Bewertung: *****
Ein alter Mann berichtet in der Art eines Tagebuchs von seinen Begegnungen mit einer jungen Frau.
Angefangen mit der ersten zufälligen Begegnung im Park, versucht er mehr über diese Frau heraus zu bekommen. Er beobachtet sie täglich, bringt ihren Namen -Elena- in Erfahrung und folgt ihr bis nach Hause. Jede dieser kleinen Begegnungen ist ihm eine Erwähnung wert.
Doch was steckt hinter seiner Faszination für diese junge Frau?
"Sehnsucht nach Elena" ist ein Buch von gerade einmal 152 Seiten, die teilweise auch nur zur Hälfte beschrieben sind. Die ersten 120 Seiten handeln von den Begegnungen mit Elena, bzw. der Suche nach ihr. Meine erste Reaktion auf dieses Buch war daher etwas enttäuschend, da ich in der Handlung keinen wirklichen Verlauf, sondern eher Eintönigkeit sah.
Doch die letzten 30 Seiten haben einen ganz anderen Klang.
Der Leser wird eingeweiht in das Geheimnis um die Sehnsucht nach Elena.
Durch diese Offenbarung bekommen auch die ersten 120 Seiten einen ganz anderen Geschmack.
Vormals hatte die Geschichte eines alten Mannes, der ein junges Mädchen beobachtet, einen ziemlich faden Beigeschmack für mich. Doch Elena ist eigentlich nur ein Synonym für die Vergangenheit und so gewann auch die Geschichte für mich eine andere Bedeutung.
Ich kann daher nur jedem Leser empfehlen, dieses Buch bis zum Ende zu lesen und nicht vorher mangels Spannung oder Abwechslung aufzugeben.
Joel Haahtela findet schöne Worte für das was wir eigentlich täglich vor Augen haben. Sei es die einfache Beschreibung eines Schmetterlings an einem Sommertag, oder auch den Schnee der Stille über die Stadt bringt. Gleichzeitig scheinen diese Beschreibungen jedoch auch Symbole für den Gemütszustand des alten Mannes zu sein und so wird man sicherlich auch noch bei einem erneuten lesen des (leider sehr dünnen) Buchs noch Neues entdecken können.
Wer stille Geschichten mag, wird hier sicherlich ein neues Lieblingsbuch gefunden haben.
Und hier kann man das Buch kaufen: Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena
Mittwoch, 7. November 2012
Dienstag, 6. November 2012
Hitomi Kanehara: Obsession
Bewertung: *****
Rin ist Schriftstellerin.
Mit 23 Jahren erhält sie den Auftrag eine erfundene Autobiographie zu schreiben.
Doch kein Roman kann so abwegig sein, wie ihr eigenes Leben. In umgekehrter chronologischer Reihenfolge werden Episoden aus ihrem bewegten Liebesleben und den vier ernsthaften Beziehungen in ihrem noch jungen Leben wiedergegeben.
Ihr Ehemann Shin, den sie mit 22 Jahren heiratet. Ihre Beziehung zum Musiker Sha im Alter von 18 Jahren. Ihr Freund Gato mit 16 Jahren und schließlich ihr erster fester Freund Nyanko, als sie 15 Jahre alt ist.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein so schlechtes Buch gelesen habe.
Ich empfand die 220 Seiten als quälend lang und habe versucht durchzuhalten in der Hoffnung, dass mir am Ende klar sein würde, wie sich Rin zu einem solchen Menschen entwickeln konnte.
Doch diese Offenbarung tritt leider nie ein. Genauso wenig, wie eine positive Reflexion der Rückblicke.
Ein Mensch, der schon in seiner Kindheit von Gewaltphantasien heimgesucht wird, mit 15 Jahren nur noch vor den Trümmern seiner Jugend steht und schließlich mit 22 Jahren voller Selbstzweifel ist und ein von Paranoia getriebenes Leben führt, kann mir einfach nur leid tun.
