorstellen: 
 
Beteiligen Sie sich jetzt!: © Amnesty International

Zahlreiche Menschenrechtsverteidiger werden in der Demokratischen Republik Kongo seit dem 15. März ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Sie hatten im Eloko-Makasi-Jugendzentrum in der Hauptstadt Kinshasa eine Pressekonferenz gegeben, die von Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst wurde.

Am 15. März stürmten Sicherheitskräfte eine Pressekonferenz im Eloko-Makasi Jugendzentrum in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Sie nahmen etwa 30 Personen fest, darunter Mitglieder der kongolesischen Jugendorganisation Lutte pour le Changement (LUCHA), der senegalesischen Bewegung Y'en a Marre, der burkinischen Gruppe Balai Citoyen, sowie einen US-amerikanischen Diplomaten und anwesende Journalist_innen. Die Pressekonferenz wurde im Anschluss an einen Workshop über die Beteiligung von Jugendlichen an politischen Prozessen im Vorfeld der anstehenden Wahlen im Land abgehalten. Veranstalter waren die örtlichen NGOs la Jeunesse pour une Nouvelle Société (JNS), le Forum National de la Jeunesse pour l'Excellence (FNJE) und Lutte pour le Changement (LUCHA).
Amnesty International liegen Informationen darüber vor, dass einige Personen während der Festnahme von den Sicherheitskräften misshandelt wurden. Ein Augenzeuge berichtete, dass Personen von den Sicherheitskräften schikaniert und grob behandelt wurden, bevor man sie an unbekannte Orte verbrachte. Der US-amerikanische Diplomat und die ausländischen Journalist_innen wurden noch am selben Tag wieder freigelassen, die senegalesischen und burkinischen Aktivist_innen wurden ausgewiesen. Weitere kongolesische Menschenrechtler_innen befinden sich nach wie vor ohne Kontakt zur Außenwelt an unbekannten Orten in Haft. Ihnen drohen Folter und andere Misshandlungen.
Amnesty International sieht diese Angriffe auf die Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit mit großer Sorge.


Es gibt eine Urgent Action, die sich für die Menschenrechtsverteidiger einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: matipamumba(at)yahoo.fr, ambardc_berlin(at)yahoo.de

Betreff: Menschenrechtsverteidiger in der Demokratischen Republik Kongo

Text:
Sehr geehrter Herr Minister,


von Amnesty International habe ich mit grosser Sorge erfahren, dass zahlreiche Menschenrechtsverteidiger seit dem 15. Maerz ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten werden. Sie hatten im Eloko-Makasi-Jugendzentrum in Kinshasa eine Pressekonferenz gegeben, die von Sicherheitskraeften gewaltsam aufgeloest wurde.
Bitte geben Sie unverzueglich den Aufenthaltsort der inhaftierten Menschenrechtler und aller anderen Gefangenen bekannt.

Stellen Sie die Inhaftierten bitte entweder umgehend wegen einer international als strafbar anerkannten Handlung vor Gericht oder lassen Sie sie frei.
Sorgen Sie dafuer, dass die Inhaftierten vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschuetzt werden und gewaehren Sie ihnen fuer die Dauer ihrer Inhaftierung Zugang zu ihren Rechtsbeistaenden und Familien.


Mit freundlichen Gruessen(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Menschenrechtler in Haft 

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.



"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 24. März 2015

Rebecca Martin: Die geheimen Worte

Die Schwestern Anne und Sophie leben im Jahr 1855 in Bad Kreuznach, einer aufstrebenden Kurstadt in der ihr Vater als hoch angesehener Arzt tätig ist. Als sie den Engländer James Bennett kennenlernen, der in der Stadt weilt um seine deutschen Wurzeln zu erkunden, fühlen sich beide jungen Frauen zu ihm hingezogen. Doch Anne ist bereits verheiratet und auch für die junge Sophie ziemt es sich nicht so viel Zeit mit einem Mann zu verbringen. Schon bald gibt es Gerede und ein Skandal scheint sich anzubahnen.
Generationen später versucht die Kaufmannstochter Marlene aus den Zwängen einer von ihren Eltern geplanten Ehe auszubrechen. Doch auch wenn sich die Zeiten durch den ersten Weltkrieg gewandelt haben, bietet das Jahr 1923 einer jungen Frau kaum eine Möglichkeit auf ehrenwerte Weise für sich selber zu sorgen. Doch so schnell will Leni nicht aufgeben und so ist auch hier der Skandal nicht weit.


