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Montag, 3. Juli 2017

Maeve Haran: Das größte Glück meines Lebens



Inhaltsangabe des Verlages:
Stella Ainsworth führt ein ruhiges Leben mit ihrem leicht pedantischen Mann, ihrer chronisch unzufriedenen Tochter und ihren drei geliebten Enkeln. Eigentlich ist sie nicht unglücklich, auch wenn es sie zunehmend stört, dass ihre Familie sie für selbstverständlich nimmt. Doch dann steht ihr Leben plötzlich Kopf, denn ihre Jugendliebe taucht wieder auf. Cameron Keene verließ England vor vielen Jahren und wurde zur Rockikone der 60er-Jahre. Zu Stellas Verwunderung erklärt er in einem Interview, dass sein berühmtester Song – der zur Liebeshymne einer ganzen Generation wurde – von ihr handelt und dass er zurückgekommen sei, um sie zu finden ...

"Das größte Glück meines Lebens" von Autorin Maeve Haran hat mich überrascht und sehr gut unterhalten. Die Inhaltsangabe des Verlages wird diesem Buch jedoch überhaupt nicht gerecht!
Es ist keinesfalls so, dass dieses Buch von der Suche des Rockstars nach seiner verlorenen Muse handelt, denn die hat er nach ca. 80 (von 460) Seiten gefunden. Vorgefunden habe ich vielmehr eine komplexe Familiengeschichte, die sich hauptsächlich mit den vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Konflikten zwischen den Generationen in Stellas Familie beschäftigt.
Vielleicht hätte sich der deutsche Verlag mal Gedanken dazu machen sollen, warum das Buch schon auf Englisch so wenige Leser anzieht und nicht die englische Inhaltsangabe wortwörtlich übersetzt übernehmen sollen.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Stella, inzwischen 64 Jahre alt, seit über 40 Jahren verheiratet, Mutter einer Tochter (Emma) und Großmutter von drei Enkeln die 16 (Jesse), 11 (Izzy) und 1 Jahr (Ruby) alt sind. Dazu gibt es dann noch ihren Ehemann Matthew, ihren Schwiegersohn Stuart und ihre beste Freundin Suze, mit der sie schon als Blumenkind in den 60er Jahren befreundet war.
Stella hat innerhalb der Familie nie viel über ihre Vergangenheit als Freundin eines Musikers gesprochen und so sind alle sehr überrascht, als sich herausstellt, dass dieser zu einem bekannten Rockstar wurde und sein berühmtestes Lied für Stella geschrieben hat. Als Cameron Keene nun samt seiner Entourage, Ex-Frau und aktueller Ehefrau auftaucht ist klar, dass dies nicht ganz unbemerkt an Stellas Leben vorüber ziehen wird. Was "Das größte Glück meines Lebens" interessant macht ist ganz klar die Personenkonstellation und das Aufeinandertreffen so unterschiedlicher Charaktere. Dabei kommt auch dem 16jährigen Jesse eine große Rolle zu und damit auch den unterschiedlichen Lebensentwürfen von Eltern und ihren Kindern.
Mir haben auch die Schauplätze der Londoner Vorstadt und Brighton gut gefallen. Brighton wirkte richtig lebendig auf mich und als Synonym für Stellas Wohnort und die Probleme mit der Infrastruktur und der städtebaulichen Entwicklung vor Ort können sicherlich viele vergleichbare Orte stehen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir zum Ende hin langsam zu viele schillernde Personen vertreten waren und ein solches Aufeinandertreffen dann doch langsam an der Glaubwürdigkeit der Geschichte knabberte.
Insgesamt gesehen habe ich "Das größte Glück meines Lebens" sehr schnell gelesen, was ein Zeichen dafür ist, wie flüssig es geschrieben ist. Empfehlen kann ich das Buch insbesondere als Sommerlektüre und als generationenübergreifendes Buch das zumindest aufzeigen kann, dass es für zweite Chancen im Leben nie zu spät ist.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Maeve Haran: Das größte Glück meines Lebens

Weitere Infos zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Mittwoch, 11. November 2015

Jeffery Deaver: Der Giftzeichner



Ein neuer Serienmörder treibt sein Unwesen in New York. Sein Merkmal ist, dass er seine Opfer tätowiert, aber er verwendet hierzu keine Tinte, sondern Gift. Zu den Mordermittlungen werden Berater Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs hinzugezogen. Am Tatort finden sich jedoch nicht nur die üblichen Indizien, sondern auch eine Verbindung zum sogenannten Knochenjäger-Fall. Handelt es sich hier um einen Nachahmungstäter?