Freude an diesem Buch können meiner Meinung nach eigentlich nur voyeuristisch veranlagte Personen oder Hobbypsychiater haben. Eine Anzahl von Diagnosen für Rins gestörte Persönlichkeit dürfte sicherlich leicht zu finden sein. Vielleicht gibt dieses Buch jedoch auch so manchem Leser Hoffnung, dass es immer noch jemanden gibt, der schlechter dran ist als man selbst.
Einen glücklichen Eindruck macht Rin zu keinem Zeitpunkt des Romans. Ihre Identifikation scheint nur über ihre jeweiligen Männer stattzufinden.
Mir ging Rins ewiges Gejammer, ihre Selbstzweifel und ihre Oberflächlichkeit jedenfalls gehörig auf die Nerven. In ihren Beziehungen steigert sie sich in einen regelrechten Wahn und sollte es einmal nichts Negatives zu finden geben, so wird es ihr schon gelingen, dass Positive umzudeuten.
Dazu kommt noch die teilweise sehr vulgäre Sprache und die inneren Dialoge zwischen Rin und ihren Genitalien, die mir jedes Lesevergnügen genommen haben.
Der Titel "Obsession" scheint mit gut gewählt, besonders wenn man ihn im Sinne von "Zwangsvorstellung" versteht. Die rote Farbe des Bucheinbands und das Cover passen ebenfalls gut zum Inhalt.
Sollte dieses Buch einen echten autobiographischen Bezug haben, so kann ich nur eins sagen: Bitte, bitte Hitomi Kanehara, lassen Sie sich helfen und begeben sich in ärztliche bzw. psychologische Betreuung!
Und hier kann man das Buch kaufen: Hitomi Kanehara: Obsession
Rin ist Schriftstellerin.
Mit 23 Jahren erhält sie den Auftrag eine erfundene Autobiographie zu schreiben.
Doch kein Roman kann so abwegig sein, wie ihr eigenes Leben. In umgekehrter chronologischer Reihenfolge werden Episoden aus ihrem bewegten Liebesleben und den vier ernsthaften Beziehungen in ihrem noch jungen Leben wiedergegeben.
Ihr Ehemann Shin, den sie mit 22 Jahren heiratet. Ihre Beziehung zum Musiker Sha im Alter von 18 Jahren. Ihr Freund Gato mit 16 Jahren und schließlich ihr erster fester Freund Nyanko, als sie 15 Jahre alt ist.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein so schlechtes Buch gelesen habe.
Ich empfand die 220 Seiten als quälend lang und habe versucht durchzuhalten in der Hoffnung, dass mir am Ende klar sein würde, wie sich Rin zu einem solchen Menschen entwickeln konnte.
Doch diese Offenbarung tritt leider nie ein. Genauso wenig, wie eine positive Reflexion der Rückblicke.
Ein Mensch, der schon in seiner Kindheit von Gewaltphantasien heimgesucht wird, mit 15 Jahren nur noch vor den Trümmern seiner Jugend steht und schließlich mit 22 Jahren voller Selbstzweifel ist und ein von Paranoia getriebenes Leben führt, kann mir einfach nur leid tun.
Freude an diesem Buch können meiner Meinung nach eigentlich nur voyeuristisch veranlagte Personen oder Hobbypsychiater haben. Eine Anzahl von Diagnosen für Rins gestörte Persönlichkeit dürfte sicherlich leicht zu finden sein. Vielleicht gibt dieses Buch jedoch auch so manchem Leser Hoffnung, dass es immer noch jemanden gibt, der schlechter dran ist als man selbst.
Einen glücklichen Eindruck macht Rin zu keinem Zeitpunkt des Romans. Ihre Identifikation scheint nur über ihre jeweiligen Männer stattzufinden.
Mir ging Rins ewiges Gejammer, ihre Selbstzweifel und ihre Oberflächlichkeit jedenfalls gehörig auf die Nerven. In ihren Beziehungen steigert sie sich in einen regelrechten Wahn und sollte es einmal nichts Negatives zu finden geben, so wird es ihr schon gelingen, dass Positive umzudeuten.