"Die geheimen Worte" von Autorin Rebecca Martin zählt für mich leider nicht zu den Lesehighlights der letzten Wochen. Es ist nicht das beste Buch der Autorin und für mich ist hier der Versuch missglückt die beiden Erzählstränge miteinander zu verbinden.
Bücher mit mehreren Erzählsträngen die in unterschiedlichen Zeitebenen spielen sind schon seit einigen Jahren sehr beliebt und auch ich lese diese Bücher sehr gerne. Meistens ist dabei eine Handlung in der Vergangenheit und eine in der Gegenwart angesiedelt. In "Die geheimen Worte" spielen nun beide in der Vergangenheit, wobei jedoch gut 70 Jahre dazwischen liegen. Zum einen widmet sich die Geschichte den beiden ungleichen Schwestern Anne und Sophie, die im Jahr 1855 in Bad Kreuznach leben und zum anderen der 20jährigen Marlene die im Jahr 1923 in Frankfurt lebt.
Die beiden Handlungen werden im Wechsel erzählt, was jedoch der Geschichte keinerlei Mehrwert bringt. Für mich sind das zwei vollkommen eigenständige Handlungen, die natürlich (und ich denke damit verrate ich hier nicht zu viel) über irgendeine Verwandtschaft miteinander verbunden sein sollen. Es ist jedoch nicht so, dass das Leben der Schwestern im Jahr 1855 und die dort thematisierten Ereignisse einen wesentlichen Einfluss auf Marlene im Jahr 1923 hätten und sie wird hier auch nicht als Ahnenforscherin tätig oder hätte eine sonstige wichtige Verbindung zu früheren Generationen. Diese Verbindung wirkt daher für mich zu erzwungen, als das sie irgendeinen besonderen Aspekt in die Geschichte bringen würde. Für sich gesehen lassen sich beide Handlungen gut lesen, haben aber keinerlei Spannung oder Vorfreude auf weitere Ereignisse bei mir hervorgerufen. Die Entwicklung der Geschichte war nicht überraschend und auch nicht wirklich dramatisch, da es dafür zu vorhersehbar war. Zwar ist es nicht uninteressant über die Position der Frau in der Gesellschaft und die generellen Zwänge und Unterdrückung der Selbstverwirklichung zu unterschiedlichen Zeiten zu lesen und hier auch Vergleiche sowohl untereinander als auch zur Gegenwart ziehen zu können, aber das reicht in diesem Fall einfach nicht um mich nachhaltig zu begeistern. Ich denke insbesondere aus der Handlung rund um die Schwestern Anne und Sophie im Jahr 1855 und ihren Schwarm James Bennett hätte man noch mehr machen können und da wäre es vielleicht auch besser gewesen sich nur auf diesen Handlungsstrang zu konzentrieren und einen reinen historischen Roman auf einer Zeitebene daraus zu machen.
Insgesamt gesehen kann ich "Die geheimen Worte" daher nur eingeschränkt empfehlen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Rebecca Martin: Die geheimen Worte

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Diana Verlages.

Montag, 23. März 2015

KW13/2015 - Mein Buchtipp der Woche - Die sieben Schwestern von Lucinda Riley

Mein Buchtipp der Woche ist der Auftakt einer neuen Reihe von Autorin Lucinda Riley. Sie widmet sich hier dem Mythos rund um "Die sieben Schwestern".
Inhaltsangabe:
Maia d’Apliése ist gemeinsam mit ihren fünf jüngeren Schwestern aufgewachsen. Alle sechs wurden als Babys von Pa Salt adoptiert, der ihnen auf dem abgeschotteten Gelände des Anwesens „Atlantis“ am Genfer See ein liebevolles Zuhause geschaffen hat. Der unerwartete Tod ihres Adoptivvaters überrascht die Schwestern, besonders Maia, die ihr Elternhaus nicht verlassen hatte und weiterhin auf dem Anwesen lebte. Für jede seine Töchter hat Pa Salt einen Umschlag hinterlassen, in dem ein persönlicher Brief mit Hinweisen auf ihre biologische Abstammung enthalten ist. Jede der jungen Frauen soll die Möglichkeit erhalten zu erfahren wo ihre Wurzeln liegen. Maia war es nie wichtig wer ihre leiblichen Eltern sind, denn Pa Salt hat ihr immer das Gefühl einer Familie gegeben. Doch nun folgt sie dem Hinweis nach Rio de Janeiro und erfährt nicht nur mehr über ihre Abstammung, sondern auch über sich selbst.

