Donnerstag, 7. Februar 2013

Rick Riordan: Helden des Olymp 02 - Der Sohn des Neptun


Sechs Monate hat Juno ihn schlafen lassen. So lange, bis sein Einsatz gefragt ist und er sich auf den Weg ins römische Camp Jupiter machen soll. Er weiß nichts über seine Herkunft und erinnert sich nicht an viel mehr als seinen Namen. Er soll ein Halbgott sein, ein Sohn des Neptun. Sein Name ist Percy Jackson.
Im Camp angekommen steht die größte Aufgabe jedoch noch bevor. Ein Gott erscheint der Legion und verkündet, dass Percy gemeinsam mit zwei anderen Halbgöttern einen Auftrag in Alaska erfüllen soll. Thanatos wird von einem Riesen gefangen gehalten und daher bleiben die Seelen der Verstorbenen nicht mehr im Reich der Toten. Wenn Thanatos in fünf Tagen nicht befreit ist, dann wird Camp Jupiter fallen und Gaias Macht wächst weiter an.

Mir hat auch der zweite Teil der "Helden des Olymp" Reihe von Rick Riordan sehr gut gefallen. In "Der Sohn des Neptun" stehen nun die römischen Halbgötter im Mittelpunkt, deren Existenz schon durch Jason Grace im ersten Band klar wurde. Mit Frank und Hazel gibt es zwei tolle neue Figuren, die Piper und Leo aus dem ersten Buch in nichts nachstehen. Ich freue mich nun schon sehr auf den dritten Band, in dem sie alle gemeinsam eine Aufgabe erfüllen müssen.
Dennoch konnte mich "Der Sohn des Neptun" nicht ganz in seinen Bann ziehen. Den Grund dafür sehe ich hauptsächlich in den Unterschieden zwischen Camp Half-Blood und Camp Jupiter, sowie dem ganz anderen Umgangston der Halbgötter untereinander. Mir gefallen die Griechen ganz klar besser als die Römer. In Camp Jupiter müssen die Halbgötter ständig um ihr Leben fürchten. Für alle Vergehen gibt es harte Strafen und der Drill ist sehr militärisch und nicht nur auf den Kampf beschränkt. Das färbt auch auf den Umgang mit anderen Kreaturen ab, so dass hier zum Beispiel die Faune (römisch) einer Existenz als Bettler frönen, während die Satyre (griechisch) wertvolle Aufgaben wahrnehmen. Das sind natürlich nur Kleinigkeiten und ich fand es auch sehr interessant, mal eine ganz andere Sichtweise der Halbgötterwelt kennenzulernen. Aber ich freue mich doch, dass der nächste Band nicht mehr ganz so auf die Römer konzentriert sein wird, wie "Der Sohn des Neptun". Das Aufeinandertreffen dieser beiden so unterschiedlichen Camps wird sicherlich noch sehr spannend.
Insgesamt gesehen ist "Der Sohn des Neptun" jedoch wieder ein sehr typisches Buch von Rick Riordan, in dem Abenteuer und Humor eine sehr schöne Kombination bilden.
Empfehlen kann ich dieses Buch an alle Leser ab ca. 13 Jahren, die auch bereits den ersten Band gelesen haben. Mir persönlich gefällt diese Reihe inzwischen sogar besser als "Percy Jackson".

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Rick Riordan: Helden des Olymp 02 - Der Sohn des Neptun
Weitere Informationen zu Rick Riordan und der Reihe Helden des Olymp finden sich auf der Homepage des Carlsen Verlages.

Mittwoch, 6. Februar 2013

KW 06/2013 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Azza Suleiman

Ich möchte Euch Azza Suleiman vorstellen.

Foto: © Privat

Azza Suleiman wurde bei einer Protestaktion in Kairo von Soldaten brutal zusammengeschlagen. Sie wollten die 49-Jährige davon abhalten, einer anderen Frau zu helfen, die verletzt und entblößt am Boden lag. Azza Suleiman erlitt einen Schädelbruch und kämpft noch immer mit Gedächtnisstörungen. Doch sie wehrt sich gegen das Unrecht.