Dazu kommt noch die teilweise sehr vulgäre Sprache und die inneren Dialoge zwischen Rin und ihren Genitalien, die mir jedes Lesevergnügen genommen haben.
Der Titel "Obsession" scheint mit gut gewählt, besonders wenn man ihn im Sinne von "Zwangsvorstellung" versteht. Die rote Farbe des Bucheinbands und das Cover passen ebenfalls gut zum Inhalt.
Sollte dieses Buch einen echten autobiographischen Bezug haben, so kann ich nur eins sagen: Bitte, bitte Hitomi Kanehara, lassen Sie sich helfen und begeben sich in ärztliche bzw. psychologische Betreuung!
Und hier kann man das Buch kaufen: Hitomi Kanehara: Obsession
Montag, 5. November 2012
Emma Hamberg: Landliebe gesucht
Bewertung: *****
Marie hat ihr Leben im Griff. Sie ist gut aussehend, taff und arbeitet als Barchefin in Stockholm.
Asa ist finanziell unabhängig, erfolgreich im Job und glücklich verheiratet.
Lena hat sich früh den Wunsch nach Kindern erfüllt und wollte schon immer eine große Familie haben. Jetzt lebt sie mit vier Kindern und Mann im eigenen Haus.
Das einzig gemeinsame das diese drei Frauen haben, ist ihre Familie – sie sind Schwestern.
Doch auf der Geburtstagsfeier von Hampus, Lenas Jüngstem, sind erst Risse im heilen Gefüge der Schwestern zu erkennen.
Lena kann die Fassade der glücklichen Mutter und Hausfrau nicht weiter aufrecht erhalten. Sie bricht unter dem Druck zusammen. Doch niemand aus der Familie erkennt ihre stillen Hilferufe. Als schließlich auch noch Rolf, der Vater der Schwestern überraschend stirbt, lässt Lena alles hinter sich. Sie verlässt ihren Mann und ihre Kinder.
Konfrontiert mit den Problemen ihrer Schwester und wachgerüttelt durch den Todesfall in der Familie, gerät nun auch das gewohnte Leben von Asa und Marie aus den Fugen.
Wie wird nun die Zukunft der Schwestern aussehen und welche weiteren Schicksalsschläge müssen sie noch verkraften?
Anhand des Titels hatte ich "Landliebe gesucht" schnell in die Schublade "triviale Frauenliteratur" gepackt. Das wird dem Buch jedoch absolut nicht gerecht. Es geht weniger darum eine Liebe zu finden, sondern eher den Weg zurück zu den eigenen Wurzeln und der Familie. Meiner Meinung nach, wäre daher der Originaltitel "Brunstkalender" passender gewesen (die Zusammenhänge klären sich im Buch) und zudem hätte er sicherlich auch mehr die Neugier potenzieller Leser geweckt.
Einige Schwierigkeiten hatte ich mit der schwedischen Währung und den schwedischen Begriffen im Text. Ich hätte es schön gefunden, wenn für die deutschen Leser ein kleiner Glossar oder Fußnoten vorhanden gewesen wären.
Die Einblicke in schwedische Traditionen ("Sandwichtorten") und die unterschiedliche Sichtweise der Schwestern auf Land und Leute empfand ich als sehr interessant.
Insgesamt war das Buch tiefgründiger als ich erwartet hatte. Hier wird keine heile Welt vorgegaukelt und alle Probleme lösen sich zum Ende in Wohlgefallen auf. Die anfangs so harmonische Welt der Schwestern zerbröckelt. Was sie jeweils für die Erfüllung ihres Traums gehalten haben, entwickelt sich immer mehr zum Albtraum. Doch wie entkommt man einem Albtraum den man selbst geschaffen hat? "Landliebe gesucht" bietet keine Lösung für jedes Problem, doch am Ende ist klar, dass jedes Problem kleiner wird, wenn man eine Familie hat die hinter einem steht. Symbolisch entwickelt sich der Sonnenschein zu Anfang rasch zu einem heftigen Gewitter. Das Buch endet mit dunklen Wolken am Himmel, doch es blitzen schon wieder die ersten Sonnenstrahlen durch. Der Rest bleibt der Phantasie der Leser überlassen.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Emma Hamberg den drei Schwestern vom Solvändan Hof ein weiteres Buch widmet.