Warum ich dieses Buch empfehlen kann:
Ich mag die Bücher von Lucinda Riley sehr und so war es auch keine Frage, dass ich das neueste Buch von ihr lesen möchte. Angelehnt ist "Die sieben Schwestern" an das Sternbild der Plejaden und dem dazugehörigen Mythos der sieben Schwestern. Geplant ist dies daher auch als Reihe mit sieben Bänden von der Autorin und "Die sieben Schwestern" bildet den Auftakt. Jedes der Bücher soll sich als Hauptfigur einer anderen der Schwestern widmen, wobei hier jedoch auffällig ist, dass es eigentlich keine siebte Schwester gibt, denn Pa Salt hat sie nach eigener Aussage nie gefunden.
Aber das ist sicherlich eines der Geheimnisse das erst an späterer Stelle gelüftet werden wird.
Hier erfahren wir nun jedenfalls die Geschichte der ältesten Schwester Maia und begleiten ihre Spurensuche nach Rio de Janeiro. Erzählt wird auch von ihrer Vorfahrin Izabela, was den Leser zurück ins Jahr 1927 führt. Schlüssig werden diese Episoden durch Briefe ihre Urgroßmutter, die Maia ausgehändigt bekommt.
Für mich war hier besonders interessant, dass sich die Ereignisse rund um die Entstehung des Cristo Redentor in Rio drehen (der Jesusstatue auf dem Corcovado), denn seit ich letztes Jahr selber in Rio war fasziniert mich die Stadt sehr. Viele Details rund um die Entstehung waren mir vorher nicht bekannt und wie ich nach dem Lesen recherchiert habe, beruht auch ein großer Teil davon auf historischen Fakten. Leider gibt es kein Nachwort der Autorin in dem sie noch darauf eingehen würde was hier Fakt und was Fiktion ist und auch eine kleine Karte der Handlungsorte hätte das Buch noch optisch aufwerten können. Natürlich ist die Familiengeschichte der Protagonistin der Phantasie der Autorin entsprungen, aber ich fand diesen Einblick in das Leben in Brasilien zur Belle Epoche sehr faszinierend und habe die Geschichte mit großem Interesse verfolgt.
Auch die Handlung in der Gegenwart (die aus mir unbekanntem Grund im Jahr 2007 spielt) hat mich interessiert, was zum größten Teil daran liegen wird, dass mir die Figuren sehr sympathisch waren. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet und hinterlassen Eindruck, was ich hier auch besonders wichtig finde, da sie wohl in den Folgebänden noch ihre Auftritte haben werden.
Auch im Lebenslauf und Temperament der Schwestern hat sich Lucinda Riley bisher grob am Mythos der Plejaden orientiert und so wird es noch spannend zu erfahren wie sie dies in den Folgebänden weiter umsetzt.
Ich bin jedenfalls gespannt auf die Fortsetzung, die auf Englisch bereits Ende 2015 erscheinen soll.
Empfehlen kann ich "Die sieben Schwestern" an alle Leser die wie ich die Bücher von Lucinda Riley bereits lieben, aber auch als Einstiegsbuch für alle Leser die einen Erzählstil mit mehreren Zeitebenen mögen und sich ebenfalls für den Mythos der sieben Schwestern oder die Entstehung des Cristo Redentor interessieren.


Hier kann man das Buch kaufen: Lucinda Riley: Die sieben Schwestern

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Goldmann Verlages.