Am 17. Dezember 2011 nahm Azza Hilal Ahmad Suleiman mit einem Freund an einer großen Protestkundgebung in der Nähe des Tahrir-Platzes in Kairo teil. Die Demonstrierenden wurden von Soldaten angegriffen und flohen. Beim Weglaufen sah Azza Suleiman, wie Soldaten eine junge Frau schlugen und ihr die Kleider vom Leib rissen. Gemeinsam mit ihrem Freund und anderen Protestierenden versuchte sie, die Frau wegzutragen. Daraufhin stießen die Soldaten Azza Suleiman zu Boden und schlugen sie so lange auf den Kopf, bis sie das Bewusstsein verlor. Ein Armeeoffizier schoss ihrem Freund mit einer Pistole ins Knie.
Azza Suleiman wachte erst wieder im Krankenhaus auf, wo man sie wegen eines Schädelbruchs behandelte. Sie war so schwer verletzt, dass ihre Bettwäsche mehrfach gewechselt werden musste, weil sie mit Blut durchtränkt war. Später wurde sie in eine andere Klinik verlegt, die sie erst im Januar 2012 verlassen konnte.
Azza Suleiman legte offiziell Beschwerde gegen das brutale Vorgehen der Armee ein und machte eine Zeugenaussage bei der Staatsanwaltschaft. Sie sagte zu Amnesty: „Ich bin der Überzeugung, dass die Militärführung und die Armee dafür zur Rechenschaft gezogen werden müssen.“ Doch bisher ist noch niemand wegen des Angriffs vor Gericht gestellt worden. Außerdem hat Azza Suleiman bislang keinerlei Wiedergutmachung erhalten.
Im Dezember 2011 gingen die ägyptischen Sicherheitskräfte mit exzessiver Gewalt und scharfer Munition gegen Protestierende in Kairo vor. Dabei wurden mindestens 17 Menschen getötet, Hunderte weitere erlitten Verletzungen. Die Demonstrationen richteten sich gegen den Obersten Militärrat, der nach dem Sturz von Präsident Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen hatte. Bei der Niederschlagung der Proteste nahmen die Soldaten gezielt Frauen ins Visier.
Die Ereignisse vom 17. Dezember wurden gefilmt und ins Internet gestellt: Das Video zeigt eine Frau, die von Soldaten über den Boden geschleift und bis auf die Unterwäsche entblößt ist. Ein Soldat tritt sie und lässt sie liegen. Azza Suleiman, die eine rote Jacke trägt, und ihr Freund wollen der Frau helfen und werden direkt von Soldaten angegriffen. Das Video löste auch in Ägypten  große Empörung aus.

Es gibt eine Online-Petition, die sich für Azza Suleiman einsetzt.

Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty Deutschland daran beteiligen:
Gerechtigkeit für Azza Suleiman!

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.


"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."



(Quelle: Amnesty International)

Dienstag, 5. Februar 2013

Nina Blazon: Ascheherz


Summer weiß nicht wer sie ist, oder woher sie kommt. Ihren Namen hat sie sich aus einem Theaterstück erwählt. Sie weiß nur, dass sie nicht lange an einem Ort verweilen darf, denn sonst findet sie der Blutmann, der ihr nach dem Leben trachtet. Als sie einen geheimnisvollen jungen Mann trifft, beschließt sie gemeinsam mit ihm ins Nordland zu gehen. Der Anblick des Landes löst Erinnerungen bei Summer aus und sie weiß, dass sie hier schon mal gewesen ist. Langsam kehren auch andere Fragmente in ihr Gedächtnis zurück und Summer weiß, dass sie einmal die Liebe kannte, eine Liebe die sie verloren hat.

