Montag, 3. Dezember 2012

Smartphone: Sony Xperia S

Bewertung: *****

Ich habe mich nun in den letzten fünf Tagen intensiv mit dem Sony Xperia S beschäftigt. Natürlich kann nach so einer kurzen Zeit noch kein endgültiges Urteil feststehen und es gibt auch noch einiges mehr, das ich testen möchte. Doch ich kann zumindest schon einmal einen ersten Eindruck wiedergeben, für die Personen die es sich nun bestellen wollen.

Vorweg:
Das Sony Xperia S benötigt eine Micro-SIM Karte.
Ich verwende bisher ein Nokia Lumia 800 mit Windows Phone und ein Samsung Wave.

LIEFERUMFANG:
Im Lieferumfang enthalten ist: das Sony Xperia S, ein USB Kabel, ein Netzstecker mit Anschluss für das USB Kabel, ein Headset (In-Ear), zwei Smart-Tags (nicht in meinem Testpaket, aber in der Final-Version), eine Kurzanleitung (auf Englisch, wobei ich nicht weiß ob das auch bei späteren Auslieferungen so ist).
Leider ist weder eine Tasche, Silikonschutzmantel oder HDMI Kabel enthalten.

Beim ersten Anschalten durchläuft das Xperia S einen Assistenten, der bei den wichtigsten Einstellungen hilft. Dies war absolut problemlos und schnell erledigt.

OPTIK und HAPTIK:
Mit seinen Maßen von 128 x 64 x 10,6 mm gehört das Sony Xperia S zu den größeren Modellen. Es liegt mir zwar angenehm in der Hand, ist jedoch für eine Bedienung mit einer Hand für mich persönlich zu groß. Ich habe allerdings auch relativ kleine Hände. In "Männerhänden" ist es von der Größe her stimmig, wenn auch für die Hosentasche ebenfalls zu überdimensioniert. Das Gewicht beträgt 144 g und liegt damit gut in der Hand. Das LC-Display misst 4,3 Zoll in der Diagonalen und zeigt 720 x 1280 Pixel, also eine sehr gute Pixeldichte. Das Display soll aus kratzfestem Mineralglas bestehen. Anscheinend ist hier ab Werk eine sehr dünne Schutzfolie aufgeklebt, die wirklich so dünn ist, dass ich sie zunächst gar nicht bemerkt habe. Darüber ist dann noch ab Werk eine zweite Folie zum Transportschutz geklebt, die jedoch bedruckt ist und abgezogen werden muss.
Das Gehäuse ist aus einem hochwertig wirkenden Kunststoff gefertigt. Der Übergang vom Display zum Gehäuse ist ziemlich kantig geraten. Die Rückseite des Smartphones ist gewölbt, hier lässt sich auch die Abdeckung entfernen. Diese Abdeckung ist ziemlich filigran und etwas friemelig in der Anbringung. Der Akku ist hier fest eingebaut, kann jedoch wahrscheinlich durch das Lösen einiger Schräubchen doch entfernt werden. Eine Speichererweiterung ist hier nicht vorgesehen. Die Micro-SIM Karte wird unter der Abdeckung eingelegt. Das Gehäuse wirkt stabil, Spaltmaße sind bedingt durch die abnehmbare Abdeckung auf der Rückseite zu erkennen.
Absolut gewöhnungsbedürftig sind die Sensortasten am Display. Im Design enthalten ist eine transparente Zierleiste an der Unterseite der Smartphone Front. In die Leiste integriert sind die Symbole für "Zurück", "Home" und "Menü", was im ersten Impuls dazu führt, dass man zunächst auf die Symbole drückt, statt auf die darüber liegenden Sensorpunkte. Leider reagieren die Sensoren auch nicht immer sensibel und müssen mehrfach berührt werden bis eine Reaktion eintritt.
Des Weiteren ist links am Gehäuse der USB Anschluss und rechts der HDMI Anschluss untergebracht. Die Powertaste ist oben am Gerät, die Lautstärke und der Kameraauslöser sind ebenfalls auf der rechten Seite. Der Lautsprecher ist auf der Rückseite, was dazu führt, dass Klingeltöne nicht gut hörbar sind, wenn das Smartphone in einer Hülle steckt oder liegt.