Samstag, 21. März 2015

Rick Riordan: Helden des Olymp 04 - Das Haus des Hades

Inhaltsangabe des Verlages:
Percy und Annabeth haben es mit ihren Freunden auf ihrem Schiff, der Argo II, bis nach Rom geschafft. Doch nun steht alles auf dem Spiel: Die Erdgöttin Gaia und ihre Armee aus Riesen können sie nur aufhalten, wenn sie die Tore des Todes von beiden Seiten gleichzeitig verschließen. Gut, dass Percy und Annabeth ohnehin durch einen Felsschlund in die Unterwelt gestürzt sind, da können sie gleich auf die Suche nach ihnen gehen. Werden sie es rechtzeitig schaffen und den Untergang des Olymps verhindern?

"Das Haus des Hades" von Autor Rick Riordan ist der vierte Band der Reihe "Helden des Olymp".
Die Reihenfolge der Bücher lautet:
- Der verschwundene Halbgott
- Der Sohn des Neptun
- Das Zeichen der Athene
- Das Haus des Hades
- tba (orig.: The Blood of Olympus)
Für die sieben Halbgötter aus der Prophezeiung rückt der Moment des Aufeinandertreffens mit Gaia immer näher. Doch bis dahin sind noch andere Aufgaben zu erfüllen und besonders Percy und Annabeth sehen sich mit nahezu unmöglichem konfrontiert.
In den ersten drei Bänden wurden alle Figuren eingeführt und nun trifft man lauter alte Bekannte wieder und begleitet sie auf ihren Abenteuern. Die Gruppe wurde erneut getrennt und nun müssen einerseits Percy und Annabeth in der Unterwelt und andererseits die fünf weiteren Auserwählten auf dem Weg in die alte Welt  mit der Argo II sich behaupten. Besonders gefreut hat es mich jedoch, noch mehr von Frank, Hazel, Piper, Jason, Leo, Trainer Hodge und Nico zu erfahren und ihre Entwicklungen mit zu erleben. Erstaunlich finde ich, dass ich alle diese Figuren gerne mag, obwohl sie doch sehr unterschiedlich sind. Es gibt daher auch keine Erzählstränge die ich langweilig finde, oder die ich gerne überspringen würde um zu einer anderen Perspektive zurückzukehren. Einige der Entwicklungen und Erläuterungen zu den Figuren fand ich sehr aufschlussreich und so ist mir nun auch einiges klarer.
Am Anfang der Reihe war ich davon ausgegangen, dass es diesmal eine Trilogie wird und war schon ein wenig enttäuscht, als ich von einem vierten Band hörte. Nun habe ich den vierten Band gelesen und ich bin richtig froh, dass es auch noch einen fünften Band gibt auf den ich mich nun freuen kann. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Rick Riordan noch neue Ideen zu seiner Welt und neue Entwicklungen für seine Figuren einfallen, ohne das er anfängt sich im Kreis zu drehen, oder man sich denkt, dass man doch ähnliches schon in einem seiner anderen Bücher gelesen hat.
Ich kann "Das Haus des Hades" daher uneingeschränkt an alle Fans der Halbgötter und dieser Reihe empfehlen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Rick Riordan: Helden des Olymp 04 - Das Haus des Hades

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Carlsen Verlages.

Freitag, 20. März 2015

Ursula Poznanski: Blinde Vögel

Inhaltsangabe des Verlages:
Zwei Tote in Salzburg. Sie stranguliert, er erschossen. Die Tat eines zurückgewiesenen Liebhabers? Aber die beiden scheinen zu Lebzeiten keinerlei Kontakt miteinander gehabt zu haben. Oder täuscht der erste Blick? Das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ist ratlos. Aber Beatrice mag die Sache nicht auf sich beruhen lassen und verfolgt die Spuren, die die Toten im Internet hinterlassen haben. Auf Facebook wird Beatrice fündig: Beide waren dort Mitglieder in einem Forum, das sich ausgerechnet mit Lyrik befasst. Gedichte werden hier mit stimmungsvollen Fotos kombiniert und gepostet. Ganz harmlos. Ganz harmlos? Bald ahnt Beatrice, dass die Gedichte Botschaften enthalten, die nur wenige Teilnehmer verstehen. Düstere Botschaften, in denen es um Angst und Tod geht. Und dann stirbt eine der Lyrik-Liebhaberinnen ...


