Dienstag, 17. Juni 2014

Emylia Hall: Mein Sommer am See



Beth erinnert sich nicht gerne zurück an ihre Kindheit.
Seit sie in London lebt und in einer Galerie arbeitet, hat sie die Erinnerung an ihre Sommer in Ungarn nicht mehr zugelassen und auch im Gespräch mit ihrem Vater bei dem sie in Devon aufgewachsen ist, ist dies nie Thema. Ein Sommer als Beth neun Jahre alt war hat alles verändert, denn damals beschloss ihre Mutter Marika nach dem Urlaub nicht mit zurück nach England zu fahren, sondern in ihrer Heimat Ungarn zu bleiben. Jeden Sommer besuchte Beth sie dort, bis sie 16 Jahre alt war, aber dann geschah etwas das alles ändern sollte.
Erneut wachgerufen werden die Erinnerungen, als Beth Post aus Ungarn erhält und sie sich mit den Sommern ihrer Kindheit konfrontiert sieht ...

"Mein Sommer am See" von Autorin Emylia Hall ist nicht ganz die Sommerlektüre, die ich zunächst erwartet hatte. Dieser Roman hat nichts leichtes an sich. In den Beschreibungen der ungarischen Sommer ist immer auch die Schwere durch die Erinnerungen der Hauptfigur Beth zu spüren. Man weiß von Anfang an, dass es ein Geheimnis gibt, das zum großen Bruch geführt hat als Beth 16 Jahre alt war. Der Weg dorthin ist gepflastert mit den Erinnerungen an die Sommer in Ungarn, die jedoch zum größten Teil ohne große Ereignisse verlaufen.
Die größten Probleme hat mir dabei der Schreibstil der Autorin bereitet, da hier nicht chronologisch erzählt wird oder in einzelnen Kapiteln, sondern die Erinnerungen in den Fließtext eingebettet sind. Ich persönlich mag Geschichten die auf mehreren Zeitebenen erzählt sind sehr gerne. Ich hätte es jedoch bevorzugt, wenn hier durch eigene Kapitel und Überschriften einen klare Trennung zwischen Gegenwart und Vergangenheit erfolgt wäre. So wie es hier gelöst ist, hat es meinen Lesefluss ein wenig gebremst und auch die unterschiedlichen Zeitformen fand ich nicht ganz so glücklich gewählt.
Die Figuren wirken leider bis auf die Hauptfigur Beth alias Erzsi recht unnahbar und man erfährt wenig über ihre Gefühle und Beweggründe. Es ist mir daher nicht gelungen mit den Protagonisten mitzufiebern und erst im Nachhinein konnte ich mir so manches erklären.
Die Auflösung empfand ich zwar als überraschend, jedoch emotional nicht ganz nachvollziehbar.
Insgesamt gesehen habe ich "Mein Sommer am See" daher als interessante Unterhaltung empfunden, aber eher kurzweilig als beeindruckend.
Empfehlen kann ich dieses Buch daher nur als leichte Lektüre für zwischendurch, wobei es sich hier aber meiner Meinung nach nicht unbedingt um einen Roman handelt, der ein Urlaubsgefühl auslöst.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Emylia Hall: Mein Sommer am See

Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des btb Verlages.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen