Freitag, 17. April 2015

Sara J. Henry: Ein Herzschlag bis zum Tod

Inhaltsangabe des Verlages:
Die junge Journalisten Troy Chance führt ein recht beschauliches Leben in einem kleinen Ort in den Adirondack Mountains, im Nordosten der USA.
Doch ein einziger Moment verändert ihr Leben schlagartig: An einem nebelverhangenen Tag ist sie mit der Fähre auf dem kanadischen Lake Champlain unterwegs. Sie beobachtet, wie von einer entgegenkommenden Fähre ein kleiner Junge in den See stürzt. Außer ihr scheint niemand den Vorfall bemerkt zu haben. Troy trifft in Sekundenbruchteilen eine gefährliche Entscheidung: Sie springt dem Jungen ins eiskalte Wasser hinterher ...


"Ein Herzschlag bis zum Tod" von Autorin Sara J. Henry konnte mich mit einer sehr ungewöhnlichen Handlung überraschen. Ein Augenblick kann ein ganzes Leben verändern und so ist es auch bei Troy Chance mit der Sekunde in der sie sieht wie ein kleiner Junge von einer Fähre geworfen wird und sie beschließt ihm hinterher zu springen. Die Geschichte klingt so unglaublich, dass selbst Troy es kaum glauben kann und so beschließt sie auch mit dem Jungen nicht zu den Behörden zu gehen, sondern selber heraus zu finden was geschehen ist und zu dieser Situation geführt hat. Die Spur führt Troy schließlich zum Vater des Jungen, doch damit ist noch lange nicht geklärt wer für die vorherige Entführung des Jungen und den versuchten Mord an ihm verantwortlich ist.
Was anfangs nach einem unglaublichen Kriminalfall klingt, entpuppt sich im weiteren Verlauf als immer komplexere Story, die sich jeder strikten Kategorisierung entzieht und Drama mit Thriller und anderen Elementen verbindet. Die Handlungsweise der Hauptfigur Troy war für mich nicht immer der naheliegendste Weg und so konnte ich mich nicht gut in sie hineinversetzen. Mir hat jedoch gefallen wie die Autorin die Geschichte aufgebaut und für den Leser spannend gestaltet hat. Fragt man mich ob ich glaube, dass sich so etwas tatsächlich so zutragen könnte, so müsste ich sicherlich verneinen. Fragt man mich jedoch, ob mich das Buch gut unterhalten hat, so kann ich das definitiv bejahen.
Insgesamt gesehen kann ich daher sagen, dass "Ein Herzschlag bis zum Tod" eine überraschende Geschichte bietet, die sich nicht nur auf eine reine Thrillerhandlung begrenzt, wobei man dafür jedoch Abstriche bei der Glaubwürdigkeit der Handlung machen muss. Empfehlen kann ich dieses Buch daher an alle Leser die ungewöhnliche, komplexe und unterhaltsame Geschichten mögen, die aber nicht unbedingt auf ihre Realitätsnähe überprüfbar sein müssen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Sara J. Henry: Ein Herzschlag bis zum Tod

Mittwoch, 15. April 2015

Joelle Charbonneau: Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben


Im Auftaktband der Reihe wurde die 16jährige Malencia Vale auserwählt an der Auslese teilzunehmen – einem Programm das die besten und talentiertesten Nachwuchskräfte aus den Kolonien ermitteln soll, die zukünftig eine Führungsposition in der Verwaltung einnehmen. Cia hat nun die Auslese überstanden und wird als Studentin an der Universität in Tosu Stadt zugelassen. Eigentlich sollten alle ihre Erinnerungen an die brutale Auswahl eliminiert sein, doch Cia hat sich einiges bewahrt und auch ihr Freund Tomas, der wie sie aus der Five Lakes Kolonie stammt, scheint sich an einiges zu erinnern. Mit diesem Wissen gibt es für Cia nur ein Ziel: Die Auslese muss abgeschafft werden und die Generationen nach ihr dürfen nie wieder diesem tödlichen Programm ausgesetzt werden. Doch Cia braucht Verbündete um auch nur selber zu überleben und sie muss mehr Informationen beschaffen, bevor sie ihrem Ziel auch nur einen Schritt näher ist ... 

"Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" ist der zweite Band der Trilogie die mit "Die Auslese – Nur die besten überleben" ihren Anfang genommen hat. Autorin Joelle Charbonneau hat hier eine Welt in der Zukunft erschaffen, die leider gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass man sie komplett ins Reich der Phantasie abschieben könnte. Nach verheerenden Umweltkatastrophen und Kriegen sind die alten Strukturen zerstört. Gebraucht werden starke Führungspersönlichkeiten, die nicht zögern und auch bereits sind unangenehme Entscheidungen zu fällen – doch die Auswahl dieser Personen erfolgt äußerst grausam.
"Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" widmet sich nun dem Zeitabschnitt nach der eigentlichen Auslese, doch in Sicherheit ist Cia noch lange nicht. Neben ihren Mitstreitern aus der Auslese die nur die Kandidaten aus den Kolonien durchlaufen mussten, studiert Cia nun gemeinsam mit Studenten aus Tosu Stadt, die bisher ein sehr viel privilegierteres Leben führten.
Aber auch an der Universität droht mit jeder falschen Antwort oder Entscheidung das der betreffende Student abgezogen wird – offiziell bedeutet dies die Versetzung in eine der Kolonien, doch Cia befürchtet auch hier Schlimmeres, denn die Verantwortlichen können es sich nicht leisten das kluge Köpfe anfangen Fragen zu stellen. Für Cia steht nun fest, dass nur der Weg des Widerstandes bleibt, aber wem kann sie wirklich vertrauen?
Neben Cia rücken nun eine Reihe neuer Nebenfiguren in den Fokus, wobei dafür jedoch Tomas deutlich weniger Präsenz zeigt. Noch weiß man sehr wenig über die Hintergründe dieser Personen und daher fällt auch die Einschätzung schwer auf welcher Seite sie wirklich stehen.
Ein wenig Probleme hatte ich mit Cias Entwicklung zum "Überflieger". Natürlich wusste man auch schon aus dem ersten Band dass sie sehr schlau, fleißig und ehrgeizig ist, aber nun ist sie immer und überall die Beste und das fand ich dann schon ein wenig auffällig.
Dennoch konnte mich das Buch auch überraschen und obwohl nun eigentlich das ruhige Studentenleben beginnen sollte, kommen auch die Actionmomente nicht zur kurz. Ich fand es auch sehr interessant, dass man hier mehr über die Führungsebene von Cias Welt und die politischen Hintergründe erfährt. Als mittleres Buch einer Trilogie merkt man hier, dass einiges auf den Weg gebracht wird für das große Finale und so ist das Buch auch nicht in sich abgeschlossen, sondern endet praktisch mitten in der Handlung und man würde nur allzu gerne sofort weiter lesen. Da der dritte Band bereits auf Englisch erschienen ist, hoffe ich, dass sich auch die deutschen Leser nicht allzu lange gedulden müssen bis sie endlich erfahren wie es mit Cia weiter geht.
Insgesamt gesehen konnte mich "Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben" zwar nicht ganz so sehr mitreißen wie der erste Band, aber es geht spannend weiter und macht definitiv Lust auf den dritten Band der Reihe. Empfehlen kann ich die Reihe daher weiterhin an alle Leser die spannende und actionreiche Dystopien mögen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Joelle Charbonneau: Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben

Weiter Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Penhaligon Verlages.