"Der Giftzeichner" ist bereits der 11.Fall für Lincoln Rhyme und Amelia Sachs von Autor Jeffery Deaver.
Die bisherige Reihenfolge der Bücher lautet:
- Der Knochenjäger
- Letzter Tanz
- Der Insektenjäger
- Das Gesicht des Drachen
- Der faule Henker
- Das Teufelsspiel
- Der gehetzte Uhrmacher
- Der Täuscher
- Opferlämmer
- Todeszimmer
- Der Giftzeichner
Die Bücher bauen inhaltlich nicht stark aufeinander auf, aber die Charaktere haben sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt und so ist es schon sinnvoll die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Die eigentliche Thrillerhandlung ist in den Büchern jeweils in sich abgeschlossen. In "Der Giftzeichner" gibt es jedoch sehr viele Anspielungen auf "Der Knochenjäger" (Band 1) und "Der gehetzte Uhrmacher" (Band 7), so dass zumindest diese beiden Bände vorher gelesen werden sollten.
In vielerlei Hinsicht ist dies ein typischer Deaver. Es gibt Wendungen über Wendungen und Wendungen. Eine Auflösung ist grundsätzlich nie so wie sie auf den ersten oder zweiten Blick erscheint. Nur gerade weil das so typisch für einen Deaver ist, merke ich auch, dass mich das nicht mehr so überraschen kann und ich zumindest einen Teil der letztendlichen Auflösungen auch so erraten habe. Dennoch gefällt mir dieser Schreibstil einfach sehr gut und was ich hier ganz besonders liebe sind die Figuren. Mir sind Lincoln Rhyme und Amelia Sachs über die Jahre wirklich ans Herz gewachsen und ich freue mich nicht nur über ihre Ermittlungen und die kuriosen Kriminalfälle, sondern auch auf Neuigkeiten aus ihrem Privatleben. So wie es einem eben auch gehen würde, wenn man mal ab und zu erfährt wie es guten Bekannten geht die weit weg leben.
Die Verbindung zum alten Fall des Knochenjägers hätte ich hier ebenfalls nicht unbedingt gebraucht, aber ich fand es interessant zu den Anfängen dieses Ermittlerduos zurückgeführt zu werden. Die Eigenheiten dieses Giftzeichners fand ich teilweise sehr interessant, aber auch überzogen. Es ist erstaunlich, dass Jeffery Deaver immer noch neue Ideen hat, die noch mal so ganz anders sind als das was er vorher geschrieben hat. Aber dennoch bekommt man bei einem Deaver eben genau das was man erwartet: Ein sympathisches Ermittlerteam mit kuriosen Fällen und vielen vielen Wendungen.
Wer damit rechnet, der wird auch nicht enttäuscht werden und ich kann "Der Giftzeichner" daher auch wieder an alle Thriller-Liebhaber empfehlen.


So habe ich das Buch bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Jeffery Deaver: Der Giftzeichner

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Montag, 5. Oktober 2015

Charlotte Lyne: Die Glocken von Vineta


Im 12. Jahrhundert beherrscht Vineta den Handel an der Ostsee.
Keine andere Stadt ist so prunkvoll, doch den Nachbarn ist der von Heiden bewohnte Landstrich ein Dorn im Auge.
Wartislaw tritt das Erbe eines Kaufmanns in Vineta an und bereist ferne Länder und betreibt Handel. Sein Zwillingsbruder Boleslaw hingegeben heiratet früh, muss seine Familie durchbringen und schafft es nie ohne Neid auf seinen Bruder zu blicken.
Im fernen Nowgorod kämpft derweil die junge Natalia um ihr Überleben, nachdem ihre Familie den Tod fand und sie als Magd in das Haus des Herrn kommt.
Doch die Begegnung von Warti und Natalia ist entscheidend für ihrer beider Leben …


Ich muss gestehen, dass ich mir zunächst unter "Die Glocken von Vineta" von Autorin Charlotte Lyne etwas anderes vorstellt hatte. Obwohl ich schon viele historische Romane gelesen habe, war die Legende um die Ostseestadt Vineta bisher spurlos an mir vorbei gezogen. Ich daher daher, dass es in diesem Buch um Venedig gehen würde und es sich bei dem Begriff Vineta um eine alte Bezeichnung handeln würde. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich das Buch wohl auch schon viel früher gelesen und nicht einige Jahre im Bücherregal stehen lassen.
Geschichten um versunkene Städte und Kulturen interessieren mich sehr und so hat mich auch fasziniert was die Autorin hier rund um Vineta zusammengetragen (und glücklicherweise auch im Nachwort erläutert) hat.
Der Leser bekommt hier eine komplexe Geschichte serviert mit Machtkämpfen und einer spürbar authentischen historischen Handlung. Die Figuren sind facettenreich und weichen ab von üblicher schwarz-weiß Zeichnung. Schon die Brüder Warti und Bole bilden einen interessanten Rahmen der Handlung in Vineta und zu Anfang hat mir der Erzählstrang rund um Natalia in Nowgorod fast noch besser gefallen. Natalia ist das, was ich eine wirklich starke weibliche Hauptfigur nenne. Sie ist sehr untypisch für die Zeit in der sie lebt, wirkt aber dennoch so, als könnte es sie wirklich gegeben haben. Es ist keine romantische Liebesgeschichte die hier erzählt wird und doch ist man ganz gefangen und fiebert mit den Figuren mit.
An einigen Stellen gab es für mich recht abrupte Wendungen, bei denen die Beweggründe der handelnden Figuren auch nicht immer offensichtlich waren. Hier hätte ich mir manchmal noch ein wenig mehr Hintergrundwissen gewünscht, denn manches ist für mich dann doch mehr an der Oberfläche geblieben als ich es mir gewünscht hätte.
Insgesamt gesehen kann mich jedoch der Kampf um Vineta mit Natur und Gegnern überzeugen und die kraftvolle und bildreiche Sprache ist für mich eine Empfehlung noch weitere Bücher der Autorin zu lesen. Empfehlen kann ich "Die Glocken von Vineta" daher an alle Leser die komplexe historische Romane mögen.
 

