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Montag, 24. Februar 2014

Neal Shusterman: Vollendet - Der Aufstand

Inhaltsangabe des Verlages:
Du hast geglaubt, es ist vorbei?
Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:
Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen.
Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein.
Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf.

"Vollendet - Der Aufstand" ist die Fortsetzung von "Vollendet" von Autor Neal Shusterman.
Der erste Band hatte mich ziemlich geschockt, da sowohl die Idee, als auch die Umsetzung sehr intensiv und erschütternd war (ich empfehle hierzu meine Rezension). Vor dem Hintergrund tatsächlich stattfindender Diskussionen rund um die Themen Abtreibung und Organspenden ist das Buch gar nicht so sehr von einer möglichen Realität entfernt, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Aber der Gedanke daran ist gleichzeitig sehr erschreckend.
Für mich persönlich stellt "Vollendet - Der Aufstand" eine Steigerung zum ersten Band dar, was hauptsächlich daran liegt, dass mir im ersten Band einige Szenen zu nahe gingen. Im nun vorliegenden zweiten Band fand ich die Gewaltszenen besser dosiert.
Die Vorzüge von "Vollendet" lagen für mich in den wechselnden Perspektiven und diesem Schema ist der Autor auch hier treu geblieben. Es gibt zwar nicht viele Überraschungen, aber dafür mit Cam einen spannenden neuen Charakter, der sicherlich auch noch viel Potenzial für den dritten Band der Reihe bietet. Auch andere neue Figuren werden eingeführt und sind neue Verbündete und Widersacher für Risa, Connor und Lev. Während im ersten Buch große Anteile eines Roadmovie enthalten waren, empfand ich hier das Erzähltempo als höher und die Ereignisse rasanter, was auch damit zusammenhängt, dass die drei Hauptfiguren sich oft nicht am gleichen Ort befinden, sondern parallel Neues erleben. Leider ist das Ende von "Vollendet - Der Aufstand" recht abrupt, aber meine Neugier wie es nun weiter geht ist geweckt.
Allen die bisher noch kein Buch der Reihe gelesen haben, empfehle ich auf jeden Fall mit dem ersten Buch zu beginnen, da die Bücher aufeinander aufbauen.
Wem das erste Buch gefallen hat, dem rate ich auch dringend zur Fortsetzung.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Neal Shusterman: Vollendet - Der Aufstand

Montag, 17. Februar 2014

Samantha Shannon: The Bone Season - Die Träumerin



Im Jahr 2059 wird England von Scion regiert. Hellseherei ist das schlimmste Verbrechen das man begehen kann und wird als Denkdelikt bezeichnet. Jeder Kontakt zur Geisterwelt gilt als Hochverrat und wird in den meisten Fällen mit dem Tod bestraft.
Die 19jährige Paige Mahoney ist eine Traumwandlerin und kann sich im Æther, dem Reich der Geister, bewegen. Im Scion London haben sich kriminelle Gruppierungen gebildet, die gegen die Regierung arbeiten. Paige ist Mitglied der berühmtesten und berüchtigsten Gruppe, den sieben Siegeln. Doch als Paige verhaftet und verschleppt wird, muss sie erkennen, dass Scion nicht die größte Gefahr ist. Denn unbemerkt von den Bewohnern Londons wurde die ehemalige Stadt Oxford zu Sheol I, dem Sitz einer mächtigen Seherrasse mit Namen Rephaim. Hier ist Paige nur eine Sklavin für die Herrscher, Kanonenfutter für ihre Feinde und Mitglied einer minderen Rasse. Doch unerwartet findet Paige auch hier Mitgefühl und Freundschaft und lernt mehr über ihre Kräfte als sie für möglich gehalten hätte.