Nach "Fünf" ist "Blinde Vögel" der zweite Fall für das Salzburger Ermittlerduo Bea Kaspary und Florin Wenninger. Mit dieser Reihe hat Autorin Ursula Poznanski bewiesen, dass sie nicht nur spannende Romane für Jugendliche schreiben, sondern auch eingefleischte Thrillerleser in ihren Bann ziehen kann. Ich schätze es sehr, wenn bei einem Thriller die Figuren und die Ermittlungen im Vordergrund stehen und nicht nur auf möglichst blutrünstige Szenen gesetzt wird. Spannung ist nicht mit Horror gleichzusetzen, aber viele Autoren scheinen zu denken dass es ohne detaillierte Beschreibungen eines bluttriefenden Tatortes in einem Thriller nicht geht. Frau Poznanski ist da die angenehme Ausnahme und schafft es auch ohne demonstrative Schocker Spannung zu erzeugen und die Leser bei Laune zu halten.
Besonders gut gefallen mir in "Blinde Vögel" die ausgereiften Charaktere. Es ist genug Spielraum da um auch die private Seite der Ermittler nicht zu kurz kommen zu lassen, ohne das dabei aber der Kriminalfall total ins Abseits gerät. Das ist schon ein Balanceakt, da ich zwar immer gerne erfahren will wie es denn so privat bei den Figuren weiter geht, aber ich immer noch einen Thriller lesen will und kein Beziehungsdrama. Die Ermittlungen drehen sich diesmal rund um das Thema Facebook und social media, mit dem speziellen Thema Lyrik. Diese zeitgemäße Umsetzung hat mir gefallen. Dies führt jedoch auch dazu, dass viel Ermittlungsarbeit am Schreibtisch geschieht und das ist eben nicht ganz so spannend wie eine Ermittlung in Wald und Flur. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich persönlich mit Gedichten auch nicht ganz so viel anfangen kann und daher haben die Interpretationen und Zitate in diesem Fall auch nicht meinen Lesegenuss erhöht. Ich fand es jedoch sehr schön, dass noch mehr auf Salzburg und die Umgebung eingegangen wurde um man sich als Leser so alles sehr gut vorstellen konnte. Auch wenn sich für mich nicht immer alles ganz so einfach anhörte, wie die Ermittler ihre Schlussfolgerungen gezogen haben oder auf neue Spuren gestoßen sind, so wurde ich doch bestens unterhalten und das liegt für mich ganz besonders an den sympathischen und lebensnahen Figuren.
Für die nächste Fortsetzung würde ich mir noch mal wieder ein bisschen mehr Spannung abseits des Schreibtisches wünschen, aber empfehlen kann ich auch "Blinde Vögel" an alle Leser für die Figuren und Setting bei einem Thriller ebenso wichtig sind wie der eigentlich Kriminalfall.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Ursula Poznanski: Blinde Vögel

Donnerstag, 19. März 2015

KW12/2015 - Buchverlosung der Woche - Ein wildes Herz von Robert Goolrick


Diese Woche gibt es bei mir wieder ein Buch zu gewinnen! 

Ich verlose den Roman "Ein wildes Herz" von Robert Goolrick.

"Virginia, 1948. In der beschaulichen Kleinstadt Brownsburg kennt jeder jeden und alles geht seinen gewohnten Gang. Bis eines Tages ein Fremder auftaucht, mit zwei Koffern in der Hand. Er scheint nicht viel zu besitzen, dieser Charlie, außer seinen kostbaren Messern. Damit kann er so geschickt umgehen, dass er für den Metzger am Ort zum unentbehrlichen Mitarbeiter wird – und zum Freund der Familie. Doch dann begegnet Charlie der Ehefrau des reichsten Mannes der Stadt: Sylvan. Er weiß sofort: Sie ist die Frau, von der er schon immer geträumt hat. Es ist der Beginn einer Amour fou, die nicht nur sein Leben aus der Bahn werfen wird – einer Leidenschaft bis in den Tod."

Falls das jemandem bekannt vorkommt:
Ich habe das Buch schon mal verlost und auch noch mal nach verlost, aber die Gewinner haben sich nie gemeldet. Nun gibt es also eine neue Chance auf den Gewinn.

Es handelt sich um ein neues und ungelesenes Buch.
Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört).
Einsendeschluss ist am nächsten Donnerstag um 20 Uhr. Der Gewinner wird im Laufe des folgenden Wochenendes bekannt gegeben.
Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.