So habe ich  bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen:  Charlotte Lyne: Die Glocken von Vineta

Mittwoch, 2. September 2015

Beatriz Williams: Das geheime Leben der Violet Grant

Vivian Schuylers großer Traum ist es als ernstgenommene Journalistin zu arbeiten. Doch im Jahr 1964 sehen ihre Vorgesetzten eine Frau doch besser geeignet zum Kaffeekochen und für Recherchearbeiten. Vivian braucht dringend ein Thema für einen Artikel das auch die Chefetage überzeugen kann. Wie gerufen scheint dafür ein geheimnisvoller Koffer geeignet zu sein, der einst Vivians Großtante Violet Grant gehörte, bevor er vor 50 Jahren gemeinsam mit ihr verschwand. Unverhofft wurde dieser Koffer nun Vivian als nächste Verwandte mit dem ähnlichstem Namen zugestellt und damit auch die Hoffnung über den Inhalt etwas über den Verbleib von Violet - und dem Gerücht sie hätte ihren Ehemann Dr. Grant ermordet – herauszubekommen. 

"Das geheime Leben der Violet Grant" von Autorin Beatriz Williams führt den Leser mitten hinein in die wissenschaftliche Elite Berlins kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Es ist ein hochkaratig besetzter Kreis von Wissenschaftlern der sich hier trifft und mitten unter ihnen ist die fiktive Figur der Violet Grant geborene Schuyler, verheiratet mit Dr. Grant, aber auch selber renommierte Physikerin. Ihre Existenz wird in der Familie Schuyler todgeschwiegen, denn seit Ausbruch des ersten Weltkrieges ist sie verschwunden, zeitgleich mit ihrem Liebhaber und nachdem ihr Ehemann ermordet aufgefunden wurde. Es hält sich seitdem hartnäckig das Gerücht, dass sie für seinen Tod verantwortlich ist und Abwesende können sich nicht wehren. Nachdem ihre Großnichte Vivian zufällig in den Besitz ihres Koffers gerät macht sie sich zur Aufgabe endlich Licht in diese Geschichte zu bringen und fängt auf eigene Faust an zu recherchieren. Stück für Stück nähert sie sich so den Ereignissen in Berlin 1914 und stellt dabei fest das sie ihrer Verwandten gar nicht so unähnlich ist. Beide Frauen haben sich für ihre Freiheit eingesetzt und dabei auch die Missbilligung ihrer Familie in Kauf genommen. Neben ihrer beruflichen Emanzipation hat sich Vivian dabei auch noch mit ihrem Liebesleben auseinander zu setzen, denn zeitgleich mit dem Koffer trat auch noch ihr eigener Dr. in ihr Leben. Es stellt sich hier also die Frage ob dies ebenso tragisch enden wird wie bei Violet. Beide weibliche Hauptfiguren sind sehr skurrile Figuren und besonders gefallen haben mir ihre Ecken und Kanten und bei Vivian ihre direkte Sprache.
Erzählt wird hier auf zwei Zeitebenen und so direkt Anteil genommen an den Leben von Violet und Vivian. Die Perspektiven sind dabei klar getrennt und mir war auch vom Ton her immer klar, wer hier gerade Erzähler ist. Sowohl Vivians "kein Blatt vor den Mund nehmen" als auch Violets wissenschaftliche Arbeit und romantischen Abenteuer haben mir gut gefallen.
Im Mittelteil traten für mich kleine Längen auf, doch zum Ende hin wurde es wieder interessant und ich habe die Geschichte gerne bis zum Ende verfolgt.
Empfehlen kann ich "Das geheime Leben der Violet Grant" daher an alle Leser, die sich für starke Frauencharaktere und Bücher mit mehreren Erzählebenen interessieren.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Beatriz Williams: Das geheime Leben der Violet Grant

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Dienstag, 23. Juni 2015

Cristina Caboni: Die Rosenfrauen

Inhaltsangabe des Verlages:
Elena Rossini hat ein besonderes Talent für Düfte, denn sie stammt aus einer Familie begnadeter Parfümeurinnen. Lange hat sie sich dagegen gesträubt, die Tradition fortzusetzen. Doch als Elenas Leben plötzlich zerbricht, beschließt sie kurzerhand, sich ihrem Schicksal zu stellen: Sie will herausfinden, was sich hinter dem "perfekten Parfüm" verbirgt, das eine ihrer Ahninnen entdeckt haben soll. Die Suche danach führt Elena in die Toskana und die Provence, in die Vergangenheit ihrer Familie, vor allem aber zu sich selbst – und zur Liebe ...