Ich habe "The Bone Season - Die Träumerin" von Autorin Samantha Shannon als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Laura Maire, die besonders die weiblichen Stimmen sehr gut liest. Die männlichen Stimmen hören sich alle ein wenig an, als hätten sie vorher Baldrian genommen, da hier die Intonation aufgrund der tieferen Stimmlage nicht ganz so gut ist. Insgesamt gesehen hat mir die Lesung jedoch gefallen.
Inhaltlich bin ich sehr positiv überrascht, wie sehr mich die Geschichte für sich eingenommen hat. Mit der Inhaltsangabe konnte ich zunächst nicht viel anfangen und in den ersten Kapiteln habe ich auch noch ein wenig Eingewöhnungszeit benötigt, bis mir klar war, dass wir uns hier in einer fiktiven Welt befinden, die der unseren zwar ähnlich ist, sich jedoch ab dem Jahr 1859 unterschiedlich entwickelt hat. Als Hörbuch ist es sicherlich auch nicht ganz einfach mit den vielen komplizierten Begriffen klarzukommen und sich die Namen zu merken. Hilfreich ist hierbei sowohl das beiliegende Booklet in dem die unterschiedlichen Arten von Sehern erläutert werden, als auch ein im Internet verfügbarere Glossar, der die ungewöhnlichen Begriffe erläutert.
Aber was mich am meisten fasziniert hat ist die Hauptfigur Paige und die Stadt Sheol I in die sie verschleppt wird. Man fiebert mit der Heldin mit und begleitet sie auf ihrem Weg zur Wahrheit. Ich würde "The Bone Season - Die Träumerin" dabei auch nicht als Jugendfantasy einordnen, auch wenn Paige erst 19 Jahre alt ist. Es ist vielmehr eine Art All-Age-Fantasy, da sich hier Figuren unterschiedlichsten Alters und Art finden. Autorin Samantha Shannon hat es sehr gut verstanden die Welt von Paige und die Besonderheiten der Rephaim und ihrer Stadt Sheol I zu schildern, so dass mir viele Details im Gedächtnis geblieben sind.
Der einzige Wermutstropfen ist nur, dass es sich hier um den ersten Band einer mit sieben Bänden geplanten Reihe handelt. Leider gibt es noch kein Erscheinungsdatum für den Nachfolgeband. Auf Englisch soll das Buch jedoch noch im Herbst 2014 erscheinen.
Empfehlen kann ich "The Bone Season - Die Träumerin" an alle Leser/Hörer die klassische Fantasy in einer uns sehr ähnlichen Welt mögen.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Samantha Shannon: The Bone Season - Die Träumerin 

Weitere Informationen zum Hörbuch finden sich auf der Homepage von Hörbuch Hamburg / Osterwold audio.

Samstag, 18. Januar 2014

Anna Sheehan: Während ich schlief

Rosalinda Fitzroy wurde in einen künstlichen Schlaf versetzt. Doch statt nach wenigen Wochen oder Monaten wieder geweckt zu werden, wird sie erst durch Zufall nach 62 Jahren gefunden. Die Welt hat sich in der Zwischenzeit verändert und die 16jährige Rose hat nun keine Familie mehr. Jeder den sie kannte ist längst tot, denn die zwischenzeitliche dunkle Epoche haben nicht viele überlebt. Aber die Veränderung ist nun nicht das einzige das Rose fürchten muss, denn auch eine tatsächliche Bedrohung lauert ihr auf. Wer will sie tot sehen? Rose muss sich nun erst ihrer Vergangenheit stellen, bevor sie an eine neue Zukunft denken kann.

