Freitag, 19. September 2014

Limes trifft ... Autor Eoin Colfer und Hörbuchsprecher Rainer Strecker

Limes trifft ... Autor Eoin Colfer und Hörbuchsprecher Rainer Strecker


Wenn man ein neugieriges und vorwitziges Blogschweinchen ist, dann sucht man natürlich jede Gelegenheit sich anderen aufzudrängen und wenn es dann noch was Schönes zu hören und zu erzählen gibt, ist für Limes die Welt in Ordnung.

Diese Woche hatte Limes die Gelegenheit den irischen Autor Eoin Colfer und Hörbuchsprecher Rainer Strecker zu treffen.

Das erste Mal von Autor Eoin Colfer gehört habe ich durch seine Reihe rund um "Artemis Fowl", die ich nun schon seit Jahren verfolgt habe. Aber auch einige Einzelbände von Eoin Colfer haben den Weg in mein Hörbuchregal gefunden. Auch wenn es sich hier um Kinder- und Jugendbücher handelt, so versteht es der Autor auch sehr gut seine erwachsenen Leser anzusprechen. 

Ein paar Fragen lagen Limes auf seiner Schweinchenseele und Eoin Colfer hat sich gerne die Zeit genommen sie zu beantworten.
Geführt wurde das Interview auf Englisch, aber damit auch alle folgen können wird hier eine Übersetzung wiedergegeben.

Interview

Limes (L.): Herr Colfer, vielen Dank das sie sich die Zeit nehmen ein bisschen mit mir zu plaudern. Wurden Sie schon einmal von einem Blogschweinchen interviewt oder sind sie überrascht mich heute hier zu sehen?
Eoin Colfer (E.C.): Nein wurde ich noch nie. Es ist sehr ungewöhnlich und ich habe nicht erwartet Dich zu treffen, aber man ist sehr schnell von Dir eingenommen. Du bist ein gut aussehender kleiner Kerl und hast einen intelligenten Blick in Deinen Augen. Ich finde Dich sympathisch und ich denke ich werde Dir Geheimnisse verraten die ich niemand anderem erzählen würde.

L.: Diese Frage wurde Ihnen bestimmt schon oft gestellt. Aber ich würde gerne wissen ob Sie ein Lieblingsbuch haben.
E.C.: Limes, ich könnte jetzt ein Schweinchenbuch nennen, aber das werde ich natürlich nicht tun. Mein Lieblingsbuch ist "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson. Es hat mich als Junge sehr inspiriert. Ich habe es als Kind gelesen und seitdem noch häufiger. Ich denke das ist ein Zeichen dafür wie gut das Buch ist, alle Charaktere wurden zu Legenden, jeder weiß wer Jim Hawkins, Long John Silver und Ben Gunn sind, auch wenn sie die Geschichte gar nicht kennen. Natürlich wurde das Buch auch mehrfach verfilmt. Jeder kennt es, auch noch nach hundert Jahren.

L.: Gibt es ein Genre, eine historische Persönlichkeit oder ein Thema zu dem Sie bisher noch nicht geschrieben haben, es aber gerne tun würden?
E.C.: Limes, das wurde ich noch nie gefragt, ich bin sehr beeindruckt junger Mann. Das dritte Buch in der "Warp" Reihe, an dem ich gerade schreibe, wird sich um die Hexenprozesse in England drehen. Genauer gesagt die Hexenprozesse im Mittelalter. Es interessiert mich sehr, denn es war eine der ersten großen Massenhysterien. Ich werde also unsere Charaktere, die beide aus der Zukunft kommen, mitten in die Hexenprozesse werfen. Sie haben zu beweisen, dass sie keine Dämonen oder Hexen sind, weil sie einfach aus dem Himmel gefallen sind. Ich versuche es ein bisschen witzig zu gestalten, was wie ich denke bisher noch nicht mit den Hexenprozessen gemacht wurde. Ich finde das könnte interessant werden.
L.: Ich würde das lesen und Silke bestimmt auch.
E.C.: Super, dann habe ich schon zwei Leser. Ihr könnt aber kein Buch teilen, ihr müsst jeder ein eigenes Buch haben, das ist unsere Vereinbarung, Limes.
L.: Vielleicht nehme ich aber das Hörbuch, ich habe ja keinen Daumen.
E.C.: Oh klar, da kann man so schlecht umblättern. Kannst Du denn auf einem Bildschirm wischen?
L.: Aber sicher doch! Sehen Sie mal.

L.: Welche Ihrer Romanfiguren ist ihnen am ähnlichsten oder mit welcher fühlen Sie sich am meisten verbunden?
E.C.: Es gibt in den Artemis Fowl Büchern eine Figur die Foaly heißt und ein Zentaur ist. Er ist Techniker, ich fühle mich natürlich nicht mit ihm verbunden weil er vier Beine hat, aber ich fühle mich verbunden mit seiner Angewohnheit den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen und über seine eigenen Witze zu lachen, was eine schlechte Angewohnheit ist Limes, die ich leider übernommen habe. Es ist sehr traurig, wenn du einen alten grauhaarigen Mann siehst, der vor dem Computer sitzt und lacht. Meine Frau sagt daher, dass ich ein wenig wie Foaly wäre und ich denke sie hat damit Recht.
L.: Sie mögen also Technik?
E.C.: Ich mag Technik, aber ich muss bekennen, dass ich nicht gut darin bin. Die Leute denken immer, weil ich darüber schreibe – so Apparate und Dinge – das ich daher weiß wie sie funktionieren und das ich einen bauen und benutzen kann. Aber eigentlich stimmt das nicht, ich bin nur fasziniert davon. Ich bin ein Laie mit Interesse. Foaly ist mein Wunscherfüller, weil er alles macht, was ich gerne tun würde - diese tollen Erfindungen.
L.: Ich mag ja Mulch Diggums aus „Artemis Fowl“.
E.C.: Mulch ist sehr witzig. Erst war er eine sehr kleine Figur im ersten Buch, aber er ist sehr beliebt. Sein Part wurde immer größer und ich mag ihn auch sehr.

L.: Die Fortsetzung von „Warp – Der Quantenzauberer“ ist diesen Sommer auf Englisch erschienen. Gibt es bereits einen Termin wann auch die deutschen Leser in den Genuss der Fortsetzung kommen?
E.C.: Soweit ich weiß kommt es nächsten Frühling, vielleicht im März 2015.
Ich freue mich schon sehr darauf, nicht zuletzt, weil ich das deutsche Buchcover so sehr mag. Ich denke es fängt die Atmosphäre des Buches perfekt ein. Du schaust nur kurz darauf und weißt es geht um die viktorianische Zeit, aber auch etwas Abgefahrenes, denn das Mädchen da trägt eine Art iPod, also muss es auch um Zeitreise gehen und ich mag den Kerl in der Mitte nicht, denn er sieht so böse aus. Man bekommt also sehr schnell eine Idee davon worum es geht, nur indem man das Cover ansieht. Es ist sehr schlicht gestaltet, aber das ist viel schwieriger zu machen als es aussieht.

L.: Nachdem ich Ihnen nun einige Fragen gestellt habe möchte ich Ihnen Gelegenheit geben auch etwas mehr über mich zu erfahren. Gibt es etwas das Sie mich fragen wollen?
E.C.: Ich würde Dich gerne fragen, ob Du einige schöne Erinnerung an Deine Kindheit auf einer Farm hast. Oder bist Du überhaupt auf einer Farm aufgewachsen?
L.: Also eigentlich bin ich ein Stadtschweinchen.
E.C.: Oh, Stadtschweinchen haben bestimmt eine Menge Belastung. Sie lassen Dich nicht in Bars, Du bist in Gefahr wenn Du ein Restaurant betrittst. Was findest Du am besten in der Stadt?
L.: Ich mag es zu Lesungen zu gehen wie heute. Es ist toll, dass es so viele Veranstaltungen gibt und alles in der Nähe ist.
E.C.: Ich nehme an Du hast schon ein gewisses Ansehen und bekommst daher auch Respekt von der Gesellschaft.
L.: Ja, so ist es. Ich kenne auch nicht wirklich andere Schweinchen.
E.C.: Du denkst wahrscheinlich auch eher Du wärst ein Mensch, oder?
L.: Bin ich das etwa nicht? Ich glaube Blogschweinchen ist da als Unterart anerkannt.
E.C.: Bestimmt.
L.: Herr Colfer, vielen Dank für das interessante Gespräch.
E.C.: Es war mir ein Vergnügen.

Natürlich hat Limes auch noch ein kleines Erinnerungsfoto mit Eoin Colfer gemacht.

Als Hörbuch wird „Warp – Der Quantenzauberer“ von Rainer Strecker gelesen und er war ebenfalls an diesem Abend vor Ort. Auch mit ihm hat Limes ein paar Worte gewechselt und so erfahren, dass es doch ziemlich anstrengend ist so lange am Stück zu sprechen. Als Hörbuchsprecher schafft Herr Strecker ca. 5-6 Stunden am Tag zu lesen, was dann einer Produktion von 1-2 CDs entspricht.
Seine Arbeit als Hörbuchsprecher sucht Herr Strecker nicht unbedingt nach dem Thema des Hörbuches aus, aber er hat schon einmal eine Produktion abgelehnt, weil ihm die Handlung zu brutal und zynisch (es handelte sich um ein Kinderbuch) war und er sich dann selber beim einsprechen zu schlecht gefühlt hätte.
Wenn Herr Strecker sich entscheiden muss, welches der vielen Hörbücher die er gesprochen hat ihm am besten gefallen hat, so fällt seine Entscheidung auf „Vango“, aber sein ganz persönlicher Tipp eines von ihm gesprochenen Hörbuchs das er uns allen empfehlen würde ist „Der Außenseiter“ von Sadie Jones.
Die nächsten Veröffentlichungen und Hörbuchproduktionen stehen an und so können sich alle Hörer nun bald auf die achte Folge von „Skulduggery Pleasant“ (im nächsten Jahr dann auch Band neun), den dritten Teil von „Reckless“ und natürlich auch die Fortsetzung von „Warp“ mit Rainer Strecker im nächsten Jahr freuen.

 
Limes hat die Begegnung mit Eoin Colfer und Rainer Strecker sehr genossen und ist von beiden sehr beeindruckt.
Im Anschluss an das Interview fand auch noch eine Lesung zu "Warp - Der Quatenzauberer" statt, zu der dann noch ein eigener Bericht hier im Blog erfolgen wird.
Vielen Dank an die Mitarbeiter von Hörbuch Hamburg und dem Loewe Verlag, die dieses Treffen ermöglicht haben.

Demnächst gibt es dann eine neue Episode der Rubrik "Limes trifft ...".

Kommentare:

  1. Na, ihr beiden habt aber schöne Abenteuer. Liebe Grüße Ute Bähner

    AntwortenLöschen
  2. Interessantes Gespräch! :D
    Eion Colfer ist einer meiner Lieblingsautoren. Warp habe ich noch nicht gelesen.
    "Artemis Fowl" Fand ich jedoch genial.

    liebe Grüße

    AntwortenLöschen