"Die Rosenfrauen" der italienischen Autorin Cristina Caboni ist eine typische Urlaubslektüre, die gut auf einen Urlaub einstimmen, oder aber dort vor Ort gelesen werden kann.
Mir gefällt hier sehr gut, dass sich alles rund um das Thema Düfte und Parfum dreht und man beim lesen auch oft den Eindruck hat den Geruch wahrzunehmen und die eigene Phantasie angeregt wird. Jedes Kapitel wird überschrieben mit einer Zutat die Verwendung in Parfums findet und den Besonderheiten und Auswirkungen dieses Duftes. Überhaupt fand ich, dass die Autorin die Entstehung der Düfte und die damit verbundenen Emotionen sehr gut beschreibt. Das ist für mich auch das besonders an "Die Rosenfrauen", denn die Handlung ist doch ziemlich vorhersehbar und driftet doch ein bisschen ins Kitschige ab.
Hauptfigur ist hier Elena, die aus einer Familie von Parfümeurinnen stammt. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht daher sowohl ihr Familienerbe, als auch Elenas Liebesleben. Ihr zur Seite steht ihre Jugendfreundin Monie, die ebenfalls im Parfumgeschäft tätig ist. Schauplätze sind hier vorrangig Florenz und Paris, wobei mir die Beschreibungen gefallen haben. Insgesamt gesehen lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen und ich hatte auch das Bedürfnis mehr von den Figuren zu erfahren. Inhaltlich ist die Handlung aber eher was für Romantiker und mehr verträumter Liebesroman als eine realistische Geschichte. Auch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse sorgte für den einen oder anderen Seufzer bei mir, denn wenn man als Leser schon längst ahnt was los ist und die Protagonisten noch ahnungslos herumirren ist das nicht immer befriedigend.
Ich habe mich jedoch zumindest über große Teile des Romans hinweg sehr gut unterhalten gefühlt und das ist für mich auch ein wichtiges Kriterium, denn was nützt mir eine hochtrabende und intellektuell anspruchsvolle Handlung, wenn ich mich dennoch langweile. Empfehlen kann ich "Die Rosenfrauen" daher an alle Leser, die romantische Romane mit starker Bildsprache mögen.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Cristina Caboni: Die Rosenfrauen

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Dienstag, 10. März 2015

Deborah Harkness: Das Buch der Nacht


Inhaltsangabe des Verlages:
Nach ihrer Zeitreise in das London Elisabeth‘ I. kehren Diana Bishop und Matthew Clairmont zurück in die Gegenwart, wo neue Herausforderungen, vor allem aber alte Feinde sie erwarten. In Sept-Tour, der Heimat von Matthews Ahnen, treffen sie aber auch endlich ihre Freunde und ihre Familien wieder. Außerdem werden sie mit einem tragischen Verlust konfrontiert, der besonders Diana trifft. Die wahre Bedrohung für die Zukunft aber, muss noch aufgedeckt werden, und dafür ist es von höchster Wichtigkeit, das Geheimnis um das verschollene Manuskript Ashmole 782 zu entschlüsseln und die fehlenden Seiten zu finden ...

Ich habe versucht selber eine kurze Inhaltsangabe zu "Das Buch der Nacht" von Deborah Harkness zu formulieren und festgestellt, dass ich damit echte Probleme habe. Zum einen will ich nicht zu viel verraten, denn es handelt sich hier schließlich um den letzten Band einer Trilogie. Zum anderen habe ich aber auch gemerkt, dass ich gar nicht so genau formulieren kann worum es hier geht, denn eigentlich ist das Buch eine einzige große Suche nach dem Geheimnis von Ashmole 782 und dem Ursprung der Kreaturen.
Nach "Die Seelen der Nacht" und "Wo die Nacht beginnt" bildet "Das Buch der Nacht" also nun den Abschluss und als Band der alles Vorherige verbindet und daraus eine Einheit bildet habe ich das Buch auch empfunden. Mir hat die Reihe von Autorin Deborah Harkness von Anfang an gut gefallen und ich habe mich daher nun auch darauf gefreut zu erfahren wie es mit Diana und Mathew weiter geht. Für mich war das immer ein bisschen wie Jamie und Claire (Highlander-Saga von Diana Gabaldon) trifft auf City of (Cassandra Clare).
Nun sind die Bücher nicht gerade dünn und es sind doch auch einige Jahre vergangen bis alle drei Bücher erschienen sind. Bei Band zwei hat mir dabei sehr geholfen das es am Anfang ein Kapitel gab das dem Leser noch einmal alle wichtigen Figuren und Ereignisse in Erinnerung gerufen hat. Das gab es jetzt beim dritten Band leider nicht und entsprechend schwer ist mir leider auch der Wiedereinstieg in diese Welt gefallen. Nach und nach kam dann auch die Erinnerung wieder und spätestens ab der Hälfte war ich wieder ganz in der Geschichte gefangen. Schwer gefallen ist mir hier aber dennoch, dass so ziemlich jede Figur der ersten beiden Bände auch wieder auftaucht und dazu dann noch einige neue dazu kommen. Übersichtlich ist ganz klar was anderes und ein Personenverzeichnis oder Stammbäume gab es hier natürlich auch nicht. Gerade bei einer Geschichte in der es um Familienzusammenhänge kombiniert mit Zeitreisen geht wäre das jedoch hilfreich gewesen.
Unabhängig davon habe ich mich jedoch sehr gut unterhalten gefühlt und ich war gespannt wie sich denn nun alles auflösen wird. Von Romantik zu Spannung und wieder zurück wird dem Leser viel geboten und die Figuren sind mir einfach über die Bücher hinweg ans Herz gewachsen. Dies betrifft nicht nur die Hauptfiguren Matthew und Diana (die ja schon fast zu perfekt sind), sondern besonders einige der Nebenfiguren die hier auch ihre Momente im Scheinwerferlicht erhalten. Ebenso ist für mich die Kombination aus Geschichte, Fantasy und Wissenschaft sehr gut gelungen.
Für mich persönlich hätte es in der Handlung allerdings nicht so viele Perspektivenwechsel gebraucht, denn eigentlich bevorzuge ich Bücher die aus ein oder zwei Perspektiven erzählt werden, während es hier etwa fünf waren.
Insgesamt gesehen ist "Das Buch der Nacht" jedoch ein würdiger Abschluss der Reihe und ich freue mich nun alle Bücher vollständig im Regal stehen zu haben. Der Blick auf die Cover und Buchrücken zeigt mir jedoch mal wieder, dass sich Illustratoren und Layouter kein bisschen um Sammler scheren, denn so wirklich zusammenpassen tun die Bücher nicht.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Deborah Harkness: Das Buch der Nacht