"Während ich schlief" von Autorin Anna Sheehan ist deutlich konfliktreicher und komplexer als ich zunächst vermutet hatte. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die 16jährige Rose, die sich nach 62 Jahren einer Zukunft gegenüber sieht in der sie niemanden kennt und alle die ihr lieb waren verloren hat. Besonders gut gefallen hat mir hier der Schreibstil, denn die Autorin deckt in Rückblicken auf, wie Roses Leben war bevor sie in ihren langen künstlichen Schlaf geschickt wurde. Gemeinsam mit Rose wird ebenfalls erkundet, was während ihrer Abwesenheit in der Welt geschehen ist, bis sich alles zu einem komplexen Bild zusammensetzt.
Roses Gefühle und Gedanken waren für mich sehr gut nachvollziehbar und ihre Zweifel und Ängste haben sie nur noch sympathischer gemacht. Auch die Nebenfiguren haben mir gut gefallen, allen voran Otto und die langen Gespräche und Reflexionen mit ihm.
Will man "Während ich schlief" in ein Genre einordnen, so wäre es wohl ein Jugendroman vor post-apokalyptischer Kulisse, aber als Fantasy- oder Science-Fiction-Roman würde ich das Buch nicht bezeichnen. Es geht um Liebe und Erwachsenwerden, aber es ist ebenfalls kein Liebesroman.
Mich hat dieses Buch auf unauffällige Art und Weise zum Nachdenken angeregt und ich kann es insbesondere an Leserinnen ab 14 Jahren empfehlen, die sich für ungewöhnliche Jugendromane interessieren.

So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen:  Während ich schlief von Anna Sheehan

Mittwoch, 13. November 2013

Nr. 799 von Yuna Stern


Hanna erwacht ohne eine Erinnerung daran wer sie ist. Ihr wird gesagt, dass sie nun die Nr. 799 oder auch Hanna M. wäre und in den nächsten Monaten eine Ausbildung zur Überführung von Seelen durchlaufen soll, denn anscheinend ist Hanna tot …

Ich habe mich mit der Inhaltsangabe zu „Nr. 799“ von Autorin Yuna Stern extra etwas zurückgehalten, da dieses Buch recht dünn ist und man ja nicht schon vorher alles verraten haben will. Die Länge wird mit ca. 205 Seiten angegeben, aber durch eigene Seiten für die Kapitelüberschriften kann man davon sicher noch mal 30 fast leere Seiten abziehen. Es handelt sich daher um ein recht kurzes Lesevergnügen, was auch mein größter Kritikpunkt an „Nr. 799“ darstellt. Gerade wenn die Geschichte richtig in Fahrt kommt und man meint einige Fragen beantworten zu können, ist das Buch nämlich auch schon zu Ende und das auf recht abrupte Weise. Ich bin mir auch nicht sicher, ob eine Fortsetzung hier wirklich Sinn machen würde, denn in gewisser Weise ist das Ende auch trotzdem gut.
Man merkt schon, dass ich hier ziemlich um den heißen Brei herumrede und nicht so recht damit rausrücken will, was denn nun hier Sache ist. Aber ich habe wirklich Bedenken damit schon zuviel zu verraten.
Insgesamt gesehen kann ich jedoch sagen, dass mich die Geschichte überraschen konnte und mir auch der Schreibstil gefallen hat. Die Figuren hätten noch ein wenig mehr ausgebaut werden können und einige Seiten mehr hätten der Handlung sicherlich auch nicht geschadet. 
Empfehlen kann ich „Nr. 799“ an alle Leser die übersinnliche Geschichten mögen und die es nicht stört, dass dieses Buch nur als e-book erhältlich ist.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das e-book kaufen: Nr. 799 von Yuna Stern

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage von Carlsen/Impress.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Kristen Simmons: Gesetz der Rache

Nachdem Ember und Chase entkommen konnten, gelten sie als tot. Doch die Hoffnung auf ein neues Leben ohne ständig auf der Flucht zu sein währt nicht lange. Jemand muss sie verraten haben, denn Embers Name und Gesicht wird zur Fahndung ausgeschrieben und sie steht im Verdacht der Heckenschütze zu sein, der schon viele Soldaten auf dem Gewissen hat. Nun wir Amber nichgt mehr nur wegen Verstoß gegen Artikel 5 gesucht, sondern sie darf auf den bloßen Verdacht hin getötet werden. Wer ist der Verräter und hat er Ember immer noch im Visier? Nun muss sie entscheiden, ob sie sich weiter versteckt, oder für eine selbstbestimmte Zukunft kämpft.