Montag, 13. April 2015

Ursula Poznanski: Stimmen

Inhaltsangabe der Verlages:
Ein junger Arzt wird tot im Behandlungsraum einer Psychiatrie gefunden. Auf seiner Brust sind kunstvoll bunte Plastikmesser drapiert, und in seinem Hals steckt eine Stahlschiene. Doch schnell stellt sich heraus, dass der Mann bereits tot war, bevor er von dem Metall durchbohrt wurde. Den Kommissaren Beatrice Kaspary und Florin Wenninger bleibt nichts anderes übrig: Sie müssen alle Personen auf der Station befragen. Doch die Ärzte sind nicht sehr redselig und die Patienten schwer gestört. Besonders Jasmin Matheis, die kein Wort spricht, seit man sie gefunden hat. In dieser bedrückenden Atmosphäre eskalieren die Gefühle, nicht nur die der Patienten, sondern auch die zwischen Florin und Beatrice. Dann stirbt eine Patientin …

"Stimmen" von Autorin Ursula Poznanski ist nach "Fünf" und "Blinde Vögel" der dritte Band der Reihe rund um die Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenniger bei der Salzburger Einheit für Leib und Leben. Die Bücher sind in sich abgeschlossen, doch wer beim Privatleben der Hauptfiguren auf dem Laufenden sein will, der sollte die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen.
Ich habe "Stimmen" als Hörbuch gehört und das hat mir richtig gut gefallen. Die ersten beiden Bände hatte ich gelesen, aber die Stimme von Hörbuchsprecherin Andrea Sawatzki passt wirklich gut zur Geschichte und daher kann ich mir auch gut vorstellen weitere Bände ebenfalls zu hören statt zu lesen. Das Andrea Sawatzki eine gute Sprecherin ist, muss ich wohl keinem erklären.
Inhaltlich mag ich an den Thrillern von Ursula Sawatzki, dass es zwar um Morde geht, die Schilderung der blutigen Einzelheiten aber nie die Hauptrolle übernimmt. Natürlich gibt es auch hier detaillierte Beschreibungen, aber sie dienen dem Fall und seiner Aufklärung. Eine nicht untergeordnete Rolle spielt jedoch auch das Privatleben der beiden Ermittler Bea und Florin und ich muss schon gestehen das ich mich auf diese Szenen immer gefreut habe. 
"Stimmen" widmet sich ansonsten diesmal den Vorgängen in einer Psychiatrie und den Patienten die dort behandelt werden. Man merkt, dass die Autorin hier auch einiges zu den Erkrankungen etc. recherchiert hat und sich sicherlich auch durch die eine oder andere Pressemeldung inspirieren ließ. Der Fall selber konnte mich ehrlich gesagt auch nicht sonderlich für sich einnehmen und während der Aufbau am Anfang noch recht langsam ist, überschlugen sich die Ereignisse zum Ende hin doch ziemlich. Aber mein Gesamteindruck von "Stimmen" ist positiv und ich kann das Buch an jeden Leser/Hörer empfehlen, dem auch die ersten beiden Bände gefallen haben. Neueinsteigern würde ich zunächst die Vorgängerbände empfehlen, aber auch ein Quereinstieg ist möglich für alle die Thriller mögen, bei denen der Fokus nicht nur auf Spannung und blutigen Einzelheiten liegt.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Ursula Poznanski: Stimmen

Weitere Informationen zum Hörbuch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Argon Verlages.

Samstag, 11. April 2015

KW15/2015 - Buchtipp der Woche - Lilien und Luftschlösser, Verliebt in Serie Folge 2 von Sonja Kaiblinger

Es ist mal wieder Zeit für einen Buchtipp der Woche und diesmal hat mich wieder ein Hörbuch überzeugen können. Bei "Lilien un Luftschlösser - Verliebt in Serie" von Sonja Kaiblinger handelt es sich jedoch schon um den ersten Band der Reihe.


Inhaltsangabe des Verlages: 
Nachdem Jasper Abby aus der Soap in die Realwelt gefolgt ist, gerät sie gewaltig in Erklärungsnot. Deborah tobt, Jasper ist ziemlich verwirrt, aber zugleich fasziniert von New York. Gerade als Abby überlegt, ob Jasper vielleicht doch ganz nett (oder sogar mehr als nett?) ist, kündigt sich auch schon der nächste Sprung in die Serie an.
Dort plant Bösewicht DeWitt eine neue Intrige. Aber wieso will er die Ashworths um jeden Preis ruinieren? Mithilfe von Tante Gladys und Hausmädchen Clarissa kommt Abby einem unglaublichen Familiengeheimnis auf die Spur.


