Mittwoch, 24. Juli 2013

Robert M. Sonntag: Die Scanner

"Die Scanner" von Robert M. Sonntag ist ein Zukunfts-Thriller der aus der Perspektive des fiktiven Autors geschrieben ist. Handlungsort ist eine Großstadt im Jahr 2035.

Die Welt ist vernetzt, Freunde in der virtuellen Welt können über die "Mobril" jede Sekunde mitverfolgen, Informationen sind im Lexi-Ultranetz gespeichert und alles Gedruckte wird für das Ultranetz eingescannt und anschließend verheizt. Rob arbeitet als Buchagent und ist immer auf der Suche nach Lesern, die bereit sind für Bargeld ihre Papierbündel herzugeben. Doch als er auf einer seiner Touren an einen alten Mann gerät der sich nicht von seinem Buch trennen möchte, ist dies der Anfang einer Kette von Ereignissen die Robs Welt auf den Kopf stellen.

 
Für jeden Bücherliebhaber ist "Die Scanner" ein Zukunftsszenario wie es fast nicht schlimmer sein kann. Es gibt kaum noch gedruckte Bücher und neue Bücher geschrieben werden nicht mehr. Zwar gibt es für alle freie Informationen im Ultranetz, doch durch andere technische Entwicklungen ist das geschriebene Wort in den Hintergrund gerückt. Wissen ist Macht - und sich darauf zu verlassen, dass alles Wissen irgendwo gespeichert ist kann gefährlich sein. Die Technik ist nicht weiter unterstützend tätig, sondern kontrolliert den Menschen bis in die letzte Sekunde seines Lebens. Wer "Fahrenheit 451" gelesen hat, dem wird die Grundthematik von "Die Scanner" nicht fremd sein. Doch während das Buch von Ray Bradbury bereits in den 1960er Jahren geschrieben wurde und an manchen Stellen entsprechend antiquiert wirkt, hat Robert M. Sonntag (dabei handelt es sich um ein Pseudonym) die Handlung in ein nach dem heutigen Stand realistisches Zukunftsszenario versetzt. In Zeiten von Google, Facebook und Co. nimmt die Datenvielfalt im Internet immer mehr zu. Das gedruckte Buch wird zunehmend von ebooks abgelöst und so mancher wird insgeheim von einer „Mobril“ statt einem Smartphone träumen. "Die Scanner" kann einen hier ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen und auch ein wenig Angst davor machen, in welche Richtung die technische Entwicklung noch gehen mag. Dieses Buch ist daher nicht nur reine Unterhaltung, sondern auch ein wenig ein Weckruf. Auch wenn es mit 190 Seiten ein wenig knapp ausfällt, konnte mich der Autor mit seiner Welt, seinen Ideen und seinen Figuren überzeugen.

Empfehlen kann ich "Die Scanner" an alle Leser ab ca. 12 Jahren die sich für das Thema Zukunftsvisionen und Gesellschaftskritik interessieren. Ich halte das Buch auch als Unterrichtslektüre ab Klasse 7 für geeignet.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Robert M. Sonntag: Die Scanner

Dienstag, 23. Juli 2013

Beth Revis: Godspeed 02 - Die Suche


Drei Monate sind vergangen, seit Amy zu früh aus ihrem Kälteschlaf geweckt wurde. Junior hat nun die Kontrolle über das Schiff übernommen, doch er muss feststellen, dass dies ohne die ruhigstellende Droge Phydus alles andere als einfach ist. Die Bewohner der Godspeed nutzen ihre neue Entscheidungsfreiheit zur Revolution und auch die erschreckenden neuen Informationen zur wirklichen Lage der Godspeed sind kaum dazu gedacht den Frieden wieder herzustellen. Amy plagen noch andere Sorgen, denn für sie ist ungewiss, ob sie ihre Eltern jemals wieder sehen wird. Wer kann helfen die Situation auf der Godspeed unter Kontrolle zu bekommen und wer ist hier Freund und wer Feind?