Viel Erfolg! :-)

Mittwoch, 18. März 2015

KW12/2015 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Itai Dzamara

Diese Woche möchte ich Euch Itai Dzamara vorstellen: 
Zimbabwe Map: © Amnesty International

Am Morgen des 9. März ist der Journalist und Demokratieverfechter Itai Dzamara in Harare, der Hauptstadt Simbabwes, verschleppt worden. Während eines Frisörbesuchs im Vorort Glen View wurde er von fünf Männern beschuldigt, Vieh gestohlen zu haben. Sie legten ihm Handschellen an und fuhren mit ihm in einem weißen Lieferwagen davon. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

Itai Dzamara, Journalist, Demokratieverfechter und Leiter der Protestbewegung Occupy Africa Unity Square, wurde während eines Frisörbesuches im Vorort Glen View der simbabwischen Hauptstadt Harare verschleppt. Fünf Männer, die mit einem weißen Lieferwagen mit verdeckten Nummernschildern unterwegs waren, beschuldigten ihn, Vieh gestohlen zu haben, legten ihm Handschellen an und fuhren mit ihm davon. Die Versuche seiner Familie und von Menschenrechtsanwält_innen, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln, schlugen bislang fehl.
Am 7. März hatte Itai Dzamara an einer Demonstration der Oppositionsbewegung Movement for Democratic Change (MDC-T) auf den Zimbabwe Grounds in Harare teilgenommen, bei der er dazu aufrief, in einer Massenaktion auf die sich immer weiter verschlechternden wirtschaftlichen Verhältnisse in Simbabwe aufmerksam zu machen. Als Leiter der Protestbewegung Occupy Africa Unity Square hatte Itai Dzamara kürzlich eine Petition beim simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe eingereicht, die ihn zum Rücktritt aufforderte und dazu, den Weg zu Neuwahlen zu ebnen. Für sein Engagement zugunsten der Demokratie wurde Itai Dzamara bereits in der Vergangenheit willkürlich festgenommen und sowohl von Beamt_innen des Staatssicherheitsapparates als auch von Mitgliedern der Regierungspartei ZANU-PF brutal geschlagen.


Es gibt eine Urgent Action, die sich für Itai Dzamara einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: postmaster(at)moha.gov.zw, zimberlin(at)botschaft-zimbabwe.de

Betreff: Itai Dzamara

Text:
Sehr geehrter Herr Minister,


von Amnesty International habe ich erfahren, dass der Journalist und Demokratieverfechter Itai Dzamara am 9. Maerz in Harare verschleppt wurde. Er wurde von fuenf Maennern beschuldigt, Vieh gestohlen zu haben, daraufhin legten sie ihm Handschellen an und fuhren mit ihm in einem weissen Lieferwagen davon. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt.
Sorgen Sie bitte dafuer, dass die Polizei unverzueglich eine Untersuchung im Fall der Verschleppung von Itai Dzamara einleitet und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
Sollte Itai Dzamara sich in staatlichem Gewahrsam befinden, fordere ich Sie auf, seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben und sicherzustellen, dass er vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschuetzt wird.
Bitte sorgen Sie auch dafuer, dass die Polizei unverzueglich jegliche willkuerliche Festnahmen, Schikanierungen und Einschuechterung von Aktivist_innen in Simbabwe einstellt.


Mit freundlichen Gruessen
(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Aktivist verschleppt 

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.



"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 17. März 2015

Jenny-Mai Nuyen: Nacht ohne Namen

Inhaltsangabe des Verlages:
Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon - einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt ...