Und hier kann man das Buch kaufen: Emma Hamberg: Landliebe gesucht
Marie hat ihr Leben im Griff. Sie ist gut aussehend, taff und arbeitet als Barchefin in Stockholm.
Asa ist finanziell unabhängig, erfolgreich im Job und glücklich verheiratet.
Lena hat sich früh den Wunsch nach Kindern erfüllt und wollte schon immer eine große Familie haben. Jetzt lebt sie mit vier Kindern und Mann im eigenen Haus.
Das einzig gemeinsame das diese drei Frauen haben, ist ihre Familie – sie sind Schwestern.
Doch auf der Geburtstagsfeier von Hampus, Lenas Jüngstem, sind erst Risse im heilen Gefüge der Schwestern zu erkennen.
Lena kann die Fassade der glücklichen Mutter und Hausfrau nicht weiter aufrecht erhalten. Sie bricht unter dem Druck zusammen. Doch niemand aus der Familie erkennt ihre stillen Hilferufe. Als schließlich auch noch Rolf, der Vater der Schwestern überraschend stirbt, lässt Lena alles hinter sich. Sie verlässt ihren Mann und ihre Kinder.
Konfrontiert mit den Problemen ihrer Schwester und wachgerüttelt durch den Todesfall in der Familie, gerät nun auch das gewohnte Leben von Asa und Marie aus den Fugen.
Wie wird nun die Zukunft der Schwestern aussehen und welche weiteren Schicksalsschläge müssen sie noch verkraften?
Anhand des Titels hatte ich "Landliebe gesucht" schnell in die Schublade "triviale Frauenliteratur" gepackt. Das wird dem Buch jedoch absolut nicht gerecht. Es geht weniger darum eine Liebe zu finden, sondern eher den Weg zurück zu den eigenen Wurzeln und der Familie. Meiner Meinung nach, wäre daher der Originaltitel "Brunstkalender" passender gewesen (die Zusammenhänge klären sich im Buch) und zudem hätte er sicherlich auch mehr die Neugier potenzieller Leser geweckt.
Einige Schwierigkeiten hatte ich mit der schwedischen Währung und den schwedischen Begriffen im Text. Ich hätte es schön gefunden, wenn für die deutschen Leser ein kleiner Glossar oder Fußnoten vorhanden gewesen wären.
Die Einblicke in schwedische Traditionen ("Sandwichtorten") und die unterschiedliche Sichtweise der Schwestern auf Land und Leute empfand ich als sehr interessant.
Insgesamt war das Buch tiefgründiger als ich erwartet hatte. Hier wird keine heile Welt vorgegaukelt und alle Probleme lösen sich zum Ende in Wohlgefallen auf. Die anfangs so harmonische Welt der Schwestern zerbröckelt. Was sie jeweils für die Erfüllung ihres Traums gehalten haben, entwickelt sich immer mehr zum Albtraum. Doch wie entkommt man einem Albtraum den man selbst geschaffen hat? "Landliebe gesucht" bietet keine Lösung für jedes Problem, doch am Ende ist klar, dass jedes Problem kleiner wird, wenn man eine Familie hat die hinter einem steht. Symbolisch entwickelt sich der Sonnenschein zu Anfang rasch zu einem heftigen Gewitter. Das Buch endet mit dunklen Wolken am Himmel, doch es blitzen schon wieder die ersten Sonnenstrahlen durch. Der Rest bleibt der Phantasie der Leser überlassen.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Emma Hamberg den drei Schwestern vom Solvändan Hof ein weiteres Buch widmet.