Es ist noch nicht lange her, dass ich den ersten Band der Reihe rund um das Raumschiff "Godspeed" von Autorin Beth Revis gelesen habe. Aber direkt danach stand für mich fest, dass ich unbedingt wissen muss wie es weiter geht. "Godspeed - Die Suche" hat mich nicht enttäuscht und nun bin ich schon wieder gespannt, was für einen Abschluss die Reihe finden wird.
Besonders gut gefällt mir hier der Genremix. Im ersten Band dominierte neben Science-Fiction und Dystopie noch der Kriminalroman, im zweiten Band ist nun zusätzlich die Romantik-Komponente etwas stärker ausgeprägt.
"Godspeed - Die Suche" ist spannend von der ersten bis zu letzten Seite und Autorin Beth Revis versteht es ihre Leser zu überraschen. Durch die wechselnden Erzählperspektiven von Amy und Junior hat man die Möglichkeit die unterschiedlichen Prioritäten und Motivationen wahrzunehmen und mitzufiebern. Besser als noch im ersten Band fand ich die Beschreibung der übrigen Figuren, so dass ich hier eigentlich eine Weiterentwicklung sehe.
Wem der erste Band bereits gefallen hat, für den ist die Fortsetzung ein Muss. Wer die Reihe noch nicht kennt, der sollte mit Band eins beginnen. Empfehlen kann ich "Godspeed" an alle Leser ab. ca. 14 Jahren die gerne Bücher mit Genremix lesen und Dystopien/Sience-Fiction gegenüber besonders aufgeschlossen sind.
Der dritte Band unter dem Titel "Godspeed - Die Ankunft" erscheint bereits im Sommer 2013.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Beth Revis: Godspeed 02 - Die Suche

Montag, 22. Juli 2013

Tom Hillenbrand: Letzte Ernte


Xavier Kieffer erfüllt sich den Traum von einem eigenen Zelt auf der Schueberfouer, wo er seine hausgemachten Gourmet-Gromperekichelcher anbietet. Auch seine Freundin Valerie Gabin kommt gerne auf einen Besuch vorbei um die Kartoffelküchlein zu probieren. Doch nicht alle Gäste wissen sich zu benehmen und ein anscheinend angetrunkener Gast sorgt für Aufruhr. Als dieser Gast jedoch genau bei Xavier und Valerie seinen Schlüsselbund mit einer Magnetkarte daran verliert, wissen die zunächst nichts damit anzufangen. Doch schon am nächsten Tag gibt es einen Anruf von einer Firma für die der Unruhestifter angeblich gearbeitet hat und dann taucht auch noch die Meldung auf, dass in der Nacht ein Mann von einer bei Selbstmördern bekannten Brücke gestürzt ist. Wer war der Mann wirklich und was hat es mit den Schlüsseln und der Karte auf sich?

"Letzte Ernte" ist das erste Buch das ich von Autor Tom Hillenbrand gelesen habe. In der Reihe rund um den Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist dies jedoch nach "Teufelsfrucht" und "Rotes Gold" bereits der dritte Band.
Ich hatte nicht den Eindruck, dass man die ersten beiden Bücher kennen muss um hier folgen zu können. Alle Figuren wurden ausreichend vorgestellt und auch einige Ereignisse aus den ersten Büchern erwähnt.
Eigentlich fand ich das Buch ganz in Ordnung und habe mich beim Lesen auch nicht durchquälen müssen. Aber insbesondere im Rückblick gibt es doch einiges das mich gestört hat und daher die guten Ideen des Autors erdrückt.
Die Hauptfigur Xavier Kieffer lebt in Luxemburg, das eine eigene Sprache (das Luxemburgische) hat. Insbesondere die Namen der Speisen, aber auch Begrüßungen und die ersten Sätze von Dialogen sind daher in dieser Sprache wiedergegeben. Da der Rest aber in Hochdeutsch ist und auch an Ort und Stelle keine Übersetzung erfolgt (wobei man das meiste aber herleiten kann) fand ich das eher störend, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Auch das ständige Gequalme im Buch unter häufiger Erwähnung der Tabakmarken hat mich gestört. Wie können diese ganzen Gourmets überhaupt noch etwas schmecken, bei diesem extremen Zigrarettenkonsum?
Der Fall an sich und die Figuren die darin verwickelt sind fand ich interessant. Nur leider wird hier nicht wirklich ermittelt und der Leser hat auch keine Chance mitzuraten. Zwar fällt Kieffer mal ab und zu etwas Merkwürdiges auf, aber diese Idee teilt er nicht mit dem Leser und die Aufklärung erfolgt auch eher in Rückblicken und durch Erzähler, als durch das eigene Erleben. In diesem Zusammenhang ist auch nicht unbedingt alles logisch und scheint teilweise eher auf Zufällen zu beruhen.
Insgesamt gesehen kann ich "Letzte Ernte" daher nur bedingt empfehlen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Tom Hillenbrand: Letzte Ernte