Ich weiß nicht genau was es ist, dieses Problem zwischen den Büchern von Jenny-Mai Nuyen und mir. Ich habe das große Bedürfnis die Bücher der Autorin zu mögen, sie sprechen mich von der Inhaltsangabe und dem Cover her oft an und daher versuche ich es auch immer wieder damit. Aber auch "Nacht ohne Namen" hat es nicht geschafft mich für sich einzunehmen. Ich muss mir nun langsam eingestehen, dass es dann wohl am Schreibstil der Autorin liegt, dass wir hier einfach nicht auf einer Ebene zusammenfinden.
Die Idee von "Nacht ohne Namen" ist ohne Zweifel gut. Klassische Mythen von Dämonen und der Unterwelt werden vermischt mit einer modernen Geschichte und jugendlichen Hauptfiguren. Es geht aber auch darum was die eigene Persönlichkeit ausmacht und wie man Liebe definiert. Können sich zwei Menschen die nicht viel von den jeweiligen Hintergründen wissen, noch nicht einmal ihre echten Namen ausgetauscht haben oder auch nur wo sie wohnen wirklich kennen? Nicki ist davon überzeugt dass sie Canon wirklich kennt, auch wenn sie ihn nur unter seinem Spitznamen kennt und er sie unter ihrem und sie sich noch nie irgendwo anders getroffen haben als in der S-Bahn. Sie teilen die Leidenschaft fürs zeichnen und teilen mit ihren Bildern Wahrnehmung und Gefühle. Was Nicki hier besonders ausmacht ist ihr grenzenloses Vertrauen in Canon. Obwohl sie sonst eher schlechte Erfahrungen damit gemacht hat ihr Innerstes mit anderen zu teilen, zweifelt sie nicht daran dass Canon es wert ist für ihn alles zu riskieren und das obwohl es durchaus angebracht ist darüber nachzudenken ob Canon wirklich ein guter Umgang für sie ist. Der Autorin ist es sehr gut gelungen die Figuren so zu beschreiben, dass ich sie mir beim lesen sehr gut vorstellen konnte. Dies betrifft sowohl die Hauptfiguren, als auch die zahlreichen Nebenfiguren. Hilfreich fand ich die kleine Aufzählung von Personen am Anfang des Buches, wobei ich sie erst nach dem ersten Drittel des Buches so richtig verstanden habe, aber dann habe ich doch mehrfach dahin zurück geblättert.
Leider hat mich die Geschichte nicht richtig gepackt und mir fehlte die richtige Leselust um hier zügig voran zu kommen. Ich war weder gespannt wie es weiter gehen wird, noch habe ich mit den Hauptfiguren mitgefiebert. Gegen Ende habe ich eher dazu geneigt ein bisschen quer zu lesen, was zwar schade für das Buch war, aber mir auch eindeutig gezeigt hat, dass wir nicht füreinander geschaffen sind. Das recht offen gehaltene Buchende lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung geben könnte.
Insgesamt gesehen kann ich "Nacht ohne Namen" nur an die Leser empfehlen, die bereits positive Erfahrungen mit dem Schreibstil von Jenny-Mai Nuyen gemacht haben oder der Meinung sind, dass ihnen dieser gut liegen könnte. Wem auch die anderen Bücher der Autorin nicht gefallen haben, für den wird sich wohl auch mit diesem Buch nichts daran ändern.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jenny-Mai Nuyen: Nacht ohne Namen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des dtv Verlages.


Montag, 16. März 2015

KW12/2015 - Mein Buchtipp der Woche - Die Auslese: Nichts vergessen und nie vergeben von Joelle Charbonneau

Mein Buchtipp der Woche ist der zweite Band der "Die Auslese" Trilogie von Autorin Joelle Charbonneau. Bei Reihen weiß man ja immer nicht so genau ob die Fortsetzung mit dem Auftakt mithalten kann und es sich lohn eine Reihe weiter zu verfolgen. Dies ist bei "Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben" auf jeden Fall gegeben.
Inhaltsangabe:
Im Auftaktband der Reihe wurde die 16jährige Malencia Vale auserwählt an der Auslese teilzunehmen – einem Programm das die besten und talentiertesten Nachwuchskräfte aus den Kolonien ermitteln soll, die zukünftig eine Führungsposition in der Verwaltung einnehmen. Cia hat nun die Auslese überstanden und wird als Studentin an der Universität in Tosu Stadt zugelassen. Eigentlich sollten alle ihre Erinnerungen an die brutale Auswahl eliminiert sein, doch Cia hat sich einiges bewahrt und auch ihr Freund Tomas, der wie sie aus der Five Lakes Kolonie stammt, scheint sich an einiges zu erinnern. Mit diesem Wissen gibt es für Cia nur ein Ziel: Die Auslese muss abgeschafft werden und die Generationen nach ihr dürfen nie wieder diesem tödlichen Programm ausgesetzt werden. Doch Cia braucht Verbündete um auch nur selber zu überleben und sie muss mehr Informationen beschaffen, bevor sie ihrem Ziel auch nur einen Schritt näher ist ...