Warum ich das Hörbuch empfehlen kann:
Ich habe "Lilien und Luftschlösser - Verliebt in Serie, Folge 2" von Autorin Sonja Kaiblinger als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Marie-Luise Schramm, die auch schon das erste Buch der Reihe gesprochen hat. Sie ist in der Rolle der Abby einfach großartig und verkörpert die Figur des 14jährigen Mädchen perfekt. Band eins endete mit einem Cliffhanger und nun wird die Geschichte nahtlos weiter erzählt. Mir gefällt die Grundidee des Mädchens, dass täglich in einer Fernsehserie landet und seither zwei Leben parallel lebt, sehr gut. Abby weiß ebenso wie der Leser/Hörer nicht, warum das Ganze überhaupt passiert und versucht seitdem verzweifelt für ein Happy End zu sorgen und so der Serie wieder zu entkommen. Doch das ist natürlich alles andere als einfach und statt für Frieden sorgt Abby für immer mehr Chaos. Inzwischen erfährt man immer mehr über die Hintergründe der Figuren und es rücken Figuren in den Fokus die man vorher noch gar nicht so im Blick hatte. "Lilien und Luftschlösser" ist eines der wenigen Hörbücher bei dem ich wirklich lachen musste und eine echte Situationskomik entsteht. Band zwei hatte mehr Überraschungen zu bieten als ich erwartet hätte und das weckt auch große Erwartungen für den dritten Band bei mir. Auch der mittlere Band endet wieder mit einem Cliffhanger, aber das kann bei einer Reihe rund um das Thema Seifenoper eigentlich auch nicht anders sein. Mit dem dritten Band soll die Reihe auch zu ihrem Ende finden. 
Empfehlen kann ich dieses Buch und überhaupt diese Reihe an alle Leser/Hörer, die humorvolle Jugenbücher mögen.

Hier kann man das Hörbuch kaufen: Sonja Kaiblinger: Lilien und Luftschlösser - Verliebt in Serie, Folge 2
Weitere Information zum Hörbuch und zur Autorin findet man auf der Homepage des Silberfisch Verlages.

Donnerstag, 9. April 2015

KW15/2015 - Buchverlosung der Woche - Madame Ernestine und die Entdeckung der Liebe von Leona Francombe


Diese Woche gibt es bei mir wieder ein Buch zu gewinnen! 
Aber weil Limes angekündigt hat, dass er in der nächsten Zeit viel zu tun hat, wird die Teilnahmephase ausnahmsweise drei Wochen andauern!

Ich verlose den Roman "Madame Ernestine und die Entdeckung der Liebe" von Leona Francombe.

"Über Nacht gerät das Leben der liebenswerten, aber mittellosen Brüsseler Putzfrau Ernestine Vandermeer aus den Fugen. Denn als ihr Arbeitgeber, der amerikanische Diplomat Harry Bishop, völlig überraschend an einem Herzinfarkt stirbt, sieht sie sich gleich mehreren Herausforderungen gegenüber: Zum einen wird sie unerwarteterweise zu Harrys Testamentseröffnung zitiert – und in Folge in die dubiosen Machenschaften der Brüsseler feinen Gesellschaft verwickelt. Zum anderen aber muss sie sich vor allem erst einmal um eine neue Stelle bemühen. Die findet sie im Haushalt des geheimnisumwehten ehemaligen Meistercellisten Sébastien Balthasar. Und bewirkt dort mit ihrem altmodischen Kehrgerät und ihrem eigenwilligen Charme ihr ganz eigenes kleines Wunder ..."