Sonntag, 21. Juli 2013

KW29/2013 - Mein Buchtipp der Woche - Die Karte der Welt von Royce Buckingham

Ich habe schon länger kein Fantasyepos mehr gelesen, dass mich so richtig überzeugen konnte. Nun war es aber endlich mal wieder soweit und ich habe die 600 Seiten von "Die Karte der Welt" in kurzer Zeit verschlungen und daher nun als Buchtipp der Woche ausgewählt. Autor Royce Buckingham konnte mich hier mitten hinein in seine Welt ziehen und das habe ich bei anderen Büchern oft vermisst.

Inhaltsangabe zu "Die Karte der Welt":
Der junge Wexford lebt mit seinem Vater als Schweinezüchter an der nördlichen Grenze des Königreiches Abrogan. Wex hat ein außergewöhnliches Talent zum Zeichnen und wählt als Motiv mit Vorliebe die hinter dem Schleier verborgenen Zornberge. Als eine Expedition des Königs ihr Dorf durchquert, die einen neuen Kartenzeichner benötigt, erhält Wexford die Chance sich der Gruppe anzuschließen und als Kartograph auszuhelfen. Dieses Abenteuer bietet die seltene Möglichkeit mehr zu sehen als die heimische Grafschaft, doch niemand hätte erwartet wie abenteuerlich es wirklich wird, als Wex ein ganz besonderes Talent entdeckt: Seine Zeichnungen können die Position des Schleiers verschieben und zum Vorschein bringen, was für Jahrhunderte verborgen war …

Warum ich dieses Buch empfehlen kann:
"Die Karte der Welt" von Autor Royce Buckingham ist ein Roman der im fiktiven Reich Abrogan spielt. Dieses Reich wird seit Jahrhunderten vom geheimnisvollen Schleier im Norden begrenzt und niemand ist jemals wieder aufgetaucht, wenn er einmal in den Schleier geraten ist. Abrogan ist nicht nur von Menschen bevölkert, sondern auch von anderen Wesen und es gibt Personen mit magischer Begabung. Hauptfigur ist der 17jährige Wexford, der aus der Perspektive eines Erzählers begleitet wird. Ein zweiter Erzählstrang kommt später hinzu und berichtet von der Perspektive der Gegenseite aus, was eine sehr interessante Mischung ergibt.
Neben dem sehr sympathischen Wex sind es jedoch insbesondere die anderen Figuren, die hier überzeugen können und mit originellen Eigenschaften, Fähigkeiten, Äußerem und Persönlichkeit eine so bunte Mischung ergeben, dass es einfach Spaß macht sie auf dem Abenteuer zu begleiten. Da die Figuren alle so unterschiedlich sind, fällt auch trotz ihrer Vielzahl die Unterscheidung sehr leicht. Auch die verschiedenen Völker sind gut beschrieben und es ist mir sehr leicht gefallen beim Lesen Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Es gibt viele kämpferische Auseinandersetzungen, jedoch sind diese meiner Meinung nach gut integriert, so dass ich nicht den Eindruck hatte sie würden die Geschichte dominieren.
Ein sehr interessanter Aspekt in "Die Karte der Welt" ist außerdem die Karte von Abrogan. Ich liebe Bücher mit Kartenmaterial und normalerweise ist eine Karte der Handlungsorte am Anfang eines Buches zu finden. Ich war daher erst etwas enttäuscht hier keine zu finden, aber dafür wurde ich schon bald mehrfach entschädigt. Da sich die bekannte Welt durch Wex Talent im Buch ständig ändert, wird auch die Karte entsprechend ergänzt und taucht in ihrer jeweils neuen Form dann mitten im Buch auf. Eine tolle Idee, die mich sehr begeistern konnte, denn es macht wirklich Spaß die neuen Abschnitte auf diese Art und Weise zu erkunden.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Autor noch weitere Bücher aus der Welt von Abrogan schreiben wird, denn Potenzial und ungelöste Rätsel sind durchaus noch vorhanden. Doch "Die Karte der Welt" ist auch in sich abgeschlossen, so dass dies auch als Einzelband stehen bleiben könnte.
Empfehlen kann ich das Buch an alle Leser die actionreiche Fantasyromane mögen und Wert auf ein detailreiches Setting mit vielseitigen Figuren legen.