Warum ich dieses Buch empfehlen kann:
"Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" ist der zweite Band der Trilogie die mit "Die Auslese – Nur die besten überleben" ihren Anfang genommen hat. Autorin Joelle Charbonneau hat hier eine Welt in der Zukunft erschaffen, die leider gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass man sie komplett ins Reich der Phantasie abschieben könnte. Nach verheerenden Umweltkatastrophen und Kriegen sind die alten Strukturen zerstört. Gebraucht werden starke Führungspersönlichkeiten, die nicht zögern und auch bereits sind unangenehme Entscheidungen zu fällen – doch die Auswahl dieser Personen erfolgt äußerst grausam.
"Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" widmet sich nun dem Zeitabschnitt nach der eigentlichen Auslese, doch in Sicherheit ist Cia noch lange nicht. Neben ihren Mitstreitern aus der Auslese die nur die Kandidaten aus den Kolonien durchlaufen mussten, studiert Cia nun gemeinsam mit Studenten aus Tosu Stadt, die bisher ein sehr viel privilegierteres Leben führten.
Aber auch an der Universität droht mit jeder falschen Antwort oder Entscheidung das der betreffende Student abgezogen wird – offiziell bedeutet dies die Versetzung in eine der Kolonien, doch Cia befürchtet auch hier Schlimmeres, denn die Verantwortlichen können es sich nicht leisten das kluge Köpfe anfangen Fragen zu stellen. Für Cia steht nun fest, dass nur der Weg des Widerstandes bleibt, aber wem kann sie wirklich vertrauen?
Neben Cia rücken nun eine Reihe neuer Nebenfiguren in den Fokus, wobei dafür jedoch Tomas deutlich weniger Präsenz zeigt. Noch weiß man sehr wenig über die Hintergründe dieser Personen und daher fällt auch die Einschätzung schwer auf welcher Seite sie wirklich stehen.
Ein wenig Probleme hatte ich mit Cias Entwicklung zum "Überflieger". Natürlich wusste man auch schon aus dem ersten Band dass sie sehr schlau, fleißig und ehrgeizig ist, aber nun ist sie immer und überall die Beste und das fand ich dann schon ein wenig auffällig.
Dennoch konnte mich das Buch auch überraschen und obwohl nun eigentlich das ruhige Studentenleben beginnen sollte, kommen auch die Actionmomente nicht zur kurz. Ich fand es auch sehr interessant, dass man hier mehr über die Führungsebene von Cias Welt und die politischen Hintergründe erfährt. Als mittleres Buch einer Trilogie merkt man hier, dass einiges auf den Weg gebracht wird für das große Finale und so ist das Buch auch nicht in sich abgeschlossen, sondern endet praktisch mitten in der Handlung und man würde nur allzu gerne sofort weiter lesen. Da der dritte Band bereits auf Englisch erschienen ist, hoffe ich, dass sich auch die deutschen Leser nicht allzu lange gedulden müssen bis sie endlich erfahren wie es mit Cia weiter geht.
Insgesamt gesehen konnte mich "Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" zwar nicht ganz so sehr mitreißen wie der erste Band, aber es geht spannend weiter und macht definitiv Lust auf den dritten Band der Reihe. Empfehlen kann ich die Reihe daher weiterhin an alle Leser die spannende und actionreiche Dystopien mögen.


Hier kann man das Buch kaufen: Joelle Charbonneau: Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben

Weiter Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Penhaligon Verlages.

Sonntag, 15. März 2015

Der Gewinner der Buchverlosung aus KW10/2015 (Bücher sind treu)

Das Losschweinchen hat entschieden und der Gewinner der Buchverlosung der Woche zum Buch "Bücher sind treu - Ein Bücher-Tagebuch" aus dem Atlantik Verlag steht fest.
Limes wartet auf seinen Einsatz.

9 Lose wurden geschrieben.


Limes schaut sich die Lose genau an.


Ein Los hat Limes natürlich auch heute ausgewählt.



Herzlichen Glückwunsch, BINE!
Du bekommst eine E-Mail von mir wegen dem Buchversand. :-)