Inhaltsangabe des Verlages:
Big Hig gehört zu den Wenigen, die eine verheerende Epidemie überlebt haben. Ebenso wie sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn - brutal, aber verlässlich - beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jasper ist sein treuer Copilot. Eines Tages empfängt er plötzlich ein Funksignal von weit her. Gibt es doch noch weitere Überlebende, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste - und seine größte Hoffnung. Hig liebt die Welt, wie sie einmal war, und wie sie hätte sein können. Und weil er zudem die Poesie liebt, wird sein Bericht aus dem Innersten der Kampfzone zu einem herzzerreißenden, anrührenden Dokument.
Ich hatte ganz klar eine falsche Vorstellung von "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" von Autor Peter Heller. Ich habe das Hörbuch gehört, das ganz großartig von Olaf Pessler gelesen wird. Der Sprecher versteht es hier ganz ausgezeichnet die Emotionen rüber zu bringen und die Figur des Hig zum Leben zu erwecken.
Meiner Meinung nach sind Titel und Cover hier eindeutig zu "niedlich" gewählt. Ich dachte auf den ersten Blick es wäre ein Kinderbuch und ich hatte mir eindeutig was Harmloseres drunter vorgestellt als es ist. So richtig jugendfrei ist "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" nämlich nicht. Es sterben doch ganz schön viele Menschen, auch wenn es natürlich meistens aus der Perspektive von Big Hig und seinem Nachbarn Bangley aus Notwehr ist und sie nur ihr Eigentum und ihr Leben verteidigen. Dann braucht natürlich der Hund auch was zu essen und da nimmt man eben das Frischfleisch das man gerade da hat. Und wenn zu den letzten Menschen auf Erden gehört, dann sollte man wohl auch für den Fortbestand der Menschheit sorgen.
Wie man auf diesen Titel gekommen ist, kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen, denn so wirklich was mit Sterndeutung oder ähnlichem hat Big Hig nicht am Hut und die Welt ist ja auch nicht untergegangen, sondern die Menschheit wurde von einer Grippe-Pandemie und ein paar anderen Krankheiten dahin gerafft.
Zu Anfang fand ich die Geschichte ein bisschen langweilig und wenn man ehrlich ist, dann passiert hier auch nicht wirklich viel. Die Handlung lässt sich auf wenige Seiten reduzieren, denn es gibt nur sehr wenige handelnde Personen (Überlebende) und einen räumlich begrenzten Radius an Schauplätzen. Diese Reduktion auf wesentliche Punkte ist es sicherlich auch, die das Buch in gewisser Weise besonders machen. Dazu kommt noch, dass die handelnden Figuren eher wortkarg sind und es an abwechselnden Ereignissen eben auch einfach mangelt. Hätte ich hier das Buch gelesen, so bin ich mir nicht sicher, ob ich bis zum Ende durchgehalten hätte. Positiv trägt hier aber ganz eindeutig der Hörbuchsprecher Olaf Pessler bei und so fühlte ich mich gut unterhalten. Wenn ich so im Nachhinein an dieses Buch denke, so muss ich aber auch sagen, dass ich für mich wenig raus ziehen konnte was mich zum Nachdenken anregt oder nachhaltig beeindruckt. Dafür blieb das Ganze für mich zu sehr an der Oberfläche, was ich umso erstaunlicher finde, da die Handlung aus der Perspektive von Hig erzählt ist. Insgesamt gesehen konnte mich "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" nicht für sich einnehmen, aber die Hörbuchfassung ist dennoch hörenswert.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Peter Heller: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
Weitere Informationen zum Hörbuch, Autor und Sprecher finden sich auf der Homepage des Lübbe Audio Verlages.
Dienstag, 11. Juli 2017
Montag, 10. Juli 2017
Taylor Jenkins Reid: Das Glück und wir dazwischen
Inhaltsangabe des Verlages:
Was wäre wenn? Hannah trifft in einer Bar ihre Jugendliebe wieder. Was, wenn sie die Nacht mit Ethan verbringen würde? Ist er derjenige, nach dem sie sich schon immer sehnt? Oder sollte Hannahs Leben eigentlich ganz anders aussehen: mit Henry an ihrer Seite, der ihr nach einem schweren Unfall zeigt, was wirklich wichtig ist? Hannah befindet sich plötzlich gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Leben – aber wo wartet ihr Happy End?
Ich weiß nicht so recht, was ich von "Das Glück und wir dazwischen" von Autorin Taylor Jenkins Reid halten soll. Eigentlich handelt es sich hier um zwei unterschiedliche Geschichten, die zueinander zeitlich parallel erzählt werden. Das besondere daran ist, dass beide Geschichten den gleichen Ursprung haben. Hannah hat viele Jahre in unterschiedlichen Städten der USA gelebt und ist Jobs oder Beziehungen gefolgt. Nach einer weiteren gescheiterten Beziehung zieht es sie nun nach Los Angeles zurück, wo sie ihre Jugend verbracht hat und ihre beste Freundin mit ihrer Familie noch lebt. Hannah ist gerade einen Tag zurück, als sie mit vielen alten Freunden und Bekannten einen Abend verbringt und ihr von ihrem Jugendfreund Eric die Frage gestellt wird, ob sie noch länger bleiben möchte. Dies ist der Moment in dem sich die Geschichte in zwei Erzählebenen aufsplittet. Was für eine Auswirkung auf ihr zukünftiges Leben hat diese eine Entscheidung? Autorin Taylor Jenkins Reid stellt diese beiden Varianten wertfrei gegenüber. Es gibt keinen allwissenden Erzähler oder eine Rahmenhandlung die die beiden Ebenen miteinander verbindet. Zu Anfang kam ich damit auch noch gut zurecht. Die beiden Geschichten unterschieden sich so grundlegend, dass ich keine Probleme hatte zu unterscheiden, in welcher der beiden Wirklichkeiten ich mich gerade befinde. Ich hatte allerdings geglaubt, dass sich hier doch noch irgendeine Verbindung zwischen den Ebenen ergeben würde, vielleicht durch Koma, Traum oder eine gute Idee der Autorin. Je mehr sich die erzählten Geschichten an einander annäherten, desto weniger gefiel es mir jedoch. Teilweise gab es identische Dialoge in beiden Wirklichkeiten, die man dann doppelt las. Das war einfach nichts für mich. Grundsätzlich finde ich die Idee der Autorin zwar sehr gut und ich mochte als Kind z.B. auch diese Bücher in denen man für den Protagonisten eine Entscheidung treffen konnte und dann auf der jeweiligen Seite weiter lesen sollte. Aber so als komplett eigenständige Geschichte und mit natürlich auch zwei unterschiedlichen Ausgängen der Handlung war mir das einfach zu offen. Ich möchte das mir der Autor/ die Autorin die Entscheidung abnimmt wie die Handlung ausgeht und dann kann ich mich darüber freuen oder darüber aufregen. Aber so wie es in "Das Glück und wir dazwischen" ist, fand ich es einfach nicht befriedigend. Ich hätte es übrigens auch besser gefunden, wenn sich der Verlag am Originaltitel "Maybe in another life" orientiert hätte, denn der deutsche Titel ist doch ziemlich nichtssagend.
Empfehlen kann ich "Das Glück und wir dazwischen" an alle die sich sowieso immer nicht entscheiden können wie eine Geschichte ausgehen soll. Hier ist ihre Chance!
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Taylor Jenkins Reid: Das Glück und wir dazwischen
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Diana Verlages.
Was wäre wenn? Hannah trifft in einer Bar ihre Jugendliebe wieder. Was, wenn sie die Nacht mit Ethan verbringen würde? Ist er derjenige, nach dem sie sich schon immer sehnt? Oder sollte Hannahs Leben eigentlich ganz anders aussehen: mit Henry an ihrer Seite, der ihr nach einem schweren Unfall zeigt, was wirklich wichtig ist? Hannah befindet sich plötzlich gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Leben – aber wo wartet ihr Happy End?
Ich weiß nicht so recht, was ich von "Das Glück und wir dazwischen" von Autorin Taylor Jenkins Reid halten soll. Eigentlich handelt es sich hier um zwei unterschiedliche Geschichten, die zueinander zeitlich parallel erzählt werden. Das besondere daran ist, dass beide Geschichten den gleichen Ursprung haben. Hannah hat viele Jahre in unterschiedlichen Städten der USA gelebt und ist Jobs oder Beziehungen gefolgt. Nach einer weiteren gescheiterten Beziehung zieht es sie nun nach Los Angeles zurück, wo sie ihre Jugend verbracht hat und ihre beste Freundin mit ihrer Familie noch lebt. Hannah ist gerade einen Tag zurück, als sie mit vielen alten Freunden und Bekannten einen Abend verbringt und ihr von ihrem Jugendfreund Eric die Frage gestellt wird, ob sie noch länger bleiben möchte. Dies ist der Moment in dem sich die Geschichte in zwei Erzählebenen aufsplittet. Was für eine Auswirkung auf ihr zukünftiges Leben hat diese eine Entscheidung? Autorin Taylor Jenkins Reid stellt diese beiden Varianten wertfrei gegenüber. Es gibt keinen allwissenden Erzähler oder eine Rahmenhandlung die die beiden Ebenen miteinander verbindet. Zu Anfang kam ich damit auch noch gut zurecht. Die beiden Geschichten unterschieden sich so grundlegend, dass ich keine Probleme hatte zu unterscheiden, in welcher der beiden Wirklichkeiten ich mich gerade befinde. Ich hatte allerdings geglaubt, dass sich hier doch noch irgendeine Verbindung zwischen den Ebenen ergeben würde, vielleicht durch Koma, Traum oder eine gute Idee der Autorin. Je mehr sich die erzählten Geschichten an einander annäherten, desto weniger gefiel es mir jedoch. Teilweise gab es identische Dialoge in beiden Wirklichkeiten, die man dann doppelt las. Das war einfach nichts für mich. Grundsätzlich finde ich die Idee der Autorin zwar sehr gut und ich mochte als Kind z.B. auch diese Bücher in denen man für den Protagonisten eine Entscheidung treffen konnte und dann auf der jeweiligen Seite weiter lesen sollte. Aber so als komplett eigenständige Geschichte und mit natürlich auch zwei unterschiedlichen Ausgängen der Handlung war mir das einfach zu offen. Ich möchte das mir der Autor/ die Autorin die Entscheidung abnimmt wie die Handlung ausgeht und dann kann ich mich darüber freuen oder darüber aufregen. Aber so wie es in "Das Glück und wir dazwischen" ist, fand ich es einfach nicht befriedigend. Ich hätte es übrigens auch besser gefunden, wenn sich der Verlag am Originaltitel "Maybe in another life" orientiert hätte, denn der deutsche Titel ist doch ziemlich nichtssagend.
Empfehlen kann ich "Das Glück und wir dazwischen" an alle die sich sowieso immer nicht entscheiden können wie eine Geschichte ausgehen soll. Hier ist ihre Chance!
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Taylor Jenkins Reid: Das Glück und wir dazwischen
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Diana Verlages.
Samstag, 8. Juli 2017
Dumont Sprüche-Kalender: Typo-Kalender 2018
Das sagt der Dumont Verlag über den Kalender:
FUNI-Sprüche sind Kult! Sie sind frech, witzig und originell und typografisch kreativ gestaltet. Jedes Kalenderblatt für sich, schlicht gehalten in Schwarzweiß, ist ein Hingucker und Garant für gute Laune und ein Schmunzeln. Kein Wunder, dass FUNI-Kalender von DUMONT so viele Fans haben. Dass der Kalender alles bietet, was man für die Terminplanung braucht, versteht sich von selbst: ein Kalendarium mit Wochentagen, hervorgehobenen Sonntagen und allen wichtigen Feiertagen.
Für mich ist der Typo-Kalender für das Jahr 2018 der ideale Büro-Wandschmuck.
Zuerst kam mir der Kalender sehr groß vor (49,5 x 68,5 cm), aber jetzt hängt er zwischen zwei Postern im DIN A0 Format und da wirkt er sogar richtig klein.
Ich weiß nicht, wie es bei anderen so im Büro ist, aber bei mir soll das was ich an die Wand hänge schon ein bisschen seriös sein, darf aber auch gerne die Besucher zum Schmunzeln bringen. Der Kalender mit den FUNI-Sprüchen schafft da für mich eine gute Balance. Wie bei einem Wandkalender üblich, wird hier jedem Monat ein Blatt gewidmet und darauf ist dann jeweils einer der Sprüche in schwarz-weiß und mit unterschiedlichen Typen abgedruckt. Insgesamt gibt es von FUNI mehr als 12 Sprüche, die dann in den unterschiedlichen Kalender-Formaten für jedes Jahr neu zusammengestellt werden. Ich würde mir dabei aber nicht unbedingt jede dieser Kombinationen ins Büro hängen. Die Variante als Wandkalender für 2018 in der Größe 49,5 x 68,5 cm ist für mich aus einem speziellen Grund besonders interessant: Er kommt ohne Fäkalsprache aus. Das mag jetzt vielleicht blöd klingen, aber ich kann mir im Büro nicht einen ganzen Monat lang einen Spruch an die Wand hängen in dem das Wort "Kacke" oder "Scheiße" vorkommt. Das ist bei mir im Büro einfach nicht angemessen. Eine solche Zusammenstellung ist beispielsweise im Format Notizkalender 22 cm x 49 cm der Fall, weshalb ich den nicht fürs Büro verwenden wollen würde (den kann ich mir dafür aber zum Beispiel super als Putzplan in einer WG-Küche vorstellen). Der kleine Wandkalender 24 cm x 24 cm wäre aber für 2018 ebenfalls in dieser Hinsicht in Ordnung.