Hier kann man das Buch kaufen:  Die Karte der Welt von Royce Buckingham

Weiter Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage des Blanvalet Verlages.
Hier gibt es auch eine Leseprobe.

Freitag, 19. Juli 2013

KW29/2013 - Die Leckereien der Woche - saftiger Zitronenkuchen

Bei den aktuellen warmen Temperaturen ist ein saftiger Zitronenkuchen genau das richtige. Ich habe daher als Leckerei der Woche ein Rezept für eine besonders leckere Variante für Euch.

Für einen Kuchen (Backblech, große Form oder Gugelhupf) braucht man folgende Zutaten:
350 g Butter oder Margarine
300 g Zucker
6 Eier
350 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
3 Zitronen
1 Päckchen Citro-Cest oder die Schale von 1-2 unbehandelten Zitronen
200 g Puderzucker

1.
Butter oder Margarine in eine große Schüssel geben. Mit dem Zucker zusammen aufschlagen.
Die Eier einzeln dazu geben und alles gut verrühren.

2.
Mehl und Backpulver vermischen. Zwei Zitronen auspressen.
Die Mehlmischung und den Zitronensaft abwechselnd in Portionen zum Teig geben. Anschließend die Zitronenschale hinzufügen und alles gut verrühren.

3.
Eine Backform ausfetten (ich habe eine Form mit ca. halber Backblechgröße genommen).
Den Teig hineingeben und gleichmäßig verstreichen.
 

4.
Den Kuchen bei ca. 170 ° C für 20 - 25 Minuten backen (auf dem Backblech: 15-20 Minuten, in der Gugelhupfform: 40-50 Minuten). Der Kuchen ist fertig, wenn an einem Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt.
Den Kuchen in der Form abkühlen lassen.

5.
Die dritte Zitrone auspressen und den Saft mit dem Puderzucker vermischen. Dabei erst nur wenig Saft hinzugeben, da eventuell nicht alles benötigt wird.
Dann mit einem Pinsel gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen.
Ich habe den Kuchen in 15 Stücke geschnitten, nachdem der Zuckerguss fest war.




Guten Appetit!

Der Gewinner der Buchverlosung aus KW28/2013 (Der letzte Single fängt den Mann)

Das Losschweinchen hat entschieden und der Gewinner der Buchverlosung der Woche zu "Der letzte Single fängt den Mann" von Gemma Burgess aus dem Blanvalet Verlag steht fest!

"Limes" hat sich durch alle Lose durchgeschnüffelt und fand dann ein so interessant, dass er es aus dem Topf gekickt hat.

12 Lose wurden von mir geschrieben.

Wanderten unter Aufsicht von "Limes" in den Lostopf.


Ein Los wurde ausgewählt.


Herzlichen Glückwunsch, TANJA!
Du bekommst eine E-Mail von mir wegen dem Buchversand.
:-)

Es geht auch bereits weiter mit der nächsten Buchverlosung:

Blick in die Angst

Donnerstag, 18. Juli 2013

KW29/2013 - Buchverlosung der Woche - Blick in die Angst von Chevy Stevens

Diese Woche gibt es bei mir wieder ein Buch zu gewinnen!

Ich verlose den Thriller "Blick in die Angst" von Chevy Stevens.