"Gesetz der Rache" von Autorin Kristen Simmons ist die Fortsetzung von "Artikel 5" und das mittlere Buch einer als Trilogie geplanten dystopischen Reihe.
Am ersten Band habe ich insbesondere die Hauptfigur Ember kritisiert, sowie die fehlenden Informationen über die Welt in der sie lebt.
In dieser Hinsicht stellt "Gesetz der Rache" eine deutliche Steigerung für mich dar, da besonders Ember sich gut weiter entwickelt hat und nun weniger weinerlich, impulsiv und egoistisch auf mich wirkt. Auch die anderen Figuren wirken gereift nach den Ereignissen in "Artikel 5" was die Geschichte glaubhafter für mich macht. Besonders gut gefallen haben mir hier die Rückblenden aus der gemeinsamen Vergangenheit von Ember und Chase, was nun auch ihre Beziehung für mich nachvollziehbarer macht.
Auch über die Welt in der sie leben erfährt man nun schon etwas mehr, wobei jedoch weiterhin viele Fragen offen sind.
Inhaltlich passiert nicht so besonders viel, was jedoch typisch für ein mittleres Buch einer Trilogie ist. Autorin Kristen Simmons hat es jedoch geschafft die Ereignisse ohne Längen zu schildern und dem Leser trotz allem das Gefühl zu geben an einer Entwicklung teilzunehmen, die zum Wohl der Reihe und der Figuren ist.
Empfehlen kann ich "Gesetz der Rache" daher uneingeschränkt an alle Leser die auch bereits "Artikel 5" gelesen habe.
Lesern die sich für Dystopien und den Zerfall einer Gesellschaft im Konflikt mit religiösen Statuten interessieren, empfehle ich zunächst mit dem ersten Band der Reihe zu beginnen. Die Fortsetzung beeinhaltet weniger Gewaltszenen, aber die Reihe empfehle ich insgesamt Lesern ab ca. 15 Jahren.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Kristen Simmons: Gesetz der Rache

Donnerstag, 17. Oktober 2013

M. L. Stedman: Das Licht zwischen den Meeren

Nachdem er im ersten Weltkrieg gedient hat, kehrt Tom Sherbourne nach Australien zurück. Er nimmt einen Posten als Leuchtturmwärter an und gewöhnt sich schnell an das einsame Leben am abgeschiedenen Leuchtturm. Als er eine junge Frau kennenlernt, die bereit ist sein Leben in der Einsamkeit zu teilen, lässt er sich gemeinsam mit Isabel auf Janus Rock nieder. Sie verbringen eine glückliche gemeinsame Zeit und freuen sich auf ihr erstes gemeinsames Kind. Doch Isabel verliert das Kind, worauf in den nächsten Jahren noch zwei weitere Fehlgeburten folgen. Tom und Isabel sind am Boden zerstört. Als ein Ruderboot an der Insel angeschwemmt wird und sie darin einen toten Mann und ein kleines Baby finden, stellt dies die Welt für die beiden auf den Kopf. Isabel möchte das Kind behalten und hält es für einen Wink des Schicksals, das kurz nach dem Tod ihres eigenen Kindes ein hilfloses Baby den Weg nach Janus Rock findet. Tom hat Zweifel, aber er wünscht sich nichts mehr, als Isabel endlich wieder glücklich zu sehen ...

"Das Licht zwischen den Meeren" von M. L. Stedman habe ich als ganz besonderes Buch empfunden. Es handelt von Trauer und Verlust, Schuld und Sühne und der Gradwanderung zwischen richtig und falsch.
Die Autorin erzählt eine Geschichte, die den Leser ständig hin und her wirft zwischen dem Wunsch nach Glück, Gerechtigkeit und Seelenfrieden. Es ist ein Buch das es beim Lesen schwer macht zu entscheiden was nun richtig und was falsch ist und für wen hier Partei ergriffen werden soll. Ich weiß es auch jetzt noch nicht und ich werde sicherlich noch einige Zeit über dieses Buch nachdenken. Das ist es auch, was "Das Licht zwischen den Meeren" für mich besonders macht, denn ein gutes Buch sollte mich nicht nur unterhalten, sondern auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Autorin M. L. Stedman hat es auch sehr gut verstanden Janus Rock vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und die Einsamkeit eines Leuchtturmes in Wort zu verpacken.
Aber es ist auch eine Geschichte von Liebe und Verlust die hier erzählt wird und so gibt es auch tragische Momente die die Handlung prägen und auch den Leser betroffen zurück lassen.
Empfehlen kann ich "Das Licht zwischen den Meeren" an alle Leser die konfliktreiche und etwas traurige Geschichten mögen.
 