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass ich später den einen oder anderen Spruch rahmen werde. Problematisch ist hier nur, dass die Typen teilweise sehr nahe an den Rand reichen und man so wenig Spielraum beim Zurechtschneiden hat.
Es vergeht nun zwar noch fast ein halbes Jahr bis 2018, aber da die Titelseite sowieso einen meiner liebsten Büro-Sprüche zeigt (Frage von Kollegen: Und, wie ist es so? Antwort: LÄUFT. [Zwar rückwärts und bergab.] Aber läuft.“), schaue ich mir den auch gerne schon ein paar Monate an.
In Anbetracht der Kalendergröße finde ich den Verkaufspreis auch absolut angemessen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man den Kalender kaufen: Dumont Sprüche-Kalender: Typo-Kalender 2018
Weitere Informationen zum Kalender und den Sprüchen, findet man auf der Homepage des Dumont Kalenderverlages.
Donnerstag, 6. Juli 2017
Lisa Ballantyne: Wenn Du vergisst
Inhaltsangabe des Verlages:
Die Londoner Lehrerin Margaret Holloway ist auf dem Weg von der Schule nach Hause, als ihr Wagen in einen Unfall gerät. Sie ist gefangen in dem Fahrzeug, das kurz davor ist, in Flammen aufzugehen. Ein Fremder befreit sie und verschwindet sofort wieder. Anfangs kann sich Margaret kaum an etwas erinnern – wie so oft in ihrem Leben. Nur die Narben im Gesicht des Mannes sind ihr deutlich vor Augen. Doch nach und nach kehren die Erinnerungen zurück: nicht nur an den Unfall, sondern auch an Erlebnisse in ihrer Kindheit in Schottland, die sie allzu lange verdrängt hat …
"Wenn Du vergisst" von Autorin Lisa Ballantyne erweckt durch den Titel und die Covergestaltung den Eindruck, dass es sich hier um einen Thriller handelt. Aber ein Geheimnis macht noch lange keinen Kriminalfall und die Unwissenheit der Protagonistin noch keine Spannung.
Ich würde "Wenn Du vergisst" ein Familiendrama nennen und als solches kann es auch durchaus die Erwartungen eines Lesers erfüllen.
Im Mittelpunkt des Romans steht Margaret, eine Schulrektorin von 36 Jahren, gebürtig aus Schottland und glücklich verheiratet mit zwei Kindern. Erzählt wird hier jedoch in zwei Zeitebenen und Margaret ist nur die Erzählerin in der Gegenwart des Jahres 2013. In der Vergangenheit, die hier im Jahr 1985 angesiedelt ist, gibt es wechselnde Erzählperspektiven, doch die wichtigste und einprägsamste ist Big George, ein Mann von 26 Jahren, der aus Glasgow stammt. In abwechselnden Kapiteln springt die Handlung zwischen den Jahren 1985 und 2013 hin und her, beginnend mit einem Autounfall den Margaret im Jahr 2013 hat. Sie wird in ihrem Auto eingeschlossen und kann erst im letzten Moment von einem Fremden davor bewahrt werden mit dem Fahrzeug in Flammen aufzugehen. Für Margaret ist dies ein traumatisches Erlebnis, aber auch eine Schlüsselszene um vergessene Erinnerungen aus ihrer Kindheit wieder zum Leben zu erwecken.
Die Handlung von "Wenn Du vergisst" spielt über nur wenige Tage hinweg in der Gegenwart, so lange, bis Margarets vollständige Erinnerung zurückgekehrt ist. Die Kapitel im Jahr 2013, fand ich ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Doch die Erzählungen von Big George im Jahr 1985 haben mir sehr gefallen. Zum Ausgleich gab es aber auch im Zeitstrang 1985 Kapitel aus einer anderen Perspektive die mir total überzeichnet waren und nicht gefallen konnten. Ich bin daher ziemlich gemischt in meiner Meinung über dieses Buch. Es hat mich stellenweise sehr gut unterhalten, aber leider war es mir zu vorhersehbar und teilweise zu langatmig um wirklich fesseln zu können. Ich kann "Wenn Du vergisst" daher nicht an Leser empfehlen die einen spannenden Thriller erwarten, sondern nur als Familientragödie weiter empfehlen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Lisa Ballantyne: Wenn Du vergisst
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des btb Verlages.
Die Londoner Lehrerin Margaret Holloway ist auf dem Weg von der Schule nach Hause, als ihr Wagen in einen Unfall gerät. Sie ist gefangen in dem Fahrzeug, das kurz davor ist, in Flammen aufzugehen. Ein Fremder befreit sie und verschwindet sofort wieder. Anfangs kann sich Margaret kaum an etwas erinnern – wie so oft in ihrem Leben. Nur die Narben im Gesicht des Mannes sind ihr deutlich vor Augen. Doch nach und nach kehren die Erinnerungen zurück: nicht nur an den Unfall, sondern auch an Erlebnisse in ihrer Kindheit in Schottland, die sie allzu lange verdrängt hat …
"Wenn Du vergisst" von Autorin Lisa Ballantyne erweckt durch den Titel und die Covergestaltung den Eindruck, dass es sich hier um einen Thriller handelt. Aber ein Geheimnis macht noch lange keinen Kriminalfall und die Unwissenheit der Protagonistin noch keine Spannung.
Ich würde "Wenn Du vergisst" ein Familiendrama nennen und als solches kann es auch durchaus die Erwartungen eines Lesers erfüllen.
Im Mittelpunkt des Romans steht Margaret, eine Schulrektorin von 36 Jahren, gebürtig aus Schottland und glücklich verheiratet mit zwei Kindern. Erzählt wird hier jedoch in zwei Zeitebenen und Margaret ist nur die Erzählerin in der Gegenwart des Jahres 2013. In der Vergangenheit, die hier im Jahr 1985 angesiedelt ist, gibt es wechselnde Erzählperspektiven, doch die wichtigste und einprägsamste ist Big George, ein Mann von 26 Jahren, der aus Glasgow stammt. In abwechselnden Kapiteln springt die Handlung zwischen den Jahren 1985 und 2013 hin und her, beginnend mit einem Autounfall den Margaret im Jahr 2013 hat. Sie wird in ihrem Auto eingeschlossen und kann erst im letzten Moment von einem Fremden davor bewahrt werden mit dem Fahrzeug in Flammen aufzugehen. Für Margaret ist dies ein traumatisches Erlebnis, aber auch eine Schlüsselszene um vergessene Erinnerungen aus ihrer Kindheit wieder zum Leben zu erwecken.
Die Handlung von "Wenn Du vergisst" spielt über nur wenige Tage hinweg in der Gegenwart, so lange, bis Margarets vollständige Erinnerung zurückgekehrt ist. Die Kapitel im Jahr 2013, fand ich ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Doch die Erzählungen von Big George im Jahr 1985 haben mir sehr gefallen. Zum Ausgleich gab es aber auch im Zeitstrang 1985 Kapitel aus einer anderen Perspektive die mir total überzeichnet waren und nicht gefallen konnten. Ich bin daher ziemlich gemischt in meiner Meinung über dieses Buch. Es hat mich stellenweise sehr gut unterhalten, aber leider war es mir zu vorhersehbar und teilweise zu langatmig um wirklich fesseln zu können. Ich kann "Wenn Du vergisst" daher nicht an Leser empfehlen die einen spannenden Thriller erwarten, sondern nur als Familientragödie weiter empfehlen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Lisa Ballantyne: Wenn Du vergisst
Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des btb Verlages.
Mittwoch, 5. Juli 2017
KW27/2017 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung
Diese Woche möchte ich Euch auf Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung aufmerksam machen:
Schreibt eine E-Mail an: ago.h.o(at)mptmail.net.mm, info(at)meberlin.com
Betreff: Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung
Text:
Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,
mit großer Sorge habe ich erfahren, dass drei Journalisten festgenommen worden sind, weil sie im Shan-Staat ihrer Arbeit nachgegangen sind.
Lassen Sie Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung sowie alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen in Myanmar umgehend und bedingungslos frei, da sie sich lediglich aufgrund der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit in Haft befinden.
Sorgen Sie bitte dafür, dass Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung bis zu ihrer Freilassung angemessen medizinisch versorgt werden, umgehend wirksamen und regelmäßigen Zugang zu ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl erhalten, und vor Folter oder anderweitigen Misshandlungen geschützt werden.
Ich bitte Sie zudem entsprechend internationaler Menschenrechtsnormen und -standards um die Aufhebung oder Abänderung aller Gesetze, die das Recht auf Vereinigungsfreiheit willkürlich oder pauschal einschränken - darunter auch das Vereinigungsgesetz von 1908.
Mit freundlichen Grüßen
(Dein Name)
Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Drei Journalisten in Haft
Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!
Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.
Pagoden Bagan, Myanmar
© Amnesty
© Amnesty
In Myanmar sind drei Journalisten festgenommen und angeklagt worden. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft. Die Vorwürfe beruhen ausschließlich auf ihrer friedlichen Medienarbeit im Shan‑Staat im Norden des Landes. Sie sind gewaltlose politische Gefangene und müssen umgehend und bedingungslos freigelassen werden.
Am 28. Juni wurden Lawi Weng (auch bekannt als Thein Zaw), Reporter für das Nachrichtenmagazin Irrawaddy, sowie Aye Nai und Pyae Phone Aung, beide Reporter für die Organisation Democratic Voice of Burma, unter Paragraf 17(1) des Vereinigungsgesetzes von 1908 angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, mit der Ta’ang Nationalen Befreiungsarmee (TNLA) in Kontakt zu stehen, einer bewaffneten Gruppe, die im Norden Myanmars aktiv ist. Bei einer Verurteilung drohen ihnen jeweils bis zu drei Jahre Haft.
Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung wurden am 26. Juni gemeinsam mit vier weiteren Personen an einem militärischen Kontrollpunkt in Payargyi im Township Namhsan im Shan-Staat festgenommen. Die Männer kamen gerade aus einer Gegend zurück, die von der TNLA kontrolliert wird. Dort hatten sie anlässlich des Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr über eine Drogenverbrennungszeremonie berichtet. Die Identität der anderen vier Personen ist Amnesty International bisher nicht bekannt. In den Lokalmedien wird berichtet, dass eine dieser vier Personen – ein Fahrer – mittlerweile ohne Anklage wieder freigelassen worden ist.
Der Verbleib von Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung war fast drei Tage lang unbekannt. Dann wurden sie in das Hsipaw-Gefängnis im Shan-Staat gebracht, wo sie nach wie vor festgehalten werden. Es besteht Sorge um den Gesundheitszustand von Lawi Weng und Aye Nai. Lawi Weng muss wegen einer Herzerkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen und ist in der Vergangenheit wegen Nierenversagens behandelt worden. Aye Nai leidet ebenfalls unter gesundheitlichen Beschwerden.
Die nächste Anhörung ist für den 11. Juli vor dem Gericht des Townships Hsipaw angesetzt.
Es gibt eine Urgent Action, die sich für Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung einsetzt.Am 28. Juni wurden Lawi Weng (auch bekannt als Thein Zaw), Reporter für das Nachrichtenmagazin Irrawaddy, sowie Aye Nai und Pyae Phone Aung, beide Reporter für die Organisation Democratic Voice of Burma, unter Paragraf 17(1) des Vereinigungsgesetzes von 1908 angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, mit der Ta’ang Nationalen Befreiungsarmee (TNLA) in Kontakt zu stehen, einer bewaffneten Gruppe, die im Norden Myanmars aktiv ist. Bei einer Verurteilung drohen ihnen jeweils bis zu drei Jahre Haft.
Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung wurden am 26. Juni gemeinsam mit vier weiteren Personen an einem militärischen Kontrollpunkt in Payargyi im Township Namhsan im Shan-Staat festgenommen. Die Männer kamen gerade aus einer Gegend zurück, die von der TNLA kontrolliert wird. Dort hatten sie anlässlich des Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr über eine Drogenverbrennungszeremonie berichtet. Die Identität der anderen vier Personen ist Amnesty International bisher nicht bekannt. In den Lokalmedien wird berichtet, dass eine dieser vier Personen – ein Fahrer – mittlerweile ohne Anklage wieder freigelassen worden ist.
Der Verbleib von Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung war fast drei Tage lang unbekannt. Dann wurden sie in das Hsipaw-Gefängnis im Shan-Staat gebracht, wo sie nach wie vor festgehalten werden. Es besteht Sorge um den Gesundheitszustand von Lawi Weng und Aye Nai. Lawi Weng muss wegen einer Herzerkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen und ist in der Vergangenheit wegen Nierenversagens behandelt worden. Aye Nai leidet ebenfalls unter gesundheitlichen Beschwerden.
Die nächste Anhörung ist für den 11. Juli vor dem Gericht des Townships Hsipaw angesetzt.
Schreibt eine E-Mail an: ago.h.o(at)mptmail.net.mm, info(at)meberlin.com
Betreff: Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung
Text:
Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,
mit großer Sorge habe ich erfahren, dass drei Journalisten festgenommen worden sind, weil sie im Shan-Staat ihrer Arbeit nachgegangen sind.
Lassen Sie Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung sowie alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen in Myanmar umgehend und bedingungslos frei, da sie sich lediglich aufgrund der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit in Haft befinden.
Sorgen Sie bitte dafür, dass Lawi Weng, Aye Nai und Pyae Phone Aung bis zu ihrer Freilassung angemessen medizinisch versorgt werden, umgehend wirksamen und regelmäßigen Zugang zu ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl erhalten, und vor Folter oder anderweitigen Misshandlungen geschützt werden.
Ich bitte Sie zudem entsprechend internationaler Menschenrechtsnormen und -standards um die Aufhebung oder Abänderung aller Gesetze, die das Recht auf Vereinigungsfreiheit willkürlich oder pauschal einschränken - darunter auch das Vereinigungsgesetz von 1908.