"DU DENKST, DU KANNST ALLEN ANDEREN HELFEN. DOCH DU HAST VERGESSEN, WAS MIT DIR SELBST GESCHEHEN IST.
Als die Psychotherapeutin Nadine eine junge Patientin behandelt, die aus einer Sekte geflüchtet ist, muss sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen: Sie hat als Kind selbst in der »Fluss des Lebens«-Community gelebt. Was ist damals Furchtbares passiert? Und was hat die Sekte mit ihrer eigenen Tochter vor? Zu spät erkennt Nadine, dass sie noch immer in tödlicher Gefahr schwebt …"


Selbstverständlich handelt es sich um ein neues und ungelesenes Buch. Das Porto für den Versand übernehme ich. Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar oder schreibt eine E-Mail an: es.deh(at)gmx.de wenn ihr in den Lostopf möchtet.
Einsendeschluss ist jeweils Donnerstags um 20 Uhr. Der Gewinner wird am folgenden Freitag bekannt gegeben.


Viel Erfolg! :-)

Beth Revis: Godspeed 01 - Die Reise beginnt


Die 17jährige Amy lebt ein ganz normales Leben auf der Erde, als sich ihre Eltern entschließen sich einer Mission zur neu entdeckten Zentrauri-Erde anzuschließen und die 250 Jahre dauernde Reise im Kälteschlaf anzutreten. Es wird ihnen gestattet ihre Tochter mitzunehmen, auch wenn diese unwichtig für die Mission ist. Amy fällt die Entscheidung nicht leicht, ihr bisheriges Leben aufzugeben, doch ein Leben ohne ihre Eltern kann sie sich ebenfalls nicht vorstellen. Parallel reisen auf der „Godspeed“ Freiwillige mit, die sich auf die Besiedlung des Planeten vorbereiten und Experimente durchführen, die den Start auf der neuen Erde erleichtern sollen.
Viele Generationen später lebt der 16jährige Junior auf der Godspeed. Nach einer verheerenden Seuche haben sich die Gesellschaftsstrukturen stark verändert und Junior ist dazu vorbestimmt, der nächste Anführer seiner Generation zu werden. Doch als plötzlich Amys Kryo-Kammer abgeschaltet wird und sie ungeplant aus dem Kälteschlaf erwacht ist das empfindliche Gleichgewicht auf dem Schiff gestört und alles nimmt einen anderen Gang als es der Älteste vorgesehen hatte ...

Was "Godspeed - Die Reise beginnt" von Autorin Beth Revis für mich besonders interessant macht ist der Genremix. Wir haben hier Elemente von Science-Fiction, Dystopie, Jugendroman und sogar eines Kriminalromans. Mir persönlich hat das gefallen, aber eingefleischte Fans der einzelnen Genre wird das wahrscheinlich nicht so sehr überzeugen können.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Junior und Amy, wobei man Einblicke in die Gedanken und Gefühle beider Figuren erhält. Dieser Wechsel hat mir gut gefallen, obwohl die Kapitel dadurch manchmal etwas sehr kurz ausfallen und der Lesefluss vereinzelt unterbrochen wird. Leider sind die Beweggründe der anderen Figuren nicht immer so gut nachvollziehbar und hier hätte ich mir oft mehr Hintergründe zur Entwicklung der Figur gewünscht. So sind bei mir doch noch einige Fragezeichen übrig geblieben und die Nebenfiguren wirken dadurch nicht so gut entwickelt wie Junior und Amy.
Autorin Beth Revis kann hier mit einigen guten Ideen überzeugen die ich in dieser Kombination so noch nicht gelesen hatte. Es gab für mich überraschende Wendungen, auch wenn die Auflösung des Kriminalfalls nicht sonderlich spektakulär ausgefallen ist. Es ist auf jeden Fall noch Potenzial für die Fortsetzungen vorhanden, wobei der zweite Teil bereits unter dem Titel "Godspeed - Die Suche" erschienen ist. Der Abschluss "Godspeed - Die Ankunft" soll noch diesen Sommer folgen. Besonders gut gefallen hat mir hier noch, dass es eine Karte der "Godspeed" im Innenteil des Schutzumschlages gibt. Das hat bei der Orientierung sehr geholfen.
Empfehlen kann ich die Godspeed Reihe insbesondere an alle Leser ab. ca. 14 Jahren die gerne Bücher mit Genremix lesen und Dystopien/Sience-Fiction gegenüber besonders aufgeschlossen sind.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen:  Godspeed: Die Reise beginnt