Und hier kann man das Buch kaufen: Emma Hamberg: Landliebe gesucht
Freitag, 2. November 2012
Karen Marie Moning: Im Reich des Vampirs
Bewertung: *****
Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe mit geplanten fünf Bänden.
MacKayla Lane gibt die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester nicht auf. War sie in "Im Bann des Vampirs" unerfahren und unbeherrscht in ihren Handlungen, so muss sie nun erkennen, dass nur eine geplante Vorgehensweise die ersehnte Rache bringen kann.
Wie es Alinas Wille war, sucht sie weiter nach dem Unseelie-Heiligtum Sinsar Dubh und gerät hierbei immer mehr zwischen die Fronten der Tuatha Dè Danaan, den Sidhe Seherinnen und dem geheimnisvollen Jericho Barrons.
Mac muss sich entscheiden wem sie vertraut und gerät in einen beinahe tödlichen Hinterhalt. Sie überlebt knapp, doch welchen Preis muss sie dafür zahlen?
"Denn es gibt immer eine Kehrseite", wie Jericho Barrons passend feststellt.
Um die Hintergründe zu "Im Reich des Vampirs" besser erfassen zu können, habe ich zunächst den Vorgänger "Im Bann des Vampirs" gelesen. Was ich mir als Vorteil erhofft hatte, hat sich jedoch rückblickend als Nachteil herausgestellt.
Neben einem ausführlichen Prolog am Anfang des zweiten Buchs wiederholt die Autorin auch im weiteren Verlauf ständig Erläuterungen, die jedem Leser des ersten Buchs bereits geläufig sind. Dies ist nicht nur unnötig, sondern schließlich auch nervtötend. Ich kam mir als Leser sehr bevormundet vor und die meisten Wiederholungen waren auch von keinerlei Interesse zum weiteren Verständnis der Geschehnisse.
Ich empfehle daher, die Bände der Reihe auf keinen Fall kurz hintereinander zu lesen. Mit einigen Monaten Abstand zwischen den Büchern, nimmt man dies wahrscheinlich anders wahr.
Sympathiepunkte konnte das Buch bei mir sammeln durch den angehängten Glossar, sowie die Landkarten und Stadtpläne.
Als sehr unpassend empfinde ich die deutschen Buchtitel. Unabhängig davon, dass Vampire in den Büchern eine sehr untergeordnete Rolle spielen, bevorzuge ich es, die Originaltitel möglichst zu übernehmen. "Faefever" und "Bloodfever" (in der deutschen Übersetzung) käme auch inhaltlich den Tatsachen deutlich näher. Denn bei dieser Reihe handelt es sich nicht um einen typischen Liebesroman, wie ihn Leser der "Highlander"-Reihe von Karen M. Moning sicherlich erwarten und die Deutschen Buchtitel meiner Meinung nach implizieren.
Die gleiche Intension wie die Buchtitel erzeugt auch das Titelcover. Durch die Abbildung eines (Liebes-)Paares, wird der falsche Eindruck erweckt, dass Liebesszenen in "Im Reich des Vampirs" eine vorrangige Rolle spielen. Gedankenspiele der Protagonistin über "Tod-durch-Sex-Feenwesen" (ich hoffe immer noch, dass das nur eine extrem schlechte Übersetzung ist) oder ob es sich bei einem Mann um einen "Linksträger" oder "Rechtsträger" handelt, machen noch keinen Liebesroman aus.
Meine anfängliche Sympathie zu Mac, in ihrer Zerrissenheit zwischen dem Wunsch die Schwester zu rächen und der Rückkehr in ihr sorgloses Leben in Georgia/USA, hat leider den ersten Band nicht überstanden. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich mit jeder Seite mehr verliert und schließlich nicht mehr agiert, sondern lediglich reagiert.
Das Einzige, was mich zum jetzigen Zeitpunkt dazu bewegen würde auch einen dritten Band der Reihe zu lesen, ist die Hoffnung auf Aufklärung der Geheimnisse die Jericho Barrons umgeben. Meiner Meinung nach der Einzige interessante Charakter der Bücher.
