Samstag, 1. Oktober 2016

Limes unterwegs ... rund um Kap Hoorn

Limes hatte mal wieder das Fernweh gepackt und er hat sich aufgemacht einen neuen Kontinent zu erkunden. 

Los ging die Reise in Valparaiso, Chile.

Durch die Magellanstraße ging es nun auf den Weg in Richtung Süden. Besonderes Highlight sind hier die Gletscher.

Beim Anblick dieses Regenbogens hat sich Limes auch direkt schönes Wetter für die kommenden Tage gewünscht.

An Land ging es nun wieder in Punta Arenas, Chile.
Hier hat Limes die Landschaft erkundet und einen Spaziergang durch den Nationalpark unternommen.
Die Luft war zwar kalt, aber wunderbar klar.
Im Ort steht eine Statue von Magellan und es heißt, dass man dorthin zurückkehren wird, wenn man den Fuß der Statue berührt. Limes hat das natürlich ausprobiert.
Zum Glück hatte Limes auch ein paar wärmere Klamotten eingepackt, denn morgens um 7 Uhr kann es an so einem Gletscher doch ziemlich frisch sein.

Die nächste Station der Reise war die südlichste Stadt der Erde: Ushuaia, Argentinien.
Ein besonderer Ausflug ging auch hier in den Nationalpark, in dem die südlichste Eisenbahn der Erde fährt.
Natürlich hat Limes auch eine Fahrt unternommen.
Im Anschluss wurde natürlich auch noch die Umgebung von Ushuaia erkundet.
 

Am nächsten Tag stand dann Erholung auf See auf dem Programm und sogar die Sonne hat sich herausgewagt, auch wenn es etwas wärmer hätte sein können.

Ein absolutes Highlight wartete in der Nähe von Puerto Madryn, Argentinien auf Limes. Er hat eine Pinguinkolonie besucht.
So auf Augenhöhe waren sich alle Beteiligten sehr sympathisch.
Ganz in der Nähe konnte man die Seeelefanten am Strand liegen sehen und besonders interessant sah hier auch die Brandung aus.
Schließlich war auch noch ein Abstecher zu den Seehunden drin.

Nach diesen interessanten Erlebnissen in der Natur war es wieder Zeit für ein neues Land. Mit Montevideo hieß uns die Hauptstadt von Uruguay willkommen.
Allerdings war das Wetter hier echt durchwachsen und die Fotomotive daher etwas spärlich vor grauem Himmel.

Ganz anders sah es jedoch in Buenos Aires, Argentinien aus. Der berühmte Friedhof wartete im Sonnenschein und Limes konnte unter anderem das Grab von Evita besichtigen.

Besonders gut gefallen hat Limes aber das Künstler- und Tangoviertel mit seinen bunten Farben.


Nach den ganzen Landgängen blieb dann nur noch das Schiff zu erkunden und so hat Limes noch einen Ausflug in die Schiffsküche unternommen.
Besonders die leckeren Nachspeisen haben es ihm angetan.
Und das Personal freute sich auch über eine kleine Ablenkung vom Alltag.

Schließlich stand auch noch ein Besuch auf der Schiffsbrücke an, bei der Limes vom 1. Offizier ein wenig herumgeführt wurde.
Etwas gruselig ist immer der Glasboden, aber zum Glück ist Limes schwindelfrei.
Die Schiffsbrücke verfügt auch definitiv über den Balkon mit der schönsten Aussicht.

Leider geht jede Reise immer viel zu schnell vorbei, aber Limes konnte noch zum Abschluss den Sonnenuntergang genießen.