Ich habe "Ascheherz" von Nina Blazon als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von Nina Petri, was sehr gut passte.
Ich habe irgendwo gelesen, dass "Ascheherz" in der gleichen Welt spielt wie "Faunblut", das ich ebenfalls kenne. Schon nach dem ersten Buch hatte ich nur sehr weniger Informationen über diese Welt und war eher verwirrt. "Ascheherz" hat hier leider auch nicht viel mehr Klarheit gebracht und ich hätte diese Verbindung von alleine auch nicht erkannt.
Die Grundidee von "Ascheherz" ist dabei aber interessant. Es geht im weitesten Sinne um Leben und Tod und den Übergang von dem einen ins andere. Nina Blazon hat dazu einige sehr nette Ideen, die für fantastische Augenblicke sorgen.
Dadurch, dass jedoch Summer keine Erinnerungen hat und der Leser immer nur so viel weiß wie die Hauptfigur, fällt die Orientierung hier sehr schwer. Über viele Kapitel hinweg hatte ich keine Ahnung, worauf das hier hinauslaufen soll und auch später konnte ich manches nicht so richtig nachvollziehen. "Ascheherz" bleibt also der verwirrenden Linie treu, die schon „Faunblut“ bei mir hinterlassen hat. Für eine vermeintlich dystopische Fantasywelt gibt es hier einfach zu wenige Informationen die einen Gesamtüberblick ermöglichen. Ich wurde daher unterhalten, aber auch zu sehr im Dunkeln gelassen um dieses Hörbuch wirklich genießen zu können.
Empfehlen kann ich "Ascheherz" daher nur bedingt und eher an Leser/Hörer ab ca. 13 Jahren, die auch schon mit "Faunblut" gut zurechtkamen. Wer genau wie ich damit Probleme hatte, dem rate ich eher ab.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Hörbuch kaufen: Nina Blazon: Ascheherz

Montag, 4. Februar 2013

Ivo Pala: Die Lazarus-Formel


Eve Sinclair forscht nach einem Heilmittel gegen Krebs. Dabei stößt sie auf die besonderen Eigenschaften der Eibe, die es einem Organismus ermöglichen, das Zellsterben zu verhindern und auf diese Art und Weise Unsterblichkeit zu erlangen. Doch bei den Recherchen, ob schon andere Wissenschaftler zu diesem Thema veröffentlicht haben, fällt auf, dass fast jeder der dazu geforscht hat einem mysteriösen Laborbrand zum Opfer gefallen ist. Mehr Informationen erhofft Eve sich von Arthur Feldmann, dem Sohn von Melchior Feldmann, der bereits vor 60 Jahren in diese Richtung geforscht hat. Doch dieser Besuch ist der Auftakt einer Reihe von Todesfällen und der Verfolgung durch rivalisierende Gruppen. Aber immer wenn es ganz brenzlig wird, taucht ein Mann auf, der behauptet Eve schützen zu wollen.

Ich liebe Wissenschaftsthriller, muss aber gestehen, dass ich nicht genug Wissen in diesem Bereich habe, um die dargestellten Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Wenn es für mich einigermaßen logisch klingt, dann schaue ich daher gerne über dahingehende Schwächen hinweg.
"Die Lazarus-Formel" von Ivo Pala verdient für mich den Begriff des "Pageturner". Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und war immer weiter gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt. Wenn ich bei einem Thriller die Zeit vergesse und richtig abtauche in die Handlung, dann ist das ganz gewiss ein Zeichen dafür, wie spannend das Buch ist.
Die Hauptfigur der Eve Sinclair hat mir gut gefallen. Man konnte mit ihr mitfiebern und wurde genauso wie sie von den Ereignissen überrascht. Zudem gab es einige sehr faszinierende Nebenfiguren, die für mich ein Highlight bildeten.
Sehr schön fand ich, dass hier unterschiedliche Mythologien in die Geschichte integriert wurden und die Handlung so auch ein fantastisches Element erhielt.
Ebenfalls eine Rolle spielen Rätsel und Verschlüsselungen. Dies ist natürlich auch aus den bekannten "Verschwörungs-Thrillern" der letzten Jahre bekannt, aber der Roman wirkte eigenständig genug auf mich, so dass mich das nicht störte, sondern nur in der besonderen Darstellungsform faszinierte. Auch wer noch nicht viel Erfahrung mit Chiffre etc. hat, wird hier gut herangeführt und alles verständlich erläutert.
Ich bin ein wenig unschlüssig, was mein Gesamturteil für "Die Lazarus-Formel" angeht. Es gab ein paar Episoden, die mir nicht ganz in die Geschichte passten und auch zum Ende hin flaute für mich der Spannungsbogen etwas ab. Der Schluss konnte mich nicht mehr so überzeugen, wie der Weg dorthin, auch wenn mein Gesamteindruck vom Buch immer noch positiv ist.
Ich kann "Die Lazarus-Formel" auf jeden Fall an alle Leser empfehlen, die Interesse an Verschwörungen, Geheimnissen und der Verbindung mit wissenschaftlichen Theorien haben.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Ivo Pala: Die Lazarus-Formel
Weitere Informationen zum Autor Ivo Pala und den Verlag Blanvalet findet man auf der Homepage des Verlages. Hier ist auch eine Leseprobe verfügbar.