So habe ich bewertet:






Und hier kann man das Buch kaufen: M.L. Stedman: Das Licht zwischen den Meeren

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Atze Schröder: Und dann kam Ute


Atze lebt schon seit vielen Jahren im gleichen Haus in Essen. Als nun seine langjährige Nachbarin und Friseurin seines Vertrauens ihren Altersruhesitz auf den Kanaren bezieht, wird die Wohnung unter Atze frei. Die Neue in der Mietergemeinschaft ist die schwangere Waldorfschullehrerin und Vegetarierin Ute, also eigentlich das komplette Gegenteil von Atze. Aber merkwürdigerweise verstehen sich die beiden ausgezeichnet und eine Freundschaft entsteht. Aber ein Atze lässt das mausen nicht und so führen viele Wege vorbei an Ute.

Nun hat er also auch noch ein Buch geschrieben der Atze. "Und dann kam Ute" ist ein Roman in dem Atze die Hauptfigur und der Erzähler ist und natürlich auch als fiktiver Autor in den Fokus rückt. Geschrieben wurde das Buch anscheinend in Zusammenarbeit mit Till Hoheneder und ist inhaltlich vergleichbar mit Atzes sonstigem Bühnenprogramm. Einige der Witze und Szenen sind auch schon aus dem Programm bekannt und wurden nun hier in den Roman integriert. Der eine wird gähnen, wenn er einen bekannten Witz liest und der andere freut sich vielleicht, hier noch mal ein Revival in anderer Umgebung zu erleben.
Ansonsten ist "Und dann kam Ute" eine Mischung aus One-Man Comedy, Liebesroman und erotischer Geschichte, alles mit Original-Atze-Humor, oft unter der Gürtellinie und voller Klischees und Vorurteile. Also so, wie man es von Atze eben kennt. Wer bisher die Witze von Atze nicht mochte, der wird sicherlich auch hier keine Erleuchtung erleben. Für mich persönlich war ein ganzes Buch dann doch ein bisschen zu viel des guten und nach starkem Start kamen für mich dann doch einige Geschichten die ich nicht ganz so witzig fand und die Nudel war dann irgendwann abgenudelt. Eigentlich hätte auf das Cover auch ein großer Aufkleber mit "Dauerwerbesendung" gehört, denn davon gibt es reichlich, was für mich neben dem doch recht hohen Preis für ein relativ dünnes Buch dann eine nicht so gelungene Mischung ergibt.
Uneingeschränkt empfehlen kann ich "Und dann kam Ute" nur an echte Atze Schröder Fans, die auch nach diversen Shows noch nicht genug von ihm bekommen können. Bestimmt ist dann auch das Hörbuch eine Erwähnung wert, denn das wird von Atze persönlich gelesen.

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen: Atze Schröder: Und dann kam Ute