Mit freundlichen Grüßen
(Dein Name)
Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Drei Journalisten in Haft
Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!
Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.
"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)
(Quelle: Amnesty International)
Dienstag, 4. Juli 2017
Dumont Fotokunst-Kalender: August Sander - KÖLN-Fotografien 2018
Informationen des Verlages zu August Sander:
August Sander (1876–1964) war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten deutschen Fotografen. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst und der Rückkehr nach Köln hatte Sander begonnen, die Stadt zu porträtieren. Diese Arbeit setzte er bis zum Beginn des nächsten Krieges fort. Er verzichtete bewusst darauf, seine Arbeiten zu datieren. Er war kein Fotojournalist, er machte keine Schnappschüsse – die Fotografien sind weder Momentaufnahmen noch reine Architekturaufnahmen. Es handelt sich um das Porträt einer Stadt in ihrer grundlegenden kulturhistorischen Bedeutung. Dass diese Vorkriegsaufnahmen eine über das rein Dokumentarische hinausgehende Bedeutung haben würden, war nicht vorauszusehen. So zeigen seine Bilder ein Häusermeer, das wenig später zu einem Trümmerfeld werden sollte. Seine Fotografien erhielten nach 1945 eine neue kulturhistorische Dimension. In den Jahren 1946 bis 1952 stellte Sander aus vorhandenem Bildmaterial sechszehn thematisch geordnete Mappen mit insgesamt 407 auf Fotokarton (43 x 34 cm) aufgeklebten schwarz-weiß-Abzügen, jeweils mit einem schwarzen Rand versehen, zusammen. Sie geben ein Bild es alten Köln wieder, eine Vorstellung von "Köln wie es war". Zwölf Bilder aus zwölf Mappen zeigt dieser Kalender.
Ich muss gestehen, dass ich den Fotografen August Sander bisher gar nicht kannte und mir seine Fotografien im Kölnischen Stadtmuseum nicht in Erinnerung geblieben sind. Das liegt jedoch weniger an seinen Bildern, sondern vielmehr an der großen Anzahl von Objekten die es im KSM zu sehen gibt.
Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, welches Trümmerfeld Köln nach dem zweiten Weltkrieg war. Bis auf den Kölner Dom (der als Ortungsziel für die Angriffe aus der Luft stehen bleiben durfte) ist kaum etwas in der Kölner Altstadt und innerhalb der Ringe erhalten geblieben. Ich finde es daher sehr schön, dass mit den Aufnahmen von August Sander vermittelt wird, wie Köln früher einmal aussah, auch wenn manchmal ein wenig Schwermut aufkommen kann, wenn man beispielsweise die schönen alten Häuser am Heumarkt sieht. Bereits in den letzten Jahren sind Kalender mit den Köln-Motiven von August Sander erschienen. Einige dieser Zusammenstellungen finde ich besonders gelungen und das ist auch einer der Gründe, warum ich der Ausgabe für das Jahr 2018 einen Stern in der Wertung abziehe. Mir gefallen die Bilder in den Kalendern der Jahre 2013-2017 in ihrer Gesamtheit ein wenig besser, da dort immer ein großer Bildausschnitt zu sehen ist.
Auf den meisten Monatsblätter für das Jahr 2018 ist dies auch der Fall, aber in den Monaten Februar (Tür des Gürzenich), Juni (Brunnen) und September (Rathausturm) ist mir persönlich der Ausschnitt zu klein, auch wenn natürlich dadurch die Verzierungen besonders gut zu erkennen sind. Das ist mein persönlicher Geschmack und mir gefallen eben einfach die Panoramen und Häuserzeilen, Straßenzüge und Raumaufnahmen von August Sander am besten.
Ich persönlich hätte es auch bevorzugt, wenn die Detail-Erläuterungen zum Motiv mit auf dem Kalenderblatt untergebracht wären, statt auf einer separaten Seite hinter dem Monat Dezember. Ich habe immer lieber alles auf einen Blick, statt mich erst durchblättern zu müssen, denn die Details sind für mich schon immer sehr interessant.
Insgesamt gesehen kann mich besonders die Brillanz und Schärfe der Schwarz-Weiß-Aufnahmen beeindrucken, insbesondere wenn man bedenkt aus welcher Zeit diese stammen.
Empfehlen kann ich den Kalender "August Sander – KÖLN-Fotografien 2018" daher an alle diejenigen, die sich einen Eindruck des "alten" Köln verschaffen wollen und dafür einen qualitativ hochwertigen Kalender im kompakten Format (34,5 x 40 cm) schätzen.
Der Verkaufspreis erscheint mir hier durchaus angemessen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man den Kalender kaufen: Fotokunst-Kalender: August Sander - KÖLN-Fotografien 2018
Weitere Informationen zum Kalender und zum Fotografen finden sich auf der Homepage des Dumont Kalender Verlages.
August Sander (1876–1964) war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten deutschen Fotografen. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst und der Rückkehr nach Köln hatte Sander begonnen, die Stadt zu porträtieren. Diese Arbeit setzte er bis zum Beginn des nächsten Krieges fort. Er verzichtete bewusst darauf, seine Arbeiten zu datieren. Er war kein Fotojournalist, er machte keine Schnappschüsse – die Fotografien sind weder Momentaufnahmen noch reine Architekturaufnahmen. Es handelt sich um das Porträt einer Stadt in ihrer grundlegenden kulturhistorischen Bedeutung. Dass diese Vorkriegsaufnahmen eine über das rein Dokumentarische hinausgehende Bedeutung haben würden, war nicht vorauszusehen. So zeigen seine Bilder ein Häusermeer, das wenig später zu einem Trümmerfeld werden sollte. Seine Fotografien erhielten nach 1945 eine neue kulturhistorische Dimension. In den Jahren 1946 bis 1952 stellte Sander aus vorhandenem Bildmaterial sechszehn thematisch geordnete Mappen mit insgesamt 407 auf Fotokarton (43 x 34 cm) aufgeklebten schwarz-weiß-Abzügen, jeweils mit einem schwarzen Rand versehen, zusammen. Sie geben ein Bild es alten Köln wieder, eine Vorstellung von "Köln wie es war". Zwölf Bilder aus zwölf Mappen zeigt dieser Kalender.
Ich muss gestehen, dass ich den Fotografen August Sander bisher gar nicht kannte und mir seine Fotografien im Kölnischen Stadtmuseum nicht in Erinnerung geblieben sind. Das liegt jedoch weniger an seinen Bildern, sondern vielmehr an der großen Anzahl von Objekten die es im KSM zu sehen gibt.
Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, welches Trümmerfeld Köln nach dem zweiten Weltkrieg war. Bis auf den Kölner Dom (der als Ortungsziel für die Angriffe aus der Luft stehen bleiben durfte) ist kaum etwas in der Kölner Altstadt und innerhalb der Ringe erhalten geblieben. Ich finde es daher sehr schön, dass mit den Aufnahmen von August Sander vermittelt wird, wie Köln früher einmal aussah, auch wenn manchmal ein wenig Schwermut aufkommen kann, wenn man beispielsweise die schönen alten Häuser am Heumarkt sieht. Bereits in den letzten Jahren sind Kalender mit den Köln-Motiven von August Sander erschienen. Einige dieser Zusammenstellungen finde ich besonders gelungen und das ist auch einer der Gründe, warum ich der Ausgabe für das Jahr 2018 einen Stern in der Wertung abziehe. Mir gefallen die Bilder in den Kalendern der Jahre 2013-2017 in ihrer Gesamtheit ein wenig besser, da dort immer ein großer Bildausschnitt zu sehen ist.
Auf den meisten Monatsblätter für das Jahr 2018 ist dies auch der Fall, aber in den Monaten Februar (Tür des Gürzenich), Juni (Brunnen) und September (Rathausturm) ist mir persönlich der Ausschnitt zu klein, auch wenn natürlich dadurch die Verzierungen besonders gut zu erkennen sind. Das ist mein persönlicher Geschmack und mir gefallen eben einfach die Panoramen und Häuserzeilen, Straßenzüge und Raumaufnahmen von August Sander am besten.
Ich persönlich hätte es auch bevorzugt, wenn die Detail-Erläuterungen zum Motiv mit auf dem Kalenderblatt untergebracht wären, statt auf einer separaten Seite hinter dem Monat Dezember. Ich habe immer lieber alles auf einen Blick, statt mich erst durchblättern zu müssen, denn die Details sind für mich schon immer sehr interessant.
Insgesamt gesehen kann mich besonders die Brillanz und Schärfe der Schwarz-Weiß-Aufnahmen beeindrucken, insbesondere wenn man bedenkt aus welcher Zeit diese stammen.
Empfehlen kann ich den Kalender "August Sander – KÖLN-Fotografien 2018" daher an alle diejenigen, die sich einen Eindruck des "alten" Köln verschaffen wollen und dafür einen qualitativ hochwertigen Kalender im kompakten Format (34,5 x 40 cm) schätzen.
Der Verkaufspreis erscheint mir hier durchaus angemessen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man den Kalender kaufen: Fotokunst-Kalender: August Sander - KÖLN-Fotografien 2018
Weitere Informationen zum Kalender und zum Fotografen finden sich auf der Homepage des Dumont Kalender Verlages.
Montag, 3. Juli 2017
Maeve Haran: Das größte Glück meines Lebens
Inhaltsangabe des Verlages:
Stella Ainsworth führt ein ruhiges Leben mit ihrem leicht pedantischen Mann, ihrer chronisch unzufriedenen Tochter und ihren drei geliebten Enkeln. Eigentlich ist sie nicht unglücklich, auch wenn es sie zunehmend stört, dass ihre Familie sie für selbstverständlich nimmt. Doch dann steht ihr Leben plötzlich Kopf, denn ihre Jugendliebe taucht wieder auf. Cameron Keene verließ England vor vielen Jahren und wurde zur Rockikone der 60er-Jahre. Zu Stellas Verwunderung erklärt er in einem Interview, dass sein berühmtester Song – der zur Liebeshymne einer ganzen Generation wurde – von ihr handelt und dass er zurückgekommen sei, um sie zu finden ...
"Das größte Glück meines Lebens" von Autorin Maeve Haran hat mich überrascht und sehr gut unterhalten. Die Inhaltsangabe des Verlages wird diesem Buch jedoch überhaupt nicht gerecht!
Es ist keinesfalls so, dass dieses Buch von der Suche des Rockstars nach seiner verlorenen Muse handelt, denn die hat er nach ca. 80 (von 460) Seiten gefunden. Vorgefunden habe ich vielmehr eine komplexe Familiengeschichte, die sich hauptsächlich mit den vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Konflikten zwischen den Generationen in Stellas Familie beschäftigt.
Vielleicht hätte sich der deutsche Verlag mal Gedanken dazu machen sollen, warum das Buch schon auf Englisch so wenige Leser anzieht und nicht die englische Inhaltsangabe wortwörtlich übersetzt übernehmen sollen.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Stella, inzwischen 64 Jahre alt, seit über 40 Jahren verheiratet, Mutter einer Tochter (Emma) und Großmutter von drei Enkeln die 16 (Jesse), 11 (Izzy) und 1 Jahr (Ruby) alt sind. Dazu gibt es dann noch ihren Ehemann Matthew, ihren Schwiegersohn Stuart und ihre beste Freundin Suze, mit der sie schon als Blumenkind in den 60er Jahren befreundet war.
Stella hat innerhalb der Familie nie viel über ihre Vergangenheit als Freundin eines Musikers gesprochen und so sind alle sehr überrascht, als sich herausstellt, dass dieser zu einem bekannten Rockstar wurde und sein berühmtestes Lied für Stella geschrieben hat. Als Cameron Keene nun samt seiner Entourage, Ex-Frau und aktueller Ehefrau auftaucht ist klar, dass dies nicht ganz unbemerkt an Stellas Leben vorüber ziehen wird. Was "Das größte Glück meines Lebens" interessant macht ist ganz klar die Personenkonstellation und das Aufeinandertreffen so unterschiedlicher Charaktere. Dabei kommt auch dem 16jährigen Jesse eine große Rolle zu und damit auch den unterschiedlichen Lebensentwürfen von Eltern und ihren Kindern.
Mir haben auch die Schauplätze der Londoner Vorstadt und Brighton gut gefallen. Brighton wirkte richtig lebendig auf mich und als Synonym für Stellas Wohnort und die Probleme mit der Infrastruktur und der städtebaulichen Entwicklung vor Ort können sicherlich viele vergleichbare Orte stehen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir zum Ende hin langsam zu viele schillernde Personen vertreten waren und ein solches Aufeinandertreffen dann doch langsam an der Glaubwürdigkeit der Geschichte knabberte.
Insgesamt gesehen habe ich "Das größte Glück meines Lebens" sehr schnell gelesen, was ein Zeichen dafür ist, wie flüssig es geschrieben ist. Empfehlen kann ich das Buch insbesondere als Sommerlektüre und als generationenübergreifendes Buch das zumindest aufzeigen kann, dass es für zweite Chancen im Leben nie zu spät ist.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Buch kaufen: Maeve Haran: Das größte Glück meines Lebens
Weitere Infos zum Buch und zur Autorin gibt es auf der Homepage des Blanvalet Verlages.
Samstag, 1. Juli 2017
KW26/2017 - Buchverlosung der Woche - Das Leben fällt wohin es will von Petra Hülsmann
Es ist soweit:
Ich starte endlich wieder mit meinen regelmäßigen Buchverlosungen. Ich werde aber zukünftig im zwei Wochen Rythmus eine neue Verlosung starten.
Los geht es direkt mit einem echten Knüller, denn das Buch wurde von der Autorin signiert!
Ich verlose den Roman "Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann. Dazu gibt es noch ein kleines Notizbuch als Extra.
"Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du besser nicht den Kopf hängen lassen
Party, Spaß und Freiheit – das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das – Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet – zum Beispiel die Liebe ...."
Wie man hier sehen kann, handelt es sich um ein signiertes Buch, dass natürlich neu und ungelesen ist.
Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!
Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört). Einsendeschluss ist am Samstag, den 15.07.2017 um 20 Uhr. Der Gewinner wird ab dem 16.07.2017 bekannt gegeben. Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.
Viel Erfolg! :-)
Ich starte endlich wieder mit meinen regelmäßigen Buchverlosungen. Ich werde aber zukünftig im zwei Wochen Rythmus eine neue Verlosung starten.
Los geht es direkt mit einem echten Knüller, denn das Buch wurde von der Autorin signiert!
"Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du besser nicht den Kopf hängen lassen
Party, Spaß und Freiheit – das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das – Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet – zum Beispiel die Liebe ...."
Wie man hier sehen kann, handelt es sich um ein signiertes Buch, dass natürlich neu und ungelesen ist.
Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!
Hinterlasst mir hier einen Kommentar wenn ihr in den Lostopf möchtet. Es ist auch möglich hier anonym Kommentare zu hinterlassen, aber auch in diesem Fall muss mindestens ein Name angegeben werden. Wer seine E-Mail Adresse nicht öffentlich angeben möchte, kann mir diese unter es.deh(at)gmx.de separat mitteilen (hierbei bitte kenntlich machen, zu welchem Kommentar die Adresse gehört). Einsendeschluss ist am Samstag, den 15.07.2017 um 20 Uhr. Der Gewinner wird ab dem 16.07.2017 bekannt gegeben. Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten auf die Auslosung folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.
Viel Erfolg! :-)
Donnerstag, 29. Juni 2017
Petra Hülsmann: Das Leben fällt, wohin es will
Inhaltsangabe des Verlages:
Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du besser nicht den Kopf hängen lassen.
Party, Spaß und Freiheit - das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das - Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet - zum Beispiel die Liebe ...
Ich habe "Das Leben fällt, wohin es will" von Autorin Petra Hülsmann als Hörbuch gehört. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass ein guter Sprecher auch ein eher schwaches Buch noch retten und im Gegenzug auch ein unpassender Sprecher einen guten Roman in den Keller ziehen kann.
Im vorliegenden Fall stand ich beim Hören ständig vor der Kellertür und habe anfangs sogar ernsthaft darüber nachgedacht das Hörbuch abzubrechen. Der Grund dafür ist eindeutig Sprecherin Nana Spier. Sie ging mir ja so auf die Nerven!
Wenn ich meiner Nichte ein Buch vorgelesen habe, dann hatte sie immer besonders Spaß daran, wenn ich das mit verstellten Stimmen versucht habe. "Das Leben fällt, wohin es will" wurde mir also von einer Frau Spier vorgelesen, die dabei die Stimmen von dem kleinen Max und der kleinen Toni, dem extrem männlichen Daniel, dem schwulen Hector, der Angestellten Laura usw. imitiert hat. Ihre Imitation empfand ich aber leider nur als anstrengend und keineswegs gelungen. Die Passagen in denen Nana Spier einfach nur die Hauptfigur Marie sprach empfand ich auch durchaus als angenehm und zum Charakter passend. Nur leider besteht dieses Buch zu großen Teilen aus Dialogen und dementsprechend oft musste dann eben kenntlich gemacht werden, dass hier eine andere Person spricht. Natürlich sollte dann auch durch die Stimme erkennbar sein, dass es ein anderer Charakter ist, aber dafür reichen meiner Meinung nach schon kleine Nuancen und es ist nicht notwendig mit extrem tiefen oder hohen Stimmen zu arbeiten, bei denen es dann einfach anstrengend ist zuzuhören. Ich weiß nicht, ob das vielleicht sogar ein Markenzeichen für die Hörbücher von Autorin Petra Hülsmann ist, da dies das erste Buch der Autorin ist das ich gehört habe. Vielleicht kann auch die Sprecherin da nicht viel für und es war eine Regieanweisung das so zu handhaben, aber ich hatte da echt keinen Spaß dran. Nicht besonders gefallen haben mir auch die musikalischen Einlagen die zu Anfang und Ende jeder CD den Text überdeckten.
Kommen wir aber nun zum Inhalt von "Das Leben fällt, wohin es will". Die Hauptfigur Marie hat mir dadurch gefallen, dass sie im Verlauf der Handlung eine Entwicklung erkennen lässt. Ihre Art kommt meistens sympathisch rüber, auch wenn sie ziemlich verpeilt ist und oft unüberlegt handelt. Maries Schwester Christine hat leider kaum Möglichkeiten ihre Persönlichkeit zu zeigen, denn ihre Erkrankung steht fast immer im Vordergrund und bestimmt ihr handeln. Es gibt recht viele Nebenfiguren, die teilweise Klischees erfüllen, aber auch unterhaltsam sind. Es ist sowieso der Humor, der diese Geschichte zu großen Teilen trägt, denn an sich ist die Handlung als romantische Komödie natürlich ziemlich vorhersehbar. Auch wenn mit der Krebserkrankung der Schwester hier ein ernstes Thema im Mittelpunkt steht, so ist der Roman doch eher leichte Lektüre, die zwar die ernsten Seiten aufgreift, aber sich ansonsten eher um Maries Liebes- und Chaosleben widmet. Insgesamt gesehen halte ich "Das Leben fällt, wohin es will" für eine gute Sommerlektüre, empfehle aber aufgrund meiner Erfahrungen hier eher zum Buch als zum Hörbuch zu greifen.
So habe ich bewertet:
Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Petra Hülsmann: Das Leben fällt, wohin es will
Weitere Informationen zum Hörbuch, Autorin und Sprecherin finden sich auf der Homepage von Lübbe Audio.
Montag, 26. Juni 2017
KW26/2017 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Li Xiaoling
Diese Woche möchte ich Euch auf Li Xiaoling aufmerksam machen:
Die Aktivistin Li Xiaoling ist wegen des Vorwurfs „Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben“ offiziell in Haft genommen worden. Sie hatte am 3. Juni den 28. Jahrestag der Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz begangen. Sie leidet unter einem Glaukom und erhält keine angemessene medizinische Behandlung. Acht weitere Aktivist_innen werden ebenfalls unter derselben Anklage festgehalten.
Die aus der Provinz Guangdong stammende Aktivistin Li Xiaoling wurde am Abend des 3. Juni in Peking von der Polizei abgeführt, nachdem Bilder von ihr im Internet aufgetaucht waren, wie sie nahe des Chinesischen Nationaltheaters am Tiananmen-Platz ein Plakat hochhielt und Kerzen anzündete, um an die blutige Niederschlagung der Proteste vor 28 Jahren zu erinnern. In den frühen Morgenstunden des 4. Juni brachte man sie zum Büro für Öffentliche Sicherheit im Pekinger Bezirk Xicheng, und später nahm man sie wegen des Verdachts „Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben“ offiziell in Haft.