Sonntag, 3. Februar 2013

KW 05/2013 - Mein Buchtipp der Woche - Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness

Mein Buchtipp der Woche ist diesmal ein Buch, das ich zwar schon länger gelesen habe, das aber nun erst als Taschenbuch erschienen ist.
Es heißt "Die Seelen der Nacht" und ist von Autorin Deborah Harkness.


Das Taschenbuch zu "Die Seelen der Nacht" ist am 21. Januar 2013 im Blanvalet Verlag erschienen. 
Die Fortsetzung wird unter dem Titel "Wo die Nacht beginnt" am 18. März 2013 im gleichen Verlag erscheinen.

Inhaltsangabe zu "Die Seelen der Nacht":
Diana Bishop lebt ganz für ihre wissenschaftliche Recherche, die sie in die Oxford Bodleian Bibliothek führen. Inmitten dieser Bücher taucht ein merkwürdiges alchimistisches Manuskript auf, das Ashmole 782, das lange als verschollen galt und mit einem Bann belegt ist. Auf einmal wird die Bibliothek von allerlei merkwürdigen Kreaturen belagert, die Diana als Hexen, Dämonen und Vampire erkennt. Sie wollen das Buch und Diana ist der Schlüssel. Irgendetwas verbindet sie mit dem Ashmole 782 und sie kann die Magie um sich herum nicht weiter ignorieren. Doch eigentlich hatte sich Diana seit dem tragischen Tod ihrer Eltern geschworen, nie wieder etwas mit Magie zu tun zu haben und ein normales von Logik bestimmtes Leben zu führen.
Sie kennt ihre Kräfte nicht und ist nun recht hilflos gegenüber dieser Übermacht der Kreaturen um sie herum. Als Retter in der Not taucht schließlich der Vampir Matthew Clairmont auf, der seine ganz eigenen Interessen zu verfolgen scheint. Seine Gegenwart ist Diana unangenehm, doch er ist der einzige, der ihr hilft.


Warum ich gerade dieses Buch empfehlen kann:
Ich mag Fantasybücher. Ich mag Vampire und Hexen. Ich mag romantische Bücher.
Meistens sind diese Bücher jedoch für eine jugendliche Zielgruppe geschrieben. Manchmal lese ich auch das gerne, aber ich sehne mich doch ab- und zu nach erwachsenen Figuren, die ein Leben außerhalb der Highschool führen und deren größtes Problem nicht Pickel und Eltern sind.
"Die Seelen der Nacht" von Deborah Harkness bietet all das für eine ältere Zielgruppe.
Die Hauptperson ist eine starke Frau, die nicht immer nur gerettet werden muss, was ich ebenfalls als angenehm empfand. Der fantastische Anteil ist mit Hexen, Vampiren und Dämonen klar vorhanden, er dominiert aber nicht die Geschichte.
"Die Seelen der Nacht" ist daher deutlich mehr als nur ein Fantasy Roman. Es gibt einige spannende Szenen, aber auch Teile die schon mehr von einem historischen Roman haben und dazu noch ein Anteil zeitgenössische Geschichte. Der Vampirmythos wird eher wissenschaftlich gesehen und erklärt, was mir ebenfalls gut gefallen hat. Die Erläuterungen zu den Unterschieden, aber auch Ursprüngen und verbindenden Elementen zwischen Vampiren, Hexen und Dämonen haben mich sehr interessiert. Dazu gibt es noch einiges zur Geschichte der Alchemie und historischen Ereignissen, die der "alte" Vampir Matthew Clairmont persönlich erlebt hat.
Ein kleiner Schwachpunkt waren für mich die Figuren, die zwar sehr sympathisch sind, aber auch ein klein wenig zu perfekt. Dies betrifft sowohl Diana, als auch Matthew, die natürlich nicht nur mit Intelligenz und Sportlichkeit, sondern auch noch Schönheit überzeugen können.
Besser gelungen sind da die Nebenfiguren, die sehr nette Eigenheiten haben und echte Charakter sind.
Für mich war "Die Seelen der Nacht" eine sehr gelungene Mischung aus Twilight für Erwachsene und der Highland-Saga von Diana Gabaldon. Wer diese Bücher mag, der wird sicher auch hieran Gefallen finden.


Mehr Informationen zur Reihe findet man auf der Homepage des Blanvalet Verlages.
Hier gibt es auch eine Leseprobe.

Samstag, 2. Februar 2013

Lara Wegner: Kuss der Sünde


Viviane Pompinelle gehört nicht nur einer angesehenen Familie an, die bei Hofe verkehrt, sondern stammt auch noch von der Herrin vom See und ihrem Feenvolk ab, die im Wald von Broceliande leben sollen. Nachdem Viviane wieder einmal nicht der Versuchung wiederstehen konnte, glitzernde Dinge an sich zu nehmen, wird sie von ihrer Großmutter zurück zu ihren Eltern nach Paris geschickt. Sie soll mit einer lukrativen Ehe der Familie Ehre machen. Derweil wird ein unter dem Namen Olivier Brionne bekannter und als brillant geltender junger Fälscher mit der Aufgabe betraut, Briefe im Namen von Marie-Antoinette zu verfassen und so nicht nur seinen Auftraggebern zu beachtlichem Vermögen zu verhelfen. Als sich die Wege von Olivier und der Familie Pompinelle kreuzen, ist Ärger gewiss.

"Kuss der Sünde" von Autorin Lara Wegner ist ein historischer Roman mit Einschlägen in Richtung Fantasy und Erotik. Aufgegriffen wird hier die berühmte "Halsbandaffäre", die endgültig dazu führte, dass das französische Volk Marie-Antoinette für Verschwendungssüchtig hielt. Diese Darstellung fand ich sehr gelungen und mit interessanten Perspektiven integriert.
Leider ist es mir nicht gelungen mit der männlichen Hauptfigur richtig warm zu werden. "Kuss der Sünde" spiegelt auch das lasterhafte Leben, sowie Intrigen, Lug und Betrug vor der französischen Revolution wieder und dies erkennt man auch nur zu gut in Olivier. Moral ist hier keine Tugend und Ehrgefühl nur wichtig, soweit es die eigene Ehre betrifft. Auch die anderen Figuren haben ihre Schwächen, was einerseits realistisch, andererseits aber auch überzeichnet auf mich wirkte.
Unabhängig davon hat Autorin Lara Wegner hier aber eine locker-leichte Lektüre vorgelegt, die sich flüssig lesen lässt und die mit kleinen Fantasy-Elementen aufgepeppt wurde. Der Gedanke einer kleptomanischen Fee die bei Hofe unterwegs ist, ist schon sehr amüsant. Hätte ich in dieser Geschichte einen echten Sympathieträger gefunden, so wäre sicherlich auch mein Gesamturteil besser ausgefallen, denn die Grundideen gefallen mir gut. Die Erotik ist in Häppchen verpackt integriert und nicht zu ausschweifend.
Empfehlen kann ich "Kuss der Sünde" an alle an "echten" historischen Liebesromanen interessierten Leser ab ca. 16 Jahren. Wer auf "Bad-Boys" steht, der wird sicherlich Olivier lieben.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Lara Wegner: Kuss der Sünde

Freitag, 1. Februar 2013

KW 05/2013 - Die Leckereien der Woche - Kokos-Müsli-Konfekt

Heute gibt es von mir ein Rezept für knuspriges Kokos-Müsli-Konfekt.

Für einen ganzen Berg voll Konfekt benötigt man:

200 g Butter oder Margarine
200 g braunen Zucker
2 Eßlöffel Ahornsirup (oder anderen Sirup)
275 g Haferflocken
100 g Kokosraspeln
75 g getrocknete Datteln oder anderes Trockenobst

1.
Eine große Auflaufform oder eine eckige Backform (mindestens 20 x 30 cm) einfetten.
Die Datteln in kleine Stückchen schneiden.

2.
Die Butter oder Margarine, den Zucker und den Sirup in einen großen Topf geben. Solange erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, dabei ständig rühren.

3.
Die Kokosflocken mit den Haferflocken mischen und zu der Mischung ind en Topf geben.
Dann die Datteln unterziehen. Alles gründlich vermischen.

4.
Die Mischung in die Form geben und mit einem Tortenheber kräftig andrücken.

5.
Im Backofen bei ca. 170 ° C backen.
Die Backzeit beträgt mindestens 25 Minuten und länger wenn es knuspriger werden soll. Je größer die Form ist, umso knuspriger wird auch das Konfekt.