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Samstag, 30. August 2014

Diana Gabaldon: Ein Schatten von Verrat und Liebe

Inhaltsangabe des Verlages:
Sie versprachen sich die Ewigkeit – doch das Schicksal lässt nicht mit sich handeln ...
Die entscheidende Schlacht des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges steht bevor. Als der totgeglaubte Rebell Jamie Fraser an die Seite seiner Frau Claire zurückkehrt, muss ihre Liebe erneut der Gewalt ihrer Zeit trotzen. Kann ihre durch zwei Jahrhunderte voneinander getrennte Familie allen Gefahren widerstehen? – Das nächste große Abenteuer um Verrat und Versöhnung, Gefahr und Tod sowie Liebe und Loyalität einer Familie zwischen allen Fronten.

Nun ist er endlich da, der achte Band der Highlander-Saga rund um Jamie und Claire - vier Jahre warten haben ein Ende. Für diejenigen die es noch nicht wissen, dies hier ist die Reihenfolge der bisher erschienenen Bücher:
- Feuer und Stein
- Die geliehene Zeit
- Ferne Ufer
- Der Ruf der Trommeln
- Das flammende Kreuz
- Ein Hauch von Schnee und Asche
- Echo der Hoffnung
- Ein Schatten von Verrat und Liebe
Sicherlich wird nicht jeder Leser zufrieden dieses achte Buch zuklappen und sich einfach nur freuen wieder etwas neues aus der Welt von Jamie und Claire erfahren zu haben. Aber genau so geht es mir jetzt. Die Frasers, Randalls, MacKenzies, Murrays und Greys sind für mich zu alten Bekannten geworden die ich nun schon seit Jahren begleite und bei denen ich mich freue einfach zu hören was sie so machen, wie sich ihr Leben entwickelt hat und wer mit wem wie und warum verbandelt ist.
Und solange es immer noch so ist, dass mir diese fast 1000 Seiten weder langatmig vorkommen, noch ich genug von den manchmal vorkommenden Wiederholungen habe, ist für mich auch noch nicht der Tag gekommen an dem ich nicht jedem empfehlen werde diese Reihe zu lesen und sich mit in diese Welt ziehen zu lassen.
Band sieben hat die Leser mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger zurückgelassen und so musste Band acht zu Beginn erst einmal die Trümmer zusammenkehren, den Leser beruhigen und ein wenig die alte Ordnung wiederherstellen. Man erfährt ziemlich direkt, dass Jemmy nicht in die Vergangenheit entführt wurde und der totgelaubte Jamie natürlich alles andere als einverstanden damit ist, dass Claire in der Zwischenzeit Lord John geheiratet hat.
Da wir uns zeitlich nun mitten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg befinden, kommt man nicht darum herum die Protagonisten auch auf das eine oder andere Schlachtfeld zu begleiten, wobei sich dort jedoch auch historisch bekannte Gestalten wie General Washington herumtreiben.
Für meinen persönlichen Geschmack hätte hier ruhig ein wenig mehr der Augenmerk auf Brianna und ihrer Familie liegen können, denn das was ihnen widerfährt fand ich auch besonders interessant. Viele Fäden wurden nun in diesem achten Band zusammengeführt, doch einige offene Fragen habe ich dennoch noch. Für Band neun bahnt sich nun der große Showdown an und wie ich gehört habe, soll es wohl hier tatsächlich einen Abschluss der Reihe geben. Ob ich das gut finden soll, weiß ich noch nicht, denn auch wenn die Reihe inzwischen ein eigenes Bücherregal braucht, werde ich die Figuren schon vermissen.
Um die Wartezeit für Band neun zu überbrücken kann ich nur hoffen, dass Diana Gabaldon noch mal wieder einen Abstecher für eine Lesereise nach Deutschland machen wird. Als Band sieben erschienen ist war ich bei einer solchen Lesung und es war ein wirklich tolles Erlebnis! Auch die in der Zwischenzeit erschienenen Kurzgeschichten haben das Warten ein wenig verkürzt.
Empfehlen kann ich "Ein Schatten von Verrat und Liebe" an alle Leser, die ebenso wie ich diese Reihe lieben. Wer sie noch nicht kennt, dem empfehlen ich das schnellstens zu ändern und mit "Feuer und Stein" zu beginnen.