Es handelt sich um ein neues, ungelesenes und noch eingeschweißtes Hardcover-Buch!
Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört).
Einsendeschluss ist am Donnerstag, den 30.04.2015 um 20 Uhr. Der Gewinner wird im Laufe des folgenden Wochenendes bekannt gegeben.
Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.

Viel Erfolg! :-)

Der Gewinner der Buchverlosungen aus KW11-14/2015

Sicherlich habt ihr euch schon gefragt, wo denn die letzten Gewinnerbekanntgaben meiner Buchverlosungen der Woche bleiben.
Leider ist das der Zeitnot zum Opfer gefallen und Limes hat daher nun keine Zettelchen geschrieben und Fotos gemacht, sondern einen Zufallsgenerator zu rate gezogen.


Nun möchten wir Euch noch die Gewinner bekannt geben, die natürlich alle ihre Gewinne erhalten werden!

"Das Manuskript" geht an: JASMIN

"Ein wildes Herz" geht an: ROLF (melde Dich doch bitte per E-Mail unter es.deh(at)gmx.de)

"Der traurige Polizist" geht an: TOFUMITSOJA

"Der sixtinische Himmel" geht an: UTE B.  (melde Dich doch bitte per E-Mail unter es.deh(at)gmx.de) 


Ich gratuliere allen Gewinnern ganz herzlich und wünsche viel Vergnügen beim Lesen!

Samstag, 4. April 2015

KW14/2015 - Mein Buchtipp der Woche - Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline

Es ist wieder Zeit für einen Buchtipp der Woche und diesmal möchte ich Euch wieder ein Hörbuch empfehlen. Es handelt sich um "Der Zug der Waisen" von Christina Baker Kline.

Die 17jährige Molly ist ein Pflegekind und nutzt jede Chance zur Rebellion. Als sie wegen Diebstahls eines Buches aus der Bücherei zu 50 Sozialstunden verurteilt wird, erhält sie die Chance diese abzuarbeiten, indem sie einer alten Dame beim Ausräumen ihres Speichers hilft.
Doch statt hier lauter unnützen Plunder auf den Müll zu werfen, erfährt Molly von der 91jährigen Vivian die Geschichte hinter den Dingen und die Erinnerungen eines Lebens das im Jahr 1920 in Irland begann. Vivan – die ursprünglich den Namen Niamh (gesprochen Neve) trug – kam mit sieben Jahren nach New York und wurde mit neun Jahren nach einem Hausbrand der sie ihre Familie gekostet hat, in einem Zug voller Waisenkinder nach Minnesota gebracht. Hier sollten die Kinder von Familien aufgenommen werden, doch stattdessen erwartete sie oft ein Leben als günstige Hilfskräfte und sie waren Missbrauch und Verwahrlosung ausgesetzt.
Nach und nach entdeckt Molly immer mehr Parallelen zwischen Vivian und sich selber und aus der anfänglichen Zwangsverbindung wird eine innige Beziehung.