6.
Die Masse in der Form etwas abkühlen lassen. Dann mit einem scharfen Messer in größere Stücke teilen. Diese Stücke können dann wenn die Masse ganz abgekühlt ist in mundgerechte Stücke gebrochen werden.


Guten Appetit!

Tipp:
Es entstehen auch jede Menge kleine Krümel. Diese können gut mit geschmolzener Schokolade vermischt und zu schnellen kleinen Pralinen verarbeitet werden. Dabei aber nicht zu viel Schokolade verwenden, damit es auch schön knusprik wird.

Kate Morton: Die verlorenen Spuren


Die Wurzeln der bekannten Schauspielerin Laurel Nicolson liegen in Greenacres, einem Bauernhaus an der Küste von England. Zum 90. Geburtstag ihrer Mutter kehrt Laurel nach Hause zurück um Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Die zunehmende Verwirrtheit ihrer im Sterben liegenden Mutter führt dazu, dass sich Laurel für einige Ereignisse im Leben ihrer Mutter zu interessieren beginnt, die sie sich nie so richtig erklären konnte. Dazu gehört auch eine Erinnerung aus dem Jahr 1961, in dem Laurel mit ansah, wie diese einen Mann getötet hat. Laurel beginnt nachzuforschen wer dieser Mann war und warum er den Namen ihrer Mutter kannte. Doch die Spuren führen weiter zurück in die Vergangenheit, mitten hinein in das vom zweiten Weltkrieg heimgesuchte London.

Ich hatte große Zweifel, ob mich Autorin Kate Morton mit "Die verlorenen Spuren" ebenso packen kann wie bereits mit "Die fernen Stunden" und ihren anderen Büchern.
Ich habe zu Anfang gehadert mit diesem Buch. Nach der ersten Buchhälfte war ich eigentlich schon der festen Überzeugung, dass dies zwar ein netter Zeitvertreib ist, aber noch lange nicht so gut wie das letzte Buch der Autorin. Auf den letzten 150 Seiten ist dann der Funke übergesprungen der mir sagte: "Ja, wir beide werden hier als gute Freunde auseinandergehen". Am Ende des Buchs angelangt, war es dann wieder so wie ich es von Kate Morton gewohnt bin. Ich habe es sehr bedauert dieses Buch nun aus der Hand legen zu müssen, so sehr ist es mir dann doch noch ans Herz gewachsen.
Während des Lesens habe ich mir bereits viele Gedanken gemacht über die Entwicklung der Figuren, über die Psychologie die dahinter steckt und wie weit sich eine Person im Laufe ihres Lebens verändern kann. Denn wieder einmal begleitet Kate Morten ihre Figuren über eine Lebenspanne hinweg. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Schauspielerin Laurel Nicolson (ich habe mir hier bildlich Helen Mirren vorgestellt), die im Jahr 2011 ca. 66 Jahre alt ist und auf Ereignisse in ihrer Kindheit und im Leben ihrer Mutter zurückblickt.
Insgesamt spielt der Roman in der Zeit von Ende der 1930er Jahre bis heute, dabei spielen die Kriegsjahre in London eine ganz besondere Rolle.
Im Mittelpunkt stehen ein Verbrechen und ein großes Geheimnis, das damit zusammenhängt. Laurel begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit und erfährt dabei mehr über ihre Mutter und auch sich selbst, als sie erwartet hätte.
Ich finde an den Büchern von Kate Morton besonders interessant, wie hier Zeitgeschichte, Gesellschaftsstrukturen und Familiengeheimnisse zu einem großen Ganzen verwoben werden und ich als Leser ganz nah dabei bin, wenn vermeintliche Kleinigkeiten plötzlich eine große Rolle spielen und den Schlüssel zur Auflösung liefern.
Empfehlen kann ich "Die verlorenen Spuren" an alle Leser die bereits die Romane von Kate Morton lieben und allen Neueinsteigern, die an generationenübergreifenden Romanen mit facettenreichen Figuren interessiert sind.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Kate Morton: Die verlorenen Spuren

Weitere Informationen zum Buch und den anderen Büchern von Kate Morton finden sich auf der Homepage des Diana Verlages. Dort ist auch eine Leseprobe von "Die verlorenen Spuren" zu finden.