Mittwoch, 28. September 2016

KW39/2016 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Genaro Rincon

Diese Woche möchte ich Euch auf Genaro Rincon aufmerksam machen:
 Karte Dominikanische Republik: © Amnesty International

Am 25. September gegen 20:30 Uhr wurde der Menschenrechtsverteidiger Genaro Rincon in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, verbal und körperlich angegriffen. In jüngster Zeit berichteten mehrere Menschenrechtsverteidiger_innen, die sich, ebenso wie Genaro Rincon, gegen Staatenlosigkeit in der Dominikanischen Republik einsetzen, von Drohungen, Einschüchterung und Beleidigungen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit.
Am 25. September verließ Genaro Rincon sein Büro im Viertel Zona Colonial und ging zu einer nahegelegenen Bushaltestelle, um zu seinem Wohnort Santo Domingo Este zu fahren. Gegenüber Amnesty International sagte Genaro Rincon, dass ein Mann ihn auffällig beobachtete, während er auf den Bus wartete. Gegen 20:15 Uhr stieg Genaro Rincon in den Bus ein. Der Mann, den er zuvor gesehen hatte, saß vor ihm und begann nach wenigen Minuten Genaro Rincon zu beschimpfen. Mehrfach schrie er: "Die haitianische Rasse ist die schlimmste der Welt!" Später nahm der Mann sein Mobiltelefon und sagte: "Ja, ich bin bei ihm". Dann wandte er sich mit der Aussage "Du bist einer von diesen Verteidigern" an Genaro Rincon und versuchte, diesen ins Gesicht zu schlagen.
Der Busfahrer bat beide Männer, den Bus zu verlassen. Genaro Rincon versuchte sich zu weigern, als ein zweiter Mann sich plötzlich von hinten näherte und ihn auf die Straße stieß. Während Genaro Rincon am Boden lag, warf einer der beiden Angreifer einen Zementblock auf ihn, der ihn an Kopf und Brust traf. Genaro Rincon konnte sich wehren, indem er einem der beiden Männer mit einem Stift ins Auge stach. In diesem Moment schrie ein Passant "Er ist bewaffnet!", um die Angreifer abzulenken. Dies ermöglichte Genaro Rincon, wegzurennen und in einer nahegelegenen Tankstelle um Hilfe zu bitten. Die Angestellten der Tankstelle riefen einen Krankenwagen, der Genaro Rincon in ein Krankenhaus brachte. Die Ärzt_innen stellten eine schwere Kopfverletzung sowie Verletzungen an den Lippen, der Brust, den Beinen und Füßen fest.
Der Angriff erfolgte wenige Tage nach öffentlichen Gedenkveranstaltungen anlässlich eines Urteils des Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2013, über die in den nationalen Medien ausführlich berichtet wurde. Das Urteil hatte dazu geführt, dass Zehntausende Dominikaner_innen haitianischer Abstammung zu Staatenlosen geworden waren. Genaro Rincon war ein Rechtsbeistand in diesem symbolischen Fall. Seit den Gedenkveranstaltungen haben Bedrohungen, Einschüchterung und Beleidigungen in sozialen Medien gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, die mit diesem Fall arbeiten, zugenommen. Mindestens zwei Menschenrechtsverteidiger, darunter Genaro Rincon, haben in den vergangen zwei Wochen berichtet, dass sie von unbekannten Autos verfolgt worden waren. 


Es gibt eine Urgent Action, die sich für Genaro Rincon einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: info(at)pgr.gob.do, info(at)embajadadominicana.de

Betreff: Genaro Rincon

Text:
Sehr geehrter Herr Staatsanwalt, 

mit grosser Sorge habe ich erfahren, dass der Menschenrechtsverteidiger Genaro Rincon in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik,  am 25. September verbal und koerperlich angegriffen wurde.
Leiten Sie bitte unverzueglich eine unabhaengige und sorgfaeltige Untersuchung des Angriffs gegen Genaro Rincon ein. Veroeffentlichen Sie die Ergebnisse und bringen Sie die Verantwortlichen für die Planung und Durchfuehrung vor Gericht. Ergreifen Sie bitte Massnahmen, um Genaro Rincon sowie alle anderen dominikanischen Menschenrechtsverteidiger_innen, die sich gegen Staatenlosigkeit einsetzen, effektiv und gemaess ihren Wuenschen, zu schuetzen. Ich moechte Sie daran erinnern, dass Sie nach der UN-Erklaerung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern aus dem Jahr 1998 dazu verpflichtet sind, diese zu schuetzen. Ich bitte Sie, Rassismus, anti-haitianische Rhetorik und alle Formen der Diskriminierung oeffentlich zu verurteilen und die Verwendung von stigmatisierender Sprache gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, die sich für das Recht auf Staatsangehoerigkeit einsetzen, zu unterbinden.
 
Mit freundlichen Gruessen
(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Aktivist angegriffen

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.




"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)


Sonntag, 10. Juli 2016

Die 1. LitBlog Convention



Die Idee einer LiteraturBloggerConvention fand ich richtig toll.
Erst konnte ich mir nicht so richtig etwas darunter vorstellen, aber spätestens als ich das Programm gesehen hatte zu dem der Lübbe Verlag nach Köln eingeladen hatte, war ich überzeugt.
Ich möchte Euch nun an meinem Tag teilhaben lassen.

1.Etappe im Konferenzprogramm

Wir wollen unterhalten

Von der Idee bis zum fertigen E-Book – Ein Blick hinter die Kulissen des digitalen Tagesgeschäfts

Bei diesem Programmpunkt hatte ich direkt das richtige Konferenzgefühl. Man merkte sofort hier geht es um Inhalte. Die Vortragenden hatten sich gut vorbereitet, einen Konferenzraum hergerichtet und sich abgesprochen wer welchen Punkt vorstellt.

Anwesend waren die Teamleitung Digitales Marketing, die Digital-Key-Account-Managerin und der Projektmanager Digitales Marketing von Bastei Lübbe.
Unterschieden wurde hier nun in drei Bereiche:
    Programm
    Vertrieb
    Marketing
 
Inzwischen gibt es in der E-Book Abteilung Bastei Entertainment ca. 5000 Veröffentlichungen. Der Anteil der E-Books am gesamten Verlagsprogramm beträgt ca. 15 %.
Als E-Books werden sowohl neue Bücher, als auch nicht mehr als Printedition aufgelegte Klassiker herausgegeben. Es gibt vielfältige Gründe warum ein Buch als E-Book erscheint. Nicht immer ist der Grund, dass das Projekt nicht genug überzeugen konnte um als Print zu erscheinen. Es ist eher so, dass es hier mehr Programmplätze für die einzelnen Genre gibt als im Printbereich und es auch die Möglichkeit gibt außerhalb der aktuellen Trends zu veröffentlichen. So gibt es z. B. im Printbereich kaum eine Chance für Nischenprodukte wie Western und auch Erotik verkauft sich als E-Book besser.
Der Verlag kann hier außerdem auch jungen Autoren eine Chance geben, bei denen die Erfolgsgarantie noch zu gering ist. Da Bastei ursprünglich als Serienverlag begonnen hat, freuen sie sich auch auf diese Art und Weise kurze Stoffe vermarkten zu können (Stichwort „Groschenroman“).
Ist entschieden, dass ein Titel in das Programm aufgenommen wird, so muss dieser Vertrieb und Marketing schmackhaft gemacht werden.
Vertrieb und Marketing setzen sich hierbei aus einer Reihe ganz unterschiedlicher Facetten zusammen, wie Social Media, Offline Marketing, Events und Messen, Kooperationen mit Partnern, sowie die klassische Vertriebs- und Pressearbeit.
Er erfolgt eine Abstimmung über den Erscheinungstermine, die Preise, das Cover, die Konkurrenzprodukte etc.

Der Vertrieb stellt die Titel den Handelskunden vor und präsentiert vor Ort beim Kunden. Hierbei wird ein Portfolio erstellt, das abgestimmt ist auf die Zielgruppe des Händlers. Die entsprechenden Dateien werden an die Händler gemeldet und in die Shops importiert. Der Buchhandelt setzt immer noch vermehrt auf Bestseller im Printbereich, es gibt jedoch auch die Chance über E-Books neue Zielgruppen zu erschließen.