AKKULAUFZEIT:
Der Akku kann mich bisher nicht überzeugen. Zwar kann man sich nach fünf Tagen noch kein abschließendes Urteil darüber bilden, aber im Vergleich mit anderen Smartphone nach gleicher Zeit ist hier doch eher ein unterdurchschnittliches Ergebnis.
Selbst bei sehr geringer Verwendung (etwas surfen, ein paar Apps aufrufen, etwas Musik, ein paar Fotos machen) werden gerade einmal 24 Stunden erreicht, obwohl bereits einige Maßnahmen zum Stromsparen ergriffen wurden. So wurde die Bildschirmhelligkeit deutlich reduziert, Bildschirmsperre nach 30 Sekunden eingestellt, es besteht keine dauerhafte Verbindung ins WLAN, E-Mails werden nur manuell abgerufen etc. Unter ähnlichen Voraussetzungen hat das Nokia Lumia 800 zu diesem Zeitpunkt bereit 2,5 - 3 Tage bei mir erreicht (und erreicht inzwischen bis zu 6 Tage bei geringer Nutzung).
Dafür das im Xperia S ein 1750 mAh Akku verbaut ist, finde ich die Werte ziemlich schlecht.
Auch etwas über eine Stunde "Angry Birds" spielen (natürlich nur zu Testzwecken *g*) und vorher einige Stunden Stand-by zwangen den Akku in die Knie.
Die Ladezeit des Akkus ist jedoch mit ca. 1 Stunde sehr schnell.
UPDATE 26.03.2012:
Die Akkulaufzeit hat sich nach längerer Verwendung nun bereits deutlich verbessert. Wird das Smartphone wenig verwendet, so ist inzwischen eine Laufzeit von ca. 2,5 Tagen möglich. Werden Anwendungen verwendet die einen hohen Akkuverbrauch haben, so ist jedoch weiterhin nach ein paar Stunden Schluss.

ANDROID vs Windows Phone und HARDWARE:
Installiert ist die Version 2.3.7 von Adroid. Leider ist die Version 4.0 noch nicht verfügbar, es soll in den nächsten Monaten ein Update geben.
Der große Vorteil bei Android ist, dass hier eine wirklich sehr große Auswahl an Apps zur Verfügung steht. Auch ab Werk sind bereits einige nützliche Anwendung installiert, so zum Beispiel der Codescanner NeoReader oder die OfficeSuite zum Lesen von Dokumenten. Nebenher natürlich noch einige google Produkte, wie Maps, Places, Mail, Navigation und Suche, sowie diverse Medien-Apps. Vergeblich sucht man jedoch einen E-Book Reader.
Wie schon oben geschrieben, verwende ich zurzeit ein Nokia Lumia 800 mit Windows Phone. Ich habe daher auch die Möglichkeit diese beiden Betriebssysteme miteinander zu vergleichen. Keine Frage, wer viele Apps möchte, der ist bei Android besser aufgehoben. Es gibt nicht alle Apps für Windows Phone, oder sie sind hier nicht kostenlos. Der Windows Phone App-Markt wird kontrolliert, was einerseits den Nachteil hat, dass hier nicht mal eben neue Apps zur Verfügung gestellt werden können, andererseits jedoch auch einen Vorteil im Punkt Sicherheit bietet.
Was jedoch bei Windows Phone absolut überzeugen kann sind die Office Produkte. Hier können Dokumente nicht nur angesehen, sondern auch problemlos bearbeitet werden, eine Funktion die ich in Besprechungen häufig nutze.
Wie mir von Bekannten berichtet wurde, besteht bei Android besser die Möglichkeit die Umgebung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Ich bin eher die Sorte Anwender, die eine gut voreingestellte Umgebung schätzt und Wert auf Übersichtlichkeit legt. Hier kommt mir eindeutig Windows Phone und die Nokia Oberfläche entgegen. Was bei Android mit vielen kleinen Symbolen und Bildern gelöst ist, zeigt Windows Phone in strukturierten Übersichten und unter Verwendung von Text statt Bild. Mehr überzeugen kann mich Windows Phone mit der Multitaskinglösung und dem Aufruf aller laufenden Anwendungen über einen Tastendruck. So etwas vermisse ich bei Android, sollte ich es nur übersehen haben (und ich meine nicht so was wie die aktiven Dienste in den Anwendungseinstellungen), dann wäre ich für einen Hinweis dankbar. Nicht gut gelöst bei Android in Verbindung mit dem Sony Xperia S finde ich die Kontakte. Zwar können hier alle möglichen Social Networks eingebunden werden, doch eine einfache Gruppenverwaltung fehlt. Das kenne ich von Android bisher so nicht und ich liebe die Kontaktdatenverwaltung bei Windows Phone.
Letztendlich ist es eine Geschmackssache, was besser gefällt.
In der Produktbeschreibung des Xperia S steht, dass das Spiel "Need for Speed Shift" vorinstalliert sein soll. Das kann ich leider nicht bestätigen.
Der ARM Cortex A9 (1.5 GHz (Dual-Core)) Prozessor des Sony Xperia S kann mit einer sehr guten Performance überzeugen. Im direkten Vergleich mit anderen Smartphones hatte das Sony Xperia S immer die Nase vorn. Nokia hat da nur einen Single Core zu bieten, kann damit aber erstaunlich gut mithalten, wenn auch nicht ganz gleichziehen.
Der interne Telefonspeicher des Xperia S wird mit 25 GB angezeigt. Der Telefonspeicher ist 1,8 GB groß, dies ist der Bereich in dem auch die Apps abgelegt werden.