Mittwoch, 17. Juli 2013

KW29/2013 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Raisa Radchenko

Ich möchte Euch Euch gerne die Menschenrechtsaktivistin Raisa Radchenko (70 Jahre) und ihre Tochter Daryna Radchenko vorstellen.


UA-Platzhalter-weiß: © Amnesty International

Eine 70-jährige Menschenrechtsaktivistin ist gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Damit soll sie allem Anschein nach für ihr menschenrechtliches Engagement bestraft werden.
Raisa Radchenko ist Mitglied mehrerer Bürgerverbände in Zaporizhzhya (Saporischschja) in der Ukraine und setzt sich gegen die dortige Korruption und Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei ein. Sie unterstützt MitbürgerInnen, die versuchen ihre Rechte einzufordern. Anfang Juni reiste sie in die Hauptstadt Kiew, um der Generalstaatsanwaltschaft und der Präsidialverwaltung Petitionen von Menschen aus Zaporizhzhya zu übergeben. Zuvor hatte sie bereits eine Petition organisiert, die den Rücktritt des Bürgermeisters von Zaporizhzhya fordert.
Daryna Radchenko, die Tochter von Raisa Radchenko, berichtete Amnesty International, am 10. Juli seien zwei PolizeibeamtInnen und ein/e PsychiaterIn zu ihnen nach Hause gekommen und haben Raisa Radchenko darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie laut Gerichtsbeschluss stationär einer psychiatrischen Untersuchung unterzogen werden solle. Bisher ist nichts über eine psychische Erkrankung bei ihr bekannt. Raisa Radchenko weigerte sich die Tür zu öffnen, da die PolizeibeamtInnen und der/die PsychiaterIn keine Dokumente vorlegen konnten, die den Gerichtsbeschluss bestätigten. Am 11. Juli begab sie sich mit ihrer Tochter und ihrem 5-jährigen Enkel zum Bezirksgericht Lenin, um nähere Informationen zu dem Vorfall zu erhalten. Daryna Radchenko berichtete, dass bis zu 30 PolizeibeamtInnen ihre Mutter umgehend festnahmen und auch sie und ihren Sohn festhielten. Daryna Radchenko trug dadurch Blutergüsse an den Armen davon. Am darauffolgenden Tag traf Daryna Radchenko den Chefarzt der psychiatrischen Klinik in Zaporizhzhya. Er setzte sie darüber in Kenntnis, dass der Gerichtsbeschluss aufgrund der Aussage zweier Reinigungskräfte zustande gekommen sei, die in Raisa Radchenkos Wohnblock arbeiten und sie des unsozialen Verhaltens beschuldigt hätten. Erst daraufhin wurde Daryna Radchenko eine Kopie des Gerichtsbeschlusses vorgelegt, in dem eine stationäre psychiatrische Beurteilung angeordnet wird.
Am 13. Juli konnte Daryna Radchenko ihre Mutter kurze Zeit in der Psychiatrie sehen und stellte dabei fest, dass ihre Mutter bereits ohne einen Gerichtsbeschluss, der ihre psychiatrische Behandlung genehmigt, behandelt worden war. ÄrztInnen hatten ihr Aminazin, ein starkes Beruhigungsmittel, das oft zur Behandlung von Depressionen und Schizophrenie eingesetzt wird, verabreicht. Die Tochter bemerkte darüber hinaus Blutergüsse am Körper ihrer Mutter. Am 15. Juli ordnete ein Gericht die stationäre psychiatrische Behandlung von Raisa Radchenko an, da sie ein Verhalten aufweise, das "eine Gefahr für die Gesellschaft darstelle".
Es gibt eine Urgent Action, die sich für die Freilassung von Raisa Radchenko einsetzt. 