Ebenfalls interessant finde ich die Überlegung, ob Karen M. Moning eine Verbindung zu ihrer "Highlander"-Reihe knüpfen wird. Denn eifrigen Lesern wird nicht entgangen sein, dass der Name MacKeltar und die Befähigung "mit tausend Stimmen zu sprechen" bereits in vergangenen Büchern eine Rolle spielte.
Und hier kann man das Buch kaufen: Karen Marie Moning: Im Reich des Vampirs
Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe mit geplanten fünf Bänden.
MacKayla Lane gibt die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester nicht auf. War sie in "Im Bann des Vampirs" unerfahren und unbeherrscht in ihren Handlungen, so muss sie nun erkennen, dass nur eine geplante Vorgehensweise die ersehnte Rache bringen kann.
Wie es Alinas Wille war, sucht sie weiter nach dem Unseelie-Heiligtum Sinsar Dubh und gerät hierbei immer mehr zwischen die Fronten der Tuatha Dè Danaan, den Sidhe Seherinnen und dem geheimnisvollen Jericho Barrons.
Mac muss sich entscheiden wem sie vertraut und gerät in einen beinahe tödlichen Hinterhalt. Sie überlebt knapp, doch welchen Preis muss sie dafür zahlen?
"Denn es gibt immer eine Kehrseite", wie Jericho Barrons passend feststellt.
Um die Hintergründe zu "Im Reich des Vampirs" besser erfassen zu können, habe ich zunächst den Vorgänger "Im Bann des Vampirs" gelesen. Was ich mir als Vorteil erhofft hatte, hat sich jedoch rückblickend als Nachteil herausgestellt.
Neben einem ausführlichen Prolog am Anfang des zweiten Buchs wiederholt die Autorin auch im weiteren Verlauf ständig Erläuterungen, die jedem Leser des ersten Buchs bereits geläufig sind. Dies ist nicht nur unnötig, sondern schließlich auch nervtötend. Ich kam mir als Leser sehr bevormundet vor und die meisten Wiederholungen waren auch von keinerlei Interesse zum weiteren Verständnis der Geschehnisse.
Ich empfehle daher, die Bände der Reihe auf keinen Fall kurz hintereinander zu lesen. Mit einigen Monaten Abstand zwischen den Büchern, nimmt man dies wahrscheinlich anders wahr.
Sympathiepunkte konnte das Buch bei mir sammeln durch den angehängten Glossar, sowie die Landkarten und Stadtpläne.
Als sehr unpassend empfinde ich die deutschen Buchtitel. Unabhängig davon, dass Vampire in den Büchern eine sehr untergeordnete Rolle spielen, bevorzuge ich es, die Originaltitel möglichst zu übernehmen. "Faefever" und "Bloodfever" (in der deutschen Übersetzung) käme auch inhaltlich den Tatsachen deutlich näher. Denn bei dieser Reihe handelt es sich nicht um einen typischen Liebesroman, wie ihn Leser der "Highlander"-Reihe von Karen M. Moning sicherlich erwarten und die Deutschen Buchtitel meiner Meinung nach implizieren.
Die gleiche Intension wie die Buchtitel erzeugt auch das Titelcover. Durch die Abbildung eines (Liebes-)Paares, wird der falsche Eindruck erweckt, dass Liebesszenen in "Im Reich des Vampirs" eine vorrangige Rolle spielen. Gedankenspiele der Protagonistin über "Tod-durch-Sex-Feenwesen" (ich hoffe immer noch, dass das nur eine extrem schlechte Übersetzung ist) oder ob es sich bei einem Mann um einen "Linksträger" oder "Rechtsträger" handelt, machen noch keinen Liebesroman aus.
Meine anfängliche Sympathie zu Mac, in ihrer Zerrissenheit zwischen dem Wunsch die Schwester zu rächen und der Rückkehr in ihr sorgloses Leben in Georgia/USA, hat leider den ersten Band nicht überstanden. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich mit jeder Seite mehr verliert und schließlich nicht mehr agiert, sondern lediglich reagiert.
Das Einzige, was mich zum jetzigen Zeitpunkt dazu bewegen würde auch einen dritten Band der Reihe zu lesen, ist die Hoffnung auf Aufklärung der Geheimnisse die Jericho Barrons umgeben. Meiner Meinung nach der Einzige interessante Charakter der Bücher.
Ebenfalls interessant finde ich die Überlegung, ob Karen M. Moning eine Verbindung zu ihrer "Highlander"-Reihe knüpfen wird. Denn eifrigen Lesern wird nicht entgangen sein, dass der Name MacKeltar und die Befähigung "mit tausend Stimmen zu sprechen" bereits in vergangenen Büchern eine Rolle spielte.
Und hier kann man das Buch kaufen: Karen Marie Moning: Im Reich des Vampirs
Donnerstag, 1. November 2012
Pierre Bottero: Meister der Stürme
Bewertung: *****
„Meister der Stürme“ ist der zweite Band einer Reihe des französischen Autors Pierre Bottero.
Nachdem Nathan und Shaè in „Das achte Tor“ Jaalab, die Kraft des Anderen, besiegen konnten, müssen sie sich nun neuen Gefahren stellen.
Die Macht des Anderen greift um sich. Onjü, das Herz des Anderen, bringt Stürme, Unwetter und Seuchen über die Welt während Eqkter, die Seele des Anderen, Kraft sammelt für die endgültige Vernichtung der Menschheit.
Es gelingt Onjü sich Verbündete unter den Kogisten zu schaffen und so stehen Nathan und Shaè nicht nur dem mächtigen Gegner, sondern auch der Gefahr aus der Familie gegenüber.
Doch Onjüs größte Macht sind die Zweifel, die er in den Herzen der Menschen sät. Wird es ihm gelingen zwischen Nathan und Shaè einen Keil zu treiben?
Nachdem ich zuvor „Das achte Tor“ gelesen hatte, waren meine Erwartungen an den Nachfolger groß.
Ich wurde nicht enttäuscht. „Meister der Stürme“ ist inhaltlich in sich abgeschlossen. Da der Andere jedoch nicht nur aus den Teilen Kraft und Herz, sondern auch aus der Seele besteht und er noch nicht besiegt ist, gehe ich davon aus, dass es noch einen dritten Teil geben wird. Bottero hat jedoch einen schönen Abschluss für „Meister der Stürme“ gefunden, so dass ich nun nicht ruhelos auf den nächsten Band warten muss, sondern eher in Vorfreude, was wohl noch kommen mag.
Positiv an dieser Reihe ist, dass die Gestaltung der beiden bisherigen Bände auch wirklich gut zueinander passt. Die gesamte Aufmachung des Buchs gefällt mir sehr gut.
Sicherlich ist die Zielgruppe des Romans ein eher jugendlicher Leserkreis. Aber da mein Geschmack wohl auch eher jugendlich ist und man sowieso immer so alt ist wie man sich fühlt, hat das gut gepasst. Die meisten erwachsenen Leser werden sich wahrscheinlich etwas gelangweilt und unterfordert fühlen, aber für mich ist immer noch das entscheidende Kriterium, dass ich mich beim Lesen gut unterhalten fühle. Es muss nicht immer schwere Kost sein und solange die Story fesselt und keine Langeweile beim Lesen auftritt, sind das für mich Anzeichen eines guten Buchs.
Die Sprache und auch die Romanstruktur sind einfach gehalten und es ist ein klassischer Kampf „Gut gegen Böse“, der hier ausgefochten wird. Große Überraschungen im Plot darf man daher nicht erwarten.
Was mich aber dennoch fasziniert hat, sind die Details mit denen Nathan und Shaè und vor allem ihre Beziehung untereinander dargestellt sind. Auch wenn es sich hier um einen Fantasyroman handelt, kann man sich als Leser gut in die Charaktere hinein versetzen. Einige der Fantasyelemente, wie die Eigenschaften der sieben Familien und das Haus mit den 1707 Türen fand ich sehr bemerkenswert. Aber es waren doch die leisen Töne und die stille Botschaft im Kampf gegen Onjü die mich an meisten bewegt haben.