So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: KW32/2014 - Mein Buchtipp der Woche - Diana Gabaldon: Ein Schatten von Verrat und Liebe

Weiter Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Samstag, 5. Juli 2014

Marc Elsberg: Zero - Sie wissen, was Du tust

Inhaltsangabe des Verlages zu "Zero - Sie wissen, was Du tust":
London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen …



"Zero - Sie wissen, was Du tust" von Autor Marc Elsberg greift die Ängste seiner Leser auf und schafft so Spannung aufzubauen, die auf aktuellen Meldungen basiert. Whistleblower, NSA und Datenkraken sind Begriffe die inzwischen auch dem Laien nicht mehr fremd sind und die das Bewusstsein der Internetnutzer doch nachhaltig geprägt haben. Marc Elsberg treibt dies mit "Zero" jedoch noch auf die Spitze, indem Szenarien entworfen werden die zwar aus einem Roman stammen, jedoch nah genug an der Realität sind um richtig beängstigend zu wirken. Die Geschichte wirkt sehr gut recherchiert und stellt nicht nur einseitig die negativen Seiten der Datenüberwachung und des Internets dar, sondern schafft es auch eine Balance zu finden, die neue Technologien nicht nur verteufelt, sondern auch in einen Kontext stellt.
Hauptfigur ist hier eine britische Journalistin, die mehr oder weniger durch Zufall auf eine Story stößt und dadurch erkennt, wie sehr die Internetkonzerne auch schon das Leben ihrer Familie bestimmen. Marc Elsberg hat es dabei sehr gut geschafft die unterschiedlichen Generationen und Meinungen in Form unterschiedlicher Figuren in die Handlung einzubinden und so dem Leser auch ganz unterschiedliche Identifikationsfiguren zu schaffen. 
Schon mit "Blackout" konnte mich der Autor überzeugen, doch bei "Zero" hat er es meiner Meinung nach noch mehr geschafft die Spannungskurve zu halten und den Leser in die Geschehnisse einzubinden.
Empfehlen kann ich "Zero - Sie wissen, was Du tust" an alle Leser die sich für aktuelle technologische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft interessieren.



So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Marc Elsberg: Zero - Sie wissen, was Du tust

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.

Montag, 10. März 2014

Patricia Mennen: Im Land der sieben Schwestern

Inhaltsangabe des Verlages: 
England, 1855. Als die junge Amber, Tochter aus gutem Hause, dem Offizier Ashton Cartwright begegnet und sich in ihn verliebt, beginnt für sie ein neues, aufregendes Leben. Mit ihrem frisch angetrauten Ehemann, dessen Truppe sich auf Indieneinsatz befindet, reist sie nach Assam, wo sie in der faszinierenden, fremden Kultur völlig aufgeht. Doch dann stirbt Ashton – offenbar wurde er durch eine gestohlene Statue mit einem Fluch belegt. Amber muss das Relikt zu seinem Ursprungsort, einem abgelegenen Bergdorf, zurückbringen. Nur der Amerikaner Rhys kann ihr dabei helfen – doch der ist genauso unausstehlich wie geheimnisvoll … 

Ich lese sehr gerne historische Romane die in fernen Ländern spielen und als Ausgangspunkt das viktorianische England haben. "Im Land der sieben Schwestern" von Autorin Patricia Mennen entführt seine Leser nach Indien und Assam zur Kolonialzeit.
Zwar hatte ich zuvor schon Bücher gelesen, die zu dieser Zeit in Indien spielen, jedoch noch keines, das sich mit Assam und den unterschiedlichen Religionen in den nördlichen Regionen und im Himalaya beschäftigt. Ich fand die Informationen daher sehr interessant und besonders das Schlusswort der Autorin hat mir noch einiges genauer erklärt. Gut gefallen hat mir auch, dass es eine Karte im Buchdeckel gab, so dass leicht eine örtliche Orientierung möglich war.
Erzählt wird hier rund um die Familie von Amber, deren Vater eine große Spinnerei betreibt und deren Bruder das Geschäft übernehmen soll. Erzählende Nebenfiguren sind auch Malcolm, ein Angestellter der später als Ingenieur tätig ist und seine Schwester Lexie, die als Dienstmädchen für die Familie gearbeitet hat.
Amber hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen. Sie ist ein offener und freidenkender Mensch, ist aber auch in ihrer Zeit verankert und wirkt nicht einfach nur wie ein modernes Mädchen das man in einen historischen Roman verfrachtet hat. Ich habe ihre Geschichte sehr gerne verfolgt und würde mich auch freuen, wenn sie in den geplanten Fortsetzungen im Mittelpunkt steht.
Auch die Nebenfiguren haben mir gefallen, aber ich hatte zeitweise den Eindruck, dass die Autorin mit Malcolm und Lexie zu viele Aspekte gleichzeitig in der Handlung unterbringen wollte. Solange sich die beiden in England befanden, fand ich ihre Geschichte authentisch, doch mit der Integrierung in den Handlungsstrang in Indien wurde mir das ein wenig zu konstruiert.
Insgesamt gesehen ist "Im Land der sieben Schwestern" für mich ein richtiger historischer Roman und nicht nur ein Liebesroman vor historischer Kulisse. Ich kann das Buch daher an alle Leser empfehlen die gerne mehr über diese Region Asiens und eine interessante weibliche Hauptfigur erfahren wollen. 

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Patricia Mennen: Im Land der sieben Schwestern

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Dienstag, 18. Februar 2014

Kathrin Lange: 40 Stunden

Beim LKA Berlin wurde eine Sondereinheit gegründet, die der Aufklärung religiös motivierter Verbrechen dienen soll. Zu den Ermittlern gehört Faris Iskander, der jedoch nach einem Bombenanschlag lange nicht arbeiten konnte und nun wegen einem Zwischenfall bei der Arbeit suspendiert ist. Doch ausgerechnet bei ihm meldet sich telefonisch ein Mann, der Bomben im Zusammenhang mit dem in Berlin stattfindenden ökumenischen Kirchentag ankündigt. Parallel erhält Faris noch eine E-Mail mit einem Video auf dem ein Mann gekreuzigt wird. Stirbt der Gekreuzigte, so wird es einen großen Bombenanschlag geben, spätestens jedoch in 40 Stunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mir hat "40 Stunden" von Autorin Kathrin Lange sehr gut gefallen. Es ist ein Thriller, der mit der Angst vor Terroranschlägen spielt und zeigt, dass es gar nicht so einfach ist die Motive für solche Taten zu erkennen und ohne Bekennerschaft einen eindeutigen Täterkreis festzulegen.
Die Hauptfigur Faris Iskander ist nicht der typische deutsche Ermittler, sondern endlich auch mal eine Person mit Migrationshintergrund, was eine neue Perspektive für den Leser bringt. Er hat Ecken und Kanten und hat mir im Ganzen gut gefallen. Die Nebenfiguren spielen eine eher untergeordnete Rollen, fallen aber auch durch ihre Unterschiedlichkeit auf.
Thriller mit einem Countdown der die Ermittler unter Druck setzt sind ganz sicher nicht neu, aber dennoch fand ich es hier sehr gut in die Geschichte integriert und glaubhaft.
Das Erzähltempo ist hoch und die Spannung wird gut aufrecht gehalten. Die Erkenntnisse der Polizei und ihre Vorgehensweise erscheinen auch passend für eine deutsche Behörde und nicht abgekupfert aus CSI oder ähnlichem.
Erzählt wird sowohl aus der Perspektive von Faris, als auch in kurzen Episoden aus der Sicht des Täters, was kleine Einblicke in die Hintergründe gibt, aber nicht dem Leser Wissen gegenüber der Ermittlung vorwegnimmt. Zusätzlich gibt es noch ein paar kurze Abschnitte die eine scheinbar unbeteiligte Person begleiten.
Die Autorin hat es auch geschafft mich mit der Entwicklung der Handlung zu überraschen, so dass ich bis zum Ende mit raten konnte. An einigen Stellen wirkte die Geschichte zwar ein wenig konstruiert, doch insgesamt gesehen hat mich "40 Stunden" sehr gut unterhalten und ich kann das Buch an jeden Thriller-Fan empfehlen.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Kathrin Lange: 40 Stunden 

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Dienstag, 4. Februar 2014

Sarah Benedict: Das Haus der blauen Schmetterlinge


Elsa Fa’alua ist eine samoanische Prinzessin, aber da ihr Vater ein deutscher Kapitän war, wurde sie nie vollständig von der Königsfamilie akzeptiert. Elsa beschließt daher, einen Deutschen zu heiraten und so im Land ihres Vaters eine neue Heimat zu finden. Anfänglich scheint die Ehe mit Henning Matthes die Erfüllung ihrer Träume zu sein, doch schon bald folgt die Ernüchterung. Die Kolonisten aus Europa akzeptieren Elsa nicht als eine der ihren und Henning häuft mit seiner Spielsucht immer mehr Schulden an. Auch der aufkommende Nationalsozialismus in Deutschland trägt seinen Teil dazu bei, dass an ein dauerhaftes Glück nicht zu denken ist. Doch Elsa hätte nie geglaubt, dass sie einmal so tief fallen wird ...

"Das Haus der blauen Schmetterlinge" von Sarah Benedict (wobei sich hinter diesem Pseudonym ein Mann verbergen soll) ist eine Liebestragödie vor historischer Kulisse.
Für einen historischen Roman fehlen mir hier grundlegende Zugaben wie eine Übersicht über die historischen Ereignisse, eine Landkarte und ein Nachwort in dem erläutert wird was Fakt und was Fiktion ist. Einen reinen Liebesroman würde ich es auch nicht nennen, weil dieses Buch dafür zu wenig „heile Welt“ bietet und einfach auch keine schöne Liebesgeschichte. 
Stattdessen erlebt man hier die Hauptfigur Elsa Fa’alua auf ihrem Weg durch lauter falsche Entscheidungen.
"Das Haus der blauen Schmetterlinge" ist nicht uninteressant zu lesen und gerade die unterschiedlichen Frauenfiguren haben mir auch gut gefallen. Aber die Geschichte ist einfach nicht schön und bei vielen Ereignissen dachte ich mir nur wie sinnlos das doch ist und wie besser alles verlaufen wäre, wenn Elsa andere Entscheidungen getroffen hätte. Es sind zu viele Schicksalsschläge die hier aufeinander treffen und daher in ihrer Gesamtheit für eine unglaubwürdige Handlung sorgen.
Wer tragische Geschichten mag und sich gerne in die Südsee entführen lassen mag, für den kann "Das Haus der blauen Schmetterlinge" aber dennoch eine lesenswerte Geschichte sein.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Sarah Benedict: Das Haus der blauen Schmetterlinge 

Weitere Informationen zum Buch finden sich auf der Homepage von Blanvalet. 