SYNCHONISATION, PC-ANBINDUNG, UPDATES:
Die Synchronisation von Daten mit google ist sehr einfach möglich. Die ausführliche Bedienungsanleitung (auf der Homepage von Sony Mobile erhältlich) zeigt noch mehrere andere Synchronisationswege (z.B. Facebook) auf. Auch ein Hinweis für MAC User ist vorhanden. Die meisten Verbindungen für E-Mail Konten sind bereits voreingestellt, so dass hier bis auf Eingabe der E-Mail Adresse und des Passworts keine weiteren Einstellungen vorgenommen werden müssen.
Der Datenaustausch mit dem PC ist einfach durch kopieren im Explorer möglich (das Xperia S wird als Wechseldatenträger erkannt). Ein separates Programm wird hierfür nicht benötigt. Das sehe ich als Vorteil an.
Updates stehen für das Xperia S bisher nicht zur Verfügung.

Bei der Verbindung mit dem PC steht auch eine Software zum Download zur Verfügung.
Für Anwender älterer Betriebssysteme hier noch ein wichtiger Hinweis:
Unter Windows XP wird das Xperia zwar erkannt, ist aber nicht als Wechseldatenträger ansprechbar. Auch die Software zum Datenaustausch funktioniert hier nicht. Mit Windows 7 hatte ich dagegen keine Probleme.

KAMERA:
Da das Sony Xperia S einen HDMI Anschluss hat, ist ein Anschluss an den Fernseher möglich. Hierfür wird jedoch ein entsprechendes Kabel (mit Stecker "A" und "D", z.B. mumbi Micro HDMI Kabel 1080p - vergoldete Kontakte - HDMI Mikro Type D High Speed Kabel HDMI 1.4 / Verbindungskabel 1,5 Meter) benötigt, das leider nicht im Lieferumfang enthalten ist.
Wird die Verbindung zum TV über das HDMI Kabel hergestellt, so stehen alle Media-Dateien (z.B. Musik, Bilder und Video) zum abspielen auf dem TV zur Verfügung. Die Steuerung erfolgte bei mir über das Smartphone. Auch in dieser großen Auflösung können mit dem Xperia aufgenommene Fotos und Videos überzeugen.
Die Kamera bietet folgende Funktionen:
12 MP Kamera mit 16fachem digitalem Zoom, Frontkamera mit 1,3 MP (praktisch als Spiegelersatz, für Selbstportraits und für Skype), ein seitlicher Kameraauslöser mit dem auch im Stand-by schnell Fotos gemacht werden können, Camcorderfunktion für Videos mit FullHD (1080 x 1920 Pixel), eine Schwenkpanoramafunktion, LED-Blitz und natürlich die ganzen inzwischen üblichen Funktionen wie Lächelerkennung, Selbstauslöser usw.
Die ersten Fotos können überzeugen. Farben werden gut wiedergegeben, der Auslöser ist schnell, die Bilder sind scharf, die Belichtung gut. Auch ein erstes Video ist ruckelfrei entstanden.
Ich bin jedoch kein Experte in dieser Hinsicht und weitere Tests stehen noch aus.

SMART TAGS:
Dies sind kleine Plättchen, die in Verbindung mit NFC (Near Field Communication) verwendet werden können. Leider habe ich bisher noch kein SmartTag zur Verfügung (war in meinem Testpaket nicht Teil des Lieferumfangs), weshalb noch kein Test stattfinden konnte.

+ HD Display
+ Performance
o Kamera
o keine Speichererweiterung möglich, 32 GB sollten jedoch meistens ausreichen
o Akku
- Kontaktdatenverwaltung

Um alle Funktionen kennenzulernen, empfehle ich die umfangreiche Bedienungsanleitung (150 Seiten) bei Sony Mobile herunter zu laden!

Ich habe mich hier auf die für mich wesentlichen Punkte beschränkt. Wer noch Fragen zu anderen Bereichen hat oder Details wissen möchte, kann mich gerne kontaktieren.
Ich werde meine Rezension in den nächsten Tagen und Wochen auch noch um neue Informationen ergänzen.
UPDATE 26.03.2012:
Inzwischen ist das Xperia S in meiner persönlichen Gesamtbewertung bereits auf 4,5 Sterne aufgestiegen. Dies liegt insbesondere an der Kamera und den verbesserten Akkulaufzeiten.


Und hier kann man das Gerät kaufen: Sony Xperia S Smartphone (10,9 cm (4,3 Zoll) HD-Display, 12 Megapixel Kamera, 1,5GHz Dual-Core-Prozessor, NFC, Android) schwarz

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