Wie es schon Antoine des Saint-Exupery sagte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ und diese Botschaft bringt auch Pierre Bottero in einem modernen Ambiente an seine jugendlichen Leser rüber.
Und hier kann man das Buch kaufen: Pierre Bottero: Meister der Stürme
„Meister der Stürme“ ist der zweite Band einer Reihe des französischen Autors Pierre Bottero.
Nachdem Nathan und Shaè in „Das achte Tor“ Jaalab, die Kraft des Anderen, besiegen konnten, müssen sie sich nun neuen Gefahren stellen.
Die Macht des Anderen greift um sich. Onjü, das Herz des Anderen, bringt Stürme, Unwetter und Seuchen über die Welt während Eqkter, die Seele des Anderen, Kraft sammelt für die endgültige Vernichtung der Menschheit.
Es gelingt Onjü sich Verbündete unter den Kogisten zu schaffen und so stehen Nathan und Shaè nicht nur dem mächtigen Gegner, sondern auch der Gefahr aus der Familie gegenüber.
Doch Onjüs größte Macht sind die Zweifel, die er in den Herzen der Menschen sät. Wird es ihm gelingen zwischen Nathan und Shaè einen Keil zu treiben?
Nachdem ich zuvor „Das achte Tor“ gelesen hatte, waren meine Erwartungen an den Nachfolger groß.
Ich wurde nicht enttäuscht. „Meister der Stürme“ ist inhaltlich in sich abgeschlossen. Da der Andere jedoch nicht nur aus den Teilen Kraft und Herz, sondern auch aus der Seele besteht und er noch nicht besiegt ist, gehe ich davon aus, dass es noch einen dritten Teil geben wird. Bottero hat jedoch einen schönen Abschluss für „Meister der Stürme“ gefunden, so dass ich nun nicht ruhelos auf den nächsten Band warten muss, sondern eher in Vorfreude, was wohl noch kommen mag.
Positiv an dieser Reihe ist, dass die Gestaltung der beiden bisherigen Bände auch wirklich gut zueinander passt. Die gesamte Aufmachung des Buchs gefällt mir sehr gut.
Sicherlich ist die Zielgruppe des Romans ein eher jugendlicher Leserkreis. Aber da mein Geschmack wohl auch eher jugendlich ist und man sowieso immer so alt ist wie man sich fühlt, hat das gut gepasst. Die meisten erwachsenen Leser werden sich wahrscheinlich etwas gelangweilt und unterfordert fühlen, aber für mich ist immer noch das entscheidende Kriterium, dass ich mich beim Lesen gut unterhalten fühle. Es muss nicht immer schwere Kost sein und solange die Story fesselt und keine Langeweile beim Lesen auftritt, sind das für mich Anzeichen eines guten Buchs.
Die Sprache und auch die Romanstruktur sind einfach gehalten und es ist ein klassischer Kampf „Gut gegen Böse“, der hier ausgefochten wird. Große Überraschungen im Plot darf man daher nicht erwarten.
Was mich aber dennoch fasziniert hat, sind die Details mit denen Nathan und Shaè und vor allem ihre Beziehung untereinander dargestellt sind. Auch wenn es sich hier um einen Fantasyroman handelt, kann man sich als Leser gut in die Charaktere hinein versetzen. Einige der Fantasyelemente, wie die Eigenschaften der sieben Familien und das Haus mit den 1707 Türen fand ich sehr bemerkenswert. Aber es waren doch die leisen Töne und die stille Botschaft im Kampf gegen Onjü die mich an meisten bewegt haben.
Wie es schon Antoine des Saint-Exupery sagte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ und diese Botschaft bringt auch Pierre Bottero in einem modernen Ambiente an seine jugendlichen Leser rüber.
Und hier kann man das Buch kaufen: Pierre Bottero: Meister der Stürme
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