Dienstag, 27. August 2013

Jennifer E. Smith: Der Geschmack von Glück


Graham Larkin ist ein Star, seit er eine Rolle in einer bekannten Filmreihe gespielt hat. Als er versehentlich eine E-Mail über sein Hausschwein Wilbur an die 16jährige Ellie O'Neill sendet, statt an den Schweinchen-Sitter, ist das der Beginn einer ungewöhnlichen E-Mail-Freundschaft. Über Monate hinweg schreiben sich die beiden Teenager von ihren Gedanken, Träumen und Wünschen, ohne jedoch zu wissen wer der andere in Wirklichkeit ist.
Als Graham einen neuen Film drehen soll und der ursprüngliche Drehort abgesagt wird setzt er alles daran, dass Ellies Heimatstatt Henley, Maine zur neuen Filmkulisse wird. G. möchte E. endlich im realen Leben treffen und mit dem was er über sie weiß wird er sie bestimmt schnell ausfindig machen. Aber kann ein Filmstar wirklich eine Beziehung mit einem Kleinstadtmädchen eingehen? Und was wird Ellie sagen, wenn sie erfährt mit wem sie die ganze Zeit Kontakt hatte? Es scheint einen Grund zu geben, warum sie ausgerechnet in einer so kleinen Stadt mit ihrer Mutter lebt ...

"Der Geschmack von Glück" von Autorin Jennifer E. Smith hat mir von der ersten Seite an gefallen. Aufgelockert wird die Geschichte von den E-Mails die sich Graham und Ellie erst versehentlich und später bewusst schicken. Meiner Meinung nach hätte es davon auch ruhig noch mehr geben können, denn gerade so erfährt man wirklich inhaltliches von den beiden Hauptfiguren und ihrem Kennenlernen.
Ich mag an dieser Geschichte ganz besonders den Humor, den unerwarteten Tiefgang und das hier nicht nur aus einer Perspektive erzählt wird. Die Figuren wirken sehr echt und facettenreich, was bei Jugendbüchern nicht immer selbstverständlich ist. Man erfährt wirklich viel über Graham und Ellie und kann so auch gut ihre jeweiligen Beweggründe und Gedanken nachvollziehen.
"Der Geschmack von Glück" spielt im Sommer in einem Ort der von Touristen bevölkert wird und so hat man auch beim Lesen ein wenig das Gefühl sich im Urlaub zu befinden, die Seeluft zu riechen und zu verstehen warum es so viele Urlauber in diesen kleinen Ort zieht. In großen Teilen geht es jedoch auch darum sich selber zu entdecken und herauszufinden, welchen Geschmack denn das eigene Glück hat. Denn Glück ist nicht für jeden das Gleiche. Für den einen ist es die Lieblingseiscreme an einem heißen Sommertag, für den anderen ein romantischer Sonnenuntergang am Strand oder auch nur ein einzelner Moment mit der Familie. Graham und Ellie sind auf der Suche nach ihrem Glück und sie dabei zu begleiten macht einfach Spaß.
Bis darauf, dass ich gerne noch mehr von den E-Mails gehabt hätte und es da ein Kapitel gab das mir nicht ganz so gut gefallen hat wie der Rest vom Buch, kann ich "Der Geschmack von Glück" an alle Leser ab ca. 12 Jahren empfehlen, die auf der Suche nach einer sommerlichen Liebesgeschichte sind, die nicht nur an der Oberfläche bleibt, sondern in der man wirklich das Gefühl hat die Figuren kennenzulernen.

So habe ich bewertet:






Und hier kann man das Buch kaufen: Jennifer E. Smith: Der Geschmack von Glück

Mittwoch, 21. August 2013

Karen Sander: Schwesterlein, komm stirb mit mir



Eine Anwältin wird grausam zugerichtet in ihrer Wohnung aufgefunden. Georg Stadler von der Mordkommission in Düsseldorf wird mit den Ermittlungen beauftragt. Schon bald erkennt er Verbindungen zu einem alten Fall, in dem jedoch bereits ein Verdächtiger inhaftiert ist. Doch um seine Theorie zu untermauern zieht Stadler die Kriminalpsychologin Elisabeth Montario hinzu. Als kurz darauf ein weiteres Mordopfer gefunden wird, scheint bestätigt, dass es sich hier um einen Serienmörder handelt. Liz Montario hat derweil mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, denn sie erhält anonyme Drohbriefe.
 