Für das Marketing der Titel ist es wichtig, dass es Rezensionen gibt, die nach Möglichkeit auch schon vor Erscheinungsdatum des Titels verfügbar sind, da dies auch ein wichtiges Argument für Verhandlungen mit Händlern ist.
Als klassisches Marketinginstrument wird jedoch auch Werbung in den Shops für die Titel geschaltet.
Durch Umfragen, Gewinnspiele und Bezüge zum aktuellen Tagesgeschehen wird die Social Media Gemeinde miteinbezogen.
Es gibt gezielte Werbung in Medien der Zielgruppe und Kooperationen mit Partnern die einen Bezug zum Titel haben.
Ergänzt wird die Kampagne durch offline Marketing wie z. B. Leseproben etc. zum mitnehmen.
Und schließlich gibt es dann noch die Blogs, in denen eventuell ein Beitrag zum Titel erscheint. Aber wie ihr seht ist der Weg von der Entstehung bis zu mir doch recht lang.

 


2. Etappe im Konferenzprogramm

Knopfkino

Einfach nur faszinierend und mit Worten kaum nachzuerzählen.
Mit Stichworten aus dem Publikum wird eine Geschichte improvisiert, die mit Schauspiel, Licht und Zeichnungen märchenhaft schön erzählt wird.
Hier ein paar Eindrücke:




3. Etappe im Konferenzprogramm

Mit anderen Worten

Literaturübersetzungen – Was steckt alles dahinter?

Mit Bloggerin, Autorin und Übersetzerin Isabel Bogdan und Lektorin Helga Frese-Resch

Frage von Helga Frese-Resch an Isabel Bogdan:
Wie wird man eigentlich Übersetzer?
Man wird Übersetzer indem man etwas übersetzt.
Man braucht keine Ausbildung und eine Ausbildung die sich nur diesem widmet gibt es auch nicht. Die meisten Übersetzer haben eine Philologie studiert und darüber den Weg zum Übersetzen gefunden. Die Referenzen wenn man sich um eine Anstellung oder einen Auftrag bewirbt bestehen aus den eigenen Veröffentlichungen.
Es gibt aber auch einen Studiengang Übersetzen in Düsseldorf und einen Aufbaustudiengang in München. Wer Übersetzer werden möchte, besucht aber am besten Seminare speziell zu diesem Thema in denen auch besonders der Austausch untereinander wichtig ist und man mehr über das Zeitmanagement beim übersetzen lernt.
Diese Seminare werden auch vom deutschen Übersetzerfond gefördert, der Stipendien verteilt.

Frage von Isabel Bogdan an Helga Frese-Resch:
Wie wird man eigentlich Lektorin?
Man wird Lektorin indem man etwas lektoriert.
In der Regel beginnt man mit einem Volontariat bei einem Verlag nach einem Studium und wird dann dort learning by doing angelernt.
Wichtig ist, dass man sehr sicher in der eigenen Sprache ist.

Frage von Helga Frese-Resch an Isabel Bogdan:
Wie geht man vor beim Übersetzen?
Ist man in der Branche bereits gut vernetzt, so wird man von einem Lektor auf ein Projekt angesprochen. Man lässt sich das Manuskript in der Originalsprache zusenden und liest rein um zu entscheiden, ob einem das Buch liegt und man es auch mag. Gerade am Anfang kann man sich nicht immer leisten einen Auftrag abzulehnen, doch es ist sehr wichtig für den Erfolg der Übersetzung, dass man den Text mag, denn in diesem Fall läuft die Übersetzung besser und schneller und man merkt es einer Übersetzung oft an, wenn der Übersetzer dem Text nichts abgewinnen konnte.
Bevor man schließlich anfängt zu übersetzen, sollte man das gesamte Buch lesen um ein Gefühl für die Stimmen zu bekommen. Das machen allerdings nicht alle Übersetzer so, das sich manche auch die Spannung bis zum Schluss erhalten wollen. Isabel Bogdan beginnt immer ein Buch von Anfang an zu übersetzen und macht sich einen Plan, was sie in wie vielen Tagen schaffen will. Meistens klappt das aber nicht wie vorgesehen und erst unter Zeitdruck und näher am Abgabetermin läuft es richtig gut.
Für verspätete Abgaben gibt es aber inzwischen keine Toleranz bei den Lektoren mehr, da die Verlage sehr eng takten.