Schreibt eine E-Mail an: emb_de(at)mfa.gov.ua, ukremb(at)ukrainische-botschaft.de

Betreff:
Frau Raisa Radchenko und Frau Daryna Radchenko

Text:

Mit der Bitte um Weiterleitung an:

GENERALSTAATSANWALT
Viktor Pshonka
Vul Riznitska 13/15
01601 Kyiv
UKRAINE

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

mit grosser Sorge habe ich von der psychiatrischen Behandlung Raisa Radchenkos erfahren und den mutmasslichen Misshandlungen durch PolizeibeamtInnen an ihr sowie an ihrer Tochter.

Ich moechte Sie nachdruecklich auffordern, Raisa Radchenko eine psychiatrische Untersuchung ausserhalb der Region Zaporizhzhya und im Beisein eines Psychiaters der Psychiatrischen Vereinigung der Ukraine zu ermoeglichen, um die Unparteilichkeit der Untersuchung zu gewaehrleisten. Raisa Radchenko darf keinerlei Behandlung unterzogen werden, solange Rechtsmittel gegen eine Zwangsbehandlung laufen.

Bitte leiten Sie zudem eine Untersuchung der mutmasslichen Misshandlung von Daryna Radchenko und Raisa Radchenko durch PolizeibeamtInnen ein.

Mit freundlichen Gruessen
(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren:

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.




"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."



(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 16. Juli 2013

Rebecca Lim: Mercy 01 - Gefangen


Mercy weiß nicht ob sie jemals einen eigenen Körper hatte oder einen eigenen Namen. Sie erinnert sich überhaupt nur an sehr wenig aus der Vergangenheit. Sie weiß, dass dies nicht ihr erster Gastkörper ist in dem sie nun erwacht ist und vermutlich soll sie hier eine Aufgabe erfüllen, bevor sie die Kontrolle wieder der Seele überlässt, die eigentlich diesen Körper bewohnt. Aber diesmal scheint es so, als sollte sie jemand anderem helfen, denn die Tochter ihrer Gastfamilie wurde vor Jahren gekidnapped und seitdem fehlt jede Spur von ihr. Ihr Bruder Ryan will nicht glauben das sie tot ist, aber mit dieser Meinung steht er alleine da - bis Mercy auftaucht.

"Gefangen" ist der erste Teil der Mercy Reihe von Autorin Rebecca Lim. Insgesamt sind vier Bände in der Reihe erschienen, die damit vermutlich auch ihren Abschluss gefunden hat.
Geschrieben ist das Buch aus der Perspektive von Mercy, die hier auch als Erzählerin fungiert und sich dem Leser zunächst vorstellt. Das wirkt am Anfang ein wenig unbeholfen, da Mercy nicht so recht damit rausrücken will, was sie denn über sich und ihre Vergangenheit weiß. Der Erzählfluss wird mit fortschreitender Seitenzahl jedoch deutlich besser.
Inhaltlich fand ich "Gefangen" zwar interessant, aber ziemlich vorhersehbar und aufgrund dessen auch nicht sonderlich spannend. Auch Mercys Selbstfindung fand ich etwas enttäuschend, da dazu einfach zu wenige Geheimnisse gelüftet werden. Sicherlich wird dazu noch mehr in den Folgebänden Erwähnung finden, aber dennoch ist hier erst einmal das Gefühl da, keinen richtigen Abschluss nach Band 1 zu haben. Vermischt wird hier neben Spannung und Mystery auch Romantik und es gibt zwei potenzielle Traumtypen, wobei mir persönlich der eine von beiden unsympathisch war.
Schade für die Reihe finde ich, dass mir genau die Figuren am sympathischsten waren, die wahrscheinlich in den Folgebänden nicht mehr auftauchen werden. Trotzdem werde ich dem zweiten Band eine Chance geben und sehen in welche Richtung es nun für Mercy weiter geht.
Empfehlen kann ich "Mercy 01 - Gefangen" an alle Leser ab ca. 14 Jahren die paranormale Romantik mit einem Schuss Spannung mögen.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Rebecca Lim: Mercy 01 - Gefangen