Donnerstag, 16. Januar 2014

Ted Kosmatka: Gottes geheime Schöpfung


Paul Carlson wird von seinem Arbeitgeber an eine Ausgrabungsstätte in Indonesien ausgeliehen, um dort ungewöhnliche Knochenfunde zu untersuchen und DNA Proben zu entnehmen. Die Knochen sind ungewöhnlich und passen nicht zur Entstehungsgeschichte des Menschen wie sie bisher bekannt ist und der Annahme, dass die Erde erst 5.800 Jahre alt ist.
Aber bevor Paul weitere Untersuchungen durchführen kann, wird das Lager überfallen und Paul kommt nur knapp mit dem Leben davon. Zurück in den USA will Paul jedoch noch nicht so schnell aufgeben und setzt alles daran, dass Geheimnis der Knochen zu lüften ...

"Gottes geheime Schöpfung" von Autor Ted Kosmatka spielt in einer alternativen nahen Zukunft in der die Evolutionstheorie überholt ist und das Alter der Erde mit 5.800 Jahren definitiv ermittelt wurde.
Ich lese Wissenschaftsthriller generell sehr gerne und fand daher diese Mischung aus Fakt und Fiktion sehr interessant. Mit etwas über 500 Seiten ist das Buch auch nicht ganz dünn, aber dennoch habe ich es recht schnell gelesen. Ich empfand den Schreibstil als sehr flüssig und auch die Texte aus vermeintlich wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit denen der Text aufgelockert wird, haben mir gut gefallen.
Ein richtig großer Spannungsbogen war nicht immer spürbar, aber ich habe auch keine Langeweile beim Lesen verspürt, daher war das für mich akzeptabel.
Auch wenn es sich hier um einen Roman handelt, orientiert er sich doch nahe genug an der Realität um dem Leser den einen oder anderen Schauer über den Rücken zu jagen beim Gedanken an die wissenschaftlichen Experimente und Forschungen.
Empfehlen kann ich "Gottes geheime Schöpfung" daher insbesondere an Leser die Thriller mit komplexem wissenschaftlichem Hintergrund mögen.

So habe ich bewertet:

 




Und hier kann man das Buch kaufen: Ted Kosmatka: Gottes geheime Schöpfung 

Weitere Informationen zum Buch und zum Autor finden sich auf der Homepage von Blanvalet.

Dienstag, 7. Januar 2014

Marc Elsberg: Blackout - Morgen ist es zu spät



Plötzlich geht das Licht aus - und zeitgleich endet das Leben wie es die Menschen in Europa bisher kannten. Einige Stunden ohne Strom lassen sich überbrücken, doch mehrere Tage ohne Strom im Februar stellen die Menschen vor ungeahnte Probleme. Weder Heizung noch Wasser funktionieren, Supermärkte, Banken und Tankstellen sind ebenfalls ohne Strom kaum nutzbar und Lebensmittel nur begrenzt vorhanden. Handelt es sich hier um eine Verkettung unglücklicher Umstände, oder wurde ein Anschlag auf die westliche Welt verübt. Der Einzige, der einen Zusammenhang erkennt ist der italienische Informatiker Piero Manzano, doch zuhören will ihm keiner - zu abenteuerlich klingt das was er herausgefunden hat. Aber so schnell gibt Manzano noch nicht auf.

"Blackout - Morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg ist erschreckend realistisch. Im Nachwort erläutert der Autor, wie er während der Entstehung des Romans von seiner eigenen Fiktion in der Realität eingeholt wurde und sich Dinge ereigneten die er zuvor für weit entfernt hielt.
Der Leser sieht sich plötzlich damit konfrontiert, wie er selber handeln würde, wenn er der Situation eines totalen Blackout gegenüber steht. Wie lange ist man selber in der Lage sich seine Menschlichkeit zu bewahren und Mitgefühl gegenüber anderen zu zeigen?
Wirtschaft, Politik, soziale Strukturen, Infrastruktur und der reine Kampf ums Überleben, das sind die Kernthemen die hier aufeinanderprallen und "Blackout" bilden, während hier aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und mit gegensätzlichen Hintergründen und Motivationen erzählt wird.
Wer Thriller mit wissenschaftlichen Hintergründen mag, der wird in "Blackout - Morgen ist es zu spät" ganz sicher eine gute Unterhaltung finden. Aber auch als Gedankenanstoß bietet dieses Buch viel Potenzial.
Empfehlen kann ich es daher an alle interessierten Leser die komplexe Erzählformen und gut recherchierte Hintergründe mögen.

So habe ich bewertet:


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