Frage von Isabel Bogdan an Helga Frese-Resch:
Wie kommt der Lektor an den Titel der zu übersetzen ist?
Bei KiWi ist das Lektorat nicht nach Genre aufgeteilt, sondern nach den Herkunftsländern des Originals. Über internationale Messen etc. kommen die Manuskripte rein. Die Rechte werden eingekauft, wenn nach demokratischem Grundsatz die Mehrheit der Entscheider im Verlag vom Titel begeistert sind. Dann sucht der Lektor den Übersetzer.

Frage von Helga Frese-Resch an Isabel Bogdan:
Was macht eine gute Übersetzung aus?
Eine gute Übersetzung ist immer ein handwerklich sauberer guter deutscher Text der sich flüssig lesen lässt und nah am originalen Sound ist.
In der Regel wird die Übersetzung erst abgegeben, wenn das gesamte Manuskript übersetzt ist. es gibt jedoch auch Lektoren, die schon mal einen ersten Teil haben wollen wenn er fertig ist um schon mit dem Lektorat beginnen zu können.
Der Text wird vom Lektor oft im Word mit „Änderungen nachverfolgen“ bearbeitet, da so Korrekturen und Änderungen einfach angenommen werden können und nicht neu erfasst werden müssen.
Zum Korrekturlesen gibt es den kleinen Trick ein anderes Layout und eine andere Schriftart auszuwählen, da man den Text dann noch mal anders liest und Unstimmigkeiten besser auffallen können.
Da jeder Übersetzer unterschiedliche Kenntnisse und Fachgebiete hat, ist auch hier für korrekte Übersetzungen der Austausch untereinander sehr wichtig. Ebenso sind diese Kontakte gut für die Auftragsvermittlung, da Übersetzter die keine Zeit für einen Auftrag haben in der Regel Kollegen weiterempfehlen.

Grundsätzlich wurde noch angemerkt, dass es sehr schade ist, dass die Übersetzer fast nie in Rezensionen erwähnt werden, da der Stil des Buches doch entscheidend von ihnen mitbeeinflusst wird. Dies ist ein Hinweis den ich persönlich sehr wichtig fand, da ich mir ebenfalls vorher nie viele Gedanken um die Übersetzungen gemacht habe. Ich werde daher nun zukünftig versuchen, auch diese Information in den Rezensionen zu verwerten.

4.Etappe im Konferenzprogramm

Gibt es ein Rezept für Bestseller?

Erfolgsautor Frank Schätzing und sein Verleger Helga Malchow im Gespräch


Vor uns sitzen zwei gut gelaunte Männer mittleren Alters denen man anmerkt, dass sie sich gut verstehen. Es sind Helge Malchow, Verleger bei KiWi, und Frank Schätzing, Autor der Bestseller Der Schwarm, Limit und Breaking News, die bei KiWi erschienen sind.

Die beiden kennen sich bereits seit den 80er Jahren, als Frank Schätzing noch ein junger Autor war und Helge Malchow ein Lektor der ihm eine Absage schickte.
Zur beruflichen Zusammenarbeit kam es dann Anfang der 2000er Jahre, als Frank Schätzing die Idee des Schwarms hatte und Helge Malchow, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Sprung vom Lektor zum Verleger war, davon erzählte. Was Helge Malchow schon damals auszeichnete ist, dass für ihn immer die Qualität des Werkes ausschlaggebend ist und nicht der Name etc. der dahinter steht. Für Frank Schätzing gehört er daher zu den herausragenden Verlegerpersönlichkeiten Deutschlands.

Doch wie entstehen nun eigentlich Bestseller und generell gut Bücher?
Für Helge Malchow zeigt sich am Beispiel von Frank Schätzings Büchern, dass es sich zwar bei allen dreien um Thriller handelte, die jeweiligen Themengebiete jedoch sehr unterschiedlich sind. Mit den Themen Weltmeere und die Zerstörung durch den Mensch, die Eroberung des Weltalles und dem Konflikt im Nahen Ost ist hier keine Langeweile aufgekommen.
Für Frank Schätzing gibt es zwei Herangehensweisen an die man als Schriftsteller an ein Thema herangehen kann. Es gibt zum einen die Monothematischen Autoren, wie z. B. John Grisham die sich dem Thema über ihren Beruf oder Spezialwissen nähern. Dies ist also der Fall, wenn man etwas gelernt hat und sich in einem Thema besonders gut auskennt.
Das ist jedoch bei Frank Schätzing nach eigener Aussage nicht der Fall. Er hat Kommunikation studiert und oft geht es daher weniger darum welchen Inhalt es gibt, sondern wie man sich dem Inhalt nähert. Er ist multiinteressiert und begeisterungsfähig. Ein Thema spricht ihn an und sagt ihm daraus wird ein Buch. Beim Schwarm war es ein Traum mit dem alles begonnen hat. Im Traum schwebte er über dem Ozean und sah unter sich einen organisierten Fischschwarm, der es anscheinend auf die Menschheit abgesehen hatte. So war die Idee zum Roman geboren.
Bei Limit gab es kein einzelnes Erlebnis, sondern das Interesse für den Weltraum war schon immer da. Frank Schätzing las in einer Zeitschrift von riesigen Heliumvorkommen auf dem Mond die dauerhaft für die Energieversorgung auf der Erde sorgen könnten, wenn man sie denn abbaut. Das erinnerte ihn an den Goldrush und so war die Idee zum Roman da.
Die Idee zu Breaking News kam durch die Person Ariel Sharon. Für Frank Schätzing war er eine der Personen in der Politik die er für fähig hielt etwas zu bewegen, doch das wurde durch den Hirnschlag zunichte gemacht. Daraus entstand dann die Idee, was wäre wenn das Ganze ein Anschlag gewesen wäre? Thrillerautoren lieben eben Verschwörungstheorien.
Entscheidend ist hier aber, dass es zwar eine gute Idee braucht, sie aber den Funken einer Realidee haben muss. Das ist anders als z. B. in der Fantasy.
Zur Recherche für Breaking News sind Helge Malchow und Frank Schätzing schließlich zusammen nach Israel und Palästina gefahren. Je mehr sie in Israel mit den Personen vor Ort über die verrückten Ideen gesprochen haben, desto mehr kam bei diesen der Gedanke auf, dass dies nicht nur eine Krimiidee ist, sondern ein realer Hintergrund.
Dazu gibt es auch noch eine Episode zu Lautlos (einem schon älteren Thriller) zu erzählen. Hier ging es um einen G8 Gipfel in Deutschland und der Ermordung eines beteiligten Politikers. Frank Schätzing hat hierzu intensiv recherchiert und sich mit einem Physiker in Verbindung gesetzt, der ihm helfen sollte die perfekte Waffe für ein Attentat am Flughafen zu finden. Ein entsprechender Plan ist ihnen auch gelungen, den sie dann in der Öffentlichkeit bei einem Restaurantbesuch besprachen. Was sie jedoch nicht bedachten war, dass die Pläne über die Ermordung eines Politikers auf unbeteiligte Dritte doch etwas verstörend wirkt. So kam es auch, dass sich im Anschluss das BKA bei Frank Schätzing meldete und Auskunft über die Waffe haben wollte. Sie stellten dann fest, dass diese Waffe wohl tatsächlich für die praktische und erfolgreiche Ausführung eines Attentats brauchbar gewesen wäre. Frank Schätzing wurde daher gebeten seinen Buchentwurf so entscheidend abzuändern, dass hier keine Bauanleitung für potenzielle Täter geliefert wird.
Frank Schätzing ist es wichtig, dass seine Leser im Anschluss sagen können, dass sie sich durch seine Bücher Wissen erworben haben und auch Lust sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.
Das sind aber aus Verlagssicht keine sicher kalkulierbaren Faktoren für Bestseller.
Dem Verlag war jedoch bei der Schwarm schon im Vorhinein klar, dass es ein Erfolg wird. Doch ob es nun 100000 oder 1 Million verkaufte Exemplare geben wird, das war nicht absehbar. Der Clou ist, dass es sich um Themen handeln muss, die dabei sind groß zu werden, es aber noch nicht sind, denn sonst ist der Markt schon übersättigt. Diesen Moment zu finden ist schwierig, aber bei allen drei Zusammenarbeiten mit Frank Schätzing gelungen.
 
Für das nächste Projekt gab es mehrere Ideen und der Auswahlprozess hat etwas gedauert. Die Entscheidung ist nun getroffen, aber mehr wird noch nicht verraten.