"Schwesterlein, komm stirb mit mir" von Autorin Karen Sander hat mich gut unterhalten, auch wenn die eine oder andere Frage offen blieb und nicht jede Entwicklung eine echte Überraschung darstellte.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und die Handlung wird durch Zeitungsmeldungen aufgelockert, die Ereignisse aus der Vergangenheit aufgreifen. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, meistens von KHK Georg Stadler und Psychologin Liz Montario, aber nicht in der Ich-Form. Das erinnert an erfolgreiche amerikanische Thriller, aber dieses Konzept funktioniert anscheinend auch in Düsseldorf. Die Kapitel fallen sehr kurz aus, wodurch es auch sehr häufige und abrupte Wechsel in der Erzählperspektive gibt. Ich bin damit gut zurechtgekommen, aber ich könnte mir vorstellen, dass einige Leser damit Probleme haben.
Langweilig fand ich das Buch zu keinem Zeitpunkt, aber dennoch bleibe ich mit dem Gefühl zurück, dass man aus diesem Buch noch mehr hätte machen können und doch zu viel unbeantwortet blieb. Ein allwissender Erzähler ist eine Sache, aber allwissende Täter sorgen eher für Unglauben. Insgesamt komme ich hier auf 3,5 Sterne, runde aber nach oben hin auf, da mich das Buch gut unterhalten hat.
Empfehlen kann ich "Schwesterlein, komm stirb mit mir" an alle Leser die Lust auf einen CSI ähnlichen Thrillern haben, der jedoch zur Abwechslung mal in Deutschland spielt.


So habe ich bewertet:



Und hier kann man das Buch kaufen: Karen Sander: Schwesterlein, komm stirb mit mir

Mittwoch, 14. August 2013

Sabine Städing: Anna und die flüsternden Stimmen





Die 15jährige Anna träumt von einem richtig tollen Urlaub, vielleicht in St. Tropez oder einem anderen Ferienparadies. Stattdessen soll sie mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Urlaub in Qual an der Ostsee machen. Wer fährt schon in einen Ort wie diesen, wenn er sich anderes leisten könnte? Das einzige was Anna tröstet ist, dass sie den Segelschein machen darf. Als sie den süßen Nachbarsjungen Tjark kennenlernt besteht doch noch Hoffnung den Urlaub zu retten. Aber wer ist nur dieser Dr. Hasselreuther nach dem der halbe Ort benannt zu sein scheint? Ein bisschen unheimlich findet Anna auch die merkwürdigen Stimmen die sie nachts im Haus hört …

Mein größtes Problem mit "Anna und die flüsternden Stimmen" von Autorin Sabine Städing war, dass ich es einfach langweilig fand. Die Grundidee ist nicht schlecht und ich fand es auch schön mal wieder ein Buch zu lesen dessen Handlungsort in Deutschland ist. Aber leider konnte mich die Geschichte nicht mitreißen. Erzählt wird aus der Perspektive von Anna, was ich okay fand, aber nicht immer sympathisch. Besser gefallen haben mir da die Nebenfiguren, z. B. der Einheimische Tjark und Annas kleinen Bruder. Den Gruselfaktor fand ich nicht sonderlich überzeugend und das ganze erinnerte mich doch eher an Halloween, als an echte Geister. Ich habe die Ereignisse einfach nicht geglaubt und das hat auch dazu geführt, dass ich mich gelangweilt habe. Vielleicht liegt das daran, dass die Geschichte für ein sehr junges Publikum gedacht ist, wobei ich allerdings recht viele Kinder- und Jugendbücher lese und gute Vergleiche ziehen kann. Da die Hauptfigur bereits 15 Jahre alt ist, hätte ich zunächst an Leser zwischen 12 und 15 Jahren gedacht, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man die mit dieser Geschichte noch groß packen kann. Da die Handlung auch nicht wirklich gruselig ist, würde ich "Anna und die flüsternden Stimmen" daher eher für Leser von 10 - 13 Jahren empfehlen, die sich bereits für Liebesgeschichten interessieren, denn die ist eigentlich recht schön erzählt. 

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Sabine Städing: Anna und die flüsternden Stimmen