Ich habe "Der Zug der Waisen" von Autorin Christina Baker Kline als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von den beiden Sprecherinnen Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder, wobei die eine die Passagen in der Vergangenheit und die andere die in der Gegenwart liest. Gefallen haben mir beide Sprecherinnen, jedoch waren mir die Stimmen der beiden zu ähnlich, als das hier für mich nur aufgrund der Sprecherin eine klare Unterscheidung beim Handlungsort möglich gewesen wäre. Ich habe das Hörbuch im Auto gehört und die Nebengeräusche haben hier eine klare Abgrenzung sicherlich erschwert. Da hier jedoch jedes Kapitel klar mit Ort und Zeit benannt ist und die Handlung der Gegenwart über die gesamte Geschichte hinweg in Spruse Harbor/Maine spielt ist eine Unterscheidung dennoch leicht möglich und ich hatte keine Orientierungsschwierigkeiten.
Inhaltlich widmet sich "Der Zug der Waisen" einem eher unbekannten Kapitel der amerikanischen Geschichte. In der Zeit zwischen 1854 und 1929 wurden über 200.000 Kinder (meistens Waisen) aus den bevölkerungsreichen Städten der Ostküste mit Zügen in den Mittleren Westen der USA gebracht und dort Familien zur weiteren Fürsorge überlassen. Meist endete dies jedoch nicht in einer Adoption und als vollwertiges Familienmitglied, sondern vielmehr im Missbrauch der Kinder als billige Hilfskräfte denen man keinen Lohn zu zahlen hatte und die man bei Nichtgefallen sogar zurückgeben konnte.
Mir hat in "Der Zug der Waisen" sehr gut gefallen, wie die Geschichte von Molly in der Gegenwart und von Vivian in der Vergangenheit miteinander verwebt werden und man als Leser/Hörer das Gefühl hat hier auch wirklich eine Einheit vor sich zu haben und nicht zwei unabhängig voneinander erzählte Geschichten. Ich hatte zuvor schon einmal von den Waisenzügen gehört, aber in dieser Intensität waren mir die Hintergründe nicht bewusst. Die Figuren sind sehr lebendig gezeichnet und die Emotionen und Beweggründe waren für mich jederzeit nachvollziehbar, wenn auch nicht unbedingt meinen eigenen entsprechend. Ich hatte das Bedürfnis mehr über diese so unterschiedlichen und dennoch ähnlichen Lebenswege zu erfahren und die Figuren auf ihrem Weg der Selbstfindung zu begleiten. Autorin Christina Baker Kline versteht es auch sehr gut auf die kommenden Ereignisse neugierig zu machen und dem Leser/Hörer kleine Hinweise zu geben die weiter verfolgt werden wollen.
Insgesamt gesehen bietet das ungekürzte Hörbuch über 10 Stunden beste Unterhaltung die mir zu keiner Zeit langweilig oder uninteressant erschien. Empfehlen kann ich "Der Zug der Waisen" daher an alle Leser/Hörer die sich für dieses eher unbekannte Kapitel amerikanischer Geschichte interessieren und die Romane mögen die von unterschiedlichen Erzählern und auf mehreren Zeitebenen erzählt werden.


Hier kann man das Buch kaufen: Christina Baker Kline: Der Zug der Waisen

Weitere Informationen zum Hörbuch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Hörverlages bei Randomhouse.


Freitag, 3. April 2015

Jessie Burton: Die Magie der kleinen Dinge

Ende des 17. Jahrhunderts wird die 18jährige Petronella Oortman mit dem reichen Kaufmann Johannes Brandt aus Amsterdam verheiratet.
Nella fällt der Umzug aus ihrem kleinen Heimatort in das herrschaftliche Haus nicht leicht, doch sie hat sich immer gewünscht mehr zu erleben. Aber schon der Empfang ist anders als Nella erwartet hatte, denn Johannes ist viel unterwegs und seine Schwester Marin, die ihm bisher den Haushalt geführt hat, nimmt sie nicht mit offenen Armen auf. Marin hält Nella für zu jung und ungebildet und hält sie so von jeder Verantwortung fern. Zur Beschäftigung bekommt Nella daher von ihrem Ehemann ein wertvolles Schrankpuppenhaus geschenkt, mit dem sie lernen soll einen großen Haushalt zu führen und dessen Einrichtung für Ablenkung sorgt. Nur widerwillig nimmt Nella die neue Aufgabe an und beauftragt einen Miniaturisten aus einem Handwerkerverzeichnis mit der Anfertigung einiger Einrichtungsgegenstände. Als die erste Lieferung eintrifft ist Nella jedoch sehr erstaunt, denn anscheinend weiß der Miniaturist mehr über ihr neues Leben und die Familie Brandt als sie selber. Geht es hier mit rechten Dingen zu?