Ihr Rechtsbeistand Lin Qilei konnte sie am 7. Juni in einer Hafteinrichtung in Xicheng besuchen. Li Xiaoling erklärte ihm, dass sie am 2. Juni nach Peking gekommen war, um dort Beschwerde gegen die Polizei in Zhuhai – einer Stadt in der Provinz Guangdong – einzureichen. Am 20. Mai war sie in Zhuhai offenbar sieben Stunden lang von der Polizei festgehalten worden, was sie daran hinderte, für eine wichtige Glaukombehandlung im Krankenhaus zu erscheinen. Laut Lin Qilei hat Li Xiaoling angegeben, nach ihrer Festnahme in Peking von der Polizei zu ihren Aktivitäten befragt worden zu sein, unter anderem dem Plakat, das sie am Tiananmen-Platz hochgehalten hatte. Sie darf ihre Augentropfen nur dreimal am Tag anwenden, obwohl die Anwendung auf ärztlichen Rat hin eigentlich alle zwei Stunden erfolgen sollte. Li Xiaoling leidet daher unter Augenschmerzen.
Acht weitere Aktivist_innen – Zhou Li, Li Xuehui, Quan Jianhu, Bu Yongzhu, Zhao Chunhong, Zhao Xin, Liang Yankui und Ding Yajun – sind ebenfalls von der Polizei des Büros für Öffentliche Sicherheit im Bezirk Xicheng festgenommen worden. Hierbei handelt es sich um Freund_innen von Li Xiaoling, die sie nach Peking begleitet, aber nicht an der Aktion teilgenommen hatten. Sie wurden ebenfalls wegen des Vorwurfs „Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben“ in Haft genommen. Außer Ding Yajun konnten sie alle Kontakt zu ihren Rechtsbeiständen aufnehmen.
Es gibt eine Urgent Action, die sich für Li Xiaoling einsetzt.
Schreibt eine E-Mail an: presse.botschaftchina(at)gmail.com
Betreff: Frau Li Xiaoling und weitere Aktivist_innen
Text:
Mit der Bitte um Weiterleitung an den Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit in Peking
Sehr geehrter Herr Wang,
ich bitte Sie hiermit, sich dafür einzusetzen, dass Li Xiaoling, Zhou Li, Li Xuehui, Quan Jianhu, Bu Yongzhu, Zhao Chunhong, Zhao Xin, Liang Yankui und Ding Yajun umgehend und bedingungslos freigelassen werden. Andernfalls müsse sie einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden. Das dann einzuleitende Gerichtsverfahren muss den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen.
Sorgen Sie bitte dafür, dass die Aktivist_innen vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt sind und Zugang zu ihrer Familie, einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und angemessener medizinischer Versorgung erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
(Dein Name)
Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Aktivistin inhaftiert
Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!
Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.
Police block access to Tiananmen
© Demotix/Steve Barru
Die Aktivistin Li Xiaoling ist wegen des Vorwurfs „Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben“ offiziell in Haft genommen worden. Sie hatte am 3. Juni den 28. Jahrestag der Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz begangen. Sie leidet unter einem Glaukom und erhält keine angemessene medizinische Behandlung. Acht weitere Aktivist_innen werden ebenfalls unter derselben Anklage festgehalten.
Die aus der Provinz Guangdong stammende Aktivistin Li Xiaoling wurde am Abend des 3. Juni in Peking von der Polizei abgeführt, nachdem Bilder von ihr im Internet aufgetaucht waren, wie sie nahe des Chinesischen Nationaltheaters am Tiananmen-Platz ein Plakat hochhielt und Kerzen anzündete, um an die blutige Niederschlagung der Proteste vor 28 Jahren zu erinnern. In den frühen Morgenstunden des 4. Juni brachte man sie zum Büro für Öffentliche Sicherheit im Pekinger Bezirk Xicheng, und später nahm man sie wegen des Verdachts „Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben“ offiziell in Haft.
Ihr Rechtsbeistand Lin Qilei konnte sie am 7. Juni in einer Hafteinrichtung in Xicheng besuchen. Li Xiaoling erklärte ihm, dass sie am 2. Juni nach Peking gekommen war, um dort Beschwerde gegen die Polizei in Zhuhai – einer Stadt in der Provinz Guangdong – einzureichen. Am 20. Mai war sie in Zhuhai offenbar sieben Stunden lang von der Polizei festgehalten worden, was sie daran hinderte, für eine wichtige Glaukombehandlung im Krankenhaus zu erscheinen. Laut Lin Qilei hat Li Xiaoling angegeben, nach ihrer Festnahme in Peking von der Polizei zu ihren Aktivitäten befragt worden zu sein, unter anderem dem Plakat, das sie am Tiananmen-Platz hochgehalten hatte. Sie darf ihre Augentropfen nur dreimal am Tag anwenden, obwohl die Anwendung auf ärztlichen Rat hin eigentlich alle zwei Stunden erfolgen sollte. Li Xiaoling leidet daher unter Augenschmerzen.
Acht weitere Aktivist_innen – Zhou Li, Li Xuehui, Quan Jianhu, Bu Yongzhu, Zhao Chunhong, Zhao Xin, Liang Yankui und Ding Yajun – sind ebenfalls von der Polizei des Büros für Öffentliche Sicherheit im Bezirk Xicheng festgenommen worden. Hierbei handelt es sich um Freund_innen von Li Xiaoling, die sie nach Peking begleitet, aber nicht an der Aktion teilgenommen hatten. Sie wurden ebenfalls wegen des Vorwurfs „Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben“ in Haft genommen. Außer Ding Yajun konnten sie alle Kontakt zu ihren Rechtsbeiständen aufnehmen.
Es gibt eine Urgent Action, die sich für Li Xiaoling einsetzt.
Schreibt eine E-Mail an: presse.botschaftchina(at)gmail.com
Betreff: Frau Li Xiaoling und weitere Aktivist_innen
Text:
Mit der Bitte um Weiterleitung an den Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit in Peking
Sehr geehrter Herr Wang,
ich bitte Sie hiermit, sich dafür einzusetzen, dass Li Xiaoling, Zhou Li, Li Xuehui, Quan Jianhu, Bu Yongzhu, Zhao Chunhong, Zhao Xin, Liang Yankui und Ding Yajun umgehend und bedingungslos freigelassen werden. Andernfalls müsse sie einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden. Das dann einzuleitende Gerichtsverfahren muss den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen.
Sorgen Sie bitte dafür, dass die Aktivist_innen vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt sind und Zugang zu ihrer Familie, einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und angemessener medizinischer Versorgung erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
(Dein Name)
Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren: Aktivistin inhaftiert
Es gibt dort auch die Möglichkeit sich direkt online zu beteiligen!
Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.
"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."
(Quelle: Amnesty International)
(Quelle: Amnesty International)
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