Für Schätzing gehört vor allem Intuition dazu und er hat ein Faible für Themen die groß werden.
Aber auch Frank Schätzing fragt sich nun, woher denn der Verlag diese Gewissheit hat, dass ein Buch zum Erfolg wird. Jedes Jahr erscheinen fast 100000 Bücher neu.
Für Helge Malchow ist dies vor allem eine Sache von trial und error in den letzten Jahrzehnten. Die Zeit und Erfahrung hat gezeigt, ob die Händler und Leser etwas genauso sehen wie die Mitarbeiter im Verlag.
Man darf natürlich keine Betriebswirte danach fragen, denn die denken da schon wieder ganz anders. Sie wollen sicher kalkulieren und genau mit den Büchern viel Geld einnehmen für die auch der höchste Vorschuss gezahlt wurde. Aber so funktioniert es in der Realität nicht.

5.Etappe im Konferenzprogramm

Speeddating mit den Autoren

Ich fand das Speeddating eine wirklich interessante Idee. Geführt habe ich die Kurzinterviews mit dem Diktiergerät. Problem war hier nur, dass die sieben Autorinnen und Autoren in einer Reihe nebeneinander saßen und die Interviewpartner direkt gegenüber. Wenn also 14 Personen gleichzeitig 7 unterschiedliche Gespräche führen und dabei auf ca. fünf qm verteilt sitzen, so kann man sich vorstellen was dort für ein Geräuschpegel herrschte. Im direkten Gespräch ging das noch mit anbrüllen, auf den Aufnahmen ist es mir leider nicht mehr gelungen die vollständigen Sätze heraus zu hören. Aber nett war es trotzdem. :-)

Hier noch ein paar Eindrücke:


 

Freitag, 3. Juni 2016

KW22/2016 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Jiang Yefei und Dong Guangping



Diese Woche möchte ich Euch auf Jiang Yefei und Dong Guangping aufmerksam machen:

 Dong Guangping: © privat

Den beiden chinesischen Aktivisten Jiang Yefei und Dong Guangping drohen Folter, anderweitige Misshandlungen und ein unfaires Verfahren. Die beiden Männer wurden von Thailand nach China abgeschoben, obwohl der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge sie als Flüchtlinge anerkannt hatte. Dies stellt einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. Jiang Yefei wurde mehr als sechs Monate lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft festgehalten.
Nun ist auch der Haftort von Dong Guangping bekannt. Beide wurden mehr als sechs Monate lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft festgehalten.

Sechs Monate nachdem die beiden chinesischen Aktivisten Jiang Yefei und Dong Guangping am 13. November 2015 aus Thailand abgeschoben wurden, haben die Behörden endlich den Aufenthaltsort von Jiang Yefei in einer Mitteilung über seine Festnahme bekanntgegeben. In der Mitteilung, die auf den 14. Mai 2016 datiert ist, heißt es, dass er wegen "Anstiftung zum Umsturz der Staatsmacht" und "Treffens von Vorbereitungen für die illegale Einreise einer anderen Person" festgenommen worden sei.
Die Familie von Dong Guangping hat bestätigt, dass er in der Hafteinrichtung Nr. 2 in Chongqing festgehalten wird. Das Gefängnispersonal hat einen Besuchsantrag des Rechtsbeistands von Dong Guangping jedoch abgelehnt.

Beide Männer sind zuvor aufgrund ihres friedlichen Aktivismus in China inhaftiert und gefoltert worden. Sie flohen nach Thailand und ihnen wurde der Flüchtlingsstatus gewährt. Als die thailändische Regierung die beiden Männer am 13. November 2015 nach China abschob, war ihnen bereits die schnelle Aufnahme in einem Drittland zugesagt worden. Am 18. November hätten sie dazu ausreisen sollen.
Die letzten Bilder von Jiang Yefei und Dong Guangping stammen vom 26. November 2015, als die staatliche Nachrichtenagentur CCTV ein Video von ihnen ausstrahlte, in dem sie "gestanden", an Menschenhandel beteiligt gewesen zu sein und "zugaben", dass Jiang Yefei Dong Guangping dabei geholfen habe, "illegal" nach Thailand einzureisen. Nachdem sie das Video gesehen hatten, äußerten ihre Familien Vorwürfe, beide Männer könnten gefoltert und anderweitig misshandelt worden sein. Sie gaben an, die Gesichtsausdrücke und Stimmen der Männer seien verdächtig fremd gewesen. Zudem erkannten sie Anzeichen von Stress und Schmerzen
  

Es gibt eine Urgent Action, die sich für Jiang Yefei und Dong Guangping einsetzt.

Schreibt eine E-Mail an: gabzfwz(at)mps.gov.cn, presse.botschaftchina(at)gmail.com

Betreff: Jiang Yefei und Dong Guangping

Text:
Sehr geehrter Herr Minister,


ich habe erfahren, dass der Haftort von Dong Guangping nun bekannt ist. Er und Jiang Yefei wurden im November 2013 von Thailand nach China abgeschoben, obwohl der UN-Hochkommissar fuer Fluechtlinge sie als Fluechtlinge anerkannt hatte. Dies stellt einen Verstoss gegen das Voelkerrecht dar.
Bitte stellen Sie sicher, dass man nicht gegen Jiang Yefei und Dong Guangping vorgeht, weil sie friedlich Gebrauch von ihren Menschenrechten gemacht haben.
Sorgen Sie dafuer, dass sie ein Verfahren erhalten, das internationalen Standards fuer faire Verfahren entspricht, in Haft vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschuetzt sind und regelmaessigen, uneingeschraenkten Zugang zu ihren Familien und Rechtsbeistaenden erhalten.
Bitte weisen Sie andere Laender nicht laenger an, Personen abzuschieben und damit gegen das Voelkerrecht zu verstossen.



Mit freundlichen Gruessen

(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Haftort bekannt

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.





"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)


Donnerstag, 2. Juni 2016

Petra Durst-Benning: Winterwind



Inhaltsangabe des Verlages:
Aufbruch und Neubeginn — darum geht es in den sechs stimmungsvollen neuen Geschichten von Petra Durst-Benning. In der Winter- und Weihnachtszeit erfahren ihre beliebtesten Heldinnen und Helden, was es bedeutet, Altes hinter sich zu lassen und Neues zu wagen. Ob die Silhouettenschneiderin Margarete am Stuttgarter Hof oder die Erben der Glasbläserin in Thüringen: Sie alle erleben jetzt besondere Momente voller Spannung, Fröhlichkeit und starker Gefühle. Die kurzen Erzählungen öffnen eine Tür zur Welt von Petra Durst-Benning. In winterlichen Lesestunden laden sie zum Versinken ein.


Mir hat "Winterwind" von Petra Durst-Benning richtig gut gefallen.
Eigentlich hat mich das erstaunt, denn bisher habe ich um Kurzgeschichten einen großen Bogen gemacht. Ich war meistens enttäuscht von Kurzgeschichten, da sie es bei mir nicht geschafft haben Spannung zu erzeugen.
In "Winterwind" begegneten mir zum Teil alte Bekannte, die ich aus anderen Büchern der Autorin kannte. In einigen der Geschichten wird aber auch einfach nur ein Element der ursprünglichen Geschichte genommen und daraus etwas ganz neues gesponnen. So wird die Handlung zum Teil in einer anderen Epoche fortgeführt mit den Nachfahren der ursprünglichen Protagonisten oder aber eine Nebenfigur rückt in den Vordergrund. Einige der Episoden fand ich so interessant, dass ich davon auch gerne ein ganzes Buch gelesen hätte und nicht nur eine Kurzgeschichte. Aber was nicht ist kann ja noch kommen und vielleicht entwickelt die Autorin noch mehr daraus.
Wer auch die anderen Bücher der Autorin mag, für den ist "Winterwind" auf jeden Fall ein Muss und eine gute Überbrückung für die Zeit zwischen zwei Romanen. Das Buch hat nur einen Nachteil: Es ist einfach viel zu schnell gelesen.


So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Petra Durst-Benning: Winterwind


Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Ullstein Verlages.