"Die Magie der kleinen Dinge" von Autorin Jessie Burton hat mir gut gefallen. Ich wusste dieses Buch jedoch zunächst nicht richtig in ein Genre einzuordnen, da ein Titel mit "Magie" doch irgendwie auf Fantasy hindeutet, der Handlungsort jedoch typisch für einen historischen Roman ist. Rückblickend würde ich sagen, dass es sich hier eindeutig um einen historischen Roman handelt, bei dem sich die Autorin jedoch sehr viel künstlerische Freiheit heraus genommen hat. Versteht man den deutschen Titel als Zitat aus dem Buch, dann hätte es auch eigentlich "Die Kunst der kleinen Dinge" heißen müssen und das wäre als Hinweis auf die handwerkliche Fähigkeit des Miniaturisten vielleicht auch passender gewesen, bevor der Leser zu viel in den Titel hineininterpretiert.
Nach dem Lesen von "Die Magie der kleinen Dinge" habe ich auch erst einmal recherchiert was denn hier auf historischen Fakten beruht, denn auch wenn es am Ende des Buches einen Glossar gibt, so hat die Autorin doch darauf verzichtet über ihre Recherchen und die historischen Hintergründe aufzuklären. Auf Tatsachen beruht hier lediglich, dass es eine Frau mit Namen Petronella Oortman gab, die mit einem Händler namens Johannes Brandt verheiratet war und im Besitz eines Schrankpuppenhauses, das sich nun im Reichsmuseum in Amsterdam befindet. Alles andere scheint mit dem Leben der echten Petronella Oortman nichts zu tun zu haben und das heißt für mich im Grunde genommen auch, dass man der Hauptfigur dann besser auch nicht den Namen einer real existierenden Person gegeben hätte. Das reale Schrankpuppenhaus und die Ideen der Autorin rund um dieses kostbare Möbelstück war Inspiration für die Geschichte, aber die Umsetzung ist für mich nicht sonderlich glaubwürdig gelungen. Augenscheinlich hat die Autorin hier auch verschiedene Ereignisse die nach Amsterdam gehören in die Zeitspanne des einen Jahres transferiert, in dem die Handlung von "Die Magie der kleinen Dinge" spielt. Ein echtes Abbild der Epoche kann der Roman daher auch nicht sein, auch wenn verschiedene Einblicke in das Leben einer reichen Kaufmannsfamilie gelungen erscheinen. Aufgebaut wird die Handlung rund um die Geheimnisse der Mitglieder des Haushalts und die Figuren haben mir auch gut gefallen. Einige Geheimnisse sind offensichtlich, andere kommen erst später ans Tageslicht und manches wird auch gar nicht richtig aufgeklärt. Undurchsichtig bis zum Schluss ist für mich die Figur des Miniaturisten und die Rolle dies sie hier in dieser Geschichte spielt und das fand ich auch ein wenig unbefriedigend. Ich habe die Geschichte mit Interesse verfolgt und eigentlich nur darauf gewartet, dass sich hier am Ende aufklärt warum alles so gekommen ist und wie der Miniaturist von allem wissen konnte. Aber leider gibt es diese Aufklärung nicht und das was hier stattdessen als Ende präsentiert wird ist für mich schon eher wieder der Anfang von etwas anderem und mich hätte durchaus interessiert wie es denn in einer solch strengen Gesellschaft weiter erzählt werden könnte. Vielleicht überrascht uns Jessie Burton auch irgendwann mit einer Fortsetzung, aber bis dahin behalte ich "Die Magie der kleinen Dinge" als Geschichte in Erinnerung die mich zwar gut unterhalten hat, aber nicht alle Fragen beantworten konnte.
Empfehlen kann ich das Buch zwar an Leser die an historischen Romanen interessiert sind, aber mit den Fakten sollten sie es nicht allzu genau nehmen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jessie Burton: Die Magie der kleinen Dinge

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Limes Verlages.

Donnerstag, 2. April 2015

KW14/2015 - Buchverlosung der Woche - Der sixtinische Himmel von Leon Morell


Diese Woche gibt es bei mir wieder ein Buch zu gewinnen! 

Ich verlose den historischen Roman "Der sixtinische Himmel" von Leon Morell.

"Bologna, 1508: Es ist die Zeit der Renaissance. Der achtjährige Aurelio erblickt in einer Kirche in Bologna einen Engel aus Marmor. Beeindruckt von dessen Schönheit, will auch er Bildhauer werden. Er beschließt, beim größten Künstler seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Michelangelo Buonarroti.
In Rom erwartet ihn eine Welt, wie er sie bisher nicht kannte: Kunst und Kultur stehen in höchster Blüte, das Leben pulsiert in den Straßen und auf den Plätzen, herrschaftliche Paläste und prächtige Kirchen zieren das Stadtbild. Doch es gibt auch Schattenseiten: Die Pest wütet unter der Bevölkerung, Bettler und Kurtisanen bevölkern die Straßen.
Tatsächlich nimmt Michelangelo den Jungen als Gehilfen in seiner Werkstatt auf. Gerade hat er vom Papst den Auftrag bekommen, die Decke der Sixtinischen Kapelle neu auszumalen. Widerwillig macht sich der Bildhauer ans Werk, schließlich gilt seine Leidenschaft dem Marmor. Doch je weiter das Fresko voranschreitet, desto mehr kostet es seinen Meister an Lebenskraft. Denn in der Nacht erschafft er an einem geheimen Ort, in weißen Marmor gehauen, die Frau, die es nicht geben darf: die Kurtisane des Papstes."



Es handelt sich um ein neues und ungelesenes Buch.
Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört).
Einsendeschluss ist am nächsten Donnerstag um 20 Uhr. Der Gewinner wird im Laufe des folgenden Wochenendes bekannt gegeben.
Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.

Viel Erfolg! :-)

Dienstag, 31. März 2015

Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Strasse

Inhaltsangabe des Verlages:
Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen.


Neil Gaiman ist ein großartiger Geschichtenerzähler und mit "Der Ozean am Ende der Straße" zeigt er wieder einmal, wieviel Magie in Worten und kleinen Geschichten stecken kann. Ich liebe "Stardust – Der Sternenwanderer" von Neil Gaiman und auf einen kleinen Rahmen reduziert führt dieser neue Roman nun die Tradition der symbolträchtigen Erzählung und der magischen Momente fort.
"Der Ozean am Ende der Straße" kommt eher leise daher, braucht keine große Kulisse und nur wenige Figuren um eine erstaunliche Geschichte zum Leben zu erwecken.
Erzählt wird hier die Kindheitserinnerung eines Mannes, die eigentlich keine Erinnerung ist, aber irgendwie dann doch wieder – eben typisch Neil Gaiman. Mich haben hier die Worte verzaubert und die Möglichkeit als Leser auch eigene Interpretationsspielräume zu haben.
Hauptfigur ist hier zum einen der Erzähler und zum anderen die Familie Hempstock, die in seiner Nachbarschaft lebte als er noch ein kleiner Junge war. Der Erzähler ist inzwischen schon lange erwachsen und als er anlässlich einer Beerdigung an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt, kehrt auch die Erinnerung zurück an diese magischen Ereignisse als er sieben Jahre alt war und befreundet mit der jüngsten Hempstock. Mehr möchte ich auch vom Inhalt gar nicht erzählen, denn jeder Leser sollte hier die Chance erhalten selber in diese Welt einzutauchen und zu erfahren was es mit den Hempstocks und ihrem Ozean auf sich hat. Es ist eine fantastische Geschichte die hier erzählt wird und so sollte der Leser auch offen sein für all das unerklärliche und faszinierende das dieses Buch zu bieten hat. Man könnte es auch als modernes Märchen bezeichnen, doch sollte man sich davor hüten es als Kindergeschichte abzutun. Für Kinder halte ich das Buch auch nicht wirklich geeignet, aber ich denke man kann es durchaus auch schon jungen Lesern ab ca. elf Jahren zumuten.
Es gibt eigentlich nur eine Sache die ich an "Der Ozean am Ende der Straße" auszusetzen habe – das Buch ist einfach zu dünn und die Zeit die man mit der Geschichte verbringen kann dadurch viel zu kurz.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße